{"id":59459,"date":"2020-03-20T15:00:07","date_gmt":"2020-03-20T14:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59459"},"modified":"2020-03-27T09:12:26","modified_gmt":"2020-03-27T08:12:26","slug":"die-neue-weltwirtschaftskrise-das-corona-virus-und-ein-kaputt-gesparter-gesundheitssektor-oder-die-solidaritaet-in-den-zeiten-von-corona-von-winfried-wolf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59459","title":{"rendered":"Die neue Weltwirtschaftskrise, das Corona-Virus und ein kaputt gesparter Gesundheitssektor. Oder: Die Solidarit\u00e4t in den Zeiten von Corona. Von Winfried Wolf."},"content":{"rendered":"<p>Die Ausweitung des Corona-Virus hat zur fl&auml;chendeckenden Beseitigung von Grundrechten und Bewegungsfreiheit gef&uuml;hrt. Vieles spricht daf&uuml;r, dass dies in der gegebenen Situation angebracht, unvermeidlich, ist. Wobei es auch Mitte M&auml;rz noch ernst zu nehmende Stimmen &ndash; so vom Welt&auml;rztebund-Pr&auml;sidenten Frank Ulrich Montgomery &ndash; gibt, die dies in Frage stellen. Unbestreitbar ist, dass die Zuspitzung der Corona-Pandemie dazu gef&uuml;hrt hat, dass das Versagen der Beh&ouml;rden nicht thematisiert wird. Dass der aktive Beitrag, den die Bundesregierung und ausdr&uuml;cklich auch CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn und der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach beim Kaputtsanieren der Krankenh&auml;user geleistet haben, kein Thema in der &ouml;ffentlichen Debatte ist. Nicht zuletzt dienen die Corona-Epidemie und die panischen und widerspr&uuml;chlichen Ma&szlig;nahmen zu deren Eind&auml;mmung dazu, die im Hintergrund ablaufenden massiven weltwirtschaftlichen Verwerfungen &ndash; und die Gefahr einer neuen Weltwirtschaftskrise &ndash; als das von einem Virus ausgel&ouml;ste Resultat zu pr&auml;sentieren. Was grundfalsch ist. Von <strong>Winfried Wolf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Vorbemerkung: Das ist ein Artikel mit vielen guten Anregungen. Danke vielmals. Wir ver&ouml;ffentlichen ihn, auch wenn wir nicht alle Aussagen teilen. Die <strong>NachDenkSeiten-Redaktion<\/strong>.<\/em><\/p><p>Einiges spricht daf&uuml;r, dass das Elend und die Zahl der Get&ouml;teten, die mit der Wirtschaftskrise geschaffen werden, nochmals deutlich das &uuml;bersteigt, was vom Corona-Virus erzeugt werden kann.<\/p><p>Es ist soweit. Nein &ndash; nicht die Corona-Krise ist gemeint. Zun&auml;chst zumindest nicht. Es ist vielmehr seit einem Vierteljahr &ndash; seit Ende 2019 &ndash; soweit: Wir stehen inmitten einer neuen weltweiten Krise. Die vorausgegangene hatte, so hei&szlig;t es, ihren &bdquo;Schwarzen Schwan&ldquo; in Gestalt der Pleite des Finanzinstituts Lehman Brothers am 15. September 2008. Die gegenw&auml;rtige hat, so hei&szlig;t es, ihren &bdquo;Schwarzen Schwan&ldquo; in Gestalt des neuen Corona-Virus (Covid-19), &uuml;ber dessen Existenz zum ersten Mal am 7. Januar 2020 informiert wurde.<\/p><p>Doch in beiden F&auml;llen schwammen diese &bdquo;Schwarzen Schw&auml;ne&ldquo; deutlich dem Ereignis Krise hinterher. Die letzte Weltwirtschaftskrise hatte im Sommer 2007 mit dem Platzen der Subprime-Kredite in den USA und dem Zusammenbruch der deutschen IKB-Bank am 29. Juli 2007 begonnen. Die aktuelle Krise begann 2019 in der Weltautoindustrie und in China. Die deutsche Industrie war im gesamten Jahr 2019 gegen&uuml;ber dem Vorjahr um vier Prozent abgeschmiert. Und auch der industrielle Sektor der Weltwirtschaft hatte sich im Dezember 2019 der Null-Linie angen&auml;hert. Damit war die Krise Anfang 2020 bereits da. Und sie war vorhergesagt und damals bereits analysiert worden.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Die &bdquo;Schwarzen Schw&auml;ne&ldquo; dienen nur im Nachhinein der falschen Etikettierung der jeweiligen Krise als &bdquo;Lehman-Krise&ldquo; und als &bdquo;Corona-Krise&ldquo;.<\/p><p><em><strong>Krise Anfang 2020<\/strong><\/em><\/p><p>&bdquo;Wirtschaft steht unter Corona-Schock&ldquo;, so lautete bereits am 28. Februar die &Uuml;berschrift &uuml;ber einem halbseitigen Artikel in der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung<\/em>. Am 1. M&auml;rz hatte Bild die Schlagzeile: &bdquo;Wirtschaft schon jetzt in der Corona-Krise&ldquo;. Am 12. M&auml;rz ver&ouml;ffentlichte das Kieler Institut f&uuml;r Weltwirtschaft eine Analyse, wonach die Weltwirtschaft und die deutsche Wirtschaft 2020 &bdquo;einen harten Konjunktureinbruch&ldquo; erleben w&uuml;rden. Nat&uuml;rlich als &bdquo;Ergebnis des Corona-Schocks&ldquo;. <\/p><p>Doch sehen wir uns zwei Grunddaten der &Ouml;konomie mit verl&auml;sslichen Zahlen bis Ende 2019 an. Erstens diejenigen der industriellen Produktion auf Weltebene und in Deutschland. Zweitens diejenigen der Weltautoproduktion, untersetzt mit der Fertigung in den vier gr&ouml;&szlig;ten Autoproduktionsl&auml;ndern.  <\/p><p>Die <em>Industrieproduktion<\/em> stellt den Kern der kapitalistischen Wirtschaft dar. Sie entspricht am ehesten dem produktiven Sektor. Unter anderem sind hier der Dienstleistungssektor und die Finanzwirtschaft &ndash; Sektoren, die die Gesamtentwicklung teilweise relativieren, teilweise akzentuieren &ndash; nicht enthalten. Die US-Bank JP Morgan ver&ouml;ffentlicht regelm&auml;&szlig;ig einen Indikator mit der Bezeichnung Global Manufacturing PMI. Dazu schrieb das Finanzinstitut, der entsprechende Index sei im Dezember gegen&uuml;ber dem Vormonat nochmals gefallen und zwar auf eine Linie, die &bdquo;die Wasserscheide zwischen Expansion und Kontraktion&ldquo; darstellen w&uuml;rde.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>F&uuml;r die deutsche Industrie liegen bis einschlie&szlig;lich Dezember 2019 die Zahlen des Statistischen Bundesamts f&uuml;r die Zeit vor dem Ausbruch des Corona-Virus vor. Sie sind in Tabelle 1 f&uuml;r den gesamten Zeitraum seit der vorausgegangenen Krise zusammengefasst. <\/p><p><em>Tabelle 1: Industrielle Produktion in Deutschland 2008-2019 (verarbeitendes Gewerbe einschl. Bergbau); Index 2015 = 100; Wachstum gegen&uuml;ber dem Vorjahr in Prozent <\/em><\/p><table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>08<\/td>\n<td>09<\/td>\n<td>10<\/td>\n<td>11<\/td>\n<td>12<\/td>\n<td>13<\/td>\n<td>14<\/td>\n<td>15<\/td>\n<td>16<\/td>\n<td>17<\/td>\n<td>18<\/td>\n<td>19<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Industrielle Produktion 2015=100<\/td>\n<td>98,3<\/td>\n<td>81,3<\/td>\n<td>90,9<\/td>\n<td>98,4<\/td>\n<td>97,3<\/td>\n<td>97,1<\/td>\n<td>99<\/td>\n<td>100<\/td>\n<td>101,4<\/td>\n<td>104,4<\/td>\n<td>105,5<\/td>\n<td>100,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wachstum In %<\/td>\n<td>0,8<\/td>\n<td>-17,3<\/td>\n<td>11,8<\/td>\n<td>8,3<\/td>\n<td>-1,2<\/td>\n<td>-0,2<\/td>\n<td>1,9<\/td>\n<td>1,0<\/td>\n<td>1,4<\/td>\n<td>3,0<\/td>\n<td>1,0<\/td>\n<td>-4,8<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><p>Deutlich ist der massive Einbruch, den es 2008\/2009 gab. Ab 2010 bewegt sich das deutsche verarbeitende Gewerbe im Plus. Die Wachstumsraten nach der 2008\/09er Krise waren &ndash; au&szlig;er derjenigen 2011 &ndash; niedrig. 2012 gab es sogar einen leichten Einbruch. 2018 war ein H&ouml;hepunkt erreicht. Der R&uuml;ckgang im gesamten Jahr 2019 mit knapp 5 Prozent ist erheblich.<\/p><p>Tabelle 2 dokumentiert die Autoproduktion im gleichen Zeitraum &ndash; und zwar auf Weltebene (unterste Zeile) und die Pkw-Fertigungen in China, in den USA, in Japan und in Deutschland. Auf Weltebene und bei der Autoherstellung in China und in Deutschland gibt es seit 2018 einen absoluten R&uuml;ckgang. In den USA trifft dies auf 2019 zu. <\/p><p>Da die Autoindustrie weltweit die Funktion einer Leitbranche hat und da sie in den hier aufgef&uuml;hrten L&auml;ndern den jeweils wichtigsten Industriezweig darstellt, bestimmt dieser R&uuml;ckgang auch in erheblichem Ma&szlig; die jeweilige gesamte Industrie.  <\/p><p><em>Tabelle 2: Pkw-Produktion weltweit und in China, USA, Japan und Deutschland 2008-2019 (Angaben in Millionen Einheiten) [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/em><\/p><table>\n<tr>\n<td>\t<\/td>\n<td>2007<\/td>\n<td>08<\/td>\n<td>09<\/td>\n<td>2010<\/td>\n<td>11<\/td>\n<td>12<\/td>\n<td>13<\/td>\n<td>14<\/td>\n<td>2015<\/td>\n<td>16<\/td>\n<td>17<\/td>\n<td>18<\/td>\n<td>2019<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>China<\/td>\n<td>6,4<\/td>\n<td>6,7<\/td>\n<td>10,4<\/td>\n<td>13,9<\/td>\n<td>14,5<\/td>\n<td>15,5<\/td>\n<td>18,0<\/td>\n<td>19,9<\/td>\n<td>21,1<\/td>\n<td>24,4<\/td>\n<td>24,8<\/td>\n<td>23,5<\/td>\n<td>21,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>USA<\/td>\n<td>10,8<\/td>\n<td>8,7<\/td>\n<td>5,7<\/td>\n<td>7,7<\/td>\n<td>8,7<\/td>\n<td>10,3<\/td>\n<td>11,1<\/td>\n<td>11,7<\/td>\n<td>12,1<\/td>\n<td>12,2<\/td>\n<td>11,2<\/td>\n<td>11,3<\/td>\n<td>10,9<\/td>\n<\/tr>\n<td>Japan<\/td>\n<td>9,9<\/td>\n<td>9,2<\/td>\n<td>6,8<\/td>\n<td>8,3<\/td>\n<td>7,2<\/td>\n<td>8,6<\/td>\n<td>8,2<\/td>\n<td>8,3<\/td>\n<td>7,8<\/td>\n<td>7,9<\/td>\n<td>8,4<\/td>\n<td>8,4<\/td>\n<td>8,2<\/td>\n\n<tr>\n<td>BRD<\/td>\n<td>5,7<\/td>\n<td>5,5<\/td>\n<td>5,0<\/td>\n<td>5,5<\/td>\n<td>5,9<\/td>\n<td>5,4<\/td>\n<td>5,4<\/td>\n<td>5,6<\/td>\n<td>5,7<\/td>\n<td>5,8<\/td>\n<td>5,6<\/td>\n<td>5,1<\/td>\n<td>4,7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Welt<\/td>\n<td>53,2<\/td>\n<td>52,8<\/td>\n<td>47,8<\/td>\n<td>58,2<\/td>\n<td>59,9<\/td>\n<td>63,0<\/td>\n<td>65,7<\/td>\n<td>67,8<\/td>\n<td>68,5<\/td>\n<td>72,1<\/td>\n<td>73,4<\/td>\n<td>70,5<\/td>\n<td>67,0<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><p>Es ergibt sich ein vergleichbares Bild wie im Fall der Industrieproduktion: Es gab den massiven Einbruch 2009. Danach ein fast ungest&uuml;mes Wachstum bis 2016. 2017 wurde bereits der H&ouml;hepunkt erreicht. Seither gab es zwei Jahre mit einem absoluten R&uuml;ckgang der Weltautofertigung, wobei bereits 2018 der Fahrzeugbau in Deutschland und dann 2019  die Autoindustrie in Deutschland und in der VR China eine wichtige Rolle spielten.  <\/p><p>Die Entwicklung in der aktuellen Weltwirtschaftskrise wird sich aber von der in den Jahren 2007 bis 2009 unterscheiden. Damals brach die Autofertigung in Japan, in den USA und in Deutschland addiert um 8,9 Millionen Einheiten ein. Im gleichen Zeitraum konnte jedoch die Autoproduktion in der VR China um 4 Millionen Einheiten gesteigert &ndash; ja bis 2010 sogar verdoppelt &ndash; werden. Dadurch wurde die Delle, die in den klassischen Autoherstellerl&auml;ndern entstand, nochmals massiv gemildert. <\/p><p>2020 wird dies nicht mehr der Fall sein. Hier d&uuml;rfte es zu einem sich selbst verst&auml;rkenden Effekt kommen: Alle Autoherstellerl&auml;nder werden eine massive Branchenkrise erleben. Und diese Branchenkrise d&uuml;rfte erneut einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass es eine umfassende und weltweite Krise gibt. <\/p><p><em><strong>Der Zyklus, der alte Schlawiner<\/strong><\/em>[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Wir haben also &ndash; ohne jeden Einfluss von Corona &amp; Co. &ndash; sp&auml;testens seit Anfang 2020 die Situation eines zu Ende gehenden Konjunkturzyklus, einer Stagnation der Weltindustrieproduktion und des industriellen Sektors in der Eurozone, eines R&uuml;ckgangs der Industrie im wichtigen Industrieland Deutschland (und schon l&auml;ngst in Italien) und eines Einbruchs bei der f&uuml;hrenden Industrie, im weltweiten Fahrzeugbau.  <\/p><p>Damit verblasst auch das &bdquo;Besondere&ldquo;, das f&uuml;r den vergangenen Zyklus immer wieder behauptet wurde. Jahrelang hie&szlig; es, wir erlebten einen &bdquo;historisch einmalig langen Konjunkturaufschwung&ldquo;. Zyklus? Den g&auml;be es &ndash; so eine Reihe von Feststellungen &ndash; so nicht mehr. Was irgendwie durch Nullzinspolitik und Helikoptergeld m&ouml;glich geworden sei. <\/p><p>Alles falsch. Die neue Krise begann im Herbst 2019 &ndash; nach einem neun Jahre w&auml;hrenden schwachen Wirtschaftswachstum. Die L&auml;nge des Zyklus 2009-2019 ist weitgehend identisch mit der L&auml;nge der Zyklen 1982-1990 und 1990-2000. Unsere Grundaussage, wonach die kapitalistische Weltwirtschaft sp&auml;testens seit 1974\/75 ihren typisch zyklischen Verlauf nimmt, wonach es diese zyklische Bewegungsform seit Anfang des 19. Jahrhunderts &ndash; also nunmehr seit mehr als zweihundert Jahren &ndash; gibt und wonach es lediglich Kriege und gro&szlig;e Krisen waren, die diesen zyklischen Verlauf ab&auml;nderten, best&auml;tigt sich ein weiteres Mal.<\/p><p>Dennoch gibt es immer aufs Neue ein Verwirrspiel bei der Bezeichnung der Krise &ndash; und auf diesem Weg eine Infragestellung der Zyklizit&auml;t. So auch in der neuen Krise, bei der nur noch von einer Corona-Krise die Rede ist. Doch Vergleichbares gab es allzu oft &ndash; beispielsweise 1974\/75. Damals erlebten wir die erste gro&szlig;e Weltrezession seit der Weltwirtschaftskrise 1929-33. Da nicht sein durfte, was tats&auml;chlich stattfand, da eine Wiederkehr ordin&auml;rer kapitalistischer Krisen von den seit 1948 vorherrschenden Wirtschaftswissenschaften geleugnet wurde, war bald der B&ouml;sewicht identifiziert: Es waren der &Ouml;lpreis respektive die &bdquo;Scheichs&ldquo;, die die Welt ins Chaos gest&uuml;rzt und die Arbeitslosenzahl allein in Westdeutschland von 250.000 im Jahresdurchschnitt 1973 auf mehr als eine Million 1975 hatte hochschnellen lassen. Tats&auml;chlich hatte das OPEC-Kartell als Reaktion auf den Nahostkrieg die &Ouml;llieferungen an den Westen drastisch verknappt; der &Ouml;lpreis hatte sich verdreifacht. Doch bereits damals handelte es sich beim &Ouml;lpreis ebenso wie heute beim Corona-Virus in erster Linie um den <em>Trigger-Effekt<\/em> im ansonsten ordin&auml;ren Wirtschaftsgeschehen. F&uuml;r das Publikum aber war der Begriff &bdquo;&Ouml;lkrise&ldquo; ideal. Sp&auml;ter bem&uuml;hten sich Wirtschaftswissenschaft und Medien bei buchst&auml;blich jeder Krise, f&uuml;r diese eine jeweils spezifische Erkl&auml;rung zu drechseln. Da gab es eine &bdquo;Asien-Krise&ldquo;, eine &bdquo;Rubel-Krise&ldquo;, eine &bdquo;Tequila-Krise&ldquo;, eine &bdquo;IT-Krise&ldquo; und eine &bdquo;Subprime-&ldquo; oder auch &bdquo;Lehman-Krise&ldquo;. <\/p><p><em><strong>Epidemien und Krise<\/strong><\/em><\/p><p>Nun also eine Krise, bei der eine Epidemie die Ursache sein soll. Eine Kombination, die es in der kapitalistischen Wirtschaftsgeschichte so noch nie gab. <\/p><p>Tats&auml;chlich kam es in den letzten einhundert Jahren zu einem Dutzend Epidemien und einigen Pandemien, die jedoch alle keine gr&ouml;&szlig;eren R&uuml;ckwirkungen auf die &Ouml;konomie hatten. Die &bdquo;Spanische Grippe&ldquo; 1918\/19 mit mehr als 25 Millionen Toten und die &bdquo;Asiatische Grippe&ldquo; 1957\/58 mit bis zu zwei Millionen Toten richteten Verheerungen bei den Menschen an &ndash; hatten jedoch keine vergleichbaren Konsequenzen f&uuml;r die Weltwirtschaft. Tabelle 3 liefert einen &Uuml;berblick. <\/p><p><em>Tabelle 3: Einige (entsprechend der jeweils relativ hohen Zahl an Todesf&auml;llen ausgew&auml;hlte) Epidemien im Abgleich mit dem Wirtschaftswachstum 1918 bis 2020[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/em><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/200320-tab03.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/200320-tab03.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Die vorausgegangenen Epidemien bzw. Pandemien &ndash; die Schweinegrippe 2009\/10 wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als <em>Pandemie<\/em> eingestuft &ndash; waren trotz der sehr hohen Zahl an Todesf&auml;llen und trotz einer vergleichbar schnellen und weltweiten Verbreitung &ndash; auch nicht ann&auml;hernd mit derart drastischen Ma&szlig;nahmen begleitet wie wir sie aktuell im Fall der Corona-Epidemie erleben. <\/p><p><em><strong>Unterschiedliche Reaktionen auf Epidemien &ndash; was sind die Gr&uuml;nde?<\/strong><\/em><\/p><p>Fragt man nach den Gr&uuml;nden f&uuml;r die Vehemenz, mit der aktuell auf die Corona-Epidemie reagiert wird, dann erh&auml;lt man die Antwort: Das Virus breite sich wesentlich schneller aus als die Erreger der vorausgegangenen Epidemien. In einigen Regionen verdoppelt sich die Zahl der Infizierten alle sechs bis sieben Tage, in Deutschland am 20. M&auml;rz alle 2,5 Tage. Die aktuellen Versuche laufen darauf hinaus, die Ausbreitung zu strecken. Dabei verl&auml;uft die Erkrankung in rund f&uuml;nf Prozent der F&auml;lle so heftig, dass die Betroffenen ins Krankenhaus m&uuml;ssen. Dabei muss mehr als ein Drittel aller Corona-Krankenhauspatienten beatmet werden. Die Krankenh&auml;user, die Betten in den Kliniken und dann insbesondere die Intensivbetten mit Beatmungsger&auml;ten &ndash; das ist der Flaschenhals, der die Pandemie zu einer ernsten Gefahr hat heranreifen lassen.<\/p><p>Das Corona-Virus kam zuerst nach Deutschland, weil der Autozulieferer Webasto Ende Januar 2020 eine Schulung mit einigen Dutzend Besch&auml;ftigten durchf&uuml;hrte, zu der eine Chinesin &ndash; mehr als drei Wochen nach dem Ausbruch der Epidemie in China &ndash; eingeflogen wurde. Mehr als ein Dutzend Besch&auml;ftigte infizierten sich. Wurde der Ort, an dem die Schulung stattfand und die Infizierten lebten, Gauting, isoliert? Wurden Schulen geschlossen? Nichts von alledem. Seither gab es zwei Monate lang ein widerspr&uuml;chliches Nebeneinander von grober Fahrl&auml;ssigkeit (Fu&szlig;ballspiele mit Zehntausenden Zuschauern fanden bis Mitte M&auml;rz statt) und unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen Ma&szlig;nahmen (am 1., 4. und 6. M&auml;rz wurden drei ICE- Z&uuml;ge wegen eines einzelnen Corona-VERDACHTSFALLS gestoppt und teilweise evakuiert &ndash; es handelte sich jeweils um einen Fehlalarm). Als ein H&ouml;hepunkt der krass widerspr&uuml;chlichen amtlichen Verhaltensweise muss empfunden werden, dass am 15. M&auml;rz in Bayern und in Frankreich Kommunalwahlen durchgef&uuml;hrt wurden, ein Akt, bei dem addiert mehr als 40 Millionen Menschen sich &ndash; dazu aufgerufen von staatlichen Beh&ouml;rden! &ndash; in Tausenden Wahllokalen, frequentiert immer von Dutzenden zusammengew&uuml;rfelten Personen &ndash; zeitweilig versammelten. Die Sicherheitsma&szlig;nahmen bestanden darin, dass dazu aufgefordert wurde, ein jeder m&ouml;ge &bdquo;seinen eigenen Stift&ldquo; mitbringen. Tags darauf &ndash; tats&auml;chlich am 16. M&auml;rz &ndash; wurde dann in Bayern der &bdquo;Katastrophenalarm&ldquo; ausgerufen. Fast zeitgleich beschlossen die Beh&ouml;rden in Frankreich noch drastischere Einschr&auml;nkungen der Bewegungsfreiheit. Und wie ist zu erkl&auml;ren, dass der Senat von Berlin am 17. M&auml;rz kundtat, man werde JETZT ein Notfallkrankenhaus f&uuml;r Corona-F&auml;lle mit mehr als 1000 Betten auf dem Berliner Messegel&auml;nde &ndash; &bdquo;in Kooperation mit der Bundeswehr&ldquo; &ndash; errichten &ndash; zehn Wochen nach Ausbruch der Epidemie in Wuhan, neun Wochen, nachdem dort eine solche Spezialklinik errichtet worden war?<\/p><p>Die drastischen Ma&szlig;nahmen zur Eind&auml;mmung des Corona-Virus sind auch Folge einer Politik, die soziale Verantwortung an private Investoren verkauft hat und die zu keiner rechtzeitigen konsequenten Politik der Eind&auml;mmung der Epidemie in der Lage war.<\/p><p><em><strong>Nicht thematisiert und ABGELENKT wird vom Krankschrumpfen des Krankenhauswesens <\/strong><\/em><\/p><p>Die Corona-Epidemie st&ouml;&szlig;t weltweit &ndash; und dabei auch in erheblichem Ma&szlig; in Deutschland, wohl auch exponiert in Italien &ndash; auf einen ausgepowerten und kaputtgesparten Gesundheitssektor. Die hektischen Ma&szlig;nahmen zur Eind&auml;mmung der Epidemie sind geeignet, &uuml;ber diese Tatsache hinwegzut&auml;uschen. Das scheint durchaus auch auf China zuzutreffen, wo die medizinische  Versorgung in den letzten zwei Jahrzehnten mit der sprunghaften wirtschaftlichen Entwicklung nicht Schritt gehalten zu haben scheint. So haben laut offizieller nationaler Sch&auml;tzung nur 22 Prozent der Wanderarbeitskr&auml;fte eine grundlegende Krankenversicherung.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] In der EU kam es in den vergangenen 15 Jahren zu massiven Prozessen der Privatisierung und Kommerzialisierung in der Gesundheitsversorgung und im Krankenhauswesen. Das Personal wurde fl&auml;chendeckend um meist mehr als 30 Prozent abgebaut. In Deutschland wurde seit 1992 die Zahl der Krankenhausbetten um gut 30 Prozent reduziert. Es kam buchst&auml;blich zu einem Krankenhaus-Sterben (siehe dazu weiter unten). Parallel erfolgte eine umfassende Kommerzialisierung des Krankenhauswesens, bei dem die Fallpauschalen-Orientierung im Zentrum steht. Laut Angaben der Gewerkschaft Verdi fehlen aktuell in Deutschland 162.000 Besch&auml;ftigte, um eine zufriedenstellende Versorgung der Patienten zu erm&ouml;glichen. 63.000 Fachkr&auml;fte m&uuml;ssten zus&auml;tzlich  im Bereich der station&auml;ren Altenpflege eingestellt werden. Und wir reden hier von normalen Zeiten, noch nicht von Zeiten der Epidemie.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Die Ausbildungsstandards wurden aufgeweicht. Die Arbeitsintensit&auml;t des Krankenhauspersonals nahm enorm zu &ndash; bei parallelem Abbau der Realeinkommen. Massenhaft werden &Auml;rztinnen und &Auml;rzte und Krankenhauspersonal aus Drittl&auml;ndern abgeworben und nach Deutschland gebracht. Warum? Weil sie dort nicht gebraucht werden? Nein! Im Gegenteil! Wehe, die Corona-Epidemie bricht in massivem Umfang dort &ndash; in Griechenland, in Kroatien, in Serbien, in Bosnien-Herzegowina, auf den Philippinen &ndash; aus, wo Tausende unserer &Auml;rztinnen, &Auml;rzte und Pflegekr&auml;fte herkommen! Sie wurden abgeworben, weil sich unsere Gesellschaft auf diese Weise die Ausbildungskosten spart und weil die Arbeitskraft dieser Menschen so gut wie immer deutlich weniger kostet als die einheimischer Lohnabh&auml;ngiger, weil sie also in diesem Umfang die Profite der privaten Krankenhausmaschinerie steigert. <\/p><p>Der Flaschenhals in den Krankenh&auml;usern selbst sind die mit ausgebildetem Pflegepersonal und &Auml;rzten besetzten Intensivbetten. Dazu kommen auf der technischen Seite Beatmungsger&auml;te, die zu knapp sind. Die Kliniken in Deutschland verf&uuml;gen &uuml;ber rund  28.000 Intensivbetten, wobei gleichzeitig 4.700 Intensivpflegekr&auml;fte fehlen. Tats&auml;chlich d&uuml;rften nur rund 27.000 der Betten ad hoc bereitstehen. Diese sind allerdings im Durchschnitt bereits zu 80 Prozent ausgelastet. Damit sind tats&auml;chlich etwa 5.400 Betten frei. <\/p><p>All das ist seit einem Vierteljahr bekannt &ndash; ohne dass es irgendwelche relevanten Aktivit&auml;ten gegeben h&auml;tte, die Bettenzahl aufzustocken, zus&auml;tzliches Pflegepersonal auszubilden und einzustellen und in den Ruhestand getretene &Auml;rztinnen und &Auml;rzte zu reaktivieren. Die Filmemacherin Leslie Franke und der Filmemacher Herdolor Lorenz fassten in einem Rundschreiben am 17. M&auml;rz 2020 unter Bezugnahme auf ihren Film zur dramatischen Lage in den Kliniken die Situation wie folgt zusammen: <\/p><p>&bdquo;Wir haben in dem Film &bdquo;<a href=\"http:\/\/der-marktgerechte-patient.org\/index.php\/de\/\">Der marktgerechte Patient&ldquo;<\/a> gezeigt, dass schon im normalen Tagesgesch&auml;ft die Intensivstationen aus pflegerischer Sicht Tag f&uuml;r Tag bereits &uuml;berfordert sind. Keine einzige im Film untersuchte Intensivstation konnte mehr als 60 Prozent ihrer Intensivbett-Kapazit&auml;ten betreuen auf Grund des Pflegemangels. Schuld daran ist eindeutig die Profit orientierte Finanzierung durch Fallpauschalen. Pflegekr&auml;fte sind dadurch vor allem l&auml;stige Kosten. Seit Einf&uuml;hrung der sog. DRGs [Diagnosis Related Groups &ndash; Fallpauschalen; W.W] wurden 50.000 Pflegekr&auml;fte abgebaut!.&ldquo;[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] <\/p><p>Doch all das ist aktuell kein Thema. Mehr noch: Der Mit-Verantwortliche f&uuml;r dieses Desaster, Gesundheitsminister Jens Spahn, geb&auml;rdet sich aktuell als Corona-Krisen-Zampano. Dabei trug der Mann seit &Uuml;bernahme des Amtes im M&auml;rz 2018 wesentlich zur fortgesetzten Aush&ouml;hlung des Gesundheitswesens bei. Noch im Juli 2019 legte die Bertelsmann-Stiftung eine Studie vor, wonach &bdquo;jede zweite Klinik in Deutschland&ldquo; schlie&szlig;en sollte. Widersprach dem der  Gesundheitsminister? Etwa mit Verweis auf Notzeiten und Epidemien? Mitnichten! Der Mann erkl&auml;rte: &bdquo;Nicht jedes Krankenhaus muss alles machen.&ldquo; Erforderlich sei ein &bdquo;Mix&ldquo; aus Abbau von Klinken  und Konzentration auf &bdquo;das Notwendige&ldquo;.[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] <\/p><p><em><strong>Notstands&uuml;bung anstelle der Beseitigung von Notstand <\/strong><\/em><\/p><p>Die staatlichen Instanzen haben wochenlang praktisch nicht gehandelt. Dabei zeichneten sie bereits Mitte Februar das Bild einer kommenden Epidemie und Pandemie &ndash; bei Beibehaltung der beschriebenen widerspr&uuml;chlichen Praktiken. Dieses Nicht-Handeln hat erst zur aktuellen dramatischen Situation gef&uuml;hrt &ndash; und dazu, dass nunmehr Notstandsma&szlig;nahmen so gut wie unausweichlich wurden. Fast schlagartig werden jetzt eine ganze Reihe von Grundrechten und elementare Formen des sozialen Zusammenlebens au&szlig;er Kraft gesetzt &ndash; Grundrechte f&uuml;r die Masse der Bev&ouml;lkerung, wohlgemerkt, keineswegs f&uuml;r die M&auml;chtigen in Wirtschaft und Staat und f&uuml;r diejenigen, die f&uuml;r das Desaster eines ausgehungerten Gesundheitssektors verantwortlich zeichnen. Ren&eacute; Schlott schrieb dazu in der <em>S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/em> vom 17. M&auml;rz 2020 wie folgt: &bdquo;Aristoteles definierte den Menschen als &ldquo;zoon politikon&rdquo; als ein gemeinschaftsbildendes, gemeinschaftssuchendes Wesen, das ohne sein Gegen&uuml;ber nicht existieren k&ouml;nne. Gut 2300 Jahre sp&auml;ter versuchen Regierungen weltweit unter Berufung auf Virologen, diese Grundtatsache au&szlig;er Kraft zu setzen. Nicht anders ist der Aufruf der Bundeskanzlerin zu verstehen, jeder solle seine sozialen Kontakte &acute;weitestgehend einstellen&acute;. Diese Empfehlung ist ungef&auml;hr so sinnvoll, wie die Fische zu bitten, das Wasser zu verlassen, um ihr &Uuml;berleben zu sichern [&hellip;] Mit atemberaubender Geschwindigkeit [&hellip;]  werden Rechte au&szlig;er Kraft gesetzt, die in Jahrhunderten m&uuml;hsam erk&auml;mpft worden sind. So etwa das Recht auf Versammlungsfreiheit, das Recht auf Bildung als auch die Reisefreiheit. Wer jetzt nichts absagt, gilt als asozial. [&hellip;] Nicht das Virus ist jedoch f&uuml;r diese Entwicklungen verantwortlich, sie sind menschengemacht. Es sind Entscheidungen von Verantwortungstr&auml;gern im Umgang mit dem Virus, die zum Shutdown f&uuml;hren. Es ist alarmierend, wie rasch Wissenschaft, Kunst und Kultur, Sport, ja sogar die Bildung der Kinder f&uuml;r verzichtbar erkl&auml;rt werden. Nichts offenbart das wahre Gesicht unseres Gemeinwesens besser als die Tatsache, dass einzig Wirtschaft, Konsum und B&ouml;rsen aufrecht erhalten werden sollen. Als sei dies der einzige Daseinszweck unserer fortschrittlich geglaubten Gemeinschaft. [&hellip;] Die Dinge sind ins Rutschen geraten. Denn viele der Ma&szlig;nahmen sind nicht einmal zeitlich begrenzt. Was, wenn alle Einschr&auml;nkungen nicht fruchten? &hellip;Dieses Gemeinwesen braucht einen Verst&auml;ndigungsprozess dar&uuml;ber, ob es wirklich jeden Preis um die Eind&auml;mmung eines Virus zu zahlen bereit ist.&ldquo; <\/p><p>K&ouml;nnte es nicht sein, dass der Mensch als gemeinschaftssuchendes Wesen eher in der Lage w&auml;re, selbst&auml;ndig und kreativ Wege zur Eind&auml;mmung des Virus zu beschreiten, als wenn diese als Zwang verordnet werden von denen, die ihre Unglaubw&uuml;rdigkeit seit Jahren bewiesen haben und in der Krise weiter Tag f&uuml;r Tag unter Beweis stellen? Wenn in dieser Situation sich der Welt&auml;rztepr&auml;sident Frank Ulrich Montgomery kritisch zu Notstandsma&szlig;nahmen wie Schulschlie&szlig;ungen und Ausgangsverboten &auml;u&szlig;ert und darauf hinweist, dass diese Ma&szlig;nahmen in Italien nichts bewirkt, eher im Gegenteil Panik produziert h&auml;tten, dann gehen solch mahnende Worte im allgemeinen Klima gesch&uuml;rter Panik eher unter.[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] <\/p><p><em><strong>Die neue Krise &ndash; und wie die &bdquo;reinigenden Kr&auml;fte&ldquo; in der Krise vor dem Hintergrund der Epidemie im Sinne des Kapitals effizient wirken k&ouml;nnten<\/strong><\/em><\/p><p>Einiges spricht daf&uuml;r, dass sich die aktuelle Krise zu einer neuen Weltwirtschaftskrise entwickelt. Alle wichtigen B&ouml;rsenindizes liegen &ndash; Stand: 20. M&auml;rz 2020 &ndash; um knapp 50 Prozent unter ihrem H&ouml;chststand, auf den sie sich noch im Februar, Wochen <em>nach<\/em> Ausbruch der Corona-Epidemie, hochgeschwungen hatten. Gab es so etwas jemals zuvor? Es &uuml;bersteigt zumindest das, was wir 2008\/2009 erlebt haben. Es gab &bdquo;so etwas&ldquo; nur in der gro&szlig;en Krise, die 1929 einsetzte, und die in gewaltige wirtschaftliche und soziale Verwerfungen, in Chaos, Gewalt und Krieg, m&uuml;ndete. <\/p><p>Gleichzeitig k&ouml;nnten es jedoch ausgerechnet die Corona-Krise und die Art und Weise, wie diese Pandemie instrumentalisiert wird, sein, dass der normale Gang der Krise verk&uuml;rzt und die Profitinteressen der ganz Gro&szlig;en in dieser Krise weniger als im Normalfall negativ beeinflusst werden. Was im Umkehrschluss aber auch hei&szlig;en k&ouml;nnte, dass die Schwachen in der Gesellschaft noch weit mehr in dieser Krise leiden &ndash; und Zehntausende in den banalen Tod durch Hunger und ordin&auml;re Krankheiten gesto&szlig;en werden.<\/p><p>Zun&auml;chst ist festzuhalten: In dieser Krise lassen sich vier verschiedene Schaupl&auml;tze identifizieren, die sich in Wechselwirkung zueinander befinden, und die die gesamte Weltwirtschaft in eine Abw&auml;rtsspirale treiben k&ouml;nnen. Da ist zun&auml;chst die zweitgr&ouml;&szlig;te &Ouml;konomie der Welt. Zum ersten Mal wird China in dieser weltweiten Krise nicht mehr als &bdquo;Krisend&auml;mpfer&ldquo; wirken. Diese zweitgr&ouml;&szlig;te kapitalistische &Ouml;konomie &ndash; zugleich der weltweit gr&ouml;&szlig;te Exporteur &ndash; ist dieses Mal selbst Zentrum der Krise. 2020 d&uuml;rfte das erste Jahr sein, in dem das Wachstum der chinesischen Wirtschaft nahe Null absinkt. Wobei eine Wachstumsrate unter sechs Prozent bislang als brandgef&auml;hrlich galt &ndash; unter anderem aufgrund des st&auml;ndigen Zustroms neuer Arbeitskr&auml;fte vom Land in die st&auml;dtischen und industriellen Zentren. Selbst wenn sich die Lage in China nicht zur offenen Krise mit dem Zusammenbruch gro&szlig;er Unternehmen und einer schnell ansteigenden Massenarbeitslosigkeit entwickelt, so wird es f&uuml;r die Weltwirtschaft nicht mehr, wie 2008\/2009 der Fall, eine positive R&uuml;ckwirkung Chinas auf die Weltwirtschaft und ein entsprechendes Einebnen der weltweiten Krise geben.  <\/p><p>Als zweites ist die <em>Weltautobranche<\/em> von der neuen Krise besonders betroffen. F&uuml;hrende Konzerne in dieser Weltindustrie waren bereits mit &bdquo;Dieselgate&ldquo; belastet. Die Branche als Ganzes befindet sich als Resultat der Klimakrise und des Versuchs einer teilweisen Umstrukturierung hin zu Elektroautos in einer Umbruchphase. Es gab 2018 und 2019 den beschriebenen deutlichen Einbruch der Weltautofertigung. F&uuml;r 2020 droht ein R&uuml;ckgang um mehr als 15 Prozent. Das muss Folgen f&uuml;r die verbliebenen Konzerne haben. In Japan werden die sechs noch unabh&auml;ngigen Autohersteller (Toyota, Honda, Mazda, Suzuki, Nissan und Subaru) einen Konsolidierungsprozess erleben. Im neuen gigantisch aufgebl&auml;hten Konglomerat PSA (mit Peugeot, Citroen, Opel, Fiat, Chrysler und Alfa Romeo) wird es einen Kahlschlag geben. Insgesamt sind allein in dieser Branche aktuell mehr als eine Million Arbeitspl&auml;tze bedroht. <\/p><p>Drittens droht eine neue <em>EU-Krise<\/em> und eine neue <em>Euro-Krise<\/em>. Die Entwicklung in Italien d&uuml;rfte hier entscheidend werden. Dieses Land befindet sich seit 20 Jahren im Krisenmodus; die Staatsschuld lag bereits 2019 mit 130 Prozent auf Rekordniveau. In der aktuellen Corona-Virus-Krise steigen die Staatsausgaben in Italien, w&auml;hrend gleichzeitig das Bruttoinlandsprodukt r&uuml;ckl&auml;ufig sein wird. Damit aber m&uuml;ssen &ndash; siehe die Entwicklung in Griechenland 2012-2018 &ndash; die Schulden gemessen am BIP nochmals massiv auf 150 und mehr Prozent ansteigen. Das wird die Ratingagenturen auf den Plan rufen und zu neuen Herabstufungen der Kreditw&uuml;rdigkeit des Landes f&uuml;hren. Was wiederum die Bedienung der gigantischen Staatsschulden massiv verteuern muss. Wie wird dann die EU, wie wird die EZB reagieren, wenn Italien in einer Kombination von medizinischem und &ouml;konomischem Notstand dringend der solidarischen Hilfe bedarf? Die EZB-Chefin Christine Lagarde antwortete am 13. M&auml;rz auf die Frage, wie man der italienischen Regierung helfen k&ouml;nne, deren Kreditzinsen im Vergleich zu Deutschland deutlich in die H&ouml;he geschossen sind &ndash; der &bdquo;spread&ldquo; sich also ausweitete: &bdquo;Wir sind nicht daf&uuml;r da, diese Zinsunterschiede einzuebnen.&ldquo;[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]  <\/p><p>Und schlie&szlig;lich &ndash; <em>viertens<\/em> &ndash; spricht fast alles daf&uuml;r, dass diese Krise auch den <em>Finanzsektor<\/em> erfassen und beuteln wird. Der Zusammenbruch von gro&szlig;en Finanzinstituten kann nicht mehr ausgeschlossen werden. Wobei im Fall einer solchen Bankenpleite erneut &ndash; wie 2007- 2009 &ndash; gelten d&uuml;rfte: &bdquo;too big to fail&ldquo;; das hei&szlig;t, die Steuerzahlenden werden zur Ader gelassen werden. <\/p><p>Ein gro&szlig;er Finanzcrash kann seinen Ausgang nehmen bei der gewaltigen Immobilienblase in Indien. Oder bei dem aktuell ablaufenden libanesischen Staatsbankrott. Oder bei einer zu erwartenden argentinischen Staatspleite. Oder beim Zusammenbruch des Systems der chinesischen Schattenbanken. Oder im Rahmen einer neuen Russland-Krise, in der sich &Ouml;l- und Gaspreisverfall und Bankenkrise b&uuml;ndeln. Oder im Rahmen der umfassenden Insolvenzen-Welle, die noch 2020 als Folge der &bdquo;Reduktion aller sozialen Kontakte&ldquo; und der Schlie&szlig;ung hunderttausender Gesch&auml;fte zu erwarten ist und die sich in Deutschland im Bereich der Sparkassen und Genossenschaftsbanken zu kritischen Ausf&auml;llen in H&ouml;he vieler Dutzend Milliarden Euro aufaddieren d&uuml;rfte. Sicher ist, dass heute der Finanzsektor vergleichbar labil ist wie vor der letzten gro&szlig;en Krise. Staatliche Auffangprogramme in der Gr&ouml;&szlig;enordnung, wie es solche 2008\/2009 gab, sind im Rahmen der bestehenden Logik der Wirtschaftspolitiken und der politischen Strukturen kaum mehr zu stemmen. Und auch die Zentralbanken sind ihrer klassischen Waffen beraubt, senkte doch die US-Zentralbank Fed fr&uuml;her in Krisen den Leitzins gern um vier und f&uuml;nf Prozent &ndash; doch heute, nur wenige Wochen nach Eintritt der Stunde X, liegen diese Leitzinsen in New York, Tokio, London und Frankfurt\/M. nahe Null. <\/p><p>Das Ensemble dieser Krisenherde kann dazu f&uuml;hren, dass sich diese durch die Weltwirtschaft fressen und dass es zu einer Kernschmelze der Welt&ouml;konomie kommt.<\/p><p>Schlimm? Ja, schlimm f&uuml;r die Erwerbslosen, f&uuml;r die Noch-Besch&auml;ftigten, f&uuml;r Millionen Kleingewerbetreibende und f&uuml;r den Durchschnitt der Bev&ouml;lkerung. Doch im Fall der gro&szlig;en Konzerne gibt es einerseits die Direktprofiteure und andererseits m&ouml;glicherweise eine gro&szlig;e Zahl von Langzeitprofiteuren. Direkt von der Krise profitieren die Pharmakonzerne, viele PC-und Softwarehersteller (die Umstellung des Schulunterrichts auf home-schools wird umfassend vorbereitet) und die Logistiker. Amazon k&uuml;ndigte am 16. M&auml;rz an, 100.000 neue Stellen zu schaffen &ndash; allein in den USA!<\/p><p>Die Langfrist-Profiteure k&ouml;nnten f&uuml;hrende Finanz- und Industriekonzerne sein. Dies h&auml;ngt damit zusammen, dass aktuell eine Schockpolitik l&auml;uft, mit der der normale Gang einer Krise radikal verk&uuml;rzt, wenn auch zugleich vertieft werden k&ouml;nnte. Normalerweise dauert eine Krise ein Jahr und mehr, bis die &bdquo;reinigenden Kr&auml;fte&ldquo; der Krise  ausreichend gewirkt, sprich: gew&uuml;tet haben. 2008\/2009 gab es eine fast zwei Jahre w&auml;hrende Kontraktion der wirtschaftlichen T&auml;tigkeiten. In dieser Zeit mussten die Unternehmen die aufgebauten &Uuml;berkapazit&auml;ten Schritt um Schritt reduzieren, Belegschaften abbauen &ndash; in Deutschland oft verbunden mit teuren Sozialpl&auml;nen &ndash; die Preise senken und Rabattschlachten durchf&uuml;hren, abwarten, bis sich die Nachfrage wieder einpendelte und bis staatliche Unterst&uuml;tzungsma&szlig;nahmen wieder griffen. V&ouml;llig undenkbar war damals, dass funktionierende Unternehmen ihre Produktion schlicht von heute auf morgen einstellen. <\/p><p>Doch just das passiert in diesen Tagen. So im Fall des weltweit gr&ouml;&szlig;ten Autobauers: VW wird am 20. M&auml;rz alle seine Werke in Deutschland schlie&szlig;en. Und warum? Gibt es einen Abriss in den Lieferketten? Mitnichten! In China wird die Produktion von VW gerade hochgefahren. VW-Boss Herbert Diess erkl&auml;rt, dass es &bdquo;bislang keine Lieferketten-Unterbrechung&ldquo; gegeben h&auml;tte. Stattdessen verweist der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh auf &bdquo;Infektionsketten&ldquo;. Dieser Co-Manager erkl&auml;rt, es gelte die &bdquo;Zwei-Klassen-Gesellschaft&ldquo; zwischen VW-B&uuml;roarbeit und VW-Produktionsarbeit zu beenden; schlie&szlig;lich arbeiteten die Kollegen &bdquo;Schulter an Schulter&ldquo; in der Fertigung, was die Gefahr einer Infektion erh&ouml;he. Tats&auml;chlich gibt es in erster Linie einen massiven Einbruch der Nachfrage. Und der Volkswagenkonzern nutzt die Gunst der Stunde und schlie&szlig;t schlicht den gr&ouml;&szlig;ten Teil der Fertigungsst&auml;tten, um sich einen gro&szlig;en Teil der L&ouml;hne und Geh&auml;lter vom Staat bezahlen zu lassen. Vergleichbares machte Ford in der Weltwirtschaftskrise. Doch bislang hie&szlig; es: das war US-amerikanischer Manchester-Kapitalismus. Jetzt gibt es exakt dies im Land, das sich einst r&uuml;hmte, mit einem &bdquo;Rheinischen Kapitalismus&ldquo; einen anderen Weg zu gehen. <\/p><p>Die M&ouml;glichkeit, auf Steuergelder-Kosten den Laden zu schlie&szlig;en, haben allerdings nur wenige gro&szlig;e Unternehmen. Grunds&auml;tzlich gibt es in der gegenw&auml;rtigen Situation einen krassen Widerspruch, der da lautet: Die medizinisch optimale Reaktion auf die Krise &ndash; maximale Reduktion aller sozialen Kontakte, also auch Einstellung jeglicher nicht absolut lebensnotwendiger Produktion &ndash; hat mittelfristig &auml;u&szlig;erst negative Folgen f&uuml;r die Profite und kann bei Tausenden vor allem mittelst&auml;ndischen und kleineren Betrieben die Existenzfrage stellen. Und kaum jemand wird behaupten, das RKI sei m&auml;chtiger als der BDI: das Robert Koch-Institut ist letzten Endes eine Au&szlig;enstelle des Gesundheitsministeriums und dessen Chef untergeordnet. Jens Spahn wiederum betrieb in den Jahren 2006 bis 2010 eine Lobbyagentur f&uuml;r Pharmaklienten (Politas) und forcierte die Liberalisierung des Apotheken-Markts ; sein Partner und Mann war f&uuml;r die Versandapotheke DocMorris und den Pharmagro&szlig;h&auml;ndler Celesio, inzwischen McKesson, aktiv. Womit wir bereits im Umfeld des eigentlichen Zentrums von Politik und Wirtschaft angelangt sind: beim Bundesverband der Deutschen Industrie, dem BDI. <\/p><p>Wof&uuml;r blo&szlig; gibt es diese Vernetzungen von Politik, Macht und Profit? Doch just f&uuml;r Krisensituationen wie die aktuelle. In diesen werden sie in besonderer Weise aktiviert. Hier kann der Krisenschock  zur Durchsetzung schockierend inhumaner Interessen f&uuml;hren. Naomi Klein schrieb &uuml;ber die aktuelle Krise: &bdquo;Diese Kombination von Krisen-Kr&auml;ften [ausgepowerter Gesundheitssektor und beginnende Wirtschaftskrise; W.W.] produziert den maximalen Schock. Dieser wird jetzt dazu ausgenutzt, um Branchen herauszuhauen, die im Zentrum der extremsten Krise stehen, die wir kennen &ndash; und das ist die Klimakrise: Herausgehauen werden die Branche der Airlines, die Gas- und &Ouml;l-Industrie, die Kreuzfahrtschiff-Branche. Die werden jetzt vollgestopft mit Dollars.&ldquo;[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]  Am 16. M&auml;rz verk&uuml;ndete US-Pr&auml;sident Trump, er werde die ins Straucheln geratenen US-Airlines &bdquo;zu 100 Prozent unterst&uuml;tzen&ldquo;. Die Rede ist von einem 50-Milliarden-US-Dollar-Hilfsprogramm. Worauf die Aktienkurse von Delta und United und Southwest einen Freudensprung nach oben absolvierten.<\/p><p>Erinnern wir uns: Im Juni 2009 ging General Motors in Folge der letzten Weltwirtschaftskrise pleite. Damals gab es zwei grunds&auml;tzliche Positionen, wie es weitergehen k&ouml;nnte. Die eine hatte der Filmemacher und politische Aktivist Michal Moore vertreten. Er forderte, GM umzubauen zu einem Konzern, der Busse und andere Produkte f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Verkehr herstellt. Diese umweltfreundliche und klimapolitisch sinnvolle Perspektive konkretisierte Mr. Moore in einem eindrucksvollen Manifest.[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]  Die andere Perspektive wurde von US-Pr&auml;sident Barack Obama vertreten &ndash; und letzten Endes durchgesetzt. Der US-Staat &uuml;bernahm GM. Bis zu 50 Milliarden US-Dollar flossen in den Konzern. Zehntausende Besch&auml;ftigte wurden entlassen; die L&ouml;hne massiv gek&uuml;rzt. Ausdr&uuml;cklich erkl&auml;rte Obama, die Regierung werde sich nicht in die Unternehmenspolitik einmischen. Er sei &ldquo;absolut zuversichtlich&rdquo;, dass GM bei gutem Management &ldquo;einer neuen Generation von Amerikanern helfen wird, ihre Tr&auml;ume zu verwirklichen&rdquo;.[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]  Die Folge war: GM baute nochmals gr&ouml;&szlig;ere SUVs, die nochmals klimasch&auml;digender waren. Und wenn GM nun in der neuen Krise erneut an den Rand einer Insolvenz gelangen sollte &ndash; die Hilfe von Mr. Trump d&uuml;rfte den Klimas&uuml;ndern im GM-Top-Management sicher sein.<\/p><p><em><strong>Neue Solidarit&auml;t, Corona-Krise und neue Klimabewegung<\/strong><\/em><\/p><p>Die Doppelkrise &ndash; ordin&auml;re kapitalistische Krise und die Corona-Virus-Krise &ndash; die wir im Augenblick erleben, stellt eine au&szlig;erordentliche politische Herausforderung f&uuml;r die Linke dar. Die Gefahr, dass wir von den sich &uuml;berschlagenden Ereignissen in eine absolute Defensive gedr&auml;ngt werden &ndash; zumal sich auch rein physisch die Bewegungsspielr&auml;ume einengen &ndash; ist enorm. Gleichzeitig sind die aktuell gro&szlig;en Akteure keineswegs neutrale Instanzen, die das Wohl und Wehe der Gesellschaft im Auge haben. Ganz im Gegenteil. Die Akteure in Washington, Peking, Tokio, London, Br&uuml;ssel, Berlin oder Wien &ndash; einschlie&szlig;lich des gro&szlig;en Teils der Gesundheitsbeh&ouml;rden und beratenden Institute &ndash; verfolgen einerseits &uuml;berwiegend die Interessen, die sich aus der Bestimmung des Gesellschaftssystems durch Kapital und Profit ergeben. Andererseits sind sie erg&auml;nzend &ndash; was die Sache verschlimmert &ndash; von engstirnigen nationalen Interessen &ndash; denen des jeweiligen ideellen Gesamtkapitals auf nationaler Ebene &ndash; bestimmt. <\/p><p>Ganz praktisch: Am 5. M&auml;rz erkl&auml;rte die Regierung in Reykjavik den &ouml;sterreichischen Skiurlaubsort Ischgl zum &bdquo;Risikogebiet&ldquo;, weil sich mehrere Isl&auml;nder, die dort Skifahren waren und die von dort bereits Ende Februar nach Island zur&uuml;ckgekehrt waren, mit dem Corona-Virus infiziert haben. Reykjavik informierte am gleichen Tag Wien. Nichts passierte. Zehntausende zus&auml;tzliche Skiurlauber fuhren mehr als zehn Tage lang weiter nach Ischgl &ndash; die Lifts liefen noch eineinhalb Wochen lang Tag f&uuml;r Tag. Hunderte Neuinfizierte aus Dutzenden europ&auml;ischer St&auml;dte fuhren dort Ski, trafen sich abends beim &bdquo;Ballermann in den Alpen&ldquo; zum Apr&egrave;s-Ski und kamen &ndash; relativ schnell erkennbar &ndash; als Infizierte zur&uuml;ck. Das traf zum Beispiel zu auf mehr als 100 D&auml;ninnen und D&auml;nen und auf gut 80 Personen mit Wohnsitz Hamburg. In S&uuml;ddeutschland entwickelte sich so ein besonders krasser Corona-Hotspot: Am Samstag, dem 7. M&auml;rz, fuhren sechs Omnibusse mit 200 Skifahrern aus dem Ostalbkreis (Stadt Aalen) nach Ischgl. Am Sonntag, dem 8. M&auml;rz, kehrten sie abends bereits zur&uuml;ck. Eine Woche sp&auml;ter gab es die ersten Verdachtsf&auml;lle. Bis 15. M&auml;rz wusste man, dass 50 Personen (!) im Landkreis sich infiziert haben. Am 16.3. waren es bereits 109 identifizierte infizierte Personen. Doch am 18.3. standen hunderte Testergebnisse noch aus. Laut Landesregierung in Stuttgart k&auml;men die Labore &bdquo;mit der Arbeit nicht hinterher&ldquo;. Wurde eine Taskforce nach Aalen geschickt? Quarant&auml;ne verh&auml;ngt? Gab es eine Abriegelung? Nichts dergleichen! Sechs Wochen nach den skandal&ouml;sen Vorkommnissen in Gauting in Bayern, wo es auch prim&auml;r um das Wohl und Wehe des Autozulieferers Webasto ging, nun exakt dasselbe Verhalten in den Nachbarl&auml;ndern Baden-W&uuml;rttemberg und Tirol.[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>] In Ischgl selbst wurde die Saison am 16. M&auml;rz &bdquo;vorzeitig beendet&ldquo;. Tats&auml;chlich hat man, so ein treffender Kommentar von Thomas Mayer in der &ouml;sterreichischen Tageszeitung <em>Der Standard<\/em>, die &bdquo;letzte starke Ski-Woche mitnehmen wollen, auf dass die Kassen der Liftbetreiber und Hoteliers klingeln. [&hellip;] Gier hat die Verantwortung f&uuml;r die Gesundheit der B&uuml;rger und G&auml;ste besiegt.&ldquo;[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] <\/p><p>Es gibt triftige Gr&uuml;nde anzunehmen, dass es Vorf&auml;lle vergleichbarer Art zu Tausenden in ganz Europa gab &ndash; zehn Wochen nach dem Ausbruch der Epidemie in Wuhan, China. Sechs Wochen, nachdem die Weltgesundheitsbeh&ouml;rde WHO Corona als Epidemie erkannte. Vier Wochen, nachdem Corona als Pandemie identifiziert wurde. Und 12 Tage, nachdem eine europ&auml;ische Regierung eine andere Regierung in Europa ausdr&uuml;cklich warnte und den eigenen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern einen Ischgl-Besuch untersagte. Es ist ebenso skandal&ouml;s aus medizinischer Sicht wie charakteristisch f&uuml;r die Grundaussage: Der Profit, nicht die Gesundheit, ist der Ma&szlig;stab.<\/p><p>Alles, was jetzt getan werden muss, sollte unter der Leitlinie laufen: raus aus der Profitorientierung im Allgemeinen und der Profitwirtschaft im Krankenhaus- und Gesundheitssektor im Besondern. Mensch statt Profit &ndash; Solidarit&auml;t anstelle von Kapitallogik. Das m&uuml;ndet in ein 12-Punkte-Programm.<\/p><ol>\n<li><em>Krankenhaussektor allgemein st&auml;rken: Stopp aller Privatisierungstendenzen in diesem Bereich<\/em><br>\nNotwendig ist ein Sofortprogramm zur St&auml;rkung des Gesundheitssektors. Das erfordert auch, dass jede Privatisierungstendenz auf diesem Gebiet gestoppt werden muss (siehe die zitierte j&uuml;ngste Bertelsmann-Studie) und dass &ndash; analog zu der Kampagne &bdquo;Deutsche Wohnen &amp; Co. enteignen&ldquo; &ndash; als Ziel gelten sollte: Der gesamte Gesundheitssektor muss wieder unter &ouml;ffentliche Kontrolle gestellt werden. Private Konzerne, die ein Gesch&auml;ft mit Krankheit und Gesundheit machen, haben in diesem Sektor nichts zu suchen. Sie sind auf der Basis der Grundgesetzartikel 14 und 15 zu enteignen. V&ouml;llig inakzeptabel ist jede weitere Schlie&szlig;ung eines Krankenhauses. Siehe dazu den Aufruf der Nichtregierungsorganisation Gemeingut in B&uuml;rgerInnenhand (GiB)[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]  <\/li>\n<li><em>Krankenhausbetten um mindestens 50 Prozent ausbauen, Intensivbettenzahl verdoppeln &ndash; aufgelassene Krankenh&auml;user wieder &bdquo;instandsetzen&ldquo; und in Betrieb nehmen <\/em><br>\nSeit 1991 wurden mehr als 32 Prozent der Krankenhausbetten in Deutschland abgebaut. Die Zahl der Krankenh&auml;user wurde drastisch reduziert. Allein im Zeitraum 2003 bis 2012 wurden 74 Krankenh&auml;user mit 5200 Betten geschlossen. Die Gro&szlig;e Koalition hat sich das Ziel von weiteren Krankenh&auml;usern-Schlie&szlig;ungen gesetzt &ndash; unterst&uuml;tzt von dem f&uuml;hrenden SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach.[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]  Diese Politik r&auml;cht sich seither Tag f&uuml;r Tag &ndash; siehe die &bdquo;blutigen Entlassungen&ldquo;. Das r&auml;cht sich jetzt in der Corona-Krise in besonderem Ma&szlig;. Die Gesamtzahl der Betten muss wieder deutlich erh&ouml;ht werden. Die Orientierung auf Fallpauschalen ist aufzugeben &ndash; womit davon auszugehen ist, dass die durchschnittliche Verweildauer der Patientinnen und Patienten in den  Krankenh&auml;usern erneut deutlich steigt. Insbesondere muss die Zahl der Intensivbetten mit entsprechender Notfallausr&uuml;stung massiv erh&ouml;ht und damit auf mehr als 50.000 rund verdoppelt werden.\n<p>Viele der in j&uuml;ngerer Zeit geschlossenen Krankenh&auml;user gibt es noch; viele stehen leer. Andere werden f&uuml;r andere Zwecke genutzt. Es sollte gepr&uuml;ft werden, eine gr&ouml;&szlig;ere Zahl von ihnen wieder in ihre alte Funktion zu versetzen. Auswertungen der WHO im Zusammenhang mit Ebola haben gezeigt, dass zur Eind&auml;mmung einer Epidemie eine gute regionale Gesundheitsversorgung geh&ouml;rt. Die absolute Zahl der Betten allein reicht nicht aus, wenn etwa Kliniken zu weit entfernt liegen.<\/p><\/li>\n<li><em>Sonderfonds f&uuml;r Krankenhausbelegschaften, Geh&auml;lter aufstocken; Besch&auml;ftigtenzahl ausbauen.<\/em><br>\nDie Belegschaften in den Krankenh&auml;usern sind bereits beim Auftakt der Corona-Krise ausgebrannt und ausgepowert. Schuld daran hat die auf Kommerzialisierung ausgerichtete Gesundheitspolitik, die die Bundesregierungen seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten betreiben. Notwendig ist eine St&auml;rkung des bestehenden Personals u.a. durch eine Erh&ouml;hung der L&ouml;hne und Geh&auml;lter. Die Gesellschaft zollt diesen Menschen Anerkennung; sie wird in den n&auml;chsten Wochen auf die aufopferungsvolle T&auml;tigkeit dieser Belegschaften angewiesen sein. Daher muss auch jetzt bereits alles getan werden, die Personalst&auml;rke deutlich erh&ouml;hen. Die von Spahn angek&uuml;ndigte &bdquo;befristete Aussetzung&ldquo; der Personalschl&uuml;ssel ist fragw&uuml;rdig.<\/li>\n<li><em>Bundeswehrkapazit&auml;ten heranziehen und auf ziviler Basis im Kampf gegen Corona einsetzen; Bundeswehr entmilitarisieren<\/em><br>\nDie Bundeswehr unterh&auml;lt einen gro&szlig;en Sanit&auml;tsbereich, in dem nach Angaben der Bundeswehr aktuell 19.945 Soldatinnen und Soldaten aktiv sind. Diese sind als erstes in G&auml;nze dem Kampf gegen Corona zur Verf&uuml;gung zu stellen. Dies sollte umgehend und  au&szlig;erhalb der milit&auml;rischen Strukturen &ndash; in der Form einer Zuordnung zum allgemeinen Gesundheitssektor &ndash; erfolgen. Auf alle F&auml;lle muss es das Ziel sein, eine Entmilitarisierung des Bundeswehr-Sanit&auml;tswesens zu erreichen. \n<p>Es ist zu pr&uuml;fen, inwieweit die &uuml;brigen mehr als 150.000 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in den Kampf gegen die Corona-Krise eingesetzt werden k&ouml;nnen. Dies muss jedoch strikt auf Bereiche beschr&auml;nkt sein, die zivilen Charakter haben. <\/p>\n<p>Es handelt sich bei der Bundeswehr um ein riesiges Potential von oft gut ausgebildeten Personen, deren Geh&auml;lter zu 100 Prozent von den Steuerzahlenden finanziert werden, die also ohne gr&ouml;&szlig;ere zus&auml;tzliche Kosten im  Kampf gegen die Ausbreitung des Virus eingesetzt werden k&ouml;nnen. <\/p>\n<p>Alle Bundeswehr-Kontingente im Ausland sind unverz&uuml;glich abzuziehen. Die damit freiwerdenden Mittel sind den Gesundheitssektoren der L&auml;nder (Mali, Afghanistan, Bosnien, Kosovo usw.), in denen die Einheiten stationiert waren, als Schenkung zur Verf&uuml;gung zu stellen.  <\/p><\/li>\n<li><em>Umstellung der Produktion in unterschiedlichen Sektoren auf die Herstellung von Materialien, Ger&auml;ten usw. f&uuml;r Gesundheitsschutz und f&uuml;r die Corona-Krisen-Vorsorge. Insbesondere Konversion der Autoindustrie. Jetzt gilt: &bdquo;Autos zu Atemger&auml;ten&ldquo; <\/em><br>\nUnser hochindustrialisiertes Land verf&uuml;gt &uuml;ber gewaltige Produktionskapazit&auml;ten, die unterschiedliche Produkte f&uuml;r unterschiedliche Zwecke herstellen k&ouml;nnen und die aufgrund des hohen Automatisierungsgrads und vielfachen Robotereinsatzes auch enorm flexibel sind. Aktuell liegen riesige dieser Produktionskapazit&auml;ten brach &ndash; selten wegen Corona-Infizierten, in der Regel, weil die Unternehmenszentralen keine ausreichende Nachfrage f&uuml;r ihre Produkte sehen oder weil Lieferketten unterbrochen  wurden. Inzwischen haben die Autokonzerne ihre Produktion fast komplett eingestellt. Diese Kapazit&auml;ten liegen also brach &ndash; das kostet riesige Summen, nicht zuletzt solche, die die Steuerzahlenden aufzubringen haben (Kurzarbeitergeld). \n<p>Notwendig ist, dass ein gro&szlig;er Teil des produktiven Kapitals &ndash; insbesondere die brachliegenden Kapazit&auml;ten &ndash; daf&uuml;r eingesetzt werden, Produkte des dringenden Bedarfs im Kampf gegen die Corona-Epidemie herzustellen. Viele dieser Unternehmen beziehen bereits im Produktionsalltag gro&szlig;e Summen an Subventionen  &ndash; also an Steuergeldern &ndash; beispielsweise f&uuml;r &bdquo;Elektromobilit&auml;t&ldquo;. Es ist also auch aus diesem Grund nachvollziehbar, dass diese Kapazit&auml;ten im Kampf gegen Corona einzusetzen sind. Da die Autoindustrie ohnehin unter anderem aufgrund der Klimakrise eine ungewisse  Zukunft vor sich hat, ist dies der richtige Zeitpunkt, um eine Konversion der Autoindustrie-Produktionskapazit&auml;ten in Angriff zu nehmen &ndash; weg vom Auto, hin zu Produkten der Verkehrswende und der Gesundheitsvorsorge. Analog zu dem Slogan &bdquo;Schwerter zu Pflugscharen&ldquo; sollte gelten: &bdquo;Autos zu Atemger&auml;ten&ldquo;.<\/p>\n<p>Dass eine solche Zielsetzung z&uuml;gig umsetzbar ist, zeigte sich in der VR China im Januar und Februar 2020. Nachdem dort der Verkauf von GM-Autos um bis zu 90 Prozent sank, stellte der Konzern &ndash; auf Anforderung der Zentralregierung in Peking &ndash; die Produktion in seinen chinesischen Werken zum gr&ouml;&szlig;ten Teil auf die Fertigung von Mund-Nase-Masken um.[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]  In Frankreich hat der Luxuskonzern LVMH Mitte M&auml;rz damit begonnen, seine Parf&uuml;m-Produktion auf die Herstellung von Desinfektionsmitteln umzustellen. Auch deutsche Chemieunternehmen k&uuml;ndigten an, ihre Kapazit&auml;ten in eine vergleichbare Richtung neu auszurichten.<\/p><\/li>\n<li><em>Konversion der R&uuml;stungsindustrie<\/em><br>\nDie R&uuml;stungsproduktion geh&ouml;rt zu den hochindustrialisierten Bereichen des Landes. Sie finanziert sich zu 98 Prozent aus Steuergeldern &ndash; darunter zu rund zwei Drittel aus deutschen Steuergeldern R&uuml;stungsexporte unterliegen zu 100 Prozent staatlicher Kontrolle. Das Ergebnis von R&uuml;stungsproduktion und R&uuml;stungsexporten sind Vernichtung, Zerst&ouml;rung, Kriege, Fl&uuml;chtlinge und nicht zuletzt auch Freisetzung riesiger CO-2-Emissionen und damit ein massiver Beitrag zur Klimaerw&auml;rmung. \n<p>Die gesamte R&uuml;stungsproduktion (und damit auch alle R&uuml;stungsexporte) ist einzustellen; die gesamte Fertigung auf sinnvolle Produkte im Kampf gegen Corona und f&uuml;r andere sinnvolle Produkte und Dienstleistungen z.B. auf den Gebieten der Energiewende und Verkehrswende umzustellen. <\/p><\/li>\n<li><em>Sonderprogramm f&uuml;r Hilfs- und Schutzbed&uuml;rftige in Deutschland: Wohnungslose und Behinderte sch&uuml;tzen<\/em><br>\nIn Deutschland leben Millionen Menschen von Hartz IV und Sozialhilfe. 2018 hatten laut Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe 678.000 Menschen keine Wohnung &ndash; das war Nachkriegsrekord.[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>] Corona macht nicht vor den Zelten und &uuml;brigen Schlafst&auml;tten der Wohnungslosen Halt. Nat&uuml;rlich gebieten bereits Menschlichkeit und christliche N&auml;chstenliebe, diesen Gestrandeten und vom kapitalistischen Betrieb Ausgesto&szlig;enen Hilfe zukommen zu lassen. In der gegebenen Situation der Corona-Krise bildet diese gro&szlig;e Gruppe von Menschen dar&uuml;ber hinaus ein erhebliches Risikopotential f&uuml;r die Ausbreitung der Epidemie.\n<p>Ein Sonderprogramm mit den Zielen Schaffung menschenw&uuml;rdiger Unterk&uuml;nfte und Garantien f&uuml;r ein menschenw&uuml;rdiges Leben ist f&uuml;r diese Gruppe in Zusammenarbeit mit den in diesem Bereich aktiven sozialen Verb&auml;nden aufzulegen.  <\/p><\/li>\n<li><em>Hilfsprogramm f&uuml;r die osteurop&auml;ischen Hilfsarbeiter in den Fleischfabriken, in der Landwirtschaft und bei den Zustelldiensten<\/em><br>\nIn Deutschland leben zwischen drei und vier Millionen Arbeitskr&auml;fte aus osteurop&auml;ischen L&auml;ndern &ndash; vor allem aus Rum&auml;nien, Bulgarien und Polen &ndash; die auf der Basis von Werksvertr&auml;gen besch&auml;ftigt sind. Sie bilden das Subproletariat unserer Gesellschaft. Sie sind in den Bereichen der Fleischindustrie (&bdquo;System T&ouml;nnies&ldquo;), der Landwirtschaft, der h&auml;uslichen Pflege und der Zustelldienste besch&auml;ftigt. Diese Menschen arbeiten unter unmenschlichen Bedingungen. Und vor allem leben sie in extrem prek&auml;ren Wohnverh&auml;ltnissen, was die Ausbreitung des Corona-Virus enorm beg&uuml;nstigt. Pfarrer Peter Kossen, der seit Jahren auf die Situation dieser Menschengruppe aufmerksam macht und &ndash; soweit dies in seinen Kr&auml;ften steht &ndash; viele von ihnen betreut, erkl&auml;rte in einem aktuellen Appell: &bdquo;Wenn jetzt die Pandemie auf diese ausgelaugten, angeschlagenen und gedem&uuml;tigten Menschen aus Ost- und S&uuml;deuropa trifft, dann wird dies zahlreiche Opfer fordern. [&hellip;] Die Totalersch&ouml;pfung dieser Menschen ist der Normalzustand. Hinzu kommen [insbesondere im Fleischgewerbe; W.W.] zahlreiche Schnittverletzungen, aber auch wiederholte und hartn&auml;ckige Infekte durch mangelhafte hygienische Zust&auml;nde in den Unterk&uuml;nften und durch gesundheitswidrige Bedingungen an den Arbeitspl&auml;tzen.[&hellip;] Wenn nicht wirklich schnell gehandelt wird, ist eine massenhafte Ansteckung mit zahlreichen schweren und auch t&ouml;dlichen Verl&auml;ufen nicht mehr aufzuhalten.&ldquo;[<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>] Zu fordern sind von den Unternehmen und den Beh&ouml;rden umfassende und wirksame Ma&szlig;nahmen zum Schutz der Arbeitsmigranten in der aktuellen Corona-Krise. <\/li>\n<li><em>Hilfsprogramm f&uuml;r das kleine Gewerbe, f&uuml;r K&uuml;nstlerinnen und K&uuml;nstler und Projekte solidarischer Hilfe<\/em><br>\nIn den Bereichen Kunst und Kultur sind laut Angaben des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in Verdi 1,4 Millionen Menschen, darunter rund 500.000 &bdquo;Soloselbst&auml;ndige&ldquo; besch&auml;ftigt. 90 Prozent dieser Menschen leben von Einkommen, die deutlich unterhalb des Durchschnitts und bei netto 1000 Euro monatlich liegen. Einem gro&szlig;en Teil dieser Menschen bricht mit der Corona-Epidemie die Existenzgrundlage zusammen, da Veranstaltungen nicht mehr stattfinden  und der Kulturbetrieb faktisch f&uuml;r Monate einen kompletten Shutdown erlebt. Der VS hat einen Forderungskatalog entwickelt (u.a. zur Bildung einer Notfallkasse f&uuml;r existentiell bedrohte Kulturschaffende und -betriebe; die kurzfristige und bez&uuml;glich Beitragszahlungen prozentual an das Einkommen gekn&uuml;pfte Einrichtung einer Arbeitslosenversicherung f&uuml;r selbst&auml;ndige K&uuml;nstlerinnen und K&uuml;nstler), dem die &ouml;ffentliche Hand gerecht werden muss.[<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>]<\/li>\n<li><em>Hilfsprogramm f&uuml;r die Fl&uuml;chtlinge auf den griechischen Inseln und an der t&uuml;rkisch-griechischen Grenze<\/em><br>\nDie Lage auf den griechischen Inseln mit gro&szlig;en Ansammlungen von Gefl&uuml;chteten hatte sich in den ersten Wochen des Jahres 2020 bereits enorm zugespitzt. Mit der Corona-Epidemie werden die Verh&auml;ltnisse dort nochmals kritischer. Es ist verantwortungslos, in genau dieser Situation die nationalen Grenzen hochzuziehen und die Menschen dort &ndash; und nicht zuletzt das EU-Mitgliedsland und Euroland Griechenland &ndash; im Corona-Regen stehen zu lassen. Die Bundestagsabgeordnete Heike H&auml;nsel: &bdquo;Die Bundesregierung und die Europ&auml;ische Union sind hier in der Pflicht, gemeinsam mit internationalen Hilfsorganisationen sofort Abhilfe zu schaffen. Durch die katastrophale Situation der Menschen in dem Lager geh&ouml;ren viele zu einer Risikogruppe. Eine massive Verbreitung des Corona-Virus auf den griechischen Inseln muss verhindert werden. DIE LINKE teilt den dringenden Appell von &sbquo;&Auml;rzte ohne Grenzen&lsquo;, die EU-Fl&uuml;chtlingslager auf den griechischen Inseln zu evakuieren, sobald es die Corona-Eind&auml;mmung zul&auml;sst, damit es nicht zu noch mehr Opfern unter den 42.000 Asylsuchenden auf den griechischen Inseln kommt. Dar&uuml;ber hinaus muss endlich eine gesamteurop&auml;ische humane Fl&uuml;chtlingspolitik umgesetzt werden, die gro&szlig;z&uuml;gige Resettlement-Programme, rechtsstaatliche Asylverfahren und humanit&auml;re L&ouml;sungen beinhaltet.&ldquo;[<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>]<\/li>\n<li><em>Direkthilfe f&uuml;r Italien<\/em><br>\nEs war &uuml;berraschenderweise der langj&auml;hrige, ehemalige Chef des M&uuml;nchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, der am 19. M&auml;rz in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, mehrmals von einem &uuml;berraschten Interviewer unterbrochen, forderte: Deutschland m&ouml;ge eine Soforthilfe &bdquo;als Geschenk&ldquo; in H&ouml;he von zun&auml;chst 20 Milliarden Euro an Italien gew&auml;hren. Das Land befinde sich &bdquo;in gro&szlig;er Not&ldquo;. Auf die Zwischenfrage des Interviewers, ob denn so etwas &bdquo;f&uuml;r die Steuerzahler vermittelbar&ldquo; w&auml;re, antwortete Sinn: &bdquo;Das ist sehr wohl vermittelbar und jetzt dringend notwendig.&ldquo;[<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>]\n<p>Es ist hier nicht der Ort, &uuml;ber die zersetzenden neoliberalen Politikvorschl&auml;ge zu debattieren, die derselbe Mann viele Jahre lang vorgetragen hat. In der aktuellen Stunde hat er mit seinen zitierten Forderungen absolut Recht. Wobei es sicherlich noch weit mehr  M&ouml;glichkeiten f&uuml;r eine direkte Hilfe f&uuml;r Italien gibt. Frankreich nahm beispielsweise bereits Patienten aus Italien in eigene Krankenh&auml;user auf. Noch haben wir in Deutschland freie Bettenkapazit&auml;ten. Wenn diese bei uns knapp sind, k&ouml;nnte es sein, dass wir froh sind, wenn andere L&auml;nder uns zu Hilfe kommen. <\/p>\n<p>Eine deutsche Soforthilfe f&uuml;r Italien ist auch in finanzieller Hinsicht angebracht &ndash; und der von Sinn genannte Betrag w&auml;re nur eine bescheidene R&uuml;ck&uuml;berweisung angesichts der Gewinne, die die deutsche Wirtschaft im Rahmen des Euro-Regimes und als Resultat der Export&uuml;bersch&uuml;sse aus Italien bezogen hat. <\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen kann sich im Rahmen der sich weiter zuspitzenden Krise auch die Frage stellen, ob Italien auf eigenen Wunsch die Eurozone verl&auml;sst. Kommt es zu einer solchen Entscheidung der italienischen Regierung, dann darf sich die erpresserische Politik der EU und der Berliner Regierung, wie sie 2015 gegen&uuml;ber Griechenland praktiziert wurde, nicht wiederholen. Vielmehr muss dann eine einvernehmliche, gemeinsam getragene L&ouml;sung f&uuml;r einen solchen Eurozonen-Austritt geschaffen werden. Das mag zum aktuellen Zeitpunkt &uuml;berraschend erscheinen. Doch eine solche Thematik kann sich bereits in kurzer Zeit konkret stellen. Schlie&szlig;lich gab es die Euro-Krise 2012 bis 2015 in einer Zeit mit wirtschaftlichem Wachstum. Wir befinden uns aktuell am Rand einer neuen Euro-Krise. Und diese findet in der Zeit einer neuen schweren Wirtschaftskrise statt.[<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>]  <\/p><\/li>\n<li><em>Finanzierung eines Teils Wirtschafts- und Corona-Krise durch ein 250-Milliarden-Programm mit Sondersteuern auf hohe Einkommen, auf Gewinne und auf Verm&ouml;gen &ndash; Aufhebung der &bdquo;Schuldenbremse&ldquo;<\/em><br>\nDie neue Krise, die wir in Deutschland auf wirtschaftlichem und medizinischem, gesundheitspolitischem Gebiet erleben, ist mit erheblichen finanziellen Kosten verbunden. Dass in diesem Rahmen bereits nach wenigen Wochen die &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; von den Regierenden grunds&auml;tzlich in Frage gestellt wurde, ist grunds&auml;tzlich positiv zu bewerten. Es dokumentiert nat&uuml;rlich auch, dass es sich bei der Schuldenbremse und der &bdquo;schwarzen Null&ldquo;, wie dies unter anderem auf den NachDenkSeiten wiederholt ausgef&uuml;hrt wurde, um ein rein ideologisch begr&uuml;ndetes Konstrukt handelt. Immerhin wurde die Schuldenbremse in die Verfassung aufgenommen; sie sollte ja <em>gerade f&uuml;r Krisenzeiten<\/em> gelten. Nun wird sie ausgerechnet am Beginn einer Krise zur Verhandlungsmasse erkl&auml;rt. Bislang wirkte die Schuldenbremse als Mittel, um den Sozialstaat weiter zu demontieren. Jetzt wird sie quasi &uuml;ber Nacht in Frage gestellt, um massive Unterst&uuml;tzungsprogramme f&uuml;r die Konzerne und Banken zu erm&ouml;glichen.\n<p>Aktuell besteht die gro&szlig;e Gefahr, dass die Kosten der neuen Krise erneut, wie 2008\/2009, zu einem gro&szlig;en Teil von den kleinen Leuten bezahlt werden sollen &ndash; in Form schnell steigender Arbeitslosigkeit, Einkommenseinbu&szlig;en und Sozialabbau und vermittelt &uuml;ber h&ouml;here Staatsschulden. Tats&auml;chlich muss alles getan werden, damit die Krisenkosten von denen gestemmt werden, die in den vergangenen Jahrzehnten auf Kosten der Allgemeinheit riesige Gewinne gemacht und Reichtum angeh&auml;uft haben. <\/p>\n<p>Notwendig sind in diesen Zeiten der Wirtschafts- und Corona-Krise Sondersteuergesetze auf Verm&ouml;gen, hohe Einkommen und  Gewinne in einem Volumen von 250 Milliarden Euro. Angesichts der Tatsache, dass  allein die Gewinne der 100 gr&ouml;&szlig;ten b&ouml;rsennotierten deutschen Unternehmen 2019  bei 81 Milliarden Euro (bei einem addierten Umsatz von 1.300 Milliarden Euro) lagen und dass sich die Zahl der Euro-Million&auml;re im Zeitraum  2000 bis 2018 auf eine Million verdoppelt hat, erscheint ein Programm einer 250-Milliarden-Euro-Corona-Krisen-Steuer f&uuml;r diejenigen, die die Profiteure der Steuerreformen seit Ende der 1990er Jahre sind, mehr als angebracht.[<a href=\"#foot_26\" name=\"note_26\">26<\/a>]<\/p><\/li>\n<\/ol><p>***<\/p><p>Die neue Wirtschaftskrise und die Corona-Epidemie stellen einen tiefen Einschnitt in unserer Geschichte dar &ndash; vielleicht ist es der tiefste seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Damals waren sich die Parteien der b&uuml;rgerlichen Mitte und alle Parteien auf der Linken, SPD und KPD, einig: Nur ein Wirtschaftsmodell, das auf Demokratie und Planung basiert, hat Zukunft und verhindert eine Wiederholung des Gangs in Weltwirtschaftskrise, Faschismus, Krieg und Elend. Oder, in den Worten des CDU-Programms von Ahlen: &bdquo;Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den [&hellip;] sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden.[&hellip;] Durch eine gemeinwirtschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der W&uuml;rde des Menschen entspricht.&ldquo;[<a href=\"#foot_27\" name=\"note_27\">27<\/a>] Diese Feststellungen im Programm der Partei der b&uuml;rgerlichen Mitte &ndash; also im Gr&uuml;ndungsprogramm der Partei von Angela Merkel &ndash; trugen erheblich dazu bei, dass es im Grundgesetz die zitierten Artikel 14 und 15 gibt, die eine Enteignung gro&szlig;er Unternehmen und deren &Uuml;berf&uuml;hrung in Gemeineigentum als M&ouml;glichkeit vorsehen.<\/p><p>Aktuell erleben wir ein weiteres Mal, wie die kapitalistische Grundordnung versagt &ndash; auf &ouml;konomischem Gebiet und auf dem Gebiet des Kampfes gegen die Epidemie. Die einzig wirksamen Ma&szlig;nahmen, die in diesen Wochen ergriffen werden, sind fast ausschlie&szlig;lich solche, die in Widerspruch zum &bdquo;Wirken der freien Kr&auml;fte des Marktes&ldquo; stehen &ndash; es sind planwirtschaftliche. Diejenigen, die den freien Markt zum G&ouml;tzen erkl&auml;rt hatten, betteln bereits nach wenigen Wochen Krise um Staatshilfen. Aktuell werden diese planwirtschaftlichen Ma&szlig;nahmen von einer Regierung ergriffen, die sich bislang den neoliberalen Gesetzen, also dem &bdquo;freien Wirken des Marktes&ldquo; verschrieben hat. Und zweifellos werden sie von diesen Personen nicht aus innerer &Uuml;berzeugung ergriffen, sondern als Resultat von Not und &auml;u&szlig;erem Zwang, wobei diese Personen aufs Engste mit den Kapitalinteressen und den Privatisierungsprojekten verbunden sind. Wenn es also einen wirksamen Kampf gegen den Strudel der neuen Krise und gegen die Corona-Epidemie geben soll, dann wird es darauf ankommen, dass solche Ma&szlig;nahmen auf demokratischer Grundlage, getragen von einer breiten Mehrheit in der Bev&ouml;lkerung, durchgesetzt werden. <\/p><p>Das w&uuml;rde im &Uuml;brigen durchaus der Grundstimmung  in der deutschen Bev&ouml;lkerung entsprechen. Am 25. Februar 2020 &ndash; von Corona-Krise war damals noch kaum die Rede &ndash; konnte man in der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung<\/em> auf einer kompletten Seite unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Kapitalismus am Pranger&ldquo; lesen: &bdquo;Die L&ouml;hne sind hoch, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, der Sozialstaat w&auml;chst. Trotzdem glaubt mehr als jeder zweite Deutsche, dass der Kapitalismus mehr schadet als nutzt.&ldquo; <\/p><p>Titelbild: ffikretow@hotmail.com\/shutterstock.com<\/p><p><em><strong>Winfried Wolf<\/strong> ist verantwortlicher Redakteur von Lunapark21 &ndash; Zeitschrift zur Kritik der globalen &Ouml;konomie. J&uuml;ngste Publikationen: &bdquo;Abgefahren. Warum wir eine neue Bahnpolitik brauchen&ldquo; (K&ouml;ln 2019, PapyRossa; zusammen mit Bernhard Knierim) und &bdquo;Verkehrswende. Das Manifest&ldquo; (K&ouml;ln April 2020; PapyRossa; zusammen mit Carl Wa&szlig;muth).<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Siehe z.B. das Interview mit Robert Shiller &bdquo;Die Rezession wird kommen&ldquo;, in: Handelsblatt vom 4. Dezember 2019. Siehe Lunapark21, Heft 44, Dezember 2018, &bdquo;Warten auf den gro&szlig;en Knall &ndash; Die Weltwirtschaft Anfang 2019 &ndash; ein gewaltiges Krisenpotential&ldquo;, Seiten 28-35; und Heft 47, Herbst 2019, &bdquo;Die Weltwirtschaft vor der Krise. China wird es nicht nochmals richten&ldquo;, Seiten 20-33.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] &bdquo;The JP Morgan Global Manufacturing PMI [&hellip;] fell to 50,1 in December, from 50,3 in November, to remain only marginally above the 50.0 waterline that separates expansion from contraction. PMI reading signalled contractions in the intermediate and investment good sectors, with rates of deterioration accelerating in both cases. This reflected ongoing downturns in output and new orders in these industries.&ldquo; Nach: JP Morgan, 2 January 2020.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Quellen: Organisation International des Constructeurs d&acute;Automobiles (OICA); f&uuml;r 2019 = aktuelle Berichte (Stand: 18.3.2020). Es wurden die Angaben f&uuml;r die Pkw-Produktion &ndash; anstelle der Kfz-Fertigung &ndash; gew&auml;hlt (in den USA = &bdquo;Light Vehicles Production&ldquo; (was die SUV, die dort als Lkw gewertet werden, einschlie&szlig;t). Bei Einschluss der Nutzfahrzeuge ist die zyklische Bewegung &ndash; nach oben und unten &ndash; abgeschw&auml;cht. In China stieg z.B. der Absatz von Nutzfahrzeugen 2019 nochmals an, was den zyklischen Abschwung des gesamten Fahrzeugbaus abmildert.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Im Nachgang zur letzten Weltwirtschaftskrise gab es im Kulturbetrieb ein kleines Aufblitzen von radikaler Kapitalismuskritik, als der &bdquo;gesichtslose&ldquo; S&auml;nger und Liedermacher Peter Licht durch Talkshows geisterte &ndash; unter anderem mit dem &bdquo;Lied vom Ende des Kapitalismus&ldquo;. Darin hei&szlig;t es: &bdquo;Der Kapitalismus \/ Der alte Schlawiner \/ is uns lange genug auf der Tasche gelegen \/ Vorbei vorhorbei vorbei vorbei \/ Jetzt isser endlich vorbei [&hellip;] Is auch lang genug gewesen \/ Is auch lang genug gewesen \/ Hast du schon geh&ouml;rt jetzt isser \/ endlich vorbei.&ldquo; CD &bdquo;Ende des Kapitalismus&ldquo;.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Angaben zu den Epidemien zusammenfassend nach Wikipedia; Angaben zu 1918-1920: Die Welt vom 6.6.2018 und J&uuml;rgen Kuczynski, Die Lage der Arbeiterklasse 1917-1933, Berlin (Akademie-Verlag) 1966, S.4ff. Angaben zu 1957\/58: swr Archiv-Radio Sendung vom 16.10.1957. Angaben zur wirtschaftlichen Entwicklung nach den Statistischen Jahrb&uuml;chern der Bundesrepublik Deutschland. <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] In einem aktuellen, interessanten und faktenreichen, aus dem Chinesischen &uuml;bersetzten Text werden die Erfolge in China u.a. auf Basis eines Heeres von &bdquo;Barfu&szlig;&auml;rzten&ldquo; und auf den Gebieten der Gesundheitsversorgung und Entwicklung der Lebenserwartung bis Ende der 1990er Jahre hervorgehoben. Um dann fortzufahren wie folgt: &bdquo;Seitdem haben Nachl&auml;ssigkeit und Privatisierung dieses System erheblich verschlechtert, und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als die rasche Verst&auml;dterung und die unregulierte industrielle Produktion von Lebensmitteln eine umfassende Gesundheitsf&uuml;rsorge erst recht notwendig gemacht h&auml;tten. [&hellip;] Heute gibt China nach Angaben der WHO 323 USD pro Kopf f&uuml;r &ouml;ffentliche Gesundheitsversorgung aus. Diese Zahl ist selbst im Vergleich zu anderen L&auml;ndern mit &raquo;oberem mittlerem Einkommen&laquo; niedrig: ungef&auml;hr die H&auml;lfte von dem, was Brasilien, Belarus und Bulgarien ausgeben. [&hellip;] Die Folgen bekommen dabei vor allem die Hunderte von Millionen von WanderarbeiterInnen zu sp&uuml;ren, die jedes Recht auf eine medizinische Grundversorgung verwirken, wenn sie ihr Heimatdorf verlassen.&ldquo; Siehe: Soziale Ansteckung. Mikrobiologischer Klassenkampf in China, in: <a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/aktuell\/a112_socialcontagion.html\">wildcat-www.de\/aktuell\/a112_socialcontagion.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Lunapark21 widmete ein komplettes Heft diesem Thema (LP21 Heft 22, Sommer 2013) mit wichtigen Beitr&auml;gen von Daniel Behruzi. In Heft 40 gingen Patrick Schreiner und Kai Eicker-Wolf im Rahmen des &bdquo;M&auml;rchen des Neoliberalismus&ldquo; auf diesen zerst&ouml;rerischen Prozess mit den &bdquo;blutigen Entlassungen (aus dem Krankenhaus)&ldquo; ein. D. Behruzi ging in einem weiteren Beitrag in Heft 43 (Herbst 2018) auf die Misere im Gesundheitssektor ein. Volker L&ouml;sch inszenierte zusammen mit Besch&auml;ftigten der Berliner Charit&eacute; am 13. September  2018 ein &bdquo;Gesundheitstribunal&ldquo;. Hier&uuml;ber berichtete Urs-Bonifaz Kohler in LP21 Heft 43, Herbst 2018.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Rundschreiben der beiden genannten Filmemacher vom 17. M&auml;rz 2020. Siehe: <a href=\"http:\/\/www.der-marktgerechte-patient.org\">der-marktgerechte-patient.org<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.kernfilm.de\">kernfilm.de<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Mehr als jede zweite Klinik sollte schlie&szlig;en, Bericht in: Manager Magazin vom 15. Juli 2019. <a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/bertelsmann-jedes-zweite-krankenhaus-sollte-schliessen-a-1277356.html\">manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/bertelsmann-jedes-zweite-krankenhaus-sollte-schliessen-a-1277356.html<\/a> Antwort Spahn nach: &Auml;rzteblatt vom 16. Juli 2019. Siehe: <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/104668\/Debatte-um-Studie-zu-Krankenhausschliessungen-geht-weiter\">aerzteblatt.de\/nachrichten\/104668\/Debatte-um-Studie-zu-Krankenhausschliessungen-geht-weiter<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] &ldquo;Ich bin kein Freund des Lockdown. Wer so etwas verh&auml;ngt, muss auch sagen, wann und wie er es wieder aufhebt&rdquo;, sagte Montgomery im Interview mit der D&uuml;sseldorfer &ldquo;Rheinischen Post&rdquo; am 18. M&auml;rz 2020. Weiter: &bdquo;Da wir ja davon ausgehen m&uuml;ssen, dass uns das Virus noch lange begleiten wird, frage ich mich, wann wir zur Normalit&auml;t zur&uuml;ckkehren?&rdquo; Man k&ouml;nne doch nicht Schulen und Kitas bis Jahresende geschlossen halten. Denn so lange werde es mindestens dauern, bis man &uuml;ber einen Impfstoff verf&uuml;ge, betonte Montgomery. Italien habe ein Lockdown verh&auml;ngt und habe einen gegenteiligen Effekt erzielt. &ldquo;Die waren ganz schnell an ihren Kapazit&auml;tsgrenzen, haben aber die Virusausbreitung innerhalb des Lockdowns &uuml;berhaupt nicht verlangsamt.&rdquo; Ein Lockdown sei eine politische Verzweiflungsma&szlig;nahme, weil man mit Zwangsma&szlig;nahmen meint, weiter zu kommen, als man mit der Erzeugung von Vernunft k&auml;me. Kritisch &auml;u&szlig;erte sich Montgomery zu den von der Bundesregierung angeordneten Grenzschlie&szlig;ungen. &ldquo;Ich glaube nicht, dass die Grenzschlie&szlig;ungen das Virus aufhalten k&ouml;nnen. Das ist politischer Aktionismus.&rdquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Zitiert in: S&uuml;ddeutsche Zeitung vom 14. M&auml;rz 2020. Die EZB hat am 19. M&auml;rz ein neues &bdquo;Notkaufprogramm&ldquo; in H&ouml;he von 750 Milliarden Euro zum Aufkauf von staatlichen und kommerziellen Papieren angek&uuml;ndigt und aufgelegt. Sie scheint damit ihren Kurs zu revidieren. Explizit sollen &bdquo;auch griechische Papiere&ldquo; aufgekauft werden &ndash; was nat&uuml;rlich vor allem hei&szlig;t, dass nun auch St&uuml;tzungsk&auml;ufe f&uuml;r italienische Anleihen stattfinden. Diese Korrektur erfolgt sehr sp&auml;t. Man wird sehen, ob die EZB diesen neuen Kurs dann durchh&auml;lt, wenn es zum Sturm der Finanzm&auml;rkte auf die Papiere einzelner &bdquo;schwacher&ldquo; L&auml;nder, vor allem zur Spekulation gegen Italien, kommt.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Naomi Klein, Coronavirus is the perfect disaster for &bdquo;disaster capitalism&ldquo;, 13. M&auml;rz 2020 (<a href=\"http:\/\/www.vice.com\/\">vice.com<\/a>&hellip;)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Michael Moore damals, 2009: &bdquo;Die Produkte, die in den Fabriken von GM, Ford und Chrysler hergestellt werden, geh&ouml;ren zu den gr&ouml;&szlig;ten Massenvernichtungswaffen. Sie sind verantwortlich f&uuml;r die globale Erw&auml;rmung und das Abschmelzen der Polkappen. Was wir &bdquo;Autos&ldquo; nennen, macht sicher Spa&szlig; beim Fahren, aber sie sind wie eine Million Dolche ins Herz von Mutter Natur. Sie weiter zu bauen, bedeutet den Untergang unserer Art und eines gro&szlig;en Teils dieses Planeten.&ldquo; Hier nach: Die Welt vom 3. Juni 2009.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Der Spiegel vom 1. Juni 2009. <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/gm-insolvenz-obama-verteidigt-den-massiven-staatseingriff-a-627965.html\">spiegel.de\/wirtschaft\/gm-insolvenz-obama-verteidigt-den-massiven-staatseingriff-a-627965.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Das zust&auml;ndige baden-w&uuml;rttembergische Sozialministerium r&auml;umt ein, dass die Laboruntersuchungen &acute;teilweise mehrere Tage in Anspruch nehmen&acute;. Viele Labore im Land seien &acute;an der Kapazit&auml;tsgrenze angelangt&acute;&ldquo;. Bericht S&uuml;ddeutsche Zeitung vom 19. M&auml;rz 2020.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Der Standard vom 16. M&auml;rz 2020. <a href=\"https:\/\/www.derstandard.de\/story\/2000115776404\/hotspot-ischgl-gier-und-versagen-in-tirol\">derstandard.de\/story\/2000115776404\/hotspot-ischgl-gier-und-versagen-in-tirol<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.gemeingut.org\/gib-aufruf-keine-krankenhausschliessungen\/.\">gemeingut.org\/gib-aufruf-keine-krankenhausschliessungen\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] &bdquo;Prof. Lauterbach, Gesundheits&ouml;konom und sp&auml;terer SPD-Sprecher im Gesundheitsausschuss des Bundestags, hat bereits 2003 in seinem Buch &acute;DRG in deutschen Krankenh&auml;usern&acute; vorgerechnet, dass 1410 der damals 2242 Krankenh&auml;user und 194.000 der damals 523.114 Betten in allgemeinen Krankenh&auml;usern &uuml;berfl&uuml;ssig seien.&ldquo; Nadja Rakjowitz, Zur Frage der Schlie&szlig;ung von kleinen Krankenh&auml;usern, in: Krankenhaus statt Krankenfabrik, M&auml;rz 2018.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] GM: &bdquo;We produce about 1,7 million masks daily&ldquo;; <a href=\"http:\/\/www.gmauthority.com\">gmauthority.com<\/a> vom 7. Februar 2020.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Bericht in: ARD-Tagesschau vom 11. November 2019. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/wohnungslose-anstieg-deutschland-101.html\">tagesschau.de\/inland\/wohnungslose-anstieg-deutschland-101.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Das Werksvertragssystem &ndash; das im &Uuml;brigen Basis der Billigstfleischangebote ist &ndash; ist einzustellen. Siehe die Erkl&auml;rung Peter Kossen vom 17. M&auml;rz 2020; <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/interventionen\/asyl\/arbeitsmigration\/migrationsarbeit\/pfarrer-peter-kossen-arbeitsmigranten-sind-hochrisikogruppe\/\">labournet.de\/interventionen\/asyl\/arbeitsmigration\/migrationsarbeit\/pfarrer-peter-kossen-arbeitsmigranten-sind-hochrisikogruppe\/<\/a> <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] <a href=\"https:\/\/vs.verdi.de\/themen\/nachrichten\/++co++4e085142-660f-11ea-9bec-001a4a160100\">vs.verdi.de\/themen\/nachrichten\/++co++4e085142-660f-11ea-9bec-001a4a160100<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] Erkl&auml;rung von Heike H&auml;nsel, MdB DIE LINKE vom 16. M&auml;rz 2020; <a href=\"https:\/\/www.heike-haensel.de\/2020\/03\/16\/griechische-fluechtlingslager-medizinisch-gegen-corona-ausbreitung-schuetzen-und-mittelfristig-evakuieren\/\">heike-haensel.de\/2020\/03\/16\/griechische-fluechtlingslager-medizinisch-gegen-corona-ausbreitung-schuetzen-und-mittelfristig-evakuieren\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] Sinn: &bdquo;Die Italiener brauchen sicher Unterst&uuml;tzung. Ich habe auch vorgeschlagen, dass Deutschland zum Beispiel unilateral [&hellip;] ein Geschenk von 20 Milliarden Euro f&uuml;r Italien auf den Tisch legt, um ihnen unsere Solidarit&auml;t zu zeigen.[&hellip;] Das bisschen Geld, was diese medizinischen Ma&szlig;nahmen kosten, ist doch ein Klacks. Da [&hellip;] darf man an gar nichts sparen. Bevor wir jetzt Banken retten mit riesigen Geldsummen, k&ouml;nnen wir mit Bruchteilen erst mal in die Medizintechnik investieren, damit wir wirklich die Krise bek&auml;mpfen, die Corona-Krise, [&hellip;] Die Priorit&auml;ten muss man einfach richtig setzen.&ldquo; Interview im Deutschlandfunk am 19. M&auml;rz 2020. <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/notkaufprogramm-der-ezb-sinn-ueberhaupt-keine-massnahme.694.de.html?dram:article_id=472876\">deutschlandfunk.de\/notkaufprogramm-der-ezb-sinn-ueberhaupt-keine-massnahme.694.de.html?dram:article_id=472876<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] Siehe zu den Export&uuml;bersch&uuml;ssen im Rahmen der Eurozone ausf&uuml;hrlich: Nikos Chilas \/ Winfried Wolf, Die griechische Trag&ouml;die. Rebellion. Kapitulation. Ausverkauf, Wien, 3. erw. Aufl. 2019, Seiten 96ff. <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_26\" name=\"foot_26\">&laquo;26<\/a>] Angaben zu den Unternehmensgewinnen 2019: Bericht auf ntv vom 3. Januar 2020 auf Basis von Berechnungen des Bewertungs- und Pr&uuml;fungsunternehmens EY; nach: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Deutsche-Top-Konzerne-duempeln-durch-2019-article21487478.html\">n-tv.de\/wirtschaft\/Deutsche-Top-Konzerne-duempeln-durch-2019-article21487478.html<\/a> W&uuml;rde die gut eine Million Euro-Million&auml;re in Deutschland im Durchschnitt mit 100.000 Euro Soli-Steuer belastet, erbr&auml;chte dies bereits 100 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_27\" name=\"foot_27\">&laquo;27<\/a>] Das Ahlener Wirtschafts- und Sozialprogramm der CDU, 1. und 3. Februar 1949.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ausweitung des Corona-Virus hat zur fl&auml;chendeckenden Beseitigung von Grundrechten und Bewegungsfreiheit gef&uuml;hrt. Vieles spricht daf&uuml;r, dass dies in der gegebenen Situation angebracht, unvermeidlich, ist. Wobei es auch Mitte M&auml;rz noch ernst zu nehmende Stimmen &ndash; so vom Welt&auml;rztebund-Pr&auml;sidenten Frank Ulrich Montgomery &ndash; gibt, die dies in Frage stellen. Unbestreitbar ist, dass die Zuspitzung der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59459\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":59460,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,149,133,30],"tags":[2133,1565,1073,373,1112,358,379,293,1055,577,909,1678,1141,1222,588,2848,1164,906,748,1177,413,776,392,1798,2639,1595,2834,1371,476],"class_list":["post-59459","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-gesundheitspolitik","category-wichtige-wirtschaftsdaten","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-ahlener-programm","tag-automobilindustrie","tag-aerzte","tag-oekonomisierung","tag-buergerrechte","tag-bundeswehr","tag-china","tag-finanzwirtschaft","tag-fluechtlinge","tag-italien","tag-kapitalismus","tag-kuenstler","tag-obdachlosigkeit","tag-pandemie","tag-personalabbau","tag-personalausstattung","tag-pflegekraefte","tag-ruestungsindustrie","tag-rettungsschirm","tag-rezession","tag-schlanker-staat","tag-schockstrategie","tag-schuldenbremse","tag-spahn-jens","tag-vergesellschaftung","tag-vermoegensabgabe","tag-virenerkrankung","tag-volkswagen","tag-weltwirtschaftskrise"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/shutterstock_1654034092.jpeg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59459","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=59459"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59459\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":59492,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59459\/revisions\/59492"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/59460"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=59459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=59459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=59459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}