{"id":59933,"date":"2020-04-05T09:00:42","date_gmt":"2020-04-05T07:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59933"},"modified":"2020-04-03T14:30:17","modified_gmt":"2020-04-03T12:30:17","slug":"hinweise-der-woche-154","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59933","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59933#h01\">Germany First<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59933#h02\">Europa verliert den Kampf der Bilder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59933#h03\">Die Zahlen sind vollkommen unzuverl&auml;ssig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59933#h04\">Das ist keine Krise, sondern eine Katastrophe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59933#h05\">Alte Dogmen blockieren wirksame L&ouml;sung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59933#h06\">Jetzt steht Armut auf dem Spielplan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59933#h07\">Krankenschwester &ndash; &ldquo;Ich will nicht infiziert sein und arbeiten m&uuml;ssen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59933#h08\">Jetzt r&auml;chen sich Einsparungen bei Spaniens Spit&auml;lern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59933#h09\">Die zivilisatorische Kr&auml;nkung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59933#h10\">Franz&ouml;sische Politiker: USA kaufen Schutzmasken in China auf<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Germany First<\/strong><br>\nPolitiker und Medien in S&uuml;deuropa laufen Sturm gegen die Weigerung Berlins, in der Coronakrise deutsche Interessen zur&uuml;ckzustellen.<br>\nB&uuml;rgermeister aus den am h&auml;rtesten von der Covid-19-Pandemie betroffenen St&auml;dten Norditaliens bitten in einer ganzseitigen Anzeige in einer f&uuml;hrenden deutschen Tageszeitung um &ldquo;europ&auml;ische Solidarit&auml;t&rdquo;. Italien sei zur Bew&auml;ltigung der Coronakrise auf &ldquo;Coronabonds&rdquo; angewiesen, erkl&auml;ren die B&uuml;rgermeister; sie dringen darauf, Berlin solle seinen Widerstand dagegen aufgeben. Seit vor allem die Bundesregierung beim EU-Gipfel Ende vergangener Woche die Debatte &uuml;ber die &ldquo;Coronabonds&rdquo; abgew&uuml;rgt hat, die besonders f&uuml;r die L&auml;nder S&uuml;deuropas existenziell wichtig, f&uuml;r Berlin allerdings nicht kostenneutral w&auml;ren, laufen Politiker und Medien von Spanien &uuml;ber Italien bis Griechenland Sturm. Deutschland treibe Politik nach dem Modell des Trump&rsquo;schen &ldquo;America First&rdquo;, hei&szlig;t es in Spanien, w&auml;hrend in Griechenland gewarnt wird, ein Verzicht auf die &ldquo;Coronabonds&rdquo; k&ouml;nne sich &ldquo;f&uuml;r Europa als noch vernichtender erweisen&rdquo; als das Covid-19-Virus. Sogar EU-orientierte italienische Medien protestieren gegen das &ldquo;h&auml;ssliche Europa&rdquo; und schlie&szlig;en das Ende des &ldquo;europ&auml;ischen Projekts&rdquo; nicht aus.<br>\nIm Stich gelassen<br>\nErheblichen Unmut hatte bereits Anfang M&auml;rz die Weigerung der Bundesregierung ausgel&ouml;st, den am schwersten von der Covid-19-Pandemie getroffenen Staaten zu Hilfe zu kommen. Insbesondere der Beschluss vom 4. M&auml;rz, einen Exportstopp auf medizinische Schutzausr&uuml;stung zu verh&auml;ngen, anstatt etwa Italien zu unterst&uuml;tzen, dann allerdings auch die faktische Schlie&szlig;ung der Grenze nach Frankreich am 16. M&auml;rz hatten in den betroffenen L&auml;ndern massive Ver&auml;rgerung hervorgerufen (german-foreign-policy.com berichtete [1]). Diese h&auml;lt an. Erst gestern hie&szlig; es etwa in der spanischen Tageszeitung El Pa&iacute;s, zwar habe die EU bereits am 12. Februar gro&szlig;spurig beschlossen, sie m&uuml;sse Bem&uuml;hungen f&ouml;rdern, Schutzausr&uuml;stung bereitzustellen &ndash; insbesondere f&uuml;r das hart k&auml;mpfende Krankenhauspersonal -, doch sei bislang immer noch nichts geschehen. Auch darauf sei es zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass &Auml;rzte und Pfleger in spanischen Krankenh&auml;usern sich nicht ausreichend gegen das Virus sch&uuml;tzen k&ouml;nnten. Eine &ldquo;direkte Konsequenz&rdquo; sei es, dass die Ansteckungsrate des medizinischen Personals sehr hoch sei: Am Montag seien 12.298 &Auml;rzte und Pfleger als infiziert gemeldet gewesen, 15 Prozent der Gesamtzahl der in Spanien an Covid-19 Erkrankten.[2] (&hellip;)<br>\nDer deutsche Hochmut<br>\nBesonders scharfe Kritik kommt aus Italien &ndash; weiterhin auch aus Kreisen, die grunds&auml;tzlich klar EU-orientiert sind. Ministerpr&auml;sident Giuseppe Conte erkl&auml;rte am Wochenende mit Blick auf die &ldquo;Coronabonds&rdquo;: &ldquo;Ich vertrete eine stark leidende nationale Gemeinschaft und kann keine Verz&ouml;gerungen erdulden.&rdquo;[12] Es gelte, &ldquo;tragische Fehler&rdquo; zu vermeiden: &ldquo;Sollte Europa nicht in der Lage sein, dieser epochalen Herausforderung Stand zu halten, w&uuml;rde Europa vor den Augen unserer B&uuml;rger seine Existenzberechtigung verlieren&rdquo;. EU-orientierte Medien titeln &ldquo;H&auml;ssliches Europa&rdquo; [13] oder warnen, komme es nicht zu einer schnellen Einigung auf eine Krisenstrategie, dann sei &ldquo;das europ&auml;ische Projekt vorbei&rdquo; [14]. Die Wirtschaftspresse erinnert daran, dass die Bundesrepublik ihren Aufstieg nur dank eines gro&szlig;z&uuml;gigen Schuldenerlasses im Londoner Schuldenabkommen von 1953 habe erreichen k&ouml;nnen: Ohne dieses Zugest&auml;ndnis, das von Italien mitgetragen wurde, h&auml;tte Deutschland &ldquo;weitere 50 Jahre Schulden zur&uuml;ckzahlen m&uuml;ssen&rdquo;.[15] &Auml;hnlich &auml;u&szlig;ert sich der in Italien popul&auml;re Schauspieler und Regisseur Tullio Solenghi. Solenghi kritisiert: &ldquo;Die Deutschen tragen heute auf &ouml;konomischem Gebiet Hochmut zur Schau &hellip; . Sie f&uuml;hlen sich h&ouml;herwertig.&rdquo; W&auml;re &ldquo;die internationale Gemeinschaft&rdquo; nach dem Zweiten Weltkrieg &ldquo;mit demselben, stets wiederkehrenden deutschen Hochmut&rdquo; aufgetreten und h&auml;tte ihrerseits &ldquo;die tats&auml;chlichen Kriegsschulden zur&uuml;ckgefordert, dann w&uuml;rden die Deutschen heute aus den M&uuml;lltonnen leben.&rdquo;[16]<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8234\/\">german-foreign-policy.com<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Europa verliert den Kampf der Bilder<\/strong><br>\nIm Kampf gegen das Coronavirus l&auml;uft die europ&auml;ische Solidarit&auml;t nur z&ouml;gerlich an. China und Russland sto&szlig;en in diese L&uuml;cke &ndash; und schlachten das propagandistisch aus. (&hellip;)<br>\nKritiker argw&ouml;hnen, dass Moskau auch &uuml;ber den Umgang mit der Krise hinaus andere Interessen verfolgt. Die Aufbesserung des eigenen Images soll demnach dazu dienen, die Sanktionen aus der Welt zu schaffen, die die EU 2014 wegen der Ukrainekrise verh&auml;ngte. Putins Sprecher Dmitrij Peskow stritt ab, dass die Unterst&uuml;tzung an irgendwelche Bedingungen gekn&uuml;pft sei. Italien brauche in gro&szlig;em Ma&szlig;stab Hilfe, und Russland helfe, wo es k&ouml;nne. (&hellip;)<br>\nBei der PR-Kampagne ger&auml;t schnell in den Hintergrund, dass staatliche Stellen in China die vom Virus ausgehende Gefahr &uuml;ber Wochen vertuschten. Auch beschr&auml;nkte sich die Propaganda nicht auf das In-Szene-Setzen von Hilfslieferungen: So leisteten chinesische Offizielle zuletzt noch einer Verschw&ouml;rungstheorie Vorschub, wonach das Coronavirus vom US-Milit&auml;r entwickelt und nach Wuhan eingeschleppt worden sei.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/corona-krise-europa-verliert-den-kampf-der-bilder-a-d2264aee-41aa-4c82-9fa6-9f6837b04079\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Dieses Machwerk muss man lesen, um zu erfassen, auf welchem kalten Kriegsniveau deutsche Journalisten inzwischen angekommen sind. Und zugleich keinerlei Einsicht, kein bisschen Reflexion &uuml;ber die Missetaten der EU und Deutschlands im Umgang mit den S&uuml;dl&auml;ndern.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Zahlen sind vollkommen unzuverl&auml;ssig<\/strong><br>\nWie gef&auml;hrlich das Coronavirus ist, wissen Experten noch immer nicht genau. Hier erkl&auml;rt der Statistikexperte Gerd Antes, was nun f&uuml;r eine Risikobewertung n&ouml;tig ist und warum die Reaktion der Politik bislang richtig war. [&hellip;]<br>\nEs gibt zweifellos ein Problem. Wir sehen in diesen Regionen, dass die Gesundheitssysteme &uuml;berlastet sind, weil zu viele Menschen zur gleichen Zeit schwer erkranken. Das unterscheidet den Corona-Ausbruch von der j&auml;hrlichen, sich vergleichsweise langsam ausbreitenden Grippewelle.<br>\nGleichzeitig wissen wir allerdings nicht, wie t&ouml;dlich das neue Coronavirus im Vergleich zur Grippe ist und wie viel schneller genau es sich ausbreitet. Wenn man es als Bild beschreiben will, warten wir auf einen Tsunami, wissen aber noch nicht einmal ann&auml;hernd, wie hoch die Welle wird. [&hellip;]<br>\nWie viele Menschen sich tats&auml;chlich infizieren, wissen wir dagegen nicht. Die Sch&auml;tzungen variieren extrem. Je nach Experten ist davon die Rede, dass sich f&uuml;nf bis zehn Mal mehr Menschen infizieren als nachgewiesen werden. Manche Sch&auml;tzungen liegen beim Zwanzigfachen oder sind noch h&ouml;her.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/medizin\/coronavirus-die-zahlen-sind-vollkommen-unzuverlaessig-a-7535b78f-ad68-4fa9-9533-06a224cc9250\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Lesen Sie dazu auf den NachDenkSeiten:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59776\">Maximale Ma&szlig;nahmen auf Basis minimaler Gewissheit<\/a> und &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59776\">Solchen Wissenschaftlern w&uuml;rde ich gerne Kamera oder Mikrofon entziehen<\/a>&ldquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Das ist keine Krise, sondern eine Katastrophe<\/strong><br>\nDie Lage im zentralen spanischen Coronavirus-Ansteckungsherd ist fatal. Gespr&auml;ch mit einem infizierten Besch&auml;ftigten im kollabierenden Madrider Gesundheitssystem<br>\nSeit Tagen spitzt sich die Lage in Spanien immer weiter zu. Das Land ist dabei, in Europa Italien die Spitzenposition bei in Coronavirus-Krise abzunehmen. Tats&auml;chlich liegt die Zahl der offiziell registrierten Toten, die immer st&auml;rker mit Vorsicht zu genie&szlig;en ist, in den letzten Tagen jeweils in Spanien &uuml;ber der in Italien. Am Sonntag wurde in Spanien ein neuer Rekord mit 838 Toten registriert, w&auml;hrend es in Italien offiziell 756 waren. Am Montag waren es in beiden L&auml;ndern wieder 812 und am Dienstag gab es einen neuen Rekord mit 849 offiziellen Coronavirus-Toten.<br>\nDrastische Ma&szlig;nahmen in Italien, das schon vor 10 Tagen alle Aktivit&auml;ten bis auf die Grundversorgung reduziert hat, scheinen zu einer Stabilisierung zu f&uuml;hren. In Spanien, bisher in einem &ldquo;merkw&uuml;rdigen Alarmzustand&rdquo;, kann davon aber keine Rede sein. Deshalb blieb auch der sozialdemokratischen Regierung am Samstag keine andere M&ouml;glichkeit mehr, den von vielen Experten lange geforderten &ldquo;Lockdown&rdquo; endlich zu verk&uuml;nden. Doch bei der Umsetzung gab es wieder massive Probleme, weshalb die Reduzierung auf die Grundversorgung real erst am heutigen Dienstag umgesetzt wird. Mittlerweile werden offiziell schon 8.189 Tote (in Italien 11.591) verzeichnet. Die Kurve ist in Spanien weiter deutlich steiler als in Italien. Und das l&auml;sst erwarten, dass es hier eher noch schlimmer kommt.<br>\n&Uuml;ber die Lage im Land, allen voran im Gesundheitswesen im zentralen Ansteckungsherd Madrid, sprach Telepolis mit Eduardo Fern&aacute;ndez Ulloa. Er ist einer von 12.000 Besch&auml;ftigten im spanischen Gesundheitswesen (Stand vom Montag), die sich inzwischen mit dem Virus infiziert haben. Er arbeitete bis zu seiner Infektion auf der Intensivstation im Krankenhaus Infanta Sof&iacute;a in San Sebasti&aacute;n de los Reyes, nahe der Hauptstadt Madrid, in der schwer getroffenen Region Madrid.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Das-ist-keine-Krise-sondern-eine-Katastrophe-4694104.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Alte Dogmen blockieren wirksame L&ouml;sung<\/strong><br>\nDie gr&ouml;&szlig;ten Missverst&auml;ndnisse bei der Bek&auml;mpfung der &ouml;konomischen Folgen des Corona-Schocks sind die Dimension und das Tempo, mit dem man reagieren muss. Weder die Politik noch die Beamten, die Weisungen der Politik in Gesetze flie&szlig;en lassen, die dann beschlossen werden, haben zur Kenntnis genommen, dass es hier nicht um die Fortsetzung der bisherigen Politik mit etwas st&auml;rkeren Mitteln geht, sondern um etwas ganz Neues.<br>\nMan konnte es schon ahnen, als Olaf Scholz bei der Pressekonferenz das dicke Gesetzesb&uuml;ndel, das er kaum mit einer Hand halten konnte, f&uuml;r die Kameras hochhob. Das war erschreckend, weil damit klar war, dass die Ministerialb&uuml;rokratie in kurzer Zeit ein gewaltiges b&uuml;rokratisches Monster geschaffen hat, das die Probleme nicht l&ouml;sen, sondern die Verwirrung ungeheuer erh&ouml;hen wird.<br>\nIn der Krise geht es darum, die Dinge zu vereinfachen, auf ihren Kern zu reduzieren und die wichtigen Botschaften, aber wirklich nur die, vern&uuml;nftig zu kommunizieren. In Sachen Wirtschaft hat die Bundesregierung bisher dazu absolut nichts geleistet, von Europa, wo man nur neue Verunsicherung gestiftet hat, ganz zu schweigen. Angela Merkel, die der Bev&ouml;lkerung versprochen hat, sie aufzukl&auml;ren, schweigt zu dieser entscheidenden Frage.<br>\nZentral f&uuml;r die L&ouml;sung der &ouml;konomischen Probleme ist das Verst&auml;ndnis der Unterschiede zwischen Mikro&ouml;konomie und Makro&ouml;konomie. Es nutzt nichts, die Probleme einer Gruppe der Bev&ouml;lkerung anzugehen und genau damit die Probleme auf eine andere weiterzuschieben. Genau das ist mit der unseligen Regelung f&uuml;r die Mieter, die ihre Mietzahlungen aussetzen k&ouml;nnen, geschehen. Nun beklagt man sich dar&uuml;ber, dass auch gro&szlig;e und starke Konzerne diese M&ouml;glichkeit nutzen und vielleicht schwache Vermieter in Schwierigkeiten bringen. Es bringt einfach nichts, jetzt auf die Verteilungs- oder Wettbewerbswirkungen der Ma&szlig;nahmen R&uuml;cksicht zu nehmen. Man muss absolut pauschal arbeiten und auch in Kauf nehmen, dass es im Zuge dessen viele Mitnahmeeffekte und auch Benachteiligungen des einen gegen&uuml;ber einem anderen geben wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2020\/03\/alte-dogmen-blockieren-wirksame-loesung\/\">Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker in Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Jetzt steht Armut auf dem Spielplan<\/strong><br>\nSchauspielerinnen lebten lange in gut verstecktem Elend, nun stehen Tausende vor dem Nichts<br>\nArmut gab es immer in der Branche der Hofnarren und Gauklerinnen, vor allem bei den Frauen; das wusste ich schon als Kind. Mein Vater, Jahrgang 1896, war Regisseur und Schauspielp&auml;dagoge. Meine Mutter hatte das Schauspielen bei Eheschlie&szlig;ung aufgegeben und klebte, klug und emanzipiert, &raquo;freiwillige Rentenmarken&laquo;. Mir blieb nicht verborgen, dass manche Schauspielerin, die nicht mehr jung, aber l&auml;ngst noch nicht alt war, verzweifelt bei meinem Vater (zeitweise Oberspielleiter u. a. in Essen) anfragte, ob er nicht &raquo;etwas f&uuml;r sie tun&laquo; k&ouml;nne.<br>\nWer Arbeit hatte, schuftete, oft bis zum Grab. So war es f&uuml;r mich normal, dass 80j&auml;hrige noch auf der B&uuml;hne standen. Wie d&uuml;nn der Boden auch bei uns war, habe ich vage gesp&uuml;rt, als mein Vater ein einziges Mal so schwer erkrankte, dass er nicht arbeiten konnte. Bei seiner letzten Inszenierung war er fast 80 und fast blind, und seine Rente war so gering, dass nur ein hart erk&auml;mpfter &raquo;Ehrensold&laquo; und die m&uuml;tterlichen Rentenm&auml;rkchen die elterliche Existenz sicherten. (&hellip;)<br>\nZigtausende von uns werden demn&auml;chst einen &raquo;Antrag auf Grundsicherung&laquo; stellen m&uuml;ssen. Dieser Antrag umfasst mit Anlagen oft mehr als 50 Seiten. Der monatliche Hartz-IV-Satz betr&auml;gt derzeit 432 Euro und darf bei Unbotm&auml;&szlig;igkeit noch immer gek&uuml;rzt werden; um bis zu 30 Prozent. In diesem Fall bleiben 302,40 Euro. In meinem Landkreis m&uuml;ssen 9,9 Prozent der Betroffenen aus dem &raquo;Eckregelsatz&laquo; noch durchschnittlich 164 Euro f&uuml;r die Miete abzweigen, die als &raquo;nicht angemessen&laquo; gilt (obwohl g&uuml;nstigere Wohnungen nicht zu finden sind). Schlimmstenfalls bleiben da 138,40 Euro im Monat zum Leben. Flaschensammeln? Geht nicht mehr. Und die &raquo;Armentafel&laquo;? Die Restetische der Nation sind schon geschlossen. Zu gef&auml;hrlich. Au&szlig;erdem f&uuml;hrten Hamsterk&auml;ufe zu Spendenmangel.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/375588.corona-jetzt-steht-armut-auf-dem-spielplan.html\">Junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Krankenschwester &ndash; &ldquo;Ich will nicht infiziert sein und arbeiten m&uuml;ssen&rdquo;<\/strong><br>\nNina B&ouml;hmer muss Mundschutz und Kittel mehrfach benutzen und soll auch dann pflegen, wenn sie infiziert ist. Die Krankenschwester fordert mehr als nur ein Danke.<br>\nDie Empfehlungen des Robert Koch-Instituts f&uuml;r das Krankenhauspersonal wurden angepasst: &ldquo;Medizinisches Personal muss k&uuml;nftig nach Kontakt zu COVID-19-Erkrankten nicht mehr so lange in Quarant&auml;ne und darf bei dringendem Bedarf in Klinik oder Praxis arbeiten, solange keine Symptome auftreten&rdquo;, sagte RKI-Pr&auml;sident Lothar Wieler. Hier erz&auml;hlt die 28-j&auml;hrige Krankenschwester Nina B&ouml;hmer aus Berlin, welche Sorgen ihr das bereitet und weshalb ihr Danksagungen nur wenig helfen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/arbeit\/2020-03\/krankenschwester-coronavirus-arbeitsbedingungen-infektion-schutz?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.twitter.ref.zeitde.share.link.x&amp;fbclid=IwAR0stkCvHM5f-8t4FctGzUvGRVsf__XcECcDmCZVopE4-_r0MHJkALqgmas\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Der Umgang dieser Gesellschaft mit dem Pflegepersonal ist &ndash; Sonntagsreden der Politik hin, Applaus her &ndash; ein einziger Skandal. Was ist eigentlich aus Jens Spahns Versprechen geworden, ausreichend Masken zu bersorgen? <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/health-coronavirus-france\/france-has-ordered-over-1-billion-face-masks-most-from-china-minister-idUSL8N2BL0KY\">Frankreich hat in China erst einmal eine Milliarde Masken<\/a> vertraglich geordert, die deutschen Angebote waren offenbar nicht gut genug. Warum gibt es eigentlich noch keine R&uuml;cktrittsforderungen gegen Spahn? Er hat seit Beginn der Corona-Krise auf ganzer Ebene versagt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Jetzt r&auml;chen sich Einsparungen bei Spaniens Spit&auml;lern<\/strong><br>\nInsgesamt hat das Gesundheitssystem in Madrid durch die Sparpolitik infolge der Eurokrise seit 2008 rund 4000 Stellen aller Art verloren. Die Zahl der Betten ging um rund 3000 zur&uuml;ck, w&auml;hrend die Einwohner der Region um 500.000 zunahmen. Heute gibt es nur noch 9,5 Betten in Intensivstationen pro 100.000 Einwohner. In &Ouml;sterreich sind es 28,9. &ldquo;Das Problem begann lange vor der Eurokrise&rdquo;, ist sich Javier Padilla, Hausarzt in einem Gesundheitszentrum in Fuencarral im Norden Madrids, sicher. &ldquo;In den letzten 20 Jahren gibt die konservative Regierung immer weniger f&uuml;r das &ouml;ffentliche System aus und privatisiert, wo es nur geht&rdquo;, erkl&auml;rt der Experte in Gesundheitspolitik, der vergangenen Herbst ein Buch &uuml;ber die Gesundheitspolitik mit dem Titel &ldquo;Wen werden wir sterben lassen?&rdquo; ver&ouml;ffentlichte.<br>\nDen 33 &ouml;ffentlichen Krankenh&auml;user stehen heute 50 private Kliniken gegen&uuml;ber. Sieben davon haben jetzt, mitten in der Corona-Krise, &ldquo;f&uuml;r unbestimmte Zeit&rdquo; geschlossen und einen Gro&szlig;teil der Belegschaft entlassen. Es fehle an Patienten, die nichts mit dem Virus zu tun h&auml;tten, lautet die Begr&uuml;ndung.<br>\nDie meisten Laboratorien sowie viele Spezialbehandlungen sind ebenfalls privat. Der Kassenpr&uuml;fungshof beschwerte sich in seinem letzten Bericht, dass dies bis zu sechsmal so viel koste wie vor der Privatisierung. Was f&uuml;r den Steuerzahler teuer kommt, macht sich f&uuml;r den konservativen Partido Popular (PP) von D&iacute;az Ayuso bezahlt. Die Partei hielt jahrelang bei Lizenz- und Vertragsvergaben die Hand auf. Laut ermittelnden Richtern flossen so bis zu f&uuml;nf Millionen Euro aus dem Gesundheitshaushalt in die Parteikasse.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000116253547\/corona-jetzt-raechen-sich-einsparungen-bei-spaniens-spitaelern\">Der Standard<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die zivilisatorische Kr&auml;nkung<\/strong><br>\nGeben wir im &Uuml;berlebenskampf Freiheit und W&uuml;rde auf? Oder steckt hinter dieser Entgegensetzung derselbe D&uuml;nkel, der so viele im Westen davon abhielt, in der Pandemie von Ostasien zu lernen? [&hellip;]<br>\nUnd von der Warte einer solchen Art Abstraktion her kann es nur als Zumutung, ja Beleidigung empfunden werden, dass ein solches Virus eine so &uuml;berlegene Zivilisation in Beschlag nimmt, auf ihren Naturzustand st&ouml;&szlig;t. &Uuml;berlebenskampf, war das nicht etwas blo&szlig; f&uuml;r die anderen?<br>\nNat&uuml;rlich wird sich niemand bewusst und ausdr&uuml;cklich erlauben, so zu denken. Doch die Art und Weise, wie in Europa und Amerika viele die Realit&auml;t der Epidemie zun&auml;chst nicht an sich heranlie&szlig;en und noch bis heute verdr&auml;ngen, l&auml;sst sich ohne die Annahme einer solchen unterschwellig wirksamen kulturellen Fiktion nur schwer erkl&auml;ren. Die bitteren Erfahrungen Chinas mit dem Virus und dessen radikaler Eind&auml;mmung in der Provinz Hubei bezogen in Deutschland zun&auml;chst weder die allgemeine &Ouml;ffentlichkeit noch die Experten (die noch am 24. Januar davon sprachen, dass das Virus &bdquo;ganz n&uuml;chtern zu betrachten&ldquo; sei, &bdquo;&auml;hnlich wie eine Grippewelle&ldquo;) auf die eigene Situation. Die vielen Toten, die Verzweiflung in den Krankenh&auml;usern, der massive staatliche Eingriff und seine Kosten, die H&auml;rten der Abriegelung der Provinz schrieb die &ouml;ffentliche Wahrnehmung, zumal nach dem Skandal der anf&auml;nglichen Vertuschung der Seuche, wechselweise dem Chaos oder dem Autoritarismus in China zu, nahm sie jedenfalls als Ausdruck von etwas ganz anderem wahr, das von einer westlichen Demokratie und deren geordnetem Gesundheitssystem weit entfernt ist. [&hellip;]<br>\nJedenfalls ahnt man heute, welche Kosten die Weigerung haben kann, die Erfahrungen anderer als M&ouml;glichkeit einer eigenen Bedrohung ernst zu nehmen. Wertvolle Wochen gingen wom&ouml;glich verloren, in denen zum Beispiel der Vorrat an Schutzausr&uuml;stung h&auml;tte angelegt werden k&ouml;nnen, der jetzt fehlt. Wie anders L&auml;nder auf die Gefahr reagierten, die sich nicht durch ihre Zivilisation immunisiert f&uuml;hlen, zeigen die Beispiele Taiwan, S&uuml;dkorea und Singapur.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/corona-und-der-westen-die-zivilisatorische-kraenkung-16700907.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Franz&ouml;sische Politiker: USA kaufen Schutzmasken in China auf<\/strong><br>\nUmk&auml;mpfter Markt: Franz&ouml;sische Politiker werfen den USA vor, f&uuml;r Frankreich bestimmte Lieferungen von Schutzmasken in China aufzukaufen.<br>\nRenaud Muselier, Pr&auml;sident der Region Provence-Alpes-C&ocirc;te d&rsquo;Azur, sagte dem Fernsehsender BFMTV am Donnerstag, dass f&uuml;r Frankreich bestimmte Maskenlieferungen von einem anderen Land auf dem Rollfeld chinesischer Flugh&auml;fen gekauft worden seien. Auf Nachfrage best&auml;tigte Muselier, dass es sich dabei um die USA gehandelt habe.<br>\nSeinen Angaben zufolge wurde der dreifache Preis f&uuml;r die Sendung bezahlt, die Masken seien nun weg. Frankreich hatte zuletzt eine Milliarde Masken bestellt &ndash; unter anderem aus China.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/franzoesische-politiker-usa-kaufen-schutzmasken-in-china-auf--184587127.html\">Badische Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> So sieht als die ruhmvolle Solidarit&auml;t der USA mit ihren europ&auml;ischen &bdquo;Freunden&ldquo; aus. Wer Freunde wie die USA hat, braucht keine Feinde mehr.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59933\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-59933","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59933","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=59933"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59933\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":59935,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59933\/revisions\/59935"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=59933"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=59933"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=59933"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}