{"id":5970,"date":"2010-06-23T09:10:54","date_gmt":"2010-06-23T07:10:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5970"},"modified":"2010-06-23T17:32:31","modified_gmt":"2010-06-23T15:32:31","slug":"hinweise-des-tages-1166","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5970","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Krugman Kritik an Bundesbankchef Weber;  Deutschland lebt seit Jahren unter seinen Verh&auml;ltnissen; Spar-Pandemie; was uns wirklich krank macht; die Toscanella ist keine normale Tomate; Steuervermeidung weltweit; Merz geht auf Hartz-IV-Empf&auml;nger los; Gerecht geht anders; Besch&auml;ftigungsdatenschutz; Fl&uuml;chtlingsschutz Europas ist besch&auml;mend; Westerwelle; Gauck wird grunds&auml;tzlich; Ohnmacht der Politik; China wertet auf; Genozid in Zentralasien; Buchempfehlungen; zu guter Letzt: Sparanstrengungen gehen weiter. (JK\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Krugman Kritik an Bundesbankchef Weber<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Heiner Flassbeck: &bdquo;Deutschland lebt seit Jahren unter seinen Verh&auml;ltnissen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Spar-Pandemie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04&gt;Was%20uns%20wirklich%20krank%20macht&lt;\/a&gt;&lt;\/li&gt;%0A&lt;li&gt;&lt;a%20href=\">Die Toscanella ist keine normale Tomate<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Steuervermeidung weltweit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Merz geht auf Hartz-IV-Empf&auml;nger los<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Gerecht geht anders. ver.di mobilisiert Besch&auml;ftigte und Bev&ouml;lkerung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Besch&auml;ftigungsdatenschutz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\"> Der Fl&uuml;chtlingsschutz Europas ist besch&auml;mend<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Guido Westerwelle: Schleppende Existenz in langen Hosen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Gauck wird grunds&auml;tzlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Ohnmacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">China wertet auf <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Genozid in Zentralasien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Buchempfehlungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Zu guter Letzt: Sparanstrengungen gehen weiter<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=5970&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Krugman Kritik an Bundesbankchef Weber<\/strong><br>\nDer Wirtschaftsnobelpreistr&auml;ger Paul Krugman hat mit seiner harschen Kritik an Bundesbankchef Weber in Deutschland eine Debatte &uuml;ber den richtigen geldpolitischen Kurs ausgel&ouml;st. Geht es nach Krugman, darf Weber als Bef&uuml;rworter einer strikten Sparpolitik niemals Nachfolger von EZB-Pr&auml;sident Trichet werden. Doch das sehen Vertreter aus Politik und Wissenschaft anders.<br>\nDie harsche Kritik von Wirtschaftsnobelpreistr&auml;ger Paul Krugman an Bundesbank-Pr&auml;sident Axel Weber haben Vertreter aus Politik und Wissenschaft scharf zur&uuml;ckgewiesen. &bdquo;Axel Weber hat sich dem Irrsinn der Monetarisierung von Staatschulden durch die EZB immer widersetzt&ldquo;, sagte der FDP-Finanzexperte Frank Sch&auml;ffler am Montag Handelsblatt Online. &bdquo;Er k&ouml;nnte der EZB das Vertrauen an den M&auml;rkten zur&uuml;ckgeben, das EZB-Pr&auml;sident Trichet so unendlich zerst&ouml;rt hat.&ldquo; Im &Uuml;brigen k&ouml;nne eine Krise, die eine Verschuldungskrise ist, nicht mit immer neuen Schulden bek&auml;mpft werden. &bdquo;Eine Stabilit&auml;tskultur ist die Voraussetzung f&uuml;r die Gesundung.&ldquo;\n<p>F&uuml;hrende &Ouml;konomen in Deutschland haben den Sparkurs der Bundesregierung und die europ&auml;ische Stabilit&auml;tskultur gegen Kritik, die vornehmlich aus den USA kommt, vehement verteidigt. Der Pr&auml;sident des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, drehte gar den Spie&szlig; um und warnte davor, der Schuldenpolitik der USA auch nur ansatzweise zu folgen. Frankreich und Deutschland seien die Ankervolkswirtschaften des Euros. &bdquo;Schw&auml;cheln sie durch &Uuml;berschuldung, dann ist der Euro erst recht in Gefahr &ndash; Griechenland l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en&ldquo;, sagte Zimmermann Handelsblatt Online. &bdquo;Dagegen bewegen sich die USA in ihrem Ausgabenverhalten auf griechische Verh&auml;ltnisse zu, das ist kein gutes Referenzmodell.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/stabilitaetsdebatte-oekonomen-verdammen-us-warnung-vor-sparen;2605556;0\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung J. K.:<\/strong> Offenbar hat Krugmann ins Schwarze getroffen. Weitere, geradezu wunderbare Best&auml;tigungen der v&ouml;lligen Borniertheit der deutschen &Ouml;konomenzunft und der deutschen Politik. Gerade die Aussagen des finanzpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Leo Dautzenberg, sind in ihrer Ignoranz kaum mehr zu &uuml;bertreffen. Ebenso absurd, das f&uuml;r FDP-Finanzexperte  Frank Sch&auml;ffler die (Finanz)M&auml;rkte immer noch oberste Orientierungslinie der europ&auml;ischen Finanzpolitik sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Heiner Flassbeck: &bdquo;Deutschland lebt seit Jahren unter seinen Verh&auml;ltnissen&ldquo;<\/strong><br>\nDas G20-Treffen in Toronto steht bevor. Dort werden auch m&ouml;gliche Konsequenzen aus der Finanzkrise f&uuml;r die jeweiligen Staaten diskutiert. Heiner Flassbeck, Chefvolkswirt bei der UNCTAD, der UNO-Organisation f&uuml;r Welthandel und Entwicklung, sagt, Deutschland lebe wirtschaftlich unter seinen Verh&auml;ltnissen und d&uuml;rfe deshalb den G&uuml;rtel nicht noch enger schnallen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/1208260\/\">Deutschlandradio (Text)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2010\/06\/22\/dlf_20100622_0719_c91a4e6b.mp3\">Deutschlandradio (Audio-Podcast)<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Spar-Pandemie<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Britisches Sparprogramm &ndash; Mit der Kettens&auml;ge<\/strong><br>\nDie neue britische Regierung will mit drastischen Einsparungen und Steuererh&ouml;hungen das gigantische Haushaltsloch stopfen. Finanzminister George Osborne k&uuml;ndigte am Dienstag in dem mit Spannung erwarteten Nothaushalt unter anderem eine Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer, K&uuml;rzungen im Sozialbereich sowie eine Bankenabgabe an.<br>\nDie Reduzierung des britischen Rekorddefizits von zuletzt rund elf Prozent der Wirtschaftsleistung &ndash; fast so hoch wie in Griechenland &ndash; ist eine erste gro&szlig;e Bew&auml;hrungsprobe f&uuml;r die Koalitionsregierung aus Konservativen und<br>\nAuf die Briten kommen damit die h&auml;rtesten Einschnitte seit Jahrzehnten zu. &ldquo;Der Finanzminister geht nicht mit der Axt an die Sozialleistungen, sondern mit der Kettens&auml;ge&rdquo;, kommentierte Chefvolkswirt Philip Shaw von Investec. Die staatlichen Ausgaben sollen innerhalb von vier Jahren um rund 25 Prozent sinken. Rating-Agenturen hatten gewarnt, die britische Bestnote f&uuml;r die Bonit&auml;t k&ouml;nne in Gefahr geraten, falls die Regierung das riesige Etatloch nicht in den Griff bekommt. Viele Volkswirte sowie die USA f&uuml;rchten jedoch, ein harter Sparkurs k&ouml;nne Gro&szlig;britannien zur&uuml;ck in die Rezession st&uuml;rzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2776666_Britisches-Sparprogramm-Mit-der-Kettensaege.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Griechen sparen, die Spanier sparen, die Franzosen sparen, die Briten sparen, die Deutschen sparen. Der Sparwahn wird zur Pandemie. Wir sparen uns kollektiv in die Deflation.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Trichet will EU-Staaten an die kurze Leine nehmen<\/strong><br>\nAngesichts der Schuldenkrise in Europa tritt der EZB-Chef f&uuml;r eine massive Versch&auml;rfung des Stabilit&auml;tspakts ein. Er unterst&uuml;tzt damit den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel. Dennoch sieht er auch in Deutschland einen Schuldigen.<br>\nDer Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, sprach sich am Montag in Br&uuml;ssel vor Europaparlamentariern f&uuml;r ein breiteres Spektrum von Strafen f&uuml;r Defizits&uuml;nder aus.<br>\n&ldquo;Nach der Erfahrung der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg m&uuml;ssen wir deutlich &uuml;ber den bisherigen Stabilit&auml;ts- und Wachstumspakt hinausgehen&rdquo;, sagte Trichet vor dem Wirtschafts- und W&auml;hrungsausschuss. &Uuml;berwachung und Bestrafung von Defizits&uuml;ndern m&uuml;ssten &ldquo;direkter und effektiver&rdquo; werden, Sanktionen automatischer und schneller greifen.<br>\nW&auml;hrungsstabilit&auml;t Gewinner und Verlierer der Euro-Krise<br>\nSp&auml;ter Triumph der Sparer Sch&ouml;ne Bescherung f&uuml;r EADS Inflation rauf, Glaubw&uuml;rdigkeit runter US-Urlaub teurer D&auml;mpfer f&uuml;r die FDP<br>\n&ldquo;Wir sprechen von einem Quantensprung&rdquo;, rief Trichet und erhielt daf&uuml;r viel Beifall von den Abgeordneten. Dazu geh&ouml;re der vor&uuml;bergehende Entzug von Stimmrechten der Mitgliedstaaten als letzte Konsequenz. &ldquo;W&auml;re der Stabilit&auml;tspakt rigoros in Geist und Buchstaben angewandt worden, w&auml;ren wir sicher in einer besseren Situation.&rdquo;<br>\nDie Marke von drei Prozent Defizit sei dabei nicht der einzige Indikator. Im Zuge eines Umbaus der europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion sollte eine unabh&auml;ngige Agentur bei der EU-Kommission zur Budgetaufsicht eingerichtet werden.<br>\nTrichet schloss &Auml;nderungen des EU-Vertrags nicht aus &ndash; und folgte damit ebenfalls dem Kurs der deutschen Kanzlerin. Zun&auml;chst m&uuml;ssten aber alle M&ouml;glichkeiten ausgesch&ouml;pft werden, die EU-Regeln zu &auml;ndern, um die die Budgetaufsicht zu verbessern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:harte-kritik-trichet-will-eu-staaten-an-die-kurze-leine-nehmen\/50131888.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Disziplin f&uuml;r Europa: Westerwelle fordert EU-Schuldenbremse<\/strong><br>\nDie Schuldenbremse, die in Deutschland allen Regierungen den Abbau des Etatdefizits vorschreibt, habe eine &ldquo;wohltuend disziplinierende Wirkung&rdquo;. &ldquo;So etwas ist auch auf europ&auml;ischer Ebene notwendig&rdquo;, betonte der FDP-Chef in einer Rede vor dem Netzwerk Europ&auml;ische Bewegung Deutschland. Er freue sich dar&uuml;ber, dass mittlerweile einige EU-Regierungen dar&uuml;ber nachd&auml;chten. Zugleich will Westerwelle Euro-L&auml;ndern, die dauerhaft gegen die Auflagen des EU-Stabilit&auml;tspaktes versto&szlig;en, Zusch&uuml;sse aus den EU-Koh&auml;sions- und Strukturfonds sperren. Das bisherige Strafverfahren sei zu langsam. &ldquo;Es w&auml;re viel wirkungsvoller, wenn ein Land &hellip; in einem Automatismus damit rechnen muss, dass europ&auml;ischen Mittel gesperrt werden&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?em_cnt=2772328&amp;em_loc=1231\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist schon erstaunlich, wie bereitwillig angeblich machtbewu&szlig;te Politiker politische Gestaltungsm&ouml;glichkeiten aus der Hand geben und auf Regeln und Mechanismen setzen, mit denen dann Technokraten in Br&uuml;ssel wichtig tun. Vielleicht kann man von einem Au&szlig;enminister nicht erwarten, dass er sieht, wie sch&auml;dlich die Schuldenbremse in der lange noch nicht ausgestandenen Krise wirkt. Vielleicht k&ouml;nnen wir von unseren schw&auml;bischen Hausfrauen nicht erwarten, dass sie Volkswirtschaften regieren, aber zumindest sollte unser Chefdiplomat aufh&ouml;ren, der EU unverhohlen zu verk&uuml;nden, am deutschen Wesen k&ouml;nne sie genesen.<br>\nWas sollen diese Sanktionen? Die Streichung von F&ouml;rdergeldern ist f&uuml;r in Not geratene Volkswirtschaften genauso kontraproduktiv wie Bu&szlig;gelder. Vielmehr h&auml;tten die EU, die Mitgliedsl&auml;nder z.B. in der Vergangenheit wie auch heute viel mehr darauf achten m&uuml;ssen, dass die Gelder aus den Strukturfonds nachhaltig investiert w&uuml;rden. So hat Griechenland seit seiner Mitgliedschaft in der EWG 1981 immer Strukturfondsgelder erhalten &ndash; in der laufenden F&ouml;rderperiode ca. 20 Mrd. Euro -, aber im Aufholproze&szlig; zum EU- Kern hat sich kaum etwas getan. Absurder noch der Fall Irland. Hier wurden die Mittel aus den Strukturfonds, also unsere Steuergelder, dazu verwendet eine Steueroase aufzumachen, die nat&uuml;rlich auch unsere Unternehmen nutzten.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Was uns wirklich krank macht<\/strong><br>\nDer permanente Aufmerksamkeitsdruck ver&auml;ndert die Psyche des Menschen. Doch nicht die Technologie ist das Problem, sondern die Kombination von Informations- und Konkurrenzdruck. Wir m&uuml;ssen wieder Herren unserer Zeit werden.\n<p>Wer &uuml;berleben will, muss konkurrenzf&auml;hig sein, und wer konkurrenzf&auml;hig sein will, muss vernetzt sein, eine riesige und st&auml;ndig wachsende Datenflut aufnehmen und verarbeiten. Das f&uuml;hrt zu permanentem Aufmerksamkeitsstress, f&uuml;r Affektivit&auml;t bleibt immer weniger Zeit.&ldquo; Um fit zu bleiben, greifen die Leute zu Prozac, Viagra, Kokain, Ritalin und anderen Drogen. Wenn wir diese Analyse auf das Internet &uuml;bertragen, sehen wir die beiden Bewegungen &ndash; die Erweiterung der Speicherkapazit&auml;t und die Verdichtung von Zeit &ndash;, die Computerarbeit so stressig machen. Daraus resultiert das Chaos unserer Zeit. Chaos ist, wenn sich die Welt so schnell dreht, dass wir nicht mehr hinterherkommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E\/Doc~EC79B7C9C1AD7422C9E37964D1F51D4BA~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Lesenswerter Artikel, der vielleicht eine Erkl&auml;rung daf&uuml;r liefert weshalb sich kritisches Reflexionsverm&ouml;gen angesichts der Informationsflut immer mehr verfl&uuml;chtigt bzw. ein mehr an verf&uuml;gbarer Information nicht unbedingt zu mehr Erkenntnis f&uuml;hrt. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Die Toscanella ist keine normale Tomate<\/strong><br>\nBei der Toscanella handelt es sich nicht um eine Sortenbezeichnung (wie z.B. Golden Delicious), sondern um eine Marke im Besitz von Syngenta, dem gr&ouml;&szlig;ten Pestizidhersteller weltweit. Auf den Packungen sucht man den Namen Syngenta jedoch vergeblich. Der Konzern versucht mit dieser Markenstrategie den gesamten Lebenszyklus von der Saatgutproduktion bis zum Verkaufsregal zu kontrollieren. Syngenta ist eine treibende Kraft hinter der unheimlichen Marktkonzentration auf dem Saatgutmarkt. Drei Konzerne &ndash; Syngenta, Monsanto und DuPont &ndash; kontrollieren mittlerweile 40 bis 50 % des weltweiten Saatgutmarktes. Jede siebte Tomate weltweit stammt von Syngenta. So sind wir je l&auml;nger, je mehr von wenigen Konzernen abh&auml;ngig.<br>\nSyngenta verkauft aber nicht nur Saatgut sondern vor allem auch Pestizide. Eines der wichtigsten Produkte des Schweizer Agrokonzerns ist das Unkrautvertilgungsmittel Paraquat. Das Herbizid &ndash; in der Schweiz seit &uuml;ber 20 Jahren verboten &ndash; f&uuml;hrt in Schwellen- und Entwicklungsl&auml;ndern j&auml;hrlich zu Zehntausenden von Vergiftungsf&auml;llen und Tausenden von Todesf&auml;llen. Vergiftungssymptome sind Kopfschmerzen, Nasenbluten, Atemprobleme, Lungensch&auml;den, Verletzungen der Haut und der Augen. Zudem mehren sich die Hinweise auf eine Verbindung zwischen Paraquat und der parkinsonschen Krankheit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.evb.ch\/p25017530.html\">Erkl&auml;rung von Bern<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Steuervermeidung weltweit<\/strong><br>\nWirtschaftskreise werden nicht m&uuml;de zu betonen, welchen Beitrag die Unternehmen mit Ihren Steuerzahlungen an die Gemeinschaft leisten.<br>\nTheoretisch ist das so, praktisch jedoch k&ouml;nnen transnationale Unternehmen die intern verrechneten Preise so manipulieren, dass die Gewinne dort anfallen, wo die Steuern am niedrigsten sind. Durch Scheingesch&auml;fte mit Tochtergesellschaften in Steueroasen, beispielsweise f&uuml;r Versicherungs- oder Beratungsleistungen, werden die bilanzierten Gewinne verkleinert. Steuervermeidung ist heute ein eigenes lukratives Gesch&auml;ftsfeld, von denen ganze Branchen gut leben.<br>\nDen armen L&auml;ndern des S&uuml;dens werden durch Steuerflucht und -optimierung mehr Gelder entzogen, als ihnen durch Entwicklungshilfe zuflie&szlig;en.<br>\nBuchpr&uuml;fungsfirmen, die gleichzeitig Steuerberatungsdienste anbieten, sind ma&szlig;geblich daf&uuml;r verantwortlich, dass sich reiche Einzelpersonen und international t&auml;tige Unternehmen der Besteuerung entziehen k&ouml;nnen.<br>\nHeute sprechen alle von Unternehmensverantwortung oder &laquo;Corporate Social Responsibility&raquo;.<br>\nDie Verantwortung der Unternehmen liegt jedoch prim&auml;r darin, ihre Steuern korrekt und vollst&auml;ndig zu bezahlen &ndash; immerhin profitieren sie ja auch von jener nationalen Infrastruktur, die durch Steuergelder finanziert wird. Mit einer Vielzahl von Tricks und Kniffen, unterst&uuml;tzt durch die florierende Branche der oben erw&auml;hnten Beratungsfirmen, gelingt es global t&auml;tigen Unternehmen, ihre Steuerzahlungen immer weiter zu reduzieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.evb.ch\/p8455.html\">Erkl&auml;rung von Bern<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Merz geht auf Hartz-IV-Empf&auml;nger los<\/strong><br>\n&Uuml;ber &bdquo;Wetterleuchten am deutschen Horizont&ldquo; wollte er sprechen &ndash; aber dann entfachte Friedrich Merz (54, CDU) ein Donnerwetter der besonderen Art. &bdquo;Wir sind nicht im Jahr 1 nach der Krise, sondern im zweiten Jahr der schweren Wirtschaftskrise&ldquo;, sagte der ehemalige CDU-Fraktions-Chef auf dem Wirtschaftsforum Nordrhein-Westfalen.<br>\nSeine Zukunftsvision: Der Sozialstaat ist am Ende, wenn&rsquo;s in der Politik nicht endlich richtig kracht!\n<ul>\n<li>Erster Donnerschlag: Arbeitsdienst f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger!<br>\nMerz: &bdquo;Wenn sich jemand in New York arbeitslos meldet, wird er sofort &auml;rztlich untersucht. Wer nicht krank ist, wird gleich in den Einsatz geschickt. Jedes Graffiti, das bis mittags gemeldet wird, soll am Abend entfernt sein. Und wie verkommen sehen unsere St&auml;dte aus? Da gibt es ein gro&szlig;es Einsatzfeld.&ldquo;\n<\/li>\n<li>Zweiter Donnerschlag: Schluss mit der &bdquo;Vermehrungspr&auml;mie&ldquo;!<br>\nMerz: &bdquo;Von den ersten 200 000 Antr&auml;gen auf Elterngeld kamen 9 Prozent von berufst&auml;tigen Frauen, 54 Prozent von Hartz-IV-Empf&auml;ngern. Die haben damit Eink&uuml;nfte &uuml;ber denen arbeitender Geringverdiener.&ldquo; Folge: &bdquo;Der Arbeitsmarkt f&uuml;r Minderqualifizierte ist bei uns zusammengebrochen.&ldquo;\n<\/li>\n<li>Dritter Donnerschlag: Staatliche Hilfe nur auf Zeit!<br>\nMerz: &bdquo;160 L&auml;nder weltweit d&uuml;rfen sich Sozialstaaten nennen, wir geh&ouml;ren zu den vieren, die lebensl&auml;nglich f&uuml;r Arbeitslosigkeit zahlen.&ldquo; Hartz IV treibe die Menschen in eine &bdquo;Abw&auml;rtsspirale, bis sie schlie&szlig;lich ganz raus sind&ldquo;. In Deutschland lebten inzwischen immer mehr Familien schon in der zweiten oder dritten Generation von Transferleistungen. Merz: &bdquo;Wenn der Bundeshaushalt nicht mehr ausreicht, um Transferleistungen und Kreditzinsen zu zahlen, muss eine grunds&auml;tzliche Debatte angesto&szlig;en werden.&ldquo;\n<\/li>\n<li>Vierter Donnerschlag: Kranken- und Pflegeversicherung sind wegen der immer &auml;lter werdenden Gesellschaft nicht mehr finanzierbar!<br>\nMerz: &bdquo;Die Beitr&auml;ge m&uuml;ssen vom Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis gel&ouml;st werden.&ldquo; Sie seien auch ungerecht. &bdquo;Warum muss ein Besserverdienender nur bis zu einer Beitragsh&ouml;chstgrenze zahlen?&ldquo;\n<\/li>\n<li>F&uuml;nfter Donnerschlag: B&uuml;rger sollen Bildung selber zahlen!<br>\nDas beginne schon in der Kita. Merz: &bdquo;Kinderg&auml;rten brauchen wie Schulen und Unis eine eigene Kapitalbasis. Da m&uuml;ssen Eltern und Ehemalige eben entsprechend einzahlen, wenn sie die Qualit&auml;t sichern und erhalten wollen.&ldquo;<br>\n&bdquo;Die Krise&ldquo;, so das Schlusswort von Merz, &bdquo;lehrt uns hoffentlich eines: Wir m&uuml;ssen aufh&ouml;ren, den Wohlstand von heute mit dem Geld von morgen zu bezahlen!&ldquo;\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Bemerkung zur Quelle:<\/strong> Urspr&uuml;nglich wurde dies <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/2010\/06\/22\/friedrich-merz-geht-auf-hartz-iv-empfaenger-los\/ruf-nach-arbeitspflicht-kritik-an-vermehrungspraemie.html\">hier<\/a> als Link angegeben. Dieser Link f&uuml;hrt jedoch jetzt ins Leere.<br>\nUnter Google-Suche gibt es jedoch <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?hl=de&amp;source=hp&amp;q=Friedrich+Merz++Wirtschaftsforum+in+D%C3%BCsseldorf&amp;btnG=Google-Suche\">zahlreiche Eintr&auml;ge<\/a>, die auf diesen Vortrag verweisen oder darauf Bezug nehmen<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Gerecht geht anders. ver.di mobilisiert Besch&auml;ftigte und Bev&ouml;lkerung<\/strong><br>\n&bdquo;Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wird mit einer umfangreichen und dauerhaft angelegten Aktionsplattform Druck gegen die &bdquo;Politik der sozialen Schieflage&ldquo; aufbauen. &bdquo;Schwarz-Gelb hat l&auml;ngst damit begonnen, die Ank&uuml;ndigungen aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen&ldquo;, erkl&auml;rte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske am Mittwoch in Frankfurt am Main. &bdquo;Viele Menschen erleben die unsoziale und konjunktursch&auml;dliche Rotstiftpolitik, die Entsolidarisierung der Sozialsysteme und die einseitige Lobbypolitik als Bedrohung. Und wir sind &uuml;berzeugt: Gerecht geht anders!&ldquo;&hellip;&ldquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/presse.verdi.de\/pressemitteilungen\/showNews?id=1d15d90c-7938-11df-7930-0019b9e321cd\">Pressemitteilung ver.di<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/gerecht-geht-anders.de\/\">Aktions-Website<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Besch&auml;ftigungsdatenschutz<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Michael Sommer: Deutliche Kritik am Gesetzentwurf zum Besch&auml;ftigtendatenschutz<\/strong><br>\nVor der morgigen Anh&ouml;rung im Bundesinnenministerium zum Besch&auml;ftigtendatenschutzgesetz hat der DGB-Vorsitzende Michael Sommer Kritik am Entwurf ge&auml;u&szlig;ert: &bdquo;Wir fordern eine deutliche Korrektur des Entwurfs. Anstatt ein Besch&auml;ftigtendatenschutzgesetz vorzulegen, das den Namen verdient, hat der Bundesinnenminister ein Gesetz vorgelegt, das die Arbeitgeber klar bevorteilt und dem Missbrauch von Besch&auml;ftigtendaten T&uuml;r und Tor &ouml;ffnet.&ldquo;<br>\nHauptkritikpunkt der Gewerkschaften ist, dass von dem urspr&uuml;nglichen Ansatz, den Schutz von Besch&auml;ftigten vor Bespitzelung und &Uuml;berwachung zu verbessern, nichts mehr erkennbar ist. &bdquo;Wir verstehen die Vorschl&auml;ge vielmehr so, dass mit den Neuregelungen dem Arbeitgeber ein Instrumentarium an die Hand gegeben werden soll, mit dem er Bespitzelungen und &Uuml;berwachungen rechtfertigen kann. Wir halten dies f&uuml;r falsch.&ldquo;, betonte Michael Sommer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/presse\/++co++814bf3dc-7a11-11df-6571-00188b4dc422\/@@index.html\">DGB<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Besch&auml;ftigtendatenschutz: Vorliegender Gesetzentwurf ist untauglich<\/strong><br>\nDie Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) h&auml;lt die geplante Neuregelung des Besch&auml;ftigtendatenschutzes f&uuml;r vollkommen untauglich. &bdquo;Ein Gesetz, das nicht mehr Schutz f&uuml;r die Besch&auml;ftigten bietet und sogar noch hinter die geltende Recht-sprechung zur&uuml;ckf&auml;llt, wird von den Gewerkschaften abgelehnt&ldquo;, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Gerd Herzberg am Mittwoch. Damit erhielten Arbeitgeber einen Freibrief zur Nutzung der Arbeitnehmerdaten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/presse.verdi.de\/pressemitteilungen\/showNews?id=78e88132-7936-11df-440e-0019b9e321cd\">ver.di<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Der Fl&uuml;chtlingsschutz Europas ist besch&auml;mend!<\/strong><br>\n&bdquo;Politik der Angst vor drohenden Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;men: Auch Deutschland blockiert wichtige Vorhaben und tr&auml;gt zur zunehmenden Abschottung Europas bei. Immer mehr der &uuml;ber 40 Millionen Fl&uuml;chtlinge und Vertriebenen auf der Welt verlieren die Perspektive in naher Zukunft in ihre Heimatl&auml;nder zur&uuml;ckkehren zu k&ouml;nnen und brauchen neben humanit&auml;rer Hilfe immer h&auml;ufiger auch eine neue Heimat. Die Situation von Fl&uuml;chtlingen in europ&auml;ischen Au&szlig;enstaaten wie Griechenland oder Malta ist katastrophal. Deutschland wird dabei seiner Verantwortung nicht gerecht und verweigert sich einem verbindlichen Lastenausgleich im europ&auml;ischen Fl&uuml;chtlingsschutz.<br>\nStattdessen beharrt die Bundesregierung auf der Idee freiwilliger und sporadischer Unterst&uuml;tzung. Damit blockiert sie alle Chancen f&uuml;r einen verantwortungsvollen und menschlichen Fl&uuml;chtlingsschutz in Europa&hellip;&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/32\/32822\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Guido Westerwelle: Schleppende Existenz in langen Hosen<\/strong><br>\nKaum jemals hat man in der j&uuml;ngeren Vergangenheit die so erfolgreiche Selbstdemontage eines Spitzenpolitikers erlebt wie im Fall von Au&szlig;enminister Westerwelle. Der FDP-Chef hat sich ein Amt zu viel zugemutet.<br>\nF&uuml;r den miserablen Zustand, in dem sich die Bundesregierung befindet, gibt es mehrere Ursachen. Das Grund&uuml;bel allerdings ist eindeutig: FDP und CSU benehmen sich oft nicht wie Partner, sondern wie politische Gegner.<br>\nAngela Merkels genuine St&auml;rke ist nicht das souver&auml;ne F&uuml;hren, sondern das rationale Moderieren. Dies gelingt ihr immer weniger, weil die innerkoalition&auml;re Vernunft in der Konstellation Schwarz-Gelb deutlich geringer ausgepr&auml;gt ist als bei Schwarz-Rot oder auch Rot-Gr&uuml;n. In diesem Sinne kann es Schwarz-Gelb nicht.<br>\n&ldquo;Die k&ouml;nnen es nicht&rdquo;, war einer der Lieblingss&auml;tze des FDP-Matadors Westerwelle in der rot-gr&uuml;nen Zeit. Nun hat man in der j&uuml;ngeren Vergangenheit kaum jemals eine so erfolgreiche Selbstdemontage eines Spitzenpolitikers erlebt, wie dies derzeit im Falle Westerwelles zu beobachten ist. Der Au&szlig;enminister Westerwelle findet in der &ouml;ffentlichen Wahrnehmung kaum statt. Als seine originellste Leistung ist die Forderung nach dem Abzug der in Deutschland verbliebenen US-Atombomben (etwa 20) in Erinnerung. Ansonsten reist er in langen Hosen durch die Welt und f&auml;llt als internationaler Minister wenig, als konzeptioneller Au&szlig;enpolitiker gar nicht auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/guido-westerwelle-schleppende-existenz-in-langen-hosen-1.963188\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gauck wird grunds&auml;tzlich<\/strong><br>\nDer Kandidat beginnt seinen Vortrag mit einer Korrektur. Aber nein, belehrt er sanftm&uuml;tig die Schriftstellerin Monika Maron, die ihn soeben zehn Minuten lang gepriesen hat, &ldquo;Wahlkampf wird hier nicht gemacht&rdquo;. Vorstellen wolle er sich an diesem Tag an diesem Ort. Mehr nicht. Dann schmunzelt er. Er wei&szlig; es nat&uuml;rlich besser.\n<p>Diesem Volk aber, das kann man seiner Rede entnehmen, wird auch ein Bundespr&auml;sident Gauck so einiges zumuten. Den Afghanistan-Krieg etwa k&ouml;nne er &ldquo;nicht verurteilen&rdquo;, den Begriff &ldquo;F&uuml;rsorgestaat&rdquo; sehr wohl. Und wenn er den Groll &uuml;ber &ldquo;gewissenlose Finanzakrobaten&rdquo; teile, so Gauck, dann noch lange nicht die grunds&auml;tzliche Kritik am marktwirtschaftlichen System. Auch gegen Arme und Abgeh&auml;ngte wolle er &ldquo;nicht gn&auml;dig sein&rdquo;, wenn sie sich verweigerten. Ihnen r&auml;t Gauck: &ldquo;Geht hin, nehmt euer Wahlrecht wahr, auch wenn ihr ein klein wenig abgeh&auml;ngt seid.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/2776222_Bundespraesidentschaftskandidat-Gauck-wird-grundsaetzlich.html\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Ohnmacht<\/strong><br>\nDer gemeinsame Aufruf der Europaparlamentarier sollte zu denken geben. Noch nie haben unsere Volksvertreter in dieser Offenheit eingestanden, dass sie bei dem gegenw&auml;rtig wichtigstem Thema, der Finanzmarkt- und Bankenregulierung, nahezu ohnm&auml;chtig sind. Denn die Lobbys der Banken, die wenig Lust auf Regulierung haben, sind extrem gut organisiert, mit Geld und Experten ausgestattet.<br>\nAuf der anderen Seite, dort wo das &ouml;ffentliche Gut Finanzstabilit&auml;t hergestellt werden soll, ist die Expertise mau. Wer k&auml;mpft f&uuml;r mehr Stabilit&auml;t im Finanzsektor, damit die Steuerzahler nicht immer wieder mit Rettungsschirmen &uuml;ber Hunderte von Milliarden Euro zur Kasse gebeten werden? Deshalb hinkt der Vergleich der Initiatoren mit den Umweltlobbys, seien es Greenpeace oder BUND, auch nicht. Letztere k&auml;mpfen f&uuml;r das &ouml;ffentliche Gut saubere Umwelt und karren daf&uuml;r Gutachten um Gutachten an, positionieren sich gegen die Konzerne, die etwa Atomstrom hoff&auml;hig halten wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2772888_Kommentar-Ohnmacht.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>China wertet auf <\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Deutscher Export jubelt<\/strong><br>\nChina macht Ernst: Der Ank&uuml;ndigung vom Wochenende, den Yuan behutsam aufzuwerten, folgte am Montag die Umsetzung &ndash; und die deutsche Wirtschaft kann frohlocken. Um immerhin 0,42 Prozent gewann die chinesische W&auml;hrung im Vergleich zum Dollar.<br>\nAm Sonntag war noch unklar gewesen, ob Chinas Notenbank mit der Ank&uuml;ndigung von mehr &ldquo;Flexibilit&auml;t&rdquo; tats&auml;chlich das Ziel verfolgte, einen allm&auml;hlichen Wertgewinn zuzulassen. Der war in der Vergangenheit stets durch Devisenk&auml;ufe unterbunden worden, der Kurs blieb seit 2008 fast auf den Punkt genau stabil.<br>\nHorst L&ouml;chel, Chinaexperte der Frankfurt School of Finance and Economics, erwartet in den kommenden Jahren eine stetige Aufwertung: &ldquo;Es k&ouml;nnten in den kommenden drei Jahren etwa 20 bis 30 Prozent Kursgewinn gegen&uuml;ber dem Dollar werden&rdquo;, sch&auml;tzt der in Schanghai arbeitende Forscher. Sollte sich das Dollar\/Euro-Verh&auml;ltnis nicht &auml;ndern, werte der Euro in gleichem Ma&szlig;e ab.<br>\nF&uuml;r die deutschen Exporteure ist das eine hervorragende Nachricht. &ldquo;Das verbilligt die deutschen Waren in China und macht sie attraktiver&rdquo;, sagt L&ouml;chel. Auch beim Au&szlig;enhandelsverband BGA erwartet man eine St&auml;rkung der Exporteure.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2772641_Yuan-Aufwertung-Deutscher-Export-jubelt.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Da legt der Renminbi zum Dollar mal einen Tag lang um ca. 0,4 Prozent zu, und schon bricht das Exportkapital in Jubel aus. Selbst wenn China tats&auml;chlich j&auml;hrlich um drei Prozent aufwerten w&uuml;rde, d&uuml;rfte es etwas l&auml;nger dauern bis der Renminbi seine Unterbewertung von ca. 30 Prozent, Kritiker in den USA sch&auml;tzen 40 Prozent, abgebaut h&auml;tte. Profitiert hat das europ&auml;ische Exportkapital vor allem davon, dass der Renminbi  durch seine Dollarkoppelung seit Jahresbeginn um 17 Prozent gegen&uuml;ber dem Euro aufgewertet hat. Geradezu l&auml;cherlich ist die Formulierung, China sei nach den USA &ldquo;f&uuml;r deutsche Unternehmen der zweitwichtigste Absatzmarkt au&szlig;erhalb Europas.&rdquo;  Dadurch wird die Bedeutung Chinas f&uuml;r den deutschen Export unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig betont. 2009 exportierten wir nach China nur etwas weniger als nach Polen. Die Schweiz liegt fast gleichauf mit China, und Belgien und &Ouml;sterreich importieren jeweils einen ganzen Batzen mehr deutsche Waren als China. Ganz anders sieht es auf unserer Importseite aus. Hier ist hinter den Niederlanden China der wichtigste Importeur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Content\/Statistiken\/Aussenhandel\/Handelspartner\/Tabellen\/Content100\/RangfolgeHandelspartner,property=file.pdf\">Statistisches Bundesamt [PDF &ndash; 46.1 KB]<\/a><\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Aufwertung war ein kluger Schachzug<\/strong><br>\nChina macht sich vom Dollar unabh&auml;ngiger und stellt die Weichen in Richtung mehr Produktivit&auml;t.<br>\nDie VR China ist dem Dr&auml;ngen der USA und anderer westlicher Staaten nachgekommen und hat den Yuan aufgewertet &ndash; um stolze 0,42 Prozent. Welche Auswirkungen hat das auf die Weltwirtschaft?<br>\nEs wird von den USA als Triumph gefeiert, dass China jetzt ein wenig aufwertet &ndash; aber eigentlich hat das Land etwas ganz anderes gemacht: Es hat sich vom US-Dollar gel&ouml;st und als Bezugsgr&ouml;&szlig;e auf einen allgemeinen Devisenkorb umgestellt, in dem all die W&auml;hrungen vertreten sind, mit denen China die meisten Gesch&auml;fte macht. Und das ist vor allem der Euro. Die jetzt verk&uuml;ndete Aufwertung ist daher in erster Linie auf die Schw&auml;che der europ&auml;ischen W&auml;hrung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren.<br>\nDie USA behaupten zwar, sie h&auml;tten diesen Schritt erzwungen &ndash; es wurde aber lediglich ein anderes Berechnungsschema eingef&uuml;hrt, woraus sich erstens diese Aufwertung ergibt. Die f&uuml;hrt &ndash; zweitens! &ndash;in folgende Richtung: Exporte werden f&uuml;r China ein klein wenig teurer, die Importe entsprechend billiger. Eine grunds&auml;tzliche Ver&auml;nderung der Handelsstr&ouml;me ergibt sich daraus nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/06-23\/053.php\">jungewelt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Genozid in Zentralasien <\/strong><br>\nAm 10. Juni versank der S&uuml;den Kirgisiens im B&uuml;rgerkrieg. Die Bilder erinnern an die Balkankriege, die zeitliche und organisatorische Koordination der Ereignisse erinnert jedoch eher an den V&ouml;lkermord in Ruanda. In den Abendstunden tauchten maskierte M&auml;nner in den Strassen der St&auml;dte Osh und Dschalalabad auf. Die Killerkommandos, die teils mit schwarzen Bandagen am Unterarm uniformiert waren, kamen mit Pickups, schossen mit automatischen Waffen in die Menge, st&uuml;rmten H&auml;user und Wohnungen, brandschatzten, vergewaltigten und verbreiteten mindestens vier Tage lang Angst und Schrecken. Die Opfer dieses Massakers geh&ouml;rten beinahe ausschlie&szlig;lich zur usbekischen Minderheit, die in Osh und Dschalalabad allerdings rund 60% der Einwohner stellt. Wer die T&auml;ter waren, ist bis heute unbekannt. Fest steht lediglich, dass ihr blutiges Handwerk orchestriert wurde und die Drahtzieher sich im S&uuml;den Kirgisiens offensichtlich gut auskannten und einen B&uuml;rgerkrieg unter den Ethnien ausl&ouml;sen wollten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/3251\/genozid-in-zentralasien#more-3251\">Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Buchempfehlungen <\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Eliten oder Nieten<\/strong>\n<p>Manfred Holztrattner war nie ein Feind klarer Worte. Schon zu seiner Zeit als Generaldirektor des Raiffeisenverbands Salzburg prangerte er den Gr&ouml;&szlig;enwahn in der Wirtschaft an und kritisierte &bdquo;sinnlose Fusionen zu krisenanf&auml;lligen Gro&szlig;konzernen&ldquo;. Seit Holztrattner im Ruhestand ist, setzt er sich noch sehr viel intensiver mit den Fehlentwicklungen in der Wirtschaft auseinander. J&uuml;ngstes Produkt dieser Auseinandersetzung ist das Buch &bdquo;Eliten oder Nieten?&ldquo;, das Holztrattner zusammen mit dem Sozialethiker und Philosophen Clemens Sedmak verfasst hat und das eine schonungslose Abrechnung mit dem Versagen von Politikern und F&uuml;hrungskr&auml;ften ist.<br>\nHolztrattner &auml;rgert sich gewaltig dar&uuml;ber, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise als Schicksalsschlag dargestellt wird und man bereits wieder zum Business as Usual zur&uuml;ckgekehrt ist. &hellip; In erster Linie verantwortlich sind nach Holztrattners Meinung die Politiker. &bdquo;Vom konservativen George W. Bush bis hin zum sozialistischen Tony Blair, von der rot-gr&uuml;nen Koalition unter Gerhard Schr&ouml;der bis zu Silvio Berlusconi und Nicolas Sarkozy haben alle diesen ultra-liberalistischen Spekulationswahn aktiv unterst&uuml;tzt&ldquo;, sagte Holztrattner. Durch die Deregulierung und Liberalisierung der Finanzm&auml;rkte seien die gr&ouml;&szlig;ten Bank-, Versicherungs- und Industriekonzerne entstanden, die Einkommen der Manager seien in ungeahnte H&ouml;hen gestiegen. Gleichzeitig seien dadurch aber auch &bdquo;die gr&ouml;&szlig;ten Pleiten und die gr&ouml;&szlig;te Geldvernichtung&ldquo; verursacht worden, durch die &bdquo;gr&ouml;&szlig;ten Betr&uuml;ger, Abzocker und Bilanzf&auml;lscher aller Zeiten&ldquo;.<br>\nManfred Holztrattner, Clemens Sedmak: Eliten oder Nieten, Kiesel-Verlag, Preis: 19,90 Euro, ISNB 978-3-9502787-1-2<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.salzburg.com\/online\/nachrichten\/wirtschaft\/Scharfe-Kritik-am-Versagen-der-Eliten.html?article=eGMmOI8VdSP1EqMbhvunii7XlNZHsYnHyvLcudE&amp;img=&amp;text=&amp;mode\">salzburg.com<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Im freien Fall<\/strong>\n<p>Joseph Stiglitz legt mal wieder ein besonders kritisches Werk vor. Diesmal geht er den Fehlern der US-amerikanischen Regierung nach dem Platzen der Immobilienblase auf den Grund.<br>\nEr wirft sowohl George Bush als auch dessen Nachfolger Barack Obama vor, die Krise nicht fr&uuml;hzeitig und entschieden genug bek&auml;mpft zu haben. Stiglitz pl&auml;diert mit viel Verve daf&uuml;r, die Schw&auml;chsten der Gesellschaft zu unterst&uuml;tzen. Statt dem Heer der Arbeitslosen und &uuml;berschuldeten Hausbesitzer zu helfen, pumpte das Wei&szlig;e Haus Milliardensummen in die Banken. Das Buch macht Zusammenh&auml;nge verst&auml;ndlich, wenngleich sich &uuml;ber die pr&auml;sentierten L&ouml;sungskonzepte trefflich streiten l&auml;sst.<br>\nEine ausgezeichnete Darstellung der Krise, die &uuml;berdies nicht am Faktischen haften bleibt, sondern Wege in die Zukunft aufzeigt. Eine Empfehlung f&uuml;r alle Wirtschaftsinteressierten, die die Finanzkrise besser verstehen wollen.<br>\nJoseph Stiglitz: Im freien Fall -: Vom Versagen der M&auml;rkte zur Neuordnung der Weltwirtschaft, Siedler Verlag;<br>\nISBN: 978-3886809424<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=2437&amp;blogId=19\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Sparanstrengungen gehen weiter<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.faz.net\/m\/%7BF9BEBC84-87C9-433A-8ED5-C0B06D1DBFF1%7DPicture.jpg\" alt=\"Die Sparanstrengungen gehen weiter\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub501F42F1AA064C4CB17DF1C38AC00196\/Doc~E02DA2CEE496E4DABBB60DA8CEED3A4CF~ATpl~Ecommon~SMed.html#F9BEBC8487C9433A8ED5C0B06D1DBFF1\">FAZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Krugman Kritik an Bundesbankchef Weber; Deutschland lebt seit Jahren unter seinen Verh&auml;ltnissen; Spar-Pandemie; was uns wirklich krank macht; die Toscanella ist keine normale Tomate; Steuervermeidung weltweit; Merz geht auf Hartz-IV-Empf&auml;nger los; Gerecht geht anders; Besch&auml;ftigungsdatenschutz; Fl&uuml;chtlingsschutz Europas ist besch&auml;mend; Westerwelle; Gauck wird grunds&auml;tzlich; Ohnmacht der Politik; China wertet auf;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5970\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5970","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5970","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5970"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5970\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5985,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5970\/revisions\/5985"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5970"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5970"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}