{"id":59976,"date":"2020-04-06T08:28:58","date_gmt":"2020-04-06T06:28:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976"},"modified":"2020-04-06T09:35:48","modified_gmt":"2020-04-06T07:35:48","slug":"hinweise-des-tages-3587","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h01\">Corona-Strategie des Innenministeriums: Wer Gefahr abwenden will, muss sie kennen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h02\">Wenn die Ursache der Krise als L&ouml;sung verpackt wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h03\">USA gegen Julian Assange: Der Whistleblower als Staatsfeind<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h04\">F&uuml;hrungswechsel bei Labour &ndash; Corbyn-Experiment gescheitert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h05\">S&ouml;der fordert riesiges Konjunkturprogramm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h06\">Geschlossene Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h07\">Von der Leyen sagt leise Pardon<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h08\">Plan f&uuml;r deutsche EU-Pr&auml;sidentschaft &ndash; Berlin will Mercosur durchdr&uuml;cken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h09\">Putins Planlosigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h10\">Auch eine Krise der mathematischen Bildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h11\">Gemeingef&auml;hrlich k&ouml;nnen auch Virologen sein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h12\">Die monet&auml;re Br&uuml;cke &uuml;ber den Corona-Abgrund<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h13\">Was immer es braucht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h14\">Deutsche Politik gef&auml;hrdet Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h15\">&ldquo;Halten Politiker uns f&uuml;r dumm oder sind sie zynisch?&rdquo; Pflegekr&auml;fte &uuml;ber Applaus vom Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h16\">Anders macht es anders<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h17\">Die Gesundheitsdiktatur. Notstand wegen dem Corona-Virus verlangt nach Wachsamkeit gegen&uuml;ber dem Staat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h18\">Madagaskar: Schaufenster f&uuml;r die afrikanische Katastrophe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59976#h19\">Unterwegs im f&uuml;hrerlosen Zug des Fortschritts<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Corona-Strategie des Innenministeriums: Wer Gefahr abwenden will, muss sie kennen<\/strong><br>\nSeit einer Woche berichten deutsche Medien &uuml;ber ein Strategiepapier des Bundesinnenministeriums, das den Umgang der Bundesregierung mit der Corona-Pandemie vorzeichnen soll. Bisher hat das Ministerium das Dokument nicht herausgegeben. Wir dokumentieren es hier.<br>\nWie umgehen mit der Corona-Pandemie? Das Bundesinnenministerium hat ein 17-seitiges Strategiepapier mit dem Titel &bdquo;Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen&ldquo; verfasst und nach dem 18. M&auml;rz an weitere Ministerien sowie das Bundeskanzleramt verteilt. Wir dokumentieren es an dieser Stelle. In der Studie fordern die Autor:innen, zu denen offenbar Wissenschaftler:innen geh&ouml;ren, unter anderem eine massive Ausweitung von Tests.<br>\nDas Papier lag in der vergangenen Woche bereits verschiedenen Medien vor. Keines ver&ouml;ffentlichte das Dokument jedoch. W&auml;hrend tagesschau.de Handlungsanweisungen zum vermehrten Testen in den Mittelpunkt r&uuml;ckte, beschrieb der Spiegel zun&auml;chst das Worst-Case-Szenario aus dem Papier, nach dem es zu &uuml;ber einer Millionen Todesf&auml;llen kommen w&uuml;rde. Die taz erw&auml;hnte zudem Vorschl&auml;ge zu einer Ver&auml;nderung der Kommunikationsstrategie. [&hellip;]<br>\nUnter Bezug auf vorige Krisen solle zudem &bdquo;historisch argumentiert&ldquo; werden. &bdquo;2019 = 1919 + 1929&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Papier. Im schlimmsten Fall drohe, &bdquo;dass dies die Gemeinschaft in einen v&ouml;llig anderen Grundzustand bis hin zur Anarchie ver&auml;ndert&ldquo;.<br>\nUm die verschiedenen Szenarien eines Krisenverlaufs darzustellen, nehmen die Autor:innen offenbar Bezug auf den vielzitierten Artikel &bdquo;Hammer and Dance&ldquo; des Managers Tomas Pueyo. Er schl&auml;gt unter anderem eine massive Senkung von sozialen Kontakten vor &ndash; eine Ma&szlig;nahme, die nur Wochen dauere. Vor allem dieser Teil des Artikels ist nicht ohne Kritik geblieben. [&hellip;]<br>\nLaut Frankfurter Allgemeiner Zeitung wurde das Strategiepapier vom 19. bis 22. M&auml;rz von einer &ldquo;Gruppe von rund zehn Fachleuten&rdquo; verfasst, darunter Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft und vom RWI-Leibniz-Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/fragdenstaat.de\/blog\/2020\/04\/01\/strategiepapier-des-innenministeriums-corona-szenarien\/\">FragDenStaat<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die Daten und Annahmen, auf die sich das Worst-Case-Szenario st&uuml;tzt, sind nicht nachvollziehbar und ma&szlig;los &uuml;bertrieben. Interessant ist, dass das Papier die Kommunikation &uuml;ber eben dieses Szenario als elementar bezeichnet. Zugespitzt: Die Regierung will mit das Volk mit einem &uuml;berzogenen Katastrophenszenario in Angst und Schrecken versetzen und &bdquo;leakt&ldquo; dieses Dokument zu diesem Zweck an ausgew&auml;hlte Medien. Und siehe da &ndash; als erstes war es der SPIEGEL der diesem Wunsch nachkam und unkritisch das Worst-Case-Szenario aufnahm.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wenn die Ursache der Krise als L&ouml;sung verpackt wird<\/strong><br>\nIn der Corona-Krise r&auml;cht es sich, wenn L&auml;nder ihr Gemeinwesen abgebaut und privatisiert haben, Gesundheitswesen inbegriffen. F&uuml;r die Resilienz von sozialen Systemen ist die kulturelle Vielfalt (zum Beispiel eine plurale &Ouml;konomik) genauso wichtig, wie es die Biodiversit&auml;t f&uuml;r &Ouml;kosysteme ist. Kulturelle Vielfalt bietet ein breiteres Spektrum an L&ouml;sungsoptionen statt des immer gleichen Mantras vom Wachstum und Privatisierung. Nur dort, wo verschiedene Perspektiven in einen Dialog auf Augenh&ouml;he treten k&ouml;nnen, sind jene individuellen und kollektiven Lernprozesse m&ouml;glich, die es braucht, um evolution&auml;re Sackgassen zu meiden, so J&uuml;rgen Habermas.<br>\nReichtum als Vollkaskoversicherung<br>\nZivilisationen geraten auch dann in Bedr&auml;ngnis, wenn die soziale Ungleichheit in ihnen ausgepr&auml;gt ist. Zu diesem Ergebnis kam unter anderem eine Studie der amerikanischen Wissenschaftler Safa Motesharrei, Eugenia Kalnay und Jorge Rivas im Jahr 2014. Auf Grund ihres Wohlstands sind die Eliten viel sp&auml;ter als die Massen von den Auswirkungen schwerer Krisen betroffen, deshalb reden sie sich noch im Angesicht der Katastrophe ein, man k&ouml;nne so weitermachen wie bisher.<br>\nBanken und Autoindustrie m&uuml;ssen sich vor Krisen kaum f&uuml;rchten, denn sie gelten als &raquo;systemrelevant&laquo;: Sie sind &raquo;too big to fail&laquo;, der Staat springt am Ende immer ein. Doch wer sind die Leidtragenden der Sparma&szlig;nahmen, wenn die Staatsverschuldung wieder w&auml;chst? Zu oft werden die Kosten sozialisiert und die Profite privatisiert. Wer die Probleme verursacht, muss selten f&uuml;r die gesellschaftlichen Folgen selbst haften.<br>\nHingegen wird die private Anh&auml;ufung von Reichtum als Vollkaskoversicherung gegen jede Krise erlebt, im schlimmsten Fall kann man eben noch wegziehen. Das tr&uuml;gerische Sicherheitsgef&uuml;hl steigert die Risikobereitschaft der Entscheidungstr&auml;ger zus&auml;tzlich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/wenn-die-ursache-der-krise-als-loesung-verpackt-wird\/1717678\">Spektrum.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers R.B.:<\/strong> Wie sie bemerken werden, gibt es auch Wissenschaftler, die gesellschaftliche Vorg&auml;nge kritisch beleuchten. Ob sie nach der Corona-Krise geh&ouml;rt werden??? <\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Als Denkansto&szlig; sehr lesenswert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>USA gegen Julian Assange: Der Whistleblower als Staatsfeind<\/strong><br>\nNach mehrj&auml;hriger Belagerung kommt es nun zum gro&szlig;en Showdown: Am 24. Februar begann in London der Auslieferungsprozess<br>\ngegen Julian Assange. Das Verfahren entscheidet nicht nur dar&uuml;ber, ob die britischen Beh&ouml;rden den Wikileaks-Gr&uuml;nder an die USA<br>\n&uuml;bergeben m&uuml;ssen, sondern es verhandelt implizit auch den Status all derer, die Fehlverhalten von Unternehmen, Beh&ouml;rden und<br>\nRegierungen aufdecken. Damit aber kommt dem Prozess richtungsweisende Bedeutung zu. Seit 2012 hatte Assange in der<br>\necuadorianischen Botschaft in London ausgeharrt, nachdem die schwedische Staatsanwaltschaft wegen Vergewaltigungsvorw&uuml;rfen einen<br>\neurop&auml;ischen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt hatte. Assange bef&uuml;rchtete, &uuml;ber Skandinavien in die USA ausgeliefert zu werden, und bat<br>\nEcuador daher um politisches Asyl. Als er im Mai vergangenen Jahres nach einem Regierungswechsel in Ecuador die Botschaft verlassen<br>\nmusste, nahm ihn die britische Polizei umgehend fest.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2020\/april\/usa-gegen-julian-assange-der-whistleblower-als-staatsfeind\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>F&uuml;hrungswechsel bei Labour &ndash; Corbyn-Experiment gescheitert<\/strong><br>\nDer scheidende Labour-Chef war eine Katastrophe f&uuml;r die Partei. Sein F&uuml;hrungsstil lie&szlig; keinen Platz f&uuml;r Kritik.<br>\nJeremy Corbyn hat die britische Labour-Partei in eine Sackgasse gef&uuml;hrt, und die Partei wei&szlig; das. Bei der Wahl seines Nachfolgers stimmten von den 400.000 Abstimmenden unter den 550.000 Parteimitgliedern 70 Prozent f&uuml;r Kandidaten, die den Bruch mit der Corbyn-&Auml;ra versprachen. Das Scheitern des Corbyn-Projekts lag nicht in erster Linie am Programm.<br>\nBei zus&auml;tzlichen Staatsausgaben, Kern des Labour-Wahlprogramms 2019, st&ouml;&szlig;t schlie&szlig;lich selbst Boris Johnson mittlerweile in ungeahnte H&ouml;hen vor. Das allein ist also kein Ausweis linker Gesinnung. Der Grund f&uuml;r Corbyns Scheitern ist sein Politikstil, und da geht es um das linke Selbstverst&auml;ndnis. Mit Corbyn kaperten bei Labour altlinke Aktivistenzirkel den Parteiapparat und operierten in stalinistischen Freund-Feind-Kategorien.<br>\nW&auml;hrend nach au&szlig;en Corbyn vor Jugendaktivisten als eine Art Dumbledore der britischen Politik auftrat, als netter Opa mit magischen Kr&auml;ften, trat in der Partei F&uuml;hrerkult an die Stelle offener Debatte. Wer unbequeme Fragen stellte, wurde als Verr&auml;ter abgestempelt, fertiggemacht, verleumdet, bedroht. An die Stelle einer pluralistischen Debatte traten krude Weltverschw&ouml;rungstheorien &uuml;ber das j&uuml;dische Finanzkapital. Corbyn-Kritiker fielen schneller in Ungnade als Holocaust-Leugner.<br>\nAuf reale Probleme gab es derweil keine Antwort. Zum Brexit fand die Corbyn-Linke keine eigene Erz&auml;hlung, ob daf&uuml;r oder dagegen. Den Schwund ganzer W&auml;hlerschichten, erst in Schottland und dann im Norden Englands, nahm die Partei kommentarlos hin. Unter keinem anderen F&uuml;hrer sind so viele f&auml;hige Jungpolitiker aus Labour geflohen oder hinausgeekelt worden wie unter Corbyn.<br>\nDie Corbyn-&Auml;ra war f&uuml;r Labour ein Experiment. Es ist desastr&ouml;s schiefgegangen. Seine Tr&auml;ger geraten jetzt zu Recht in Vergessenheit. Das Nachdenken &uuml;ber eine linke Politik f&uuml;r das Gro&szlig;britannien des 21. Jahrhunderts kann beginnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Fuehrungswechsel-bei-Labour\/!5676523\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Der Nachruf auf Corbyn h&auml;tte in der FAZ nicht schlimmer ausfallen k&ouml;nnen. Der neoliberale Teil der taz wirft Corbyn stalinistische F&uuml;hrungspraktiken, antisemitische Verschw&ouml;rungstheorien und eine unklare Haltung zum Brexit vor &ndash; das letztere besonders krass, weil Corbyn keine Chance auf die hier geforderte eindeutige Haltung hatte, wenn doch seine W&auml;hlerschaft 50:50 gespalten war. Kein Wort zu Corbyns politischen Positionen und Vorstellungen, z. B. zur R&uuml;ckverstaatlichung von Bahn und Post oder zu h&ouml;heren L&ouml;hnen und Spitzensteuers&auml;tzen; stattdessen ohne Ende Invektiven ad hominem &ndash; nat&uuml;rlich ist Corbyn auch ein Mensch mit Fehlern, aber sicher auch einigen Qualit&auml;ten, die hier nicht erw&auml;hnt werden. &ldquo;Das Nachdenken &uuml;ber eine linke Politik f&uuml;r das Gro&szlig;britannien des 21. Jahrhunderts kann beginnen.&rdquo; &ndash; Corbyn hatte eine Reihe linker Politikvorschl&auml;ge in bester sozialdemokratischer Manier im Angebot; was Johnson vermutlich vorschwebt, ist eine &ldquo;linke&rdquo; Politik im Sinne von Blair. Mit anderen Worten, der kurze Fr&uuml;hling der britischen Sozialdemokratie ist schon wieder Geschichte.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>S&ouml;der fordert riesiges Konjunkturprogramm<\/strong><br>\nAuch f&uuml;r Steuererleichterungen setzt sich CSU-Parteichef Markus S&ouml;der ein. Ziel des Konjunkturprogramms m&uuml;sse es sein, die Inlandsnachfrage zu stimulieren.<br>\nUm die Wirtschaft nach der Virus-Krise anzukurbeln fordert Bayerns Ministerpr&auml;sident Markus S&ouml;der ein riesiges Konjunkturprogramm und fl&auml;chendeckende Steuersenkungen. &bdquo;Wenn die erste Phase mit Soforthilfen und B&uuml;rgschaften &uuml;berstanden ist, brauchen wir dar&uuml;ber hinaus ein vitales Konjunkturprogramm in &auml;hnlicher Gr&ouml;&szlig;enordnung&ldquo;, sagte S&ouml;der der &bdquo;Bild am Sonntag&ldquo;. Seiner Einsch&auml;tzung nach wird die deutsche Exportwirtschaft noch l&auml;nger leiden, daher m&uuml;sse die Inlandsnachfrage angeregt werden. &bdquo;Das hei&szlig;t: keine Steuererh&ouml;hungen, sondern Steuersenkungen. Der Soli muss schneller und f&uuml;r alle abgeschafft werden&ldquo;, sagte der CSU-Chef. &bdquo;Dar&uuml;ber hinaus sollten wir die Einkommensteuer insgesamt absenken, damit m&ouml;glichst viele Arbeitnehmer mehr Geld in der Tasche haben.&ldquo;<br>\nAuch die Automobilindustrie muss nach Ansicht von S&ouml;der mit einem eigenen Programm gest&auml;rkt werden. &bdquo;Diesmal nicht mit einer Abwrack-, sondern mit einer Innovationspr&auml;mie&ldquo;, sagte er. Der Staat sollte den Kauf umweltfreundlicher Fahrzeuge massiv unterst&uuml;tzen. &bdquo;Damit sichern wir Arbeitspl&auml;tze, sch&uuml;tzen das Klima und verbessern die Wettbewerbsf&auml;higkeit unserer Automobilindustrie. Das kann uns nach Corona sogar nach vorn katapultieren.&ldquo;<br>\nZudem will S&ouml;der in Bayern den in der Corona-Krise besonders belasteten Pflegekr&auml;ften eine Sonderzahlung von 500 Euro zukommen lassen. &bdquo;Zudem haben wir in allen Krankenh&auml;usern, Pflege- und Seniorenheimen freies Essen und Getr&auml;nke f&uuml;r die Besch&auml;ftigten eingerichtet&ldquo;, sagte S&ouml;der.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/konjunktur\/csu-chef-soeder-fordert-riesiges-konjunkturprogramm-16712603.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unsers Lesers J.A.:<\/strong> W&auml;hrend Corona w&uuml;tet, geht die Politik einfach weiter und S&ouml;der wortw&ouml;rtlich &uuml;ber Leichen. Er fordert n&auml;mlich explizit *kein* Konjunkturprogramm, also eine St&auml;rkung der kaufkr&auml;ftigen Nachfrage &ndash; im Gegenteil, er lehnt Konjunkturprogramme weiterhin explizit ab. S&ouml;der bleibt auf dem angebotstheoretischen Trip und fordert vor allem Steuersenkungen, <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/interview-konjunktur-tuev-csu-chef-soeder-erklaert-seinen-wirtschaftspolitischen-kurs-\/23937962.html\">also dasselbe wie immer schon<\/a>, egal ob mit der (besonders in Corona-Zeiten) l&auml;cherlichen Begr&uuml;ndung, &ldquo;Leistungstr&auml;ger&rdquo; (gemeint sind: Gutverdiener und Reiche) m&uuml;ssten &ldquo;entlastet&rdquo; werden, oder (seit einigen Monaten) gegen die Wirkung der schon 2019 begonnenen Rezession. Immer wird dasselbe Allheilmittel angepriesen: Steuersenkungen schaffen Nachfrage, Investitionen und Arbeitspl&auml;tze. Nachweislich nichts davon ist wahr; wenn man, wie S&ouml;der fordert, den Bestverdienern die Steuern senkt, dann wird das gesparte Geld nur zum minimalen Anteil in den Konsum gesteckt und zum gr&ouml;&szlig;ten Teil m&ouml;glichst renditestark angelegt. Die viel notwendigere Forderung nach h&ouml;heren L&ouml;hnen oder einer Mehrwertsteuersenkung, die wirklich nachfragef&ouml;rdernd wirkten, kommt von S&ouml;der nat&uuml;rlich nicht. Und wenn man bedenkt, da&szlig; sich der Staat in der Coronakrise massiv verschulden wird und diese Schulden innerhalb von 20 Jahren abgetragen werden m&uuml;ssen, S&ouml;der aber die gepamperten Gutverdiener und Reichen nicht nur aus ihrer Verantwortung entl&auml;sst, sondern einen noch gr&ouml;&szlig;eren Schuldenberg auf die Mittel- und Unterschicht abw&auml;lzen will, dann kann einem nur Angst und Bange werden. Steuersenkungen f&uuml;r Bestverdiener in Kombination mit dem weiteren Festhalten an der Schuldenbremse &uuml;bersetzen sich dann 1:1 in weiteren Sozialabbau, noch niedrigere L&ouml;hne im &ouml;ffentlichen Dienst und eine noch schlechtere Infrastruktur. Also genau das Gegenteil von dem, was eigentlich aus der Coronakrise gelernt werden sollte. S&ouml;der ist so zynisch und Trump nicht un&auml;hnlich, sich mitten in der schlimmsten Krise mit vielen Tausenden Toten nur um sich selbst zu drehen, sich als der beste Kanzlerkandidat der Union zu pr&auml;sentieren und mit seinen Steuersenkungsideen Friedrich-Merz-Fans zum umgarnen. <\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Warum schl&auml;gt S&ouml;der keine deutliche Erh&ouml;hung des Einkommensteuerfreibetrags vor? Davon w&uuml;rden einerseits alle B&uuml;rger, die Einkommenssteuer bezahlen, profitieren und dies ist auch die eleganteste M&ouml;glichkeit, das Geld wirklich solidarisch zu verteilen und nicht vornehmlich an die Reichen auszusch&uuml;tten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Geschlossene Gesellschaft<\/strong><br>\nMitterteich war die erste Stadt Deutschlands, die eine Ausgangssperre einf&uuml;hrte. Nun ist sie die Stadt mit den meisten Corona-Infektionen. Wie konnte das passieren? [&hellip;]<br>\nDie Notfallversorgung ist am Limit<br>\nViele Mitterteicher fragen sich, warum ausgerechnet sie sich an noch strengere Regeln als der Rest von Deutschland halten m&uuml;ssen. Andere glauben, sie seien dem &uuml;brigen Land eben nur ein St&uuml;ck voraus. Grillmeier sagt, Mitterteich sei wie eine Drohung f&uuml;r alle anderen: &ldquo;Wenn ihr nicht wollt, dass es bei euch so wird wie hier, dann rei&szlig;t euch zusammen.&rdquo;<br>\nDie Notfallversorgung ist laut B&uuml;rgermeister am Limit, die Beatmungspl&auml;tze werden knapp. Die Corona-F&auml;lle aus dem Landkreis Tirschenreuth werden im Klinikum in Weiden behandelt, 35 Kilometer von Mitterteich entfernt. F&uuml;nf Betten gibt es dort pro tausend Einwohner, der bayernweite Durchschnitt liegt immerhin bei sechs. In den letzten Jahren wurden in der Region Klinikbetten abgebaut, Krankenh&auml;user zugesperrt, Stellen f&uuml;r &Auml;rzte ausged&uuml;nnt und auf tschechische Arbeitskr&auml;fte gesetzt. Um die medizinische Versorgung in der Region aufrechtzuerhalten, seien sie auf das Fachpersonal aus Tschechien angewiesen, sagt Walter Brucker vom Landratsamt. Die Folgen davon seien untersch&auml;tzt worden, sagt Grillmeier. &ldquo;Jetzt zeigt sich: Wir haben uns in den letzten Jahren zu sehr auf das globale Leben verlassen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2020-04\/mitterteich-bayern-coronavirus-ausgangssperre-ausbreitung-massnahmen-infektionen\">ZEIT<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Von der Leyen sagt leise Pardon<\/strong><br>\nDie deutsche Kommissionschefin entschuldigt sich auch f&uuml;r ihr eigenes Heimatland. Doch Kanzlerin Merkel schweigt.<br>\nViele Italiener sind immer noch sauer auf die EU &ndash; trotz der Versuche aus Br&uuml;ssel, dem Land mehr Hilfe gegen die Coronakrise zukommen zu lassen. Jetzt hat sich Kommissionschefin von der Leyen entschuldigt &ndash; f&uuml;r andere.<br>\nViele EU-Staaten seien anfangs zu sehr auf die eigenen Probleme fixiert gewesen, schrieb von der Leyen in einem Beitrag f&uuml;r &ldquo;La Repubblica&rdquo;. &ldquo;Die haben nicht realisiert, dass wir nur gemeinsam als Union die Pandemie besiegen k&ouml;nnen.&rdquo; Dies sei verletzend und h&auml;tte vermieden werden k&ouml;nnen. &ldquo;Heute aber steht Europa an Italiens Seite.&rdquo;<br>\nEigenes Versagen kann die CDU-Frau offenbar nicht erkennen. Dabei hat die EU-Kommission geschlafen, als Deutschland und Frankreich ein Export-Verbot von medizinischer Ausr&uuml;stung einf&uuml;hrten. Erst nach massiven Protesten aus Rom hat vdL reagiert. Auch die Grenzschlie&szlig;ungen, die den Binnenmarkt behindern, hat sie hingenommen.<br>\nDer Verweis auf die EU-Staaten ist aus noch einem anderen Grund pikant. Denn die Wut der Italiener richtet sich ja &ndash; zu Recht oder zu Unrecht &ndash; vor allem gegen Deutschland. Die deutsche Kommissionschefin entschuldigt sich also f&uuml;r ihr eigenes Heimatland. Kanzlerin Merkel hingegen h&auml;lt dies offenbar nicht f&uuml;r n&ouml;tig.<br>\nZudem kommt das &ldquo;Mea culpa&rdquo; reichlich sp&auml;t. EU-Ratspr&auml;sident Michel hat sich n&auml;mlich schon am 20. M&auml;rz bei italienischen Staatschef Sergio Mattarella entschuldigt. Schon damals versprach Michel, der im Namen aller EU-Staaten spricht, mehr Solidarit&auml;t. Doch genau die wurde dann beim EU-Gipfel vor einer Woche verweigert &ndash; auch von Merkel.<br>\nEinen letzten Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen: Dieselben, die sich nun &ouml;ffentlichkeitswirksam bei Italien entschuldigen, beschuldigen Kritiker, &ldquo;Fake News&rdquo; zu verbreiten ud dem Kreml in die H&auml;nde zu spielen, wenn sie die EU kritisieren. Offenbar hatten die Kritiker doch einen Punkt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/blogs.taz.de\/lostineurope\/2020\/04\/03\/von-der-leyen-sagt-leise-pardon\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Plan f&uuml;r deutsche EU-Pr&auml;sidentschaft &ndash; Berlin will Mercosur durchdr&uuml;cken<\/strong><br>\nExklusiv: Unter deutscher F&uuml;hrung soll die EU auch &uuml;ber ein neues TTIP-Abkommen mit den USA verhandeln. Das d&uuml;rfte auf Widerstand sto&szlig;en.<br>\nDie EU soll das umstrittene Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten trotz eines Vetos aus &Ouml;sterreich weiter verfolgen und abschlie&szlig;en. Au&szlig;erdem soll die EU-Kommission eine weitreichende Handelsliberalisierung mit den USA aushandeln. Dies geht aus einem Entwurf f&uuml;r den deutschen EU-Vorsitz hervor, der der taz vorliegt.<br>\nDie deutsche Ratspr&auml;sidentschaft beginnt am 1. Juli und dauert ein halbes Jahr. Die Au&szlig;en- und Handelspolitik geh&ouml;rt dabei zu den Schwerpunkten der Bundesregierung, wie aus dem Entwurf hervorgeht. &bdquo;Innovativ, gerecht und nachhaltig &ndash; mehr Europa in der Welt&ldquo; lautet die Devise, die noch vor Beginn der Coronakrise ausgegeben wurde.<br>\nDie USA werden in dem Entwurf weiter als &bdquo;engster au&szlig;en- und sicherheitspolitischer Partner au&szlig;erhalb der EU&ldquo; bezeichnet. Die Bundesregierung spricht sich f&uuml;r die &bdquo;Wiederaufnahme eines breiten Hochrangigen politischen Dialogs (&hellip;) und die Weiterentwicklung und Umsetzung einer positiven transatlantischen Handelsagenda&ldquo; aus.<br>\nDies geht weit &uuml;ber die aktuellen Pl&auml;ne hinaus. Die EU-Kommission verhandelt mit Washington derzeit vor allem &uuml;ber gemeinsame Industriestandards, um US-Strafz&ouml;lle auf deutsche Autoexporte zu verhindern. Berlin scheint jedoch eine Art &bdquo;TTIP light&ldquo; anzustreben &ndash; also eine umfassende Liberalisierung zugunsten der Exportindustrie.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Plan-fuer-deutsche-EU-Praesidentschaft\/!5673739\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leses J.A.:<\/strong> Soviel zu dem Geschw&auml;tz von &ldquo;Solidarit&auml;t&rdquo; und &ldquo;Demokratie&rdquo; insbesondere vonseiten der Bundesregierung. Es geht immer nur um &ldquo;deutsche&rdquo; Interessen, d. h. spezifisch die Interessen der deutschen Exportwirtschaft, da besonders der Automobilhersteller. Die Widerst&auml;nde in den anderen EU-L&auml;ndern und im EU-Parlament werden nicht beachtet und einfach niedergeb&uuml;gelt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Putins Planlosigkeit<\/strong><br>\nWladimir Putin wollte seine Macht bis 2036 sichern &ndash; und muss jetzt um seine Popularit&auml;t f&uuml;rchten. Den Kampf gegen das Coronavirus &uuml;berl&auml;sst er deshalb jetzt anderen. (&hellip;)<br>\nUnd Putin? Beschloss, die Vollmachten der Gouverneure zu erweitern und damit sie selbst entscheiden zu lassen, wie sie auf die Epidemie reagieren wollen. Als sei er Berater und nicht Pr&auml;sident, der &uuml;ber 20 Jahre seine Machtvertikale aufgebaut und sich selbst zum Zentrum dieses Systems gemacht habe.<br>\nKr&ouml;nen sollte diese Machtakkumulation ein beispielloser Eingriff in die russische Verfassung. Die Verfassungs&auml;nderungen sind Putins wichtigstes Projekt, sie sollen seine Machtstellung als Pr&auml;sident bis 2036 sichern. Noch Mitte M&auml;rz hielt Putin daran fest, setzte die Abstimmung per Erlass f&uuml;r den 22. April fest. Erst als die Corona-Krise nicht mehr zu ignorieren war, verschob er die Abstimmung.<br>\nDer Pr&auml;sident will Macht, aber nicht die Verantwortung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2020-04\/covid-19-russland-wladimir-putin-coronavirus?fbclid=IwAR3lbN5crTP0a_cPWkJr121tlk_MRivBpBs6Nv4IMBKgnJtLWVJs22Gr2Ro%20\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Dieser Artikel sagt mehr &uuml;ber die Zeit und ihre Leserschaft als &uuml;ber Putin. Ganz unten angekommen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Russian ventilators sent to US made by firm under US sanctions<\/strong><br>\nVentilators delivered by Russia to the United States for coronavirus patients were manufactured by a Russian company that is under US sanctions, Russia&rsquo;s RBC business daily reported on Friday.<br>\nA Russian military plane carrying the ventilators along with other medical supplies including personal protective equipment landed in New York on Wednesday after US President Donald Trump and Russian President Vladimir Putin spoke by phone.<br>\nRussian state television footage of the plane&rsquo;s unloading showed boxes of &ldquo;Aventa-M&rdquo; ventilators, which are produced by the Ural Instrument Engineering Plant (UPZ) in the city of Chelyabinsk, 1,500 km (930 miles) east of Moscow, RBC reported.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jpost.com\/International\/Russian-ventilators-sent-to-US-made-by-firm-under-US-sanctions-623526\">The Jerusalem Post<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Auch eine Krise der mathematischen Bildung<\/strong><br>\nWer rechnen kann und ein Zahlenverst&auml;ndnis hat, ist dem Schwindel der Statistik nicht wehrlos ausgesetzt (&hellip;)<br>\nMathematische Bildung zweiter Ordnung f&auml;ngt aber erst nach dem Zeichnen der Kurve an. Die Kernfrage ist n&auml;mlich nicht, wie steil die Kurve verl&auml;uft oder wo das Maximum liegt. Die Kernfrage ist: Welches Problem beschreibt die Kurve? Es gibt viele Viren und Bakterien, bei denen die Durchseuchungsrate der Bev&ouml;lkerung hundert Prozent betr&auml;gt. Die Infektionsrate ist also gar nicht die zentrale Frage. Zu fragen ist, ob es eigentlich schlimm ist, wenn viele Menschen mit Corona infiziert sind.<br>\nEine hohe Anzahl von Infizierten ist genau dann schlimm, wenn damit eine hohe Anzahl an Arztbesuchen oder an durch Corona Gestorbenen einhergeht. Wenn viele Tote auch noch das Coronavirus in sich tragen, so ist dies noch kein Problem. Wenn immer mehr Menschen Corona-infiziert sind, so ist dies auch noch kein Problem &ndash; solange sie nicht zum Arzt gehen m&uuml;ssen und somit medizinische Infrastruktur in Anspruch nehmen. Noch wird &ouml;ffentlich nicht die alles entscheidende Frage gestellt, wie hoch die Rate der Infizierten ist, die ernsthafte &auml;rztliche Hilfe ben&ouml;tigen. Und wie hoch ist die Mortalit&auml;tsrate, also die Rate der Corona-Infizierten, die durch Corona sterben?<br>\nDa diese Art des Coronavirus relativ neu ist, k&ouml;nnen noch keine allzu verl&auml;sslichen Daten dar&uuml;ber vorliegen, wie viele Infizierte &auml;rztliche Hilfe ben&ouml;tigen. Schlie&szlig;lich testen wir derzeit vorrangig diejenigen, bei denen bereits eine versch&auml;rfte Problemlage vorliegt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/faz\/politik\/2020-04-02\/5fdc6dbc9932cac7a4e584f88b318470\/?GEPC=s5&amp;fbclid=IwAR2SMZBzxoJg7V1gnT4BzH03F7jwiKyNGYTTxiFx9kkp05recTybTVPjqbw%20\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59903\">Schluss mit Irref&uuml;hrung: &bdquo;Wir brauchen harte, gesicherte Fakten statt nur scheinbar objektive&ldquo;<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Gemeingef&auml;hrlich k&ouml;nnen auch Virologen sein<\/strong><br>\nEs ist offenkundig, dass die Regierung und die zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden es verschlafen haben, f&uuml;r den Fall einer Pandemie ausreichend Atemschutzmasken zu bevorraten. Das gilt im Besonderen f&uuml;r das medizinische Personal, aber auch f&uuml;r die Gesamtbev&ouml;lkerung. Nur wenige Politiker hatten bisher den Mut, dieses Vers&auml;umnis zuzugeben. Das Kleinreden des Skandals durch das dreiste Leugnen der Wirksamkeit der Masken treibt aber immer wildere Bl&uuml;ten &ndash; und reitet uns tiefer in die Krise, als n&ouml;tig w&auml;re.<br>\n&Uuml;ber die europ&auml;ische Ignoranz und Arroganz, nicht von Asien zu lernen, kann man nur den Kopf sch&uuml;tteln. Es gibt kein einziges Land auf der Welt, das den Ausbruch einged&auml;mmt hat, ohne dass die Bev&ouml;lkerung Gesichtsmasken trug. Es w&auml;re Zeit, China um diese Masken zu bitten. Angeblich lag sogar ein Angebot vor. (&hellip;)<br>\nNachdem Christian Drosten die N&uuml;tzlichkeit der Masken lange bestritten hatte und durch seine zahlreichen Kehrtwenden allm&auml;hlich medial verschlissen ist, verk&uuml;ndet nun ein neues Gesicht, Prof. Hendrik Streeck, die alten Fake News: Die Maske sei nur hilfreich, wenn sie der Infizierte tr&auml;gt, ab min 6:20). Seine Argumentation ist dabei intellektuell so d&uuml;nn, dass er sogar von Markus Lanz an die Wand gedr&uuml;ckt wird und einr&auml;umen muss, der tiefere Grund liege wohl darin, dass man keine Masken habe. Lanz: &ldquo;Dann muss man das doch mal so sagen!?&rdquo; (8:20). Ja. &Uuml;brigens, Streecks kurze Antwort auf die Frage nach einem Austausch mit chinesischen Kollegen: &ldquo;Nein, gibt&rsquo;s nicht&rdquo; (min 24:00). Es ist unfassbar. (&hellip;)<br>\nOhne Maske bleibt dem Zuschauer hier der Mund gef&auml;hrlich weit offen stehen. Nassim Taleb hatte auch schon dem Durchseuchungs-Bef&uuml;rworter Boris Johnson &ldquo;Skin in the Game&rdquo;, also eine Selbstinfektion empfohlen. Dem kann man sich bei Schmidt-Chanasit nur anschlie&szlig;en, am besten als Pfleger ohne Schutzkleidung in einer COVID-19 Klinik. Denn einem Arzt, der wider jede medizinische Ethik eine Gesellschaftsdurchseuchung propagiert, geh&ouml;rt schnellstens die Approbation entzogen. Um diesen Vorgang anzusto&szlig;en, hat der Autor gegen Schmidt-Chanasit Strafanzeige erstattet. Denn das Herbeif&uuml;hren einer Infektion mit einem Krankheitserreger ist eine gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzung (&sect; 224 StGB), und die &ouml;ffentliche Aufforderung dazu nach &sect; 111 StGB ebenfalls strafbar.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Corona-Gemeingefaehrlich-koennen-auch-Virologen-sein-4696124.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die monet&auml;re Br&uuml;cke &uuml;ber den Corona-Abgrund<\/strong><br>\nDie akute &ouml;konomische Krise ist gewaltig. Aber es ist keineswegs klar, wie es nach dem Shutdown weitergeht. Wie lange es dauert, bis die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt, hat die Politik in der Hand: Baut sie jetzt eine gro&szlig;z&uuml;gige monet&auml;re Br&uuml;cke, kann der Schaden in Grenzen gehalten werden. (&hellip;)<br>\nDass die Sachverst&auml;ndigen die Dimension der Krise erheblich untersch&auml;tzen, haben Heiner Flassbeck und ich bereits letzten Dienstag angemerkt. Der Bundeswirtschaftsminister hat die Prognosen des Rats schon vier Tage nach deren Ver&ouml;ffentlichung offenbar ad acta gelegt, als er erkl&auml;rte, das Bruttoinlandsprodukt k&ouml;nne in diesem Jahr noch st&auml;rker schrumpfen als w&auml;hrend der Finanzkrise 2009. Anhand des obigen Zitats von Volker Wieland will ich aber nicht die prognostizierten Werte kritisieren, sondern das dahinter sichtbar werdende Verst&auml;ndnis makro&ouml;konomischer Zusammenh&auml;nge. Nat&uuml;rlich ist unser Kapitalstock nicht zerst&ouml;rt, sondern &bdquo;nur&ldquo; zu erheblichen Teilen unterausgelastet.<br>\nDas war &uuml;brigens auch in der Finanzkrise der Fall: Auch damals fielen keine Bomben und es gab keine an die Front abkommandierten, bei der Produktion fehlenden Arbeitskr&auml;fte. Und trotzdem hat es 2008\/2009 einen gro&szlig;en Einbruch in der Wirtschaftsleistung vieler L&auml;nder gegeben, sind Millionen Menschen arbeitslos geworden und hat die Arbeitslosigkeit &uuml;ber viele Jahre angehalten. In einigen L&auml;ndern Europas konnte sie bis heute nicht auf das Vorkrisenniveau abgebaut werden.<br>\nAllein der Vergleich mit der Finanzkrise 2008\/2009 h&auml;tte den Wirtschaftsweisen vor Augen f&uuml;hren m&uuml;ssen, dass es aus makro&ouml;konomischer Sicht eben nicht allein um das Vorhandensein eines Kapitalstocks geht, den man nur mit den vorhandenen Arbeitskr&auml;ften kombinieren muss, um eine gew&uuml;nschte gesamtwirtschaftliche Produktionsleistung auf die Beine zu stellen. Wer von einer solchen, geradezu mechanistischen Sicht der Dinge ausgeht &ndash; gesamtwirtschaftliche Produktionsfunktion hier und Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit dort &ndash;, kommt leicht zu dem Schluss, dass das Wiederanwerfen des Wirtschaftskreislaufs nach dem Shutdown nicht so schwierig sein kann, sondern sich quasi von allein wie bei einem Trampolinsprung einstellt.<br>\n&Uuml;bersehen werden hier allerdings wichtige Komponenten im Zusammenspiel aller Wirtschaftsakteure in einer arbeitsteiligen Wirtschaft: die monet&auml;ren Str&ouml;me und Bestandsgr&ouml;&szlig;en, ihre Signalwirkung auf alle Akteure und die Anpassungsreaktionen eben dieser Akteure.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2020\/04\/58060\/\">Friederike Spieker in Makroskop<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59842#h01\">Alte Dogmen blockieren wirksame L&ouml;sung<\/a>. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Was immer es braucht<\/strong><br>\nDa die Krise uns noch mindestens vier bis sechs Wochen begleiten wird, muss der Staat die Einkommensverluste der Unternehmen und vieler Freiberufler durch direkte Geldzahlungen ausgleichen. Kurzfristig kann dies, so wie bei der Nothilfe des Freistaats Bayern, &uuml;ber konkrete Subventionen erfolgen.<br>\nAls umfassende L&ouml;sung sollten wir allerdings ein Modell der negativen Einkommenssteuer ins Auge fassen. Dabei erhielten Unternehmen und Freiberufler von der Steuerbeh&ouml;rde einen gewissen Anteil der bereits f&uuml;r 2019 gezahlten Einkommens- oder K&ouml;rperschaftssteuer zur&uuml;ck (zun&auml;chst w&auml;ren 25 Prozent denkbar). Um Mitnahmeeffekte zu vermeiden, k&ouml;nnte anhand der Steuererkl&auml;rung von 2020 &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob der Gewinn verglichen mit 2019 tats&auml;chlich merklich zur&uuml;ckgegangen ist. Sollte dieser R&uuml;ckgang bei weniger als vielleicht zwanzig Prozent liegen, w&uuml;rde die negative Einkommensteuer r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht.<br>\nOhne solche weitreichenden Transferleistungen w&uuml;rde die gesamte Volkswirtschaft, insbesondere das Finanzsystem, langfristig Schaden erleiden &ndash; was nach dem Ende der Pandemie eine schnelle wirtschaftliche Erholung verhindern w&uuml;rde. Da eine solche k&uuml;nstliche Ern&auml;hrung der Volkswirtschaft enorme Haushaltskosten verursacht, wird oft gefragt, ob die Staaten &uuml;berhaupt in der Lage sind, die dazu n&ouml;tigen finanziellen Ressourcen aufzubringen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/regionen\/global\/artikel\/detail\/was-immer-es-braucht-4219\/%20\">Peter Bofinger in IPG<\/a>\n<p><strong>Dazu: Europa muss jetzt finanziell zusammenstehen<\/strong><br>\nDie Starken m&uuml;ssen den Schwachen helfen. Jetzt ist der Moment, wo die oft beschworene Schicksalsgemeinschaft Europa Flagge zeigen muss. Ein Aufruf f&uuml;hrender &Ouml;konomen<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/faz\/wirtschaft\/2020-03-21\/139231512034f9e1cd1211ce1871a646\/?GEPC=s3\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Deutsche Politik gef&auml;hrdet Europa<\/strong><br>\nKritische Stimmen &uuml;ber die mangelnde Hilfsbereitschaft Deutschlands in der Corona-Krise werden lauter. Allm&auml;hlich kommen sie in Berlin an. Die beiden ehemaligen Au&szlig;enminister Joschka Fischer und Sigmar Gabriel fordern Hilfen f&uuml;r Italien und Spanien: &bdquo;Europa braucht jetzt zweierlei: gemeinsame Hilfen in der Krise und ein gemeinsames Wiederaufbauprogramm nach der Krise. Italien und Spanien werden es Europa und vor allem uns Deutschen hundert Jahre lang nicht vergessen, wenn wir sie jetzt im Stich lassen. Und genau das tun wir gerade.&ldquo; Richtig!<br>\nDer deutsche Finanzminister Olaf Scholz und sein franz&ouml;sischer Kollege Bruno le Maire fordern einen &bdquo;paneurop&auml;ischen Kreditgarantiefonds&ldquo; der Europ&auml;ischen Investitionsbank und 100 Milliarden Euro f&uuml;r ein europ&auml;isches Kurzarbeitergeld. Richtig!<br>\nImmer mehr Unionspolitiker fordern jetzt Eurobonds. Man muss wissen, dass diese Forderung zur Vermeidung des Auseinanderdriftens der europ&auml;ischen Staaten seit 2010 erhoben wird.<br>\nZur &Uuml;berwindung der Krise muss nach der schwarzen Null, der Schuldenbremse und der Ablehnung von Staatsbeteiligungen an maroden Unternehmen auch die n&auml;chste heilige Kuh des Neoliberalismus geschlachtet werden: Die Direktfinanzierung der Staaten durch die Zentralbank. Gerade in der jetzigen Krise w&auml;re es notwendig, dass die EZB den notleidenden Euro-Staaten direkte Kredite gibt, um sie von der Willk&uuml;r der Finanzm&auml;rkte abzukoppeln. Die angels&auml;chsischen Zentralbanken sind da schon immer weniger dogmatisch.<br>\nDie eigentliche langfristige Ursache der europ&auml;ische &bdquo;Krankheit&ldquo; ist die deutsche Lohnpolitik. Ein einheitlicher W&auml;hrungsraum kann nicht funktionieren, wenn ein Staat Lohndumping betreibt, wie Deutschland es mit Hartz IV und der Agenda 2010 in die Wege geleitet hat. Deutschland hat den gr&ouml;&szlig;ten Niedriglohnsektor in Europa und niedrigere Mindestl&ouml;hne als die Nachbarn, mit Ausnahme der Osteuropas. Solange Politik, Wirtschaft und Medien diesen Kardinalfehler der deutschen Politik nicht erkennen, wird Europa weiter auseinanderdriften. Frei nach Schiller: Es kann der Fr&ouml;mmste (die Staaten Europas) nicht in Frieden leben, solange es dem b&ouml;sen Nachbarn (der deutschen Exportwirtschaft) nicht gef&auml;llt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/2954384104623037\/?type=3&amp;theater%20\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<p><strong>passend dazu: &ldquo;Halten sich noch immer f&uuml;r eine Herrenrasse&rdquo; &ndash; Italiens Wut auf Berlin w&auml;chst<\/strong><br>\nDie Argumentation Deutschlands im Streit um &ldquo;Corona-Bonds&rdquo; klingt in der Tat g&ouml;nnerhaft. Sie lautet in ungef&auml;hr: Anders als bei Hilfen &uuml;ber den ESM g&auml;be es bei Bonds keine Auflagen &ndash; Staaten wie Italien aber h&auml;tten bereits in der Vergangenheit Fiskalregeln nicht eingehalten. Der &ldquo;faule und unf&auml;hige Grieche&rdquo; aus der Eurokrise von 2010 l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en.<br>\nUnterst&uuml;tzung bei diesem harten Kurs gibt es von den &uuml;blichen Verd&auml;chtigen: den Niederlanden, Finnland und &Ouml;sterreich. Italien wird von dem ebenfalls besonders stark von der Krise getroffenen Spanien, aber auch von Frankreich und anderen unterst&uuml;tzt. &ldquo;Ganz Europa z&auml;hlt auf Deutschland&rdquo;, sagte der franz&ouml;sische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Donnerstag. Er sagte es auf Deutsch, damit es in Berlin auch verstanden wird.<br>\nSo mancher sieht es l&auml;ngst als Existenzfrage an, ob die EU bei der Krisenbew&auml;ltigung noch zusammenfindet. Wie ernst die Lage ist, zeigte eine &Auml;u&szlig;erung des fr&uuml;heren EU-Kommissionspr&auml;sidenten Jacques Delors am vergangenen Wochenende. Der 94-J&auml;hrige, der sich kaum noch &ouml;ffentlich zu Wort meldet, zeigte sich angesichts der festgefahrenen Debatte zu einem mahnenden Appell gen&ouml;tigt: Die fehlende Solidarit&auml;t stelle &ldquo;eine t&ouml;dliche Gefahr f&uuml;r die EU&rdquo; dar.<br>\nAlle Ann&auml;herungsversuche der Lager in Videokonferenzen der Staats- und Regierungschefs sind bisher gescheitert. Um Ostern soll ein weiterer Versuch stattfinden. Die EU-Kommissionspr&auml;sidentin Ursula von der Leyen zeigte sich in einem Beitrag f&uuml;r die italienische Zeitung La Repubblica schon mal &ouml;ffentlichkeitswirksam zerknirscht: &ldquo;Es muss anerkannt werden, dass in den ersten Tagen der Krise angesichts der Notwendigkeit einer gemeinsamen europ&auml;ischen Antwort zu viele nur an die eigenen Probleme dachten&rdquo;, schrieb sie. Und weiter: &ldquo;Es war ein sch&auml;dliches Verhalten, das h&auml;tte vermieden werden k&ouml;nnen.&rdquo;<br>\nDas Italien jedoch mehr als ein &ldquo;mea culpa&rdquo; erwartet, zeigte sich in der Antwort von Italiens Ministerpr&auml;sident Giuseppe Conte am Freitag in derselben Zeitung. An die &ldquo;liebe Ursula&rdquo; gerichtet, schrieb er: &ldquo;Wenn man einen Krieg f&uuml;hrt, muss man alle Anstrengungen unterst&uuml;tzen, die zum Sieg f&uuml;hren, und sich mit allen Instrumenten ausstatten, die f&uuml;r den Beginn des Wiederaufbaus erforderlich sind.&rdquo;<br>\nEine unverdeckte Anspielung auf die italienischen Forderungen nach einer Vergemeinschaftung der Schulden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/europa\/100457-halten-sich-noch-immer-fuer-eine-herrenrasse-italiens-wut-auf-berlin-waechst\/\">RT Deutsch<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59721#h08\">Wie Merkel die EU-Institutionen ausbooten will<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>&ldquo;Halten Politiker uns f&uuml;r dumm oder sind sie zynisch?&rdquo; Pflegekr&auml;fte &uuml;ber Applaus vom Bundestag<\/strong><br>\nViele junge Pflegerinnen und Pfleger kommen an ihre Belastungsgrenze &ndash; und werden allein gelassen.<br>\nAls Alexander Jorde vor einigen Tagen erstmals vom neuen Epidemiegesetz-Entwurf in Nordrhein-Westfalen geh&ouml;rt hat, dachte er nur, die Idee k&ouml;nne nicht echt sein. &ldquo;Ich habe einfach nicht f&uuml;r m&ouml;glich gehalten, dass sich Politiker so was ausdenken&rdquo;, sagt der Krankenpfleger zu bento. Die Landesregierung in D&uuml;sseldorf plant ein Gesetz, welches das pflegerische und medizinische Fachpersonal im Notfall zum Einsatz verpflichten kann. F&uuml;r Alex ist das nicht anderes als: &ldquo;Zwangsarbeit&rdquo;.<br>\nDer 23-J&auml;hrige ist Deutschlands bekanntester junger Krankenpfleger. 2017 konfrontierte er Angela Merkel mitten im Wahlkampf mit den miesen Zust&auml;nden im deutschen Pflegesystem, anschlie&szlig;end hat er dar&uuml;ber das Buch &ldquo;Kranke Pflege&rdquo; geschrieben (bento). Jetzt arbeitet er in Niedersachsen auf einer internistischen Intensivstation.<br>\nSchon vor der Coronakrise war das System am Ende<br>\nNun &ndash; mitten in der Coronakrise &ndash; sind seine Mahnungen aktueller denn je. Gerade junge Pflegerinnen und Pfleger schieben gerade Dauereins&auml;tze auf den Intensivstationen. Sie geh&ouml;ren nicht zur Risikogruppe und sie sind belastbar. Zum symbolischen Dank stehen viele Menschen allabendlich auf Balkonen und klatschen f&uuml;r ihren Einsatz, auch der Bundestag applaudierte bereits und Bundeskanzlerin Angela Merkel dankte den Pflegekr&auml;ften in ihrer Ansprache an das Volk explizit. Aber &uuml;ber den weniger symbolischen Dank, zum Beispiel in Form von finanzieller Mehrverg&uuml;tung, wird nicht geredet. Zumindest nicht in der Politik.<br>\nDas Gesetz in NRW ist f&uuml;r Alex daher Ausdruck eines Systems der Geringsch&auml;tzung. Eigentlich planen CDU und FDP ein Gesetzespaket, dass der Landesregierung ein schnelles Handeln erlauben soll.<br>\nDoch Paragraf 15 hat es in sich: Wer eine Ausbildung in einem Gesundheitsberuf hat, soll zur Arbeit gezwungen werden d&uuml;rfen. Die Kontaktdaten aller medizinisch geschulten Kr&auml;fte sollen ausgeh&auml;ndigt werden. Die Grundrechte zu k&ouml;rperlicher Unversehrtheit und Freiheit der Person &ldquo;k&ouml;nnen eingeschr&auml;nkt werden&rdquo;, hei&szlig;t es im Gesetz. Widersetzen sich Pflegekr&auml;fte, die zum Einsatz gerufen werden, droht ihnen eine Geldbu&szlig;e von bis zu 500.000 Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.bento.de\/politik\/corona-krise-wie-die-politik-pflegekraefte-unter-druck-setzt-a-0e7e6880-22bf-4d11-af7d-0dec1cd15fd7#refsponi\">Bento<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Die traurige Antwort: Beides. <\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.der-postillon.com\/2020\/03\/gesundheitssystem.html\">Politiker, die die letzten Jahrzehnte damit verbrachten, Gesundheitssystem kaputtzusparen, bedanken sich bei Gesundheitspersonal f&uuml;r unerm&uuml;dlichen Einsatz<\/a>. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Anders macht es anders<\/strong><br>\nDeutschland mag in Christian Drosten eine Art inoffiziellen &bdquo;Mister Corona&ldquo; haben. Schweden hat kraft Amtes einen &bdquo;Staatsepidemiologen&ldquo;. Seit 2013 ist das Anders Tegnell, ein Spezialist f&uuml;r Infektionskrankheiten mit Erfahrung beim Einsatz gegen Ebola und Schweinegrippe. Nun ist er f&uuml;r die Strategie der Corona-Bek&auml;mpfung verantwortlich. Seinen Empfehlungen vertraut die Regierung bislang bei allen ihren Ma&szlig;nahmen.<br>\nUnd nicht nur sie. Aftonbladet spricht schon von einem &bdquo;Nationalidol&ldquo;, das die Bev&ouml;lkerung durch den Dschungel der Verhaltungsregeln im Umgang mit Covid-19 f&uuml;hre. Mit seiner unaufgeregten Art scheinen die SchwedInnen ihn ins Herz geschlossen zu haben. Obwohl er ja meist unangenehme Nachrichten zu verk&uuml;nden hat.<br>\nDie Linie, die er von Beginn an konsequent verfolgt, wird im Ausland oft als Sonderweg beschrieben. Was Tegnell bestreitet: &bdquo;Wir wollen dasselbe wie alle anderen L&auml;nder: Die Virusausbreitung so gut es geht zu verlang&shy;samen.&ldquo; Anders macht es anders: Er h&auml;lt nichts von &uuml;berst&uuml;rzten Panikma&szlig;nahmen und wenig wirksamen Verboten.<br>\nWichtig sei das Vertrauen der Bev&ouml;lkerung. Die habe das Recht, erkl&auml;rt zu bekommen, warum man ihre Freiheit und das gesellschaftliche Leben einschr&auml;nke. Und warum eine andere nicht oder noch nicht notwendig sei, weil sie nur eine marginale Verlangsamung verspreche. Seine Botschaft: Hier habt ihr die Infos, jetzt k&ouml;nnt ihr selbst denken und entscheiden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Schwedens-Staatsepidemiologe-Tegnell\/!5673457\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die Gesundheitsdiktatur. Notstand wegen dem Corona-Virus verlangt nach Wachsamkeit gegen&uuml;ber dem Staat<\/strong><br>\n&ldquo;Mit Angst regiert es sich leichter. Krisen erm&ouml;glichen es dem Staat, sich selbst als &bdquo;hart durchgreifende&ldquo; Ordnungsmacht zu positionieren. Dies ist in gesundheitlichen Krisen nicht anders. Bei Schweinegrippe und Vogelgrippe haben wird gesehen, dass es aus nichtigem Anlass zu absurden Ausw&uuml;chsen eines staatlichen Interventionismus kommen kann. Zwangsimpfungen sind mittlerweile Realit&auml;t. In China stellte die Regierung ganze Provinzen unter Quarant&auml;ne. Was nicht alle wissen: Seuchenbeh&ouml;rden haben im Krisenfall umfangreiche Befugnisse, um B&uuml;rgerrechte au&szlig;er Kraft zu setzen. Und die Bedrohung muss nicht einmal real sein. Hat die Panik ein gewisses Ausma&szlig; erreicht, wird die Freiheit obsolet, Selbstbestimmung zum unverantwortlichen Risiko f&uuml;r die Volksgesundheit. Dann hat die Macht erreicht, was ihr ohnehin am liebsten ist: ein Volk, das von Angst getrieben seiner eigenen Entrechtung zustimmt. (&hellip;) Seuchenschutzma&szlig;nahmen erinnern an die Ausrufung von Kriegsrecht. In beiden F&auml;llen herrscht besondere Aggressivit&auml;t gegen &bdquo;Abweichler&ldquo;. Es sind Situationen ver&auml;nderten Rechts &ndash; letztlich reduzierter Rechte f&uuml;r die B&uuml;rger und ausgeweiteter Rechte f&uuml;r die Staatsmacht. W&auml;hrend durch Seuchen bedingter Krisen werden unschuldige Staatsb&uuml;rger teilweise wie Verbrecher behandelt. Sie m&uuml;ssen sich eine im Grunde entw&uuml;rdigende Behandlung bieten lassen, die in normalen Zeiten als &bdquo;No-Go&ldquo; gelten w&uuml;rde. &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen werden durch verst&auml;rkte Polizeipr&auml;senz, jedoch auch elektronikgest&uuml;tzt durchgesetzt&hellip;&rdquo; Artikel von Roland Rottenfu&szlig;er vom 14.3.2020 bei Neue Debatte  und dazu auch:\n<ul>\n<li>Leak der Corona-Strategie des Innenministeriums \/ Die Regierung erm&auml;chtigt sich in der Corona-Krise selbst &ndash; zul&auml;ssig ist das nicht \/ Ausnahmezustand: Operation gelungen, Patient unfrei New <\/li>\n<li>[Leak] Corona-Strategie des Innenministeriums: Wer Gefahr abwenden will, muss sie kennen<br>\n&ldquo;Seit einer Woche berichten deutsche Medien &uuml;ber ein Strategiepapier des Bundesinnenministeriums, das den Umgang der Bundesregierung mit der Corona-Pandemie vorzeichnen soll. Bisher hat das Ministerium das Dokument nicht herausgegeben. Wir dokumentieren es hier&hellip;&rdquo; Strategiepapier bei FragDenStaat am 1. April 2020 externer Link <\/li>\n<li>Die Regierung erm&auml;chtigt sich in der Corona-Krise selbst &ndash; zul&auml;ssig ist das nicht<\/li>\n<\/ul>\n<p>&ldquo;Wir m&uuml;ssen die Verfassung sch&uuml;tzen. Auch in diesen Zeiten. Es geht um die schwersten Grundrechtseingriffe in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Erm&auml;chtigung der Regierung zum Erlass von Rechtsverordnungen ist ein Problem, ein ernsthaftes. Denn auch in diesen Zeiten m&uuml;ssen wir die Verfassung sch&uuml;tzen. Wo sind eigentlich die Abgeordneten? Wer h&auml;lt die Flagge des Rechtsstaats hoch? Wer k&auml;mpft f&uuml;r die Einhaltung der Grundrechte? Wo ist eigentlich die Justizministerin? Nach den schlimmen Erfahrungen mit diesem Rechtsinstitut der Verordnungen in der Weimarer Republik d&uuml;rfen sie nur nach Ma&szlig;gabe des Artikel 80 im Grundgesetz erlassen werden. Danach m&uuml;ssen &bdquo;Inhalt, Zweck und Ausma&szlig;&ldquo; der erteilten Erm&auml;chtigung im Gesetz bestimmt werden. Das ist nicht hinreichend der Fall&hellip;&rdquo; Kommentar von Stephan-Andreas Casdorff vom 1.4.2020 beim Tagesspiegel online<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/interventionen\/grundrechte\/kommunikationsfreiheit\/datenschutz\/die-gesundheitsdiktatur-notstand-wegen-dem-corona-virus-verlangt-nach-wachsamkeit-gegenueber-dem-staat\/\">LabourNet Germany<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Ein interessantes Dossier.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Madagaskar: Schaufenster f&uuml;r die afrikanische Katastrophe<\/strong><br>\nMadagaskar ist in vielen Bereichen typisch f&uuml;r Schwarzafrika: eine Mustermesse f&uuml;r die Agonie eines ganzen Kontinentes. (&hellip;)<br>\nAls der Schreibende vor zwei Monaten aus dem ventilierten Untersuchungszimmer in die feuchte Hitze der Hafen- und Provinzhauptstadt Diego-Suarez trat, hatte er einen Zettel mit der Diagnose fi&egrave;vre typho&iuml;de in der einen und einen Plastiksack mit f&uuml;nf (!) Medikamenten, darunter zwei Antibiotika, in der anderen Hand. Eigentlich sollte bloss das seit ein paar Tagen anhaltende Bauchgrimmen abgekl&auml;rt werden. In einem von der Malaria durchseuchten Land ist Vorsicht am Platz, besonders in der feucht-heissen Regenzeit. Nun also typho&iuml;des Fieber.<br>\nWenigstens keine Malaria, dachte der ein ungez&auml;hltes Mal f&uuml;r einen mehrw&ouml;chigen Projekteinsatz im Land weilende Schweizer. Er wartete auf seinen Schwager, der ebenfalls eine Untersuchung &ndash; wegen eines hartn&auml;ckigen Hustens &ndash; hinter sich bringen musste. Nach ein paar Minuten kam auch er mit einem Zettel und einem Plastiksack daher. Er hatte sich ebenfalls von Dr. Romain, gem&auml;ss der Sprachregelung im Milit&auml;rspital Commandant Romain, untersuchen lassen. Auf dem Diagnose-Zettel des Schwagers stand: fi&egrave;vre typho&iuml;de. Er hatte nur drei Medikamente zu tragen, mehr konnte er sich nicht leisten &ndash; keines entsprach jenen in der Handapotheke des Schreibenden. (&hellip;)<br>\nMan hat sich allseits in der Misere eingerichtet. Notfalls muss vom Gewaltmonopol Gebrauch gemacht werden. Wie derzeit in Antananarivo, wo Hungernde in Massen anstehen, um ein Lebensmittelpaket zu erhalten, aber den vom Pr&auml;sidenten angeordneten Abstand zum Vordermann nicht einhalten und mit Tr&auml;nengasgranaten vertrieben werden.<br>\nMan kann sich die Verh&auml;ltnisse in ein paar Jahren leicht vorstellen, wenn aufgrund von Erosion, Brandrodung, illegalem Holzschlag, &Uuml;berfischung und steigendem Meeresspiegel und der demographischen Explosion (j&auml;hrlich drei Prozent Bev&ouml;lkerungswachstum, man rechnet im Jahr 2040 mit 50 Millionen Menschen), Lebensmittel rationiert werden m&uuml;ssen, die Holzkohle f&uuml;r das Kochen unbezahlbar sein wird und Gasflaschen und Treibstoffe nur noch den Reichen der Hauptstadt zur Verf&uuml;gung stehen werden.<br>\nNein, eigentlich will man sich das lieber nicht vorstellen. Nicht nur wegen der bald einmal 50 Millionen Menschen auf der grossen Insel, sondern vor allem wegen den dannzumal 2,5 Milliarden Afrikanerinnen und Afrikanern, von denen die H&auml;lfte abhauen wird. Allerdings weder nach China noch nach Russland und schon gar nicht nach Amerika. Ich frage mich nur, wohin.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Madagaskar-Schaufenster-fur-die-afrikanische-Katastrophe#\">Infosperber<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Unterwegs im f&uuml;hrerlosen Zug des Fortschritts<\/strong><br>\nUnser absurder Alltag: G&ouml;tz Eisenberg &uuml;ber die rasend voranschreitende Digitalisierung, die unserem Leben, wie wir es kennen, den Boden entzieht.<br>\nDas Finanzamt bedr&auml;ngt uns, die Steuererkl&auml;rung in Zukunft elektronisch abzugeben. Dazu muss man sich ein Zertifikat aus dem Netz herunterladen. Dass man wei&szlig;, wie man so etwas macht und dass man die technischen Voraussetzungen daf&uuml;r hat, wird einfach vorausgesetzt. Die Stadtwerke haben mich unl&auml;ngst aufgefordert, den Stand meines Gasz&auml;hlers online mitzuteilen.<br>\nZur Erinnerung: Ganz fr&uuml;her kamen einmal im Jahr leibhaftige Ableser ins Haus, die Strom-, Gas- und Wasserverbrauch ermittelten. Dann wurden Karten verschickt, auf denen die Kunden die Z&auml;hlerst&auml;nde eintragen und sie sie dann zur&uuml;ckschicken sollten. Nun erfolgt also der n&auml;chste Schritt. Noch darf man seine Daten auch telefonisch &uuml;bermitteln, muss dann allerdings in Kauf nehmen, l&auml;ngere Zeit in Warteschleifen zu h&auml;ngen. Banken sind schon seit geraumer Zeit dazu &uuml;bergangen, ihre Kunden an Apparate zu verweisen, die im Eingangsbereich aufgestellt wurden. Zumindest bei meiner Bank ist ein Teil dieser Ger&auml;te chronisch au&szlig;er Betrieb und man muss h&auml;ufig l&auml;nger warten, bis eins der funktionsf&auml;higen frei wird. H&auml;ufig sieht man verzweifelte Menschen, die mit den Apparaten k&auml;mpfen. Auch mir passiert es immer wieder, dass ein Vorgang wegen Zeit&uuml;berschreitung abgebrochen wird und ich nochmal von vorne beginnen muss.<br>\nWas waren das f&uuml;r Zeiten, als man die Bank betreten konnte und von mehr oder weniger freundlichen Mitarbeitern bedient wurde. Ich erinnere mich an den Kassierer in meiner ehemaligen Bankfiliale. Es war ein &auml;lterer, schweigsamer Mann, der den Eindruck machte, als habe er in seinem Leben nichts anderes erreichen wollen, als in einer schusssicheren Glaskabine zu landen, in der sein Schweigen nat&uuml;rlich und seine Kontaktarmut logisch erscheinen mussten. Ich stellte mir oft vor, dass er auch zu Hause eine kleine Kabine besa&szlig;, die ihm die Welt und die Menschen vom Hals hielt. Jedenfalls konnte man sich von ihm Geld auszahlen lassen oder ihn bitten, eine &Uuml;berweisung zu t&auml;tigen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.giessener-anzeiger.de\/freizeit\/kunst-und-kultur\/kulturnachrichten\/unterwegs-im-fuhrerlosen-zug-des-fortschritts_21505378%20\">G&ouml;tz Eisenberg in Gie&szlig;ener Anzeiger<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-59976","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59976","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=59976"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59976\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":59981,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59976\/revisions\/59981"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=59976"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=59976"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=59976"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}