{"id":6027,"date":"2010-06-29T08:40:09","date_gmt":"2010-06-29T06:40:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6027"},"modified":"2010-06-29T09:42:20","modified_gmt":"2010-06-29T07:42:20","slug":"hinweise-des-tages-1170","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6027","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Der Gipfel; Krugman: die dritte Depression; &Ouml;konomenumfrage; deutsche Banken haben die meisten faulen Kredite;  Mehr Steuern, bitte; Steuersenkungswettlauf; das Leben einer Hotel-Hungerl&ouml;hnerin; guter Ausl&auml;nder, schlechter Ausl&auml;nder; IQ-Test f&uuml;r Ausl&auml;nder; die Arbeitslosigkeit und die Tafeln gleichzeitig abschaffen; Swift-Abkommen; Aufstand gegen Westerwelle abgesagt; Gauck spaltet Ex-DDR-Opposition; die Scheinwirtschaft an den Unis; Fu&szlig;ball-WM; zum 100. Geburtstag von Erich Kuby. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Der Gipfel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Paul Krugman: Die dritte Depression<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">FTD-&Ouml;konomenumfrage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Deutsche Banken haben die meisten faulen Kredite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Mehr Steuern, bitte!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Direkte Steuern runter, indirekte Steuern rauf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Das Leben einer Hotel-Hungerl&ouml;hnerin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Guter Ausl&auml;nder, schlechter Ausl&auml;nder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Kritik an Forderung nach IQ-Test f&uuml;r Migranten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Die Arbeitslosigkeit und die Tafeln gleichzeitig abschaffen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Ab in den Datenpool<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">FDP: Der Aufstand ist abgesagt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Gauck spaltet Ex-DDR-Opposition<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Die Scheinwirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Betrachtungen zur Fu&szlig;ball-WM<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Zum 100. Geburtstag von Erich Kuby<\/a> <\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=6027&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Der Gipfel <\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Scheingefechte und Gruppenfotos<\/strong><br>\nWer am Wochenende die Kommuniqu&eacute;s vom Gipfel der 20 m&auml;chtigsten Industrie- und Schwellenl&auml;nder in Toronto las, konnte zu dem Schluss kommen, im falschen Film gelandet zu sein. Eineinhalb Jahre sind vergangen, seitdem das Bankensystem in weiten Teilen der Welt zusammengebrochen ist und nur durch milliardenschwere staatliche Hilfen gerettet werden konnte. In dieser Zeit hat die Rezession 34 Millionen Menschen den Job gekostet. Bankenhilfe, Konjunkturprogramme und die sinkende Wirtschaftsleistung haben den Weg f&uuml;r die Schuldenkrise geebnet. Erste Staaten sind fast pleitegegangen (Griechenland, Ungarn) oder stehen knapp davor (Spanien).<br>\nWas machten die G-20? Sie f&uuml;hren Scheingefechte. Die USA und Europa verloren sich in sinnlosen Gepl&auml;nkeln dar&uuml;ber, wer wie viel sparen soll. So als ob am Ende dieser Debatte etwas anderes als vage Ziele unter dem Motto &ldquo;Sparen ist wichtig, die Wirtschaft st&auml;rken aber auch&rdquo; herauskommen h&auml;tte k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1277336851969\/G20-Gipfel-Scheingefechte-und-Gruppenfotos\">derStandard.at<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung GG:<\/strong> In der &ouml;sterreichischen Zeitung kann man immerhin noch lesen, was in deutschen Medien weitgehend verschwiegen wird: &ldquo;&hellip; auch in den USA gibt es seit l&auml;ngerem grunds&auml;tzliche Bereitschaft zu sparen &ndash; die Frage war stets nur ab wann und wie stark.&rdquo; Hierzulande werden die Positionen auf ein &ldquo;<a href=\"\/?p=6012\">verf&auml;lschendes &ldquo;Sparen oder Schulden machen<\/a>&rdquo; verk&uuml;rzt.<br>\nUnd der Standard berichtet weiter, was dem Leser deutscher Gazetten an Differenzierung offenbar nicht zugemutet werden kann: Man erkenne an, hei&szlig;t es in der Abschlusserkl&auml;rung des Gipfels, dass die wirtschaftliche Erholung je nach Land und Region in unterschiedlichem Tempo voranschreite. &ldquo;Es besteht das Risiko, dass sich eine synchronisierte Anpassung der Finanzen in den wichtigsten Volkswirtschaften negativ auf die Erholung auswirkt.&rdquo; Gleichzeitig d&uuml;rfe eine notwendige Konsolidierung aber nicht vers&auml;umt werden, weil dies das Vertrauen st&ouml;re und das Wachstum behindere.&rdquo;<br>\nDer deutsche Michel bekommt das von seinen Qualit&auml;tsmedien verdaulicher vorgesetzt, n&auml;mlich so, wie stellvertretend der M&uuml;nchener Merkur Mainstream-Junkfood serviert:  &bdquo;&hellip;Umso erstaunlicher, dass die Europ&auml;er sich mit ihrem beeindruckend schn&ouml;rkellos vertretenen neuen Grundsatz &lsquo;Sparen statt Schulden&rsquo; am Ende durchsetzen konnten. Zumindest auf dem Papier erkl&auml;rten die Gipfelteilnehmer ihre Absicht, die Haushaltsdefizite bis 2013 auf die H&auml;lfte zu reduzieren. Dieser Meinungsumschwung ist nicht zuletzt das Verdienst der deutschen Kanzlerin, die keinen Augenblick daran dachte, die Stabilit&auml;t des Euro auf dem Altar amerikanischer Konjunkturpolitik zu opfern&rdquo;.<\/em><\/p>\n<p>&bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,druck-703208,00.html\">Merkels Sparsieg<\/a>&ldquo; muss gefeiert werden. Nat&uuml;rlich auf Kanzlerinnenart:<br>\n&ldquo;Angela Merkel kann diese Schwarz-Wei&szlig;-Malerei nicht leiden. Wer hat gewonnen, wer hat verloren? Wer hat sich durchgesetzt, wer ist eingeknickt? Nein, das sind nicht die Kategorien, in denen sie denken will. Statt von Streit spricht sie lieber von &ldquo;produktiven Prozessen&rdquo;, in denen Meinungen ausgetauscht werden. Am Ende dieser Prozesse erkennt dann jeder der Diskutanten das Gute im Standpunkt des Anderen. Und alle haben sich wieder lieb.&rdquo;<br>\nUnd heraus kommt dabei der Formelkompromiss f&uuml;r &ldquo;wachstumsfreundlichen Defizitabbau&rdquo;. Wenn das keine 970 Millionen Euro wert ist?!<\/p><\/li>\n<li><strong>G-20-Gipfel: Wenn Merkel regiert <\/strong><br>\nAu&szlig;er Spesen nichts gewesen &ndash; dieses Urteil trifft einfach nicht. Wann w&auml;re es einem deutschen Kanzler je gelungen, auf internationaler B&uuml;hne ausgerechnet in Wirtschaftsfragen Angelsachsen erfolgreich die Stirn zu bieten? Angela Merkel hat just das in Toronto erreicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/wenn-merkel-regiert\/1871088.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong>  Was ist passiert? Die Industrienationen haben Frau Merkel eine Schlagzeile f&uuml;r die Heimat geliefert, nachdem alle Vorschl&auml;ge, welche auch nur ann&auml;hernd den Ursachen der Finanzkrise Rechnung trugen, abgelehnt&nbsp; oder in die Zukunft verschoben wurden. Sie haben Frau Merkel das versprochen, was sie sowieso vorhatten: Mittelfristig ihre Haushaltdefizite zu reduzieren und langfristig die Schulden abzubauen. Toll! Der Artikel ist ein St&uuml;ck Hofberichterstattung, fehlt nur noch der Hinweis, dass die G-20 Frau Merkel zum Sieg der deutschen Mannschaft bei der WM gratulierte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die G-20 Toronto Gipfel Erkl&auml;rung (im Wortlaut)<\/strong><br>\nTo sustain recovery, we need to follow through on delivering existing stimulus plans, while working to create the conditions for robust private demand. At the same time, recent events highlight the importance of sustainable public finances and the need for our countries to put in place credible, properly phased and growth-friendly plans to deliver fiscal sustainability, differentiated for and tailored to national circumstances. Those countries with serious fiscal challenges need to accelerate the pace of consolidation. This should be combined with efforts to rebalance global demand to help ensure global growth continues on a sustainable path.<br>\nFollowing through on fiscal stimulus and communicating &ldquo;growth friendly&rdquo; fiscal consolidation plans in advanced countries that will be implemented going forward. Sound fiscal finances are essential to sustain recovery, provide flexibility to respond to new shocks, ensure the capacity to meet the challenges of aging populations, and avoid leaving future generations with a legacy of deficits and debt. The path of adjustment must be carefully calibrated to sustain the recovery in private demand. There is a risk that synchronized fiscal adjustment across several major economies could adversely impact the recovery. There is also a risk that the failure to implement consolidation where necessary would undermine confidence and hamper growth. Reflecting this balance, advanced economies have committed to fiscal plans that will at least halve deficits by 2013 and stabilize or reduce government debt-to-GDP ratios by 2016&hellip;.Fiscal consolidation plans will be credible, clearly communicated, differentiated to national circumstances, and focused on measures to foster economic growth.<br>\nPursuing structural reforms across the entire G-20 membership to increase and sustain our growth prospects;<br>\nand Making more progress on rebalancing global demand.<br>\nSurplus economies will undertake reforms to reduce their reliance on external demand and focus more on domestic sources of growth.<br>\nWe agreed the financial sector should make a fair and substantial contribution towards paying for any burdens associated with government interventions, where they occur, to repair the financial system or fund resolution, and reduce risks from the financial system. We recognized that there are a range of policy approaches to this end. Some countries are pursuing a financial levy. Other countries are pursuing different approaches.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/g20.gc.ca\/toronto-summit\/summit-documents\/the-g-20-toronto-summit-declaration\/%20\">summit documents<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Erkl&auml;rung ist zwar alles andere als konkret, doch so einseitig nur auf Schuldenabbau beschr&auml;nkt, wie das in deutschen Medien dargestellt wird, ist sie keineswegs. Immerhin wird das Risiko angesprochen, dass eine gleichzeitiger Sparkurs der gro&szlig;en Volkswirtschaften das Wachstum negativ beeinflussen k&ouml;nnte.<br>\nDie (Leistungsbilanz-) &Uuml;berschuss Volkswirtschaften sollen ihre Abh&auml;ngigkeit von der Exoportnachfrage abbauen und sich st&auml;rker auf heimische Wachstumsquellen st&uuml;tzen.<br>\nAuch wird gefordert, dass der Bankensektor einen beachtlichen Beitrag f&uuml;r die Lasten tragen soll, die durch die staatlichen Unterst&uuml;tzungsma&szlig;nahmen f&uuml;r die Bankenrettung entstanden sind.<br>\nDoch leider bleibt alles im Vagen und jede Regierung kann sich die S&auml;tze herauspicken, die ihre jeweilige Politik legitimiert.Viel Rauch und wenig Feuer.<br>\nMan kann attac nur weitgehend zustimmen: G20 in Toronto trauriges Possenst&uuml;ck &ndash; Sparkurs bedeutet neoliberales Weiter-so.<br>\n &ldquo;Es ist l&auml;cherlich: Statt sich an die noch vor einem Jahr vollmundig angek&uuml;ndigte neue globale Finanzmarktarchitektur zu machen, streiten die Vertreter der 20 m&auml;chtigsten Industrie- und Schwellenl&auml;nder auf der Weltb&uuml;hne dar&uuml;ber, wer bis wann wie viel sparen muss. Das einzig Gute an dem Ergebnis von Toronto ist seine Unverbindlichkeit&rdquo;, sagte Jutta Sundermann vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis.<br>\nAttac betonte, die Finanz- und Wirtschaftskrise habe ihre Ursachen sowohl in einer sich weiter zuspitzenden Polarisierung von Einkommen und Verm&ouml;gen, als auch im Fehlen jeglicher Regulierung der Finanzm&auml;rkte.<br>\nAngesichts dessen sei es ein schlechter Witz, wie die G20 in Toronto jede Regulierung auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben und stattdessen einen Sparkurs vereinbart haben, der den Gegensatz von Arm und Reich weiter versch&auml;rfen wird.<br>\nMit dem Einschwenken auf den bei europ&auml;ischen Regierungen derzeit so beliebten Sparkurs setzen die G20 laut Attac auf ein neoliberales Weiter-So. &ldquo;Eine solche Sparstrategie ohne jede Perspektive f&uuml;r eine emanzipatorische gesellschaftliche Umgestaltung bringt den scheinbaren Sachzwang mit sich, bei der Armutsbek&auml;mpfung, bei Bildung, bezahlbaren Gesundheitsdiensten und &ouml;kologischen Schutzma&szlig;nahmen zu k&uuml;rzen&rdquo;, sagte Hendrik Auhagen, ebenfalls im Attac-Koordinierungskreis. Was auf der Konferenzebene so sachlich technisch daherkomme, werde millionenfaches menschliches Leid verursachen. Reiche und Superreiche dagegen w&uuml;rden dazu bewogen, mit ihrem Kapital noch riskantere Spekulationsspiralen in Gang zu setzen.<br>\nQuelle:<a href=\"http:\/\/www.pressrelations.de\/new\/standard\/result_main.cfm?pfach=1&amp;n_firmanr_=109361&amp;sektor=pm&amp;detail=1&amp;r=415893&amp;sid=&amp;aktion=jour_pm&amp;quelle=0\">attac presslations<\/a><\/em> <\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Paul Krugman: Die dritte Depression<\/strong><br>\nWe are now, I fear, in the early stages of a third depression. It will probably look more like the Long Depression than the much more severe Great Depression. &hellip;&nbsp;And this third depression will be primarily a failure of policy. Around the world &mdash; most recently at last weekend&rsquo;s deeply discouraging G-20 meeting &mdash; governments are obsessing about inflation when the real threat is deflation, preaching the need for belt-tightening when the real problem is inadequate spending. &hellip;\n<p>The revival of the old-time religion is most evident in Europe, where officials seem to be getting their talking points from the collected speeches of Herbert Hoover, up to and including the claim that raising taxes and cutting spending will actually expand the economy, by improving business confidence. &hellip;<br>\nBut there is no evidence that short-run fiscal austerity in the face of a depressed economy reassures investors. On the contrary: Greece has agreed to harsh austerity, only to find its risk spreads growing ever wider; Ireland has imposed savage cuts in public spending, only to be treated by the markets as a worse risk than Spain, which has been far more reluctant to take the hard-liners&rsquo; medicine.<br>\nIt&rsquo;s almost as if the financial markets understand what policy makers seemingly don&rsquo;t: that while long-term fiscal responsibility is important, slashing spending in the midst of a depression, which deepens that depression and paves the way for deflation, is actually self-defeating.<br>\nSo I don&rsquo;t think this is really about Greece, or indeed about any realistic appreciation of the tradeoffs between deficits and jobs. It is, instead, the victory of an orthodoxy that has little to do with rational analysis, whose main tenet is that imposing suffering on other people is how you show leadership in tough times.<br>\nAnd who will pay the price for this triumph of orthodoxy? The answer is, tens of millions of unemployed workers, many of whom will go jobless for years, and some of whom will never work again.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2010\/06\/28\/opinion\/28krugman.html?ref=columnists\">New York Times<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>FTD-&Ouml;konomenumfrage<\/strong><br>\nDeutschlands Durchschnitts&ouml;konom w&auml;hlt Gr&uuml;n oder Gelb, findet den alten Briten John Maynard Keynes am wichtigsten, zweifelt an der Schuldenbremse und h&auml;lt eine Steuerreform f&uuml;r relativ bis sehr wichtig. Das ergibt die Auswertung der gro&szlig;en Umfrage 2010 der FTD in Kooperation mit dem Verein f&uuml;r Socialpolitik, der gro&szlig;en deutschen &Ouml;konomenvereinigung.<br>\nDeutlich zugenommen hat in der Krise die Zahl der deutschen Wirtschaftswissenschaftler, die sagen, dass Konjunkturpolitik wichtig ist, ebenso wie ihr Vordenker Keynes, der alle anderen im Wichtigkeitsranking von 2006 &uuml;berholt hat &ndash; auch wenn sich nur jeder f&uuml;nfte deutsche &Ouml;konom deshalb selbst als Keynesianer einstuft.<br>\nRelativ gro&szlig;e Einigkeit herrscht unter Deutschlands &Ouml;konomen auch in der Frage, ob Staatsschulden bei m&ouml;glichst solidem Wirtschaftswachstum abzutragen sind anstatt in der Krise. Das finden zwei Drittel der Befragten wichtig, weil die Sanierung der Etats sonst nicht klappt. Ziemlich klar pl&auml;dieren Deutschlands Wirtschaftswissenschaftler auch daf&uuml;r, Verm&ouml;gensblasen k&uuml;nftig durch Regulierung zu verhindern statt &uuml;ber h&ouml;here Zinsen f&uuml;r alle.<br>\nMehr als 40 Prozent der befragten Wissenschaftler stimmen dem Befund zu, dass die eigene Branche in einer Legitimationskrise steckt&hellip; Fast jeder Zweite findet auch, dass die eigene Zunft zu Recht von Politikern und B&uuml;rgern kritisiert wird, weil sie die Finanzkrise nicht kommen sah.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=2448&amp;blogId=10\">FTD<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Fast die H&auml;lfte der &Ouml;konomen f&uuml;hlen sich der neklassischen bzw.  monetaristischen Schule nahestehend. &Uuml;ber 80 % halten Milton Friedman f&uuml;r wichtig und <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=2448&amp;blogId=10\">&uuml;ber 70 % Friedrich von Hayek<\/a>. Sie folgen also dem herrschenden &ouml;konomischen Mainstream. Immerhin zeigt die Umfrage aber auch, dass die Vorzeige-&Ouml;konomen, die wir t&auml;glich in den Medien vorgesetzt bekommen, in der Fachwelt keineswegs unumstritten sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutsche Banken haben die meisten faulen Kredite<\/strong><br>\nIn den Bilanzen deutscher Banken schlummern europaweit die meisten Problemkredite. Sie summierten sich Ende 2009 laut einer Studie der Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) auf knapp 213 Milliarden Euro. Das Volumen der ausfallgef&auml;hrdeten Darlehen stieg damit bei den deutschen Banken binnen eines Jahres um 50 Prozent.<br>\nNach den deutschen Kreditinstituten waren britische Banken Problemkrediten in H&ouml;he von rund 155 Milliarden Euro europaweit 2009 an zweiter Stelle. Dahinter folgten spanische Banken mit 97 Milliarden Euro, italienische Institute mit 59 Milliarden Euro und russische Finanzkonzerne mit 22,1 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/banken196.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Mehr Steuern, bitte!<\/strong><br>\nDen D&auml;nen sind ihre hohen Abgaben nicht hoch genug. F&uuml;r freiwillige Sonderzahlungen hat die Regierung nun ein eigenes Konto eingerichtet &ndash; und sammelt erfreut Geld ein.<br>\nMan k&ouml;nnte meinen, dass d&auml;nische B&uuml;rger schon genug an den Staat abf&uuml;hren: Spitzensteuersatz von 67 Prozent, zahlbar ab einem Jahreseinkommen von 46.500 Euro, 25 Prozent Mehrwertsteuer, 180 Prozent Sonderabgabe auf Autoverk&auml;ufe. In der Statistik der OECD war D&auml;nemark mit diesen Werten 2009 Hochsteuerland Nummer eins.<br>\nManchen D&auml;nen aber ist selbst das noch nicht genug. Ein B&uuml;rger schrieb an das Steuerministerium, er w&auml;re bereit, freiwillig mehr zu zahlen, um Leistungen des Wohlfahrtsstaats zu finanzieren.<br>\nDas Ministerium reagierte schnell und richtete ein Sonderkonto f&uuml;r freiwillige Abgaben ein &ndash; mit &uuml;berraschendem Erfolg. Bis gestern zahlten 246 D&auml;nen umgerechnet fast 13.000 Euro ein, und die Aktion hat gerade erst angefangen.<br>\nDie Chefs von Sozialdemokraten und Sozialistischer Volkspartei sprachen sich f&uuml;r h&ouml;here Steuern aus und erkl&auml;rten, selbst gern mehr bezahlen zu wollen. In dieser Hinsicht werden sie von 75 Prozent der D&auml;nen unterst&uuml;tzt, die in Meinungsumfragen angeben, mehr Wohlfahrt sei wichtiger, als den Spitzensteuersatz zu senken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:daenemark-mehr-steuern-bitte\/50135984.html%20\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> D&auml;nemark, Du hast es besser!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Direkte Steuern runter, indirekte Steuern rauf<\/strong><br>\nKein anderes gro&szlig;es EU-Land hat die K&ouml;rperschaftssteuer und damit die Belastung f&uuml;r Unternehmen in den vergangenen Jahren so stark gesenkt wie Deutschland. Der Steuersatz ging zwischen den Jahren 2000 und 2010 um 21,8 Punkte zur&uuml;ck. Laut einer Aufstellung des europ&auml;ischen Statistikamts Eurostat liegt Deutschland damit in der EU-Rangliste der Steuersenker auf dem zweiten Platz hinter Bulgarien. Unter dem Strich ist die K&ouml;rperschaftssteuer in der Bundesrepublik aber mit 29,8 Prozent noch deutlich &uuml;ber dem EU-Schnitt von 23,2 Prozent.<br>\nBei anderen Steuerarten fallen die Entlastungen in Deutschland deutlich geringer aus. Der Spitzensatz der Einkommensteuer ging den Angaben zufolge binnen zehn Jahren um 6,3 Prozent zur&uuml;ck. In diesem Bereich senkten aber sieben andere EU-Staaten den Satz um mindestens zehn Prozentpunkte. Der h&ouml;chste Spitzensatz ist derzeit mit 56,4 Prozent in Schweden zu zahlen. Auch in Belgien, D&auml;nemark, den Niederlanden, &Ouml;sterreich und Gro&szlig;britannien liegt der H&ouml;chstsatz der Einkommensteuer bei 50 Prozent oder dar&uuml;ber.<br>\nIm Gegensatz zu den Senkungen der direkten Steuern stiegen indirekte Steuern seit dem Jahr 2000 in Deutschland deutlich an. Der regul&auml;re Satz der Mehrwertsteuer wurde in dieser Zeit um drei Punkte auf 19 Prozent angehoben. Nur Zypern und Griechenland beschlossen im selben Zeitraum mit einem Plus von jeweils f&uuml;nf Prozentpunkten eine deutlichere Erh&ouml;hung. Die H&auml;lfte der EU-Staaten erhebt derzeit Umsatzsteuern in derselben H&ouml;he wie zehn Jahre zuvor. Die Tschechische Republik und die Slowakei senkten ihre S&auml;tze sogar.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmenssteuern100.html%20\">Tagesschau<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.eds-destatis.de\/de\/press\/download\/10_06\/095-2010-06-28.pdf\">Eurostat [PDF &ndash; 59 KB]<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Autoren merken vermutlich gar nicht, dass sie mit dieser Statistik einen Beleg f&uuml;r den Steuersenkungswettlauf innerhalb der EU liefern. Zur gleichen Zeit redet alle Welt &uuml;ber eine sog. Verschuldungskrise. Da w&auml;re einmal die &bdquo;schw&auml;bische Hausfrau&ldquo; am Platze: wenn man systematisch die Einnahmen senkt, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass man sich schon bei gleichbleibenden Ausgaben verschulden muss. Wir haben keine Verschuldungskrise sondern einen Steuersenkungswahnsinn.<br>\nUnser Leser U.F. weist uns noch auf Folgendes hin: Tats&auml;chlich werden in diesem Artikel nur die Prozents&auml;tze der Spitzensteuer auf Einkommen aufgef&uuml;hrt, was von dem Autor des o.g. Artikels der ARD unkritisch &uuml;bernommen hat. In der Brosch&uuml;re &ldquo;Die wichtigsten Steuern im internationalen Vergleich 2009&rdquo; des <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/lang_de\/nn_2368\/DE\/BMF__Startseite\/Service\/Broschueren__Bestellservice\/Steuern\/000__wichtigste__steuern__vergleich__09,templateId=raw,property=publicationFile.pdf\">Bundesministerium der Finanzen [PDF &ndash; 1.1 MB]<\/a> werden zudem der Geldbetrag des zu versteuernden Einkommens, ab dem der Spitzensteuersatz beginnt, genannt. Und siehe da, in unserem Lande zahlt man erst die 47,48% incl. Soli ab 250.400,- &euro;, in Frankreich, das den Spitzensteuersatz im Zeitraum 2000\/2009 um 13% auf 45,8% senkte, schon bei 69.505,- &euro;. Die anderen sechs  Mitglieder der EU sind Volkswirtschaften, die schwerlich mit der BRD zu vergleichen sind. Aber selbst Luxemburg versteuert ein Einkommen ab 39.885,- &euro; mit dem Spitzensteuersatz von  39%. (Ob es nicht absurd ist, den Spitzensatz schon ab 40.000 Euro zu erheben sei dahingestellt. Anmerkung RS)<br>\nDie Pressemitteilung als auch die Brosch&uuml;re des BFM sind aber hiervon unabh&auml;ngig interessant hinsichtlich anderer steuerlicher Entwicklungen im internationalen Vergleich. Allerdings f&auml;llt auch hier wieder die ideologische Brille, mit der in Pressemitteilung das Zahlenmaterial gewertet wird, auf: Es wird das arithmetische Mittel der S&auml;tze der 27 Staaten gezogen statt den Median zu nennen. Da Gro&szlig;britannien im Jahre 2010 den Spitzensteuersatz um 10%-, Schweden um 4,9%-, Portugal 2%- und Lettland 1%-Punkte senkte, wirke sich die Absenkungen in den anderen Volkswirtschaften auf den Durchschnitt nicht so stark aus. Und diese Absenkungen sind heftig!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Das Leben einer Hotel-Hungerl&ouml;hnerin<\/strong><br>\nEigentlich fallen Zimmerm&auml;dchen unter die Kategorie Mindestlohn. Doch viele Hotels sind &auml;u&szlig;erst kreativ, um die Reinigungskr&auml;fte mit weniger abzuspeisen &ndash; auf Kosten der Steuerzahler.<br>\nDas alles ist nur zu verstehen, wenn man in ihren Arbeitsvertrag schaut. Und dort steht, Mindestlohn hin, Mindestlohn her: &ldquo;Die Verg&uuml;tung richtet sich nach der Anzahl der bearbeiteten Hotelzimmer.&rdquo; Und die sieht so aus: 50 Cent f&uuml;r die Reinigung eines Zimmers, in dem der Gast noch weitere N&auml;chte bleibt. 75 Cent f&uuml;r das Bad dieses Zimmers. 3,50 Euro f&uuml;r ein gro&szlig;es Zimmer, wenn G&auml;ste abreisen und die Betten frisch bezogen werden m&uuml;ssen, 2,80 Euro f&uuml;r ein kleines. Um aber auf den gesetzlichen Mindestlohn zu kommen, m&uuml;sste Petra R. pro Stunde in mehr als sechs Zimmern die Betten machen und die B&auml;der putzen. Ein Ding der Unm&ouml;glichkeit, wie jeder wei&szlig;, der seine Wohnung selbst in Ordnung h&auml;lt.<br>\nVerlierer Nummer zwei ist der Steuerzahler. Petra R. kann trotz ihrer 40 bis 50 Arbeitsstunden pro Woche nicht von ihren Eink&uuml;nften leben. Also bittet sie Monat f&uuml;r Monat beim Jobcenter um einen Zuschuss: Sie ist eine der sogenannten Hartz-IV-Aufstocker. Ebenso oft taucht sie beim Wohnungsamt auf, um Wohngeld zu beantragen. Bezahlt wird all dies aus Steuergeldern. Ein weiteres Geschenk f&uuml;r die Hotelbranche.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:lohndumping-das-leben-einer-hotel-hungerloehnerin\/50135597.html%20\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Guter Ausl&auml;nder, schlechter Ausl&auml;nder &ndash; der subtile Rassismus in Deutschland<\/strong><br>\nAllt&auml;glicher Rassismus ist in Deutschland weiter verbreitet, als von vielen angenommen. Der UN-Sonderberichterstatter f&uuml;r das Thema Rassismus sowie der Europarat haben Deutschland aufgefordert, sich mehr mit dem Thema zu befassen. Doch bisher geschieht das zu wenig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/imperia\/md\/audio\/podcast\/import\/2010_06\/2010_06_16_15_12_49_podcastdossierpolitikguterausl_a.mp3\">BR-H&ouml;rfunk [Audio-Podcast &ndash; mp3]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Kritik an Forderung nach IQ-Test f&uuml;r Migranten<\/strong><br>\nDie Forderung einiger Unionspolitiker, einen Intelligenztest f&uuml;r Einwanderer einzuf&uuml;hren, ist auf scharfe Kritik gesto&szlig;en. In der &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung haben der innenpolitische Sprecher der Berliner CDU, Peter Trapp, sowie der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber angeblich neue Einwanderungskriterien gefordert, &bdquo;die dem Land auch wirklich n&uuml;tzen&ldquo;. Dabei m&uuml;sse neben einer guten Berufsausbildung und fachlichen Qualifikation &bdquo;auch die Intelligenz ein Ma&szlig;stab sein&ldquo;, sagte Trapp. Intelligenztests f&uuml;r Einwanderer d&uuml;rften nicht l&auml;nger tabuisiert werden. Ferber verwies demnach auf das Vorbild Kanada, &bdquo;das von Zuwandererkindern einen h&ouml;heren IQ als bei einheimischen Kindern verlangt&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/nicht-von-besonderer-intelligenz-kritik-an-forderung-nach-iq-test-fuer-migranten\/1870942.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wie w&auml;re es mit einem IQ-Test f&uuml;r Bundestagsabgeordnete? Sollten Bundestagsabgeordnete nicht einen h&ouml;heren IQ haben als der einheimische Durchschnitt?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die Arbeitslosigkeit und die Tafeln gleichzeitig abschaffen!<\/strong><br>\nFast 900 Tafeln versorgen vor allem in den St&auml;dten die armen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger mit notwendigen Lebensmitteln. Die Tafelbewegung geh&ouml;rt zu den erstaunlichsten Sozialen Bewegungen der Republik. Das Lob f&uuml;r die Tafeln ist politik&uuml;bergreifend &uuml;berschw&auml;nglich, menschenw&uuml;rdige Versorgung und b&uuml;rgerschaftliches Engagement haben eine scheinbar gute Verbindung gefunden. Aber in Wahrheit ist der Erfolg ambivalent: Die Bl&uuml;te der Tafeln ist gleichzeitig der Niedergang des br&ouml;ckelnden Sozialstaats.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/25685\">Linksnet<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Ab in den Datenpool<\/strong><br>\nDie gro&szlig;en Fraktionen des Europ&auml;ischen Parlaments &ndash; Konservative, Sozialdemokraten und Liberale &ndash; wollen dem Swift-Abkommen zustimmen. Anders als noch im Februar wollen sie den Transfer europ&auml;ischer Bankdaten an die USA nicht blockieren. Dabei ist der gefundene Kompromiss geradezu peinlich. Die Kontrolle, dass so wenig wie m&ouml;glich Daten vorsorglich an die USA geliefert werden, &uuml;bernimmt nicht ein neutrales Gericht, sondern ausgerechnet die EU-Polizeibeh&ouml;rde Europol. Das ist eine klassische &ldquo;Bock als G&auml;rtner&rdquo;-L&ouml;sung, denn Europol will auch von den US-Auswertungen profitieren.<br>\nDas Europ&auml;ische Parlament lie&szlig; sich zudem von der Aussicht beruhigen, dass die EU bald ein eigenes Programm zur Durchleuchtung der Finanzstr&ouml;me aufbauen will. Doch ist das eine gute Nachricht? Statt die Vorratsdatenspeicherung und Auswertung in die USA auszulagern, w&uuml;rde sie dann in Europa vorgenommen. Richtig w&auml;re es dagegen, Datenspeicherung und Datenaustausch auf konkret Verd&auml;chtige zu beschr&auml;nken, statt mal wieder gro&szlig;e vorsorgliche Datenpools anzulegen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F06%2F28%2Fa0085&amp;cHash=002af57949\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>FDP: Der Aufstand ist abgesagt<\/strong><br>\nVon einer Neuausrichtung der FDP, wie sie vor der Klausur von mehreren f&uuml;hrenden Parteipolitikern bis hinauf zur Fraktionsvorsitzenden Birgit Homburger gefordert worden war, wollten Sitzungsteilnehmer am Montagnachmittag nichts mehr wissen.<br>\nDie Ursachen f&uuml;r die desastr&ouml;sen Umfragewerte des Vorsitzenden und den beispiellosen Absturz seiner Partei l&auml;gen allein in dieser schlechten Au&szlig;endarstellung. &ldquo;Wir d&uuml;rfen nicht die Probleme der Politik, sondern m&uuml;ssen die Probleme der Menschen in den Mittelpunkt stellen&rdquo;, forderte Westerwelle.<br>\nDer FDP-Bundesvorstand erteilte allen Pl&auml;nen, den Spitzensteuersatz anzuheben, eine Absage. Stattdessen will er eine l&auml;ngst vereinbarte Kommission einsetzen, um die reduzierten Mehrwertsteuers&auml;tze zu pr&uuml;fen. Zudem will die Partei bis Herbst ihre Steuerpl&auml;ne &uuml;berarbeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/2796202_FDP-Vorstandsklausur-Der-Aufstand-ist-abgesagt.html%20\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Gauck spaltet Ex-DDR-Opposition<\/strong><br>\nSeit er als Nachfolger von Horst K&ouml;hler kandidiert, ist Joachim Gauck in der &Ouml;ffentlichkeit der &ldquo;B&uuml;rgerrechtler der Nation&rdquo;. Einstige Verb&uuml;ndete sehen das kritisch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/der-spalter\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die Scheinwirtschaft<\/strong><br>\nDie Unis sprechen verst&auml;rkt die Sprache der &Ouml;konomie, in seinem Buch &ldquo;Wir sind doch nicht bl&ouml;d&rdquo; hat sie Clemens Knobloch scharf analysiert. Das deutsche Hochschulsystem hat mit seinen neuen Studieng&auml;ngen in den vergangenen Jahren das Kunstst&uuml;ck vollbracht, das Schlechteste zweier Welten zu vereinigen: das oft enge Korsett der Schule und die Verantwortungslosigkeit der Massenuniversit&auml;t. Zweier Welten? Eigentlich sind es drei. Denn schlie&szlig;lich geht es ja um die unternehmerische Hochschule, die sich als Anbieter auf dem Bildungsmarkt begreift. Voil&agrave;, es wird Unternehmen gespielt. Im Zeichen von PISA und Bologna spielen alle mit. Wer ist schon gegen Europa und bessere Bildung? Die Hochschulen &ndash; sie sind ja nicht bl&ouml;d &ndash; springen auf den Zug und halten sich dabei f&uuml;r Handelnde. Das ist falsch. Sie und ihre Mitglieder sind die Ware.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/kultur\/1025-die-scheinwirtschaft\">der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Betrachtungen zur Fu&szlig;ball-WM<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Tore, Spieler, M&auml;rkte: Die Fu&szlig;ballweltmeisterschaft als Wirtschaftsfaktor &ndash; doch wer verdient an dem Turnier?<\/strong><br>\nEs ist das Sportereignis: Die FIFA-Fu&szlig;ball-Weltmeisterschaft. Die Konkurrenz um die Ausrichtung eines solchen Events ist gro&szlig;. Erstmals findet das Turnier auf dem afrikanischen Kontinent statt. Umgerechnet 3,3 Milliarden Euro hat S&uuml;dafrika aus Steuermitteln f&uuml;r Infrastruktur und Stadien ausgegeben &ndash; doch den &uuml;berwiegenden Teil des Gewinns sch&ouml;pft der Weltfu&szlig;ballverband FIFA ab.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/hintergrundpolitik\/1202327\/\">Deutschlandradio<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/podcast-mp3.dradio.de\/podcast\/2010\/06\/13\/dlf_20100613_1840_35a14105.mp3\">Deutschlandradio [Audio-Podcast &ndash; mp3]<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Die Internationalmannschaft<\/strong><br>\nBei der jetzigen Fu&szlig;ballweltmeisterschaft in S&uuml;dafrika ist nun etwas anderes sichtbar geworden: dass Deutschland ein Land mit Menschen ist, die aus unterschiedlichen Teilen der Welt hier ihr neues Zuhause gefunden haben. Auch das ist f&uuml;r mich keine gro&szlig;e Neuigkeit &ndash; aber es ist noch einmal ganz deutlich f&uuml;r jeden an der Zusammensetzung der Nationalmannschaft abzulesen. Mannschaftssport zehrt aus diesen individuellen und gemeinschaftlichen Facetten. Und auch deswegen ist der Mannschaftssport ein Abbild unserer Gesellschaft: Individuelles Gl&uuml;ck ist ein wesentlicher Bestandteil, um Zusammenhalt und ein Gef&uuml;hl von Zugeh&ouml;rigkeit zu entwickeln. Nur so kann sich Identit&auml;t entfalten. Wir k&ouml;nnen und m&uuml;ssen Migranten zu deutschen Staatsb&uuml;rgern machen und uns dabei immer bewusst sein, dass Identit&auml;tsfindung ein Prozess ist. Gef&ouml;rdert von Erfolgserlebnissen. Erfolgsmomente, die die Zukunft junger Menschen besonders pr&auml;gen, kann ein Staat nicht dirigieren. Doch eine Aufgabe m&uuml;ssen Zivilgesellschaft und Staat gemeinsam l&ouml;sen: Anreize schaffen und dort mehr fordern, wo bisher zu wenig Eigenleistung erfolgt ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/die-internationalmannschaft\/1870976.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Fu&szlig;ballnation: Dem Jubel ist nicht zu trauen <\/strong><br>\nDiese r&uuml;hrenden Artikel &uuml;ber das neue Deutschland treiben Jagoda Marini hier und da fast Tr&auml;nen in die Augen. Ein Essay &uuml;ber die Fu&szlig;ballnation, den normalen Mesut &Ouml;zil und den Stand der Integration<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/kultur_und_medien\/feuilleton\/2788446_Fussballnation-Dem-Jubel-ist-nicht-zu-trauen.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Zwischen diesen beiden Positionen spielt sich die Berichterstattung ab, allerdings ist die Skepsis von Jagoda Marini seltener anzutreffen. Die Haltung von Saba Farzan ist sehr sympathisch, ist doch aber mehr als utopischer Entwurf zu begreifen. In Zeiten, in denen Bundestagsabgeordnete einen IQ-Test f&uuml;r Einwanderer fordern, der Bundestag selbst keineswegs die Talente aus allen Schichten, Geschlechtern und Bev&ouml;lkerungsgruppen repr&auml;sentiert und gewisse Landesteile No-Go-Areas f&uuml;r farbige Landsleute bereithalten, formuliert Farzan eher einen Appell. Wie schnell sich Stimmungen &auml;ndern, zeigt das Schicksal der franz&ouml;sischen Nationalmannschaft, einst gefeiert als Muster f&uuml;r gelungene Integration:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Black-Blanc-Out<\/strong><br>\nWer ist schuld am fussballerischen Scheitern der Franzosen? Mangelndes nationales Verantwortungsgef&uuml;hl laut der zust&auml;ndigen Ministerin, laut dem Philosophen Alain Finkielkraut hingegen die Banlieue. Der Universal-Philosoph Alain Finkielkraut meldete sich mit dem wahrhaft zwerchfellersch&uuml;tternden Statement zu Wort, die Ungezogenheiten und die Revolte der Spieler markierten den Sieg der Unkultur der Vorst&auml;dte &uuml;ber die st&auml;dtische Zivilisation des Landes. Mit anderen Worten: Die Banlieue, aus der viele Spieler afrikanischen oder arabischen Ursprungs sich hochgearbeitet haben, ist schuld. Und gleich pflichteten ihm die rechtsextreme Marine Le Pen bei und zahlreiche Abgeordnete von Pr&auml;sident Sarkozys Regierungspartei UMP. Und Nicolas Sarkozy, der auf ein gutes Abschneiden der Fussballer gesetzt hatte, um seinen Landsleuten die ungeliebte Rentenreform und so einiges andere zu vers&uuml;ssen, rief, am vergangenen Mittwoch, die &laquo;Generalst&auml;nde des Fussballs&raquo; aus.<br>\nDa reibt man sich erstaunt die Augen. Vor zw&ouml;lf Jahren noch, als das franz&ouml;sische Star-Ensemble um Zinedine Zidane (der in der Banlieue von Marseille als Kind algerischer Einwanderer aufgewachsen ist und sich auch nicht immer untadelig benommen hat) die Weltmeisterschaft holte (und zwei Jahre sp&auml;ter die Europameisterschaft), sonnte sich das Land &ndash; vor allem seine Politiker taten es &ndash; im Glanz einer vermeintlich gelungenen Antwort auf den amerikanischen &laquo;melting pot&raquo;. Die Farben des Landes waren nicht mehr &laquo;Bleu-Blanc-Rouge&raquo;, sondern &laquo;Black-Blanc-Beur&raquo;, Schwarz, Weiss und Braun (Letzteres f&uuml;r den arabischen Maghreb). Jetzt, da dieselben Farben erfolglos auf dem Spielfeld stehen, wird der Gesellschaftsvertrag kurzerhand und von h&ouml;chster Stelle aufgek&uuml;ndigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/aktuell\/black-blanc-out_1.6246354.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Zum 100. Geburtstag von Erich Kuby erscheint &ldquo;Mein &auml;rgerliches Vaterland&rdquo; neu<\/strong><br>\nEin &ldquo;Bundesnonkonformist&rdquo;, ein &ldquo;Wegbereiter der Studentenbewegung&rdquo; von 1968, das &ldquo;linke Gewissen der Nation&rdquo;: Die Liste der Titel, die Erich Kuby mal widerwillig, mal anerkennend erhalten hat, ist lang. Als Kuby im Jahr 2005 in Venedig starb, hatte er die Bundesrepublik fast 50 Jahre schreibend begleitet; besser gesagt, mit ihr und um sie fortw&auml;hrend gestritten.<br>\nVor allem aber war der &ldquo;Nestbeschmutzer von Rang&rdquo;, wie ihn Nobelpreistr&auml;ger Heinrich B&ouml;ll einst nannte, ein im positiven Sinne vom kritischen Journalismus Besessener.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=ku&amp;dig=2010%2F06%2F28%2Fa0091&amp;cHash=50b2bcb610%20\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Der Gipfel; Krugman: die dritte Depression; &Ouml;konomenumfrage; deutsche Banken haben die meisten faulen Kredite; Mehr Steuern, bitte; Steuersenkungswettlauf; das Leben einer Hotel-Hungerl&ouml;hnerin; guter Ausl&auml;nder, schlechter Ausl&auml;nder; IQ-Test f&uuml;r Ausl&auml;nder; die Arbeitslosigkeit und die Tafeln gleichzeitig abschaffen; Swift-Abkommen; Aufstand gegen Westerwelle abgesagt; Gauck spaltet Ex-DDR-Opposition; die Scheinwirtschaft an den Unis;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6027\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6027","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6027","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6027"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6027\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6033,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6027\/revisions\/6033"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6027"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6027"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6027"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}