{"id":60000,"date":"2020-04-07T08:23:01","date_gmt":"2020-04-07T06:23:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000"},"modified":"2020-04-07T08:23:01","modified_gmt":"2020-04-07T06:23:01","slug":"hinweise-des-tages-3588","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h01\">Experten stellen Regierungspolitik in Frage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h02\">Der Staat l&auml;sst seine Helden im Stich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h03\">Die lassen uns verbluten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h04\">&bdquo;Ich sehe bei &sbquo;einfachen&lsquo; Leuten ein gro&szlig;es Unverst&auml;ndnis&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h05\">Einzelne &Uuml;bertragungen im Supermarkt sind nicht das Problem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h06\">Triage und Exit &ndash; die Diskussion um notwendige Tote<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h07\">Mit Vollgas in den Abgrund<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h08\">Solidarit&auml;t ver&auml;ndert keine Strukturen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h09\">Die Coronakrise kostet Milliarden. Wer zahlt?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h10\">BlackRock-CEO wendet sich an Aktion&auml;re: &ldquo;Gewaltige Chancen&rdquo; am Aktienmarkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h11\">Kleinunternehmen in Corona-Not : Individualit&auml;t ist systemrelevant<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h12\">Gesundheit ist eine zutiefst ungleich verteilte Ressource<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h13\">Gesundheitswesen darf nicht &ouml;konomisiert werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h14\">Die Preisfrage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h15\">Es gilt jetzt, steigende Jugendarbeitslosigkeit zu verhindern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h16\">Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist weder funktional noch gerecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h17\">Coronavirus vs. the Mass Surveillance State: Which Poses the Greater Threat?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60000#h18\">Heult leise!<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Experten stellen Regierungspolitik in Frage<\/strong><br>\nIn einem Thesenpapier &uuml;ben mehrere Gesundheitsexperten Kritik an der Krisenpolitik der Bundesregierung. Sie sprechen von Langzeitsch&auml;den in der Bev&ouml;lkerung, die der teilweise Shutdown verursache.<br>\nSechs Gesundheitsexperten, darunter zwei ehemalige Mitglieder des Sachverst&auml;ndigenrats der Bundesregierung f&uuml;r das Gesundheitswesen, stellen die radikalen Einschr&auml;nkungen des &ouml;ffentlichen Lebens in Deutschland in Frage. Der teilweise Shutdown in Deutschland k&ouml;nne &ldquo;anfangs in einer un&uuml;bersichtlichen Situation das richtige Mittel gewesen sein&rdquo;, schreiben unter anderem die Professoren Matthias Schrappe, Gerd Glaeske und Holger Pfaff.<br>\nDoch dieser Zustand berge die Gefahr, dass er soziale Ungleichheit verst&auml;rke und an anderen Stellen die Gesundheitsrisiken verst&auml;rke. Vor allem aber weisen die Autoren darauf hin, dass man immer noch sehr wenig &uuml;ber die Zahl der tats&auml;chlichen Infektionen und die Schwere der Covid-19-Krankheit wisse.<br>\nSo h&auml;tten die t&auml;glich vom Robert Koch-Institut (RKI) verk&uuml;ndeten Zahlen der gemeldeten Infektionen &ldquo;nur eine geringe Aussagekraft&rdquo;, da man nicht wisse, wie viele unentdeckte Infizierte es in Deutschland gebe. Die britischen Epidemiologen um Neil Ferguson vom Imperial College gehen in einem vor einer Woche ver&ouml;ffentlichten Report aufgrund von Sch&auml;tzungen davon aus, dass Ende M&auml;rz in Deutschland bereits 600.000 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert waren. In Italien seien es zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Millionen Menschen gewesen, in Spanien sieben Millionen.<br>\nDie von RKI &uuml;bermittelten Zahlen zur Sterberate (Case Fatality Rate) &ldquo;&uuml;bersch&auml;tzen derzeit das Problem und k&ouml;nnen nicht valide interpretiert werden&rdquo;, schreiben die Autoren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr-wdr\/corona-experten-thesenpapier-101.html\">Tagesschau.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Endlich melden sich auch Experten zu Wort, die bei den Medien und der Politik m&ouml;glicherweise Geh&ouml;r finden. Inhaltlich wiederholt das Papier die Punkte, die bereit auf den NachDenkSeiten im Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59776\">Maximale Ma&szlig;nahmen auf Basis minimaler Gewisshei<\/a>t&rdquo; und den beiden Interviews (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59617\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59903\">hier<\/a>) mit dem Statistiker Gerd Bosbach angesprochen wurden. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Der Staat l&auml;sst seine Helden im Stich<\/strong><br>\nWir reagieren zu sp&auml;t &ndash; und das viel zu oft. Im Krisenkreis Heinsberg hatten schon Schulen und Kitas zu &ndash; da sa&szlig;en 30 Kilometer weiter in einem Fu&szlig;ballstadion 50.000 Menschen noch einander auf der Pelle. Auch als man in den Krankenh&auml;usern rund um Heinsberg schon vor vielen Wochen nach Schutzkleidung rief, hatten die politisch Verantwortlichen in Land und Bund die Ruhe weg: keine ausreichenden Lieferketten f&uuml;r Kittel und Masken &ndash; und vor allem keine Vorstellung, dass das Chaos bald &uuml;berall regieren k&ouml;nnte.<br>\nJetzt ist die Zeit der Lehren. Es sind schmerzhafte Lehren. Dass man zwar quasi mit Fingerschnipp Ausgangsbeschr&auml;nkungen erlassen, aber nicht per Fingerschnipp Schutzmasken besorgen kann. Und dass, wenn Wildwest auf den Beschaffungsm&auml;rkten herrscht, die gelernten Reaktionsmuster von Politik und Beh&ouml;rden versagen: Alle haben dasselbe Ziel, arbeiten transparent, ziehen an einem Strang, und das schnell und effizient &ndash; so sollte es sein, doch die Vielzahl nicht abgestimmter, hektischer Einzelaktionen liefert den gegenteiligen Eindruck. &hellip;<br>\nPfleger und &Auml;rztinnen werden die Situation ausbaden und zum Teil mit ihrem Leben bezahlen m&uuml;ssen. Das Mindeste, was sie jetzt vom deutschen Staat erwarten d&uuml;rfen, ist ein klarer, t&auml;glich aktualisierter Plan: Wo kommt die Schutzkleidung her? Wieviel ist es wann? Wer verteilt sie wohin &ndash; nach welchen Kriterien? Was unsere Helden nicht brauchen: einen Gesundheitsminister beim Schaulaufen in einem Lager f&uuml;r Schutzmasken.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/kommentar\/schutzbekleidung-verteilungskampf-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die lassen uns verbluten<\/strong><br>\nViele Deutsche lieben Italien, viele Italiener bewundern Deutschland &ndash; normalerweise. In der Coronakrise f&uuml;hlt sich Italien von Deutschland im Stich gelassen. Rechtspopulisten wie Matteo Salvini greifen die Stimmung dankbar auf.<br>\nWenn es um Deutschland geht, war Matteo Salvini in den vergangenen Monaten verd&auml;chtig still. Der Streit &uuml;ber die europ&auml;ische Fl&uuml;chtlingspolitik zog nicht mehr, lieber konzentrierte sich der Rechtspopulist auf innenpolitische Themen.<br>\nAber damit ist es nun vorbei. Salvini ist gerade dabei, einen alten Lieblingsgegner wiederzuentdecken: die Deutschen und ihre vermeintlich kolonialherrenhafte Haltung gegen&uuml;ber Italien. Wo auch immer der fr&uuml;here Innenminister gerade twittert, streamt oder postet &ndash; einen Seitenhieb auf Berlin bringt er regelm&auml;&szlig;ig unter. &ldquo;Seit 20 Jahren hat man uns mit europ&auml;ischen Parolen vollgestopft&rdquo;, sagt der Lega-Chef dann. Aber wenn Italien Hilfe brauche, komme sie aus Venezuela oder Albanien. &ldquo;Von Deutschland bekommen wir nichts &ndash; au&szlig;er zwei Finger in die Augen gedr&uuml;ckt.&rdquo;<br>\nIm Ton ist Salvini, wie so oft, sch&auml;rfer als die meisten Italiener. Aber seine Kritik trifft eine weit verbreitete Stimmung im Land. &Uuml;ber 70 Prozent der B&uuml;rger sagten in einer Umfrage, sie seien von den bisherigen Hilfen Europas entt&auml;uscht. Vor allem von den Deutschen f&uuml;hlen sie sich alleingelassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/italien-matteo-salvini-nutzt-die-wut-der-italiener-auf-deutschland-a-61b0881c-535b-4056-89a0-0f514e30877c\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Deutschland bleibt so dumm wie immer und begeht dieselben Fehler immer wieder. Wenn sie wenigstens im eigenen Interesse handeln w&uuml;rde, n&auml;mlich die Handelspartner f&uuml;r den Export zu erhalten, dann w&uuml;rden sie Corona-Bonds bef&uuml;rworten; aber die deutsche Politik, vielleicht der Deutsche an sich, kommt aus dem engstirnigen Denken nicht heraus. Wenn die EU scheitern sollte &ndash; d. h. endg&uuml;ltig auseinanderfliegt, denn als Solidarit&auml;ts- und Wertegemeinschaft ist sie schon vor Jahrzehnten gescheitert -, dann liegt der allergr&ouml;&szlig;te Teil der Schuld tats&auml;chlich bei den Deutschen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>&bdquo;Ich sehe bei &sbquo;einfachen&lsquo; Leuten ein gro&szlig;es Unverst&auml;ndnis&ldquo;<\/strong><br>\nF&uuml;r die Politologin Ulrike Gu&eacute;rot zeigt sich in der Wahrnehmung der Freiheitsbeschr&auml;nkungen durch die Coronakrise eine soziale Spaltung. Es sei etwas v&ouml;llig anderes, ob man diese in einer gro&szlig;en Altbauwohnung erlebe oder in prek&auml;ren, beengten Verh&auml;ltnissen.<br>\nWer gem&uuml;tlich in der ger&auml;umigen Altbauwohnung sitzt oder gar im Garten mit Laptop in der H&auml;ngematte seine Arbeit verrichten kann, hat es vergleichsweise leicht, f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung der coronabedingten Einschr&auml;nkungen des Alltags zu sein. Wer in prek&auml;ren, beengten Verh&auml;ltnissen lebt, wird sich damit vermutlich schwerer tun.<br>\nWas ist mit einer alleinerziehenden Mutter, die keinen Computer hat, auf dem die Kinder ihre Schulaufgaben machen k&ouml;nnen? Oder mit einer Frau, die von ihrem Mann misshandelt wird &ndash;  in der jetzigen Situation erst recht, die aber nicht einmal mehr raus k&ouml;nne, fragt die Politikwissenschaftlerin Ulrike Gu&eacute;rot. Sie sieht in der Wahrnehmung der Coronakrise und ihrer Folgen eine soziale Spaltung am Werk, die man in der Debatte ber&uuml;cksichtigen sollte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/soziale-spaltung-in-der-coronakrise-ich-sehe-bei-einfachen.2950.de.html?dram:article_id=474149\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Richtig beobachtet. Auf den NachDenkSeiten haben wir schon l&auml;nger auf diese Ungleichheit hingewiesen. Gravierend ist auch die ungleiche Behandlung von Beziehern fester Geh&auml;lter und jenen ohne diese finanzielle Absicherung.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Einzelne &Uuml;bertragungen im Supermarkt sind nicht das Problem<\/strong><br>\nZEIT ONLINE: Viele Menschen starren dieser Tage t&auml;glich auf die Fallzahlen und fragen sich: Flacht die Kurve endlich ab? Was halten Sie davon?<br>\nStreeck: Dass die Zahlen nach oben gehen und die Kapazit&auml;tsgrenze der Kliniken trotzdem noch nicht &uuml;berschritten ist, ist erst einmal gut. Es ist ein Zeichen daf&uuml;r, dass unser Gesundheitssystem einiges leisten kann. Bisher sind wir zum Gl&uuml;ck nicht in eine Situation gekommen, in der wir entscheiden mussten, welche Menschen noch behandelt werden k&ouml;nnen. F&uuml;r mich ist ohnehin die Zahl der freien Intensivbetten am allerwichtigsten. Sie zeigt, ob wir noch Behandlungskapazit&auml;ten haben f&uuml;r die schweren Covid-19-F&auml;lle.<br>\nZEIT ONLINE: Und was ist von den Todeszahlen zu halten, die in Deutschland bisher im Vergleich noch recht gering sind?<br>\nStreeck: Wir werden erst im Nachhinein beantworten k&ouml;nnen, ob und wie sehr die monatliche Sterberate durch Covid-19 ansteigt. Ich habe mir die F&auml;lle von 31 der 40 Verstorbenen aus dem Landkreis Heinsberg einmal genauer angeschaut &ndash; und war nicht sehr &uuml;berrascht, dass diese Menschen gestorben sind. Einer der Verstorbenen war &auml;lter als 100 Jahre, da h&auml;tte auch ein ganz normaler Schnupfen zum Tod f&uuml;hren k&ouml;nnen. Aber wie gesagt: Die Studie l&auml;uft noch.<br>\nZEIT ONLINE: Sollten wir genauer untersuchen, woran die Menschen wirklich gestorben sind?<br>\nStreeck: Ich denke schon. Es ist oft sehr wichtig zu wissen, ob die Menschen an einer viralen Pneumonie, also urs&auml;chlich an Covid-19, verstorben sind oder an etwas anderem. Bei einem der Heinsberger Patienten wurde zwar Sars-CoV-2 im Rachen nachgewiesen. Aber er hatte keine Lungenentz&uuml;ndung, sondern ist an einem Herzstillstand gestorben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/gesundheit\/2020-04\/hendrik-streeck-covid-19-heinsberg-symptome-infektionsschutz-massnahmen-studie\">Zeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Triage und Exit &ndash; die Diskussion um notwendige Tote<\/strong><br>\nEpidemien wie SARS oder die Vogelgrippe liegen nicht lange zur&uuml;ck; sie haben die westlichen Staaten nicht so stark betroffen wie die asiatischen Staaten. Die Reaktion auf die Vogelgrippe war seinerzeit, zuhauf Medikamente zu beschaffen, die eine Heilung oder Milderung bei der Virusinfektion versprechen. Dass diese sich sp&auml;ter als unwirksam herausstellten, konnten die Politiker nicht wissen, wurden doch ihnen wie den Zulassungsstellen nur die Studien bekannt gemacht, die eine Wirkung versprachen, w&auml;hrend gegenteilige Studien unter Verschluss blieben. Das hat die Staaten enorme Betr&auml;ge gekostet, die Pharmafirmen machten ihre Gewinne und die Millionen waren weg. Wegen Betrugs wurden die Firmen, die zu den Schl&uuml;sselindustrien der europ&auml;ischen und amerikanischen L&auml;nder z&auml;hlen, dennoch nicht angezeigt.<br>\nWenn man nun die Lage betrachtet, so haben die Staaten schon eine Lehre aus der letzten Krise gezogen: Warum einschl&auml;gige Mittel einlagern, wenn Geld vorhanden ist, mit dem der Zugriff auf alle Mittel in der Welt gesichert erscheint? Also ist jede Ausgabe f&uuml;r Schutzkleidung oder Masken vergeudetes Geld, wenn alle diese G&uuml;ter k&auml;uflich zu erwerben sind. Da kennen Politiker andere Priorit&auml;ten. Jetzt zeigte sich rasch, dass die M&auml;r, der Markt sorge immer f&uuml;r die beste Allokation von G&uuml;tern, ins Reich der Legenden geh&ouml;rt, wenn es um die Versorgung von Menschen geht. Da bestimmt die Zahlungsf&auml;higkeit &uuml;ber den Erhalt oder Ausschluss von notwendigen G&uuml;tern, und in der Pandemie k&ouml;nnen diejenigen, die &uuml;ber die Schutzkleidung und Masken verf&uuml;gen, ihre Macht nutzen, um m&ouml;glichst viel f&uuml;r diese G&uuml;ter zu verlangen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Triage-und-Exit-die-Diskussion-um-notwendige-Tote-4697319.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Mit Vollgas in den Abgrund<\/strong><br>\nWenn jetzt nicht rasch verstanden wird, dass die Vorstellung, der Staat brauche das Geld seiner B&uuml;rger, ein Mythos ist, werden wir daf&uuml;r sehr teuer bezahlen. Es steht nicht weniger als unsere Gesundheit und unser materieller Wohlstand auf dem Spiel.<br>\nEs war nicht schwer vorherzusagen, dass im Kern kommerzielle Darlehen nicht dazu geeignet sind, die vorhersehbaren Liquidit&auml;tsprobleme vieler deutscher Unternehmen zu beheben. Denn ein kommerzieller Kredit wird auf Basis einer Kreditw&uuml;rdigkeitspr&uuml;fung nur dann vergeben, wenn deren Ergebnis ist, dass das Unternehmen ihn &uuml;ber dessen Laufzeit fristgerecht bedienen kann. Eine Gesch&auml;ftsbank, die bei diesen Darlehen mit eingeschaltet werden muss, wird deshalb auch dann nicht, wenn sie die KfW f&uuml;r bis zu 90 Prozent der Kreditsumme von der Haftung freistellt, einen Kredit vergeben, dessen Bedienung sie als fraglich erachtet.<br>\nAber selbst dann, wenn es einem Unternehmen mit akuten Liquidit&auml;tsproblemen gelingen sollte, einen Kredit zu erhalten, handelt es sich dabei um keine &bdquo;Hilfe&ldquo;. Vielmehr um ein St&uuml;ck K&auml;se, das die Mehrzahl solcher Unternehmen in eine Schuldenfalle lockt. Denn wie bitte sollen Unternehmen &ndash; wie etwa Hotels oder Restaurants &ndash; ihre entgangenen Ums&auml;tze wieder aufholen, um ihre Kredite problemlos zur&uuml;ckzahlen zu k&ouml;nnen?<br>\nAnstatt mit Umsatzsteigerungen werden viele Unternehmen realistischer Weise mit Umsatzeinbu&szlig;en rechnen m&uuml;ssen. Denn viele Menschen werden gegenw&auml;rtig in Kurzarbeit geschickt oder sogar arbeitslos. In beiden F&auml;llen erleiden die Betroffenen erhebliche Einkommenseinbu&szlig;en, da ihnen die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit lediglich zwischen 60% und 67% ihres Lohnes ersetzt. Auf welche Wunderkr&auml;fte des Marktes vertraut man, wenn man die effektive Nachfrage so beschneidet und gleichzeitig Unternehmen mit zus&auml;tzlichen Schulden belastet?<br>\nNun haben sowohl der Bund als auch die L&auml;nder inzwischen mit weiteren &bdquo;Hilfsprogrammen&ldquo; nachgelegt. Noch immer aber hat man offensichtlich nicht verstanden, dass weder Kredite noch Almosen die richtigen Mittel sind, um den Absturz der deutschen Volkswirtschaft wirksam abzufedern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2020\/04\/mit-vollgas-in-den-abgrund\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Solidarit&auml;t ver&auml;ndert keine Strukturen<\/strong><br>\n93 Prozent der befragten B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger bef&uuml;rworten die derzeitigen Kontaktbeschr&auml;nkungen. Das ist das Ergebnis des letzte Woche ver&ouml;ffentlichten ARD-Deutschlandtrends. Wir verzichten derzeit auf zahlreiche Grundrechte und das einigerma&szlig;en bereitwillig. Solche Eingriffe h&auml;tten immer einen autorit&auml;ren Beiklang, sagt der Soziologe Wilhelm Heitmeyer im Dlf. Man m&uuml;sse nun aber aufpassen, &bdquo;wenn das immer weiter ausgeweitet wird, dass wir dann durchaus in die N&auml;he eines &Uuml;berwachungsstaates kommen, und das wird dann gef&auml;hrlich.&ldquo; Denn Institutionen, politische oder ministeriale Institutionen h&auml;tten kein Ged&auml;chtnis. &bdquo;Das hei&szlig;t, es dient jetzt zun&auml;chst mal zur Machtausweitung, und da muss man aufpassen, dass sich das nicht verfestigt.&ldquo; Das sei der entscheidende Punkt.<br>\nMit Blick auf die Gesellschaft sieht Heimeyer keine Hoffnung, dass sich nach Corona alles zum Positiven &auml;ndere. &bdquo;Das kann ich nicht erkennen. Denn wir leben letztlich in einem kapitalistischen Staat und da ist es ja so, dass der Finanzkapitalismus kein besonderes Interesse an gesellschaftlicher Integration hat, sondern da geht es um die Kriterien von N&uuml;tzlichkeit, Verwertbarkeit, Effizienz.&ldquo; Da m&uuml;sse man aufpassen, dass das jetzt nicht auch auf Menschen zunehmend angewandt wird&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/corona-pandemie-soziologe-solidaritaet-veraendert-keine.694.de.html?dram:article_id=474121\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wie weit die &bdquo;Solidarit&auml;t&ldquo; geht hat bereits der bayerische Ministerpr&auml;sident Markus S&ouml;der mit seinem Vorschlag zu einer pauschalen Einkommenssteuersenkung, die vor allem den hohen Einkommen zu gute k&auml;me, demonstriert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Coronakrise kostet Milliarden. Wer zahlt?<\/strong><br>\n&ldquo;Die Bew&auml;ltigung der Coronakrise wird teuer. Die Virusbek&auml;mpfung kostet Geld, Unternehmen und Besch&auml;ftigte brauchen Unterst&uuml;tzung, Produktionsstopps und Gesch&auml;ftsschlie&szlig;ungen lassen die Wirtschaftsleistung und damit das Steueraufkommen einbrechen. Kurzfristig springt die &ouml;ffentliche Hand in die Bresche: &Uuml;ber Verschuldung kompensiert sie derzeit den R&uuml;ckgang der Einnahmen. Doch verschiebt sie damit die Frage &raquo;Wer zahlt?&laquo; nur in die Zukunft. Wie k&ouml;nnte eine Antwort aussehen?<br>\nSchulden: Der deutsche Staat hat Schulden von etwa 2100 Milliarden Euro. Laut Commerzbank k&ouml;nnen durch Corona weitere 400 Milliarden hinzukommen. Noch ist das kein Problem, denn die Bundesregierung muss auf neue Kredite derzeit keine Zinsen zahlen. Solange die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) die Zinsen unten h&auml;lt, droht also keine Gefahr. Irgendwann jedoch k&ouml;nnten die Zinsen wieder steigen. Was dann?&hellip;&rdquo;<br>\n&ldquo;&hellip;Da laut DIW die steuerlich erfassbaren Verm&ouml;gen stark auf die oberen zehn Prozent der Bev&ouml;lkerung konzentriert sind, k&ouml;nne eine Abgabe auch dann viel Einnahmen erzielen, wenn der Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung durch hohe Freibetr&auml;ge freigestellt werde. Bereits 2011 berechnete das Institut: Bei einem pers&ouml;nlichen Freibetrag von 250 000 Euro (Ehepaare 500 000 Euro), einem Kinderfreibetrag von 100 000 Euro sowie einem gesonderten Freibetrag f&uuml;r Unternehmensverm&ouml;gen und wesentliche Beteiligungen von f&uuml;nf Millionen Euro ergibt sich eine steuerliche Bemessungsgrundlage von 2,3 Billionen Euro Netto-Verm&ouml;gen. Eine Abgabe von zehn Prozent k&ouml;nnte somit rund 230 Milliarden Euro mobilisieren. Betroffen w&auml;ren nur die reichsten acht Prozent der erwachsenen Bev&ouml;lkerung. Die Verm&ouml;gensteuer tr&uuml;ge damit dazu bei, die Ungleichverteilung etwas zu mildern. Der Lastenausgleich ab 1952, so Schularick, &raquo;machte Deutschland zu einem der egalit&auml;rsten L&auml;nder in der fr&uuml;hen Phase des Nachkriegsbooms&laquo;.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1135130.coronakrise-virus-und-reichtum.html\">neues deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.U.:<\/strong> Es gibt keinen vern&uuml;nftigen Grund, auf einen einmaligen angemessenen Sonderbeitrag der reichsten Bundesb&uuml;rger zur Milderung der Krisenfolgen zu verzichten. Eine Steuerflucht ist in diesem Fall auch nicht zu erwarten. Und es wird niemandem weh tun, nein! Wenn es sich um Menschen handelt, sollten sie Stolz dar&uuml;ber empfinden, dass sie es sich leisten k&ouml;nnen, angemessen zu helfen!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dass die Corona-Epidemie gerade in Europa so w&uuml;tet ist ein direkte Folge der durch die neoliberale Austerit&auml;tspolitik ruinierten Gesundheitssysteme. Die  zur Bankenrettung angeh&auml;uften &ouml;ffentlichen Schulden lieferten die politische Legitimation dazu. Nun werden wiederum Milliarden Steuergelder fl&uuml;ssig gemacht, um die Finanzwirtschaft abermals zu retten. Erstaunlicherweise spielt diese Tatsache in der aktuellen Berichterstattung keinerlei Rolle. Insbesondere wird alles getan um eine Diskussion dar&uuml;ber zu vermeiden, ob diesmal wiederum nur der Steuerzahler daf&uuml;r gerade stehen muss und nicht einmal auch jene die von der jahrzehntelangen neoliberalen Politik fast alleine profitiert haben.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>BlackRock-CEO wendet sich an Aktion&auml;re: &ldquo;Gewaltige Chancen&rdquo; am Aktienmarkt<\/strong><br>\nW&auml;hrend sich die Unsicherheit &uuml;ber die Folgen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft noch in starken Schwankungen am Aktienmarkt niederschl&auml;gt, blickt der Chef des weltgr&ouml;&szlig;ten Verm&ouml;gensverwalters bereits auf die Zeit nach der Krise. Und die sch&auml;tzt der Experte mehr als rosig ein.<br>\nTrotz der zu erwartenden weitreichenden Folgen f&uuml;r die Wirtschaft und das Zusammenleben der Menschen, blickt Fink doch optimistisch in die Zukunft. &ldquo;So dramatisch das auch ist, ich glaube, dass sich die Wirtschaft stetig erholen wird, auch weil in dieser Situation einige der Hindernisse f&uuml;r die Erholung von einer typischen Finanzkrise fehlen&rdquo;. Die Zentralbanken w&uuml;rden schnell handeln, um die Probleme auf den Kreditm&auml;rkten anzugehen, und auch die Regierungen setzen aggressive fiskalische Anreize. Hinzu k&auml;me, dass man jetzt auf Erfahrungen aus der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 zur&uuml;ckgreifen k&ouml;nne, zeigt sich der Chef des weltgr&ouml;&szlig;ten Verm&ouml;gensverwalters zuversichtlich.<br>\nSein Unternehmen habe einen l&auml;ngerfristigen Zeithorizont im Blick, das sollten Anleger ebenfalls tun, r&auml;t er. &ldquo;Die Welt wird diese Krise &uuml;berstehen. Die Wirtschaft wird sich erholen. Und f&uuml;r diejenigen Anleger, die ihre Augen nicht auf den wackeligen Boden zu unseren F&uuml;&szlig;en richten, sondern auf den Horizont, bieten sich in den heutigen M&auml;rkten enorme Chancen.&rdquo;<br>\nLangfristig orientierte Anleger haben seiner Ansicht nach die besseren Chancen, die Krise und ihre Folgen besser bew&auml;ltigen zu k&ouml;nnen. Bereits jetzt h&auml;tten einige BlackRock-Kunden den Ausverkauf an den Finanzm&auml;rkten genutzt, um ihr Aktienportfolio aufzustocken. Darunter seien auch Kunden, die aufgrund ihres Risikoprofils im Allgemeinen einen starken Fokus auf festverzinsliche Wertpapiere haben, betont Fink.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.finanzen.net\/nachricht\/aktien\/fundamentales-folgen-blackrock-ceo-wendet-sich-an-aktionaere-34-gewaltige-chancen-34-am-aktienmarkt-8706542\">finanzen.net<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Hauptsache die Zocke rund Spekulanten sind schon wieder guter Dinge.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Kleinunternehmen in Corona-Not : Individualit&auml;t ist systemrelevant<\/strong><br>\nManche Kleinunternehmer fallen bei den Rettungspaketen durchs Raster. Krisen-Gewinner k&ouml;nnten Systemgastronomie und Ketten sein.<br>\nIn der Krise wird sichtbar, was Gastst&auml;ttenbesucherInnen sonst nicht sehen: dass die Vielfalt und Originalit&auml;t ihrer Lieblingsorte weniger auf betriebswirtschaftlichem Kalk&uuml;l basiert als auf der Individualit&auml;t und Leidenschaft derer, die sie betreiben. Und, nat&uuml;rlich, auf sehr &auml;rmlicher Bezahlung der Besch&auml;ftigten, die in der Krise noch &auml;rmlicher wird &ndash; das Kurzarbeitergeld von 60 Prozent des Nettogehaltes ignoriert die Trinkgelder, die in der Gastronomie selbstverst&auml;ndlich zum Gehalt gerechnet werden.<br>\nDen meisten, die ihr Geld nicht als Angestellte, sondern als Selbstst&auml;ndige verdienen m&ouml;chten, geht es &auml;hnlich. Fris&ouml;rgesch&auml;fte, Hotels, kleine Elektronikl&auml;den, Start-ups aller Art &ndash; alles, was pers&ouml;nlich und originell ist, nicht Kette, nicht Franchise, nicht zentral gesteuert. Ein Teil der Wirtschaft &uuml;brigens, der seine Steuern garantiert bezahlt. Die Bonit&auml;t ist dort sehr begrenzt. Auch das wird in der Krise sp&uuml;rbar.<br>\nDas milliardenschwere Hilfspaket der Bundesregierung kann sich sehen lassen, und die L&auml;nder legen weitere Milliarden drauf. Das aktuelle Problem ist also nicht ein Mangel an Geld &ndash; das Problem ist die Geschwindigkeit und Zielgenauigkeit seiner Verteilung.<br>\nEinen einfachen und unb&uuml;rokratischen Weg geht dabei die Schweiz. Dort werden zinslose Kredite bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes beziehungsweise 500.000 Schweizer Franken vom Staat abgesichert und k&ouml;nnen deshalb innerhalb weniger Tage ohne Bonit&auml;tspr&uuml;fung ausgezahlt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kleinunternehmen-in-Corona-Not\/!5673758\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gesundheit ist eine zutiefst ungleich verteilte Ressource<\/strong><br>\nArme Menschen haben ein deutlich h&ouml;heres Risiko, an Covid-19 zu erkranken. Warum sie besonders gef&auml;hrdet sind, erkl&auml;rt der Medizinsoziologe Matthias Richter.<br>\nZEIT ONLINE: Herr Richter, Sie sind Medizinsoziologe und besch&auml;ftigen sich insbesondere mit den sozialen Dimensionen von Gesundheit und Krankheit. Ist Corona ein demokratisches Virus, wie man jetzt h&auml;ufig h&ouml;rt, weil alle gleicherma&szlig;en betroffen sind?<br>\nMatthias Richter: Nein, ein demokratisches Virus gibt es nicht. Nat&uuml;rlich sind zun&auml;chst einmal alle Menschen gef&auml;hrdet. Manche soziale Gruppen aber st&auml;rker als andere. Denken wir einfach an die sogenannten systemrelevanten Berufe, in denen die Gefahr, in direkten Kontakt mit dem Virus zu kommen, oft sehr gro&szlig; ist. Viele dieser Berufe &ndash; sei es an der Kasse oder zum Beispiel bei Lieferdiensten &ndash; werden von Menschen mit einem niedrigen oder mittleren Schulabschluss ausge&uuml;bt.<br>\nUnd auch die sozialen Folgen einer Erkrankung sind keinesfalls gleich verteilt. Wir wissen zum Beispiel aus der Forschung zu Krebserkrankungen oder anderen schweren chronischen Krankheiten, dass Personen mit einem niedrigen sozialen Status weit st&auml;rker an den finanziellen und auch an den psychosozialen Folgen ihrer Erkrankung leiden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2020-04\/risikogruppen-coronavirus-einkommen-gesundheit-vorerkrankungen-gesellschaft\">Zeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Gesundheitswesen darf nicht &ouml;konomisiert werden<\/strong><br>\nEine gute Vorbereitung sei entscheidend, um erkrankte Patienten &bdquo;mit einer Hoffnung auf Leben auszustatten&ldquo;, sagte Medizinethiker Eckhard Nagel im Dlf. Ein rein privates Krankenhaussystem wie in den USA kollabiere in einer solchen Situation wie der Coronakrise v&ouml;llig. Offen bleibe nur, wer das bezahlen werde.<br>\nZurheide: Jetzt kommen wir auf das System, ich gebe mal einen Aspekt vor: Das System hat eine enorme Flexibilit&auml;t gezeigt, die Krankenhausdirektoren und die Verantwortlichen haben viele aufschiebbare Operationen zur&uuml;ckgestellt, haben Intensivkapazit&auml;ten geschaffen und bleiben jetzt auf den Rechnungen sitzen. Also erst mal: Flexibilit&auml;t ist da, oder?<br>\nNagel: Flexibilit&auml;t ist da, ein wirklich beeindruckendes Ineinanderspielen verschiedenster Verantwortlichkeiten kann man feststellen. Was man allerdings auch feststellen kann, ist, dass es gut ist, dass wir in vielen Bereichen tats&auml;chlich auch staatliche Zugriffsm&ouml;glichkeiten haben. Also ein rein privates Krankenhaussystem, so wie wir es gerade in den USA sehen, kollabiert in so einer Situation vollst&auml;ndig. Das ist nat&uuml;rlich auch etwas, woraus man Lehren ziehen muss: Braucht es f&uuml;r die Daseinsvorsorge bestimmte Grundstrukturen, die auch staatlich, also gesellschaftlich verantwortet werden und wo der Staat Zugriff hat. Das kann man tun, das hat auch gut funktioniert. Die Frage ist die Rechnung am Ende des Tages, aber diese Rechnung stellt sich nicht nur f&uuml;r das Krankenhaus, sondern f&uuml;r uns alle am Ende dieser Zeit, insofern ist das keine Besonderheit f&uuml;rs Krankenhauswesen.<br>\nZurheide: Jetzt hat es ja viele Apologeten gegeben, die noch bis vor Kurzem gesagt haben &ndash; ich erinnere an die Bertelsmann-Studie, wir haben viel zu viele Krankenhausbetten &ndash;, das ist fast zynisch in diesen Tagen, oder bin ich jetzt wieder zu sehr verengt in meinem Blick aus dieser Krisensituation?<br>\nNagel: Nein, ich glaube, was sich da gezeigt hat, das war ja schon eine Absurdit&auml;t, was die vermeintlichen Gutachter da gefordert haben, dass wir uns reduzieren k&ouml;nnen auf die H&auml;lfte aller Krankenhausbetten. Dann m&ouml;chte ich nicht wissen, wie die Situation heute aussehen w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/corona-pandemie-in-deutschland-medizinethiker.694.de.html?dram:article_id=474042\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><strong>dazu auch: Marodes Gesundheitssystem<\/strong><br>\nMisswirtschaft, Krieg, Korruption: Serbiens Gesundheitssystem ist marode und kaputtgespart. Das zeigt sich deutlich w&auml;hrend der Covid-19-Pandemie. Und auch das Pflegepersonal und die &Auml;rzte kehren dem Land den R&uuml;cken. Sie zieht es angesichts niedriger Geh&auml;lter und schlechte Arbeitsbedingungen ins Ausland.<br>\nJasna lernt Deutsch, weil sie sich mit dem Gedanken tr&auml;gt, aus Serbien wegzugehen. &bdquo;Ob ich es tats&auml;chlich realisiere, wei&szlig; ich noch nicht. Aber ich bin auf dem Weg, mal sehen. Vielleicht werde ich am Anfang noch nicht als Krankenschwester arbeiten, sondern etwas weniger Qualifiziertes machen. Aber wenn ich dann die Sprache besser kann, dann kann ich sicher auch in meinem Beruf arbeiten.&ldquo;<br>\nSne&#382;ana h&ouml;rt mit gemischten Gef&uuml;hlen zu. Sie versteht, wenn jemand woanders ein besseres Leben sucht. &bdquo;Aber es gehen einfach immer mehr, letztes Jahr waren es mindestens zehn meiner Kollegen. Und jetzt arbeiten sie in Deutschland und fehlen hier. Manchmal gibt es richtige Wellen: Die Leute fangen, an die Sprache zu lernen, organisieren sich, und dann zieht eine Kollegin die andere nach.&ldquo;<br>\nKrankenschwestern, Pfleger und &Auml;rzte zieht es ins Ausland<br>\nEs gibt keine offiziellen Statistiken, aber Sch&auml;tzungen zufolge verlassen jedes Jahr bis zu 1.000 ausgebildete Krankenschwestern, Pfleger und &Auml;rzte das Land. &bdquo;Innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre sind bei uns vielleicht 100 Leute weggegangen. Und das ist nicht wenig in einem Krankenhaus mit 1.000 Mitarbeitern. Es gab eine Gehaltserh&ouml;hung von 15 Prozent, das hei&szlig;t, wir bekommen jetzt 500 statt 450 Euro. Na super. Mit 50 Euro kannst du selbst hier nicht viel machen. Ich wei&szlig; wirklich nicht, wie der Staat die Leute halten will, solange die Geh&auml;lter so niedrig sind.&ldquo;<br>\nAndere Krankenh&auml;user verlieren sogar noch mehr Leute als wir, sagt Jasna. Ja, best&auml;tigt Sne&#382;ana, und es gibt noch einen neuen Trend: &bdquo;Es gehen nicht mehr nur die jungen, sondern auch Kolleginnen und Kollegen, die schon 45 oder 50 Jahre alt sind. Sie sagen, dass es ihnen reicht und fangen an, Deutsch zu lernen. Weil sie noch einmal 15 Jahre leben und arbeiten wollen, ohne dauernd daran zu denken, wie sie ihre Rechnungen bezahlen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/billiglohnland-serbien-marodes-gesundheitssystem.795.de.html?dram:article_id=473944\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die Preisfrage<\/strong><br>\nAm Abend gibt es Applaus. In vielen Stra&szlig;en Deutschlands &ouml;ffnen Menschen ihre Fenster. Sie klatschen, pfeifen, rufen enthusiastisch &ldquo;danke!&rdquo; Das gilt allen, die w&auml;hrend der Coronakrise das Land am Laufen halten. Dazu geh&ouml;rt Pflegepersonal, das seit Wochen in Krankenh&auml;usern und Altenheimen die eigene Gesundheit riskiert, um die Ausbreitung der Pandemie einzud&auml;mmen.<br>\nApplaus, sagen Pflegekr&auml;fte seit Wochen, ist aber nicht genug. Sie erfahren in dieser Krise auf einmal etwas, das sie nicht kennen: Aufmerksamkeit. Darin k&ouml;nnte die Chance liegen, etwas zu ver&auml;ndern. Die Pflegekr&auml;fte haben eine Petition an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gerichtet, mehr als 380.000 Menschen haben bislang unterzeichnet.<br>\nGefordert wird eine &ldquo;staatlich finanzierte Lohnzulage f&uuml;r alle, die dieser Situation standhalten&rdquo; sowie &ldquo;eine sofortige Zusage &uuml;ber deutliche Lohnsteigerungen f&uuml;r Pflegefachkr&auml;fte, die bei einem Einstiegsgehalt von 4000 Euro liegen muss.&rdquo; Die Refinanzierung k&ouml;nne sich Spahn ja f&uuml;r die Zeit nach der Krise aufheben. Der Minister hat bislang nicht auf die Petition reagiert. [&hellip;]<br>\nUnd so fehlen Deutschland zurzeit nicht Intensivbetten, sondern Pflegekr&auml;fte, die sich um Intensivpatienten k&uuml;mmern. Und es mangelt an Fachkr&auml;ften, die in Heimen Pflegebed&uuml;rftige betreuen, die in die Einrichtungen kommen, weil die ambulante Pflege nach und nach zusammenbricht. Der Mangel an Pflegepersonal ist das Ergebnis vieler falscher Entscheidungen in der deutschen Gesundheitspolitik der vergangenen Jahre &ndash; und auch Folge der schlechten Bezahlung.<br>\nSeit etlichen Jahren nimmt der Fachkr&auml;ftemangel in der Pflege zu. Ganze Generationen von Gesundheitspolitikern haben schon versucht, den Beruf attraktiver zu machen. Gesundheitsminister Spahn hat zuletzt gemeinsam mit Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ein Gesetz zu Lohnuntergrenzen und einem verbindlichen Tarif in der Altenpflege angesto&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/coronakrise-mehr-geld-fuer-pflegekraefte-wer-soll-das-bezahlen-a-c4f9355d-3b07-4804-9797-c2f7a5bfb040\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Kaum drei Wochen akute Coronakrise, und schon f&auml;llt dem SPIEGEL was auf: &ldquo;Der Mangel an Pflegepersonal ist das Ergebnis vieler falscher Entscheidungen in der deutschen Gesundheitspolitik der vergangenen Jahre &ndash; und auch Folge der schlechten Bezahlung.&rdquo; Zu den anderen Faktoren d&uuml;rften die schlimmen Arbeitsbedingungen z&auml;hlen: &ldquo;In der Krise werden die Besch&auml;ftigten perspektivisch also mehr Patienten betreuen m&uuml;ssen als bislang.&rdquo; &ndash; und wie wir alle wissen, war &ldquo;bislang&rdquo; der Betreuungsschl&uuml;ssel schon unterirdisch. Man hat hier also, wie mit wenig Nachdenken erkannt werden kann, zwei Stellschrauben, um den Fachkr&auml;ftemangel wenigstens zum gr&ouml;&szlig;ten Teil zu beheben: den Personalschl&uuml;ssel (das Verh&auml;ltnis von Pflegenden zu Anzahl der Patienten) sowie die Bezahlung. Simpel genug, dazu sind keine tiefen Kenntnisse der Quantenphysik notwendig, das alles ist seit mindestens 10 Jahren Allgemeingut, und doch haben laut SPIEGEL &ldquo;Generationen von Gesundheitspolitikern [&hellip;] versucht, den Beruf attraktiver zu machen&rdquo; &ndash; offenbar eben nur vorgeblich und mit der klaren Absicht, die schlimmen Verh&auml;ltnisse gerade *nicht* zum Positiven zu wenden, weil die Arbeitgeber &uuml;ber h&ouml;here &ldquo;Lohnnebenkosten&rdquo; klagen und die Politik &uuml;ber den Verlust an Wettbewerbsf&auml;higkeit. Diese Politik, Pflegekr&auml;fte und Patienten zu qu&auml;len, ist Vorsatz. Und so hat auch &ldquo;[Spahn bislang keine] finanzielle[n] Anreize f&uuml;r Arbeit in der Pflege [&hellip;] geschaffen&rdquo;, sondern schwafelt davon, den Pflegekr&auml;ften f&uuml;r ihre &ldquo;gro&szlig;artige&rdquo; Leistung &ldquo;noch mal eine besondere Anerkennung zu geben&rdquo;; wahrscheinlich denkt er an einen Schokohasen zu Ostern. Unmenschlich und unterirdisch, und so was will &ndash; zugegeben, in guter Tradition &ndash; Vorsitzender einer Partei mit dem C im Namen werden. Hauptsache, die Dividenrenditen bleiben hoch, nicht wahr? Denn an den Arbeitnehmern liegt es nicht, von denen laut Artikel 75 Prozent bereit w&auml;ren, f&uuml;r bessere Pflege mehr zu bezahlen, falls notwendig.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Es gilt jetzt, steigende Jugendarbeitslosigkeit zu verhindern<\/strong><br>\nIn einem offenen Brief fordern junge Menschen aus ganz Europa Solidarit&auml;t mit finanziell schw&auml;cheren Staaten. Sie w&uuml;nschen sich, dass bald die sogenannten Corona-Bonds kommen. &hellip; Nach der Euro- und Finanzkrise waren die Hilfen mit Bedingungen verkn&uuml;pft. Das hat dazu gef&uuml;hrt, dass manche L&auml;nder massiv sparen mussten. &hellip; Der ESM wird in vielen L&auml;ndern mit den harten Konditionen w&auml;hrend der Eurokrise in Verbindung gebracht. Viele aus unserer Gruppe waren au&szlig;erdem kritisch, weil sich beim ESM einzelne L&auml;nder verschulden. Sie haben dann eine h&ouml;here Individualverschuldung und das wirkt sich langfristig fatal aus. Dem wollen wir durch eine gemeinschaftliche Haftung vorbeugen.<br>\n&hellip;.  Schnelle, unkomplizierte und vor allem solidarische Finanzhilfe f&uuml;r die Staaten, die das jetzt dringend brauchen: Das w&uuml;nscht sich eine Initiative aus jungen Menschen aus ganz Europa. Einer von ihnen ist Henri Schneider. Der 25-J&auml;hrige hat VWL im Bachelor studiert und lebt derzeit in D&uuml;sseldorf. Er ist Teil des Netzwerks &bdquo;Rethinking Economics&ldquo;, einer Initiative bestehend aus Studierenden und Wissenschaftler*innen. Henri ist auch einer von 15 jungen Menschen, die sich jetzt in einem offenen Brief an die Finanzminister*innen der EU wenden. Sie w&uuml;nschen sich, dass bald die sogenannten Corona-Bonds kommen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jetzt.de\/politik\/corona-bonds-offener-brief-fordert-europaeische-solidaritaet\">jetzt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist weder funktional noch gerecht<\/strong><br>\nDie Diskussion um die Klimafeindlichkeit grenzenlosen Wirtschaftswachstums und die Digitalisierung der Arbeitswelt hatten bereits in den vergangenen Jahren dem Ruf nach der Einf&uuml;hrung eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) in vielen EU-Mitgliedstaaten R&uuml;ckenwind verschafft. Auch zur Abfederung sozialer Notlagen infolge der &ouml;konomischen Effekte der Corona-Krise gilt vielen ein BGE als eine L&ouml;sung. Tats&auml;chlich wurden in Deutschland die Zugangsbedingungen zur Grundsicherung f&uuml;r Arbeitslose f&uuml;r Selbstst&auml;ndige gelockert &ndash; eine vern&uuml;nftige Vorgehensweise, um einen zielgenauen Einsatz der Mittel zu erm&ouml;glichen. Ein allgemeines bedingungsloses Grundeinkommen w&uuml;rde unsere gegenw&auml;rtigen Probleme allerdings nicht l&ouml;sen, sondern eher versch&auml;rfen. (&hellip;)<br>\nEin bedingungsloses Grundeinkommen geht nicht nur an den normativen Erwartungen unserer sozialen Marktwirtschaft vorbei, sondern erweist sich f&uuml;r die tats&auml;chlichen Probleme, die seine Verfechter*innen damit l&ouml;sen m&ouml;chten, als nicht funktional. Arbeitslose, Personen in Elternzeit oder Weiterbildung sind in einer Phase der Erwerbsunterbrechung vor allem an einer Lebensstandardsicherung interessiert, und Langzeitarbeitslosen oder gering Verdienenden ist mit substanziellen Unterst&uuml;tzungsangeboten und der Regulierung der Arbeitsverh&auml;ltnisse durch kollektive und individuelle Rechte besser und vor allem nachhaltiger gedient als mit einer pauschalierten, relativ niedrigen Sozialleistung. Weil Menschen unterschiedliche Voraussetzungen und Bedarfe mitbringen, ist eine finanzielle Einheitsleistung au&szlig;erdem zutiefst ungerecht, eben weil die Chancen, sich (wieder) eine g&uuml;nstigere Lebenslage zu erarbeiten, sehr ungleich verteilt sind.<br>\nNichtsdestotrotz verliert das deutsche sozialstaatliche Arrangement dort an Legitimit&auml;t, wo die institutionellen Strukturen erodieren und damit ihre Sicherungsfunktion geschw&auml;cht wird, wo bestimmte Verhaltensweisen erzwungen werden oder wo Leistungen nicht armutssicher ausgestaltet sind. Die Einf&uuml;hrung eines BGEs w&uuml;rde jedoch aufgrund der Ressourcenkonkurrenz oder politischer Delegitimierung substanziellerer Hilfeangebote die Erosion der sozialstaatlichen Institutionen zus&auml;tzlich beschleunigen und ihre Schutzfunktion endg&uuml;ltig untergraben. Im Gegenzug ist daher angeraten, bestehende Institutionen &ndash; auch gerade solche, die auf kollektiven sozialen Rechten beruhen und Quelle gesellschaftlicher Solidarit&auml;t sind, wie etwa die Sozialversicherungen oder die Tarifpolitik &ndash; so zu st&auml;rken, dass diese wieder kraftvoller und inklusiver werden. Solange die Erwerbsarbeit die Quelle der Produktivit&auml;t und der Wertsch&ouml;pfung ist, muss auch die sozialpolitische Regulierung daran ansetzen und von vornherein f&uuml;r eine gerechte Verteilung, die Regulierung der Arbeitsverh&auml;ltnisse und die Handlungsf&auml;higkeit kollektiver Akteure sorgen. In diesem Sinne w&auml;re der dringendste Schritt, die Instrumente der Arbeitnehmerseite zur Durchsetzung ihrer Interessen wieder machtvoll auszugestalten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/awblog.at\/bedingungsloses-grundeinkommen-weder-funktional-noch-gerecht\/\">A&amp;W blog<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die NachDenkSeiten haben sich mehrfach und kritisch mit dem &ldquo;bedingungslosen Grundeinkommen&rdquo; auseinandergesetzt. Bitte lesen Sie hierzu z.B. auch:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46469\">Eine illusion&auml;re Forderung und keine soziale Alternative &ndash; Gewerkschaftliche Argumente gegen das Grundeinkommen<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2364\">Christoph Butterwegge: Argumente gegen das bedingungslose Grundeinkommen<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1941\">&bdquo;Das unbedingte und universelle Grundeinkommen stellt keine realistische Alternative zur Reform des deutschen Sozialstaats dar.<\/a><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Coronavirus vs. the Mass Surveillance State: Which Poses the Greater Threat?<\/strong><br>\nEmboldened by the citizenry&rsquo;s inattention and willingness to tolerate its abuses, the government has weaponized one national crisis after another in order to expands its powers.<br>\nThe war on terror, the war on drugs, the war on illegal immigration, asset forfeiture schemes, road safety schemes, school safety schemes, eminent domain: all of these programs started out as legitimate responses to pressing concerns and have since become weapons of compliance and control in the police state&rsquo;s hands.<br>\nIt doesn&rsquo;t even matter what the nature of the crisis might be&mdash;civil unrest, the national emergencies, &ldquo;unforeseen economic collapse, loss of functioning political and legal order, purposeful domestic resistance or insurgency, pervasive public health emergencies, and catastrophic natural and human disasters&rdquo;&mdash;as long as it allows the government to justify all manner of government tyranny in the so-called name of national security.<br>\nNow we find ourselves on the brink of a possible coronavirus contagion.<br>\nI&rsquo;ll leave the media and the medical community to speculate about the impact the coronavirus will have on the nation&rsquo;s health, but how will the government&rsquo;s War on the Coronavirus impact our freedoms?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.counterpunch.org\/2020\/03\/12\/coronavirus-vs-the-mass-surveillance-state-which-poses-the-greater-threat\/\">counterpunch<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Heult leise!<\/strong><br>\nSoweit wir nicht in &ldquo;systemrelevanten&rdquo; Berufen arbeiten, wird von uns in dieser &ldquo;gr&ouml;&szlig;ten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg&rdquo;, wie es die Kanzlerin nannte, gerade recht wenig verlangt. Zu Hause bleiben. H&auml;nde waschen. Kein Klopapier hamstern. Die Kinder im Zaum halten. Nicht durchdrehen. Machbar, oder?<br>\nKlar, mit den Kindern ist es gerade schwierig. T&auml;gliches Homeoffice plus Ersatzkita\/Ersatzschule in einer Wohnung, das ist Stress. Trotzdem m&ouml;chte ich manchmal sagen: Bitte nicht jammern oder beschweren. Heult leise.<br>\nJammern d&uuml;rfen gerade, in nicht vollst&auml;ndiger Aufz&auml;hlung: Restaurantbesitzer ohne G&auml;ste. Friseure ohne Kunden. Kleink&uuml;nstler ohne Auftritte. Soziale Hilfsprojekte ohne Helfer. Ladenbesitzer, die nicht wissen: &ldquo;Wie zahle ich die n&auml;chste Miete?&rdquo; Krankenschwestern, Krankenpfleger, &Auml;rzte im Dauerstress. Verk&auml;uferinnen im Supermarkt, t&auml;glich virenumweht. Menschen in existenziellen N&ouml;ten.<br>\nF&uuml;r uns andere gilt: Einfach mal Klappe halten. Corona-Beschwerdepause.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/gesundheit\/psychologie\/corona-krise-und-die-mittelschicht-heult-leise-a-f1d38ade-7a97-4e0c-9499-955560dd83b2\">Spiegel<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-60000","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60000","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=60000"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60000\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60003,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60000\/revisions\/60003"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=60000"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=60000"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=60000"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}