{"id":60089,"date":"2020-04-12T09:00:06","date_gmt":"2020-04-12T07:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60089"},"modified":"2020-04-09T11:30:27","modified_gmt":"2020-04-09T09:30:27","slug":"hinweise-der-woche-155","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60089","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60089#h01\">Corona-Zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60089#h02\">Corona und das Gesundheitssystem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60089#h03\">Corona und die Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60089#h04\">Corona-Hilfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60089#h05\">Wirtschaft in Zeiten von Corona<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60089#h06\">Corona und Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60089#h07\">Corona international<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60089#h08\">Corona und die Grundrechte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60089#h09\">Corona und die Medien<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Corona&ndash;Zahlen<\/strong>\n<ol type=\"a\"><strong>Experten stellen Regierungspolitik in Frage<\/strong><br>\nIn einem Thesenpapier &uuml;ben mehrere Gesundheitsexperten Kritik an der Krisenpolitik der Bundesregierung. Sie sprechen von Langzeitsch&auml;den in der Bev&ouml;lkerung, die der teilweise Shutdown verursache.<br>\nSechs Gesundheitsexperten, darunter zwei ehemalige Mitglieder des Sachverst&auml;ndigenrats der Bundesregierung f&uuml;r das Gesundheitswesen, stellen die radikalen Einschr&auml;nkungen des &ouml;ffentlichen Lebens in Deutschland in Frage. Der teilweise Shutdown in Deutschland k&ouml;nne &ldquo;anfangs in einer un&uuml;bersichtlichen Situation das richtige Mittel gewesen sein&rdquo;, schreiben unter anderem die Professoren Matthias Schrappe, Gerd Glaeske und Holger Pfaff.<br>\nDoch dieser Zustand berge die Gefahr, dass er soziale Ungleichheit verst&auml;rke und an anderen Stellen die Gesundheitsrisiken verst&auml;rke. Vor allem aber weisen die Autoren darauf hin, dass man immer noch sehr wenig &uuml;ber die Zahl der tats&auml;chlichen Infektionen und die Schwere der Covid-19-Krankheit wisse.<br>\nSo h&auml;tten die t&auml;glich vom Robert Koch-Institut (RKI) verk&uuml;ndeten Zahlen der gemeldeten Infektionen &ldquo;nur eine geringe Aussagekraft&rdquo;, da man nicht wisse, wie viele unentdeckte Infizierte es in Deutschland gebe. Die britischen Epidemiologen um Neil Ferguson vom Imperial College gehen in einem vor einer Woche ver&ouml;ffentlichten Report aufgrund von Sch&auml;tzungen davon aus, dass Ende M&auml;rz in Deutschland bereits 600.000 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert waren. In Italien seien es zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Millionen Menschen gewesen, in Spanien sieben Millionen.<br>\nDie von RKI &uuml;bermittelten Zahlen zur Sterberate (Case Fatality Rate) &ldquo;&uuml;bersch&auml;tzen derzeit das Problem und k&ouml;nnen nicht valide interpretiert werden&rdquo;, schreiben die Autoren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr-wdr\/corona-experten-thesenpapier-101.html\">Tagesschau.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Endlich melden sich auch Experten zu Wort, die bei den Medien und der Politik m&ouml;glicherweise Geh&ouml;r finden. Inhaltlich wiederholt das Papier die Punkte, die bereit auf den NachDenkSeiten im Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59776\">Maximale Ma&szlig;nahmen auf Basis minimaler Gewissheit<\/a>&rdquo; und den beiden Interviews (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59617\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59903\">hier<\/a>) mit dem Statistiker Gerd Bosbach angesprochen wurden.<\/em><\/p><\/ol><\/li>\n<li><strong>Auch eine Krise der mathematischen Bildung<\/strong><br>\nWer rechnen kann und ein Zahlenverst&auml;ndnis hat, ist dem Schwindel der Statistik nicht wehrlos ausgesetzt (&hellip;)<br>\nMathematische Bildung zweiter Ordnung f&auml;ngt aber erst nach dem Zeichnen der Kurve an. Die Kernfrage ist n&auml;mlich nicht, wie steil die Kurve verl&auml;uft oder wo das Maximum liegt. Die Kernfrage ist: Welches Problem beschreibt die Kurve? Es gibt viele Viren und Bakterien, bei denen die Durchseuchungsrate der Bev&ouml;lkerung hundert Prozent betr&auml;gt. Die Infektionsrate ist also gar nicht die zentrale Frage. Zu fragen ist, ob es eigentlich schlimm ist, wenn viele Menschen mit Corona infiziert sind.<br>\nEine hohe Anzahl von Infizierten ist genau dann schlimm, wenn damit eine hohe Anzahl an Arztbesuchen oder an durch Corona Gestorbenen einhergeht. Wenn viele Tote auch noch das Coronavirus in sich tragen, so ist dies noch kein Problem. Wenn immer mehr Menschen Corona-infiziert sind, so ist dies auch noch kein Problem &ndash; solange sie nicht zum Arzt gehen m&uuml;ssen und somit medizinische Infrastruktur in Anspruch nehmen. Noch wird &ouml;ffentlich nicht die alles entscheidende Frage gestellt, wie hoch die Rate der Infizierten ist, die ernsthafte &auml;rztliche Hilfe ben&ouml;tigen. Und wie hoch ist die Mortalit&auml;tsrate, also die Rate der Corona-Infizierten, die durch Corona sterben?<br>\nDa diese Art des Coronavirus relativ neu ist, k&ouml;nnen noch keine allzu verl&auml;sslichen Daten dar&uuml;ber vorliegen, wie viele Infizierte &auml;rztliche Hilfe ben&ouml;tigen. Schlie&szlig;lich testen wir derzeit vorrangig diejenigen, bei denen bereits eine versch&auml;rfte Problemlage vorliegt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/faz\/politik\/2020-04-02\/5fdc6dbc9932cac7a4e584f88b318470\/?GEPC=s5&amp;fbclid=IwAR2SMZBzxoJg7V1gnT4BzH03F7jwiKyNGYTTxiFx9kkp05recTybTVPjqbw\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59903\">Schluss mit Irref&uuml;hrung: &bdquo;Wir brauchen harte, gesicherte Fakten statt nur scheinbar objektive&ldquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Einzelne &Uuml;bertragungen im Supermarkt sind nicht das Problem<\/strong><br>\nZEIT ONLINE: Viele Menschen starren dieser Tage t&auml;glich auf die Fallzahlen und fragen sich: Flacht die Kurve endlich ab? Was halten Sie davon?<br>\nStreeck: Dass die Zahlen nach oben gehen und die Kapazit&auml;tsgrenze der Kliniken trotzdem noch nicht &uuml;berschritten ist, ist erst einmal gut. Es ist ein Zeichen daf&uuml;r, dass unser Gesundheitssystem einiges leisten kann. Bisher sind wir zum Gl&uuml;ck nicht in eine Situation gekommen, in der wir entscheiden mussten, welche Menschen noch behandelt werden k&ouml;nnen. F&uuml;r mich ist ohnehin die Zahl der freien Intensivbetten am allerwichtigsten. Sie zeigt, ob wir noch Behandlungskapazit&auml;ten haben f&uuml;r die schweren Covid-19-F&auml;lle.<br>\nZEIT ONLINE: Und was ist von den Todeszahlen zu halten, die in Deutschland bisher im Vergleich noch recht gering sind?<br>\nStreeck: Wir werden erst im Nachhinein beantworten k&ouml;nnen, ob und wie sehr die monatliche Sterberate durch Covid-19 ansteigt. Ich habe mir die F&auml;lle von 31 der 40 Verstorbenen aus dem Landkreis Heinsberg einmal genauer angeschaut &ndash; und war nicht sehr &uuml;berrascht, dass diese Menschen gestorben sind. Einer der Verstorbenen war &auml;lter als 100 Jahre, da h&auml;tte auch ein ganz normaler Schnupfen zum Tod f&uuml;hren k&ouml;nnen. Aber wie gesagt: Die Studie l&auml;uft noch.<br>\nZEIT ONLINE: Sollten wir genauer untersuchen, woran die Menschen wirklich gestorben sind?<br>\nStreeck: Ich denke schon. Es ist oft sehr wichtig zu wissen, ob die Menschen an einer viralen Pneumonie, also urs&auml;chlich an Covid-19, verstorben sind oder an etwas anderem. Bei einem der Heinsberger Patienten wurde zwar Sars-CoV-2 im Rachen nachgewiesen. Aber er hatte keine Lungenentz&uuml;ndung, sondern ist an einem Herzstillstand gestorben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/gesundheit\/2020-04\/hendrik-streeck-covid-19-heinsberg-symptome-infektionsschutz-massnahmen-studie\">Zeit<\/a>\n<p><strong>dazu: Ein Virologe will Fakten schaffen und forscht mitten in Deutschlands Corona-Hotspot<\/strong><br>\nDer Mediziner Hendrik Streeck untersucht im besonders betroffenen Kreis Heinsberg, wie infekti&ouml;s das Virus wirklich ist. Er verfolgt damit einen anderen Ansatz als sein Fachkollege Christian Drosten, der die Bundesregierung ber&auml;t. Auch im Ton unterscheiden sich die beiden deutlich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/der-virologe-hendrik-streeck-forscht-mitten-im-corona-hotspot-ld.1550667\">NZZ<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol><li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Corona und das Gesundheitssystem<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&ldquo;Halten Politiker uns f&uuml;r dumm oder sind sie zynisch?&rdquo; Pflegekr&auml;fte &uuml;ber Applaus vom Bundestag<\/strong><br>\nViele junge Pflegerinnen und Pfleger kommen an ihre Belastungsgrenze &ndash; und werden allein gelassen.<br>\nAls Alexander Jorde vor einigen Tagen erstmals vom neuen Epidemiegesetz-Entwurf in Nordrhein-Westfalen geh&ouml;rt hat, dachte er nur, die Idee k&ouml;nne nicht echt sein. &ldquo;Ich habe einfach nicht f&uuml;r m&ouml;glich gehalten, dass sich Politiker so was ausdenken&rdquo;, sagt der Krankenpfleger zu bento. Die Landesregierung in D&uuml;sseldorf plant ein Gesetz, welches das pflegerische und medizinische Fachpersonal im Notfall zum Einsatz verpflichten kann. F&uuml;r Alex ist das nicht anderes als: &ldquo;Zwangsarbeit&rdquo;.<br>\nDer 23-J&auml;hrige ist Deutschlands bekanntester junger Krankenpfleger. 2017 konfrontierte er Angela Merkel mitten im Wahlkampf mit den miesen Zust&auml;nden im deutschen Pflegesystem, anschlie&szlig;end hat er dar&uuml;ber das Buch &ldquo;Kranke Pflege&rdquo; geschrieben (bento). Jetzt arbeitet er in Niedersachsen auf einer internistischen Intensivstation.<br>\nSchon vor der Coronakrise war das System am Ende<br>\nNun &ndash; mitten in der Coronakrise &ndash; sind seine Mahnungen aktueller denn je. Gerade junge Pflegerinnen und Pfleger schieben gerade Dauereins&auml;tze auf den Intensivstationen. Sie geh&ouml;ren nicht zur Risikogruppe und sie sind belastbar. Zum symbolischen Dank stehen viele Menschen allabendlich auf Balkonen und klatschen f&uuml;r ihren Einsatz, auch der Bundestag applaudierte bereits und Bundeskanzlerin Angela Merkel dankte den Pflegekr&auml;ften in ihrer Ansprache an das Volk explizit. Aber &uuml;ber den weniger symbolischen Dank, zum Beispiel in Form von finanzieller Mehrverg&uuml;tung, wird nicht geredet. Zumindest nicht in der Politik.<br>\nDas Gesetz in NRW ist f&uuml;r Alex daher Ausdruck eines Systems der Geringsch&auml;tzung. Eigentlich planen CDU und FDP ein Gesetzespaket, dass der Landesregierung ein schnelles Handeln erlauben soll.<br>\nDoch Paragraf 15 hat es in sich: Wer eine Ausbildung in einem Gesundheitsberuf hat, soll zur Arbeit gezwungen werden d&uuml;rfen. Die Kontaktdaten aller medizinisch geschulten Kr&auml;fte sollen ausgeh&auml;ndigt werden. Die Grundrechte zu k&ouml;rperlicher Unversehrtheit und Freiheit der Person &ldquo;k&ouml;nnen eingeschr&auml;nkt werden&rdquo;, hei&szlig;t es im Gesetz. Widersetzen sich Pflegekr&auml;fte, die zum Einsatz gerufen werden, droht ihnen eine Geldbu&szlig;e von bis zu 500.000 Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.bento.de\/politik\/corona-krise-wie-die-politik-pflegekraefte-unter-druck-setzt-a-0e7e6880-22bf-4d11-af7d-0dec1cd15fd7#refsponi\">Bento<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Die traurige Antwort: Beides.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.der-postillon.com\/2020\/03\/gesundheitssystem.html\">Politiker, die die letzten Jahrzehnte damit verbrachten, Gesundheitssystem kaputtzusparen, bedanken sich bei Gesundheitspersonal f&uuml;r unerm&uuml;dlichen Einsatz<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Preisfrage<\/strong><br>\nAm Abend gibt es Applaus. In vielen Stra&szlig;en Deutschlands &ouml;ffnen Menschen ihre Fenster. Sie klatschen, pfeifen, rufen enthusiastisch &ldquo;danke!&rdquo; Das gilt allen, die w&auml;hrend der Coronakrise das Land am Laufen halten. Dazu geh&ouml;rt Pflegepersonal, das seit Wochen in Krankenh&auml;usern und Altenheimen die eigene Gesundheit riskiert, um die Ausbreitung der Pandemie einzud&auml;mmen.<br>\nApplaus, sagen Pflegekr&auml;fte seit Wochen, ist aber nicht genug. Sie erfahren in dieser Krise auf einmal etwas, das sie nicht kennen: Aufmerksamkeit. Darin k&ouml;nnte die Chance liegen, etwas zu ver&auml;ndern. Die Pflegekr&auml;fte haben eine Petition an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gerichtet, mehr als 380.000 Menschen haben bislang unterzeichnet.<br>\nGefordert wird eine &ldquo;staatlich finanzierte Lohnzulage f&uuml;r alle, die dieser Situation standhalten&rdquo; sowie &ldquo;eine sofortige Zusage &uuml;ber deutliche Lohnsteigerungen f&uuml;r Pflegefachkr&auml;fte, die bei einem Einstiegsgehalt von 4000 Euro liegen muss.&rdquo; Die Refinanzierung k&ouml;nne sich Spahn ja f&uuml;r die Zeit nach der Krise aufheben. Der Minister hat bislang nicht auf die Petition reagiert. [&hellip;]<br>\nUnd so fehlen Deutschland zurzeit nicht Intensivbetten, sondern Pflegekr&auml;fte, die sich um Intensivpatienten k&uuml;mmern. Und es mangelt an Fachkr&auml;ften, die in Heimen Pflegebed&uuml;rftige betreuen, die in die Einrichtungen kommen, weil die ambulante Pflege nach und nach zusammenbricht. Der Mangel an Pflegepersonal ist das Ergebnis vieler falscher Entscheidungen in der deutschen Gesundheitspolitik der vergangenen Jahre &ndash; und auch Folge der schlechten Bezahlung.<br>\nSeit etlichen Jahren nimmt der Fachkr&auml;ftemangel in der Pflege zu. Ganze Generationen von Gesundheitspolitikern haben schon versucht, den Beruf attraktiver zu machen. Gesundheitsminister Spahn hat zuletzt gemeinsam mit Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ein Gesetz zu Lohnuntergrenzen und einem verbindlichen Tarif in der Altenpflege angesto&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/coronakrise-mehr-geld-fuer-pflegekraefte-wer-soll-das-bezahlen-a-c4f9355d-3b07-4804-9797-c2f7a5bfb040\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Kaum drei Wochen akute Coronakrise, und schon f&auml;llt dem SPIEGEL was auf: &ldquo;Der Mangel an Pflegepersonal ist das Ergebnis vieler falscher Entscheidungen in der deutschen Gesundheitspolitik der vergangenen Jahre &ndash; und auch Folge der schlechten Bezahlung.&rdquo; Zu den anderen Faktoren d&uuml;rften die schlimmen Arbeitsbedingungen z&auml;hlen: &ldquo;In der Krise werden die Besch&auml;ftigten perspektivisch also mehr Patienten betreuen m&uuml;ssen als bislang.&rdquo; &ndash; und wie wir alle wissen, war &ldquo;bislang&rdquo; der Betreuungsschl&uuml;ssel schon unterirdisch. Man hat hier also, wie mit wenig Nachdenken erkannt werden kann, zwei Stellschrauben, um den Fachkr&auml;ftemangel wenigstens zum gr&ouml;&szlig;ten Teil zu beheben: den Personalschl&uuml;ssel (das Verh&auml;ltnis von Pflegenden zu Anzahl der Patienten) sowie die Bezahlung. Simpel genug, dazu sind keine tiefen Kenntnisse der Quantenphysik notwendig, das alles ist seit mindestens 10 Jahren Allgemeingut, und doch haben laut SPIEGEL &ldquo;Generationen von Gesundheitspolitikern [&hellip;] versucht, den Beruf attraktiver zu machen&rdquo; &ndash; offenbar eben nur vorgeblich und mit der klaren Absicht, die schlimmen Verh&auml;ltnisse gerade *nicht* zum Positiven zu wenden, weil die Arbeitgeber &uuml;ber h&ouml;here &ldquo;Lohnnebenkosten&rdquo; klagen und die Politik &uuml;ber den Verlust an Wettbewerbsf&auml;higkeit. Diese Politik, Pflegekr&auml;fte und Patienten zu qu&auml;len, ist Vorsatz. Und so hat auch &ldquo;[Spahn bislang keine] finanzielle[n] Anreize f&uuml;r Arbeit in der Pflege [&hellip;] geschaffen&rdquo;, sondern schwafelt davon, den Pflegekr&auml;ften f&uuml;r ihre &ldquo;gro&szlig;artige&rdquo; Leistung &ldquo;noch mal eine besondere Anerkennung zu geben&rdquo;; wahrscheinlich denkt er an einen Schokohasen zu Ostern. Unmenschlich und unterirdisch, und so was will &ndash; zugegeben, in guter Tradition &ndash; Vorsitzender einer Partei mit dem C im Namen werden. Hauptsache, die Dividenrenditen bleiben hoch, nicht wahr? Denn an den Arbeitnehmern liegt es nicht, von denen laut Artikel 75 Prozent bereit w&auml;ren, f&uuml;r bessere Pflege mehr zu bezahlen, falls notwendig.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Regierung will Arbeitszeiten bundesweit lockern<\/strong><br>\nIn vielen Bundesl&auml;ndern k&ouml;nnen Firmen ihre Mitarbeiter wegen der Corona-Krise bereits l&auml;nger einsetzen. Jetzt will die Bundesregierung die Regeln vereinheitlichen. Das Ziel: flexiblere Arbeitszeiten in bestimmten Berufen.<br>\nBundesweit plant die Regierung nun das aktuelle Arbeitszeitgesetz zu entsch&auml;rfen. Sie werde &ldquo;zeitnah eine Rechtsverordnung erlassen&rdquo;, wie das Bundesarbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Laut Arbeitszeitgesetz ist dies &ldquo;in epidemischen Lagen von nationaler Tragweite&rdquo; zul&auml;ssig &ndash; allerdings nur zeitlich befristet&hellip;<br>\nWas soll ge&auml;ndert werden?<br>\nEs gehe um Ausnahmen von H&ouml;chstarbeitszeiten, Mindestruhezeiten sowie vom grunds&auml;tzlichen Besch&auml;ftigungsverbot an Sonn- und Feiertagen, so das Ministerium. Laut &ldquo;Handelsblatt&rdquo; darf die Arbeitszeit in bestimmten Berufen auf bis zu zw&ouml;lf Stunden verl&auml;ngert werden&hellip;<br>\nKritiken an der neuen Planung<br>\nDie geplante Verordnung sei &ldquo;ein Schlag ins Gesicht all derer, die ihre Gesundheit schon jetzt t&auml;glich f&uuml;r uns alle riskieren&rdquo;, kritisierte die Vize-Fraktionsvorsitzende der Linken, Susanne Ferschl, gegen&uuml;ber dem &ldquo;Handelsblatt&rdquo;. Statt die Arbeitsbedingungen f&uuml;r die &ldquo;Helden&rdquo; in den systemrelevanten Berufen beispielsweise durch mehr Personal oder durch den Schutz eines Tarifvertrags zu verbessern, w&uuml;rden die ohnehin schon &uuml;berlasteten Besch&auml;ftigten &ldquo;wie Zitronen ausgequetscht&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/finanzen\/boerse\/news\/id_87667726\/flexible-arbeitszeiten-bundesregierung-plant-lockerung-von-gesetz.html\">T-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die Politik geht also nicht nur mit unverminderter H&auml;rte gegen die Arbeitnehmer weiter, sondern wird mit der Begr&uuml;ndung &ldquo;Corona-Krise&rdquo; sogar noch versch&auml;rft. Da&szlig; man z. B. Angestellte im Supermarkt l&auml;nger arbeiten lassen will, w&auml;hrend Tausende Verk&auml;uferInnen im Einzelhandel in Kurzarbeit oder sogar arbeitslos sind, ergibt keinen Sinn. Die Dinge dagegen, die *wirklich* notwendig w&auml;ren, z. B. eine durchgreifende Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei den Pflegekr&auml;ften, werden entweder auf die ganz lange Bank geschoben oder gleich abgesagt. Diese &ldquo;tolle&rdquo; Krisenpolitik der Kanzlerin f&uuml;hrt dennoch (?) zu extremen H&ouml;henfl&uuml;gen bei den Umfragewerten der Union, wird also noch belohnt. Die Hoffnungen, da&szlig; die Krise zu mehr Solidarit&auml;t und zur Umwertung der Werte f&uuml;hren kann, d&uuml;rften auf Sand gebaut sein.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Macron hat das in Frankreich mit einer &bdquo;Reform des Arbeitsgesetzes&ldquo; bereits durchgezogen; Siehe hierzu: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59797\">Frankreich und die Pandemie<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Aus Le Monde diplomatique: Katastrophenmedizin<\/strong><br>\nDie Austerit&auml;tspolitik hat uns Krankenh&auml;user beschert, in denen &Auml;rzte heute wie im Krieg entscheiden m&uuml;ssen, wer leben darf und wer sterben muss.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Aus-Le-Monde-diplomatique\/!5677553\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> In diesem zwei Jahre alten Artikel wird dargestellt, wie Macron damals den &ouml;ffentlichen Dienst und die Daseinsvorsorge, auch nat&uuml;rlich die Krankenh&auml;user, aggressiv attackiert hat. Das unterfinanzierte Gesundheitswesen hat er nicht nur geerbt, er hat die Unterfinanzierung noch einmal versch&auml;rft. Mir ist daher unbegreiflich, dass trotzdem sein Ansehen in der Corona-Krise gestiegen sein soll.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li><li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Corona und die Gesellschaft<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Weniger Ungleichheit durch die Corona-Krise? Wirtschaftliche und soziale Folgen der Pandemie<\/strong><br>\nManche hoffen, die Corona-Krise werde die soziale Ungleichheit reduzieren. Das k&ouml;nnte ein Trugschluss sein. [&hellip;]<br>\nDie Corona-Krise wirkt sich nicht allein auf die Immunschwachen, sondern auch auf die Einkommensschwachen fatal aus. Einerseits haben viele Tafeln geschlossen, andererseits sinken die Einnahmen von Bettler(inne)n, Pfandsammler(inne)n und Verk&auml;ufer(inne)n von Stra&szlig;enzeitungen, weil die Stra&szlig;en leergefegt sind und alle eine Infektion f&uuml;rchten. Damit wird die ohnehin br&uuml;chige Lebensgrundlage der &Auml;rmsten vollends zerst&ouml;rt.<br>\nAuch von den Rettungspaketen f&uuml;r die Unternehmen kommt im Kellergeschoss der Gesellschaft wenig an. W&auml;hrend die Arbeitgeber ihre Lohnkosten durch die modifizierte Regelung zum Kurzarbeitergeld vollst&auml;ndig erstattet bekommen (einschlie&szlig;lich ihrer Beitr&auml;ge zur Sozialversicherung), kommen Arbeitnehmer\/innen h&ouml;chstens auf 67 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens, und zwar auch nur dann, wenn sie unterhaltsberechtigte Kinder haben. Alle &uuml;brigen Kurzarbeiter\/innen bekommen sogar nur 60 Prozent, wobei Sonderzahlungen wie Nachtzuschl&auml;ge unber&uuml;cksichtigt bleiben. Mehr als eine Million Senior(inn)en bessern ihre Rente durch einen Minijob auf, darunter fast 200.000 Menschen, die 75 Jahre oder &auml;lter sind. Wenn ihr Arbeitgeber keine Auftr&auml;ge mehr hat und in wirtschaftliche Bedr&auml;ngnis ger&auml;t, erhalten sie im Unterschied zu sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten kein Kurzarbeitergeld.<br>\nGemeinschaftssinn, Mitmenschlichkeit und soziales Verantwortungsbewusstsein bleiben auf der Strecke, wenn sich die Kluft zwischen Arm und Reich vertieft. Aber die Corona-Pandemie bietet neben gro&szlig;en Gefahren, zum Beispiel einer Beschneidung der Grundrechte sowie einem weiteren Ausbau des staatlichen Kontroll-, &Uuml;berwachungs- und Repressionsapparates, den manche L&auml;nder derzeit erleben, auch gewisse Chancen. Falls sich die Erkenntnis durchsetzt, dass die Sozial- und Gesundheitspolitik der vergangenen Jahrzehnte unserem Gemeinwesen geschadet hat und Solidarit&auml;t statt Wettbewerbswahn und Ellenbogenmentalit&auml;t herrschen muss, h&auml;tte das Virus f&uuml;r die Gesellschaft am Ende auch etwas Gutes bewirkt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blickpunkt-wiso.de\/post\/weniger-ungleichheit-durch-die-corona-krise-wirtschaftliche-und-soziale-folgen-der-pandemie--2362.html\">Blickpunkt WiSo<\/a><\/li>\n<li><strong>Wenn die Ursache der Krise als L&ouml;sung verpackt wird<\/strong><br>\nIn der Corona-Krise r&auml;cht es sich, wenn L&auml;nder ihr Gemeinwesen abgebaut und privatisiert haben, Gesundheitswesen inbegriffen. F&uuml;r die Resilienz von sozialen Systemen ist die kulturelle Vielfalt (zum Beispiel eine plurale &Ouml;konomik) genauso wichtig, wie es die Biodiversit&auml;t f&uuml;r &Ouml;kosysteme ist. Kulturelle Vielfalt bietet ein breiteres Spektrum an L&ouml;sungsoptionen statt des immer gleichen Mantras vom Wachstum und Privatisierung. Nur dort, wo verschiedene Perspektiven in einen Dialog auf Augenh&ouml;he treten k&ouml;nnen, sind jene individuellen und kollektiven Lernprozesse m&ouml;glich, die es braucht, um evolution&auml;re Sackgassen zu meiden, so J&uuml;rgen Habermas.<br>\nReichtum als Vollkaskoversicherung<br>\nZivilisationen geraten auch dann in Bedr&auml;ngnis, wenn die soziale Ungleichheit in ihnen ausgepr&auml;gt ist. Zu diesem Ergebnis kam unter anderem eine Studie der amerikanischen Wissenschaftler Safa Motesharrei, Eugenia Kalnay und Jorge Rivas im Jahr 2014. Auf Grund ihres Wohlstands sind die Eliten viel sp&auml;ter als die Massen von den Auswirkungen schwerer Krisen betroffen, deshalb reden sie sich noch im Angesicht der Katastrophe ein, man k&ouml;nne so weitermachen wie bisher.<br>\nBanken und Autoindustrie m&uuml;ssen sich vor Krisen kaum f&uuml;rchten, denn sie gelten als &raquo;systemrelevant&laquo;: Sie sind &raquo;too big to fail&laquo;, der Staat springt am Ende immer ein. Doch wer sind die Leidtragenden der Sparma&szlig;nahmen, wenn die Staatsverschuldung wieder w&auml;chst? Zu oft werden die Kosten sozialisiert und die Profite privatisiert. Wer die Probleme verursacht, muss selten f&uuml;r die gesellschaftlichen Folgen selbst haften.<br>\nHingegen wird die private Anh&auml;ufung von Reichtum als Vollkaskoversicherung gegen jede Krise erlebt, im schlimmsten Fall kann man eben noch wegziehen. Das tr&uuml;gerische Sicherheitsgef&uuml;hl steigert die Risikobereitschaft der Entscheidungstr&auml;ger zus&auml;tzlich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/wenn-die-ursache-der-krise-als-loesung-verpackt-wird\/1717678\">Spektrum.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers R.B.:<\/strong> Wie sie bemerken werden, gibt es auch Wissenschaftler, die gesellschaftliche Vorg&auml;nge kritisch beleuchten. Ob sie nach der Corona-Krise geh&ouml;rt werden???<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Als Denkansto&szlig; sehr lesenswert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Ich sehe bei &sbquo;einfachen&lsquo; Leuten ein gro&szlig;es Unverst&auml;ndnis&ldquo;<\/strong><br>\nF&uuml;r die Politologin Ulrike Gu&eacute;rot zeigt sich in der Wahrnehmung der Freiheitsbeschr&auml;nkungen durch die Coronakrise eine soziale Spaltung. Es sei etwas v&ouml;llig anderes, ob man diese in einer gro&szlig;en Altbauwohnung erlebe oder in prek&auml;ren, beengten Verh&auml;ltnissen.<br>\nWer gem&uuml;tlich in der ger&auml;umigen Altbauwohnung sitzt oder gar im Garten mit Laptop in der H&auml;ngematte seine Arbeit verrichten kann, hat es vergleichsweise leicht, f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung der coronabedingten Einschr&auml;nkungen des Alltags zu sein. Wer in prek&auml;ren, beengten Verh&auml;ltnissen lebt, wird sich damit vermutlich schwerer tun.<br>\nWas ist mit einer alleinerziehenden Mutter, die keinen Computer hat, auf dem die Kinder ihre Schulaufgaben machen k&ouml;nnen? Oder mit einer Frau, die von ihrem Mann misshandelt wird &ndash; in der jetzigen Situation erst recht, die aber nicht einmal mehr raus k&ouml;nne, fragt die Politikwissenschaftlerin Ulrike Gu&eacute;rot. Sie sieht in der Wahrnehmung der Coronakrise und ihrer Folgen eine soziale Spaltung am Werk, die man in der Debatte ber&uuml;cksichtigen sollte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/soziale-spaltung-in-der-coronakrise-ich-sehe-bei-einfachen.2950.de.html?dram:article_id=474149\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Richtig beobachtet. Auf den NachDenkSeiten haben wir schon l&auml;nger auf diese Ungleichheit hingewiesen. Gravierend ist auch die ungleiche Behandlung von Beziehern fester Geh&auml;lter und jenen ohne diese finanzielle Absicherung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Coronakrise kostet Milliarden. Wer zahlt?<\/strong><br>\n&ldquo;Die Bew&auml;ltigung der Coronakrise wird teuer. Die Virusbek&auml;mpfung kostet Geld, Unternehmen und Besch&auml;ftigte brauchen Unterst&uuml;tzung, Produktionsstopps und Gesch&auml;ftsschlie&szlig;ungen lassen die Wirtschaftsleistung und damit das Steueraufkommen einbrechen. Kurzfristig springt die &ouml;ffentliche Hand in die Bresche: &Uuml;ber Verschuldung kompensiert sie derzeit den R&uuml;ckgang der Einnahmen. Doch verschiebt sie damit die Frage &raquo;Wer zahlt?&laquo; nur in die Zukunft. Wie k&ouml;nnte eine Antwort aussehen?<br>\nSchulden: Der deutsche Staat hat Schulden von etwa 2100 Milliarden Euro. Laut Commerzbank k&ouml;nnen durch Corona weitere 400 Milliarden hinzukommen. Noch ist das kein Problem, denn die Bundesregierung muss auf neue Kredite derzeit keine Zinsen zahlen. Solange die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) die Zinsen unten h&auml;lt, droht also keine Gefahr. Irgendwann jedoch k&ouml;nnten die Zinsen wieder steigen. Was dann?&hellip;&rdquo;<br>\n&ldquo;&hellip;Da laut DIW die steuerlich erfassbaren Verm&ouml;gen stark auf die oberen zehn Prozent der Bev&ouml;lkerung konzentriert sind, k&ouml;nne eine Abgabe auch dann viel Einnahmen erzielen, wenn der Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung durch hohe Freibetr&auml;ge freigestellt werde. Bereits 2011 berechnete das Institut: Bei einem pers&ouml;nlichen Freibetrag von 250 000 Euro (Ehepaare 500 000 Euro), einem Kinderfreibetrag von 100 000 Euro sowie einem gesonderten Freibetrag f&uuml;r Unternehmensverm&ouml;gen und wesentliche Beteiligungen von f&uuml;nf Millionen Euro ergibt sich eine steuerliche Bemessungsgrundlage von 2,3 Billionen Euro Netto-Verm&ouml;gen. Eine Abgabe von zehn Prozent k&ouml;nnte somit rund 230 Milliarden Euro mobilisieren. Betroffen w&auml;ren nur die reichsten acht Prozent der erwachsenen Bev&ouml;lkerung. Die Verm&ouml;gensteuer tr&uuml;ge damit dazu bei, die Ungleichverteilung etwas zu mildern. Der Lastenausgleich ab 1952, so Schularick, &raquo;machte Deutschland zu einem der egalit&auml;rsten L&auml;nder in der fr&uuml;hen Phase des Nachkriegsbooms&laquo;.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1135130.coronakrise-virus-und-reichtum.html\">neues deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.U.:<\/strong> Es gibt keinen vern&uuml;nftigen Grund, auf einen einmaligen angemessenen Sonderbeitrag der reichsten Bundesb&uuml;rger zur Milderung der Krisenfolgen zu verzichten. Eine Steuerflucht ist in diesem Fall auch nicht zu erwarten. Und es wird niemandem weh tun, nein! Wenn es sich um Menschen handelt, sollten sie Stolz dar&uuml;ber empfinden, dass sie es sich leisten k&ouml;nnen, angemessen zu helfen!<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li><li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Corona-Hilfen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Mit Vollgas in den Abgrund<\/strong><br>\nWenn jetzt nicht rasch verstanden wird, dass die Vorstellung, der Staat brauche das Geld seiner B&uuml;rger, ein Mythos ist, werden wir daf&uuml;r sehr teuer bezahlen. Es steht nicht weniger als unsere Gesundheit und unser materieller Wohlstand auf dem Spiel.<br>\nEs war nicht schwer vorherzusagen, dass im Kern kommerzielle Darlehen nicht dazu geeignet sind, die vorhersehbaren Liquidit&auml;tsprobleme vieler deutscher Unternehmen zu beheben. Denn ein kommerzieller Kredit wird auf Basis einer Kreditw&uuml;rdigkeitspr&uuml;fung nur dann vergeben, wenn deren Ergebnis ist, dass das Unternehmen ihn &uuml;ber dessen Laufzeit fristgerecht bedienen kann. Eine Gesch&auml;ftsbank, die bei diesen Darlehen mit eingeschaltet werden muss, wird deshalb auch dann nicht, wenn sie die KfW f&uuml;r bis zu 90 Prozent der Kreditsumme von der Haftung freistellt, einen Kredit vergeben, dessen Bedienung sie als fraglich erachtet.<br>\nAber selbst dann, wenn es einem Unternehmen mit akuten Liquidit&auml;tsproblemen gelingen sollte, einen Kredit zu erhalten, handelt es sich dabei um keine &bdquo;Hilfe&ldquo;. Vielmehr um ein St&uuml;ck K&auml;se, das die Mehrzahl solcher Unternehmen in eine Schuldenfalle lockt. Denn wie bitte sollen Unternehmen &ndash; wie etwa Hotels oder Restaurants &ndash; ihre entgangenen Ums&auml;tze wieder aufholen, um ihre Kredite problemlos zur&uuml;ckzahlen zu k&ouml;nnen?<br>\nAnstatt mit Umsatzsteigerungen werden viele Unternehmen realistischer Weise mit Umsatzeinbu&szlig;en rechnen m&uuml;ssen. Denn viele Menschen werden gegenw&auml;rtig in Kurzarbeit geschickt oder sogar arbeitslos. In beiden F&auml;llen erleiden die Betroffenen erhebliche Einkommenseinbu&szlig;en, da ihnen die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit lediglich zwischen 60% und 67% ihres Lohnes ersetzt. Auf welche Wunderkr&auml;fte des Marktes vertraut man, wenn man die effektive Nachfrage so beschneidet und gleichzeitig Unternehmen mit zus&auml;tzlichen Schulden belastet?<br>\nNun haben sowohl der Bund als auch die L&auml;nder inzwischen mit weiteren &bdquo;Hilfsprogrammen&ldquo; nachgelegt. Noch immer aber hat man offensichtlich nicht verstanden, dass weder Kredite noch Almosen die richtigen Mittel sind, um den Absturz der deutschen Volkswirtschaft wirksam abzufedern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2020\/04\/mit-vollgas-in-den-abgrund\/\">Makroskop<\/a><\/li>\n<li><strong>Kleinunternehmen in Corona-Not : Individualit&auml;t ist systemrelevant<\/strong><br>\nManche Kleinunternehmer fallen bei den Rettungspaketen durchs Raster. Krisen-Gewinner k&ouml;nnten Systemgastronomie und Ketten sein.<br>\nIn der Krise wird sichtbar, was Gastst&auml;ttenbesucherInnen sonst nicht sehen: dass die Vielfalt und Originalit&auml;t ihrer Lieblingsorte weniger auf betriebswirtschaftlichem Kalk&uuml;l basiert als auf der Individualit&auml;t und Leidenschaft derer, die sie betreiben. Und, nat&uuml;rlich, auf sehr &auml;rmlicher Bezahlung der Besch&auml;ftigten, die in der Krise noch &auml;rmlicher wird &ndash; das Kurzarbeitergeld von 60 Prozent des Nettogehaltes ignoriert die Trinkgelder, die in der Gastronomie selbstverst&auml;ndlich zum Gehalt gerechnet werden.<br>\nDen meisten, die ihr Geld nicht als Angestellte, sondern als Selbstst&auml;ndige verdienen m&ouml;chten, geht es &auml;hnlich. Fris&ouml;rgesch&auml;fte, Hotels, kleine Elektronikl&auml;den, Start-ups aller Art &ndash; alles, was pers&ouml;nlich und originell ist, nicht Kette, nicht Franchise, nicht zentral gesteuert. Ein Teil der Wirtschaft &uuml;brigens, der seine Steuern garantiert bezahlt. Die Bonit&auml;t ist dort sehr begrenzt. Auch das wird in der Krise sp&uuml;rbar.<br>\nDas milliardenschwere Hilfspaket der Bundesregierung kann sich sehen lassen, und die L&auml;nder legen weitere Milliarden drauf. Das aktuelle Problem ist also nicht ein Mangel an Geld &ndash; das Problem ist die Geschwindigkeit und Zielgenauigkeit seiner Verteilung.<br>\nEinen einfachen und unb&uuml;rokratischen Weg geht dabei die Schweiz. Dort werden zinslose Kredite bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes beziehungsweise 500.000 Schweizer Franken vom Staat abgesichert und k&ouml;nnen deshalb innerhalb weniger Tage ohne Bonit&auml;tspr&uuml;fung ausgezahlt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kleinunternehmen-in-Corona-Not\/!5673758\/\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li><li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wirtschaft in Zeiten von Corona<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>BlackRock-CEO wendet sich an Aktion&auml;re: &ldquo;Gewaltige Chancen&rdquo; am Aktienmarkt<\/strong><br>\nW&auml;hrend sich die Unsicherheit &uuml;ber die Folgen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft noch in starken Schwankungen am Aktienmarkt niederschl&auml;gt, blickt der Chef des weltgr&ouml;&szlig;ten Verm&ouml;gensverwalters bereits auf die Zeit nach der Krise. Und die sch&auml;tzt der Experte mehr als rosig ein.<br>\nTrotz der zu erwartenden weitreichenden Folgen f&uuml;r die Wirtschaft und das Zusammenleben der Menschen, blickt Fink doch optimistisch in die Zukunft. &ldquo;So dramatisch das auch ist, ich glaube, dass sich die Wirtschaft stetig erholen wird, auch weil in dieser Situation einige der Hindernisse f&uuml;r die Erholung von einer typischen Finanzkrise fehlen&rdquo;. Die Zentralbanken w&uuml;rden schnell handeln, um die Probleme auf den Kreditm&auml;rkten anzugehen, und auch die Regierungen setzen aggressive fiskalische Anreize. Hinzu k&auml;me, dass man jetzt auf Erfahrungen aus der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 zur&uuml;ckgreifen k&ouml;nne, zeigt sich der Chef des weltgr&ouml;&szlig;ten Verm&ouml;gensverwalters zuversichtlich.<br>\nSein Unternehmen habe einen l&auml;ngerfristigen Zeithorizont im Blick, das sollten Anleger ebenfalls tun, r&auml;t er. &ldquo;Die Welt wird diese Krise &uuml;berstehen. Die Wirtschaft wird sich erholen. Und f&uuml;r diejenigen Anleger, die ihre Augen nicht auf den wackeligen Boden zu unseren F&uuml;&szlig;en richten, sondern auf den Horizont, bieten sich in den heutigen M&auml;rkten enorme Chancen.&rdquo;<br>\nLangfristig orientierte Anleger haben seiner Ansicht nach die besseren Chancen, die Krise und ihre Folgen besser bew&auml;ltigen zu k&ouml;nnen. Bereits jetzt h&auml;tten einige BlackRock-Kunden den Ausverkauf an den Finanzm&auml;rkten genutzt, um ihr Aktienportfolio aufzustocken. Darunter seien auch Kunden, die aufgrund ihres Risikoprofils im Allgemeinen einen starken Fokus auf festverzinsliche Wertpapiere haben, betont Fink.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.finanzen.net\/nachricht\/aktien\/fundamentales-folgen-blackrock-ceo-wendet-sich-an-aktionaere-34-gewaltige-chancen-34-am-aktienmarkt-8706542\">finanzen.net<\/a><\/li>\n<li><strong>Spediteure werfen Superm&auml;rkten Corona-Preisdumping vor<\/strong><br>\nAuch der Einzelhandel wird in der Krise gefeiert, weil er die Versorgung sicherstellt. Doch jetzt erheben die Spediteure heftige Vorw&uuml;rfe: Es geht um Preisdumping und die schlechte Behandlung der Lastwagenfahrer.<br>\n(&hellip;) Die Corona-Krise f&uuml;hrt derweil zu neuen Verwerfungen, obwohl die Trucker derzeit zur Versorgung der Bev&ouml;lkerung in vielen Teilen gefragt sind und als &bdquo;Helden des Alltags&ldquo; gro&szlig;e Wertsch&auml;tzung erhalten.<br>\n&bdquo;Ich mache den Job seit 35 Jahren und habe so einige schlechte Zeiten erlebt&ldquo;, sagt der Dispositionsleiter des Betriebs&hellip; &bdquo;Eine solche Phase wie jetzt aber gabs noch nie. Wir werden von den gro&szlig;en Auftraggebern derma&szlig;en im Preis gedr&uuml;ckt. Das ist unanst&auml;ndig, was da passiert.&ldquo; Und viele namhafte Konzerne w&uuml;rden sich am Dumping beteiligen.<br>\n&bdquo;Unmoralisch, unethisch&ldquo;<br>\nDer Bundesverband G&uuml;terkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), in dem die meisten vor allem kleineren und mittleren Speditionsunternehmen organisiert sind, kritisiert, dass Frachtraten in ganzer Breite derzeit gedr&uuml;ckt w&uuml;rden. &bdquo;Das ist unmoralisch, unethisch und hat in dieser Krise nichts mit Solidarit&auml;t zu tun&ldquo;, sagte BGL-Chef Dirk Engelhardt der F.A.Z. &bdquo;Einige, die sich in diesen Tagen in der &Ouml;ffentlichkeit gerne daf&uuml;r loben, dass sie das Land am Laufen halten, bet&auml;tigen sich nach unten als Ausbeuter.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/corona-spediteure-beklagen-preisdumping-der-supermaerkte-16714753.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Pervers &ndash; aber eben normaler Turbokapitalismus. &ldquo;Systemrelevante Berufe&rdquo; &ndash; Supermarktkassiererin, Kranken- und AltenpflegerInnen, Lkw-Fahrer, Lieferanten&hellip; &ndash; erkennt man ja daran, da&szlig; die ArbeitnehmerInnen in ihnen besonders schlecht bezahlt werden und ihre Arbeitsbedingungen besonders schlimm sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Vereinigung Cockpit verurteilt Einstellung des Flugbetriebs bei Germanwings<\/strong><br>\nDie Vereinigung Cockpit hat heute mit vollkommenem Unverst&auml;ndnis die Mitteilung der Lufthansa Group zur Kenntnis genommen, dass der Flugbetrieb bei Germanwings dauerhaft eingestellt und die Firma abgewickelt werden soll. Noch letzte Woche hatten sich die Gewerkschaften mit dem Management der Germanwings auf eine Vereinbarung zur Kurzarbeit verst&auml;ndigt, um dem Unternehmen in der aktuellen Krise finanziellen Spielraum zu verschaffen.<br>\n(&hellip;) &bdquo;Das Management hat offenbar die aktuelle Lage genutzt, die Umstrukturierung des Konzerns auf dem R&uuml;cken der Mitarbeiter voran zu treiben. Diese Vorgehensweise verunsichert nun tausende Mitarbeiter bei Germanwings und der gesamten Lufthansa-Gruppe,&rdquo; so Markus Wahl, Pr&auml;sident der Vereinigung Cockpit. &bdquo;Gelebte Sozialpartnerschaft sieht &ndash; auch und gerade in Krisenzeiten &ndash; anders aus. Wir erwarten vom Management, die eigenen Ank&uuml;ndigungen ernst zu nehmen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Zukunft im Unternehmen zu erm&ouml;glichen.&rdquo;<br>\n(&hellip;) Niemand kann mit Gewissheit sagen, wie das Kundenverhalten nach der Krise sein wird, auch nicht der Vorstand der Lufthansa. &Ouml;fter schon lag man bei Krisen in der Vergangenheit daneben. Vor dem Hintergrund, dass zur &Uuml;berbr&uuml;ckung der Krisenzeit zum Arbeitsplatzerhalt staatliche Hilfen in Anspruch genommen werden sollen, ist das f&uuml;r die Mitarbeiter eine Zumutung und es dr&auml;ngt sich der Verdacht auf, dass die Krise zur dauerhaften Absenkung der Tarife genutzt werden soll. Die Vereinigung Cockpit verurteilt das Vorgehen des Lufthansa-Managements scharf.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.vcockpit.de\/presse\/pressemitteilungen\/detailansicht\/news\/vereinigung-cockpit-verurteilt-einstellung-des-flugbetriebs-bei-germanwings.html\">Vereinigung Cockpit<\/a><\/li>\n<li><strong>Aufsichtsrat und Vorstand von BMW wollen 1,64 Milliarden Euro Dividende auszahlen.<\/strong><br>\nDie Aktion&auml;re kassieren, w&auml;hrend die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt wurden &ndash; mitfinanziert vom Staat.<br>\nWir kennen das ja schon: in der Krise darf der Steuerzahler einspringen, in guten Zeiten die Investoren die Gewinne einstreichen. Dass die Aktion&auml;re nun sogar in schlechten Zeiten abkassieren sollen, setzt dem Ganzen aber die Krone auf. Wer Staatshilfen bekommt, darf nicht gleichzeitig Dividenden aussch&uuml;tten!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sahra.wagenknecht\/photos\/a.1826036450747077\/3489648224385883\/?type=3&amp;theater\">Sarah Wagenknecht<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li><li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Corona und deutsche Europapolitik<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Deutsche Politik gef&auml;hrdet Europa<\/strong><br>\nKritische Stimmen &uuml;ber die mangelnde Hilfsbereitschaft Deutschlands in der Corona-Krise werden lauter. Allm&auml;hlich kommen sie in Berlin an. Die beiden ehemaligen Au&szlig;enminister Joschka Fischer und Sigmar Gabriel fordern Hilfen f&uuml;r Italien und Spanien: &bdquo;Europa braucht jetzt zweierlei: gemeinsame Hilfen in der Krise und ein gemeinsames Wiederaufbauprogramm nach der Krise. Italien und Spanien werden es Europa und vor allem uns Deutschen hundert Jahre lang nicht vergessen, wenn wir sie jetzt im Stich lassen. Und genau das tun wir gerade.&ldquo; Richtig!<br>\nDer deutsche Finanzminister Olaf Scholz und sein franz&ouml;sischer Kollege Bruno le Maire fordern einen &bdquo;paneurop&auml;ischen Kreditgarantiefonds&ldquo; der Europ&auml;ischen Investitionsbank und 100 Milliarden Euro f&uuml;r ein europ&auml;isches Kurzarbeitergeld. Richtig!<br>\nImmer mehr Unionspolitiker fordern jetzt Eurobonds. Man muss wissen, dass diese Forderung zur Vermeidung des Auseinanderdriftens der europ&auml;ischen Staaten seit 2010 erhoben wird.<br>\nZur &Uuml;berwindung der Krise muss nach der schwarzen Null, der Schuldenbremse und der Ablehnung von Staatsbeteiligungen an maroden Unternehmen auch die n&auml;chste heilige Kuh des Neoliberalismus geschlachtet werden: Die Direktfinanzierung der Staaten durch die Zentralbank. Gerade in der jetzigen Krise w&auml;re es notwendig, dass die EZB den notleidenden Euro-Staaten direkte Kredite gibt, um sie von der Willk&uuml;r der Finanzm&auml;rkte abzukoppeln. Die angels&auml;chsischen Zentralbanken sind da schon immer weniger dogmatisch.<br>\nDie eigentliche langfristige Ursache der europ&auml;ische &bdquo;Krankheit&ldquo; ist die deutsche Lohnpolitik. Ein einheitlicher W&auml;hrungsraum kann nicht funktionieren, wenn ein Staat Lohndumping betreibt, wie Deutschland es mit Hartz IV und der Agenda 2010 in die Wege geleitet hat. Deutschland hat den gr&ouml;&szlig;ten Niedriglohnsektor in Europa und niedrigere Mindestl&ouml;hne als die Nachbarn, mit Ausnahme der Osteuropas. Solange Politik, Wirtschaft und Medien diesen Kardinalfehler der deutschen Politik nicht erkennen, wird Europa weiter auseinanderdriften. Frei nach Schiller: Es kann der Fr&ouml;mmste (die Staaten Europas) nicht in Frieden leben, solange es dem b&ouml;sen Nachbarn (der deutschen Exportwirtschaft) nicht gef&auml;llt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/2954384104623037\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<p><strong>passend dazu: &ldquo;Halten sich noch immer f&uuml;r eine Herrenrasse&rdquo; &ndash; Italiens Wut auf Berlin w&auml;chst<\/strong><br>\nDie Argumentation Deutschlands im Streit um &ldquo;Corona-Bonds&rdquo; klingt in der Tat g&ouml;nnerhaft. Sie lautet in ungef&auml;hr: Anders als bei Hilfen &uuml;ber den ESM g&auml;be es bei Bonds keine Auflagen &ndash; Staaten wie Italien aber h&auml;tten bereits in der Vergangenheit Fiskalregeln nicht eingehalten. Der &ldquo;faule und unf&auml;hige Grieche&rdquo; aus der Eurokrise von 2010 l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en.<br>\nUnterst&uuml;tzung bei diesem harten Kurs gibt es von den &uuml;blichen Verd&auml;chtigen: den Niederlanden, Finnland und &Ouml;sterreich. Italien wird von dem ebenfalls besonders stark von der Krise getroffenen Spanien, aber auch von Frankreich und anderen unterst&uuml;tzt. &ldquo;Ganz Europa z&auml;hlt auf Deutschland&rdquo;, sagte der franz&ouml;sische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Donnerstag. Er sagte es auf Deutsch, damit es in Berlin auch verstanden wird.<br>\nSo mancher sieht es l&auml;ngst als Existenzfrage an, ob die EU bei der Krisenbew&auml;ltigung noch zusammenfindet. Wie ernst die Lage ist, zeigte eine &Auml;u&szlig;erung des fr&uuml;heren EU-Kommissionspr&auml;sidenten Jacques Delors am vergangenen Wochenende. Der 94-J&auml;hrige, der sich kaum noch &ouml;ffentlich zu Wort meldet, zeigte sich angesichts der festgefahrenen Debatte zu einem mahnenden Appell gen&ouml;tigt: Die fehlende Solidarit&auml;t stelle &ldquo;eine t&ouml;dliche Gefahr f&uuml;r die EU&rdquo; dar.<br>\nAlle Ann&auml;herungsversuche der Lager in Videokonferenzen der Staats- und Regierungschefs sind bisher gescheitert. Um Ostern soll ein weiterer Versuch stattfinden. Die EU-Kommissionspr&auml;sidentin Ursula von der Leyen zeigte sich in einem Beitrag f&uuml;r die italienische Zeitung La Repubblica schon mal &ouml;ffentlichkeitswirksam zerknirscht: &ldquo;Es muss anerkannt werden, dass in den ersten Tagen der Krise angesichts der Notwendigkeit einer gemeinsamen europ&auml;ischen Antwort zu viele nur an die eigenen Probleme dachten&rdquo;, schrieb sie. Und weiter: &ldquo;Es war ein sch&auml;dliches Verhalten, das h&auml;tte vermieden werden k&ouml;nnen.&rdquo;<br>\nDas Italien jedoch mehr als ein &ldquo;mea culpa&rdquo; erwartet, zeigte sich in der Antwort von Italiens Ministerpr&auml;sident Giuseppe Conte am Freitag in derselben Zeitung. An die &ldquo;liebe Ursula&rdquo; gerichtet, schrieb er: &ldquo;Wenn man einen Krieg f&uuml;hrt, muss man alle Anstrengungen unterst&uuml;tzen, die zum Sieg f&uuml;hren, und sich mit allen Instrumenten ausstatten, die f&uuml;r den Beginn des Wiederaufbaus erforderlich sind.&rdquo;<br>\nEine unverdeckte Anspielung auf die italienischen Forderungen nach einer Vergemeinschaftung der Schulden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/europa\/100457-halten-sich-noch-immer-fuer-eine-herrenrasse-italiens-wut-auf-berlin-waechst\/\">RT Deutsch<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Von der Leyen sagt leise Pardon<\/strong><br>\nDie deutsche Kommissionschefin entschuldigt sich auch f&uuml;r ihr eigenes Heimatland. Doch Kanzlerin Merkel schweigt.<br>\nViele Italiener sind immer noch sauer auf die EU &ndash; trotz der Versuche aus Br&uuml;ssel, dem Land mehr Hilfe gegen die Coronakrise zukommen zu lassen. Jetzt hat sich Kommissionschefin von der Leyen entschuldigt &ndash; f&uuml;r andere.<br>\nViele EU-Staaten seien anfangs zu sehr auf die eigenen Probleme fixiert gewesen, schrieb von der Leyen in einem Beitrag f&uuml;r &ldquo;La Repubblica&rdquo;. &ldquo;Die haben nicht realisiert, dass wir nur gemeinsam als Union die Pandemie besiegen k&ouml;nnen.&rdquo; Dies sei verletzend und h&auml;tte vermieden werden k&ouml;nnen. &ldquo;Heute aber steht Europa an Italiens Seite.&rdquo;<br>\nEigenes Versagen kann die CDU-Frau offenbar nicht erkennen. Dabei hat die EU-Kommission geschlafen, als Deutschland und Frankreich ein Export-Verbot von medizinischer Ausr&uuml;stung einf&uuml;hrten. Erst nach massiven Protesten aus Rom hat vdL reagiert. Auch die Grenzschlie&szlig;ungen, die den Binnenmarkt behindern, hat sie hingenommen.<br>\nDer Verweis auf die EU-Staaten ist aus noch einem anderen Grund pikant. Denn die Wut der Italiener richtet sich ja &ndash; zu Recht oder zu Unrecht &ndash; vor allem gegen Deutschland. Die deutsche Kommissionschefin entschuldigt sich also f&uuml;r ihr eigenes Heimatland. Kanzlerin Merkel hingegen h&auml;lt dies offenbar nicht f&uuml;r n&ouml;tig.<br>\nZudem kommt das &ldquo;Mea culpa&rdquo; reichlich sp&auml;t. EU-Ratspr&auml;sident Michel hat sich n&auml;mlich schon am 20. M&auml;rz bei italienischen Staatschef Sergio Mattarella entschuldigt. Schon damals versprach Michel, der im Namen aller EU-Staaten spricht, mehr Solidarit&auml;t. Doch genau die wurde dann beim EU-Gipfel vor einer Woche verweigert &ndash; auch von Merkel.<br>\nEinen letzten Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen: Dieselben, die sich nun &ouml;ffentlichkeitswirksam bei Italien entschuldigen, beschuldigen Kritiker, &ldquo;Fake News&rdquo; zu verbreiten ud dem Kreml in die H&auml;nde zu spielen, wenn sie die EU kritisieren. Offenbar hatten die Kritiker doch einen Punkt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/blogs.taz.de\/lostineurope\/2020\/04\/03\/von-der-leyen-sagt-leise-pardon\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Merkel und Scholz riskieren neue Euro Krise<\/strong><br>\nPressemitteilung von Fabio De Masi, 07. April 2020<br>\n(&hellip;) &bdquo;Der Widerstand gegen Corona-Anleihen ist unbegr&uuml;ndet. Corona-Anleihen dienen nicht der Vergemeinschaftung von Altschulden. Wer Italien zwingt, in die Krise zu k&uuml;rzen, macht die Krise teurer und t&ouml;dlicher &ndash; auch f&uuml;r Europa.<br>\nDie Europ&auml;ische Investitionsbank (EIB) k&ouml;nnte eine Corona-Anleihe begeben und die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) diese Anleihe kaufen. Die EZB kauft bereits heute Anleihen der EIB. Das Zins- und Haftungsrisiko f&uuml;r Deutschland w&auml;re faktisch null, da die EZB in Euro nie Pleite gehen kann. Diese Finanzierung von Staatsausgaben durch die EZB w&auml;re zul&auml;ssig, da die EIB kein Staat, sondern eine Bank ist.<br>\nDas Verbot der Staatsfinanzierung durch die EZB in den EU-Vertr&auml;gen schafft ein k&uuml;nstliches Insolvenzrisiko. Dabei kann ein Land eigentlich in eigener W&auml;hrung nie Pleite gehen. In den USA und jedem anderen W&auml;hrungsraum w&auml;re es undenkbar, dass die Zentralbank die Staatsanleihen der eigenen Regierung nicht akzeptiert.<br>\nWird dieses Problem nicht behoben, wird der Euro nicht &uuml;berleben. Faktisch setzt sich die EZB bereits &uuml;ber dieses Verbot hinweg, da sie im Rahmen des Pandemic-Bond-Programms angek&uuml;ndigt hat, unabh&auml;ngig vom jeweiligen Kapitalschl&uuml;ssel notfalls Staatsanleihen zu kaufen. Diese werden Banken und Fonds jedoch auf dem Sekund&auml;rmarkt abgekauft. Das ist &uuml;berfl&uuml;ssig.<br>\nDer ESM ist in seinem Volumen begrenzt und aufgrund der K&uuml;rzungsauflagen ungeeignet. Er erh&ouml;ht &uuml;berdies die Staatsverschuldung von L&auml;ndern wie Spanien und Italien und schafft damit das Risiko einer neuen Eurokrise.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/corona-bonds-merkel-und-scholz-riskieren-neue-euro-krise\/\">Die Linke<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Siehe dazu auch: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59988\">Das &bdquo;gemeinsame Europa&ldquo; stirbt<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>EU-Streit &uuml;ber Krisenhilfe: Drohende Auferstehung der Troika<\/strong><br>\nDie EU-Finanzminister haben sich im Streit um Hilfen f&uuml;r Corona-Krisenl&auml;nder verhakt. Niederlande, Finnland und &Ouml;sterreich fordern harte Konditionen.<br>\nKnapp zwei Wochen nach einem verungl&uuml;ckten Video-Gipfel steht die Europ&auml;ische Union erneut vor einer Zerrei&szlig;probe. Am Mittwochmorgen blockierten die Niederlande ein 500 Milliarden Euro schweres EU-Hilfspaket gegen die Wirtschaftskrise. Der Streit war so heftig, dass die Eurogruppe ihre Beratungen abbrechen musste und sich auf Donnerstag vertagte. [&hellip;]<br>\nDass man sich trotzdem nicht einig wurde, lag nach Angaben von EU-Diplomaten vor allem an den Niederlanden. Finanzminister Wopke Hoekstra habe &ldquo;&uuml;berm&auml;&szlig;ige Forderungen&ldquo; gestellt, etwa nach Strukturreformen im Gesundheitswesen und K&uuml;rzungen bei den Renten. &ldquo;Ohne die Niederlande h&auml;tte es eine Einigung gegeben&ldquo;, hie&szlig; es in Br&uuml;ssel. Allerdings ist die Sache wohl doch ein wenig komplizierter.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/EU-Streit-ueber-Krisenhilfe\/!5674800\/\">Eric Bonse in der taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Welche Logik steckt hinter der Konditionalisierung der dringend notwendigen Hilfszahlungen? Und wieso tut Deutschland zumindest im Vordergrund wieder so unbeteiligt, sind angeblich (nur) die Niederlande, Finnland und &Ouml;sterreich die Harten, wenn Deutschland ebenfalls auf &ldquo;Budgetdisziplin&rdquo; und der R&uuml;ckf&uuml;hrung der Schulden beharrt? Und umgekehrt: wenn Spanien, Italien, Portugal&hellip; aktiv daran gehindert werden, sich in Fremdw&auml;hrung (dem Euro) zu verschulden, welcher andere Ausweg bleibt ihnen dann noch, als eine Verschuldung in der eigenen W&auml;hrung anzustreben &ndash; auf gut Deutsch, den Euro zu verlassen? Welche Anreize sollten sie haben, um im Eurosystem zu bleiben, das sie finanziell (und wirtschaftlich) erdr&uuml;ckt und ihnen keinerlei Vorteile bietet au&szlig;er den, dass ein &ndash; vermutlich sehr schwieriger und schmerzhafter Austritt aus dem Euro &ndash; vermieden wird? Der Punkt wird kommen, an dem vor allem in Italien die Abw&auml;gung zwischen zwei gro&szlig;en &Uuml;beln &ndash; Verbleib im Euro und Austritt aus dem Euro &ndash; zugunsten des Austritts ausfallen wird, denn lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Plan f&uuml;r deutsche EU-Pr&auml;sidentschaft &ndash; Berlin will Mercosur durchdr&uuml;cken<\/strong><br>\nExklusiv: Unter deutscher F&uuml;hrung soll die EU auch &uuml;ber ein neues TTIP-Abkommen mit den USA verhandeln. Das d&uuml;rfte auf Widerstand sto&szlig;en.<br>\nDie EU soll das umstrittene Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten trotz eines Vetos aus &Ouml;sterreich weiter verfolgen und abschlie&szlig;en. Au&szlig;erdem soll die EU-Kommission eine weitreichende Handelsliberalisierung mit den USA aushandeln. Dies geht aus einem Entwurf f&uuml;r den deutschen EU-Vorsitz hervor, der der taz vorliegt.<br>\nDie deutsche Ratspr&auml;sidentschaft beginnt am 1. Juli und dauert ein halbes Jahr. Die Au&szlig;en- und Handelspolitik geh&ouml;rt dabei zu den Schwerpunkten der Bundesregierung, wie aus dem Entwurf hervorgeht. &bdquo;Innovativ, gerecht und nachhaltig &ndash; mehr Europa in der Welt&ldquo; lautet die Devise, die noch vor Beginn der Coronakrise ausgegeben wurde.<br>\nDie USA werden in dem Entwurf weiter als &bdquo;engster au&szlig;en- und sicherheitspolitischer Partner au&szlig;erhalb der EU&ldquo; bezeichnet. Die Bundesregierung spricht sich f&uuml;r die &bdquo;Wiederaufnahme eines breiten Hochrangigen politischen Dialogs (&hellip;) und die Weiterentwicklung und Umsetzung einer positiven transatlantischen Handelsagenda&ldquo; aus.<br>\nDies geht weit &uuml;ber die aktuellen Pl&auml;ne hinaus. Die EU-Kommission verhandelt mit Washington derzeit vor allem &uuml;ber gemeinsame Industriestandards, um US-Strafz&ouml;lle auf deutsche Autoexporte zu verhindern. Berlin scheint jedoch eine Art &bdquo;TTIP light&ldquo; anzustreben &ndash; also eine umfassende Liberalisierung zugunsten der Exportindustrie.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Plan-fuer-deutsche-EU-Praesidentschaft\/!5673739\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leses J.A.:<\/strong> Soviel zu dem Geschw&auml;tz von &ldquo;Solidarit&auml;t&rdquo; und &ldquo;Demokratie&rdquo; insbesondere vonseiten der Bundesregierung. Es geht immer nur um &ldquo;deutsche&rdquo; Interessen, d. h. spezifisch die Interessen der deutschen Exportwirtschaft, da besonders der Automobilhersteller. Die Widerst&auml;nde in den anderen EU-L&auml;ndern und im EU-Parlament werden nicht beachtet und einfach niedergeb&uuml;gelt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li><li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Corona international<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Anders macht es anders<\/strong><br>\nDeutschland mag in Christian Drosten eine Art inoffiziellen &bdquo;Mister Corona&ldquo; haben. Schweden hat kraft Amtes einen &bdquo;Staatsepidemiologen&ldquo;. Seit 2013 ist das Anders Tegnell, ein Spezialist f&uuml;r Infektionskrankheiten mit Erfahrung beim Einsatz gegen Ebola und Schweinegrippe. Nun ist er f&uuml;r die Strategie der Corona-Bek&auml;mpfung verantwortlich. Seinen Empfehlungen vertraut die Regierung bislang bei allen ihren Ma&szlig;nahmen.<br>\nUnd nicht nur sie. Aftonbladet spricht schon von einem &bdquo;Nationalidol&ldquo;, das die Bev&ouml;lkerung durch den Dschungel der Verhaltungsregeln im Umgang mit Covid-19 f&uuml;hre. Mit seiner unaufgeregten Art scheinen die SchwedInnen ihn ins Herz geschlossen zu haben. Obwohl er ja meist unangenehme Nachrichten zu verk&uuml;nden hat.<br>\nDie Linie, die er von Beginn an konsequent verfolgt, wird im Ausland oft als Sonderweg beschrieben. Was Tegnell bestreitet: &bdquo;Wir wollen dasselbe wie alle anderen L&auml;nder: Die Virusausbreitung so gut es geht zu verlang&shy;samen.&ldquo; Anders macht es anders: Er h&auml;lt nichts von &uuml;berst&uuml;rzten Panikma&szlig;nahmen und wenig wirksamen Verboten.<br>\nWichtig sei das Vertrauen der Bev&ouml;lkerung. Die habe das Recht, erkl&auml;rt zu bekommen, warum man ihre Freiheit und das gesellschaftliche Leben einschr&auml;nke. Und warum eine andere nicht oder noch nicht notwendig sei, weil sie nur eine marginale Verlangsamung verspreche. Seine Botschaft: Hier habt ihr die Infos, jetzt k&ouml;nnt ihr selbst denken und entscheiden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Schwedens-Staatsepidemiologe-Tegnell\/!5673457\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Pandemie als Druckmittel<\/strong><br>\nDie EU nutzt die Covid-19-Pandemie als Druckmittel gegen die Regierung Venezuelas. Hintergrund sind die US-Sanktionen gegen das Land, die die venezolanische Wirtschaft massiv sch&auml;digen und den Kampf gegen das Covid-19-Virus erheblich behindern. Washington will die Sanktionen nur aussetzen, wenn die Regierung in Caracas zur&uuml;cktritt. Wolle Caracas &ldquo;verheerende Auswirkungen auf die Menschen&rdquo; verhindern, m&uuml;sse es die US-Forderung erf&uuml;llen, verlangt auch die Europ&auml;ische Union. Br&uuml;ssel ist seinerseits nicht bereit, seine Sanktionen gegen Venezuela zu beenden, obwohl UN-Generalsekret&auml;r Ant&oacute;nio Guterres seit Ende M&auml;rz explizit fordert, wirtschaftliche Zwangsma&szlig;nahmen umgehend auszusetzen, um den Kampf gegen die Pandemie nicht zu behindern. Mehr als zwei Drittel aller Staaten unterst&uuml;tzen das, ausgenommen vor allem die L&auml;nder der EU und Nordamerikas. Deutschland tr&auml;gt zudem Mitschuld daran, dass der IWF Caracas Nothilfe-Mittel verweigert: Ursache ist, dass diverse westliche Staaten Venezuelas Regierung die Anerkennung verweigern und einen Putschisten zum legitimen Pr&auml;sidenten erkl&auml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8242\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><strong>dazu: Venezolanische Regierung wendet sich mit Brief an Deutsche Welle und fordert R&uuml;cknahme von Fake-News<\/strong><br>\n&ldquo;Venezolanische K&uuml;stenwache rammt absichtlich deutsches Kreuzfahrtschiff in internationalen Gew&auml;ssern&rdquo;. Diese Meldung brachte der deutsche Staatssender Deutsche Welle mit Verweis auf den Spiegel am 3. April. Doch Radarbilder und Funkaufzeichnung zeichnen ein anderes Bild. (&hellip;)<br>\nEs w&auml;re nicht das erste Mal, dass der Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland mit nachweislichen Falschmeldungen &uuml;ber Venezuela auf sich aufmerksam macht. Fast genau vor einem Jahr blamierte sich die Deutsche Welle (DW), als sie am 14. April 2019 gro&szlig; titelte: &ldquo;PRESSEFREIHEIT &ndash; Deutsche Welle in Venezuela abgeschaltet&rdquo;. In den sozialen Medien versah DW die Meldung zudem mit dem Hashtag #Zensur. Bundesregierung und Ausw&auml;rtiges Amt intervenierten und verurteilten die angebliche Abschaltung durch die venezolanische Regierung. Doch die Meldung hatte keinerlei faktische Grundlage und entpuppte sich nach Recherchen von RT Deutsch als nachweislich frei erfunden. Doch bis heute hat sich die Deutsche Welle f&uuml;r diese damalige Falschmeldung nicht entschuldigt, ebenso wenig das Ausw&auml;rtige Amt.<br>\nEine &auml;hnliche Entwicklung scheint sich nun vor dem Hintergrund eines bis jetzt nicht v&ouml;llig gekl&auml;rten Zusammensto&szlig;es in der Karibik am 30. M&auml;rz 2020 zwischen einem venezolanischen Patrouillenschiff und einem deutschen Kreuzfahrtschiff, welches f&uuml;r Fahrten durch Eisgew&auml;sser der Antarktis &uuml;ber einen speziell verst&auml;rktem Rumpf verf&uuml;gt, abzuzeichnen. Mit einem Unterschied, im aktuellen Fall interveniert das Au&szlig;enministerium Venezuelas mit einem Brief an die Leitungsebene der DW in Berlin:<br>\n&ldquo;Auf Anweisung des Au&szlig;enministers @jaarreaza haben wir &uuml;ber unsere Botschaft in Deutschland einen Brief an die Deutsche Welle (DW), &uuml;berreicht, in dem wir den unverantwortlichen und unethischen Umgang mit dem Fall Resolute-Naiguat&aacute; anprangern. Lesen und verbreiten&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/amerika\/100632-venezolanische-regierung-an-deutsche-welle-nehmt-fake-news-zurueck\/\">RT Deutsch<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Entwicklungsl&auml;nder und das Virus<\/strong><br>\nVon Heiner Flassbeck<br>\nDie globale Pandemie l&auml;sst fast niemanden aus. Es ist h&ouml;chste Zeit, den Entwicklungsl&auml;ndern schnell und rigoros Hilfe zu leisten. Das ist m&ouml;glich, wenn die Industriel&auml;nder auch hier ihre &ouml;konomischen Dogmen schleunigst &uuml;ber Bord werfen.<br>\n(&hellip;) Noch viel gravierender in ihren Folgen sind dogmatische Tabus f&uuml;r die Entwicklungsl&auml;nder. F&uuml;r die meisten von ihnen ist die Bek&auml;mpfung der Krise wesentlich schwieriger, da das Ausma&szlig; der ben&ouml;tigten Hilfe gr&ouml;&szlig;er und die aus eigener Kraft verf&uuml;gbaren Mittel geringer sind als in den Industriel&auml;ndern&hellip; Angesichts des Potenzials an Leid und Sch&auml;den, die bei einer nicht angemessenen Reaktion der Wirtschaftspolitik in diesen L&auml;ndern drohen, ist es unausweichlich, dass die Industriel&auml;nder im eigenen Interesse diesen L&auml;ndern schnell und in gro&szlig;em Ma&szlig;stab helfen.<br>\n(&hellip;) F&uuml;r Europa und die USA ist mittlerweile den meisten Beobachtern klar, dass eine Abfederung des Schocks durch die Fiskalpolitik nur m&ouml;glich ist, wenn die Geldpolitik die Fiskalpolitik mit allen ihr zur Verf&uuml;gung stehenden Mitteln unterst&uuml;tzt. Im Kern: Der Gro&szlig;teil der finanziellen Mittel, &uuml;ber die Staaten in dieser Krise verf&uuml;gen m&uuml;ssen, kommt direkt oder indirekt von deren Zentralbanken, wird also aus dem Nichts geschaffen.<br>\nDie Rolle der Zentralbanken ist dabei, den Spekulanten an den Anleihem&auml;rkten das Handwerk zu legen&hellip;<br>\nF&uuml;r die Entwicklungsl&auml;nder, die zwar eigene W&auml;hrungen haben, deren Wechselkurse aber sehr stark von den Finanzm&auml;rkten bestimmt werden, gibt es diese einfache L&ouml;sung nicht. Es besteht bei monet&auml;r unterst&uuml;tzten gro&szlig;en fiskalischen Hilfsprogrammen die Gefahr, dass die W&auml;hrungen weiter abst&uuml;rzen, weil die &bdquo;M&auml;rkte&ldquo; erwarten (und darauf spekulieren), dass sich selbst die jetzt erreichten niedrigen Wechselkurse im Verlauf dieser Krise nicht werden halten lassen&hellip;<br>\n(&hellip;) Der Ausweg: Tempor&auml;r feste Wechselkurse<br>\nAus der Zwickm&uuml;hle zwischen Zins und Wechselkurs gibt es einen einfachen Ausweg, der absolut naheliegend ist, wenn man sich &uuml;ber die herk&ouml;mmlichen &ouml;konomischen Dogmen hinwegsetzt. Um den Entwicklungsl&auml;ndern die in dieser Krise lebensnotwendige monet&auml;re Freiheit zu geben, die f&uuml;r gro&szlig;e Industriel&auml;nder nahezu selbstverst&auml;ndlich ist, muss man den Entwicklungsl&auml;ndern f&uuml;r die Zeit der Bek&auml;mpfung des Corona-Schocks &ndash; sagen wir: f&uuml;r die n&auml;chsten zw&ouml;lf Monate &ndash; eine Wechselkursgarantie geben. Ihre W&auml;hrungen sollten weiter gehandelt werden, aber einen bestimmten Wert zum US-Dollar oder zum Euro nicht unterschreiten&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2020\/04\/die-entwicklungslaender-und-das-virus\/\">Makroskop<\/a><\/li>\n<li><strong>Russian ventilators sent to US made by firm under US sanctions<\/strong><br>\nVentilators delivered by Russia to the United States for coronavirus patients were manufactured by a Russian company that is under US sanctions, Russia&rsquo;s RBC business daily reported on Friday.<br>\nA Russian military plane carrying the ventilators along with other medical supplies including personal protective equipment landed in New York on Wednesday after US President Donald Trump and Russian President Vladimir Putin spoke by phone.<br>\nRussian state television footage of the plane&rsquo;s unloading showed boxes of &ldquo;Aventa-M&rdquo; ventilators, which are produced by the Ural Instrument Engineering Plant (UPZ) in the city of Chelyabinsk, 1,500 km (930 miles) east of Moscow, RBC reported.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jpost.com\/International\/Russian-ventilators-sent-to-US-made-by-firm-under-US-sanctions-623526\">The Jerusalem Post<\/a><\/li>\n<li><strong>Das Allerletzte: USA setzen Zahlungen an Weltgesundheitsorganisation aus<\/strong><br>\nUS-Pr&auml;sident Donald Trump hat gedroht, Beitragszahlungen seines Landes an die Weltgesundheitsorganisation zu stoppen. Die WHO habe bei der Corona-Pandemie schlecht reagiert, sagte Pr&auml;sident Donald Trump bei einer Pressekonferenz im Wei&szlig;en Haus zur Begr&uuml;ndung. &ldquo;Sie h&auml;tten es wissen m&uuml;ssen und haben es vermutlich gewusst.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/newsticker\/liveblog-corona-mittwoch-103.html#USA-setzen-Zahlungen-an-Weltgesundheitsorganisation-aus\">Tageschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Zur Erinnerung, Mr. Trump: Die WHO hat bereits am 13. M&auml;rz das Coronavirus zu einer Pandemie erkl&auml;rt und alle L&auml;nder aufgefordert, auf Eind&auml;mmung zu setzen und gleichzeitig ihre Bem&uuml;hungen zur Bek&auml;mpfung der Krankheit zu forcieren. <a href=\"http:\/\/www.euro.who.int\/de\/health-topics\/health-emergencies\/coronavirus-covid-19\/news\/news\/2020\/3\/who-announces-covid-19-outbreak-a-pandemic\">Dabei komme es wesentlich auf schnelles Handeln an, bei dem jeder Tag z&auml;hle<\/a>. Aber Trump sowie auch sein Freund Boris Johnson wussten es nat&uuml;rlich besser und haben nicht auf die Warnungen der WHO geh&ouml;rt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li><li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Corona und die Grundrechte<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Vom Niedergang grundrechtlicher Denkkategorien in der Corona-Pandemie<\/strong><br>\nWir beklagen zurzeit Grundrechtseingriffe ungeahnten Ausma&szlig;es. Wir m&uuml;ssen aber noch etwas beklagen, n&auml;mlich einen ziemlich fl&auml;chendeckenden Ausfall rechtsstaatlicher Argumentationsstandards. Zwar betonen die Entscheider, die momentan mit Rechtsverordnungen Grundrechte suspendieren, immer wieder, wie schwer ihnen dies falle. Dem rechtlich wie ethisch gebotenen Umgang mit den Grundrechten wird die momentane Rechtfertigungsrhetorik jedoch nicht gerecht. Grundrechte k&ouml;nnen nur unter Beachtung der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit eingeschr&auml;nkt werden. Der Eingriff unterliegt einem Rationalit&auml;tstest anhand von faktenorientierten Ma&szlig;st&auml;ben und einer Verantwortbarkeitskontrolle orientiert an normativen Ma&szlig;st&auml;ben.<br>\nZun&auml;chst geht es um Faktenfragen: Es darf vor allem kein milderes Mittel geben. K&ouml;nnen die gew&auml;hlten Mittel das Ziel, dem der Eingriff dient, &uuml;berhaupt f&ouml;rdern? Sind weniger invasive Mittel denkbar? Um diese Fragen zu beurteilen, muss man wissen, auf welche Bedrohung reagiert wird. Sodann d&uuml;rfen die f&uuml;r dieses Ziel eingesetzten Mittel andere Rechtsg&uuml;ter nicht unangemessen verk&uuml;rzen. Jetzt geht es um eine normative Frage. Das rechtsstaatliche Rechtfertigungsprogramm von Grundrechtseingriffen operiert mit einigen Grundkategorien: Schutzg&uuml;ter, Eingriffsintensit&auml;t, mildere Mittel, Kausalit&auml;t und Zurechnung. Die mit diesen Kategorien verbundenen Denkvorg&auml;nge finden momentan ganz weitgehend nicht statt. Wenn wir momentan einen &bdquo;Ausnahmezustand&ldquo; erleben, dann ist es ein Ausnahmezustand im juristischen Denken. (&hellip;)<br>\nWir wissen zwar nicht, wie sich das dynamische Schutzgut Gesundheitssystem entwickelt, wir wissen eines aber mit Sicherheit: Die Freiheiten werden jetzt verletzt: Jetzt werden die Existenzen vernichtet. Jetzt wird Bildungsungleichheit erzeugt. Jetzt wird auch die Gesundheit vernachl&auml;ssigt, wenn OPs nicht mehr durchgef&uuml;hrt werden und Zahn&auml;rzte Kurzarbeit anmelden. Jetzt werden die Staatsfinanzen ruiniert. Jetzt werden die Mittel f&uuml;r Ausgleichsma&szlig;nahmen disponiert, die wir f&uuml;r Infrastruktur, Klimaschutz und Bildung vorgesehen hatten. Diese Schutzg&uuml;ter werden jetzt gesch&auml;digt. Aber welchen Gesundheitsschutz versprechen wir uns, f&uuml;r den wir Freiheitseingriffe und Finanzrisiken in Kauf nehmen? Will der Staat jedem Patienten eine 14t&auml;gige intensivmedizinische Behandlung garantieren? Sollte er das &ndash; und damit Erwartungen wecken, die er ersichtlich nicht erf&uuml;llen kann? Was w&auml;re bei einem verheerenden Terroranschlag: Ist dann auch jedem Opfer eine intensivmedizinische Betreuung garantiert? Es ist auch hier die Zeitdimension, die wir nicht in den Griff kriegen. Wie erstaunlich, dass der sichere Freiheitseingriff in der Gegenwart eingetauscht wird gegen einen unsicheren Gesundheitsschutz in der Zukunft. Abw&auml;gung kann man das jedenfalls nicht nennen. (&hellip;)<br>\nWir stehen vor Hygienema&szlig;nahmen ganz anderer Art: Der Rechtsstaat ist schwer beschmutzt. Die rechtsstaatliche Hygiene muss dringend wieder hergestellt werden, sonst droht hier das gr&ouml;&szlig;te Infektionsrisiko.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/vom-niedergang-grundrechtlicher-denkkategorien-in-der-corona-pandemie\/\">Oliver Lepsius in Verfassungsblog<\/a>\n<p><strong>dazu: Wie lange noch?<\/strong><br>\n(&hellip;) Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik sind sie so fl&auml;chendeckend, so umfassend und so radikal eingeschr&auml;nkt worden. Die Freiheiten der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger werden, wegen Corona, auf vorerst unabsehbare Zeit in bisher unvorstellbarer Weise beschnitten und aufgehoben &ndash; ohne gro&szlig;en gesetzgeberischen Aufwand, mit einem Fingerschnippen der Exekutive quasi.<br>\nEs wurde eine Stimmung geschaffen, in der sich Menschenrechte und Menschenleben gegen&uuml;berstehen und die amtlich verordnete Aussetzung von Menschen- und B&uuml;rgerrechten als Preis f&uuml;r die Rettung von Menschenleben gilt&hellip;<br>\n(&hellip;) Und es gibt kaum Protest dagegen und keine Demonstrationen; letztere sind ja heute verboten&hellip;<br>\nDie Reaktion auf Corona ver&auml;ndert die gereifte Bundesrepublik. In einem Land mit einer bislang ausgepr&auml;gten Streitkultur verschwinden Kritik und Protest.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/prantls-blick-coronavirus-grundrechte-1.4868817\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Solidarit&auml;t ver&auml;ndert keine Strukturen<\/strong><br>\n93 Prozent der befragten B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger bef&uuml;rworten die derzeitigen Kontaktbeschr&auml;nkungen. Das ist das Ergebnis des letzte Woche ver&ouml;ffentlichten ARD-Deutschlandtrends. Wir verzichten derzeit auf zahlreiche Grundrechte und das einigerma&szlig;en bereitwillig. Solche Eingriffe h&auml;tten immer einen autorit&auml;ren Beiklang, sagt der Soziologe Wilhelm Heitmeyer im Dlf. Man m&uuml;sse nun aber aufpassen, &bdquo;wenn das immer weiter ausgeweitet wird, dass wir dann durchaus in die N&auml;he eines &Uuml;berwachungsstaates kommen, und das wird dann gef&auml;hrlich.&ldquo; Denn Institutionen, politische oder ministeriale Institutionen h&auml;tten kein Ged&auml;chtnis. &bdquo;Das hei&szlig;t, es dient jetzt zun&auml;chst mal zur Machtausweitung, und da muss man aufpassen, dass sich das nicht verfestigt.&ldquo; Das sei der entscheidende Punkt.<br>\nMit Blick auf die Gesellschaft sieht Heimeyer keine Hoffnung, dass sich nach Corona alles zum Positiven &auml;ndere. &bdquo;Das kann ich nicht erkennen. Denn wir leben letztlich in einem kapitalistischen Staat und da ist es ja so, dass der Finanzkapitalismus kein besonderes Interesse an gesellschaftlicher Integration hat, sondern da geht es um die Kriterien von N&uuml;tzlichkeit, Verwertbarkeit, Effizienz.&ldquo; Da m&uuml;sse man aufpassen, dass das jetzt nicht auch auf Menschen zunehmend angewandt wird&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/corona-pandemie-soziologe-solidaritaet-veraendert-keine.694.de.html?dram:article_id=474121\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wie weit die &bdquo;Solidarit&auml;t&ldquo; geht hat bereits der bayerische Ministerpr&auml;sident Markus S&ouml;der mit seinem Vorschlag zu einer pauschalen Einkommenssteuersenkung, die vor allem den hohen Einkommen zu gute k&auml;me, demonstriert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Gesundheitsdiktatur. Notstand wegen dem Corona-Virus verlangt nach Wachsamkeit gegen&uuml;ber dem Staat<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/interventionen\/grundrechte\/kommunikationsfreiheit\/datenschutz\/die-gesundheitsdiktatur-notstand-wegen-dem-corona-virus-verlangt-nach-wachsamkeit-gegenueber-dem-staat\/\">LabourNet Germany<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Ein interessantes Dossier.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li><li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Corona und die Medien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Ich sch&auml;me mich &ndash; meines Berufsstands<\/strong><br>\nHarald Wiesendanger &uuml;ber die Massenmedien w&auml;hrend der Corona-Krise<br>\nSeit &uuml;ber 35 Jahren arbeite ich als Wissenschaftsjournalist, mit Schwerpunkt Medizin. Jederzeit konnte ich dazu stehen, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Falls jedoch das, was Massenmedien in der Corona-Krise nahezu geschlossen abliefern, noch als &bdquo;Journalismus&ldquo; durchgeht, so will ich damit nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun haben. Falls das, was sie sich als &bdquo;Wissenschaft&ldquo; verkaufen lassen und unverdaut an ihre Zielgruppen weiterreichen, durchweg Wissenschaft ist, so r&auml;ume ich schleunigst mein Arbeitsgebiet.<br>\nMit blankem Entsetzen und ohnm&auml;chtiger Wut verfolge ich das unw&uuml;rdige Treiben gestandener Berufskollegen: vom Redakteur beim Nachrichtenmagazin &uuml;ber den &bdquo;Tagesthemen&ldquo;- und &bdquo;Heute&ldquo;-Moderator bis hin zum Mitarbeiter der Presseagentur, zum Rundfunkplauderer, zum Social-Media-Texter, zum Talkshow-Gastgeber. Ungefiltert bringen sie offizielle Horrorzahlen unters Volk, ohne zu hinterfragen, wie diese &uuml;berhaupt zustande kommen; wie sie ausgewertet werden; was sie eigentlich besagen; wie es um andere Zahlen steht&hellip;<br>\n(&hellip;) Wie ein Berufsstand, der als unabh&auml;ngige, kritische, unvoreingenommene Vierte Gewalt die M&auml;chtigen kontrollieren soll, ebenso blitzschnell wie nahezu einm&uuml;tig derselben kollektiven Hysterie erliegen kann wie sein Publikum und sich f&uuml;r Hofberichterstattung, Regierungspropaganda, expertengl&auml;ubige Verg&ouml;tterung der Heiligen Kuh Wissenschaft hergibt: Das ist mir unbegreiflich, es widert mich an, ich habe genug davon, ich distanziere mich voller Fremdscham von dieser unw&uuml;rdigen Performance. Wahrhaftigkeit und sorgf&auml;ltige Recherche; Schutz der Ehre und Achtung der W&uuml;rde von Menschen &ndash; auch solcher, die abweichende Meinungen vertreten; das Gegenchecken jeder Informationsquelle, egal wie glaubhaft sie auf den ersten Blick erscheinen mag; das Vermeiden sensationeller Darstellungen, die &uuml;berzogene Hoffnungen oder Bef&uuml;rchtungen wecken k&ouml;nnten: All das z&auml;hlt zu den obersten Geboten jedes Pressekodex&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nachrichten-fabrik.de\/news\/harald-wiesendanger-ueber-die-massenmedien-waehrend-der-corona-krise-ich-schaeme-mich---meines-berufsstands-152103\">Nachrichten-Fabrik<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. 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