{"id":59797,"date":"2020-04-01T09:30:44","date_gmt":"2020-04-01T07:30:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59797"},"modified":"2020-04-01T13:42:54","modified_gmt":"2020-04-01T11:42:54","slug":"frankreich-und-die-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59797","title":{"rendered":"Frankreich und die Pandemie"},"content":{"rendered":"<p>Ein &uuml;berforderter Pr&auml;sident hat am 25. M&auml;rz nach dem Besuch eines neu errichteten Milit&auml;rlazaretts in M&uuml;lhausen, das die &uuml;berf&uuml;llten Krankenh&auml;user in der Region entlasten soll, erneut eine Rede an die Nation gehalten. Der Nordosten Frankreichs, zu dem auch das Elsass geh&ouml;rt, ist die am schwersten von der Epidemie betroffene Region Frankreichs. Viele Krankenh&auml;user sind bereits mit ihrer Aufnahmekapazit&auml;t am Limit, es sind bereits mehrere Patienten mit einem zum rollenden Krankenhaus umgebauten TGV und mit Flugzeugen der Luftwaffe zur weiteren Behandlung in andere Provinzen und ins Ausland gebracht worden. Auch diesem Tag, an dem Macron in M&uuml;lhausen war. Von <strong>Marco Wenzel<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n&ldquo;Ich sehe in unserem Land die Faktoren der Spaltung, die Zweifel, all jene, die das Land heute zerbrechen wollen, w&auml;hrend wir nur eine einzige Obsession haben d&uuml;rfen: vereint zu sein, um das Virus zu bek&auml;mpfen&rdquo;, so das Staatsoberhaupt am Mittwoch  im Elsass.  <\/p><p>Macron macht damit quasi eine f&uuml;nfte Kolonne mitverantwortlich f&uuml;r das Ausma&szlig; der Pandemie, welche Zweifel am Krisenmanagement seiner Regierung s&auml;en und es untergraben w&uuml;rde. Er sprach erneut von einem Krieg, den Frankreich jetzt f&uuml;hren m&uuml;sse.  &ldquo;Wenn man einen Krieg beginnt, verpflichtet man sich, sich als Ganzes zu engagieren, man mobilisiert als Einheit&rdquo;, sagte er in grimmigem Ton. <\/p><p><strong>Appell an die Einheit der Nation gegen das Virus<\/strong><\/p><p>Macron hat das Virus zwar nicht erfunden. Er und seine Vorg&auml;nger tragen aber durch ihre Politik in den vergangenen Jahren (Privatisierungen, Sparpolitik usw.) die Hauptschuld daf&uuml;r, dass Frankreich zu seiner Bek&auml;mpfung so schlecht aufgestellt ist.<\/p><p>Zudem hatten Macron und seine Regierung angesichts des Coronavirus nicht den Mut, eine &ouml;ffentliche Debatte &uuml;ber die zu treffenden Ma&szlig;nahmen zu f&uuml;hren. Oder hielten sie es einfach nur nicht f&uuml;r notwendig? Macron hat einen Hang zum Dirigismus. Die &Uuml;berzeugung, dass er es besser wei&szlig;, das war von Anfang an sein Markenzeichen.<\/p><p>Deshalb gehen die Fehler bei der Bew&auml;ltigung dieser Krise einzig und allein auf die Kappe der Regierung und ihres Chefs. Der Kampf gegen das Coranavirus spiegelt dieselbe Politik wider, die stets auch an anderen Fronten verfolgt wurde: eine Mischung aus Dilettantismus, Improvisation und Arroganz. Der Kapit&auml;n f&auml;hrt auf Sicht und ohne Kompass, die B&uuml;rger werden bei den wichtigen Entscheidungen &uuml;bergangen. Der Umgang mit dem Coronavirus wurde politisch nicht diskutiert, auch die Oppositionskr&auml;fte haben diese gesellschaftliche Debatte nicht aufgegriffen. Die Experten waren und sind immer noch geteilter Meinung und schlugen mehrere Szenarien vor. All das wurde nicht diskutiert.<\/p><p>Wenn Macron die Franz&ouml;sInnen gemeinsam hinter sich stellen will, wenn er jetzt die &bdquo;Einheit der Franzosen&ldquo; beschw&ouml;rt, dann sollte seine Politik transparent sein, die Menschen m&uuml;ssen davon &uuml;berzeugt sein, dass die getroffenen Entscheidungen richtig und notwendig sind. Im Krieg ist die Moral der Zivilbev&ouml;lkerung genauso wichtig wie die Moral der Truppe. Einigkeit l&auml;sst sich nicht anordnen, sie entsteht auf der Basis von gegenseitigem Vertrauen. <\/p><p>W&auml;hrend Macrons Popularit&auml;t nach den Protesten wegen der Rentenreform auf einem absoluten Tiefpunkt war, begann sie nach den ersten Ma&szlig;nahmen zur Eind&auml;mmung der Epidemie wieder zu steigen. Aber nun bezweifeln die Franz&ouml;sInnen, dass die getroffenen Entscheidungen die richtigen sind. Eine am letzten Mittwoch ver&ouml;ffentlichte Umfrage ergab, dass 59% der Franz&ouml;sInnen glauben, dass die Krise &ldquo;schlecht bew&auml;ltigt&rdquo; wird und dass das Vertrauen in die Exekutive um 11 Punkte auf 48% gesunken ist. Spannungen und Diskussionen um das Medikament Chloroquin, ein Zustrom von Patienten in die Krankenh&auml;user, Kommunikationsdefizite, das Fehlen von Masken und Screening-Tests sowie von Desinfizierungsgel, widerspr&uuml;chliche Verf&uuml;gungen, die Menschen werden so langsam ungeduldig und unzufrieden mit der Regierung.<\/p><p>Weil sein Umgang mit der Gesundheitskrise zunehmend kritisiert wird und die nationale Einheit, hinter die Macron die Bev&ouml;lkerung zu ziehen versucht, angesichts des Mangels an resoluten Ma&szlig;nahmen zur Bek&auml;mpfung der Epidemie zu br&ouml;ckeln beginnt, versucht er nun, sich neu zu positionieren und sein Image aufzubessern. Seit Beginn der Krise hat Macron seine &ouml;ffentlichen Auftritte verst&auml;rkt, manchmal vor Ort bei den Menschen, manchmal bei Experten. Am 27. Februar in der Piti&eacute;-Salp&ecirc;tri&egrave;re, wo kurz zuvor das erste franz&ouml;sische Opfer der Epidemie gestorben war, sagte er: &bdquo;wir wissen, dass wir erst am Anfang stehen&hellip; Wir werden mit allen Mitarbeitern des Gesundheitswesens zusammenarbeiten, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.&ldquo; Am 12. M&auml;rz dann eine Fernsehansprache von Macron, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59442\">die wir hier kommentiert hatten<\/a> und jetzt der fernsehgerecht inszenierte Auftritt in M&uuml;hlhausen am letzten Mittwoch.<\/p><p><strong>Ma&szlig;nahmen gegen die Pandemie<\/strong><\/p><p>Nachdem Macron am 12. M&auml;rz die Schlie&szlig;ung aller Schulen sowie Kurzarbeit in den Betrieben angek&uuml;ndigt hatte, wurden am 13. M&auml;rz Versammlungen von mehr als 100 Personen in ganz Frankreich verboten. Gleichzeitig wurde ein Hilfspaket f&uuml;r die Unternehmen angek&uuml;ndigt, um Konkurse zu vermeiden.<\/p><p>Seit 17. M&auml;rz gilt in Frankreich eine Ausgangssperre. Die Menschen d&uuml;rfen lediglich das Haus verlassen, wenn sie Lebensmittel einkaufen, zum Arzt gehen, ihren Hund spazieren f&uuml;hren oder alleine joggen wollen.<\/p><p>Mit dem &bdquo;Notstands-Coronavirus&ldquo;-Gesetz, das am 20. M&auml;rz vom Senat angenommen wurde, wurden weitere Ma&szlig;nahmen beschlossen, auch die Verschiebung der zweiten Runde der Kommunalwahlen auf &bdquo;sp&auml;testens im Juni&ldquo;.<\/p><p>Im Rahmen des Arbeitsrechts stellt das &ldquo;Notstands-Coronavirus&rdquo;-Gesetz die 35-Stunden-Woche in Frage und schr&auml;nkt das Recht auf bezahlten Urlaub ein.  Das Gesetz erlaubt &ldquo;Unternehmen in Sektoren, die f&uuml;r die Sicherheit der Nation oder die Kontinuit&auml;t des wirtschaftlichen und sozialen Lebens besonders notwendig sind, von den Regeln der &ouml;ffentlichen Ordnung und den herk&ouml;mmlichen Bestimmungen &uuml;ber die Arbeitszeit, der w&ouml;chentlichen Ruhezeit und der Sonntagsruhe abzuweichen. <\/p><p>Der Wortlaut ist vage. Die Regierung stellt die Ma&szlig;nahmen als vor&uuml;bergehend dar. Der Text enth&auml;lt aber keine Frist, bis wann die Ma&szlig;nahmen gelten sollen, die somit bis weit nach der Eind&auml;mmungsphase in Kraft bleiben k&ouml;nnten. Dies ist ein schwerer Angriff auf die Arbeitnehmerrechte, sowohl auf sozialer als auch auf demokratischer Ebene. <\/p><p>Eine weitere Ma&szlig;nahme erlaubt es den Unternehmern, von den Mitarbeitern zu verlangen, dass sie w&auml;hrend der Quarant&auml;nezeit ihre Urlaubstage nehmen. So kann vermieden werden, dass sie auf Zahlung von Teilarbeitslosigkeit zur&uuml;ckgreifen und in Gesundheitsschutzausr&uuml;stung investieren m&uuml;ssen.<\/p><p>Schlie&szlig;lich wird noch eine weitere Ausnahmeregelung eingef&uuml;hrt, die &ldquo;dem Premierminister die Befugnis verleiht, durch ein Dekret, auf der Grundlage eines Berichts des Gesundheitsministers, allgemeine Ma&szlig;nahmen zu ergreifen, die die Freiz&uuml;gigkeit, die Unternehmens- und Versammlungsfreiheit einschr&auml;nken und die Beschlagnahme aller notwendigen G&uuml;ter und Dienstleistungen erlauben&rdquo;. Arbeiter k&ouml;nnen demnach von der Regierung gezwungen werden, alle von ihr angeordneten Arbeiten auszuf&uuml;hren.  Im Falle einer Ablehnung der beantragten Bedarfsanforderungen kann eine Strafe von sechs Monaten Gef&auml;ngnis und eine Geldstrafe von 10.000 Euro verh&auml;ngt werden. Diese Regelung gilt f&uuml;r zwei Monate. Diese Ma&szlig;nahmen sollen per Dekret verabschiedet werden, das Parlament wird anschlie&szlig;end nur noch informiert. Zudem umfasst das Ma&szlig;nahmenpaket noch Wirtschaftshilfen in H&ouml;he von 45 Milliarden Euro f&uuml;r Kurzarbeit und f&uuml;r die Senkung von Abgaben f&uuml;r die Unternehmen. Der Gesundheitsnotstand erweitert damit die Macht der Regierung und erlaubt ihr, per Dekret, drastische Einschr&auml;nkungen der demokratischen Rechte und Eingriffe in die Arbeitswelt. <\/p><p>Am letzten Freitag k&uuml;ndigte Premierminister Philippe eine Verl&auml;ngerung der Ausgangsbeschr&auml;nkungen um 15 Tage an, bis zum 15. April &ldquo;mindestens&rdquo;, und sagte, dass der wissenschaftliche Rat eine weitere Verl&auml;ngerung f&uuml;r n&ouml;tig halte. Philippe schloss auch nicht aus, in bestimmten Bereichen h&auml;rtere Ma&szlig;nahmen zu ergreifen, wie etwa Ausgangssperren, strengere Eind&auml;mmung, &bdquo;aber so weit sind wir noch nicht.&ldquo;<\/p><p>Die Ausgangsbeschr&auml;nkungen treffen zwar alle Menschen unabh&auml;ngig von ihrem sozialen Status, sie haben aber trotzdem einen Klassencharakter. &bdquo;Bleibt zu Hause&ldquo;, so hei&szlig;t es von Seiten der Regierung. Die Reichen, die 1% oder die 0,1%, leben in komfortablen Wohnungen oder haben sogar eine eigene Ferienwohnung, in die sie sich zur&uuml;ckziehen k&ouml;nnen. Sie k&ouml;nnen es sich leisten, was sie ben&ouml;tigen, zu bestellen und es sich per Bote liefern zu lassen. Da sie selten k&ouml;rperlich arbeiten, k&ouml;nnen sie bequem von zu Hause mit dem Computer ihre Arbeit erledigen und ihre Anweisungen per Telefon oder SMS an ihre Untergebenen weiterleiten. F&uuml;r sie ist diese Zeit nur eine andere Art von Urlaub zu Hause.<\/p><p>Neben den Obdachlosen aber, die kein Zuhause haben, sind die &auml;rmeren Schichten der Bev&ouml;lkerung besonders hart betroffen. Und was sollen diejenigen machen, die gezwungen sind, zur Arbeit zu gehen, aber keine ordnungsgem&auml;&szlig;en Papiere haben? <\/p><p>Oder die, die in engen, ungesunden Wohnungen oder in kleinen H&auml;usern leben, in Mietskasernen in den Pariser Vororten, und denen sprichw&ouml;rtlich jetzt die Decke auf den Kopf f&auml;llt. F&uuml;r viele arme Menschen ist die Wohnung, angesichts des Wohnungsmangels und der hohen Mietpreise, nur ein Ort zum Schlafen, keinesfalls zum Wohnen.<\/p><p><strong>Gewerkschaften &amp; Arbeitswelt<\/strong><\/p><p>Mit der Coronavirus-Krise kehren auch die Sozialpartner verst&auml;rkt auf die politische B&uuml;hne zur&uuml;ck. Seit Mitte M&auml;rz treffen sich Gewerkschafts- und Unternehmensf&uuml;hrer alle paar Tage mit Regierungsmitgliedern, um eine Bilanz der Krise zu ziehen.  Besonders f&uuml;r die Gewerkschaftsf&uuml;hrer ist dies eine R&uuml;ckkehr in den Vordergrund. Leider aber lassen sich die meisten Gewerkschaftsf&uuml;hrer vor Marons nationalistischen Karren spannen und geben daf&uuml;r allzu leicht Errungenschaften der Arbeiterbewegung preis.  Anstatt zu fordern, dass zuerst einmal die Reichen angemessen an den &bdquo;Kriegskosten&ldquo; beteiligt werden, das Finanzkapital  und  das Gro&szlig;kapital, die ja in den letzten Jahrzehnten haupts&auml;chlich von der neoliberalen Sparpolitik, die zu dem derzeitigen Schlamassel gef&uuml;hrt hat, profitiert haben. Laurent Berger, der Hofgewerkschaftler von Macron und Philippe, f&uuml;hlt sich in diesen Verhandlungskreisen im Regierungsviertel besonders wohl und wahrscheinlich auch wichtig. <\/p><p>Anstatt die im Notstandsgesetz beschlossenen Zumutungen an die Arbeitnehmer, die unter anderem eine Ausweitung der Wochenarbeitszeit bis zu 60 Stunden, die Zwangsrekrutierung von Arbeitskr&auml;ften und die Verh&auml;ngung von Zwangsurlaub auf Kosten der Besch&auml;ftigten erlauben, rundweg abzulehnen, verlangt der Chef der CFDT blo&szlig;, dass diese Verordnungen je nach den Sektoren unterschiedlich angewendet werden und dass &bdquo;ein solcher sektoraler Erlass &uuml;ber eine m&ouml;glichst kurze Zeitspanne definiert wird, die einer absoluten Notwendigkeit oder Dringlichkeit der Produktion entspricht, um die Sicherheit der Nation und die Kontinuit&auml;t des wirtschaftlichen und sozialen Lebens zu gew&auml;hrleisten&rdquo;. So setzt Berger ein Zeichen, indem er antisoziale Angriffe von Regierung und Arbeitgeber im Tausch gegen falsche Zugest&auml;ndnisse akzeptiert. Die CFDT unterst&uuml;tzt die Regierungspolitik, ohne ihr katastrophales Krisenmanagement in Frage zu stellen.<\/p><p> Die CFDT hat sich zudem f&uuml;r eine &bdquo;nationale Gewerkschaft&rdquo; zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern (!) ausgesprochen und versucht, eine Vereinbarung nach italienischem Vorbild zu erreichen, bei der sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf die Bedingungen f&uuml;r die &Ouml;ffnung der Fabriken geeinigt hatten, bevor die Mehrheit der Fabriken schlie&szlig;lich durch Regierungsbeschluss unter dem Druck der Arbeitnehmer und durch Streiks wieder geschlossen werden musste. Man m&ouml;ge dem Autor dieser Zeilen es nachsehen, wenn er bei solchen Vorschl&auml;gen an die Deutsche Arbeitsfront denkt.<\/p><p><strong>Militante an der Basis<\/strong><\/p><p>Die Rentenreform ist zwar vorerst ausgesetzt, auch der interprofessionelle Aktionstag gegen die Rentenreform am 31. M&auml;rz wurde abgesagt. Trotzdem haben die Militanten an der Basis immer noch alle H&auml;nde voll zu tun. Die Notstandsgesetze erlauben zahllose Einschr&auml;nkungen der Arbeitnehmerrechte und es steht zu bef&uuml;rchten, dass mit dem Ende der Epidemie aus den provisorischen Verordnungen ein Dauerzustand wird.  Dass den Versprechungen der Regierung nicht zu trauen ist, das hat Macron zur Gen&uuml;ge unter Beweis gestellt. Seine ganze bisherige Regierungszeit war von st&auml;ndigen Angriffen auf Arbeitnehmerrechte gepr&auml;gt. <\/p><p>Hinzu kommt noch das katastrophale Management der Ma&szlig;nahmen gegen die Epidemie, das die Risiken allein den Arbeitern &uuml;berl&auml;sst. Die Regierung gibt widerspr&uuml;chliche Anweisungen zwischen dem Schlagwort &ldquo;zu Hause bleiben&rdquo; und der Notwendigkeit, die Wirtschaftst&auml;tigkeit aufrecht zu erhalten. Totale Eind&auml;mmung sei nicht realistisch, die Menschen m&uuml;ssen ern&auml;hrt werden, und es muss einen produktiven Apparat geben, so die Regierung.  Die Frage nach einer strengeren Eind&auml;mmung steht weiterhin im Raum: Sollten nur lebenswichtige Sektoren weiter arbeiten? Warum unter Ansteckungsgefahr G&uuml;ter produzieren, die angesichts der Dringlichkeit der Pandemie keinen anderen Nutzen als die Kapitalverwertung der Unternehmer haben?<\/p><p>Die Sicherheitsbedingungen daf&uuml;r sind nicht gegeben. Nicht einmal im Gesundheitssektor stehen ausreichend Schutzmasken, Schutzkleidung und Desinfizierungsmittel f&uuml;r die Besch&auml;ftigten zur Verf&uuml;gung. In Italien mussten sich Pfleger teilweise mit M&uuml;llt&uuml;ten als Schutzkleidung begn&uuml;gen. Trotzdem wollen die Arbeitgeber weiterarbeiten lassen.<\/p><p>Ob in der Luftfahrtindustrie, im Metallurgie-Sektor oder in der Automobilindustrie, &uuml;berall haben die Arbeitgeber eine Offensive gestartet, um die Produktion aufrechtzuerhalten oder die Arbeit wieder aufnehmen zu lassen. Anfang letzter Woche hat Airbus Druck ausge&uuml;bt, um die Produktion wieder aufzunehmen. Daf&uuml;r hat Airbus bereits zehntausende von Masken f&uuml;r ihre Mitarbeiter und die ihrer Subunternehmer beschafft. Die gleichen Masken, nach denen die Mitarbeiter des Gesundheitswesens st&auml;ndig verlangen.<\/p><p>Aus diesem Grund trafen sich am 26. M&auml;rz mehr als zwanzig k&auml;mpferische Betriebsr&auml;te, Airbus und Subunternehmer, und fordern in einer Mitteilung die Schlie&szlig;ung der Fabriken w&auml;hrend der Eind&auml;mmungsphase sowie die 100-prozentige Zahlung der L&ouml;hne w&auml;hrend dieser Zeit f&uuml;r alle Besch&auml;ftigten. Sie fordern ferner, dass alle von Airbus und den Subunternehmen bereits beschafften Masken sofort an die Pflegekr&auml;fte ausgeh&auml;ndigt werden. Weiterhin fordern sie &ldquo;die Umlenkung der Produktion, zum Beispiel zur Herstellung von k&uuml;nstlichen Beatmungsger&auml;ten&rdquo;. In der Luftfahrtindustrie schlossen viele Fabriken am 17. M&auml;rz oder an den folgenden Tagen.<\/p><p>Zum Streik sagte Derichebourg, der Generaldirektor von Airbus, dass seine Arbeiter sich &bdquo;zwischen dem Tod durch Hunger oder durch den Virus entscheiden m&uuml;ssen&rdquo;.<\/p><p>Auch der Automobilkonzern PSA wollte die wegen der Eind&auml;mmung geschlossenen Anlagen wieder in Betrieb nehmen. Die Mobilisierung der Mitarbeiter aber hat die Wiederer&ouml;ffnung zum jetzigen Zeitpunkt, auf dem H&ouml;hepunkt der Pandemie, verhindert. W&auml;hrend die Arbeitgeber weiterhin Autos produzieren wollen,  verlangt die dortige Arbeitnehmervertretung  neben der Schlie&szlig;ung der Werke die Verlagerung der Produktion auf die Herstellung von Beatmungsger&auml;ten oder anderen Dingen, die den Bed&uuml;rfnissen der Bev&ouml;lkerung in dieser Krisenzeit dienen. Zudem fordern sie die Schaffung eines Kontrollausschusses mit Vetorecht gegen ungen&uuml;gende sanit&auml;re Ma&szlig;nahmen.<\/p><p>Auch die r&uuml;cksichtslose Politik von Amazon ruft immer mehr Widerstand auf den Plan. Es kam zu Streiks in drei verschiedenen Regionen wegen des Fehlens von Schutzma&szlig;nahmen (keine Seife, keine angemessenen Handwaschgelegenheiten, keine hydroalkoholischen Gels usw.).  Amazon-Besch&auml;ftigte fordern weltweit die Schlie&szlig;ung der Zentren bei vollem Lohnausgleich und einen Beitrag des Unternehmens f&uuml;r die &ouml;ffentlichen Gesundheitssysteme. <\/p><p>In Spanien sind mindestens drei Covid-19-F&auml;lle in den Logistikzentren bei Madrid und Barcelona aufgetreten. Dennoch will Amazon die Zentren ge&ouml;ffnet lassen und sogar mit zus&auml;tzlichen Zeitarbeitern verst&auml;rken. Am vergangenen Dienstag waren Amazon-Mitarbeiter an den franz&ouml;sischen Standorten Mont&eacute;limar, Chalon sur Sa&ocirc;ne und Douai in den Streik getreten. In Mailand streikten am vergangenen Mittwoch Lagerarbeiter, weil der Betrieb aufrechterhalten werden sollte, obwohl zwei Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt waren.<\/p><p>Ebenfalls am Mittwoch legten bis zu 300 Lagerarbeiter im franz&ouml;sischen Saran die Arbeit nieder. Sie hielten die Hygienema&szlig;nahmen f&uuml;r nicht ausreichend und sahen sich schlecht gesch&uuml;tzt. Amazon soll den Mitarbeitern mit Verdienstausfall gedroht haben, sollten sie nicht zur Arbeit erscheinen. <\/p><p>Auch bei den LKW-Fahrern steigt der Unmut. Sie wollen von ihrem Recht Gebrauch machen, sich ab heute, Montag, zur&uuml;ckzuziehen. Sie f&uuml;hlen sich nicht ausreichend gesch&uuml;tzt und fordern, Transporte auf das unbedingt Notwendige zu beschr&auml;nken. Die Transportbranchen der Gewerkschaftsverb&auml;nde CFDT, FO und CFTC haben am Samstag ihre Mitglieder dazu aufgerufen, von ihrem individuellen R&uuml;cktrittsrecht ab Montag Gebrauch zu machen. Dies betrifft auch die Angestellten der Logistiklager und Krankentransporte.<\/p><p>Das R&uuml;ckhalterecht erlaubt es, einem Arbeitnehmer, wenn er &ldquo;vern&uuml;nftigerweise das Gef&uuml;hl hat, dass er einer Situation ausgesetzt ist, die eine ernste und unmittelbare Gefahr darstellt&rdquo;, seine Arbeitskraft zur&uuml;ckzuhalten und der Arbeit fernzubleiben, bei vollem Lohnausgleich. Es liegt im Streitfall an den Richtern, zu entscheiden, ob es begr&uuml;ndet ist.<\/p><p>Derweil hat der Gewerkschaftsbund f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Dienst der CGT Streiks f&uuml;r den Monat April angek&uuml;ndigt, um Arbeitnehmer des &ouml;ffentlichen Dienstes vor der Ansteckungsgefahr zu sch&uuml;tzen. Beamte vor Ort, M&uuml;llarbeiter, Haushaltshilfen, Kinderbetreuer&hellip;. verf&uuml;gten seit Beginn der Krise nicht &uuml;ber die notwendige Ausr&uuml;stung, um sich zu sch&uuml;tzen, so die CGT.<\/p><p>In den Superm&auml;rkten ist die Situation weiterhin angespannt. Auch dort mangelt es an den notwendigen sanit&auml;ren Einrichtungen und das l&ouml;st Angst und &Auml;rger bei den Besch&auml;ftigten aus. Gerade wird ein um 20% erh&ouml;hter Umsatz erwartet. Die Superm&auml;rkte sind in einer Phase des potentiellen Wirtschaftswachstums, kurz vor einer wahrscheinlichen Rezession. Deshalb gilt es f&uuml;r die Inhaber, die Verkaufsfl&auml;chen gerade jetzt um jeden Preis ge&ouml;ffnet zu halten, um einen maximalen Umsatz zu erzielen.<\/p><p>Ihre Strategie besteht darin, Ma&szlig;nahmen zu ergreifen, um die Besch&auml;ftigten an ihrem Arbeitsplatz zu halten. Mit Drohungen einerseits und mit Pr&auml;mien andererseits. Die Gesch&auml;ftsleitung wei&szlig;, dass sie die Mitarbeiter braucht, sonst bleibt das Gesch&auml;ft geschlossen. Und auch auf nationaler Ebene wird Druck ausge&uuml;bt. Die Regierung ist besorgt, sie will, dass die Superm&auml;rkte ge&ouml;ffnet bleiben, damit die Bev&ouml;lkerung nicht zu sehr beunruhigt ist.<\/p><p>Die Militanten an der Basis fordern &uuml;berall die Stilllegung der nicht lebensnotwendigen Produktion und da, wo es m&ouml;glich erscheint, die Umstellung der Produktion auf lebensnotwendige Dinge. Wenn eine Nation gegen eine andere Nation im Krieg ist, wird sofort die Produktion auf die Kriegsindustrie umgestellt. Warum sollten hochspezialisierte Firmen wie Airbus und PSA jetzt nicht auf die Produktion von medizinischen Ger&auml;ten umstellen k&ouml;nnen, warum sollte die Chemieindustrie nicht sofort auf die Herstellung der notwendigen Desinfektionsmittel umgestellt werden k&ouml;nnen, warum sollte die Papier- und Textilindustrie nicht bevorzugt Schutzmasken und Schutzkleidung herstellen k&ouml;nnen? Es liegt auf der Hand, dass fortgeschrittene Fabriken wie die der Luftfahrt- oder der Automobilindustrie sehr wohl Atemschutzger&auml;te bauen k&ouml;nnten, ebenso wie die Konfektionsindustrie damit beginnen k&ouml;nnte, Masken und Kittel f&uuml;r die Besch&auml;ftigten im Gesundheitswesen herzustellen.<\/p><p><strong>Die Kommunalwahlen<\/strong><\/p><p>Die erste Runde der Kommunalwahlen fand unter strengen Hygienevorschriften am 15. M&auml;rz statt. Die Stichwahl am 22. M&auml;rz dagegen wurde per Gesetz &uuml;ber den Gesundheitsnotstand auf sp&auml;testens Juni verlegt. In diesem Notstandsgesetz wurde auch die Einf&uuml;hrung der Gemeinder&auml;te in den 30.048 Gemeinden, die aufgrund der Wahlresultate bereits nach der ersten Runde h&auml;tte geschehen m&uuml;ssen, bis nach der Stichwahl verschoben. Bis dahin &uuml;ben die bestehenden Kommunalteams, auch in den Gemeinden, in denen die erste Runde schon die notwendigen Mehrheiten erbrachten, ihre Aufgaben weiter aus. Die Resultate der ersten Runde wurden erst einmal &bdquo;eingefroren&ldquo;. Wenn der zweite Wahlgang aber nicht vor Ende Juni stattfinden kann, m&uuml;ssen die beiden Runden der Kommunalwahlen &uuml;berall abgehalten werden, die erste Runde wird dann also annulliert. <\/p><p>Angesichts der au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Umst&auml;nde, unter denen der erste Wahlgang der Kommunalwahlen am 15. M&auml;rz stattfand, und angesichts der geringen Wahlbeteiligung sind zahlreiche Beschwerden laut geworden.<\/p><p>Zweifellos hat die Covid-19-Epidemie und die damit verbundenen Bedingungen f&uuml;r die Organisation der ersten Runde das Wahlergebnis verzerrt. Die zahlreichen Berufungen gegen die erste Wahlrunde zweifeln daher auch nicht die Resultate an, sondern die Bedingungen, unter denen die Wahl stattfand. Insbesondere &auml;ltere W&auml;hler wurden davon abgehalten, zur Wahl zu gehen, was den Ausgang des Wahlgangs verf&auml;lscht hat und ganz allgemein auch das Prinzip des Ausdrucks des allgemeinen und gleichen Wahlrechts untergraben hat. <\/p><p>Noch bis zwei Tage vor dem 15. M&auml;rz wurde von verschiedenen Seiten gefordert, die Wahlen angesichts der Ansteckungsgefahren auf einen sp&auml;teren Termin zu verlegen. Jetzt erh&auml;rtet sich der Verdacht, dass der steile Anstieg der Ausbreitung des Virus auch auf die Durchf&uuml;hrung der Kommunalwahl zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist. Der Zeitraum entspricht der allgemein bekannten Inkubationszeit des Covid-19-Virus.<\/p><p>Zahlreiche Wahlhelfer seien inzwischen erkrankt, berichtet Radio Wien. Sie seien zum Wahlakt gar nicht oder nur gering gesch&uuml;tzt gewesen, etwa durch die Bereitstellung von Seife und Papierhandt&uuml;chern. Gleichzeitig habe es in den Wahllokalen ein enges Gedr&auml;nge von Wahlwilligen gegeben.<\/p><p>Die Regierung Macron lie&szlig; die Wahlen durchziehen, trotz aller Warnungen. Zu sicher waren sich die Verantwortlichen, zu diesem Termin noch mit einem blauen Auge davonzukommen. Dem war nicht so, Macrons Partei La R&eacute;publique en Marche erlebte ein Debakel. Die Reaktion darauf war die Ausrufung des Ausnahmezustandes und die Aussetzung der Stichwahl bereits zwei Tage sp&auml;ter.<\/p><p><strong>Perspektiven<\/strong><\/p><p>Die Coronakrise bestimmt den Alltag und l&auml;hmt die Gesellschaft. Die Pandemie wird verheerende wirtschaftliche Folgen haben. Eine neue Wirtschaftskrise war aber vorhersehbar, Corona war nur der Ausl&ouml;ser, der letzte Tropfen, nicht die Ursache. <\/p><p>Die Menschen sind zu Hause gefangen und Angst breitet sich aus. Wie lange wird es noch so weitergehen? Wird es noch schlimmer kommen? Die Polizei &uuml;berwacht die Ausgangsbeschr&auml;nkungen, Macron erw&auml;gt, sie demn&auml;chst noch durch das Milit&auml;r zu verst&auml;rken.<\/p><p>Bereits jetzt haben zwanzig Verb&auml;nde und Gewerkschaften, darunter Human Rights Watch und die Liga f&uuml;r Menschenrechte, den Einsatz missbr&auml;uchlicher Polizeikontrollen und die Gewalt zur Durchsetzung der Beschr&auml;nkungen angeprangert. Je l&auml;nger die Situation andauert, desto explosiver wird sie werden. Irgendwann werden die Menschen aus der Gefangenschaft ausbrechen und sich nicht mehr an die offiziellen Vorgaben halten.<\/p><p>In diesen Zeiten der Pandemie zeigen sich die besten und die dunkelsten Seiten des Menschen oft von seiner extremen Seite. Auf den ersten Blick machen die Pandemie und die Eind&auml;mmung alle gleich, da das Virus relativ demokratisch ist, indem es seine Ziele nicht ausw&auml;hlt. Aber schnell treten auch die Ungleichheiten zwischen den Klassen wieder zutage. Alle Menschen sind gleich, aber manche sind halt gleicher, um es mal mit George Orwell auszudr&uuml;cken. Und in Zeiten der Enge und der Knappheit treten diese Ungleichheiten noch offensichtlicher zutage. Manche &bdquo;&uuml;berwintern&ldquo; in ihren Ferienh&auml;usern, andere sind derweil eingesperrt im 10. Stock einer winzigen Wohnung in einem der zahlreichen Vororte. Manche kriegen noch Klopapier, andere nicht, viele Sachen des allt&auml;glichen Gebrauchs werden pl&ouml;tzlich zur hei&szlig;begehrten Mangelware, um deren Erwerb erbittert gek&auml;mpft wird.<\/p><p>Auf der anderen Seite zeigt sich aber erfreulicherweise auch gro&szlig;er Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft unter den Menschen. Viele gehen z.B. f&uuml;r risikobelastete fremde Menschen einkaufen, spenden oder engagieren sich in sozialen T&auml;tigkeiten und stellen somit das neoliberale Denkgeb&auml;ude, nach dem jeder nur seinen eigenen Vorteil sucht, vor aller Augen in Frage. <\/p><p>Nach der Pandemie wird nichts je wieder so sein wie fr&uuml;her, so die Meinung vieler. Ja, das wird wahrscheinlich auch so sein. Aber ob es besser oder schlechter sein wird, das h&auml;ngt davon ab, was die Menschen und vor allem die &bdquo;kleinen Leute&ldquo; jetzt daraus machen. Wenn sie sich weiter organisieren und um eine &bdquo;bessere Welt&ldquo; k&auml;mpfen, dann stehen ihre Chancen jetzt gut. Keiner kann jetzt mehr sagen, es g&auml;be keine Arbeiterklasse mehr. Noch nie zuvor waren der Nutzen und der soziale Wert der manuellen Arbeit, die von Millionen von meist verachteten &bdquo;Proletariern&ldquo; geleistet wird, so offensichtlich. Selbst Macron und Merkel sprechen jetzt von ihnen als &bdquo;Helden&ldquo;, wenngleich auch nur, weil sie wissen, dass sie sie jetzt brauchen. <\/p><p>Das &bdquo;alte System&ldquo; bricht gerade zusammen. Wenn aber die alten Kr&auml;fte die Oberhand behalten, werden sie ihre eigenen L&ouml;sungen in der kommenden Wirtschaftskrise durchsetzen und die Kosten daf&uuml;r auf die Arbeiterklasse abw&auml;lzen. Notfalls auch mit Polizeigewalt. Die Folgen daf&uuml;r werden f&uuml;rchterlich sein. <\/p><p>Das Coronavirus bringt eine Periode gro&szlig;er Instabilit&auml;t f&uuml;r die Eliten mit sich, nicht nur in Frankreich, sondern auch auf internationaler Ebene. Auch sie werden versuchen, sich jetzt neu aufzustellen, auch international werden sie versuchen, die Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse zwischen den Staaten und den Bl&ouml;cken neu zu ordnen. Die Bev&ouml;lkerung riskiert bei diesen Auseinandersetzungen, verheizt zu werden.<\/p><p>&ldquo;Die Exekutive muss das h&ouml;chstm&ouml;gliche Ma&szlig; an Vertrauen zur Bev&ouml;lkerung aufrechterhalten, damit sie die Anweisungen zur Einschr&auml;nkung der Freiheiten respektiert&rdquo;, so ein Abgeordneter der LREM. Das Vertrauen aber schwindet, das Misstrauen hat bereits die Oberhand gewonnen.<\/p><p>Macron wird die Krise politisch nur &uuml;berleben, wenn sie erstens nicht zu lange dauert und er sich zweitens als kompetenter Krisenmanager darstellen kann, der Frankreich vor dem Schlimmsten bewahrt hat.  Die Zeit arbeitet gegen ihn. Und danach steht ja immer noch die Rentenreform an&hellip;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein &uuml;berforderter Pr&auml;sident hat am 25. M&auml;rz nach dem Besuch eines neu errichteten Milit&auml;rlazaretts in M&uuml;lhausen, das die &uuml;berf&uuml;llten Krankenh&auml;user in der Region entlasten soll, erneut eine Rede an die Nation gehalten. Der Nordosten Frankreichs, zu dem auch das Elsass geh&ouml;rt, ist die am schwersten von der Epidemie betroffene Region Frankreichs. 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