{"id":59918,"date":"2020-04-05T11:45:37","date_gmt":"2020-04-05T09:45:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59918"},"modified":"2022-01-17T17:48:25","modified_gmt":"2022-01-17T16:48:25","slug":"hoher-blutzoll-gescheiterte-pazifizierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59918","title":{"rendered":"Hoher Blutzoll \u2013 gescheiterte \u201ePazifizierung\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nach spanischer und US-amerikanischer Herrschaft besetzt Japan die Philippinen (Teil II)<\/strong><br>\nIm zweiten Teil der siebenteiligen Serie zur Vorgeschichte, zum Verlauf und zu den Verm&auml;chtnissen des Zweiten Weltkriegs in Ost- und S&uuml;dostasien besch&auml;ftigt sich unser Autor <strong>Rainer Werning<\/strong> mit der Herrschaft Japans &uuml;ber den philippinischen Archipel.<br>\n<!--more--><br>\n<em><strong>Vorbemerkung<\/strong><\/em><br>\n<em>75 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs in Ost- und S&uuml;dostasien &ndash; Vorgeschichte, Verlauf, Verm&auml;chtnisse lautet der Titel dieser siebenteiligen Artikelserie <strong>von Rainer Werning<\/strong>, die die NachDenkSeiten innerhalb dieses Jahres in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden ver&ouml;ffentlichen.<\/em><\/p><p><em>Lesen Sie bitte auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58483\">den ersten Teil<\/a> der Reihe.<\/em><\/p><p>Unterdr&uuml;ckung, Revolten und bewaffneter Widerstand sind eine Konstante in der philippinischen Geschichte. Das war so w&auml;hrend der ann&auml;hernd 350-j&auml;hrigen Kolonialzeit unter den Spaniern, die 1898 endete. Und das war so in dem halben Jahrhundert der sich anschlie&szlig;enden US-amerikanischen Kolonial&auml;ra. Jahre vor dem Ersten Weltkrieg hatten die imperialen USA in dem bis dahin gr&ouml;&szlig;ten Massaker die Zivilbev&ouml;lkerung in ihrer einzigen Kolonie Asiens &bdquo;befriedet&ldquo;. W&auml;hrend des Zweiten Weltkriegs opponierten die Filipinos erst recht gegen die neue Kolonialmacht Japan, dessen Truppen die Inseln nur wenige Stunden nach dem Angriff auf Pearl Harbor am 8. Dezember 1941 besetzten. Es waren einheimische Guerillagruppen, die die Hauptlast dieses Kampfes trugen. Umso bitterer war die Entt&auml;uschung, als 1945 die nach 1898 &bdquo;zweimaligen Befreier&ldquo; T&auml;ter in Opfer verwandelten und die eigentlichen Widerstands- und Befreiungsk&auml;mpfer als &bdquo;Banditen&ldquo; und &bdquo;kommunistische Aufr&uuml;hrer&ldquo; denunzierten und verfolgten. Die (Re-)Kolonialisierung der Kolonialisierten in einer Neokolonie von Washingtons Gnaden war das Markenzeichen der Nachkriegspolitik in diesem Teil S&uuml;dostasiens &ndash; <em>RW<\/em>.<\/p><p><strong>Der Traum von der gro&szlig;en weiten Welt<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Geradewegs hinter den Philippinen liegen Chinas schier unermesslichen M&auml;rkte. Wir werden unseren Teil in der Mission unserer von Gott gesch&uuml;tzten Rasse bei der Zivilisierung der Erde beitragen. Wo werden wir die Abnehmer unserer Produkte finden? Die Philippinen geben uns einen St&uuml;tzpunkt am Tor zum Osten.&ldquo;<br>\nDer aus dem US-Bundesstaat Indiana stammende republikanische Senator Albert Jeremiah Beveridge am 9. Januar 1900 in einer Rede vor dem US-Kongress\n<\/p><\/blockquote><p>Vor etwa 130 Jahren entbrannte in den USA ein heftiger Streit um die politische Zukunft des Landes. Die Frage war: Sollten die Amerikaner Kolonien erobern oder sich mit ihrem eigenen gro&szlig;en Land zufrieden geben? &bdquo;Wir m&uuml;ssen unserem Blut gehorchen und neue M&auml;rkte und, wenn n&ouml;tig, neue Gebiete in Besitz nehmen.&ldquo; Dies verk&uuml;ndeten Bef&uuml;rworter der Kolonialpolitik, w&auml;hrend die Gegner f&uuml;r au&szlig;enpolitische Zur&uuml;ckhaltung pl&auml;dierten. Zu ihnen geh&ouml;rte Samuel Langhorne Clemens, uns besser bekannt als Mark Twain, Autor solcher Bestseller wie &bdquo;Die Abenteuer des Huckleberry Finn&ldquo; und &bdquo;Tom Sawyers Abenteuer.&ldquo; Als Journalisten von dem 65-j&auml;hrigen Schriftsteller wissen wollten, ob er tats&auml;chlich Antiimperialist sei, antwortete er:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Sie fragen mich, was Imperialismus bedeutet. Ich genie&szlig;e nicht den Vorteil, genau zu wissen, ob sich unser Volk &uuml;ber den gesamten Globus ausbreiten will. Strebte es danach, w&uuml;rde ich das sehr bedauern. Ich hingegen meine, es ist weder klug noch eine notwendige Entwicklung, in China oder in anderen L&auml;ndern, in denen wir nichts zu suchen haben und die uns nicht geh&ouml;ren, Flagge zu zeigen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren amerikanische Siedler bis an die Westk&uuml;ste vorgedrungen. Seit etwa 1890 wurde es laut um den Stillen Ozean. Die Weite dieses gr&ouml;&szlig;ten Weltmeeres befl&uuml;gelte weit schweifende, zunehmend hitzigere Debatten: Sollten die Amerikaner dieses Meer &ndash; mit Berufung auf den Herrn &ndash; zur amerikanischen See machen? Diese Streitfrage spaltete die Vereinigten Staaten in so genannte &bdquo;Isolationisten&rdquo; und &bdquo;Interventionisten&rdquo; oder auch &bdquo;Imperialisten&rdquo;. Erstere meinten, die USA gen&uuml;gten sich selbst und ihr Territorium stelle einen ausreichend gro&szlig;en Binnenmarkt dar. Die Bef&uuml;rworter eines Imperialismus waren Leute h&ouml;chst unterschiedlicher Provenienz &ndash; Geistliche, Politiker, Gesch&auml;ftsleute und Intellektuelle &ndash;, die im Wettstreit mit den europ&auml;ischen Kolonialm&auml;chten ja nicht zu kurz kommen wollten.<\/p><p>Der amerikanische Historiker Richard Hofstadter hat in den f&uuml;nfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Politik und Gedankenwelt in den Vereinigten Staaten zu Beginn des 20. Jahrhunderts analysiert und gezeigt, wie sehr die amerikanische Politik von einem unersch&uuml;tterlichen Sendungsbewusstsein bestimmt wurde. Hofstadter, Professor an der Columbia University in New York, beschrieb die tiefe psychische Krise, die das Land seit 1890 erfasste, als die Expansion der Binnengrenzen abgeschlossen war. In jenen Tagen trieb Politiker, Intellektuelle und Gesch&auml;ftsleute gleicherma&szlig;en die Angst um, nun buchst&auml;blich an ihre eigenen Grenzen gesto&szlig;en zu sein.<\/p><p>Der Drang in den &bdquo;Wilden Westen&ldquo; beruhte auf der ungest&uuml;men wirtschaftlichen Entwicklung an der Ostk&uuml;ste der Vereinigten Staaten. Die Industrialisierung beschleunigte die Konzentration und Expansion von Kapital, das nun lukrative Anlagem&ouml;glichkeiten und neue &ndash; notfalls auch fremde &ndash; M&auml;rkte suchte. Stellvertretend f&uuml;r die Imperialisten hatte Theodore Roosevelt, noch bevor er 1901 Pr&auml;sident wurde, offen erkl&auml;rt: &bdquo;Ein gerechter Krieg ist f&uuml;r die Seele des Menschen besser als der Frieden im gr&ouml;&szlig;ten Wohlstand.&ldquo;<\/p><p>Der einzige ernst zu nehmende Konkurrent der aufstrebenden Vereinigten Staaten war Spanien, das sich seit dem 16. Jahrhundert in S&uuml;damerika, in der Karibik und in den Philippinen als Kolonialmacht festgesetzt hatte. Um 1900 jedoch war Spaniens Imperium bereits betr&auml;chtlich geschrumpft, fr&uuml;here Kolonien wie Mexiko und Argentinien l&auml;ngst unabh&auml;ngig. Lediglich Puerto Rico, Kuba, die Inseln Guam und die Philippinen im Pazifischen Ozean befanden sich noch in spanischem  Besitz. Doch auch in diesen Regionen schw&auml;chten antikoloniale Revolten die einst sieggewohnten Konquistadoren. Die Herrschaft brutaler Milit&auml;rs und raffgieriger M&ouml;nchsorden wankte, zudem war die  spanische Flotte hoffnungslos veraltet. So verwunderte es nicht, dass die von den USA sozusagen vor ihrer Haust&uuml;r gesuchte Konfrontation mit dem iberischen Rivalen &ndash; der Spanisch-Amerikanische Krieg &ndash; nicht einmal vier Monate dauerte.<\/p><p>Am 15. Februar 1898 erhitzte ein ungeheuerlicher Vorgang in den Gew&auml;ssern vor der kubanischen Hauptstadt Havanna die Gem&uuml;ter in den Vereinigten Staaten. Das amerikanische Kriegsschiff USS Maine flog buchst&auml;blich in die Luft. F&uuml;r amerikanische Milit&auml;rs und Politiker stand au&szlig;er Frage: Die Spanier hatten einen Sabotageakt ver&uuml;bt. Jedenfalls lieferte das Schicksal der Maine den Vorwand, endlich gegen die spanische Kolonialmacht loszuschlagen. &bdquo;Remember the Maine!&rdquo; &ndash; &bdquo;Erinnert Euch an die Maine!&rdquo; &ndash; wurde zum g&auml;ngigen Schlachtruf der Interventionisten. Innerhalb weniger Wochen erlangten US-amerikanische Marineverb&auml;nde und Bodentruppen die Oberhoheit &uuml;ber Kuba und verleibten sich Puerto Rico ein. Gleichzeitig annektierten sie im Pazifik das bisher unabh&auml;ngige Hawaii und die Insel Guam, w&auml;hrend das Pazifikgeschwader unter dem Kommando von Admiral George Dewey die spanische Flotte in der Bucht von Manila aufrieb. Die Hoffnungen der antispanischen Revolution&auml;re, die m&auml;chtigen USA st&uuml;nden ihnen in ihrem Kampf um Freiheit und Unabh&auml;ngigkeit zur Seite, erf&uuml;llten sich nicht. Im Gegenteil: Die Vereinigten Staaten avancierten selbst zu einer Kolonialmacht.<\/p><p>Gl&uuml;hende Imperialisten wie der erw&auml;hnte Senator Beveridge interessierte nicht, dass der philippinische General und damalige Revolution&auml;r Emilio Aguinaldo bereits am 12. Juni 1898 die erste Republik Asiens ausgerufen hatte. (Sp&auml;ter legte derselbe Aguinaldo den Treueid auf das Sternenbanner ab und huldigte die USA als &bdquo;machtvolle H&uuml;terin&ldquo; seiner Heimat, der Auftakt einer Serie fataler Kollaboration.) Pech f&uuml;r die Filipinos; diese Unabh&auml;ngigkeit war kurzlebig, weil sie in ein politisches Machtvakuum fiel. Die Fernostflotte der U.S. Navy hatte zwar einige Wochen zuvor binnen weniger Stunden des 1. Mai 1898 die maroden spanischen Kriegsschiffe in der Manila-Bucht au&szlig;er Gefecht gesetzt. Doch erst Ende Juni betraten US-amerikanische GIs philippinischen Boden &ndash; faktisch also ein unabh&auml;ngiges Land. Auf der Friedenskonferenz in Paris wurde im Dezember 1898 vereinbart, dass Washington den Spaniern als Trostpreis f&uuml;r den Verlust der Philippinen 20 Millionen Dollar zahlte. Wenige Wochen zuvor hatte der damalige amerikanische Pr&auml;sident William McKinley in einer Ansprache an eine Gruppe protestantischer Geistlicher begr&uuml;ndet, warum sich die USA der philippinischen Inseln bem&auml;chtigten:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In Wahrheit wollte ich die Philippinen nicht, und als wir sie als Geschenk der G&ouml;tter bekamen, wusste ich nichts mit ihnen anzufangen. Ich lief Abend f&uuml;r Abend bis Mitternacht im Wei&szlig;en Haus umher; und ich sch&auml;me mich nicht zu gestehen, dass ich niederkniete und den Allm&auml;chtigen mehr als einmal um Licht und F&uuml;hrung anging. Und eines Abends sp&auml;t d&auml;mmerte es mir:<\/p>\n<p>Erstens, dass wir sie nicht an Spanien zur&uuml;ckgeben k&ouml;nnten &ndash; das w&auml;re feige und unehrenhaft;<\/p>\n<p>Zweitens, dass wir sie nicht Frankreich oder Deutschland &ndash; unseren Handelsrivalen im Osten &ndash; &uuml;berlassen konnten; das w&auml;re schlechter Gesch&auml;ftsstil und diskreditierend;<\/p>\n<p>Drittens, dass wir sie nicht einfach sich selbst &uuml;berlassen konnten; sie waren nicht reif f&uuml;r die Selbstregierung, sie h&auml;tten dort bald Anarchie und eine schlimmere Misswirtschaft gehabt, als es die spanische war;<\/p>\n<p>Viertens, dass uns nichts &uuml;brig blieb, als die Filipinos zu erziehen, sie emporzuheben, zu zivilisieren und zu christianisieren und mit Gottes Gnade das Beste f&uuml;r sie zu tun wie f&uuml;r unsere Mitmenschen, f&uuml;r die Christus ebenso gestorben ist.<\/p>\n<p>Dann ging ich zu Bett und schlief ein und hatte einen gesunden Schlaf. Am n&auml;chsten Morgen lie&szlig; ich dann den Chefingenieur des Kriegsministeriums, unseren Kartographen, rufen und befahl ihm, die Philippinen auf die Landkarte der Vereinigten Staaten zu setzen, und  dort sind sie, und dort werden sie bleiben, solange ich Pr&auml;sident bin.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>&bdquo;Wohlwollende Assimilierung&ldquo;<\/strong><\/p><p>Mit dieser Offenbarung &ndash; einer Mischung aus kapitalistischem Sendungsbewusstsein, Rassismus und &Uuml;berlegenheitswahn &ndash; leugnete der Pr&auml;sident schlichtweg die knapp 350-j&auml;hrige Kolonialherrschaft des christlichen Spanien. Geleugnet wurden auch die eigenen imperialistischen Interessen und fortan verbr&auml;mt als <em>benevolent assimilation<\/em>. Zu dieser &bdquo;wohlwollenden Assimilierung&ldquo; geh&ouml;rte auch, dass die neuen Besatzer auf den Philippinen das amerikanische Englisch als Amtssprache im Bildungs-, Gesch&auml;fts- und Verwaltungsbereich durchsetzten und willf&auml;hrigen Filipinos das Studium in den USA erm&ouml;glichten. Au&szlig;erdem bauten die US-Milit&auml;rs dort die gr&ouml;&szlig;ten St&uuml;tzpunkte au&szlig;erhalb der Vereinigten Staaten auf und schufen unter dem Befehl des amerikanischen Generals Arthur MacArthur eine philippinische Armee. Die allerdings musste sich damit begn&uuml;gen, f&uuml;r die US-Streitmacht im Lande Hilfsdienste als Sp&auml;her, Tr&auml;ger oder Informanten zu leisten. <\/p><p>Die amerikanischen Milit&auml;rs betraten im Sommer 1898 ein unabh&auml;ngiges Land, die erste freie Republik Asiens. Die Bev&ouml;lkerung leistete auch den neuen Kolonialherren erbitterten Widerstand. Um diesen zu brechen, begannen amerikanische Truppen mit der so genannten &bdquo;Befriedung&ldquo; der Inseln: Die Folge war der Amerikanisch-Philippinische Krieg. Er begann Anfang Februar 1899 und endete nach der offiziellen Geschichtsschreibung dreieinhalb Jahre sp&auml;ter. Im S&uuml;den der Philippinen, in der Sulu-See und auf der Insel Mindanao, deren Bev&ouml;lkerung vorwiegend muslimisch war und die die Spanier absch&auml;tzig &bdquo;Moros&ldquo; genannt hatten, dauerte die amerikanische &bdquo;Befriedung&ldquo; bis 1916.<\/p><p><em>&bdquo;Es wird notwendig sein&ldquo;<\/em>, hie&szlig; es beispielsweise im Jahresbericht 1903 des US-Divisionskommandeurs Generalmajor George W. Davis, <em>&bdquo;nahezu s&auml;mtliche Br&auml;uche auszumerzen, welche bislang das Leben der Moros auszeichneten. Solange der Mohammedanismus vorherrscht, kann der angels&auml;chsischen Zivilisation nur m&uuml;hsam der Weg geebnet werden.&ldquo;<\/em><\/p><p>In dem bis dahin gr&ouml;&szlig;ten Kolonialmassaker in S&uuml;dostasien wurde die damals gut sechs Millionen Menschen z&auml;hlende Bev&ouml;lkerung der Philippinen buchst&auml;blich dezimiert. Einige Sch&auml;tzungen sprechen sogar von &uuml;ber eine Million niedergemetzelter Filipinos. Es war der erste Guerillakrieg in Asien. Auf seinem H&ouml;hepunkt band er den L&ouml;wenanteil der gesamten US-Streitkr&auml;fte auf den Inseln, etwa 126.000 GIs, von denen 4.200 get&ouml;tet und &uuml;ber 2.000 verwundet wurden. Im besonders &bdquo;unruhigen S&uuml;den&ldquo; des Archipels gingen Gener&auml;le wie Leonard Wood und John Joseph Pershing als &bdquo;Schl&auml;chter der Moros&ldquo; in die Annalen ein. Sie waren f&uuml;r Massaker verantwortlich, denen vor allem die Zivilbev&ouml;lkerung auf der Insel Jolo zum Opfer fiel. (Offensichtlich wussten die sp&auml;teren Nato-Strategen um die Durchschlagskraft Pershings; Ende der 1970er Jahre diente der General als Namensgeber jener Raketen, die, zusammen mit Cruise Missiles, zur &bdquo;Nachr&uuml;stung&ldquo; in Westeuropa disloziert wurden.)<\/p><p>W&auml;hrend des Amerikanisch-Philippinischen Krieges erprobte die neue Kolonialmacht s&auml;mtliche Methoden der &bdquo;Aufstandsbek&auml;mpfung&ldquo;, die in sp&auml;teren Kriegen in Korea, Vietnam, Laos und Kambodscha &bdquo;verfeinert&ldquo; wurden &ndash; von Nahrungsmittelblockaden bis hin zum &bdquo;strategic hamletting&ldquo;, der Errichtung &bdquo;strategischer Weiler&ldquo;. Dadurch sollten die Au&szlig;enkontakte von Menschen in einer bestimmten Region eingeschr&auml;nkt beziehungsweise genau &uuml;berwacht werden. Zu diesem Zweck wurde das Gebiet streng patrouilliert, mit Stacheldraht umz&auml;unt und die Bev&ouml;lkerung angewiesen, eine Seitenwand ihrer &ndash; meist aus Bambus oder Nipa gefertigten &ndash; H&auml;user zu entfernen, um diese &bdquo;durchsichtig&ldquo; zu machen. Ziel war es, die Zivilbev&ouml;lkerung von potenziellen &bdquo;Aufr&uuml;hrern&ldquo; und &bdquo;Banditen&ldquo; zu trennen. Sp&auml;ter nannte man dies: &bdquo;der Guerilla das Wasser abgraben&ldquo;. Zur Abschreckung und um den Widerstand der Filipinos zu brechen, erlie&szlig; die Kolonialverwaltung besondere Gesetze, um auch das Hissen der fr&uuml;heren Nationalflagge und das Singen patriotischer Lieder zu unterbinden. Zuwiderhandlungen wurden schwer bestraft.<\/p><p>Im Mutterland selbst war diese Art der Au&szlig;enpolitik keineswegs unumstritten. Im Sommer 1899 ver&ouml;ffentlichte der Publizist George Ade in der Wochenzeitschrift Chicago Record seine <em>Stories of Benevolent Assimilation<\/em>. Darin persiflierte er seine sendungsbewussten und kriegsbegeisterten Landsleute. Er mokierte sich dar&uuml;ber, dass amerikanische Landsleute den Filipinos unbedingt mit L&ouml;ffel und Gabel Essmanieren beibringen wollten, sie mit klobigen, l&auml;cherlich wirkenden M&ouml;belst&uuml;cken begl&uuml;ckten und sie die Absurdit&auml;t lehrten, in der tropischen Hitze Korsetts zu tragen. Scharfe politische Proteste gegen den Krieg  in den Philippinen hagelte es auch seitens der r&uuml;hrigen Antiimperialistischen Liga. Vizepr&auml;sident war von 1901 bis zu seinem Tode 1910 der mittlerweile ber&uuml;hmte Schriftsteller Samuel Langhorne Clemens alias Mark Twain. Er begr&uuml;ndete seine Haltung mit den Worten:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Noch vor einem Jahr war ich kein Antiimperialist. Ich dachte, es sei eine gro&szlig;artige Sache, den Filipinos ein gro&szlig;es St&uuml;ck an Freiheit zu geben. Heute allerdings glaube ich, es ist besser, dass die Filipinos sich selbst darum k&uuml;mmern.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Anfangs hatte Mark Twain den Spanisch-Amerikanischen Krieg ausdr&uuml;cklich begr&uuml;&szlig;t. Von ihm versprach er sich Hilfe f&uuml;r die kubanischen Revolution&auml;re in ihrem Kampf gegen die verhassten Spanier. Sp&auml;ter aber fand die amerikanische Kriegf&uuml;hrung in den Philippinen in Twain einen unerbittlichen Gegner. Mit &auml;tzender Kritik attackierte er diesen Waffengang, der au&szlig;erhalb der USA die Werte zerst&ouml;rte, die in den Staaten selbst als unantastbar galten. Im New York Herald schrieb Mark Twain &uuml;ber den Friedensvertrag von Paris, durch dessen Kolonialschacher die Philippinen als ehemalige spanische Kolonie in amerikanisches &bdquo;Eigentum&ldquo; &uuml;bergegangen waren:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Sehr sorgf&auml;ltig habe ich den Vertrag von Paris gelesen und ich erkannte, dass wir keineswegs beabsichtigen, die Philippinen zu befreien, sondern deren Bev&ouml;lkerung zu unterwerfen. Wir gingen dorthin, um zu erobern, nicht um zu erl&ouml;sen. Wie ich es sehe, sollte es unsere Freude und unsere Pflicht sein, die Bev&ouml;lkerung zu befreien und sie ihre eigenen Probleme auf ihre eigene Art l&ouml;sen zu lassen. Ich bin dagegen, dass der Adler seine Krallen auf ein anderes Land setzt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Berichte &uuml;ber das Gemetzel in den Philippinen machten auch Schlagzeilen in der US-Presse. Vor allem waren es Kommandanten wie Jacob H. Smith, die Emp&ouml;rung ausl&ouml;sten. Dieser Befehlshaber, der den Spitznamen &bdquo;Bloody Jake&ldquo; &ndash; &bdquo;Blutiger Jakob&ldquo; &ndash; trug, hatte auf der zentralphilippinischen Insel Samar unter anderem den Tagesbefehl ausgegeben: &bdquo;<em>Pl&uuml;ndern, morden und niederbrennen sollt Ihr. Je mehr Ihr das tut, desto gr&ouml;&szlig;er wird mein Wohlgefallen sein.<\/em>&ldquo; Der Industrielle Andrew Carnegie, wie Twain ein weiteres prominentes Mitglied der Antiimperialistischen Liga, erinnerte sarkastisch an Pr&auml;sident McKinleys Versprechen, die Filipinos zu zivilisieren und zu christianisieren: &bdquo;&Uuml;ber 8.000 von ihnen sind bereits vollst&auml;ndig zivilisiert und in den Himmel geschickt worden.&ldquo; Es war das historische Verdienst der Liga, die eigene Bev&ouml;lkerung &uuml;ber die Geschehnisse in Amerikas junger Kolonie in Asien umfassend informiert zu haben. Vor allem ihr Vizepr&auml;sident Mark Twain galt im letzten Jahrzehnt seines Lebens als einflussreichster Antiimperialist. Nicht nur in Zeitungsartikeln, auch in seiner Autobiographie ging der Schriftsteller hart mit den Imperialisten unter seinen Landsleuten ins Gericht:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Wahlspruch unseres Landes ist &rsquo;In God we trust&rsquo; und jedes Mal, wenn wir dieses sch&ouml;ne Wort auf einer Dollarm&uuml;nze lesen, scheint es, als bebte und winselte es vor R&uuml;hrung. Das ist unser &ouml;ffentliches Motto. Unser privates ist offenbar: &sbquo;Wenn der Angelsachse etwas haben will, nimmt er sich&acute;s einfach.&lsquo;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dass der Autor des &bdquo;Huckleberry Finn&ldquo; so vehement gegen die politische F&uuml;hrung seines Landes opponierte, war seinen &ndash; letztlich m&auml;chtigeren &ndash; Gegnern ein Dorn im Auge. Diese setzten nach dem Tod des streitbaren Publizisten alles daran, das letzte Jahrzehnt seines Schaffens im Ged&auml;chtnis seiner breiten Leserschaft und Bewunderer zu tilgen. Die meisten Biographien &uuml;ber Mark Twain klammern seine aktive Zeit in der Liga einfach aus. Lebte er heute noch, h&auml;tte er als selbsterkl&auml;rter Antiimperialist denkbar schlechte Karten.<\/p><p><strong>Verschobene Unabh&auml;ngigkeit trotz Vasallentreue<\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst von einer US-amerikanischen Milit&auml;rregierung verwaltet, ging Washington sp&auml;ter dazu &uuml;ber, an die Spitze der Exekutive auf den Inseln einen Gouverneur zu stellen. Die legislative, lediglich mit begrenzten Befugnissen ausgestattete Versammlung wurde mit Filipinos besetzt, die im Geiste der Kolonialmacht erzogen worden waren und sich deren Idealen mehr als den sozialen Forderungen ihrer eigenen Landsleute nach Land und Reis verpflichtet f&uuml;hlten. Zu diesen F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten der philippinischen Elite z&auml;hlten fortan Manuel L. Quezon und Sergio Osme&ntilde;a von der Nationalistischen Partei. W&auml;hrend des Ersten Weltkriegs dienten 6.000 Filipinos in der U.S. Navy, weitere 4.000 Filipinos, die auf Hawaii lebten, traten der US-Armee bei. Die Philippinen boten den USA neben Soldaten auch ein Unterseeboot und einen Zerst&ouml;rer an. Filipinos zeichneten au&szlig;erdem die Kriegsanleihe Liberty Bonds in einer H&ouml;he von zirka 40 Mio. Peso. Eine Million Peso spendeten sie an das US-amerikanische Rote Kreuz.<\/p><p>Die politische Elite der Kolonialisierten vollzog demonstrativ Kotaus, w&auml;hrend sich die Kolonialmacht darin best&auml;tigt sah, in diesem Teil Asiens einen dauerhaften, wenngleich noch nicht eigenst&auml;ndigen Verb&uuml;ndeten gefunden zu haben. Das <em>Tydings-McDuffie-Gesetz<\/em> legte 1934 die Grundlage f&uuml;r die Schaffung einer Commonwealth-Regierung, die das Land nach einer &Uuml;bergangszeit von zehn Jahren schlie&szlig;lich in die Unabh&auml;ngigkeit f&uuml;hren sollte. Erster Pr&auml;sident des ein Jahr sp&auml;ter entstandenen Commonwealth of the Philippines wurde Manuel L. Quezon, sein Stellvertreter war Sergio Osme&ntilde;a. Die Philippinen genossen somit weitgehend innere Autonomie, allerdings mussten die in Manila verabschiedeten Gesetze weiterhin vom Wei&szlig;en Haus und dem US-Senat gebilligt werden. Auch mit Beginn der Commonwealth-&Auml;ra behielten die USA die Kontrolle &uuml;ber s&auml;mtliche wichtigen Industrien der Inseln. Vor allem der Handel mit solchen Exportprodukten wie Zucker, Hanf und Kopra blieb fest in ihrer Hand. Der amerikanische Hochkommissar hatte derweil die Oberaufsicht &uuml;ber Finanzen, Verteidigung und internationale Beziehungen.  <\/p><p>Ein gro&szlig;es soziales Problem vor wie w&auml;hrend der Commonwealth-&Auml;ra waren die extrem ungleichen Boden- und Besitzverh&auml;ltnisse im Lande und die daraus resultierende Armut der &uuml;berwiegend b&auml;uerlichen Bev&ouml;lkerung. Die gro&szlig;en L&auml;ndereien, die vormals engen Vertrauten der spanischen Krone und M&ouml;nchsorden geh&ouml;rt hatten, wurden von den Amerikanern entweder aufgekauft oder entsch&auml;digungslos neuen Eigent&uuml;mern &uuml;bertragen. Repr&auml;sentanten der philippinischen Oberschicht, die auch vor der Ankunft der neuen Kolonialherren &uuml;ber Grund und Boden verf&uuml;gt hatten, konnten sich unter ihnen nochmals bereichern. Denn erstmalig entstanden Kataster&auml;mter, wo in erster Linie die Beg&uuml;terten und die des Lesens und Schreibens Kundigen ihre tats&auml;chlichen oder\/und auch fingierten Landtitel gegen eine Geb&uuml;hr offiziell registrieren, sich somit rechtsverbindlich als Eigent&uuml;mer ins Grundbuch eintragen lassen konnten. Die Masse der Filipinos, Kleinbauern und P&auml;chter, blieb arm wie eh und je. F&uuml;r sie bedeuteten Wechsel an der politischen Spitze des Landes belanglose Machtrochaden. Hatte nicht der Pr&auml;sident der ersten, kurzlebigen Republik, General und Supremo Emilio Aguinaldo, seine revolution&auml;ren Ideale wenig sp&auml;ter preisgegeben und sich mit den neuen Herren des Landes arrangiert?<\/p><p>Was den Bauern unter den N&auml;geln brannte und sie bedr&uuml;ckte, waren Pachtraten, die in einigen Regionen des Landes Abgaben von bis zu 75 Prozent ihrer durchschnittlichen Ernteertr&auml;ge vorsahen. Wenngleich die Commonwealth-Regierung unter Pr&auml;sident Quezon die politische Brisanz dieser ungel&ouml;sten Probleme erkannte und Ende der 1930er Jahre eine umfassende Sozialreform ank&uuml;ndigte, blieben tats&auml;chliche Reformen aus. Die Folge: Widerstand und Protest gegen die Regierung radikalisierten sich. Ende 1938 vereinigte sich die seit ihrer Gr&uuml;ndung im Jahre 1930 verbotene Kommunistische Partei mit der 1932 entstandenen Sozialistischen Partei unter F&uuml;hrung von Pedro Abad Santos zur Kommunistischen Partei der Philippinen (Partido Komunista ng Pilipinas; PKP). Sie verband die soziale Forderung nach einer Land- und Agrarreform mit dem politischen Appell, die Landesverteidigung zu st&auml;rken, um gegen einen potenziellen japanischen Angriff gewappnet zu sein. F&uuml;r den PKP-Vorsitzenden Crisanto Evangelista und die Parteif&uuml;hrung waren dabei die Entwicklungen in China entscheidend, wo die japanischen Truppen nach dem Nanking-Massaker um die Jahreswende 1937\/38 ihren Vormarsch gegen andere chinesische St&auml;dte fortsetzten und ihre Aggression gegen das Land ausweiteten.<\/p><p><strong>Beschwichtigung, psychologische Kriegf&uuml;hrung, bewaffneter Widerstand &hellip;<\/strong><\/p><p>Wie die Briten in Singapur, so hielt sich auch der US-Generalstab in den Philippinen unter dem Oberbefehl von Douglas MacArthur (Sohn des Ziehvaters der philippinischen Streitkr&auml;fte, Arthur MacArthur) f&uuml;r unbesiegbar. Gingen die Briten davon aus, dass ihre &bdquo;Festung Singapur&ldquo; an der S&uuml;dspitze Kontinentals&uuml;dostasiens uneinnehmbar sei und sie mit diesem regionalen Handelszentrum und Milit&auml;rst&uuml;tzpunkt die als &Ouml;ltanker-Route strategisch bedeutsame Malakka-Stra&szlig;e konkurrenzlos kontrollierten, so glaubte sich die F&uuml;hrung der <em>United States Armed Forces in the Far East (USAFFE)<\/em> in den Philippinen gleichsam fest im Sattel. Auch MacArthur hatte die in der Bucht von Manila gelegene Insel Corregidor mehrfach als &bdquo;unbezwingbare Festung&ldquo; gepriesen. Beide Seiten irrten auf fatale Weise; beide vermeintlich uneinnehmbare Festungen wurden nicht nur &ndash; ein Debakel f&uuml;r den britischen und US-amerikanischen Generalstab &ndash; handstreichartig von japanischen Truppen eingenommen. Insgesamt erwiesen sich die vor dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor &ouml;ffentlich mehrfach als stabil bezeichneten Verteidigungslinien als &uuml;beraus por&ouml;s.<\/p><p>In einer Zangenbewegung landeten bereits einen Tag nach dem Angriff auf Pearl Harbor, am 8. Dezember 1941, Truppen der Kaiserlich Japanischen Armee auf Mindanao und in Nordluzon. Wenig sp&auml;ter fielen die ersten Bomben auf die Hauptstadt Manila, die bereits am 2. Januar 1942 eingenommen wurde. Von hier aus er&ouml;ffneten die japanischen Verb&auml;nde ihre Offensive gegen die beiden letzten Bastionen der USAFFE &ndash; die Festungsinsel Corregidor in der Manila-Bucht und den Bergdschungel auf der Bataan-Halbinsel. Auf Corregidor und Bataan erlitten die USAFFE hohe Verluste, w&auml;hrend Pr&auml;sident Quezon und General MacArthur zwischenzeitlich nach Australien geflohen waren. Der Kapitulation der philippinisch-amerikanischen Truppen am 9. April 1942, dem so genannten &bdquo;Fall von Bataan&ldquo;, folgte der Todesmarsch von 76.000 Kriegsgefangenen, darunter etwa 10.000 US-Soldaten, von Mariveles auf Bataan ins &uuml;ber 100 Kilometer entfernt gelegene Camp O&rsquo;Donell und andere japanische Konzentrationslager in und um Capas in der Provinz Tarlac. Allein w&auml;hrend dieses zehnt&auml;gigen Marsches kamen etwa 10.000 Kriegsgefangene ums Leben. Sie starben entweder an Ersch&ouml;pfung oder wurden im Falle von Befehlsverweigerung oder bei Fluchtversuchen von ihren Bewachern umgebracht. Kurz darauf, am 6. Mai, ergaben sich auch die etwa 13.000 &Uuml;berlebenden auf Corregidor, wo sich seit Dezember 1941 der provisorische Sitz der Commonwealth-Regierung befunden hatte, den &uuml;berlegenen japanischen Truppen.<\/p><p>Ebenfalls im Zentrum der Insel Luzon, der traditionellen Reiskammer des Landes, und nicht weit von Capas entfernt hatte sich fast zeitgleich mit dem &bdquo;Fall von Bataan&ldquo;, am 29. M&auml;rz 1942, eine bewaffnete Formation gebildet, die sowohl w&auml;hrend des Krieges als auch im ersten Nachkriegsjahrzehnt von sich reden machte &ndash; die auf Initiative der Kommunistischen Partei (PKP) gegr&uuml;ndete Antijapanische Volksarmee (<em>Hukbo ng Bayan Laban sa Hapon<\/em>, <em>kurz: Hukbalahap beziehungsweise Huk<\/em>). Ihre Ziele: bewaffneter Widerstand gegen die japanischen Besatzer; Kampf f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit des Landes und die Umw&auml;lzung der ungleichen Boden- und Besitzverh&auml;ltnisse. Letztere schloss eine umfassende Agrarreform ein, in deren Prozess das Land denen &uuml;bereignet werden sollte, die es bebauten &ndash; also den Kleinbauern und P&auml;chtern in den von feudalem Gro&szlig;grundbesitz gepr&auml;gten Regionen Luzons. Das war eine Kampfansage an drei Gegner zugleich: die Japaner, die die Inseln wegen ihrer reichen mineralischen Bodensch&auml;tze und Reis auf Dauer  in ihre &bdquo;Gr&ouml;&szlig;ere Ostasiatische Gemeinsame Wohlstandssph&auml;re&ldquo; integrieren wollten; die de jure noch immer dominante Kolonialmacht USA und schlie&szlig;lich an die einheimische Oberschicht, die sich dem amerikanischen Big Business als Kompradoren angedient hatte und gleichzeitig landesweit &uuml;ber ausgedehnten Grundbesitz verf&uuml;gte.<\/p><p>Eine der ersten Ma&szlig;nahmen der Hukbalahap bestand darin, die Bev&ouml;lkerung in ihren Operationsgebieten zu bewaffnen. So entstanden auf lokaler Ebene die Vereinten Barrio-Verteidigungskorps (<em>Barrio United Defense Corps; BUDC<\/em>) als Organisationen kollektiver Abwehr gegen japanische &Uuml;bergriffe. Da zahlreiche Grundbesitzer wegen der Kriegswirren ihren Grund und Boden verlassen hatten und in gr&ouml;&szlig;ere St&auml;dte, vorzugsweise nach Manila, gefl&uuml;chtet waren, gelang es den Huks vielerorts relativ reibungslos, diese L&auml;ndereien Pachtbauern zu &uuml;berlassen oder gemeinschaftlich zu bewirtschaften. Wo dies nicht m&ouml;glich war, setzten sich bewaffnete Huk-Verb&auml;nde zumindest f&uuml;r die Reduzierung vormals exorbitanter Pachtabgaben ein. Diese Politik fand in der Bev&ouml;lkerung gro&szlig;en R&uuml;ckhalt und erm&ouml;glichte es den Partisanen, sich ausreichend mit Lebensmitteln und milit&auml;rischem Nachschub zu versorgen. Ein weiterer Schritt der Guerilla bestand darin, schrittweise die politischen und Verwaltungsstrukturen auf dem Lande umzukrempeln. In den Provinzen Pampanga, Tarlac, Nueva Ecija, Bulacan, Rizal und Laguna, die die Metropole Manila im Norden, Osten und S&uuml;den umschlossen, vermochten die Huks die Regierungsapparate, angefangen von kleinen Verwaltungsangestellten in Post&auml;mtern bis hin zum Provinzgouverneur, mit eigenen Leuten oder Sympathisanten zu besetzen.<\/p><p>Die Bev&ouml;lkerung in den von den Huks kontrollierten Gebieten begr&uuml;&szlig;te diese Entwicklung und sah ihre Interessen durch die neu besetzten politischen und Verwaltungsapparate legitim vertreten. Die Huks waren &uuml;berdies imstande, die &ouml;ffentliche Ordnung zu garantieren sowie Pl&uuml;nderungen und Schwarzmarktgesch&auml;fte zu unterbinden, die in anderen Regionen an der Tagesordnung waren. Sch&auml;tzungsweise 5.000 Japaner kamen bei Kampfhandlungen mit Huk-Einheiten ums Leben. Eine weitaus gr&ouml;&szlig;ere Zahl von eigenen Landsleuten schalteten die Huks aus, weil sie sie f&uuml;r Kollaborateure, Verr&auml;ter oder ideologische Feinde hielten. Innerhalb der Huk-Verb&auml;nde existierte mit der &bdquo;Wa Chi&ldquo;-Einheit auch ein aus Chinesen beziehungsweise chinesischst&auml;mmigen Filipinos gebildeter Trupp, der haupts&auml;chlich in den Provinzen Bulacan und Laguna operierte. International unterhielt die Hukbalahap Beziehungen zum B&uuml;ro der Kommunistischen Internationale (Komintern) in Moskau sowie zu Einheiten der Chinesischen Volksbefreiungsarmee.<\/p><p>Vor und w&auml;hrend der Invasion hatte die japanische Propaganda noch die rassische und kulturelle Einheit der V&ouml;lker Asiens beschworen und auch den Filipinos die Befreiung von der amerikanischen Kolonialherrschaft versprochen. Besonders beliebt und verbreitet im Rahmen dieser gezielten psychologischen Kriegf&uuml;hrung war der Abwurf von Propagandamaterial aus Flugzeugen. Vielfach handelte es sich dabei um mehrfarbige Postkarten, die im Kern zwei Hauptbotschaften vermittelten: Zum einen sollte innerhalb der Bev&ouml;lkerung Hass und Widerstand gegen den &bdquo;wei&szlig;en&ldquo; beziehungsweise &bdquo;westlichen Imperialismus&ldquo; gesch&uuml;rt, andererseits die Kampfmoral der US-Truppen im Lande aufgeweicht werden. 1942 hatte die japanische Regierung ein Pamphlet mit dem Titel &bdquo;Der Gr&ouml;&szlig;ere Ostasiatische Krieg und wir&ldquo; ver&ouml;ffentlicht, in dem in idyllischen Bildern das neue Verh&auml;ltnis zwischen Japan und seinen Nachbarn skizziert und das Bild einer gemeinsamen Gro&szlig;familie beschworen wurde. Je enger sich die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen allen &bdquo;Familienmitgliedern&ldquo; gestalte, so der Tenor der Schrift, desto gr&ouml;&szlig;er seien die Chancen, schnell und umfassend in den Gesellschaften Ost- und S&uuml;dostasiens Wohlstand, Frieden und Unabh&auml;ngigkeit zu verwirklichen. Diese Botschaft wurde immer wieder und variantenreich wiederholt. Die ausl&auml;ndischen Truppen galt es, mit aus der Luft abgeworfenen Postkarten-Botschaften, sie dienten falschen Herren, dazu im fremden Lande, zu traktieren und zu zerm&uuml;rben. So genannte &bdquo;Striptease&ldquo;-Serien sollten diesen Soldaten auch zu denken geben, dass sie f&uuml;r eine letztlich sinnlose Sache k&auml;mpften und ihr Leben riskierten, derweil sich daheim andere M&auml;nner mit ihren Frauen und Freundinnen vergn&uuml;gten. Auf solchen Postkarten wurde zun&auml;chst das Konterfei einer Frau abgebildet. Auf der n&auml;chsten Karte erschien dann eine Frau in lasziver Pose. Eine dritte Karte zeigte eine sp&auml;rlich bekleidete, nur mit einem Schal verh&uuml;llte Frau, w&auml;hrend eine letzte Karte mit gezeigtem Sexualakt die Serie abschloss.<\/p><p>In den von Huks kontrollierten Gebieten Zentralluzons verfing diese Propaganda ebenso wenig wie im S&uuml;den der Inseln, wo die Moros die Japaner genauso erbittert bek&auml;mpften, wie sie gegen die spanischen und US-amerikanischen Kolonialisten revoltiert hatten. Lediglich in den gr&ouml;&szlig;eren St&auml;dten des Landes, vor allem aber in der Hauptstadt Manila, gab es Kr&auml;fte, die sich mit den neuen Herren bereitwillig arrangierten, und sei es nur deshalb, um nicht Macht und Pfr&uuml;nde einzub&uuml;&szlig;en. Hier ging es der japanischen Milit&auml;rverwaltung anf&auml;nglich darum, gezielt zu beschwichtigen und sich des R&uuml;ckhalts entscheidender, noch im Lande verbliebener Pers&ouml;nlichkeiten der Commonwealth-Regierung zu vergewissern. Man versprach, die bestehenden Regierungsstrukturen intakt zu lassen und das Land schrittweise in die Unabh&auml;ngigkeit zu f&uuml;hren. Der Krieg, so das Kalk&uuml;l des seit dem 3. Januar 1942 amtierenden Oberbefehlshabers der Kaiserlich Japanischen Truppen in den Philippinen, General Homma Masaharu, sollte wesentlich als Konfrontation zwischen den USA und Japan dargestellt werden, die das Leben der einfachen Filipinos kaum beeintr&auml;chtige. Homma selbst unterzeichnete Sicherheitsp&auml;sse und Kapitulationsurkunden, die kollaborationswilligen Filipinos freies Reisen erm&ouml;glichten oder Leute im Interesse der propagierten Politik &bdquo;Die Philippinen f&uuml;r die Filipinos&rdquo; zur aktiven Zusammenarbeit mit den japanischen Beh&ouml;rden aufforderte.<\/p><p>Diese Beschwichtigungsstrategie verfing unter den Mitgliedern der st&auml;dtischen Oberschicht und der politischen Elite, nicht aber im Hinterland. Dort operierten unterschiedliche Guerillagruppen, h&auml;uften sich gewaltsame &Uuml;bergriffe japanischer Einheiten und blieb die Sicherheits- sowie wirtschaftliche Lage au&szlig;erordentlich prek&auml;r. Diese Situation dauerte faktisch bis zum Ende der japanischen Herrschaft an und durchkreuzte auch die urspr&uuml;nglichen Pl&auml;ne Tokios, sich im Rahmen eines milit&auml;risch kontrollierten beziehungsweise vom Milit&auml;r in Auftrag gegebenen Wirtschaftskonsortiums problemlos solcher Bodensch&auml;tze wie Kupfer, Eisen, Gold, Chrom und Mangan zu bem&auml;chtigen. St&auml;ndige Attacken von Guerillaverb&auml;nden, Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Arbeitskr&auml;ften, ungen&uuml;gende Transportkapazit&auml;ten und &Ouml;lmangel f&uuml;hrten dazu, dass aus den hochgesteckten Zielen, lukratives Business mit der geregelten Versorgung des Mutterlandes zu verbinden, ein Flop wurde.<\/p><p>Das gleiche Schicksal erlitt die Baumwollproduktion. Um eingestellte Baumwollimporte aus den USA und Indien zu kompensieren, war vorgesehen, in den Philippinen und anderen L&auml;ndern S&uuml;dostasiens gro&szlig; in die Baumwollproduktion einzusteigen, auf diese Weise das angloamerikanische Embargo zu unterlaufen und den gesamtjapanischen Bedarf an diesem Rohstoff zu sichern. Der s&uuml;dphilippinischen Insel Mindanao sollte dabei die Schl&uuml;sselrolle zufallen. Hier hatten sich bereits seit den 1920er Jahren vermehrt japanische Staatsb&uuml;rger niedergelassen (im Volksmund sprach man bereits von einem &bdquo;Japan-kuo&ldquo;, &bdquo;Klein-Japan&ldquo;), von denen es dem Gesch&auml;ftsmann Ohta Kyozaburo gelang, die Ohta Development Company in Davao zu etablieren. Dort konzentrierte sich die Firma zun&auml;chst auf den Anbau von Abaca (Manilahanf) und weitete ihre Produktpalette (darunter auch Zitrusfr&uuml;chte) mit der Gr&uuml;ndung weiterer Unternehmen aus &ndash; wie der Mintal Plantation Company, Riverside Plantation Company und Talomo River Plantation Company.<\/p><p>&Uuml;ber wirtschaftliche Erw&auml;gungen hinaus war Mindanao auch als bedeutsamer Knotenpunkt der japanischen Aufkl&auml;rung und Spionage interessant, befand sich dort denn auch ein Ableger der &uuml;ber ganz Ost- und S&uuml;dostasien verteilten Zweige des Kokuryu-kai, der &bdquo;Schwarzer Drachen&rdquo;-Gesellschaft, die gemeinsam mit der Genyosha (&bdquo;Dunkler Ozean&ldquo;-Gesellschaft beziehungsweise &bdquo;Schwarzer Ozean&ldquo;-Gesellschaft) der japanischen Armee und Regierung Spionagedienste leisteten und aktiv in Sabotageakte &ndash; vor allem in China &ndash; verstrickt waren. Dass sich die Mindanao-Connection aus Sicht des japanischen Generalstabs regional nicht intensiver und effektiver nutzen lie&szlig;, war darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass sich die japanische Kolonie in und um Davao haupts&auml;chlich aus Residenten zusammensetzte, die urspr&uuml;nglich aus Okinawa stammten. Diese galten als ungebildet, &bdquo;minderwertig&ldquo; und, da sie zwischenzeitlich Filipinos oder Filipinas geheiratet hatten, zudem als unsichere Kantonisten. Was nicht ausschloss, dass einige dieser Residenten derartige Ressentiments dadurch kompensierten, dass sie sich als besonders gl&uuml;hende Verehrer ihrer Heimat den japanischen Streitkr&auml;ften andienten und an ihrer Seite k&auml;mpften.<\/p><p><strong>&hellip; und erzwungene &bdquo;Unabh&auml;ngigkeit&ldquo; mit Tokios Segen<\/strong><\/p><p>Es gab auch Kr&auml;fte in der Gesellschaft, die strikt antiamerikanisch, gleichzeitig aber betont projapanisch eingestellt waren, deren F&uuml;hrer &ndash; wie beispielsweise General Artemio Ricarte und Benigno Ramos &ndash; fr&uuml;her die Amerikaner als aufst&auml;ndische Offiziere beziehungsweise als Mitglieder sozialrevolution&auml;rer Bewegungen bek&auml;mpft hatten. Um sie scharten sich pro-japanische, paramilit&auml;rische Freiwilligenverb&auml;nde wie die &bdquo;Friedensarmee&ldquo;, <em>Makapili<\/em> (Abk&uuml;rzung f&uuml;r &bdquo;Pro Philippinen&rdquo;) und <em>Bisig-Bakal ng Tagala<\/em> (Eiserner Arm der Tagalen). Nach dem Krieg wurden die &Uuml;berlebenden und Sympathisanten dieser Organisationen mit dem Bannfluch gestraft und als sozial ge&auml;chtete Kollaborateure ins Gef&auml;ngnis geworfen, w&auml;hrend Kollaborateure aus den Reihen der politischen und christlichen Elite mit Glac&eacute;handschuhen behandelt und nahezu ausnahmslos amnestiert wurden.<\/p><p>Da die Japaner mit den Philippinen &ndash; eine Besonderheit in der Region &ndash; ein vorwiegend katholisches Land besetzt hatten, mussten sie anf&auml;nglich mit R&uuml;cksichtnahme auf die katholische Kirchenhierarchie und die Stimmung innerhalb der Bev&ouml;lkerung auf entsprechende Personen aus ihrem eigenen Umfeld zur&uuml;ckgreifen. So schuf der japanische Generalstab eigens eine <em>Religi&ouml;se Abteilung<\/em>, die von christlichen Kirchenm&auml;nnern und Laien aus Japan gebildet wurde. Diese besuchten landesweit Kirchen und zelebrierten dort die Messe. Mit Bischof Taguchi aus Osaka gewann die japanische Milit&auml;rverwaltung einen Mann, der sich um den Zuspruch seitens der katholischen Bischofskonferenz im Lande, die Erarbeitung von neuen Lehrpl&auml;nen an den Schulen sowie um ein Konkordat mit dem Vatikan bem&uuml;hte. In den Schulen wurde Japanisch und das Erlernen japanischer Kultur zum Pflichtfach.<\/p><p>Anstelle der fr&uuml;her existierenden politischen Parteien schufen die japanischen Milit&auml;rbeh&ouml;rden Anfang Dezember 1942 die Einheitsbewegung <em>Kapisanan sa Paglilingkod sa Bagong Pilipinas<\/em> (<em>kurz: Kalibapi<\/em>), die Gesellschaft im Dienste f&uuml;r die Neuen Philippinen. Zu deren F&uuml;hrer wurde Jorge B. Vargas ernannt, der bereits zuvor von General Homma zum Vorsitzenden der Exekutivkommission bestimmt worden war. Generalmajor Mayasi Yoshide wurde erster Direktor der Japanischen Milit&auml;rverwaltung. Die nationale Regierung wurde umbenannt in Zentrale Verwaltungsorganisation, die ihrerseits von einem eingesetzten Staatsrat assistiert wurde. Die alte Commonwealth-Regierung verlegte Mitte Mai 1942 offiziell ihren Sitz nach Washington. Die Kalibapi und andere neu geschaffene politische Organisationen und Strukturen unterstanden der direkten Kontrolle der japanischen Milit&auml;rverwaltung und wurden von dieser genutzt, um die Philippinen endg&uuml;ltig in die &bdquo;Unabh&auml;ngigkeit&ldquo; zu entlassen.<\/p><p>Im Juni 1943 verk&uuml;ndete die Kalibapi, die wesentlich auf Manila beschr&auml;nkt blieb, die Gr&uuml;ndung der Vorbereitungskommission f&uuml;r die philippinische Unabh&auml;ngigkeit mit Dr. Jos&eacute; P. Laurel als Pr&auml;sidenten. Diese Kommission erarbeitete eine neue Verfassung, die sodann Anfang September von einer Nationalversammlung ratifiziert wurde, deren Generalversammlung Ende desselben Monats Jos&eacute; P. Laurel zum Pr&auml;sidenten der neuen Republik der Philippinen und Benigno S. Aquino zu ihrem Sprecher w&auml;hlte. Offiziell blieb Laurel Pr&auml;sident von Japans Gnaden vom 14. Oktober 1943 bis zum 15. August 1945, als er von seinem japanischen Exil aus die japanische Besatzung f&uuml;r beendet erkl&auml;rte. Anerkannt war diese so genannte Zweite Philippinische Republik au&szlig;er von den Achsenm&auml;chten nur noch von Spanien und dem Vatikan. Laurel, Spross einer angesehenen Familie aus der s&uuml;dlich von Manila gelegenen Provinz Batangas, war von Haus aus Jurist. Nach seinem Studium an der staatlichen University of the Philippines und Yale University wurde er 1925 in den philippinischen Senat gew&auml;hlt und 1936 zum stellvertretenden Richter am Obersten Gerichtshof des Landes ernannt.<\/p><p>Wie kein anderer politischer Clan auf den Inseln verk&ouml;rperten Laurel und seine Familie prototypisch bedingungsloses Paktieren mit den jeweils M&auml;chtigen. Unter den Spaniern waren die Laurels zu Ehren gelangt, die US-Amerikaner hofierten sie ebenso ungeniert wie die neuen japanischen Kolonialherren, um danach wiederum ihre Herzen im Takte mit den transpazifischen Siegern schlagen zu lassen. Selbst in der Nachkriegspolitik mischten die Laurels stets an prominenten Stellen mit und bet&auml;tigten sich, gewichtige St&uuml;tzpfeiler der Nationalistischen Partei, mehrfach als K&ouml;nigs- beziehungsweise Pr&auml;sidentenmacher, indem sie &ndash; wie im Falle von Ferdinand E. Marcos (1965-86) &ndash; Politiker der oppositionellen Liberalen Partei geschickt in ihr Camp bugsierten, die sodann auf deren politischer Plattform siegreich das Rennen machten. Sozusagen als Kriegsbeute lie&szlig; sich der philippinische Pr&auml;sident von Tokios Gnaden von den geschlagenen Truppen des General Yamashita Tomoyuki mit nach Japan bringen. Die Sieger zeigten allerdings Erbarmen. Zwar lie&szlig; General MacArthur Laurel aufgrund seiner Kollaboration mit Japan festnehmen und zeitweilig ins Sugano-Gef&auml;ngnis in der N&auml;he von Tokio sperren. Doch trotz des Laurels zur Last gelegten Hochverrats und damit verbundener Anklagen in &uuml;ber 130 F&auml;llen wurde dem Politiker kein Haar gekr&uuml;mmt. Er musste sich nicht vor einem Gericht verantworten, geriet in den Genuss einer Generalamnestie, um bereits 1951 erneut in den Senat der mittlerweile auch von den USA (formal) unabh&auml;ngigen Republik der Philippinen einzuziehen.<\/p><p>Jos&eacute; P. Laurel verstand seine Politik nach der Flucht der Commonwealth-Regierung und General Douglas MacArthurs als aufopferungsvollen Einsatz im Dienste des Volkes, dem er gr&ouml;&szlig;eres Blutvergie&szlig;en ersparen wollte. Doch als Pr&auml;sident eines Vasallenregimes kontrollierte er gerade mal ein Viertel des Landes &ndash; meist die gr&ouml;&szlig;eren St&auml;dte einschlie&szlig;lich ihrer Au&szlig;enbezirke. Doch in diesem Herrschaftsbereich setzte er sich kompromisslos und vorrangig f&uuml;r die Interessen des japanischen Besatzungsregimes ein. Eine der ersten Amtshandlungen von Pr&auml;sident Laurel bestand in der Anweisung an alle Reis- und Maisproduzenten, ihre Ernten und Vorr&auml;te unverz&uuml;glich an Regierungsstellen abzuliefern, damit diese ihren Verpflichtungen nachkommen konnten, die japanischen Truppen mit Lebensmitteln zu versorgen. Den zweiten Jahrestag des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor lie&szlig; Laurel durch eine Pr&auml;sidialverk&uuml;ndigung Anfang 1943 unisono mit den Kriegstrommlern in Tokio als &bdquo;Tag der Befreiung des Gr&ouml;&szlig;eren Ostasien&ldquo; feiern, an dem sich Japan anschickte, &bdquo;die orientalischen V&ouml;lker von der westlichen Herrschaft zu befreien.&ldquo;  Am 7. Dezember 1943 lie&szlig; Pr&auml;sident Laurel eine Erkl&auml;rung ver&ouml;ffentlichen, in der er die &bdquo;doppelte Bedeutung&rdquo; des neuen Feiertags erl&auml;uterte. Dieser Festtag &bdquo;versetzte nicht nur dem westlichen Imperialismus im Fernen Osten den Todessto&szlig;&rdquo;, sondern &bdquo;ebnete gleichzeitig den Weg f&uuml;r die gegenw&auml;rtig hervorragende Einheit aller ostasiatischen V&ouml;lker&ldquo;. In der fast gleichzeitig &uuml;bertragenen Rundfunkansprache des japanischen Premierministers Tojo Hideki lautete die Botschaft so: &bdquo; Die Anglo-Amerikaner haben keinen anderen Wunsch als den, die anderen Rassen der Erde zu beherrschen, um in Komfort und Luxus zu leben &ndash; in starkem Kontrast zu den Aspirationen der Ostasiaten.&ldquo;<\/p><p>Solche und &auml;hnliche Verlautbarungen, Stellungnahmen und Verf&uuml;gungen ver&ouml;ffentlichte das in Manila gedruckte englischsprachige Tageblatt &bdquo;<em>The Tribune<\/em>&ldquo;. Der Aufmacher des Blattes am 10. Dezember 1943 war in besonders martialischem Ton verfasst: &bdquo;Die harsche Tatsache, dass der Gr&ouml;&szlig;ere Ostasiatische Krieg nicht nur ein Auszehrungskrieg, sondern auch ein totaler Krieg ist, wird dadurch unterstrichen, dass der Feind gewaltige Verluste hinnehmen muss, die ihm die japanische Armee und Marine zuf&uuml;gen.&rdquo; Um internationale Unterst&uuml;tzung f&uuml;r den unaufhaltsamen, siegreichen Vormarsch der Kaiserlich Japanischen Truppen zu suggerieren, tauchten in den von der japanischen Milit&auml;rverwaltung in Manila kontrollierten Medien auch sporadisch Berichte &uuml;ber Treffen in der japanischen Hauptstadt auf, wo auf Konferenzen die unzertrennbare Freundschaft der Gr&ouml;&szlig;eren Ostasiatischen Familie zelebriert wurde. Die Leitung solcher Treffen lag in den H&auml;nden von Marineminister Admiral Shimada Shigetaro, dem Minister f&uuml;r das Gr&ouml;&szlig;ere Ostasien, Aoki Kazuo, sowie Au&szlig;enminister Shigemitsu Mamoru. Zu den stets geladenen G&auml;sten geh&ouml;rten neben Laurel die Vasallen aus China, Mandschukuo, Thailand und Burmas Ba Maw auch Subhas Chandra Bose aus Indien.<\/p><p>So rasch es den japanischen Truppen auch gelungen war, die Philippinen milit&auml;risch zu besetzen und dort ein ihnen gef&uuml;giges Regime zu installieren, so gering blieben von Anfang an ihre Chancen, &bdquo;Hirne und Herzen&ldquo; der Bev&ouml;lkerung zu gewinnen und sich auf den Inseln dauerhaft festzusetzen. Aufgrund landesweiter Ablehnung, Proteste und bewaffneten Widerstands waren die neuen Machthaber mitsamt ihrer neuen Regierung nicht einmal in der Lage, das Hauptnahrungsmittel Reis ausreichend produzieren zu lassen, geschweige denn die Preise daf&uuml;r halbwegs stabil zu halten. Je l&auml;nger der Krieg dauerte, desto brutaler wurden die Methoden, Reis einzutreiben. Was nicht in die H&auml;nde der japanischen Armee gelangte, landete auf dem Schwarzmarkt. So angespannt und desolat war die Lage, dass das Land erst zu Beginn der 1950er Jahre wieder den Vorkriegsstand der Reisproduktion erreichte.<\/p><p>Als General Douglas MacArthur sein fr&uuml;heres Versprechen &bdquo;Ich werde zur&uuml;ckkehren&ldquo; wahrmachte und nach gro&szlig;en japanischen Verlusten im Pazifik sowie im &ouml;stlichen Teil der Philippinen am 20. Oktober 1944 in Begleitung von Sergio Osme&ntilde;a, dem Nachfolger des im August 1944 im US-Exil verstorbenen Pr&auml;sidenten Manuel Quezon, nahe der Stadt Tacloban auf der Insel Leyte an Land ging, betrat er ein weitgehend verw&uuml;stetes Land. Bereits wenige Tage sp&auml;ter &uuml;bertrug MacArthur die zivile Kontrolle der wieder von den USAFFE kontrollierten Gebiete dem Commonwealth-Pr&auml;sidenten. Das Dilemma: Noch regierte in Manila ein Pr&auml;sident von Tokios Gnaden, w&auml;hrend der US-amerikanische Proteg&eacute; Osme&ntilde;a selbst nach Einsch&auml;tzung von Experten des U.S. Army War College in Pennsylvania als schwacher, ineffektiver Politiker galt, dem es im Gegensatz zu seinem Vorg&auml;nger &uuml;berdies an Charisma mangelte.<\/p><p><strong>Zerst&ouml;rung Manilas &ndash; Entwaffnung der Guerilla<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Von allen Kriegshauptst&auml;dten erlitt nur Warschau h&ouml;here Sch&auml;den als Manila&ldquo;.<br>\nGeneral Dwight D. Eisenhower, zit. nach: Robert A. Smith, &ldquo;Philippine Freedom 1946-1958&rdquo;, New York: Columbia University Press, 1958, S. 115\n<\/p><\/blockquote><p>Um die Jahreswende 1944\/45 r&uuml;ckte der Krieg immer n&auml;her an die Hauptstadt. Es dauerte fast den gesamten Februar 1945, bis nach &auml;u&szlig;erst verlustreichen Stra&szlig;enschlachten, in denen buchst&auml;blich um jede H&auml;userzeile gek&auml;mpft wurde, die Entscheidungsschlacht in der N&auml;he des alten spanischen Stadtzentrums Intramuros ausgefochten wurde. Was sp&auml;ter als &bdquo;Befreiung&ldquo; Manilas gepriesen wurde, war ein Gemetzel, in dessen Verlauf binnen weniger Tage etwa 100.000 Zivilisten ihr Leben verloren. Als Japan ein halbes Jahr sp&auml;ter zur Kapitulation gezwungen wurde, betrug die Zahl der w&auml;hrend des Krieges get&ouml;teten Filipinos &uuml;ber eine Million, die meisten davon in der erbitterten Endphase des Krieges. Au&szlig;erdem kamen in dieser Zeit &uuml;ber 60.000 US-Amerikaner und sch&auml;tzungsweise 300.000 Japaner ums Leben.<\/p><p>W&auml;hrend des Krieges, so belegten es sp&auml;tere Untersuchungen, waren nicht weniger als 260.000 Filipinos in unterschiedlichen Guerillaorganisationen aktiv, w&auml;hrend sich ein noch gr&ouml;&szlig;erer Teil der Bev&ouml;lkerung heimlich im antijapanischen Untergrund engagiert hatte. Das erkl&auml;rte, warum die japanischen Truppen effektiv nie mehr als 12 der damals 48 Provinzen des Landes zu kontrollieren vermochten. Die mit Abstand gr&ouml;&szlig;te und bedeutendste Guerillaorganisation war die Hukbalahap unter der milit&auml;rischen F&uuml;hrung von Luis Taruc. Etwa 30.000 Huk-K&auml;mpfer kontrollierten auf dem H&ouml;hepunkt der Kampfhandlungen den gr&ouml;&szlig;ten Teil der Insel Luzon. H&auml;tten sich die Huks landesweit verankern k&ouml;nnen, w&auml;re das sowohl f&uuml;r die Japaner w&auml;hrend des Krieges als auch f&uuml;r die US-Amerikaner nach dem Krieg ein gravierendes &bdquo;Sicherheitsproblem&ldquo; gewesen. Bei Kriegsende gingen alle diese Guerillaorganisationen, erst recht die sozialistisch orientierte Hukbalahap, davon aus, zumindest als formidable Kraft im Widerstand gegen die japanischer Besatzer gew&uuml;rdigt, wenn nicht gar entsch&auml;digt zu werden. Mit gutem Grund konnten sie auf die Versprechen hochrangiger US-amerikanischer Politiker und Milit&auml;rs verweisen, die ihnen sogar eine Gleichbehandlung mit den GIs in Aussicht gestellt hatten.<\/p><p>Umso gr&ouml;&szlig;er war das Erstaunen, dass einer der ersten Befehle des USAFFE-Chefs MacArthur nach der verlustreichen Einnahme Manilas und noch vor der Kapitulation Japans an die Adresse der Huks gerichtet war, ihre Waffen unverz&uuml;glich zu strecken und sie den USAFFE-Einheiten beziehungsweise US-amerikanischen Kommandeuren zu &uuml;bergeben. Nur vereinzelt und selektiv erhielten Huk-K&auml;mpfer eine Anerkennung und Entsch&auml;digung f&uuml;r ihre Dienste und die Chance, sich in die regul&auml;ren philippinischen Streitkr&auml;fte zu integrieren. USAFFE-Veteranen hingegen wurden Jobs in der philippinischen Milit&auml;rpolizei angeboten, ausgerechnet jenem Segment der philippinischen Sicherheitskr&auml;fte, das von den Japanern zur Kontrolle des Hinterlandes eingesetzt worden war. Im Volksmund, erst recht in den von den Huks kontrollierten Gebieten, hie&szlig;en die USAFFE bald &bdquo;<em>Tulisaffe<\/em>&ldquo; &mdash; &bdquo;tulisan&ldquo; in Tagalog hei&szlig;t &bdquo;Dieb&ldquo;, &bdquo;R&auml;uber&ldquo;, &bdquo;Wegelagerer&ldquo;.<\/p><p>Weigerten sich Huk-K&auml;mpfer, ihre Waffen an zugewiesenen &Uuml;bergabestellen oder Checkpoints abzugeben, wurden sie als &bdquo;gesetzlos&ldquo; und &bdquo;Banditen&ldquo; gebrandmarkt und entsprechend behandelt. In der Provinz Pampanga umzingelten US-Soldaten Stellungen der Huks und entwaffneten sie gewaltsam. Letztere ergaben sich nur, weil man ihnen mit standrechtlicher Erschie&szlig;ung gedroht hatte. Die Milit&auml;rpolizei erhielt Order, hochrangige Huk-Kader als &bdquo;Aufst&auml;ndische&ldquo; zu entwaffnen und festzunehmen. Kurzzeitig wurde selbst Luis Taruc gefangen genommen und inhaftiert. Doch Massenproteste und die Bef&uuml;rchtung der US-Streitkr&auml;fte, die Sicherheitslage k&ouml;nnte sich in Zentralluzon dramatisch verschlechtern, f&uuml;hrten zu seiner alsbaldigen Freilassung. Ein anderes Problem stellten die von den Huks w&auml;hrend des Krieges geschaffenen &ndash; und vor allem funktionsf&auml;higen &ndash; Gegenstrukturen in Politik und Verwaltung dar. Die Vereinten Barrio Verteidigungskorps (<em>Barrio United Defense Corps; BUDC<\/em>) waren effektiv und volksnah, doch aus Sicht der Commonwealth-Regierung und der USA auf einmal illegal. Die von Letzteren eingesetzten Alternativen waren zwar legal, doch erwiesen sich diese Leute in der Regel als g&auml;nzlich unerfahren, korrupt und auf Eigenvorteile bedacht. Ein Dauerkonflikt zwischen den alt-neuen Machthabern und der Guerilla war programmiert. Folgerichtig benannte sich die Hukbalahap Ende der 1940er Jahre um in Volksbefreiungsarmee (<em>Hukbong Mapagpalaya ng Bayan; kurz: HMB<\/em>), die nunmehr die Regierung und US-Streitkr&auml;fte auf den Inseln bek&auml;mpfte. Erst Mitte der 1950er Jahre &ndash; nach Jahren erbitterter Kampfhandlungen, politischer Kooptationen und versprochener Landzuteilungen f&uuml;r Ex-Kombattanten auf der s&uuml;dlichen Insel Mindanao &ndash; sollte es Manila gelingen, der Organisation das R&uuml;ckgrat zu brechen.<\/p><p><strong>Politisches Comeback der Eliten<\/strong><\/p><p>Urspr&uuml;nglich hatte die US-Milit&auml;rf&uuml;hrung auf den Inseln gedacht, die Huks w&uuml;rden nach dem Krieg ihre Waffen niederlegen und bereitwillig ins zivile Leben zur&uuml;ckkehren. Ihre eigenen Aktionen f&uuml;hrten indes dazu, dass die Hukbalahap und die kommunistische Partei (PKP) kriminalisiert, faktisch verboten und in den Untergrund gedr&auml;ngt wurden. Selbst die sechs gew&auml;hlten Abgeordneten der im Sommer 1945 gegr&uuml;ndeten Demokratischen Allianz, eines Volksfrontb&uuml;ndnisses, dem unter anderen militante Bauernorganisationen und Gewerkschaften angeh&ouml;rten, wurden daran gehindert, ein Jahr sp&auml;ter ihre Sitze im Kongress einzunehmen. Nat&uuml;rlich f&uuml;hrte das zu gro&szlig;er Verbitterung unter jenen, die die Speerspitze des antijapanischen Widerstands gebildet hatten. In diese Verbitterung mischte sich Wut dar&uuml;ber, dass die Wohlhabenden und Mitglieder der herrschenden Elite glimpflich behandelt, gar hofiert wurden, obgleich sie sich entweder durch Schwarzmarktgesch&auml;fte schamlos bereichert hatten oder tief in Kollaboration und Korruption verstrickt waren. Diesen gesellschaftlichen Kr&auml;ften wurde schlichtweg die Integrit&auml;t und moralische Autorit&auml;t abgesprochen, sich in der Nachkriegsordnung als legitime F&uuml;hrer darzustellen.<\/p><p>Doch die US-Politik st&uuml;tzte sich auf eben diese alte Elite, um mit ihr nicht nur die alte Commonwealth-Regierung wieder herzustellen, sondern das Land auch in eine Unabh&auml;ngigkeit zu f&uuml;hren, die die grundlegenden politischen, wirtschaftlichen und milit&auml;rischen Pr&auml;rogativen Washingtons wahrte. Um das geschmeidig durchzusetzen, st&uuml;tzte sich der &bdquo;Amerikanische C&auml;sar&ldquo; MacArthur, wie William Manchester den General im Titel seiner 1978 erschienenen MacArthur-Biografie nannte, auf vormals lokale pro-japanische Elemente aus Politik und dem Polizeiapparat, auf eingeflogene &bdquo;Counterinsurgency&ldquo;-Strategen, also Experten im Bereich der Aufstandsbek&auml;mpfung und psychologischen Kriegf&uuml;hrung, und schlie&szlig;lich auf ein US-amerikanisch-philippinisches Gesetzeswerk, das alledem einen demokratischen Anstrich verleihen sollte. Das Einbinden selbst pro-japanischer Pers&ouml;nlichkeiten in die Gestaltung der Nachkriegsordnung hatte den Vorteil, dass diese Politiker erpressbar, zumindest aber in hohem Ma&szlig;e manipulierbar waren. Das erkl&auml;rt beispielsweise die politische Karriere von Se&ntilde;or Manuel Roxas, des letzten Commonwealth-Pr&auml;sidenten und ersten Pr&auml;sidenten der am 4. Juli 1946 unabh&auml;ngig gewordenen Republik der Philippinen. (Bezeichnend f&uuml;r den neokolonialen Status des Landes war, dass ausgerechnet deren Unabh&auml;ngigkeitstag mit dem US-amerikanischen zusammenfiel. Erst in den 1960er Jahren &uuml;berwand Manila diese Peinlichkeit, indem es fortan den 12. Juni zum Unabh&auml;ngigkeitstag erkl&auml;rte &ndash; der Tag, an dem General Emilio Aguinaldo im Jahre 1898 die Unabh&auml;ngigkeit der Inseln von Spanien ausgerufen hatte.)<\/p><p>Manuel Roxas, vor dem Krieg ein Politiker und ehemaliger Brigadegeneral in der Armee, war w&auml;hrend der japanischen Okkupation ein hochrangiges Mitglied des Marionettenregimes. Ihm oblag unter anderem die sensible Aufgabe, die japanischen Truppen mit Reisvorr&auml;ten zu versorgen. Nach dem Krieg wurde Roxas zun&auml;chst zusammen mit weiteren etwa 5.000 Kollaborateuren von US-amerikanischen Milit&auml;rs gefangen genommen, um aber schon bald auf Anweisung von Pr&auml;sident Osme&ntilde;a und General MacArthur wieder auf freien Fu&szlig; gesetzt zu werden. Roxas war so etwas wie der Darling MacArthurs, der ihn f&uuml;r f&auml;higer als Osme&ntilde;a hielt und das politische Comeback des Z&ouml;glings in der Nationalistischen Partei aktiv f&ouml;rderte. Damit war Roxas unmittelbar zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten Osme&ntilde;as geworden, den er schlie&szlig;lich in der ersten Nachkriegswahl ausbootete. Eine solche Karriere gelang neben Roxas knapp 50 weiteren Mitgliedern des japanischen Besatzungsregimes; sie wurden Kongressabgeordnete.<\/p><p>Die &bdquo;Befriedung&ldquo; der Huks mit milit&auml;rischen Mitteln wurde mithin begleitet von einer gezielten politischen Kooptation vormals pro-japanischer Kr&auml;fte in die Nachkriegsregierung. Das wiederum schuf die Grundlage, um nun auch wirtschaftlich und milit&auml;rstrategisch die &bdquo;Unabh&auml;ngigkeit&ldquo; der Philippinen vorzubereiten und deren enge Bindung an die USA aufrecht zu erhalten. Ein gravierendes Problem bestand darin, die v&ouml;llig zerr&uuml;ttete Wirtschaft wieder anzukurbeln und Arbeitspl&auml;tze zu schaffen. Da dazu die Binnenressourcen nicht ausreichten, war die Regierung in Manila auf Gedeih und Verderb auf US-amerikanische Hilfslieferungen angewiesen. Im Januar 1946 hatte Paul V. McNutt, der US-Hochkommissar f&uuml;r die Philippinen, einen Situationsbericht verfasst und an Pr&auml;sident Harry S. Truman gesandt, der die dr&auml;ngenden Fragen auf den Punkt brachte: &bdquo;Die Lage ist kritisch&ldquo;, schrieb McNutt an den Pr&auml;sidenten, &bdquo;augenblicklich scheint es f&uuml;r die philippinische Bev&ouml;lkerung kaum m&ouml;glich zu sein, angesichts der vom grausamsten und verheerendsten Krieg aller Zeiten geschaffenen Verw&uuml;stung und Demoralisierung, da das Land au&szlig;erdem zutiefst gespalten ist in Loyalisten, Feindkollaborateure und mehrere gut bewaffnete Gruppen, die immensen wirtschaftlichen Rehabilitationsma&szlig;nahmen mit den Anforderungen der politischen Unabh&auml;ngigkeit in Einklang zu bringen.&rdquo;<\/p><p><strong>Wirtschaftlich verraten und verkauft<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich, [Name], schw&ouml;re feierlich, den Vereinigten Staaten von Amerika vollauf Vertrauen zu schenken und ihnen Gefolgschaft zu leisten (&hellip;) dass ich ihnen ehrenwert und treu gegen alle ihre Feinde dienen werde (&hellip;) die Befehle (&hellip;) des Pr&auml;sidenten der Vereinigten Staaten und der mir &uuml;bergeordneten Offiziere befolge (&hellip;) und mich gem&auml;&szlig; der Richtlinien und Konventionen des Kriegsrechts verhalte.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Solche und &auml;hnliche Treueide hatte etwa eine Viertel Million Filipinos vor und nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor geleistet und damit ihr Schicksal an das der US-amerikanischen Streitkr&auml;fte gekoppelt. Im Gegenzug f&uuml;r diese Loyalit&auml;t, zu der US-Pr&auml;sident Franklin D. Roosevelt die Filipinos nachdr&uuml;cklich aufgefordert hatte, stellte die Regierung in Washington den philippinischen Soldaten nach Kriegsende dieselbe Behandlung wie die ihrer amerikanischen Waffengef&auml;hrten in Aussicht. Das sollte sowohl Entsch&auml;digungen als auch eine angemessene Krankenversicherung und Rente betreffen. Diesen Gleichheitsgrundsatz hatte noch im Oktober 1945 General Omar Bradley, damals Chef der Veterans Administration, bekr&auml;ftigt und allen Betroffenen versichert.<\/p><p>Doch bereits im Februar 1946 war im US-amerikanischen Kongress ein Gesetz, der <em>Rescission Act<\/em>, verabschiedet und von Pr&auml;sident Truman unterzeichnet worden, der genau das Gegenteil beinhaltete. Darin hie&szlig; es nunmehr, dass der von Filipinos geleistete (Kriegs-)Dienst &bdquo;nicht als einer betrachtet wird, der (&hellip;) im Milit&auml;r oder den nationalen Streitkr&auml;ften der Vereinigten Staaten oder irgend einer anderen deren Einheiten&ldquo; erbracht worden sei. Demnach best&uuml;nde auch kein Anspruch auf eine Behandlung nach US-amerikanischem Recht, mithin auch nicht die M&ouml;glichkeit, in den Genuss etwaiger Sonderbehandlungen oder Verg&uuml;tungen zu kommen. Das war, abgesehen von gezahlten Entsch&auml;digungen f&uuml;r Tote und Kriegsverwundete, ein Affront gegen die philippinischen Kriegsveteranen, die die Hauptlast w&auml;hrend des Krieges trugen und im Kampf gegen einen &uuml;berm&auml;chtigen Feind ausharrten, nachdem das US-amerikanische Oberkommando l&auml;ngst den philippinischen Commonwealth verlassen und Quartier in Australien bezogen hatte.<\/p><p>Nicht nur die Kriegsveteranen wurden betrogen und zu B&uuml;rgern zweiter Klasse gestempelt. Gleiches geschah auch auf der Makroebene. Denn das ebenfalls von US-Pr&auml;sident Roosevelt im August 1943 abgegebene Versprechen, die Philippinen in den Genuss einer vollen Entsch&auml;digung der angerichteten Kriegssch&auml;den kommen zu lassen, wurde nicht eingehalten. Stattdessen erhitzte die Gem&uuml;ter in Washington und Manila ein langwieriges politisch-diplomatisches Gerangel um die H&ouml;he der zu leistenden Kriegsreparationen und die Art und Weise, in welchem Zeitraum und nach welchem Modus sie auszuzahlen waren. Zwei US-Amerikaner spielten hier eine Schl&uuml;sselrolle &ndash; Senator Millard E. Tydings aus Maryland und der aus Missouri stammende Kongressabgeordnete C. Jasper Bell.<\/p><p>Tydings, Koautor des Tydings-McDuffie Act, der 1934 den Philippinen binnen eines Jahrzehnts die Unabh&auml;ngigkeit in Aussicht gestellt hatte, setzte sich im Herbst 1945 im US-amerikanischen Senat f&uuml;r eine Nothilfelieferung in H&ouml;he von urspr&uuml;nglich 620 Millionen US-Dollar ein, die jedoch unverz&uuml;glich um 100 Millionen Dollar abgesenkt wurde. Dar&uuml;ber hinaus hatte Tydings die Zahlung solcher Leistungen von der Erf&uuml;llung bestimmter Auflagen seitens Manilas abh&auml;ngig gemacht. Dazu z&auml;hlten die Einrichtung einer Beh&ouml;rde zur Feststellung der Kriegssch&auml;den, die <em>U.S.-Philippine War Damage Corporation<\/em>, sowie die Festschreibung von Gleichheitsklauseln, wonach Amerikaner in den Philippinen dieselben Rechte wie Filipinos in den USA genie&szlig;en sollten. Derma&szlig;en schleppend und ineffektiv arbeitete diese Beh&ouml;rde, dass erste Zahlungen erst Ende 1946 an Manila flossen und individuelle Anspr&uuml;che von philippinischer Seite nicht vor April 1947 ber&uuml;cksichtigt wurden. Als die War Damage Corporation 1950 ihren Betrieb einstellte, hatte sie lediglich 388 Millionen US-Dollar an &uuml;ber eine Million private Antragsteller ausgezahlt. Urspr&uuml;nglich war mit mindestens 1,25 Milliarden Dollar an Reparationszahlungen gerechnet worden. In den Genuss dieser Zahlungen kamen ohnehin nur diejenigen, die die N&auml;he zum Machtzentrum genossen oder dank Schmiergelder &uuml;berhaupt erst ins Auswahlverfahren gekommen waren.<\/p><p>Das nach dem US-Kongressabgeordneten Bell benannte Philippinische Handelsgesetz oder der <em>Bell Trade Act<\/em> aus dem Jahre 1946 hatte nicht nur die Empfehlungen von Senator Tydings &uuml;bernommen. Dieses Gesetz ging noch weit dar&uuml;ber hinaus. Es akzeptierte die &bdquo;parity rights&ldquo;, also die Gleichheitsklauseln f&uuml;r Amerikaner in den Philippinen, garantierte &uuml;ber einen Zeitraum von acht Jahren den Freihandel mit den USA und band den philippinischen Peso an den Dollar mit der zus&auml;tzlichen Auflage, den Wechselkurs nur mit US-amerikanischer Zustimmung &auml;ndern zu k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem wurde die Verl&auml;ngerung des zollfreien Handels bei bestimmten Produkten f&uuml;r weitere 28 Jahre festgelegt. Die wirtschaftliche Hegemonie der USA &uuml;ber die politisch &bdquo;unabh&auml;ngig&ldquo; gewordene Neokolonie Philippinen blieb bestehen &ndash; vor allem wegen der Erpressbarkeit der Regierung in Manila, insbesondere ihres Chefs und einstigen Reiseintreibers unter den Japanern, Pr&auml;sident Manuel Roxas. In seine Amtszeit fiel denn auch die Entscheidung, den USA den Unterhalt und Ausbau milit&auml;rischer St&uuml;tzpunkte zu gestatten und ihnen daf&uuml;r ausreichend Land auf der Basis eines 99 Jahre w&auml;hrenden Pachtvertrags zur Verf&uuml;gung zu stellen. Unterzeichnet wurde dieser &bdquo;Vertrag zur Regelung der allgemeinen Beziehungen&ldquo; offiziell am 14. M&auml;rz 1947.<\/p><p>Als in den Philippinen zehn Monate nach der Kapitulation Japans das Sternenbanner eingeholt wurde und sich das Land f&uuml;r die endg&uuml;ltige Unabh&auml;ngigkeit am 4. Juli 1946 r&uuml;stete, sa&szlig;en alte Politiker in neuen S&auml;tteln und gaben Gro&szlig;grundbesitzer und wohlhabende Gesch&auml;ftsleute wieder den Ton in Verwaltung, Wirtschaft und Politik an. Ermutigt und tatkr&auml;ftig unterst&uuml;tzt durch eine US-Nachkriegspolitik, die an die Vorkriegs- und Kriegspolitik ankn&uuml;pfte &ndash; getreu der Devise: So viel sich auch &auml;ndert, es bleibt alles beim Alten. Ein Status quo, der so ganz nach dem Gusto der Herrschenden in Washington, Manila und Tokio war.<\/p><p>Titelbild: danielo\/shutterstock.com<\/p><p><em><strong>Anmerkungen, Quellen &amp; Literaturhinweise<\/strong><\/em><\/p><p>Die in Opposition zum US-Kolonialismus gegr&uuml;ndete Anti-Imperialist League hatte etwa 30.000 Mitglieder. Ihre prominentesten Vertreter waren: Jane Addams (1860-1935; Sozialreformerin, Pazifistin, Friedensnobelpreistr&auml;gerin 1931), Carl Schurz (1829-1906, Politiker, Senator 1869 &ndash; 1875), Mark Twain (1835-1910), William James (1842-1910, Psychologe und Philosoph), Samuel Gompers (1850-1924, Gewerkschaftsf&uuml;hrer), Andrew Carnegie (1835-1919, Industrieller). Sie beriefen sich u.a. auf John Quincy Adams (1767-1848, US-Pr&auml;sident von 1825-1829), der 1821 als Au&szlig;enminister (Secretary of State) ausdr&uuml;cklich davor gewarnt hatte, dass die USA ihre Rolle als Lenker eigener Wertvorstellungen einb&uuml;&szlig;ten, trachteten sie danach, au&szlig;erhalb ihrer Grenzen nach &ldquo;Monstern zu suchen, um diese zu zerst&ouml;ren.&rdquo; &ndash; Zitat in: John W. Kirshon (ed.): <em>Chronicle of America<\/em>. Mt. Kisco, NY: Chronicle Publications, 1989, S. 524 (diese und folg. &Uuml;bersetzungen stammen vom Verfasser)<\/p><p>McKinley-Zitat in: Bernard A. Weisberger (ed.): <em>Reaching for Empire. The &ldquo;Life&rdquo; History of the United States (1890 &ndash; 1901)<\/em>, Vol. 8. New York: Time, 1964, S. 138f.<\/p><p>Andrew Carnegie-Zitat in: John W. Kirshon (ed.): <em>Chronicle of America<\/em>. Mt. Kisco, NY: Chronicle Publications, 1989, S. 527<\/p><p>Hernando J.. Abaya: <em>Betrayal in the Philippines<\/em>. New York: A.A. Wyn, Inc., 1946<\/p><p>Teodoro A. Agoncillo: <em>The Fateful Years: Japan&rsquo;s Adventure in the Philippines<\/em>, 1941-45. Quezon City: R.P. Garcia Publishing Co., 1965 (2 vols.)<\/p><p>Leo S. Comish, Jr.: <em>The United States and the Philippine Hukbalahap Insurrection: 1946-54<\/em>. Carlisle Barracks, PA: U.S. Army War College, 8 March 1971 <\/p><p><em>&lsquo;Fighting Filipinos&rsquo; film to be finished in New Mexico<\/em>, in: Philippine Daily Inquirer (Makati City), 20 March 2020<\/p><p>Stanley Karnow: <em>In Our Image: America&rsquo;s Empire in the Philippines.<\/em> New York: Random House, 1989<\/p><p>Benedict J. Kerkvliet: <em>The HUK Rebellion: A Study of Peasant Revolt in the Philippines.<\/em> Berkeley: University of California Press, 1977<\/p><p>William Manchester: <em>American Caesar.<\/em> Boston: Little, Brown and Company, 1978<\/p><p>Rei Okamoto Inouye: <em>Pictorial Propaganda in Japanese Comic Art, 1941-1945: Images of the Self and the Other in a Newspaper Strip, Single-Panel Cartoons, and Cartoon Leaflets.<\/em> Boston, MA: Northeastern University, 1999 &ndash; siehe dazu auch: Sergeant Major (SGM) Herbert A. Friedman (Ret.): <em>Japanese PSYOP During WWII<\/em> &mdash; <a href=\"http:\/\/www.psywarrior.com\/JapanPSYOPWW2.html\">psywarrior.com\/JapanPSYOPWW2.html<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/cuitandokter.com\/world-war-ii-propaganda-posters-cool-shit-propaganda.html\/\">cuitandokter.com\/world-war-ii-propaganda-posters-cool-shit-propaganda.html\/<\/a><\/p><p>William J. Pomeroy: <em>The Philippines: Colonialism, Collaboration, and Resistance! New York: International Publishers Co.<\/em>, 1992<\/p><p>Ikehata Setsuho\/Ricardo Trota Jose (eds.): <em>The Philippines Under Japan: Occupation Policy and Reaction<\/em>. Quezon City: Ateneo de Manila University Press, 1999 <\/p><p>Robert R. Smith: <em>The Hukbalahap Insurgency: Economic, Political, and Military Factors.<\/em> Washington, D.C.: Office of the Chief of Military History, 1963<\/p><p>David Joel Steinberg: <em>Philippine Collaboration<\/em> in World War II. Ann Arbor: Michigan University Press, 1967<\/p><p>Luis Taruc: <em>Born of the People.<\/em> Bombay: People&rsquo;s Publishing House, Ltd., 1953<\/p><p>Luis Taruc &uuml;ber die Agrarverh&auml;ltnisse auf der nordphilippinischen Insel Luzon in den 1940er Jahren und den Kampf der Hukbalahap gegen die japanischen Invasoren: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=u5GCLfJePxs\">youtube.com\/watch?v=u5GCLfJePxs<\/a>&nbsp; &amp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ATRcR2KUjIQ\">youtube.com\/watch?v=ATRcR2KUjIQ<\/a><\/p><p>Harri Thuerk: <em>Nachts weint die Sampaguita. Kampf und Niederlage der Huk auf den Philippinen.<\/em> Berlin (Ost): Milit&auml;rverlag der Deutschen Demokratischen Republik, 1980<\/p><p>Napoleon Valeriano (Colonel, AFP): <em>Military Operations<\/em>, in: <em>Counter-Guerrilla Operations in the Philippines 1946-53.<\/em> Ft. Bragg, NC: U.S. Army Special Forces Center and School, 15 June 1961<\/p><p>Rainer Werning\/J&ouml;rg Schwieger (Hg): <em>Handbuch Philippinen &ndash; Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur.<\/em> Berlin: regiospectra Verlag, 2019 (6. Aufl.)<\/p><p>Jim Zwick (ed.): <em>Mark Twain&rsquo;s Weapons of Satire: Anti-imperialist Writings on the Philippine-American War.<\/em> Syracuse, NY: Syracuse University Press, 1992 ###<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/d0231126e7064c35b0b7258d40136950\" alt=\"\" title=\"\" width=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Nach spanischer und US-amerikanischer Herrschaft besetzt Japan die Philippinen (Teil II)<\/strong><br \/> Im zweiten Teil der siebenteiligen Serie zur Vorgeschichte, zum Verlauf und zu den Verm&auml;chtnissen des Zweiten Weltkriegs in Ost- und S&uuml;dostasien besch&auml;ftigt sich unser Autor <strong>Rainer Werning<\/strong> mit der Herrschaft Japans &uuml;ber den philippinischen Archipel.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":59919,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,20,171],"tags":[2311,339,2960,374,895,2102,1426,2529,1497,1792,2104,2395,2069,2250,849,1971,1366,564,3187,687,1556,966,2360],"class_list":["post-59918","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-befreiungsbewegungen","tag-chauvinismus","tag-der-zweite-weltkrieg-in-ost-und-suedostasien","tag-eliten","tag-freihandel","tag-geostrategie","tag-hegemonie","tag-imperialismus","tag-japan","tag-kolonialismus","tag-kriegsopfer","tag-kriegsveteranen","tag-militaerstuetzpunkte","tag-nachkriegszeit","tag-nahrungsmittel","tag-philippinen","tag-reparationen","tag-spanien","tag-twain-mark","tag-ungleichheit","tag-usa","tag-weltkrieg","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/200405_titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59918","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=59918"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59918\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":59970,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59918\/revisions\/59970"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/59919"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=59918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=59918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=59918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}