{"id":59783,"date":"2020-04-01T07:26:24","date_gmt":"2020-04-01T05:26:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59783"},"modified":"2020-04-05T08:53:47","modified_gmt":"2020-04-05T06:53:47","slug":"altersrassismus-kann-man-die-isolation-von-risikogruppen-wirklich-so-bewerten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59783","title":{"rendered":"\u201eAltersrassismus\u201c &#8211; Kann man die Isolation von Risikogruppen wirklich so bewerten?"},"content":{"rendered":"<p>Der Bundestagsabgeordnete der Linken, <strong>Diether Dehm<\/strong>, und der SPD-Abgeordnete <strong>Christian Petry<\/strong> haben zusammen einen Text verfasst mit der &Uuml;berschrift &bdquo;Altersrassismus oder Corona-Realismus?&rdquo; und den NachDenkSeiten zur Ver&ouml;ffentlichung angeboten. Das soll geschehen, obwohl der Text mich nicht &uuml;berzeugt. Er ist aber ein gutes Beispiel daf&uuml;r, wie man die Sache auch sehen kann. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\nWarum die kritische Bewertung? Ich zitiere den ersten Absatz des Textes von Dehm und Petry:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Sicher, der Strategie tritt gerade der eine oder andere Journalist und selbst der eine oder andere enge politische Freund n&auml;her: Risikogruppen (wie &Uuml;-60-J&auml;hrige) werden von der infekti&ouml;sen Bildfl&auml;che weggesperrt, damit die &sbquo;Wirtschaft wieder rollt&lsquo;&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Wie bitte? Ich stelle mir vor, der Leserbriefschreiber, der der Redaktion der NachDenkSeiten vor kurzem geschrieben hat, dass er arbeitslos war, sich selbstst&auml;ndig gemacht hat und jetzt alles, was er in seiner Not aufgebaut hat, kaputt geht und er wieder vor dem Nichts steht, liest den ersten Absatz von Dehm und Petry. Er wird die Welt nicht mehr verstehen. Und ich kann als &bdquo;&Uuml;-60-J&auml;hriger&ldquo; erg&auml;nzen, dass ich mich im Interesse der Existenzrettung von Millionen j&uuml;ngerer Menschen gerne von der &ldquo;infekti&ouml;sen Bildfl&auml;che wegsperren&rdquo; lasse bzw. selbst den R&uuml;ckzug antrete.<\/p><p>Soweit die Vorbemerkung, und jetzt der Text von Diether Dehm und Christian Petry:<\/p><p><strong>Altersrassismus oder Corona-Realismus?<\/strong><\/p><p><em>Von Diether Dehm (Die LINKE)[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] und Christian Petry (SPD)[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">**<\/a>]<\/em><\/p><p>Sicher, der Strategie tritt gerade der eine oder andere Journalist und selbst der eine oder andere enge politische Freund n&auml;her: Risikogruppen (wie &Uuml;-60-J&auml;hrige) werden von der infekti&ouml;sen Bildfl&auml;che weggesperrt, damit die &bdquo;Wirtschaft wieder rollt&ldquo;. <\/p><p>Sollen aber die kulturellen und rechtsstaatlichen Bedenken dabei auch weggesperrt werden? Wenn der Gr&uuml;ne Boris Palmer f&uuml;r die &bdquo;langfristige Isolation von Risikogruppen&ldquo; wirbt? Immerhin: bei Olaf Scholz regt sich der  Sozialdemokrat und er protestiert dagegen: Menschenleben h&auml;tten Vorrang vor Wirtschaft (obwohl, logisch: der Niedergang von Wirtschaft hat auch mit Menschensterben zu tun).<\/p><p>Der Isolier-Gedanke ploppt immer &ouml;fter auf und in die Breite. Von Pressekonferenzen aus Krankenh&auml;usern und Pflegeheimen als pragmatische Priorit&auml;tensetzung unter deren Beatmungs- und Betreuungsengp&auml;ssen. Doch der Gedanke findet sich auch <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article206548759\/ARD-Satire-Coronavirus-rafft-die-Alten-dahin-Das-ist-nur-gerecht.htm\">in finsterem Zynismus in der Unterhaltungskunst<\/a>.<\/p><p>Der Hollywood-Sciencefiction &bdquo;Soylent Green&ldquo; aus 1973 hat pl&ouml;tzlich einen enormen Anstieg an Zugriffen. Edward G. Robinson spielte dort 1973 den alten, wohnungsvertriebenen Sol Roth, der sich bei Beethovens &bdquo;Pastorale&ldquo; 2022 einschl&auml;fern und wie zigtausende Andere zu synthetischem Soylent-Futter verarbeiten l&auml;sst. Und zwar durch einen Nestle-&auml;hnlichen Konzern. Zur Notnahrung einer hungernden US-Bev&ouml;lkerung nach einer Klima- und Nahrungskatastrophe, in einem Polizeistaat, welcher Ansammlungen verbietet. <\/p><p>So schlimm wird es wohl nicht kommen. Aber Altendiskriminierung schuf enormen Raum f&uuml;r derlei Dystopien, seit Rentenprivatprofiteure wie &bdquo;Allianz&ldquo;, Maschmeyer &amp; Co jungen Rentenzahlern per gro&szlig;angelegtem Lobby- und Medienaufwand demographisch demagogisch &Auml;ngste und Hass auf &bdquo;die alten Schmarotzer&ldquo; einzufl&ouml;&szlig;en versucht haben. Dabei w&auml;ren die Rentenkassen beim gleichzeitigen &Auml;lterwerden der Alten sicherer, wenn allein die Zahl der Tarifl&ouml;hne verdoppelt w&uuml;rde und erst recht, wenn alle einzahlen w&uuml;rden.<\/p><p>&bdquo;Herdenimmunisierung&ldquo; ohne Alte klingt plausibel. Und wer dann die Alten wegschlie&szlig;en m&ouml;chte, betont selbstredend, alles sei zu &bdquo;ihrem Besten&ldquo; und appelliert an deren Eigenverantwortung beim &bdquo;Cocooning&ldquo; (Mode-Begriff in Irland f&uuml;r Abkapselung &amp; F&uuml;tterung von Alten). Es seien zwar die infizierten Jungen, die die Risikogruppe der &uuml;ber 60-J&auml;hrigen gef&auml;hrden, aber immerhin: Arbeitskraft und k&ouml;rperliche Abwehrkr&auml;fte der &Auml;lteren seien ja ohnehin reduziert, vorerkrankt, vernutzt. Und zudem ohne lange Verwertungsperspektive.<\/p><p>Dies wird von einer Marktwirtschaft propagiert, deren Trumpf-Ass-Karte aber im &Auml;rmel steckenbleibt: mit Erh&ouml;hung des MarktANGEBOTS n&auml;mlich zu locken. Mit einem Mehr an Sport, Transport, ambulanter Pflege und Kultur f&uuml;r &Auml;ltere, also mit einer &ouml;ffentlichen Infrastruktur, die vorzugsweise in deutschen D&ouml;rfern seit Jahrzehnten unter Null gefahren worden war. Es ist mit der Einschr&auml;nkung von Versammlungsfreiheit wie mit dem Gewaltmonopol und Polizei: was der Staat pers&ouml;nlich entzieht, sollte er &ouml;ffentlich-rechtlich ersetzen. Aber der &bdquo;Neoliberalismus&ldquo; (weshalb bereits Hermann Scheer vor diesem sch&ouml;nenden Kampfbegriff warnte) betreibt in Wahrheit die <strong>Beschr&auml;nkung<\/strong> von Freiheiten f&uuml;r die &bdquo;unteren&ldquo; Zweidrittel. W&auml;re er vor Jahrzehnten gegen die damaligen Alten vorgegangen, also gegen die in der formierten Gesellschaft von 1968 mit NS-Hintergrund, autorit&auml;rer  Freiheitsentzug w&auml;re leichter von der Hand gegangen. <\/p><p>Aber die Alten von heute hatten mal an Willy Brandts &bdquo;Mehr Demokratie&ldquo; geschnuppert, gegen Pershings getanzt und manchmal sogar Marx, Marcuse und Abendroth gelesen &ndash; sind also oft zu renitent, um sich auf Dauer Versammlungen verbieten zu lassen und zu &bdquo;altmodisch&ldquo; f&uuml;r Skype-Konferenzen statt Live-Debatten und Demos. <\/p><p>Und sie haben einige schlechte Erfahrungen mit dieser sozialen und kulturellen Konzernhegemonie: das Abwracken von Kapitalsteuern, Pflege, Renten und L&ouml;hnen geschah immer dann, wenn die Unteren den Oberen etwas kampflos &uuml;berlie&szlig;en. Also reagieren diese heutigen Alten nicht eben nur dankbar, wenn ausgerechnet die, die sie wegschlie&szlig;en m&ouml;chten, genau die sind, die f&uuml;r Versaubeutelung von Schutzmasken, Atemger&auml;ten und Pflegepersonal und f&uuml;r die Privatisierung von Krankenh&auml;usern verantwortlich waren.<\/p><p>G&auml;be es also nicht dieses vorbelastete Verh&auml;ltnis zwischen den Oberen und ihren Unteren, h&auml;tte es den Hei&szlig;hunger der Konzerne nie gegeben und die Nimmersatten, die auf jedweder Not steigenden wie fallenden Kurs spekulieren, einige Ma&szlig;nahmen kl&auml;ngen pragmatisch und plausibler und w&uuml;rden jetzt nicht mit derart verschw&ouml;rungstheoretischer B&ouml;sgl&auml;ubigkeit verhandelt: was du den Herrschenden kampflos delegierst &ndash; wann kriegst du es jemals zur&uuml;ck? Dieser Dialog zwischen Unten und Oben ist kontaminiert. Aus befristeter Einschr&auml;nkung von (auch b&uuml;rgerlich parlamentarischer) Freiz&uuml;gigkeit ersteht flugs ein demokratiepolitisches Angstszenario: George Orwell meets &bdquo;Soylent Green&ldquo;. <\/p><p>Dabei w&auml;re es nur logisch, nicht durch fl&auml;chendeckenden Shutdown ein &Uuml;berma&szlig; an wirtschaftlichem Dauerschaden zu erzeugen, wonach und wodurch bald noch mehr Menschenleben und Sozialstaat zerst&ouml;rt sein d&uuml;rften. Risikogruppen auf Distanz zu bringen, h&auml;tte Sinn. Aber die Sorge, demn&auml;chst selbst als Arbeitskraftverk&auml;ufer*In vom Mainstream der Kapitalisten geteert, gefedert und an den Pranger genagelt zu werden, wenn man uneinsichtig ist und solidarisch mit Anderen demonstriert, liefert den Argwohn.<\/p><p>Wir wissen nicht, wie die Coronapandemie letzlich verl&auml;uft und welche dramatischen Auswirkungen auf Leib und Leben der Menschen sie noch haben kann. Noch liegt das Mortalit&auml;ts-Geschehen des CoVid 19 in Deutschland weit unter dem der multiresistenten Keime, die aufgrund der spekulativen Pflegek&uuml;rzung und Hygieneeinsparung der letzten Jahrzehnte j&auml;hrlich Leben in Gr&ouml;&szlig;enordnung einer deutschen Stadtbev&ouml;lkerung vernichtet. Wenn nun daf&uuml;r die Wirtschaft weiter gedownshuttet wird, spricht der Volksmund allm&auml;hlich vom Schie&szlig;en &bdquo;mit Kanonen auf Spatzen&ldquo; und meint damit nicht nur die Unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit, sondern auch Vergeblichkeit des Unterfangens.<\/p><p>W&auml;ren da konzentrische Ma&szlig;nahmen gegen Alte und andere Risikogruppen nicht ma&szlig;voller, oder, wie sagt man, &bdquo;zielf&uuml;hrender&ldquo;? Zumal, zynisch weitergesponnen, alte und andere teilverbrauchte, teilbesch&auml;digte Arbeitskr&auml;fte nicht ohnehin aus den Augen aus dem Sinn geh&ouml;ren, wenn sie ihren Job bereits hinter sich haben? Wie erfrischend waren die Alten denn in Werbeplakaten und Popsongs? Und dann war da noch das Gerede von der &bdquo;Tyrannei der alten wei&szlig;en M&auml;nner&ldquo; und &bdquo;unserer Oma als alte Umweltsau&ldquo;, weil sie bei Lidl immer noch ihr Kotelett zum Billigpreis einkauft? Geiz ist geil. Aber nicht der Geiz der Alten.<\/p><p>Wir haben in unserem &bdquo;Rotroten Buch zum &Auml;lterwerden, Respekt und Rente&ldquo; gemeinsam mit Sahra Wagenknecht, Martin Schulz, Konstantin Wecker und anderen ein paar Argumente gegen diese diskriminierende Sicht aufs Alter (einige sprechen sogar von &bdquo;Altersrassismus&ldquo;) zusammengestellt und erlauben uns, hier diese Argumentation nicht noch einmal wiederholen zu m&uuml;ssen. (Immerhin: der Eulenspiegel-Buch-Verlag sollte in diesen KMU-fressenden Zeiten auch &uuml;berleben und B&uuml;cher verkaufen!)<\/p><p>Der Staat spendet gerade stehende Ovationen und zieht den Hut f&uuml;r Pflegekr&auml;fte: in einem Respekt, der oft so tiefempfunden herzlich klingt wie der &bdquo;Freundschafts&ldquo;-Button bei Facebook oder wenn sich alle 11 Minuten ein Paar auf Parship &bdquo;verliebt&ldquo;. Wenn dann die Pflegekr&auml;fte aber 20 % mehr Lohn fordern, setzen sich viele im Staat den Hut (besser: die Stamokappe) wieder auf: &bdquo;soweit sollten wir denn dann doch nicht gehen&ldquo;. <\/p><p>Wichtig ist aber, zus&auml;tzlich auf einige medizinische und soziale Widerspr&uuml;chlichkeiten bei einem allzu forschen Alte-Wegschliessen hinzuweisen:<\/p><ul>\n<li>die Ausbildung von Antik&ouml;rpern (Immunisierung) ist &ndash; bevor es einen validen Impfstoff gibt &ndash; immer verbunden mit einer erh&ouml;hten Sterberate. Und zwar ab einem Alter, in dem das Immunsystem &uuml;ber sinkende Potenziale verf&uuml;gt. Dennoch sollte das &bdquo;Immun-Argument&ldquo; nicht mechanisch hingenommen werden: wie stark k&ouml;rpereigene Abwehrkr&auml;fte &uuml;ber dem 60. Lebensjahr nach unten gehen, ist auch in der Hand der Gesellschaft und ihrer Tr&auml;ger, deren Alkohol und Nikotingenuss, Schlaftiefe, Arbeitszeitregime, k&ouml;rperlich sportlichem und psychischem Ausgleich usw.. <\/li>\n<li>alle seri&ouml;se Gesundheitsforschung weist darauf hin, dass das Immunsystem keine au&szlig;erhalb der Psychosomatik geparkte Struktur ist, sondern auch eng damit zusammenh&auml;ngt, wie entfremdet und zerst&ouml;rerisch die Arbeit in den vergangenen Lebensjahrzehnten verlaufen war und weiter verl&auml;uft. Deswegen sollte sich auch nicht zu viel politische Bequemlichkeit breitmachen, das ganze Problem auf den d&auml;monischen Kugelkopf eines Virus einzugrenzen, ohne den Gesamtzusammenhang zu sozialen Lebens-Konditionen herzustellen, die im wesentlichen Ausma&szlig; auch von dem abh&auml;ngen, was Arbeitsstress genannt und in engem Zusammenhang mit &bdquo;Vorerkrankung&ldquo; genannt werden sollte<\/li>\n<li>Ach ja, und wenn die &uuml;ber 60-J&auml;hrigen von j&uuml;ngeren MitarbeiterInnen distanziert werden sollen, dann ist doch Betrieb und Arbeitsplatz als Hauptinfektionsherd die erste Adresse. Dann darf auch offensiver f&uuml;r ein Renteneintrittsalter ab 60 geworben werden, statt &ndash; wie von F. Merz &ndash; ab 70<\/li>\n<li>Denn, ja: welche\/r Alte will sich aus kulturellen Zusammenh&auml;ngen mit J&uuml;ngeren herausdr&auml;ngen lassen, wenn davon  junge B&ouml;rsenhaie profitieren, die jetzt auf fallende Kurse wetten oder ihr Pulver f&uuml;r Aktien- und Firmenaufk&auml;ufe nach der Krise trockenhalten? F&uuml;r diese Profiteure sollen jetzt Konzerne und Verluste verstaatlicht und dann, nach erneuertem Gewinnsprudeln, wieder privatisiert werden?<\/li>\n<\/ul><p>Wohlbemerkt: es geht jetzt um L&ouml;sungen und nicht erst nach Abschaffung des Kapitalismus. (Dieser vermag n&auml;mlich auch weniger neoliberal zu &uuml;berleben). Wenn nun DIESE Bundesregierung JETZT mit allerlei rhetorischem und medialem Aufwand vom Parlament, von &Auml;lteren und Risikogruppen fordert, erhebliche Rechte und Freiheiten an den Staat abzutreten, dann ist doch ihre Legitimationsbasis f&uuml;r diese gewaltige Aufgabe doch zu d&uuml;nn &ndash; wiewohl es die Gro&szlig;e Koalition gibt und wiewohl die CDU nun &uuml;ber 30 % ansteigt. <\/p><p>Das Misstrauen gegen vergangene Regierungen und deren Parteien ist auch zu sehr angewachsen; die Privatisierungs-Raubz&uuml;ge in Gesundheit, Pflege, Rente, Bahn, Finanzsektor und Sozialstaat in zu b&ouml;ser, frischer Erinnerung. Und die Angst ist auch zu gro&szlig; vor modisch wohlfeiler Alterdiskriminierung, die sich mit Krisenbew&auml;ltigern und Profiteuren verb&uuml;ndet. <\/p><p>In Italien wird breit von einer &bdquo;Regierung der nationalen Einheit&ldquo; gepostet. Orban macht sich gerade zum Diktator, zumindest auf Zeit. Wer bei uns dem Staat gravierende pers&ouml;nliche Rechte (nicht nur von Risikogruppen) abzutreten propagiert und dies auf echte breitmehrheitliche Akzeptanz zu basieren w&uuml;nscht, darf nicht l&auml;nger vor privaten Riesenverm&ouml;gen und Profiteuren halt machen. Und der muss sofort die Basis der Bundesregierung relevant verbreitern. Und zwar um entschiedene KapitalismuskritikerInnen und standfeste Gewerkschafter! <\/p><p>Die staatliche Legitimationsbasis muss tragf&auml;higer werden. Nicht nur, um das mindeste Vertrauen auf die R&uuml;ckgabe von b&uuml;rgerlichen Bewegungs-Freiheiten nach der Krise zu verst&auml;rken, sondern auch um zumindest Teile des wohlbegr&uuml;ndeten Misstrauens gegen&uuml;ber diesem Staat zu &uuml;berwinden, was sich in den letzten Jahren auf teilweise skurrilen Projektionsfl&auml;chen und Artikulationsalternativen f&uuml;r oder gegen Deutschland verlagert hat und was wieder f&uuml;r demokratisch legitimierte Bez&uuml;ge im Rahmen des gelebten Grundgesetzes und seiner Sozialstaatlichkeit zur&uuml;ckgewonnen werden sollte.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Mittelstandspolitischer Sprecher<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;**<\/a>] Europapolitischer Sprecher, Generalsekret&auml;r der Saar-SPD<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundestagsabgeordnete der Linken, <strong>Diether Dehm<\/strong>, und der SPD-Abgeordnete <strong>Christian Petry<\/strong> haben zusammen einen Text verfasst mit der &Uuml;berschrift &bdquo;Altersrassismus oder Corona-Realismus?&rdquo; und den NachDenkSeiten zur Ver&ouml;ffentlichung angeboten. 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