{"id":59645,"date":"2020-03-26T15:59:57","date_gmt":"2020-03-26T14:59:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59645"},"modified":"2020-03-29T09:51:11","modified_gmt":"2020-03-29T07:51:11","slug":"wie-sollen-sich-die-nachdenkseiten-positionieren-ausgewogen-einseitig-im-sinne-der-regierung-vier-lesenswerte-dokumente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59645","title":{"rendered":"Wie sollen sich die NachDenkSeiten positionieren? Ausgewogen? Einseitig im Sinne der Regierung? Vier lesenswerte Dokumente."},"content":{"rendered":"<p>Wir haben bisher versucht, verschiedene Seiten und Aspekte der Pandemie und der getroffenen politischen Entscheidungen zu beschreiben und zu kommentieren: Wir blicken voller Sorge nach Italien, nach Spanien und ins Elsass. Viele NachDenkSeiten- Leser sch&auml;tzen die Information &uuml;ber verschiedene Seiten des Geschehens, andere reagieren anders, teilweise hart. Ein Linker aus M&uuml;nchen beklagt sich, weil wir uns zu wenig an Wodarg etc. orientieren. Ein Linker aus Berlin beklagt sich dar&uuml;ber, dass wir die fatale Situation in Italien zu wenig ernst und Wodarg zu ernst n&auml;hmen. Warum man in dieser Situation quasi mit dem Messer aufeinander losgehen muss, verstehe ich nicht. Die NachDenkSeiten werden weiter die gro&szlig;en Risiken der Pandemie beschreiben und wir werden weiter die Folgen beschreiben. Letztere sind aus meiner Sicht nicht ausreichend im Blick. Die ma&szlig;gebliche ver&ouml;ffentlichte Meinung ist anders orientiert. Dort will man nicht gerne wahrnehmen, was einer unserer unten zitierten Autoren schreibt: &bdquo;Nach der Pandemie wird die Welt noch grausamer sein&ldquo;. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3405\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-59645-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200326-Wie-sollen-sich-die-NachDenkSeiten-positionieren-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200326-Wie-sollen-sich-die-NachDenkSeiten-positionieren-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200326-Wie-sollen-sich-die-NachDenkSeiten-positionieren-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200326-Wie-sollen-sich-die-NachDenkSeiten-positionieren-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=59645-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200326-Wie-sollen-sich-die-NachDenkSeiten-positionieren-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200326-Wie-sollen-sich-die-NachDenkSeiten-positionieren-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Deshalb folgen hier zwei Beitr&auml;ge &uuml;ber die Folgen der Pandemie f&uuml;r unsere Gesellschaft, f&uuml;r die Menschen und den Rechtstaat, ein anderer Beitrag &uuml;ber die Lage in Stra&szlig;burg\/Elsass und ein Leserbrief zur realen Situation von Helfern hierzulande. <\/p><p>In der Dokumentation A. zitieren und verlinken wir auf ein in der Frankfurter Rundschau erschienenes Interview mit der Juristin Jessica Hamed.<\/p><p>In der Dokumentation B. bringen wir die &Uuml;bersetzung eines Artikels des serbischen &Ouml;konomen Nebojsa Katic &ndash; &bdquo;Wenn aber die Pandemie vorbei ist&ldquo;.<\/p><p>In der Dokumentation C. lesen Sie den Bericht einer Gruppe von &Auml;rzten des Deutschen Instituts f&uuml;r Katastrophenmedizin, die sich in Stra&szlig;burg umgeschaut haben.<\/p><p>In D. geben wir die Mail eines NachDenkSeiten-Lesers wieder.<\/p><ol type=\"A\">\n<li><strong>Interview der Frankfurter Rundschau &ndash; Aktualisierte Fassung vom 26.3.2020 mit der<\/strong> RECHTSEXPERTIN <strong>Jessica Hamed<\/strong>\n<p><strong>Coronavirus: &bdquo;Risikogruppen haben nichts davon, wenn&nbsp;alle &sbquo;weggesperrt&lsquo; werden&ldquo;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Bewegungsfreiheit ist aufgrund der Coronakrise massiv eingeschr&auml;nkt. Sind die Einschnitte notwendig bzw. rechtens? Die Juristin Jessica Hamed im Interview.<\/strong><\/p>\n<p>Jessica Hamed studierte Rechtswissenschaft in Mainz und Buenos Aires (Argentinien). Seit 2016 ist sie als Rechtsanw&auml;ltin zugelassen und im Februar 2020 wurde ihr der Titel Fachanw&auml;ltin f&uuml;r Strafrecht verliehen. Als Strafrechtlerin ist sie st&auml;ndig mit Fragen des Verfassungsrechts befasst und hat in diesem Zusammenhang j&uuml;ngst zwei Verfassungsbeschwerden beim Bundesverfassungsgericht gewonnen. Sie ist zudem als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Johannes Gutenberg-Universit&auml;t in Mainz t&auml;tig.<\/p>\n<p>Die Coronakrise hat die Bewegungsfreiheit der B&uuml;rger*innen massiv eingeschr&auml;nkt. Wie ordnen Sie das rechtlich ein?&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p>Eingegriffen wurde in nahezu alle Freiheitsgrundrechte. Die k&ouml;rperliche Bewegungsfreiheit ist, je nach Bundesland\/Gemeinde\/Landkreis, zwar unterschiedlich intensiv betroffen. Allerdings wurde generell die Freiz&uuml;gigkeit und die allgemeine Handlungsfreiheit massiv eingeschr&auml;nkt.&nbsp;<\/p>\n<p>Vielen Menschen wird durch die Schlie&szlig;ung von Gesch&auml;ften die Aus&uuml;bung ihres Berufs untersagt, sodass dort in den Kernbereich der Berufsfreiheit und gegebenenfalls in die Eigentumsfreiheit eingegriffen wurde. Die Versammlungsfreiheit &ndash; eines der wichtigsten Grundrechte in einem Rechtsstaat &ndash; ist faktisch aufgehoben. Die Glaubensfreiheit ist durch die Schlie&szlig;ung religi&ouml;ser Begegnungsst&auml;tten massiv eingeschr&auml;nkt. Auch in die Unverletzlichkeit der Wohnung wird eingegriffen, wenn der Staat,&nbsp;wie angek&uuml;ndigt, Kontaktverst&ouml;&szlig;e in Wohnungen verfolgen will. Mit anderen Worten, es ist kaum ein Grundrecht&nbsp;nicht massiv in seinem Kernbereich betroffen.<\/p>\n<p>Kontaktsperre w&auml;hrend Coronavirus-Pandemie: Einmalig in der bundesdeutschen Geschichte<\/p>\n<p>Wie bewerten Sie das?<\/p>\n<p>So etwas gab es noch nie in der bundesdeutschen Geschichte.&nbsp;Es wirft die Frage auf, ob es gerechtfertigt sein kann, Millionen Menschen, denen wohl kein schwerer Krankheitsverlauf droht, von anderen Menschen, bei denen ebenfalls nicht mit einem solchen zu&nbsp;rechnen ist, fernzuhalten.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>&hellip;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/coronakrise-deutschland-sind-kontaktsperren-ausgangsbeschraenkungen-rechtswidrig-13611821.html\">fr.de\/politik\/coronakrise-deutschland-sind-kontaktsperren-ausgangsbeschraenkungen-rechtswidrig-13611821.html<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Artikel des serbischen &Ouml;konomen Nebojsa Katic <\/strong>\n<p><strong>WENN ABER DIE PANDEMIE VORBEI IST<\/strong><\/p>\n<p>&bdquo;Nach der Pandemie wird die Welt noch grausamer sein&ldquo;, so endet dieser Artikel des serbischen &Ouml;konomen Nebojsa Katic (1955). Er ist Unternehmensberater, er lebt und arbeitet in London. Katic hat an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakult&auml;t der Universit&auml;t Belgrad studiert und z&auml;hlt zu den angesehensten &Ouml;konomen Serbiens. Regelm&auml;&szlig;ig ver&ouml;ffentlicht er Artikel auf seiner Seite &ldquo;Iz drugog ugla&rdquo; und in f&uuml;hrenden Zeitungen wie der &ldquo;Politika&rdquo;. Anbei ein aktueller Artikel von Katic, den Bernd Duschner f&uuml;r die Leser der NachDenkseiten aus dem Serbischen &uuml;bersetzt hat. Orginal: <a href=\"https:\/\/nkatic.wordpress.com\/\">nkatic.wordpress.com\/<\/a><\/p>\n<p>Auch wenn es abwegig klingen mag, f&uuml;r die herrschenden politischen und wirtschaftlichen Strukturen im Westen ist Covid 19 ein Geschenk des Himmels. Die Pandemie wird verheerende wirtschaftliche Folgen haben. Aber auch ohne sie war eine gro&szlig;e Wirtschaftskrise unvermeidlich. Der Beginn der Krise hatte sich bereits im September 2019 deutlich gezeigt. Die Pandemie wird jetzt dazu dienen, diese Tatsache zu vertuschen und unbequeme Fragen unter den Tisch zu kehren.<\/p>\n<p>So wird man f&uuml;r die neue Krise nicht das Wirtschaftsmodell der westlichen Staaten verantwortlich machen, das nach der gro&szlig;en Rezession 2008\/2009 nicht ein Jota ge&auml;ndert wurde. F&uuml;r die Krise wird man nicht die brutale Sparpolitik bei den &ouml;ffentlichen Haushalten verantwortlich machen, nicht die Stagnation der Einkommen  beim gr&ouml;&szlig;ten Teil der Besch&auml;ftigten, nicht das schamlose Wegsehen angesichts der erschreckenden Zunahme der Ungleichheit. Nein, mit dem System ist alles in Ordnung. Es war das Virus, das die Idylle zerst&ouml;rt hat.<\/p>\n<p>Die westlichen Staaten und alle anderen, die sich diese Staaten zum Vorbild nehmen, werden eine Ausrede haben, um wenigstens noch ein Jahrzehnt ihre zerst&ouml;rerische Wirtschafts- und Sozialpolitik weiterzuf&uuml;hren. Bis zum &Auml;u&szlig;ersten wird man austesten, bis wie weit es die verwirrte Bev&ouml;lkerung hinnimmt, wenn ihr eingeredet wird, dass der Sinn des Lebens nur noch darin besteht, zu &uuml;berleben. Nicht zuf&auml;llig wird systematisch eine Hysterie betrieben, die die Welt in einen Zustand kollektiver Psychose gef&uuml;hrt hat, in der jegliches totalit&auml;re Experiment ohne Auflehnung hingenommen wird.<\/p>\n<p>Alle gro&szlig;en Wirtschaftskrisen vom Triumph des Neoliberalismus in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts bis heute hatten die gleiche Ursache, einen starken Anstieg der Verschuldung sowohl bei B&uuml;rgern als auch Staat und Wirtschaft. Im 2. Halbjahr 2019 hat die Summe der weltweiten Verschuldung unglaubliche 350.000 Milliarden Dollar erreicht und 320 % des weltweiten Bruttoinlandsprodukts &uuml;berschritten. Beide Ziffern liegen weit &uuml;ber dem Niveau von 2008, das damals eine Krise von f&uuml;rchterlichem Ausma&szlig; hervorgerufen hat.<\/p>\n<p>Bereits seit einem Jahrzehnt wird das System nur noch mit kurzfristigen Ma&szlig;nahmen am Laufen gehalten. Ununterbrochen wird Geld gedruckt und die Zinsen auf einem absurd niedrigen Niveau gehalten, wie es das in der modernen Geschichte nicht gegeben hat. Alte Schulden werden mit neuen Schulden beglichen. Der nicht zu verkraftende Anstieg der Unternehmensverschuldung ist dabei, das Finanzsystem zu zerst&ouml;ren. Im September 2019 hatte in den USA eine ernste Liquidit&auml;tskrise eingesetzt. Sie hat zu zus&auml;tzlichem Gelddrucken im gro&szlig;en Umfang gef&uuml;hrt. Fachwelt, internationale Organisationen und globale Medien haben so getan, als ob sie nicht sehen w&uuml;rden, was vor sich geht. Dann kam das Virus. Im Unterschied zu den vorherigen Krisen, die Nachfragekrisen waren, ist die Krise heute gleichzeitig eine Nachfrage- und Angebotskrise, weil ein gro&szlig;er Teil der Wirtschaft (insbesondere der Dienstleistungssektor) zum Erliegen gekommen ist. Das ist eine Kombination, die man nur bei Sanktionen und Kriegen vorfindet.<\/p>\n<p>In diesem Augenblick planen die westlichen Staaten &ndash; als Beginn &ndash; einige weitere Tausend Milliarden Dollar zu drucken. Diese zus&auml;tzliche gewaltige Geldemission wird niemand hinterfragen. Niemand wird stutzig werden, wieso in Krisen problemlos Geld auftaucht und warum davon immer gen&uuml;gend vorhanden ist, sobald Banken und Gro&szlig;unternehmen in Schwierigkeiten geraten. Geld ist stets gen&uuml;gend f&uuml;r R&uuml;stung, Kriegs&uuml;bungen, brutale Milit&auml;rinterventionen vorhanden. F&uuml;r soziale Leistungen, medizinische Ausr&uuml;stung, f&uuml;r die Geh&auml;lter der Mitarbeiter im Gesundheitswesen, f&uuml;r wissenschaftliche Forschung und Bildung fehlt dagegen das Geld. Die westlichen Systeme gl&auml;nzen, wenn es darum geht, Finanzderivate zu &bdquo;produzieren&ldquo;, Ger&auml;te zum Zeittotschlagen in sozialen Netzen und f&uuml;r die Produkte zur Gehirnw&auml;sche aus Hollywood. Wenn es erforderlich ist, sich um die Menschen zu k&uuml;mmern, wenn Schutzmasken, Beatmungsger&auml;te, Kapazit&auml;ten f&uuml;r die Krankenh&auml;user, Arzneimittel oder irgendwelche andere wirklichen G&uuml;ter gebraucht werden, versagen sie.<\/p>\n<p>Sobald die Pandemie vorbei ist und man die Toten z&auml;hlt, werden neue, dieses Mal wirtschaftliche Opfer, an der Reihe sein. Mit den finanziellen Ma&szlig;nahmen wird man die gro&szlig;en Banken und Konzerne retten, alle anderen aber werden einen gro&szlig;en Schock erleben. Die Arbeitslosigkeit wird schlagartig nach oben springen und am h&auml;rtesten die verletzlichsten Teile der Bev&ouml;lkerung treffen &ndash; die Millionen, die keine Gesundheitsf&uuml;rsorge haben, keine soziale Absicherung und keine Ersparnisse,  sondern nur Schulden. Die Opfer der Verarmung wird niemand z&auml;hlen. Man wird auch nicht f&uuml;r diejenigen, die wegen der Armut erkranken und versterben, t&auml;glich Newsletter ver&ouml;ffentlichen.<\/p>\n<p>Die kleinen und schwachen Volkswirtschaften wird die Krise erneut ins Ungl&uuml;ck st&uuml;rzen. Das Kapital, das sich bereits aus den Entwicklungsl&auml;ndern zur&uuml;ckzieht, wird noch schneller abziehen. Die schwachen Volkswirtschaften werden in die Knie gehen, weil ihre M&ouml;glichkeiten nicht dazu ausreichen, ihrer Wirtschaft zu helfen. Niemand wird eine Bemerkung dar&uuml;ber verlieren, dass die m&auml;chtigen Staaten, die ihre Unternehmen mit Tausenden von Milliarden subventionieren, die Pandemie zum Vorwand nehmen, um die Spielregeln des internationalen Handels r&uuml;cksichtslos zu zerst&ouml;ren &ndash; dieselben Regeln, die sie selbst aufgestellt hatten.<\/p>\n<p>Dann werden die reichen Staaten und der IMF Hilfe in Form von Krediten anbieten und den bereits verschuldeten Staaten eine weitere Schuldenschlinge um den Hals legen. F&uuml;r die neu gedruckten PapierDollar oder PapierEuro werden die schwachen L&auml;nder in noch verst&auml;rktem Ma&szlig;e reale G&uuml;ter &ndash; Waren, Werte und Ressourcen hergeben m&uuml;ssen. Einheimische Fachleute, die von Kleinstaaten und Freihandel schw&auml;rmen, werden erkl&auml;ren, dass von Auspl&uuml;nderung hier nicht die Rede sein kann. Vielmehr w&uuml;rde der Westen seine unter M&uuml;hsal erworbenen Ersparnisse investieren. Ungl&uuml;ckliche und unf&auml;hige Regierungen werden auf die alten Tricks hereinfallen und denselben Beratern ihr Vertrauen schenken. Und die B&uuml;rger werden gl&uuml;cklich sein, dass sie &bdquo;&uuml;berlebt&ldquo; haben und den Kopf noch auf den Schultern tragen, auch wenn ihr Magen leer ist. <\/p>\n<p>Die guten Seelen, die glauben, dass die Krise uns etwas lehren wird und die Welt  einen Reinigungsprozess durchl&auml;uft, t&auml;uschen sich. Nach der Pandemie wird die Welt noch grausamer sein.<\/p><\/li>\n<li><strong>Bericht einer Gruppe von &Auml;rzten des Deutschen Instituts f&uuml;r Katastrophenmedizin, die sich in Stra&szlig;burg umgeschaut haben<\/strong>\n<p>Der Bericht ist sehr interessant und &ndash; auch im Hinblick auf den (Nicht-) Umgang mit 80-J&auml;hrigen erstaunlich. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/200326-IfMK-243-Strassburg-Bericht.pdf\">Hier als PDF<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><strong>Leserbrief  &ndash; ein Bericht aus dem echten Leben<\/strong>\n<p>Hallo NDS, sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p>\n<blockquote><p>\n&ldquo;Hier wird die Sparpolitik gerechtfertigt und selbstverst&auml;ndlich kein Wort dar&uuml;ber verloren, was diese Sparpolitik f&uuml;r die Infrastruktur bedeutete, n&auml;mlich dass sie &uuml;ber weite Strecken marode ist. Und auch kein Wort &uuml;ber die Wirkung der Sparpolitik auf das Gesundheitssystem &ndash; n&auml;mlich ohne ausreichende Reserven. Selbst Masken zum Schutz vor Infektion und der Weiterverbreitung der Krankheit fehlen hierzulande. Wir verh&auml;ngen ein Exportverbot. Spanien wird teilweise von China versorgt.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine Begebenheit aus dem echten Leben, von heute:<\/p>\n<p>Ich arbeite als Subunternehmer beim Bayerischen Roten Kreuz, BRK. Nachdem wir heute eine Lieferung Desinfektionsmittel abgeholt und in die Dienststelle verfrachtet hatten (etwa 20 Kanister a 10 Liter, plus etliche Dutzend in Kartons verpackte 1-Liter-Flaschen), wollte ich eine (1) Flasche des Mittels haben, zur Ausstattung des Lieferwagens, um Lenkrad und Armaturen hin und wieder damit abzuwischen. Mit dem Wagen beliefern wir nicht nur das BRK, sondern wir nehmen auch andere daran angeschlossene Aufgaben wahr; beispielsweise den Transport von Krankenbetten etc..<\/p>\n<p>Kollegen hatten bereits letzte Woche angefragt, ob sie f&uuml;r ihre Arbeit mit den Fahrzeugen des ambulanten Pflegedienstes Schutzausstattung bekommen k&ouml;nnten (sie sind f&uuml;r die Fahrzeugreinigung, au&szlig;en wie innen, zust&auml;ndig).<\/p>\n<p>Die Antwort meines Vorgesetzten darauf: Er habe bereits versucht, von der Gesch&auml;ftsleitung Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel zu bekommen, sei aber abgewimmelt worden &ndash; das Zeug sei zu knapp.<\/p>\n<p>Ist das denn zu fassen? Dieselben Herrschaften, die sich von der Lokalpresse als Kreuzritter der Gesundheit, der Rettung und der Menschlichkeit feiern lassen, sind nicht willens oder in der Lage, einen Liter d&uuml;nnen Alkohol dorthin abzutreten, wo er gebraucht wird, sondern gehen wahrscheinlich davon aus, da&szlig; die Belegschaft (&uuml;brigens allesamt unter Mindestlohn arbeitend) auf eigene Kosten solcherlei Arbeitsmaterial anschafft.<\/p>\n<p>Wenn ich wollte, dann k&ouml;nnte ich diesen Vorfall als Beginn einer Liste benutzen, die sich beliebig verl&auml;ngern l&auml;&szlig;t, mit und ohne Corona. Und ich bin sicher, da&szlig; sich &auml;hnliche Geschichten tausendfach auch woanders abspielen.<br>\n&hellip;<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJohannes Bichler<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben bisher versucht, verschiedene Seiten und Aspekte der Pandemie und der getroffenen politischen Entscheidungen zu beschreiben und zu kommentieren: Wir blicken voller Sorge nach Italien, nach Spanien und ins Elsass. Viele NachDenkSeiten- Leser sch&auml;tzen die Information &uuml;ber verschiedene Seiten des Geschehens, andere reagieren anders, teilweise hart. Ein Linker aus M&uuml;nchen beklagt sich, weil wir<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59645\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":59648,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,126,149,103,156,30],"tags":[423,1112,2853,1222,2852],"class_list":["post-59645","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-gesundheitspolitik","category-leserbriefe","category-schulden-sparen","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-austeritaetspolitik","tag-buergerrechte","tag-medizinische-ausruestung","tag-pandemie","tag-wirtschaftsdepression"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/nds.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=59645"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59645\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":59709,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59645\/revisions\/59709"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/59648"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=59645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=59645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=59645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}