{"id":60038,"date":"2020-04-08T09:00:40","date_gmt":"2020-04-08T07:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60038"},"modified":"2020-04-08T14:31:40","modified_gmt":"2020-04-08T12:31:40","slug":"die-wildwest-jagd-der-usa-auf-die-regierung-nicolas-maduro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60038","title":{"rendered":"Die Wildwest-Jagd der USA auf die Regierung Nicol\u00e1s Maduro"},"content":{"rendered":"<p>In weniger als einer Woche verwandelten die USA sich in das Epizentrum der weltweiten Corona-Pandemie. Hauptgrund f&uuml;r die exponentielle Verbreitung des COVID-19 war das erratische Vorgehen von Pr&auml;sident Donald Trump, von der anf&auml;nglichen Bagatellisierung bis zur viel zu sp&auml;ten Umkehrung und dem konfusen Krisen-Management. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7554\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-60038-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200408_Die_Wildwest_Jagd_der_USA_auf_die_Regierung_Nicolas_Maduro_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200408_Die_Wildwest_Jagd_der_USA_auf_die_Regierung_Nicolas_Maduro_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200408_Die_Wildwest_Jagd_der_USA_auf_die_Regierung_Nicolas_Maduro_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200408_Die_Wildwest_Jagd_der_USA_auf_die_Regierung_Nicolas_Maduro_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=60038-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200408_Die_Wildwest_Jagd_der_USA_auf_die_Regierung_Nicolas_Maduro_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200408_Die_Wildwest_Jagd_der_USA_auf_die_Regierung_Nicolas_Maduro_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Der private TV-Sender CNN beschuldigte Trump bereits im M&auml;rz, <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2020\/03\/22\/politics\/fact-check-trump-coronavirus-false-claims-march\/index.html\">33 falsche Angaben<\/a> zur inl&auml;ndischen Corona-Krise gemacht zu haben. Somit war zwischen Ende M&auml;rz und Anfang April die Zahl der Virus-Infizierten auf &uuml;ber 215.000 und die der Todesopfer auf mehr als 4.500 Menschen in unkontrollierbare H&ouml;he geschossen. Doch ist dies die offizielle Statistik, der seit Ausbruch der Seuche wie in den meisten L&auml;ndern nicht getraut wird. Die konservative Wochenzeitschrift <em>The Atlantic<\/em> <a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/technology\/archive\/2020\/03\/how-many-americans-really-have-coronavirus\/607348\/\">warnte bereits Anfang M&auml;rz<\/a>, dass die tats&auml;chliche Infektionsrate um ein Vielfaches h&ouml;her liegen m&uuml;sse.<\/p><p>Kritisiert wurde das Testverfahren der Centers for Disease Control and Prevention (Zentren f&uuml;r die Krankheiten-Vorbeugung und Kontrolle), die sich ausschlie&szlig;lich auf Reisende konzentrierten, anstatt horizontale Massen-Tests durchzuf&uuml;hren. Die Folge: 50 Prozent mehr Todesf&auml;lle als in China, einem Land mit der sechsfachen Bev&ouml;lkerungszahl der USA. Mittlerweile bilanzieren die Vereinigten Staaten erschreckende Zahlen bei der Ausbreitung der Pandemie. Sie z&auml;hlen etwa 22 Prozent der weltweit Infizierten und 10 Prozent der Todesf&auml;lle. Pr&auml;sident Donald Trump sorgte f&uuml;r Entr&uuml;stung, als er ungeniert die Anzahl der zu erwartenden Todesopfer <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/1581cbdb-c47e-3073-b629-017397a981e5\">bis auf 240.000 Menschen sch&auml;tzte<\/a> &ndash; bildlich ausgedr&uuml;ckt, die Ausradierung einer mittelgro&szlig;en Stadt.<\/p><p><strong>Bolsonaro, Trumps knief&auml;lliger Knappe<\/strong><\/p><p>Als nun weltweit die Bedrohlichkeit der Lage erkannt und angemessene und wirksame Ma&szlig;nahmen zur Eind&auml;mmung der Pandemie im Lichte internationaler Gesundheitsvorschriften ergriffen wurden, vernachl&auml;ssigte Trump auf verantwortungslose Weise sein Krisenmanagement, das im Handumdrehen den genozidal anmutenden brasilianischen Pr&auml;sidenten Jair Bolsonaro inspirierte. W&auml;re &bdquo;genozidal&ldquo; etwa ein &uuml;bertriebenes Adjektiv? Mitnichten. Seit dem Ausbruch der Seuche in Brasilien verletzt der selbst unter Infizierungsverdacht stehende Staatschef systematisch die Gesundheitsvorschriften, mischt sich unters Volk, macht sich &uuml;ber die Pandemie <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=C5C10V6zUec\">mit der unverantwortlichen Bezeichnung einer &bdquo;mickrigen Grippe&ldquo;<\/a> lustig, attackiert die Weltgesundheits-Organisation (WHO) und einheimische Wissenschaftler und ruft die Brasilianer zum Ungehorsam gegen&uuml;ber der vom eigenen Gesundheitsminister erlassenen Quarant&auml;ne auf.<\/p><p>W&auml;hrend die Pandemie in den USA voraussichtlich ab dem 15. April ihren kritischen H&ouml;hepunkt erreichen und der nationale Ausnahmezustand ausgerufen werden k&ouml;nnte, sind die Entwicklungs-Aussichten der Pandemie in Brasilien alles andere als unbedenklich. Laut <a href=\"https:\/\/g1.globo.com\/bemestar\/coronavirus\/noticia\/2020\/04\/01\/diretor-executivo-da-oms-diz-que-sistemas-de-saude-vao-receber-pancada-com-a-covid-19-e-pede-seriedade.ghtml\">Bericht der WHO vom 1. April<\/a> vereinigt Brasilien inzwischen rund 26 Prozent der Corona-Infizierten und nahezu 36 Prozent der Virus-Todesf&auml;lle in Lateinamerika auf sich. Zur eigentlichen Seuche paarte sich allerdings ein ideologisches Virus, n&auml;mlich indem Bolsonaro die Pandemie zu einer gef&auml;hrlichen politischen und institutionellen Krise hochgeschaukelt hat. Die demokratische Opposition fordert daher seine Amtsenthebung und gar seine Inhaftierung. Altpr&auml;sident <a href=\"https:\/\/www.brasil247.com\/poder\/lula-defende-radicalizacao-do-discurso-e-fala-em-impeachment-ou-muda-ou-sai-da-presidencia\">Luis In&aacute;cio Lula da Silva redete Tacheles<\/a> in einer landesweit ausgestrahlten Pressekonferenz vom 1. April: &bdquo;Entweder er &auml;ndert seinen Kurs oder er nimmt seinen Hut!&ldquo;.<\/p><p><strong>Das Dinner zur Kriegsvorbereitung gegen Venezuela<\/strong><\/p><p>Trotz der chaotischen Zust&auml;nde, an denen Trump und Bolsonaro in ihren L&auml;ndern gebastelt haben, versucht der US-Pr&auml;sident von den negativen Schlagzeilen und der sich anbahnenden Virus-Trag&ouml;die mit der Androhung eines neuen Angriffs auf Venezuela abzulenken. Und zog dazu seinen unterw&uuml;rfigen Knappen Jair Bolsonaro an Bord der Kriegs-Armada. Eine  Bezeichnung, die keineswegs metaphorisch gemeint ist, nachdem am Nachmittag des 1. April ein Geschwader der US-Marine demonstrativ <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/mundo\/noticias-america-latina-52129410\">Kurs auf die K&uuml;ste Venezuelas<\/a> nahm. Der l&auml;cherlich anmutende Anlass dazu sei die &bdquo;Bek&auml;mpfung des Drogenschmuggels aus Venezuela in die USA&ldquo;. Doch Drogenbek&auml;mpfung mit der Kriegsmarine?<\/p><p>Die Unterstellung, der venezolanische <em>Chavismo<\/em> stecke mit der kolumbianischen Narco-Szene und &bdquo;Terroristen&ldquo; unter einer Decke, hat eine lange und langatmige Vorgeschichte, die wetterwendisch neu aufgew&auml;rmt wird. Aber mitten in der Corona-Epidemie? Nein, ausgekochter: mit der propagandistischen Ausbeutung der Katastrophe.<\/p><p>Am 5. M&auml;rz rief das Bolsonaro-Regime <a href=\"https:\/\/noticias.uol.com.br\/colunas\/jamil-chade\/2020\/03\/05\/itamaraty-remove-diplomatas-brasileiros-de-caracas.htm\">seine Diplomaten aus Venezuela zur&uuml;ck<\/a>, forderte die Regierung Nicol&aacute;s Maduro dazu auf, seine Vertreter aus Brasilien zur&uuml;ckzuziehen, und verlangte, Pr&auml;sident Maduro solle sein Amt niederlegen. Dem war Mitte November 2019 als nackte Provokation ein bewaffneter &Uuml;berfall auf die Botschaft Venezuelas in Brasilia <a href=\"https:\/\/noticias.uol.com.br\/colunas\/jamil-chade\/2019\/11\/13\/eduardo-bolsonaro-gera-indignacao-e-panico-na-diplomacia-brasileira.htm\">unter Beteiligung von Bolsonaros Sohn<\/a> &ndash; dem Abgeordneten Eduardo Bolsonaro &ndash; vorausgegangen.<\/p><p>Zwei Tage nach dem Abzug der brasilianischen Diplomaten aus Caracas traf Jair Bolsonaro am 7. M&auml;rz mit einer vielz&auml;hligen Entourage auf dem luxuri&ouml;sen Trump-Resort Mar-a-Lago in Palm Beach zum Dinner ein, stattete jedoch auch dem Sitz des Southern-Command der US-Streitkr&auml;fte einen Besuch ab. Bei der Gelegenheit unterzeichneten die Regierungen Donald Trump und Jair Bolsonaro ein Milit&auml;rabkommen, das von der Tageszeitung <em>Folha de S. Paulo<\/em> als &bdquo;beispiellos&ldquo; bezeichnet wurde, weil es dazu beitragen k&ouml;nnte, den gr&ouml;&szlig;ten Waffenmarkt der Welt f&uuml;r die heimische Industrie zu &ouml;ffnen. Kernpunkt des 96 Milliarden US-Dollar schweren Abkommens ist der Zugang Brasiliens zum NATO-System RDT &amp; E (englisches Akronym f&uuml;r Forschung, Entwicklung, Test und Bewertung). Mit der zus&auml;tzlichen <a href=\"https:\/\/www1.folha.uol.com.br\/internacional\/en\/world\/2020\/03\/brazil-and-united-states-sign-unprecedented-military-agreement.shtml\">Aussicht auf eine NATO-Assoziierung Brasiliens<\/a>, f&uuml;r dessen Akzeptanz, so Trump, allerdings &bdquo;mit einer Menge Leute viel geredet werden muss&ldquo;.<\/p><p>Als brasilianisches Entgegenkommen forderte Donald Trump am Rande dieses Dinners Bolsonaro dazu auf, <a href=\"https:\/\/nypost.com\/2020\/03\/07\/trump-tries-to-get-brazil-president-jair-bolsonaro-on-board-with-his-venezuela-plans\/\">auf sein Kriegsboot gegen Venezuela zu steigen<\/a>. &bdquo;Es besteht die M&ouml;glichkeit, dass dies (Anm.: der gesamtamerikanische Kontinent) die erste v&ouml;llig freie und demokratische Hemisph&auml;re in der Geschichte der Menschheit wird &ndash; es ist Teil der Trump-Doktrin&rdquo;, erkl&auml;rte ein hochrangiger US-Beamter.<\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich war der brasilianische Staatschef zutiefst angetan von der scheinbaren Ehrung und verordnete nach seiner R&uuml;ckkehr aus den USA am 16. M&auml;rz die <a href=\"https:\/\/agenciabrasil.ebc.com.br\/politica\/noticia\/2020-03\/bolsonaro-fala-em-fechamento-parcial-da-fronteira-com-a-venezuela\">Grenz-Schlie&szlig;ung zu Venezuela<\/a>. Zehn Tage sp&auml;ter setzte die US-Regierung <a href=\"https:\/\/www.infobae.com\/america\/venezuela\/2020\/03\/26\/eeuu-advirtio-que-el-avance-del-coronavirus-en-venezuela-representa-un-peligro-para-la-region\/\">noch einen drauf<\/a>: &bdquo;Die Ausbreitung des Corona-Virus bedrohe die gesamte Region&ldquo;. Eine von l&auml;cherlich bis zynisch t&ouml;nende Unterstellung, z&auml;hlte Venezuela nach offiziellen Angaben gerade mal 100 (Stand am 2. April: 144) Infizierte, w&auml;hrend die tats&auml;chliche Gefahr von Trumps USA mit seiner 1.300-fachen Anzahl Infizierter im Vergleich mit Venezuela ausgeht.<\/p><p>Trumps geplanter Milit&auml;rschlag gegen Venezuela sollte allem Anschein nach in den Tagen nach dem Mar-a-Lago-Treffen mit Bolsonaro befohlen werden. Der Termin des Angriffsplans musste allerdings aufgeschoben werden, in den USA w&uuml;tete die Coronavirus-Pandemie in inzwischen ungeahntem Ausma&szlig;. Doch das Narrativ von der Virus-Bedrohung wurde selbst von konservativen US-Medien als Scharlatanerie durchschaut. Also brauchte es einer Anreicherung und so mixten CIA und State Department im Auftrag des Wei&szlig;en Hauses einen neuen Cocktail aus Covid-19 und Kokain.<\/p><p><strong>Die Legende vom &bdquo;Narco-Regime&ldquo; und die Jagd auf Venezuelas Regierung<\/strong><\/p><p>Am 26. M&auml;rz war der ungenie&szlig;bare Mix medial aufbereitet. Mit der Beschuldigung, er sei F&uuml;hrer des &bdquo;Drogen-Terrorismus&ldquo;, erhob das US-Justizministerium Strafanzeige gegen Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduro und dreizehn andere Regierungsbeamte. Mike Pompeos State Department beeilte sich, eine Belohnung von bis zu 15 Millionen US-Dollar f&uuml;r &bdquo;Hinweise&ldquo; auf den Verbleib der Angeklagten auszusetzen. Die Washingtoner Legende besagt, f&uuml;hrende K&ouml;pfe des regierenden Chavismo sind nicht nur in den weltweiten Kokainhandel involviert, sondern <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/maduro-venezuela-usa-anklage-drogenhandel-1.4859008\">kooperieren obendrein mit Terroristen<\/a>.<\/p><p>Indes sind die &bdquo;Terrorismus&ldquo;- und &bdquo;Drogenhandel&ldquo;-Vorw&uuml;rfe alte H&uuml;te. Sie wurden vor nahezu zwanzig Jahren gegen den damals regierenden Pr&auml;sidenten Hugo Ch&aacute;vez erhoben, der mit der damaligen FARC-Guerilla den Plan ausget&uuml;ftelt haben soll, &bdquo;die USA mit Drogen zu &uuml;berfluten&ldquo;. Dem notorisch schwatzhaften Stil Ch&aacute;vez&lsquo; ist ein solcher Satz durchaus zuzutrauen gewesen, doch tun sich Berge zwischen der Behauptung der US-Staatsanwaltschaft und den realen Umst&auml;nden auf. Das <em>Wall Street Journal<\/em> <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/articles\/venezuelas-hugo-chavez-worked-to-flood-u-s-with-cocaine-u-s-prosecutors-say-11568557780\">behauptete im September 2019<\/a>, im Besitz von Beweismaterialien zu sein.<\/p><p>Allerdings handelt es sich dabei um Unterlagen, die von der Bundesanwaltschaft des Distrikts New York S&uuml;d erstellt wurden und auf Mutma&szlig;ungen ehemaliger hochrangiger Funktion&auml;re aus Ch&aacute;vez&lsquo; Regierungszeit &ndash; wie dem nach Spanien exilierten, inzwischen jedoch fl&uuml;chtigen, ehemaligen Geheimdienstchef und Maduro-Gegenspieler General Hugo Carvajal &ndash; beruhen. Carvajal hatte, wie zuvor andere in die USA exilierte venezolanische Milit&auml;rs, ein Kronzeugen-Abkommen im Austausch f&uuml;r Strafma&szlig;reduzierung angeboten, wurde jedoch nicht von Spanien ausgeliefert und gilt als &bdquo;verschwunden&ldquo;.<\/p><p>Seri&ouml;se Recherchen und Fact-Checking des angesehenen US-Anwaltsb&uuml;ros f&uuml;r Menschenrechte in Lateinamerika (WOLA) bescheinigen den US-Beh&ouml;rden jedoch <a href=\"https:\/\/www.wola.org\/analysis\/beyond-the-narco-state-narrative-what-u-s-drug-trade-monitoring-data-says-about-venezuela\/\">freche F&auml;lschung<\/a>. In dem 20 Seiten umfassenden <a href=\"https:\/\/www.wola.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Narcostate-Venezuela-Drug-Trafficking-Ramsey-Smilde.pdf\">WOLA-Gutachten<\/a> &ldquo;Beyond the Narcostate Narrative: What U.S. Drug Trade Monitoring Data Says About Venezuela&ldquo; werden zwar die politischen Zust&auml;nde aus liberaler Sichtweise kritisiert. &bdquo;Venezuelas staatliche Institutionen haben sich verschlechtert und dem Land fehlt ein unparteiisches, transparentes oder sogar funktionierendes Justizsystem. In diesem Umfeld haben sich bewaffnete Gruppen und organisierte kriminelle Strukturen, einschlie&szlig;lich Drogenhandels-Gruppen, gut entwickelt&ldquo;.<\/p><p>Doch die Angaben, auf die sich die US-Regierung st&uuml;tze, &bdquo;deuten darauf hin, dass Venezuela trotz dieser Herausforderungen kein prim&auml;res Transitland f&uuml;r Kokain in die USA ist. Die Politik der USA gegen&uuml;ber Venezuela sollte auf einem realistischen Verst&auml;ndnis des transnationalen Drogenhandels beruhen&ldquo;, fordern die US-Anw&auml;lte und gehen &uuml;ber zu den Fakten.<\/p><p>&bdquo;J&uuml;ngste Daten aus der US-amerikanischen Interagency Consolidated Counterdrug Database (CCDB) besagen, dass im Jahr 2018 210 Tonnen Kokain durch Venezuela gelangten. Zum Vergleich: Das Au&szlig;enministerium berichtet, dass im selben Jahr mehr als sechsmal so viel Kokain (1.400 Tonnen) durch Guatemala gelangte. Nach diesen Angaben der US-&Uuml;berwachungsbeh&ouml;rden ist die Menge an Kokain, die von Kolumbien &uuml;ber Venezuela gehandelt wird, erheblich, aber es ist ein Bruchteil des Kokains, das durch andere Transitl&auml;nder gelangt. Rund 90 Prozent des gesamten in die USA gelangten Kokains werden auf den Strecken der Westkaribik und des Ostpazifiks gehandelt, nicht &uuml;ber die ostkaribischen Meere Venezuelas&ldquo;, warnt die Studie und dokumentiert aufschlussreiche Einzelheiten.<\/p><p>&bdquo;Im Zeitraum von 2012 bis 2017 gab es einen Anstieg der Kokainfl&uuml;sse durch Venezuela, aber dieser Anstieg entspricht einem Anstieg der Kokainproduktion in Kolumbien w&auml;hrend dieser Zeit. CCDB-Daten deuten darauf hin, dass die Menge des durch Kolumbien gehandelten Kokains von 918 Tonnen im Jahr 2012 auf 2.478 Tonnen im Jahr 2017 (ein Anstieg von 269 Prozent) und von 159 auf 249 Tonnen in Venezuela im selben Zeitraum (ein Anstieg von 156 Prozent) gestiegen ist. Als der Kokainhandel in Kolumbien nach 2017 leicht zur&uuml;ckging, gingen auch die Kokainfl&uuml;sse in Venezuela zur&uuml;ck&ldquo;.<\/p><p>&bdquo;Die US-amerikanischen CCDB-Daten zeigen ferner, dass die Kokainfl&uuml;sse durch Venezuela seit ihrem H&ouml;hepunkt im Jahr 2017 zur&uuml;ckgegangen sind. Laut CCDB-Daten ging die durch Venezuela flie&szlig;ende Kokainmenge von 2017 bis 2018 um 13 Prozent zur&uuml;ck und schien bis Mitte 2019 weiter leicht zu sinken&ldquo;, konfrontiert die Studie die US-Regierung mit ihren eigenen Daten und fordert: &bdquo;Ein friedlicher, ausgehandelter und geordneter &Uuml;bergang bietet die besten Chancen, die erforderlichen Reformen zur Bek&auml;mpfung der organisierten Kriminalit&auml;t, des Drogenhandels und der Korruption in Venezuela zuzulassen. Der Milit&auml;rputsch 2009 und die daraus resultierenden Turbulenzen in Honduras sind eine historische Warnung f&uuml;r US-Politiker, die Interventionen oder Zusammenbr&uuml;che als den besten Weg f&uuml;r eine R&uuml;ckkehr zur Demokratie in Venezuela ansehen&ldquo;.<\/p><p><strong>Juan Guaid&oacute; und die Gunst der Corona-Stunde: die Aufstellung terroristischer Milizen<\/strong><\/p><p>&bdquo;Es ist an der Zeit, eine nationale Notstandsregierung zu bilden, um Venezuela vor einer humanit&auml;ren Katastrophe zu retten&rdquo;, verk&uuml;ndete der selbsternannte &bdquo;Pr&auml;sident&ldquo; Juan Guaid&oacute; <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=gnBCNGRQgBE\">in einem via Internet verbreiteten Video<\/a> zur angeblichen Bek&auml;mpfung der Pandemie. In dem Video wiederholte Guaid&oacute; die Chim&auml;re Donald Trumps. &bdquo;Venezuela kann zum Land mit der h&ouml;chsten Anzahl an Infizierten und Toten in der Region werden&rdquo;, manipulierte der von den USA mit Millionen US-Dollars finanzierte Regime Changer seine Mitl&auml;ufer mit Panikmache. &bdquo;Die Covid-19-Pandemie wird die Lage in Venezuela erheblich verschlechtern, und &hellip; die Diktatur wird sie niemals anerkennen, sie wird versuchen, die Daten der Ansteckungen und notleidenden Patienten zu verheimlichen und weiterhin Wasser, Benzin, Lebensmittel, Gas und Strom knapphalten&ldquo;.<\/p><p>Das verk&uuml;ndete Guaid&oacute; am 13. M&auml;rz. Knappe zwei Wochen sp&auml;ter flog der eigentliche Plan auf. In einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=V-pOs4qfxaQ\">spannenden Interview<\/a> mit dem kolumbianischen Sender <em>Radio W<\/em> best&auml;tigte der seit 2017 ins kolumbianische Barranquilla exilierte, ehemalige Ch&aacute;vez-Vertraute, aber Maduro-Feind, General Cliver Alcal&aacute;, mit Juan Guaid&oacute; einen Vertrag (O-Ton Alcal&aacute;: &bdquo;Ich habe den Vertrag hier vor mir liegen!&ldquo;) zur Millionen Dollar schweren Beschaffung von Kriegswaffen und deren Einschleusung nach Venezuela f&uuml;r die Aufstellung von bewaffneten Umsturz-Kommandos unterzeichnet zu haben. Wegen der Corona-Quarant&auml;ne flog der Waffentransport jedoch zuf&auml;llig auf, als der LKW von den kolumbianischen Gesundheits- und Sicherheitsbeh&ouml;rden angehalten wurde.<\/p><p>General Alcal&aacute; &ndash; auf den ebenfalls ein Kopfgeld ausgesetzt war &ndash; stellte sich den US-Beh&ouml;rden und wurde Ende M&auml;rz in die USA ausgeflogen und dem Department of Justice &uuml;berstellt. Seine Doppelrolle als Agent der Konterrevolution &ndash; der f&uuml;r den &Uuml;berfall auf Venezuela US-S&ouml;ldner in seinem Dienst hatte &ndash; und angeblicher Drogendealer wird noch untersucht werden m&uuml;ssen, wobei die USA da niemandem Einblick genehmigen werden.<\/p><p>Titelbild: Screencapture CNN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In weniger als einer Woche verwandelten die USA sich in das Epizentrum der weltweiten Corona-Pandemie. Hauptgrund f&uuml;r die exponentielle Verbreitung des COVID-19 war das erratische Vorgehen von Pr&auml;sident Donald Trump, von der anf&auml;nglichen Bagatellisierung bis zur viel zu sp&auml;ten Umkehrung und dem konfusen Krisen-Management. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,149,123],"tags":[2454,1613,1092,2565,2160,2071,2855,2453,1222,1418,1800,1556,1333,2834],"class_list":["post-60038","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","category-kampagnentarnworteneusprech","tag-bolsonaro-jair","tag-brasilien","tag-drogen","tag-guaido-juan","tag-kolumbien","tag-maduro-nicolas","tag-morbiditaet","tag-mortalitaet","tag-pandemie","tag-regime-change","tag-trump-donald","tag-usa","tag-venezuela","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60038","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=60038"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60038\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60055,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60038\/revisions\/60055"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=60038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=60038"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=60038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}