{"id":60292,"date":"2020-04-19T09:00:09","date_gmt":"2020-04-19T07:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60292"},"modified":"2020-04-19T09:04:10","modified_gmt":"2020-04-19T07:04:10","slug":"hinweise-der-woche-156","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60292","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60292#h01\">COVID-19 &ndash; eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zuk&uuml;nftigen politischen Entscheidungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60292#h02\">Der Corona-Effekt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60292#h03\">In der Krise w&auml;chst das Autorit&auml;re<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60292#h04\">Aus f&uuml;r Sanders &ndash; aus f&uuml;r Traum von gerechteren USA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60292#h05\">Die Reaktion der Deutschen war ein Desaster sondergleichen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60292#h06\">Ausverkauf des Sachverstands<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60292#h07\">Coronavirus-Pandemie: &bdquo;Spaniens Sparpolitik r&auml;cht sich&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60292#h08\">Coronavirus erh&ouml;ht Todesraten in mindestens acht europ&auml;ischen Staaten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60292#h09\">Hilfe f&uuml;r die Kultur: Frust, Wut und Fassungslosigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60292#h10\">Journalismus in der Krise: die f&uuml;nf Defizite der Corona-Berichterstattung<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>COVID-19 &ndash; eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zuk&uuml;nftigen politischen Entscheidungen<\/strong>\n<p>Es ist verst&auml;ndlich, dass alle das Ausmass dieser Pandemie auf die eine oder andere Art erfassen m&ouml;chten. Nur, die t&auml;gliche Rechnerei hilft uns nicht weiter, da wir nicht wissen, wie viele Personen lediglich folgenlos Kontakt mit dem Virus hatten und wie viele Personen tats&auml;chlich krank geworden sind.<\/p>\n<p>Die Anzahl asymptomatischer COVID-19 Tr&auml;ger ist wichtig, um Vermutungen &uuml;ber die Ausbreitung der Pandemie machen zu k&ouml;nnen. Um brauchbare Daten zu haben, h&auml;tte man jedoch zu Beginn der Pandemie breite Massentests durchf&uuml;hren m&uuml;ssen. Heute kann man nur noch vermuten, wie viele Schweizer Kontakt mit COVID-19 hatten. Eine Arbeit mit einer amerikanisch-chinesischen Autorenschaft hat schon am 16. M&auml;rz 2020 publiziert, dass auf 14 dokumentierte mit 86 nicht-dokumentierten F&auml;llen von COVID-19-positiven Personen zu rechnen ist. In der Schweiz muss man deshalb damit rechnen, dass wohl 15x bis 20x mehr Personen COVID-19-positiv sind, als in den t&auml;glichen Berechnungen dargestellt wird.<\/p>\n<p>Um den Schweregrad der Pandemie zu beurteilen, br&auml;uchten wir andere Daten: eine exakte, weltweit g&uuml;ltige Definition der Diagnose &laquo;an COVID-19 erkrankt&raquo;: a) positiver Labortest + Symptome; b) positiver Labortest + Symptome + entsprechender Befund im Lungen-CT; oder c) positiver Labortest, keine Symptome, aber entsprechende Befunde im Lungen-CT.<\/p>\n<ul>\n<li>die Anzahl hospitalisierter COVID-19-Patienten auf der Allgemeinabteilung<\/li>\n<li>die Anzahl COVID-19-Patienten auf der Intensivstation<\/li>\n<li>die Anzahl beatmeter COVID-19-Patienten<\/li>\n<li>die Anzahl von COVID-19-Patienten am ECMO<\/li>\n<li>die Anzahl an COVID-19 Verstorbenen<\/li>\n<li>die Anzahl infizierter &Auml;rzte und Pflegepersonen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nur diese Zahlen ergeben ein Bild vom Schweregrad dieser Pandemie, respektive von der Gef&auml;hrlichkeit dieses Virus. Die aktuelle Anh&auml;ufung von Zahlen ist derart ungenau und hat einen Touch von &laquo;Sensations-Presse&raquo; &ndash; das letzte, was wir in dieser Situation noch brauchen. [&hellip;]<\/p>\n<p>Handelt es sich hier nur um &laquo;eine gew&ouml;hnliche Grippe&raquo;, die jedes Jahr vor&uuml;berzieht und gegen die wir &uuml;blicherweise &laquo;nichts&raquo; unternehmen &ndash; oder um eine gef&auml;hrliche Pandemie, welche rigide Massnahmen ben&ouml;tigt?<\/p>\n<p>Um diese Frage zu kl&auml;ren, muss man bestimmt keine Statistiker fragen, die noch nie einen Patienten gesehen haben. Die reine, statistische Beurteilung dieser Pandemie ist sowieso unmoralisch. Fragen muss man die Leute an der Front.<\/p>\n<p>Keiner meiner Kollegen &ndash; und ich nat&uuml;rlich auch nicht &ndash; und niemand vom Pflegepersonal kann sich erinnern, dass in den letzten 30 oder 40 Jahren folgende Zust&auml;nde herrschten, n&auml;mlich dass:<\/p>\n<ol>\n<li>ganze Kliniken mit Patienten gef&uuml;llt sind, welche alle dieselbe Diagnose besitzen;<\/li>\n<li>ganze Intensivstationen mit Patienten gef&uuml;llt sind, welche alle dieselbe Diagnose aufweisen;<\/li>\n<li>25% bis 30% der Pflegenden und der &Auml;rzteschaft genau jene Krankheit auch erwerben, welche jene Patienten haben, die sie betreuen;<\/li>\n<li>zu wenig Beatmungsger&auml;te zur Verf&uuml;gung standen;<\/li>\n<li>eine Patientenselektion durchgef&uuml;hrt werden musste, nicht aus medizinischen Gr&uuml;nden, sondern weil wegen der schieren Anzahl an Patienten schlicht das entsprechende Material gefehlt hat;<\/li>\n<li>die schwerer erkrankten Patienten alle dasselbe &ndash; ein uniformes &ndash; Krankheitsbild aufgewiesen haben;<\/li>\n<li>die Todesart jener, die auf der Intensivstationen verstorben sind, bei allen dieselbe ist;<\/li>\n<li>Medikamente und medizinisches Material auszugehen drohen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.mittellaendische.ch\/2020\/04\/07\/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zuk%C3%BCnftigen-politischen-entscheidungen\/\">Mittell&auml;ndische<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Der Corona-Effekt<\/strong><br>\n(&hellip;) Notstand, gewinnsichernd: Nicht nur im Gesundheitswesen<br>\nSo nahmen die angeschlagenen Regierungen das Viren-Management und den schnell erkl&auml;rten Notstand auch zum Anlass, die anschwellende Kritik still zu stellen. Jetzt beweisen sie &bdquo;F&uuml;hrungsst&auml;rke&ldquo;. Die schon verblasste &bdquo;Mutti der Nation&ldquo; steigt aus der Asche des Neoliberalismus ein letztes Mal hervor, wird nochmal an die mediale Front geschoben und erfleht wieder Zustimmungswerte. Und es werden die Entwicklungen beschleunigt, die von den bestimmenden Akteuren sowieso schon forciert wurden.<br>\nDas ideale Individuum des Neoliberalismus<br>\nM&ouml;glichst alle B&uuml;rger gehen weiter brav und unauff&auml;llig zur Arbeit, sprechen aber nicht dar&uuml;ber. M&ouml;glichst viele arbeiten zuhause im Homeoffice. Ansonsten reduzieren sich die Menschen auf das Konsumieren und die Existenz als einzelnes Individuum und, falls vorhanden, auf die Kleinstfamilie, halten Abstand voneinander, keine &ouml;ffentlichen Versammlungen &ndash; mit einem Schlag war der ideale Zustand des neoliberalen Menschen hergestellt. Nach dem bekannten Motto &bdquo;There is no such thing as society&ldquo; &ndash; sowas wie Gesellschaft gibt es nicht.<br>\n&bdquo;Wir bleiben jetzt alle zuhause&ldquo;, so blubbern ebenso f&uuml;rsorglich wie demagogisch der Bundespr&auml;sident und die Bundeskanzlerin. Als stehe die ganze Wirtschaft still &ndash; v&ouml;lliger Unsinn. Von den 45 Millionen Erwerbst&auml;tigen in Deutschland arbeiten die allermeisten weiter: Nur etwa drei Millionen (beantragte) KurzarbeiterInnen, eine Million Selbst&auml;ndige, zwei Millionen geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte der Gastronomie, des Einzelhandels, der Museen und Theater u.&auml;. arbeiten nicht. Aber &uuml;ber die auch gesundheitsgef&auml;hrdende, vielfach sogar intensivierte Arbeit soll man nicht sprechen.<br>\nKeine Verbesserungen im Gesundheitswesen<br>\nSelbst im Gesundheitswesen werden die dringendsten Reformen verhindert. Die unterbezahlten, &uuml;berlasteten Besch&auml;ftigten werden zwar als &bdquo;Helden der Arbeit&ldquo; gefeiert, aber ihre Geh&auml;lter werden nicht erh&ouml;ht &ndash; bestenfalls wird von den Ober-Demagogen wie dem bayerischen Ministerpr&auml;sidenten Markus S&ouml;der ein einmaliger Krisen-Bonus von 500 Euro gew&auml;hrt. Der Personalbestand wird nicht dauerhaft erh&ouml;ht, es werden nur krisenbedingte Aushilfen angeworben, notfalls zwangsverpflichtet. Pro Bett, das f&uuml;r einen m&ouml;glichen Corona-Erkrankten zulasten einer schon vereinbarten Operation freigemacht wird, zahlt der Staat 590 Euro &ndash; aber keinen Euro f&uuml;r zus&auml;tzliche Betten. Die an Billigfirmen ausgelagerten, auch hygienerelevanten Dienste wie Reinigung und Catering, die &Uuml;berlastung des Personals, die Fallpauschale, die Gewinnorientierung &ndash; alles bleibt.<br>\nSystemrelevante Arbeit, ungesch&uuml;tzt?<br>\nIn den Stra&szlig;en, auf &ouml;ffentlichen Pl&auml;tzen, in Parks patrouilliert die Polizei, um mit harten Strafgeldern das Abstandsgebot durchzusetzen.<br>\nAber kam die Polizei schon mal in den engen Massenunterk&uuml;nften der ausl&auml;ndischen WanderarbeiterInnen und WerkvertraglerInnen vorbei, die zum Beispiel beim gr&ouml;&szlig;ten Schweineschlachtbetrieb Europas, bei T&ouml;nnies in Rheda-Wiedenbr&uuml;ck und in Wei&szlig;enfels, arbeiten? Da reichen die bisherigen 16-Stunden-Schichten nicht aus. Da m&uuml;ssen jetzt am Wochenende noch Zusatzschichten geschoben werden. &bdquo;Die Nachfrage ist um ein Drittel gestiegen&ldquo;, darf Konzern-Chef Clemens T&ouml;nnies im Handelsblatt jubeln. Oder auf den Baustellen, wo ja auch nur ausl&auml;ndische Arbeiter arbeiten, aus Osteuropa? Wie sieht es aus bei M&uuml;llwerkern, Kanalarbeitern, Briefsortierern, Brieftr&auml;gern, Paketboten, in den Mannschaftsunterk&uuml;nften der Bundeswehr und in den Fulfillment-Zentren von Amazon?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/politik\/welt\/der-corona-effekt\/\">Hintergrund<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Eine hervorragende Beschreibung der aktuellen Situation. Unbedingt lesenswert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>In der Krise w&auml;chst das Autorit&auml;re<\/strong><br>\nVer&auml;ndert die Corona-Krise die Gesellschaft zum Guten? Der Soziologe Wilhelm Heitmeyer zweifelt. Wenig deute darauf hin, dass nun die harten Fragen verhandelt w&uuml;rden.<br>\n(&hellip;) Heitmeyer: Corona ist sogar eine besondere Krise, sie macht nicht Halt vor sozialen Klassen. Es gab vor Corona auch schon 9\/11, Hartz IV, die Finanzkrise, die Ankunft der Gefl&uuml;chteten, die aber jeweils f&uuml;r ganz unterschiedliche Milieus verunsichernd wirkten und in ihren Auswirkungen zeitlich begrenzt waren. Und doch gibt es auch in der Bew&auml;ltigung dieser Pandemie schon jetzt massive Klassenunterschiede. Wir in unserem Haus am Wald erleben eine v&ouml;llig andere Realit&auml;t als eine Familie, die zum Beispiel in Berlin-Marzahn oder in K&ouml;ln-Chorweiler mit drei Kindern in beengten Verh&auml;ltnissen wohnt. Die soziale Ungleichheit wirkt sich massiv aus, ja, soziale Ungleichheit zerst&ouml;rt Gesellschaften&hellip;<br>\n(&hellip;) Die harten Fragen lauten: Werden sich &ouml;konomische Strukturen &auml;ndern oder werden die bisherigen sich weiter verh&auml;rten? Und nat&uuml;rlich: Werden die aktuellen Einschr&auml;nkungen unserer Freiheit vollst&auml;ndig wieder verschwinden oder werden neue Kontrollregime auf Dauer eingerichtet, nur mit anderer Begr&uuml;ndung?&hellip;<br>\n(&hellip;) ZEIT ONLINE: Eine gesellschaftliche Mehrheit. Warum soll es nicht mehr Anerkennung und Zusammenhalt zwischen den sozialen Gruppen geben?<br>\nHeitmeyer: Das w&auml;re w&uuml;nschenswert, aber mindestens zwei Punkte sprechen dagegen. Erstens hat der globale, anonymisierte Finanzkapitalismus absolut kein Interesse an gesellschaftlicher Integration und damit an sozialen Anerkennungsprozessen. Solange sich da grunds&auml;tzlich nichts &auml;ndert, sehe ich auch keine sozialen Ver&auml;nderungen kommen. Nach der Krise wird es doch eher ein brutales Aufholrennen f&uuml;r die verpassten Renditen geben. Dann d&uuml;rften sehr schnell wieder umstandslos die Kriterien von Verwertbarkeit, N&uuml;tzlichkeit und Effizienz gelten &ndash; nicht nur bei der Herstellung von Waschmaschinen, sondern auch in der Bewertung von Menschen&hellip;<br>\nWenn die Krise vorbei ist und Milliarden f&uuml;r die Stabilisierung der Wirtschaft ausgegeben sind, wird sich die Frage stellen, woher dann noch das Geld f&uuml;r die finanzielle Anerkennung der gerade gefeierten Helden und Heldinnen kommen soll.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2020-04\/wilhelm-heitmeyer-coronavirus-verschwoerungstheorien-finanzmarkt-rechtsradikalismus\/komplettansicht\">Zeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Aus f&uuml;r Sanders &ndash; aus f&uuml;r Traum von gerechteren USA<\/strong><br>\nF&uuml;r einen historischen Augenblick sah es so aus, als k&ouml;nne sich in der US-amerikanischen Politik wirklich etwas &auml;ndern. F&uuml;r ein paar Wochen im Februar und M&auml;rz hielten alle den Atem an. Kann Bernie Sanders wirklich demokratischer Pr&auml;sidentschaftskandidat werden? Nun, keine zwei Monate sp&auml;ter, ist alles vorbei. Der amerikanischen Linken weht mitten im Fr&uuml;hling ein kalter Winterwind entgegen&hellip;<br>\n(&hellip;) &bdquo;Unsere Kampagne endet, aber unsere Bewegung nicht.&ldquo;<br>\nWas ist das f&uuml;r eine &bdquo;Bewegung&ldquo;, von der Sanders gerne spricht? Die US-amerikanische Linke, oder jedenfalls das, was jenseits des Atlantiks als Linke durchgeht. Die Forderungen Sanders&lsquo; gelten in den USA als linksradikal, mit einem Bein im Kommunismus stehend. In Europa sind es Dinge, die keinen Christsozialen hinterm Ofen hervorholen: Freier Hochschulzugang, Krankenversicherung f&uuml;r alle, ein einigerma&szlig;en ausgleichendes Steuersystem. Schockierend! Sanders nennt seine Forderungen oft einen &bdquo;Kampf f&uuml;r Gerechtigkeit&ldquo;.<br>\nDemokraten: lieber Trump als Sanders?<br>\nIm Lager dieser vermeintlichen Beinahe-Kommunisten, die hierzulande als moderate Sozialdemokraten gelten w&uuml;rden, verbreitet sich nun wieder einmal eine Dolchsto&szlig;legende. Konservative Demokraten sehen lieber Trump als einen echten Linken im Oval Office&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zackzack.at\/2020\/04\/09\/aus-fuer-sanders-aus-fuer-den-traum-von-gerechteren-usa\/\">Zack Zack<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Das Drehbuch zu dieser Trag&ouml;die wurde bereits 2015\/2016 geschrieben. Schon 2016 standen die Chancen von Sanders gut, Pr&auml;sidentschaftskandidat der Demokraten zu werden. Gegen die damals scheinbar unausweichliche Hillary Clinton. Und schon damals hatte die F&uuml;hrungsclique der Partei, der DNC, alles getan, um ihn zu verhindern und Clinton als Kandidatin durchzusetzen. Jetzt wieder das gleiche Spiel mit Joe Biden als Kandidat gegen Sanders. <\/em><\/p>\n<p><em>Auch diesmal spielt Sanders wieder das Spiel mit, was tief blicken l&auml;sst. Damals stellte er sich nach seiner Niederlage hinter Clinton, nun hinter Biden. Und dies obwohl er beides Mal ausgetrickst wurde. Und auch die Worte gleichen sich damals wie heute: &ldquo;Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass sie die n&auml;chste Pr&auml;sidentin der USA wird&rdquo;, sagte Sanders im Juli 2016 und darauf Clinton: &ldquo;Zusammen sind wir st&auml;rker&rdquo;. Und jetzt, 2020, meint Sanders in Bezug auf Biden: &ldquo;Wir brauchen dich im Wei&szlig;en Haus&rdquo;. Und darauf Biden: &ldquo;Ich verspreche, dass ich dich nicht entt&auml;uschen werde.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Und 2020 genauso wie 2016 ist auch diesmal der Gegner wieder derselbe: Donald Trump. Im Gro&szlig;en und Ganzen ist es, besonders f&uuml;r das Ausland, egal, wer von den Beiden Pr&auml;sident wird. Von keinem der Beiden ist ein Fortschritt in der Friedenspolitik  zu erwarten. Zu bestimmen hat der Pr&auml;sident nicht viel. Er funktioniert nur als Schaufensterpuppe. &Uuml;ber die amerikanische Au&szlig;enpolitik entscheiden Andere. Der letzte Pr&auml;sident der USA, der sich gegen den tiefen Staat stellte war JF Kennedy. Er bezahlte daf&uuml;r mit seinem Leben. Seither hat kein Pr&auml;sident mehr versucht, sich dem tiefen Statt entgegen zu stellen. Sanders h&auml;tte es auch nicht getan, wenn er denn Pr&auml;sident geworden w&auml;re.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Die Reaktion der Deutschen war ein Desaster sondergleichen<\/strong><br>\nDas Coronavirus ersch&uuml;ttert die Wirtschaft. Nie zuvor in der Geschichte gab es eine vergleichbar schwere Krise. Wie schwer, das erl&auml;utert Historiker Adam Tooze. Und auch, welche Fehler gemacht worden sind.<br>\nDas hat es nie zuvor gegeben, gro&szlig;e Teile der Weltwirtschaft stehen still. Schuld ist das Coronavirus, zu dessen Bek&auml;mpfung die Menschen Abstand zueinander halten m&uuml;ssen. Mit schwerwiegenden Konsequenzen.<br>\nAdam Tooze ist aus diesem Grund ein gefragter Mann in dieser Zeit, sein Telefon klingelt in einem fort, wie er berichtet: Denn Tooze ist einer der f&uuml;hrenden Wirtschaftshistoriker, wie kaum jemand sonst hat er die Weltfinanzkrise von 2008\/09 erforscht. Im Gespr&auml;ch erkl&auml;rt der Forscher, wie schlimm die derzeitige Krise wirklich ist. Und warum sie sich nicht mit den gro&szlig;en Crashes der Vergangenheit vergleichen l&auml;sst.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/wissen\/geschichte\/id_87668776\/experte-tooze-ueber-corona-krise-wir-reden-ueber-stoerungen-epischen-ausmasses-.html?ml-d\">t-online.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ausverkauf des Sachverstands<\/strong><br>\nDer Sachverst&auml;ndigenrat (SVR) hat sich in einem Gastbeitrag f&uuml;r die FAZ zu einer &bdquo;Exit-Strategie f&uuml;r Deutschland&ldquo; ge&auml;u&szlig;ert. Auch f&uuml;r &ouml;konomische Laien ist unschwer zu erkennen, wie gro&szlig; die Ratlosigkeit in diesem Gremium ist. Damit steht der SVR allerdings nicht allein da. Wichtig ist zu verstehen, warum soviel Ratlosigkeit herrscht. [&hellip;]<br>\nWarum hat sich der Sachverst&auml;ndigenrat nach seiner, vorsichtig ausgedr&uuml;ckt, fragw&uuml;rdigen Prognose (BIP-Entwicklung -2,8 Prozent im wahrscheinlichsten Szenario, -5,4 Prozent im schlechtesten Fall) dazu entschlossen, dieses Beratungsvakuum durch den erw&auml;hnten Gastbeitrag in der FAZ auch noch &ouml;ffentlich zur Schau zu stellen? Ist es der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die f&uuml;nf Mitglieder einigen konnten? Ist Einigkeit zu demonstrieren wichtiger, als in einer Auseinandersetzung um den richtigen Weg zu ringen? Von dieser Auseinandersetzung k&ouml;nnten die Regierenden, die der Sachverst&auml;ndigenrat doch beraten soll, jedenfalls mehr lernen als von der Aneinanderreihung wohlfeiler Allgemeinpl&auml;tze, die nur vermittelt, dass dieses Gremium angesichts der Corona-Krise hilf- und ratlos ist.<br>\nNach Auseinandersetzung klingt aber auch das Interview nicht, das die neu in den Sachverst&auml;ndigenrat berufene &Ouml;konomin Veronika Grimm dem Handelsblatt gegeben hat. Zur L&ouml;sung des Problems, vor das sich die Wirtschaftspolitik durch diese extreme Krise gestellt sieht, schl&auml;gt sie vor:\n<blockquote><p>\n&bdquo;Erst einmal sollte die Politik alles tun, damit die Wirtschaft nicht allzu sehr einbricht.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie das funktionieren k&ouml;nnte?<\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Die Tatsache, dass Deutschland eine Exportnation ist, l&auml;sst sich ja nicht in allen Facetten politisch beeinflussen. Es ist aber ganz offensichtlich, dass wir zum Ausgleich f&uuml;r die Exportst&auml;rke die Nachfrage im Inland st&auml;rken sollten, auch durch Investitionen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Vermutlich stimmen mit Frau Grimm an die 90 Prozent der Bev&ouml;lkerung in diesem Punkt &uuml;berein. Aber was hei&szlig;t das konkret, wie &bdquo;st&auml;rkt&ldquo; man Investitionen, noch dazu so rasch, dass &bdquo;die Wirtschaft nicht allzu sehr einbricht&ldquo;? In dem Interview erf&auml;hrt der Leser dazu nichts.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2020\/04\/ausverkauf-des-sachverstands-2\/\">Makroskop<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Coronavirus-Pandemie: &bdquo;Spaniens Sparpolitik r&auml;cht sich&ldquo;<\/strong><br>\nNach den USA ist Spanien das am schlimmsten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land der Welt. Und das hat mehrere Gr&uuml;nde, analysiert ein Allgemeinmediziner aus Madrid. [&hellip;]<br>\nIm Zuge der schweren Wirtschaftskrise 2010 verpflichtete sich Madrid f&uuml;r die EU-Hilfen gegen&uuml;ber Br&uuml;ssel und Berlin zu einer strikten Spar- und Austerit&auml;tspolitik. &bdquo;Mit fatalen Folgen f&uuml;r das &ouml;ffentliche Gesundheitssystem&ldquo;, sagt Padilla.<br>\nUm Personal zu sparen, wurden damals vor allem frei gewordene Stellen im Gesundheitswesen nicht neu besetzt. Allein in Madrid seien in sieben Jahren 3000 Stellen weggefallen, sagt Padilla.<br>\n&bdquo;Das spanische Gesundheitssystem wurde in den vergangenen zehn Jahren kaputtgespart und das bekommen wir nun in der Corona-Krise zu sp&uuml;ren&ldquo;, meint auch der spanische Gesundheitsexperte Alberto Gimenez.<br>\nGravierend ist im Zuge der Corona-Pandemie vor allem die geringe Zahl von Betten auf den Intensivstationen. Spanien verf&uuml;gt mit seinen 47 Millionen Einwohner gerade einmal &uuml;ber 4700 Intensivstationspl&auml;tze, auch wenn deren Zahl in den vergangenen Wochen durch provisorische Krankenh&auml;user erh&ouml;ht wurde.<br>\nZum Vergleich: In Deutschland gab es mit seinen &uuml;ber 80 Millionen Einwohnern zu Beginn der Krise rund 28.000 Intensivbetten. Mittlerweile wurden auch diese Kapazit&auml;ten aufgestockt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.aerztezeitung.de\/Politik\/Spaniens-Sparpolitik-raecht-sich-408589.html\">&Auml;rztezeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Coronavirus erh&ouml;ht Todesraten in mindestens acht europ&auml;ischen Staaten<\/strong><br>\nAuch ohne das Coronavirus sterben jede Woche Zehntausende Menschen in Europa. Wie t&ouml;dlich allein dieser Erreger ist, verr&auml;t daher nur der Vergleich zur &uuml;blichen Zahl der Toten. Hier zeigt sich in mehreren Staaten ein klarer Anstieg. (&hellip;)<br>\nStatt der erwarteten knapp 60.000 Toten sind in den meldenden Staaten in Kalenderwoche 14 im Schnitt knapp 70.000 Menschen gestorben. (&hellip;)<br>\nDer Anstieg geht im Wesentlichen auf sechs Staaten zur&uuml;ck, in denen die Gesundheitsversorgung teils durch die Corona-Pandemie die Kapazit&auml;tsgrenzen &uuml;berschritten hat oder in Teilen zusammengebrochen ist, etwa Italien, Frankreich, Spanien und England, das in der Statistik gel&ouml;st von Gro&szlig;britannien vorkommt. Deutlich erh&ouml;ht ist die Sterberate der Statistik zufolge aber auch in der Schweiz und den Niederlanden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/medizin\/coronavirus-erhoeht-todesraten-in-mindestens-sieben-europaeischen-staaten-a-06dce7ce-a10c-4b2b-a4f2-9b92048698c4?sara_ecid=soci_upd_wbMbjhOSvViISjc8RPU89NcCvtlFcJ\">Spiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Hilfe f&uuml;r die Kultur: Frust, Wut und Fassungslosigkeit<\/strong><br>\nStaatliche Hilfe ist f&uuml;r Kulturschaffende ohne Festanstellung oder Betrieb kaum zu bekommen.<br>\nSie alle werden von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, aber auch von Kulturstaatssekret&auml;rin Monika Gr&uuml;tters oder den zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rden an die Grundsicherung verwiesen, also ins Hartz-IV-Programm gen&ouml;tigt. Doch auch da gibt es h&auml;ufig keine Rettung in der Not. Denn die Ank&uuml;ndigung der Bundespolitik von Ende M&auml;rz, f&uuml;r die &ldquo;schnelle und unb&uuml;rokratische Hilfe&rdquo; ein verschlanktes Verfahren ohne Verm&ouml;genspr&uuml;fung bei der Grundsicherung beschlossen zu haben, entpuppt sich beim direkten Kontakt mit den Jobcentern als reine M&auml;r.<br>\nTats&auml;chlich sieht der Realit&auml;tscheck unter Betroffenen so aus: Noch immer kann man &uuml;berall in Deutschland mit der Anzahl der versendeten Formulare und der abzuliefernden Belege eine Turnhalle tapezieren. Denn abgefragt wird immer eine &ldquo;Bedarfsgemeinschaft&rdquo;.<br>\nTeil dieser Gruppe sind Partner, Kinder, aber auch WG-Bewohner, falls es eine gemeinsame Haushaltskasse gibt. Jeder dieser Menschen muss sich vor den &Auml;mtern finanziell nackt ausziehen und ist verpflichtet, die anderen bis zur eigenen Mittellosigkeit zu unterst&uuml;tzen, bevor der Staat es tut. Finanzielle Hilfe erh&auml;lt faktisch nur der Soloselbst&auml;ndige, der mit seiner Lebensgemeinschaft ganz knapp vor der Obdachlosigkeit steht &ndash; und das auch noch beweisen kann.<br>\nDoch selbst wer die peinlichen Verh&ouml;rmethoden der Hartz-IV-B&uuml;rokratie mit ihren zahllosen Nachforderungen absurder Belege und der nach wie vor praktizierten Verm&ouml;genspr&uuml;fung auf sich nimmt, kann noch nach Wochen des Wartens abschl&auml;gig beschieden werden, wie es verbitterte Antragsteller vielfach berichten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/hilfe-fuer-die-kultur-frust-wut-und-fassungslosigkeit-1.4877577\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Journalismus in der Krise: die f&uuml;nf Defizite der Corona-Berichterstattung<\/strong><br>\nWerden wir in der Corona-Krise hochwertig informiert? Die Wissenschaftler Klaus Meier und Vinzenz Wyss blicken auf die Berichterstattung in Deutschland und in der Schweiz seit Beginn der Pandemie. Beide Forscher analysieren den Zustand des Journalismus &ndash; und erkennen f&uuml;nf Defizite. [&hellip;]<br>\nF&uuml;nf Defizite, die es zu beheben gilt<br>\nWir befinden uns sp&auml;testens seit Anfang April mitten in einer Phase, in der Journalismus zu seiner Pflicht zur&uuml;ckkehren und mehr Eigenkompetenz, Distanz, Recherche und Vielfalt zeigen muss. Wir haben f&uuml;nf Defizite ausgemacht, an deren Behebung in beiden L&auml;ndern einige Redaktionen schon l&auml;nger arbeiten als andere, denen aber noch mehr begegnet werden kann:<br>\n(1) Der Umgang mit Zahlen: Datenjournalistische Formate und interaktive Grafiken, die Zahlen zur Pandemie darstellen, sind optimal nutzerorientiert aufbereitet &ndash; und sie interessieren viele Nutzer auch stark. Aber das f&uuml;hrt dazu, dass man diese Zahlen wie Tabellenst&auml;nde im Sport miteinander vergleicht: Sind wir jetzt schon wie Italien oder Spanien? Wie schneiden die USA ab? Wie stehen die Bundesl&auml;nder und Landkreise in Deutschland da? [&hellip;]<br>\n(2) Strukturen statt Einzelf&auml;lle: &Uuml;ber die genannten Zahlen hinaus heben die Routinen vor allem des Nachrichtenjournalismus bei Krisen, Konflikten und Katastrophen schon immer den schwerwiegenden Einzelfall hervor, der oft mit Kriegsrhetorik vorgetragen wird. Einordnender Kontext und Gesamtstrukturen sind in kurzer Zeit nur schwer zu recherchieren und sorgen kaum f&uuml;r Aufmerksamkeit. [&hellip;]<br>\n(3) Transparente Berichterstattung: Was die Bev&ouml;lkerung &uuml;ber dieses Virus, seine Gef&auml;hrlichkeit und die Wirkungen und Nebenfolgen der beh&ouml;rdlichen Ma&szlig;nahmen wei&szlig;, wei&szlig; sie fast ausschlie&szlig;lich &uuml;ber die Medien. Wieder wird wie durch ein Brennglas jetzt deutlich, wie die durch Journalismus konstruierte Medienrealit&auml;t die demokratische Gesellschaft und das Leben im Alltag beeinflusst. Es w&auml;re gerade jetzt wichtig, dass der Journalismus seine eigene Rolle in dieser Krise thematisiert und transparent &uuml;ber die Bedingungen, Routinen und Grenzen der Berichterstattung aufkl&auml;rt. [&hellip;]<br>\n(4) Vielf&auml;ltige Auseinandersetzung: Dass weitreichende politische Entscheidungen mit Eingriffen in die Grundrechte zwischen einzelnen Experten und der Exekutive im Hinterzimmer verhandelt und anschlie&szlig;end an die Bev&ouml;lkerung distanzlos vermittelt werden, sollte die absolute Ausnahme in der Demokratie sein &ndash; und darf sich auch in den n&auml;chsten Tagen und Wochen nicht fortsetzen. In einer distanzierten Debatte m&uuml;ssen sp&auml;testens jetzt weitreichende Fragen gestellt und recherchiert werden. [&hellip;]<br>\n(5) Virologen als unfehlbare Medienstars: Einige wenige Chef-Virologen wurden zu unfehlbaren Medienstars aufgebaut. Doch auch die Studien und Aussagen, Ratschl&auml;ge und Forderungen der Virologen sind sich im Detail nicht einig, ja k&ouml;nnen sich in dieser neuen wissenschaftlichen Herausforderung gar nicht einig sein. Eine der wichtigsten Wissenschaftstheorien des 20. Jahrhunderts ist der Kritische Rationalismus, der das Falsifikationsprinzip formuliert hat (nach Karl Popper): Wissenschaftlicher Fortschritt ist vor allem durch das Widerlegen von Theorien m&ouml;glich und kaum durch dauerhaftes Best&auml;tigen. Wissenschaftler m&uuml;ssen sich irren d&uuml;rfen. Sie m&uuml;ssen sogar daran arbeiten zu beweisen, dass die Wissenschaft sich geirrt hat. Wissenschaft, also die Suche nach Wahrheit, muss per se mit Unsicherheit leben. Deshalb ist es grundfalsch, einzelne Wissenschaftler als unfehlbare Medienstars aufzubauen. Sie sind damit &uuml;berfordert. Es ist nicht die Aufgabe ihrer Profession. Der Zweifel ist ihr Prinzip, nicht Gewissheit. Sie haben auch kein demokratisches Mandat. [&hellip;]<br>\nAlles in allem: Es ist an der Zeit, dass sich der Journalismus auf seine Maximen besinnt und die Folgen des Handelns zwar im Auge beh&auml;lt, aber nicht mehr in den Mittelpunkt redaktioneller Abw&auml;gungen stellt. Was viele Menschen jetzt als wohltuend empfinden &ndash; dass in der politischen Auseinandersetzung kein Streit allein um des Streits willen provoziert wird wie so oft in den letzten Jahren &ndash; k&ouml;nnte durchaus beibehalten werden. Aber ein &ouml;ffentlicher Streit um des intensiven Austauschs von Argumenten willen geh&ouml;rt zur Demokratie wie Wasser zum Leben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/meedia.de\/2020\/04\/09\/journalismus-in-der-krise-die-fuenf-defizite-der-corona-berichterstattung\/\">Meedia<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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