{"id":6035,"date":"2010-06-30T08:59:17","date_gmt":"2010-06-30T06:59:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6035"},"modified":"2010-06-30T11:04:39","modified_gmt":"2010-06-30T09:04:39","slug":"hinweise-des-tages-1171","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6035","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Wirtschaft auf Erholungskurs; Sparen f&uuml;r die n&auml;chste Bankenrettung; Gehaltsrakete f&uuml;r Wall-Street-Banker; Banken lassen Berlin beim Stresstest auflaufen; Gericht wertet Lohndumping erstmals als Straftat; Leiharbeit ist zumindest ein schmaler Steg in Besch&auml;ftigung; Karstadt-Insolvenzverwalter bekommt mehr als 50 Millionen; Umsatzsteuerreform; Arvato-Projekt gescheitert; Hochschule als Betrieb; Merz wird wieder Vorsitzender der Atlantik-Br&uuml;cke; privater Verbrauch in den USA schlechter als erwartet; Fu&szlig;ball im Abseits. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">IMK: Deutsche Wirtschaft noch auf kr&auml;ftigem Erholungskurs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Sparen f&uuml;r die n&auml;chste Bankenrettung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Gehaltsrakete f&uuml;r Wall-Street-Banker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Banken lassen Berlin beim Stresstest auflaufen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Gericht wertet Lohndumping erstmals als Straftat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Die Sklaven leben mitten unter uns<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Leiharbeit ist zumindest ein schmaler Steg in Besch&auml;ftigung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Karstadt-Insolvenzverwalter bekommt mehr als 50 Millionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Umsatzsteuerreform<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Arvato-Projekt Kommunalverwaltung gescheitert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Kollaps von BP w&auml;re kein Systemrisiko<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Wie der Staat die Hochschulen zu funktionalen Betrieben machen will<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Korrektur: &bdquo;Das Leben einer Hotel-Hungerl&ouml;hnerin&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Merz wird wieder Vorsitzender der &ldquo;Atlantik-Br&uuml;cke&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Europaabgeordnete gegen Finanzlobby<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Privater Verbrauch in den USA: Schlechter als erwartet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Kabul exportiert kistenweise US-Dollar-Scheine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Neue T&ouml;ne von der UNO<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Fu&szlig;ball im Abseits &ndash; Partynationalismus und Starkult kommen vor dem Spiel<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=6035&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>IMK: Deutsche Wirtschaft noch auf kr&auml;ftigem Erholungskurs<\/strong><br>\nDie deutsche Konjunktur ist seit dem Sommer 2009 in der Grundtendenz wieder aufw&auml;rtsgerichtet. Im Winterhalbjahr war das Wachstum zwar nur verhalten&hellip;Ma&szlig;geblich zum Wachstum beigetragen hat ein au&szlig;ergew&ouml;hnlich starker Lageraufbau. Die Aussichten auf eine weitere Belebung der Konjunktur sind derzeit recht g&uuml;nstig.<br>\nIm zweiten Quartal d&uuml;rfte die gesamtwirtschaftliche Produktion kr&auml;ftig ausgeweitet werden, saisonbereinigt um 1 %. Ma&szlig;geblich hierf&uuml;r sind die weiterhin steigende Industrieproduktion sowie ein starker Nachholeffekt im Bauhauptgewerbe infolge des witterungsbedingt &uuml;berdurchschnittlichen R&uuml;ckgangs im vergangenen Winter. Au&szlig;erdem d&uuml;rften sich die privaten Konsumausgaben etwas beleben, hierauf deuten die leicht anziehenden Einzelhandelsums&auml;tze hin.<br>\nIn der zweiten Jahresh&auml;lfte wird die konjunkturelle Dynamik, bei einer weiterhin positiven Grundtendenz, verhaltener ausfallen. Zum einen laufen die staatlichen St&uuml;tzungsma&szlig;nahmen aus den Konjunkturprogrammen sukzessive aus. Zum anderen d&uuml;rfte es zu einer sp&uuml;rbaren Verlangsamung des Lageraufbaus kommen.<br>\nF&uuml;r das Jahr 2010 insgesamt wird die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts im Jahresdurchschnitt 2 % betragen. Das IMK l&auml;sst somit, wie schon im M&auml;rz dieses Jahres, seine Prognose erneut unver&auml;ndert.<br>\nIm kommenden Jahr wird das Tempo der konjunkturellen Erholung jedoch abflachen. Die Zunahme der Exporte wird infolge der nachlassenden Dynamik im &uuml;brigen Euroraum geringer ausfallen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_50_2010.pdf%20\">IMK Report Nr. 50 \/Juni 2010 [PDF &ndash; 212 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Erstaunlich ist, dass das IMK angesichts der verschlechterten Ausgangslage durch den Absturz um 5% des BIPs die Ausweitung der gesamtwirtschaftlichen Produktion um 1% schon als &bdquo;kr&auml;ftig&ldquo; bezeichnet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Sparen f&uuml;r die n&auml;chste Bankenrettung<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>BIZ warnt: F&uuml;r n&auml;chste Bankenrettung fehlt das Geld<\/strong><br>\nDie Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt in ihrem aktuellen Jahresbericht vor neuen Turbulenzen im Bankensektor.<br>\nDamit die Staaten im Falle einer neuen Krise handlungsf&auml;hig sind, pl&auml;diert auch die BIZ daf&uuml;r, dass die Haushaltskonsolidierung vorangetrieben wird. &ldquo;Die Staatsverschuldung hat in vielen Industriel&auml;ndern ein nicht mehr tragbares Niveau erreicht&rdquo;, hei&szlig;t es in Bericht. Zwar f&uuml;hrten staatliche Sparma&szlig;nahmen kurzfristig zu Wachstumseinbu&szlig;en. &ldquo;Doch die Alternative &ndash; ein pl&ouml;tzlicher Vertrauensverlust an den M&auml;rkten &ndash; w&auml;re weit schlimmer.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2794746_BIZ-warnt-Fuer-naechste-Bankenrettung-fehlt-das-Geld.html%20\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sparen f&uuml;r die Rettungspakete f&uuml;r die n&auml;chste Bankenkrise. Nicht die faulen Papiere f&uuml;hren also zum Vertrauensverlust an den M&auml;rkten, sondern die Staatsverschuldung, die durch die letzten Rettungspakete erst richtig hochgetrieben wurden. Die Logik ist nur noch absurd.<\/em> <\/p><\/li>\n<p><strong>Und offenbar k&ouml;nnte die n&auml;chste Bankenrettungsaktion schon vor der T&uuml;r stehen:<\/strong><\/p>\n<li><strong>Die Zeichen stehen auf Crash<\/strong><br>\nDie Bank f&uuml;r internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel warnt in ihrem aktuellen Jahresbericht, dass sich ein neuer &ldquo;Schock beliebiger Gr&ouml;&szlig;enordnung wiederholen&rdquo; k&ouml;nnte. Einziger Unterschied zur Lehman-Pleite 2008: Damals hatten die Regierungen noch Geld, um die Banken zu retten. Jetzt sind auch die Staaten so &uuml;berschuldet, dass sie eine neue Finanzkrise nicht mehr abbremsen k&ouml;nnten. Doch nicht nur die BIZ-Analyse alarmiert. Noch besorgniserregender ist, dass die Baseler Bank auch keinen tauglichen Ratschlag bereith&auml;lt, wie sich ein neuer Crash abwenden l&auml;sst. Denn der BIZ f&auml;llt als zentraler Ma&szlig;nahme nur ein, dass die Staaten ihre Haushalte sanieren sollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F06%2F29%2Fa0046&amp;cHash=75204670f9\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung V.B.:<\/strong> Interessant ist ,dass diese Meldung erst jetzt &ndash; nach dem G20-Gipfel wieder etwas &ldquo;Furore&rdquo; macht, denn auf diese schlechte Lage auf den Finanzm&auml;rkten &ndash; wie nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers &ndash; hatte doch schon die Europ&auml;ische Zentralbank in ihrem Juni-Bericht aufmerksam gemacht, wozu die S&uuml;ddeutsche Zeitung schon am 18. Juni berichtet hatte unter der &Uuml;berschrift &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/dramatischer-bericht-der-ezb-apokalypse-voraus-1.961222\">Kurz vor der Apokalypse<\/a>&ldquo;.<\/em> &nbsp; <\/p>\n<p><em>Es dr&auml;ngt sich einem die Frage auf, ob diese Meldung so &ldquo;unterging&rdquo;, weil die europ&auml;ischen Regierungen mit ihrem Scheitern auch auf dem Gipfel noch viel &ldquo;bescheidener&rdquo; dagestanden w&auml;ren, wenn jedem  so offensichtlich gewesen w&auml;re wie dramatisch die Lage auf den Finanzm&auml;rkten schon wieder ist &ndash; und wie schrecklich dieses Nicht-Handeln der Politik dagegen dann auf dem G20-Gipfel in Toronto &ldquo;erscheinen&rdquo; muss &ndash; einfach als totales Versagen gegen&uuml;ber den aktuell-dr&auml;ngenden Anforderungen.<br>\nIn dem fast 240 Seiten-langen <a href=\"http:\/\/www.bundesbank.de\/download\/ezb\/monatsberichte\/2010\/201006.mb_ezb.pdf\">EZB-Monatsbericht vom Juni 2010 ist das nachzulesen in dem Bereich der Seiten 30 bis 43 ( vor allem auf den Seiten 39 und 40 ) [PDF &ndash; 4.1 MB]<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>BIZ 79. Jahresbericht<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bis.org\/publ\/arpdf\/ar2009_de.htm\">Bank for International Settlements<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Gehaltsrakete f&uuml;r Wall-Street-Banker<\/strong><br>\nDie Saure-Gurken-Zeit f&uuml;r Banker in den USA scheint vorbei.Schon schnellen ihre Geh&auml;lter wieder in die H&ouml;he. In manchen Bereichen fallen die Gehaltschecks bis zu 40 Prozent h&ouml;her als im Vorjahr aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/0,2828,703584,00.html\">manager-magazin<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Kampf um Zwangsouting: Banken lassen Berlin beim Stresstest auflaufen <\/strong><br>\nNach FTD-Informationen sperren sich Landesbanken, private und genossenschaftliche Institute gegen die geplante komplette Ver&ouml;ffentlichung der Daten aus dem Leistungstest. Diese Position will die Branche am Mittwoch auf einem Treffen mit der Bundesbank und der Finanzaufsicht BaFin verteidigen. Rein rechtlich gesehen k&ouml;nnen die Geldh&auml;user die Ver&ouml;ffentlichung ablehnen. Die Bundesbank hatte aber zuletzt in Gespr&auml;chen mit den Instituten deutlich gemacht, dass das Finanzministerium davon ausgeht, dass sich die Banken dem Outing nicht verweigern. Eine entsprechende schriftliche Vorlage mit der Bitte um Unterschrift war zumindest einigen H&auml;usern bereits vergangene Woche zugegangen. Auf Initiative der EU wird derzeit europaweit gepr&uuml;ft, ob das Eigenkapital der gr&ouml;&szlig;ten Banken ausreicht, wenn deren Finanzanlagen um einen bestimmten Prozentsatz im Wert sinken. Sollten sie den Check nicht bestehen, werden die Institute wom&ouml;glich zur Annahme von Staatsgeld zwangsverpflichtet. Der Stresstest gilt als h&auml;rteste Bew&auml;hrungsprobe f&uuml;r die Branche seit der Lehman-Pleite: Anders als bei vorherigen Durchl&auml;ufen sollen dieses Mal auch bei vermeintlich sicheren Anlagen Abschl&auml;ge simuliert werden &ndash; etwa bei Staatsanleihen solider L&auml;nder.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:kampf-um-zwangsouting-banken-lassen-berlin-beim-stresstest-auflaufen\/50136638.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Worauf die <a href=\"\/?p=5926#h17\">NDS bereits hingewiesen hatten<\/a>, die Banken nutzen ihre Rechtsposition und sperren. Sollte das Treffen mit den 16 gr&ouml;&szlig;ten Banken nicht zum Erfolg f&uuml;hren, muss schleunigst eine Gesetzes&auml;nderung her. Schwarz\/ Gelb sollte sich nicht noch l&auml;nger zum Hampelmann des Finanzkapitals machen. Schlie&szlig;lich verf&uuml;gen wir &uuml;ber Erfahrungswerte aus dem Mutterland des Finanzkapitals, den USA. Trotz &auml;hnlich heftiger Kritik seitens der &uuml;berpr&uuml;ften Banken wurde die Ver&ouml;ffentlichung der Stresstests von 19 US-Banken vom Markt als vertrauensbildende Ma&szlig;nahme positiv gewertet &ndash; wenn nat&uuml;rlich ein wesentlicher Faktor die Bereitschaft des Staates war, Banken mit gr&ouml;&szlig;erem Kapitalbedarf beizustehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Gericht wertet Lohndumping erstmals als Straftat<\/strong><br>\nFirmen, die gegen den Mindestlohn versto&szlig;en, machen sich k&uuml;nftig strafbar: Das Landgericht Magdeburg hat den Chef einer Reinigungsfirma verurteilt, der seine Besch&auml;ftigten weit unter Mindeslohn bezahlte. Das Urteil k&ouml;nnte f&uuml;r viele Arbeitgeber in Konsequenzen haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,703684,00.html%20\">Spiegel<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der T&auml;ter, der statt eines Mindestlohns von 7,68 nur Stundenl&ouml;hne bis in den &bdquo;Ein-Euro-Bereich&ldquo; bezahlt hat, kam aber mit einem Bu&szlig;geld von 1.000 Euro davon und auch nur deshalb, weil er zu wenig Sozialbeitr&auml;ge abgef&uuml;hrt hat. Ein solches Gesch&auml;ft ist geradezu lukrativ. Warum ist eigentlich Lohndumping nur eine Ordnungswidrigkeit und nicht von vorneherein eine Straftat?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>&laquo;Die Sklaven leben mitten unter uns&raquo;<\/strong><br>\nMit modernem Sklavenhandel verdienen Menschenh&auml;ndler in Europa pro Jahr bis zu 2.5 Milliarden Euro. Das geht aus einem am Dienstag ver&ouml;ffentlichten Bericht des UN-B&uuml;ros f&uuml;r Drogen- und Verbrechensbek&auml;mpfung (UNODC) hervor. Demnach befinden sich in Europa mehr als 140&rsquo;000 Menschen in der Gewalt des organisierten Verbrechens. Weltweit seien es sogar mehrere Millionen. Die Zahl der Opfer steige j&auml;hrlich um etwa 50 Prozent, hie&szlig; es weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/ausland\/europa\/Die-Sklaven-leben-mitten-unter-uns\/story\/21377038\">Tagesanzeiger<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>IAB: &bdquo;Leiharbeit ist zumindest ein schmaler Steg in Besch&auml;ftigung&ldquo;<\/strong><br>\n&bdquo;Leiharbeit ist zwar keine breite Br&uuml;cke, aber zumindest ein schmaler Steg in Besch&auml;ftigung&ldquo;, sagte der Direktor des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim M&ouml;ller, am Dienstag in Berlin. Neue Forschungsergebnisse des IAB zeigen: 25 Prozent der Leiharbeiter waren im Zweijahreszeitraum zuvor mindestens die H&auml;lfte der Zeit arbeitslos. Im Zweijahreszeitraum nach der Leiharbeit lag der entsprechende Anteil dagegen nur noch bei 17 Prozent.<br>\nDie meisten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse in der Leiharbeit dauern IAB-Direktor M&ouml;ller zufolge nur kurz. Rund die H&auml;lfte endet bereits innerhalb von drei Monaten. Der Anteil an allen Besch&auml;ftigten liegt bei zwei Prozent: Derzeit gibt es gut 750.000 Leiharbeiter. Im Juli 2008 waren es sogar mehr als 800.000. Im Jahr 2009 sank die Zahl dann wegen der Wirtschaftskrise unter 600.000.<br>\nIAB-Vizedirektor Ulrich Walwei erkl&auml;rte, dass die Leiharbeit neben der befristeten Besch&auml;ftigung eines der wichtigsten Instrumente f&uuml;r die Unternehmen sei, um personalpolitisch flexibel auf Auftragsschwankungen reagieren zu k&ouml;nnen. Mindestens genauso wichtig seien aber auch Formen der internen Flexibilit&auml;t wie Arbeitszeitkonten. &bdquo;Die verschiedenen Formen der Flexibilit&auml;t sind ganz entscheidend f&uuml;r den arbeitsmarktpolitischen Erfolg unseres Wirtschaftssystems.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2010\/kb1310.pdf\">IAB [PDF &ndash; 484 KB]<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Leiharbeit als Br&uuml;cke zur Normalarbeit ist die gro&szlig;e Ausnahme. Solche mageren Ergebnisse, nennt man dann schon Erfolgsbilanz. Wieder einmal ein Beispiel daf&uuml;r, dass das IAB, eine Abteilung der Bundeagentur f&uuml;r Arbeit, eher eine PR-Agentur des Bundesarbeitsministeriums ist. Siehe <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/06-30\/050.php\">Von der Leiharbeit zum unsteten Erwerbsverlauf<\/a> und die Reaktion der <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=2799918&amp;em_loc=31%20\">IG Metall<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Karstadt-Insolvenzverwalter bekommt mehr als 50 Millionen<\/strong><br>\nF&uuml;r die Abwicklung der Karstadt-Insolvenz kassiert der Insolvenzverwalter ein f&uuml;rstliches Gehalt. Ein Experte &uuml;bt Kritik.<br>\nKritik &auml;u&szlig;erte der der Wissenschaftler und fr&uuml;here Insolvenzrichter Hans Haarmeyer. &bdquo;Statt die Gl&auml;ubiger bestm&ouml;glich zu befriedigen, versorgt die Abwicklung eines Insolvenzverfahrens offenbar weitgehend und fl&auml;chendeckend nur die Insolvenzverwalter und die mit ihnen verbundenen Strukturen&ldquo;, sagte Haarmeyer der Zeitung.<br>\nQuelle1: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article8216926\/Insolvenzverwalter-bekommt-mehr-als-50-Millionen.html\">Die Welt<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/karstadt-insolvenzverwalter-goerg-zum-abschied-gibts-millionen-1.966801\">Zum Abschied gibt`s Millionen SZ<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Und die Besch&auml;ftigten bei Karstadt d&uuml;rfen ohnehin nur Opfer bringen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Umsatzsteuerreform<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Bundesrechnungshof: Umsatzsteuer &ldquo;grundlegend&rdquo; &uuml;berarbeiten<\/strong><br>\nDie Bundesregierung soll die erm&auml;&szlig;igten Steuers&auml;tze bei der Umsatzsteuer &rdquo;grundlegend&ldquo; &uuml;berarbeiten. Das empfiehlt der Bundesrechnungshof (BRH) in seinem Bericht &uuml;ber den erm&auml;&szlig;igten Umsatzsteuersatz, in dem er Vorschl&auml;ge f&uuml;r eine k&uuml;nftige Ausgestaltung der Steuererm&auml;&szlig;igung macht und den er als Unterrichtung (17\/2290) vorgelegt hat. Jede einzelne Beg&uuml;nstigungen sollen auf systematische Schwachstellen untersucht und kritisch hinterfragt werden, hei&szlig;t es weiter.<br>\nDas Umsatzsteuergesetz sieht neben dem Regelsteuersatz von 19 Prozent einen erm&auml;&szlig;igten Steuersatz von 7 Prozent vor, hei&szlig;t es in der Unterrichtung. Erm&auml;&szlig;igungen seien urspr&uuml;nglich aus sozial-, kultur-, agrar- und verkehrspolitischen Motiven eingef&uuml;hrt worden. Zweck sei es gewesen, G&uuml;ter des lebensnotwendigen Bedarfs und bestimmte Dienstleistungen zu verbilligen. Die Beg&uuml;nstigungen durch den erm&auml;&szlig;igten Steuersatz h&auml;tten sich im Jahr 2008 auf 24,2 Milliarden Euro belaufen.<br>\nDer BRH habe in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Pr&uuml;fungen zum Anwendungsbereich des erm&auml;&szlig;igten Umsatzsteuersatzes durchgef&uuml;hrt, dabei sei festgestellt worden, dass diese h&auml;ufig &rdquo;sachlich&ldquo; nicht mehr zu begr&uuml;nden seien. Um den Katalog von beg&uuml;nstigten Gegenst&auml;nden f&uuml;r die Finanzverwaltung handhabbar zu machen, habe es eines 140-Seiten-Schreibens des Bundesfinanzministeriums und zahlreicher Schreiben zu Einzelfragen bedurft. Dennoch steht die Finanzverwaltung den Abgrenzungsproblemen &rdquo;h&auml;ufig hilflos&ldquo; gegen&uuml;ber, hei&szlig;t es in der Unterrichtung. In den vergangenen zehn Jahren seien mehr als 300 Gerichtsentscheidungen zum erm&auml;&szlig;igten Steuersatz ergangen und gegenw&auml;rtig seien 14 weitere Verfahren anh&auml;ngig. Dabei habe unter anderem gekl&auml;rt werden m&uuml;ssen, ob Milchersatzprodukte pflanzlichen Ursprungs Milch oder Milchmixgetr&auml;nke seien. Auch habe das Bundesfinanzministerium darauf hinweisen m&uuml;ssen, dass Trockenmoos (Regelsteuersatz) durch Anfeuchten nicht wieder zu frischem Moos (erm&auml;&szlig;igter Steuersatz) werde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_06\/2010_223\/03.html\">Deutscher Bundestag <\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es mag wirklich viele Absurdit&auml;ten im Umsatzsteuerrecht geben, aber man muss sich Sorgen machen, ob mit solchen Reformen nicht auch die G&uuml;ter des lebensnotwendigen Bedarfs verteuert werden.<\/em><\/p><\/li>\n<p><strong>Siehe dazu:<\/strong> <\/p>\n<li><strong>FDP-Generalsekret&auml;r: Lindner nennt Hotel-Steuer Fehler<\/strong><br>\nIn der Debatte um eine Reform der reduzierten Mehrwertsteuers&auml;tze ist FDP-Generalsekret&auml;r Christian Lindner von der erst zu Jahresbeginn eingef&uuml;hrten Hotel-Steuer abger&uuml;ckt. &ldquo;Man h&auml;tte aus meiner heutigen Sicht diesen Satz nicht vorab senken sollen, sondern auf die gro&szlig;e Reform warten m&uuml;ssen&rdquo;, sagte Lindner am Dienstag im Deutschlandfunk. Der &ldquo;ordnungspolitische Kompass der Koalition&rdquo; habe hier nicht richtig funktioniert. Lindner &auml;u&szlig;erte sich insgesamt kritisch &uuml;ber den Kurs der Bundesregierung und seiner Partei nach der Bundestagswahl. &ldquo;Wir haben uns sehr gebunden gef&uuml;hlt an unsere Wahlzusagen, das ist auch ein Wert in einer Demokratie. Aber bei einem ge&auml;nderten Umfeld muss eine Regierungspartei ihre Priorit&auml;ten &uuml;berdenken. Da waren wir nicht schnell genug&rdquo;, r&auml;umte Lindner ein.<br>\nQuelle1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/2797873_FDP-Generalsekretaer-Lindner-nennt-Hotel-Steuer-Fehler.html\">FR<\/a><br>\nQuelle2: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/1213018\/\">dradio.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Steuerdebatte in der Koalition: Merkel r&uuml;gt Lindners Hotel-Volte<\/strong><br>\nDie Kanzlerin ist nicht am&uuml;siert: FDP-General Lindner hat die isolierte Senkung der Hotelsteuer als Fehler gebrandmarkt &ndash; und damit Angela Merkels Zorn geweckt. Merkel war ver&auml;rgert, weil Lindner in dem Interview erkl&auml;rt hatte, bei der Entscheidung f&uuml;r die Absenkung der Hotelsteuer am Anfang des Jahres habe der &ldquo;ordnungspolitische Kompass&rdquo; nicht richtig funktioniert. Statt diesen Umsatzsteuersatz einzeln zu korrigieren, h&auml;tte die Koalition dies in einer gro&szlig;en Reform tun sollen, erkl&auml;rte der FDP-Generalsekret&auml;r. Merkel wies Lindner in der Spitzenrunde am Dienstag darauf hin, dass die CDU seinerzeit genau diese Linie vertreten habe &ndash; im Gegensatz zu FDP und CSU. Tats&auml;chlich hatten sich die Christdemokraten bei der Hotelsteuer dem Druck der kleinen Partner gebeugt. Trotzdem verteidigte Merkel die Entscheidung sp&auml;ter als Beschluss der gesamten Koalition. Nun aber, so hei&szlig;t es aus Teilnehmerkreisen des Koalitionsausschuss, entstehe der Eindruck, als ob ausgerechnet die FDP von der unpopul&auml;ren Entscheidung abr&uuml;cke.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-703619,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wie sch&ouml;n, sie kloppen sich weiter: Schwarz\/Gelb k&ouml;nnte zerbrechen. Nur, was kommt dann? Zum Beispiel, wenn die FDP ganz herausf&auml;llt, wie j&uuml;ngste Umfragen nahelegen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Schein und Sein in der FDP<\/strong><br>\nDie FDP will nur den Eindruck erwecken, sie habe sich ver&auml;ndert. Doch in Wirklichkeit bleibt sie politisch auf ihr altes Ansinnen reduziert, das Steuersenkung hei&szlig;t.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/2796208_Kommentar-Schein-und-Sein-in-der-FDP.html\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Arvato-Projekt Kommunalverwaltung gescheitert<\/strong><br>\nFr&uuml;her f&uuml;hlte sich W&uuml;rzburg ganz vorn. Hatte sich die unterfr&auml;nkische Stadt mit ihren 133 000 Einwohnern doch das hehre Ziel gesetzt, sich als &raquo;herausragender Kompetenztr&auml;ger f&uuml;r eine moderne, b&uuml;rgernahe und technologisch f&uuml;hrende Verwaltung zu etablieren&laquo;. M&ouml;glich werden sollte das durch eine Kooperation mit dem privaten Unternehmen Arvato, einer Tochter des Bertelsmann-Konzerns. 2006 startete dieses PPP-Projekt, die Ank&uuml;ndigungen waren vollmundig.<br>\n27 Millionen Euro, so die Versprechungen im Fall W&uuml;rzburg, sollten mittels PPP in der Verwaltung durch Personalabbau und Einsatz von IT-L&ouml;sungen eingespart werden. Von W&uuml;rzburg aus wollte Arvato dann die deutschen Kommunen erobern.<br>\nvier Jahre nach dem Projektstart gibt es statt gro&szlig;er Worten nur noch d&uuml;rre Verlautbarungen. &Uuml;ber &raquo;Projektfortschritte&laquo; werde man &raquo;zu gegebener Zeit&laquo; informieren, hei&szlig;t es einsilbig aus dem Rathaus, &uuml;ber &raquo;konkrete Einsparungen&laquo; k&ouml;nne bisher &raquo;keine definitive Aussage&laquo; getroffen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/174089.vorbildliche-pleite-in-wuerzburg.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Kollaps von BP w&auml;re kein Systemrisiko<\/strong><br>\nDie Federal Reserve Bank von New York hat offenbar die Verbindungen grosser Finanzinstitute zum Energiekonzern BP untersucht. Es sei jedoch kein systemisches Risiko f&uuml;r die Wall Street entdeckt worden, sollte der &Ouml;l-Multi zusammenbrechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/panorama\/kollaps_von_bp_waere_kein_systemrisiko_1.6304407.html%20\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> In britischen Zeitungen wurden allerdings vor Gefahren f&uuml;r die Pensionsfonds, die bei BP angelegt haben gewarnt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Wie der Staat die Hochschulen zu funktionalen Betrieben machen will <\/strong><br>\nWas fr&uuml;her in keiner politischen Sonntagsrede fehlen durfte, die &bdquo;Hochschule in der Demokratie&ldquo;, ist von heute auf morgen verschwunden. Clemens Knobloch, der an der Universit&auml;t Sprach- und Kommunikationswissenschaft lehrt, untersucht in seinem Buch &bdquo;Wir sind doch nicht bl&ouml;d! Die unternehmerische Hochschule&ldquo;, wie es um die Demokratie und Autonomie der deutschen Universit&auml;t steht. Sein Befund ist alarmierend: Nicht wiederzukennen seien die deutschen Universit&auml;ten. Wo fr&uuml;her Geist, Bildung und Wissenschaft zu Hause waren, sei jetzt vom neuen Corporate-Design der Universit&auml;t die Rede, vom betriebswirtschaftlichen Nutzen der Wissenschaft in der Wertsch&ouml;pfung der Unternehmen. Ein Jahr lang hat er sich von den Pflichten eines Professors befreien lassen, um ein Sachbuch &uuml;ber seine Arbeitsst&auml;tte zu schreiben: die deutschen Hochschulen.<br>\nEin Beitrag von Ingo Zander und ein Gespr&auml;ch mit Clemens Knobloch<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr3.de\/resonanzen\/details\/artikel\/wdr-3-resonanzen-1710b798fe.html\">WDR3<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Korrektur: &bdquo;Das Leben einer Hotel-Hungerl&ouml;hnerin&ldquo; der gestrigen Hinweise des Tages:<\/strong><br>\nDer Artikel beschreibt, dass die Frau sowohl aufstockendes Hartz IV als auch Wohngeld bekommt. Das ist nach geltendem Sozialrecht nicht m&ouml;glich. Es gibt nur das eine oder das andere.<br>\nVielleicht k&ouml;nnen Sie das als Anmerkung erw&auml;hnen, bevor sich wieder Leute f&auml;lschlicherweise dar&uuml;ber beklagen, was prek&auml;r Besch&auml;ftigte alles an zus&auml;tzlichen Leistungen erhalten, schreibt uns dazu unser Leser B.K.<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Merz wird wieder Vorsitzender der &ldquo;Atlantik-Br&uuml;cke&rdquo;<\/strong><br>\nR&uuml;cktritt vom R&uuml;cktritt: Friedrich Merz wird erneut Vorsitzender der &ldquo;Atlantik-Br&uuml;cke&rdquo;. Der ehemalige Unions-Fraktionschef war nach einem Streit mit Walther Leisler Kiep im vergangenen Monat zur&uuml;ckgetreten. Jetzt wurden auch neue Stellvertreter ernannt &ndash; darunter Edelgard Bulmahn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,703692,00.html\">Spiegel Online<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dass sich Merz gerne als verl&auml;ngerter Arm amerikanischer Lobby- und Wirtschaftsinteressen einspannen l&auml;sst, versteht sich von selbst. Warum die angebliche SPD-Linke sich daf&uuml;r hergibt, ist nur ein Beleg f&uuml;r den verloren gegangenen Selbstrespekt: Man ist stolz, am Tisch der Herrschenden sitzen zu d&uuml;rfen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Europaabgeordnete gegen Finanzlobby<\/strong><br>\nF&uuml;r Wirbel hat ein fraktions&uuml;bergreifender Aufruf von Europaabgeordneten gesorgt, der die &Uuml;bermacht der Finanzlobby konstatierte und den Aufbau einer zivilgesellschaftlichen Gegenexpertise forderte. Es ist erfreulich, dass die Abgeordneten den Einfluss der Finanzlobby offensiv thematisieren &ndash; aber merkw&uuml;rdig, den Ausgleich daf&uuml;r nur von der Zivilgesellschaft einzufordern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2010\/06\/europaabgeordnete-gegen-finanzlobby\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Privater Verbrauch in den USA: Schlechter als erwartet<\/strong><br>\nInsgesamt 8,6 Millionen Menschen in Deutschland w&uuml;rden gern mehr arbeiten, als sie es derzeit tun. F&uuml;r die Betroffenen bedeutet der unerf&uuml;llte Wunsch nach Arbeit oder Mehrarbeit mitunter starke Einbu&szlig;en in der Lebensqualit&auml;t. F&uuml;r die Volkswirtschaft ist es ungenutzte Arbeitskraft.&rdquo; So das Statistische Bundesamt zur Unterbesch&auml;ftigung in Deutschland. Und was tun die &Ouml;konomen? Sie jammern &uuml;ber die angeblich zu hohe Sparquote der privaten Verbraucher. L&auml;cherlich. Aber so ist das heutzutage und nicht nur hierzulande. Am Dienstag gaben sich die B&ouml;rsianer entsetzt ob des US-Verbrauchervertrauens im Juni, wobei der Index in der Lesart des Conference Board (CB) von 62,7 auf 52,9 Z&auml;hler gefallen ist. Na und? Wenn der Index, der in guten Zeiten auf 140 Z&auml;hler steigt, auf 70 geklettert w&auml;re: H&auml;tten die 15 Millionen Besch&auml;ftigungslosen in den USA dann Arbeit? H&auml;tten die 8,8 Millionen unfreiwillig Teilzeit arbeitenden Amerikaner dann pl&ouml;tzlich die gew&uuml;nschte Vollzeitstelle? Und h&auml;tten jene 2,2 Millionen Menschen in den USA, die offiziell nicht als Arbeitslose gez&auml;hlt werden, weil sie sich zwar innerhalb des vergangenen Jahres, aber nicht innerhalb der vergangenen vier Wochen beworben haben, dann wieder Lohn und Brot? Und was ist mit jenen Amerikanern, die den Kopf vollends in den Sand gesteckt haben und daher besch&auml;ftigungsstatistisch gar nicht mehr erfasst werden? &ndash; Nein, die wilden Ausschl&auml;ge der Aktienm&auml;rkte auf Stimmungsindikatoren wie das US-Verbrauchervertrauen, wenn diese ein paar Z&auml;hler besser oder schlechter als erwartet ausfallen, muten schon reichlich abstrus an. Ist es wirklich so &uuml;berraschend, dass die US-Verbraucher angabegem&auml;&szlig; so wenig neue Autos und H&auml;user kaufen wollen wie kaum je zuvor?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:das-kapital-schlechter-als-erwartet\/50136608.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Kabul exportiert kistenweise US-Dollar-Scheine<\/strong><br>\nVon Anfang 2007 bis Februar 2010 sind Geldscheine im Wert von 3,18 Milliarden US-Dollar &uuml;ber den Flughafen Kabul ins Ausland geflogen worden. Dies berichtete das Wall Street Journal am Montag unter Berufung auf offizielle afghanische Zollunterlagen sowie ungenannte US-Ermittler. Die Kisten voll Bargeld seien legal ins Golfemirat Dubai gebracht worden. Zu den Absendern der Gelder z&auml;hlen laut dem Blatt Mahmud Karsai, ein Bruder von Pr&auml;sident Hamid Karsai, sowie der Vizepr&auml;sident und Warlord Mohammed Fahim. Mahmud Karsai wies die Vorw&uuml;rfe gegen&uuml;ber dem Blatt zur&uuml;ck. Ein Gro&szlig;teil der Gelder wurde laut einer ungenannten Quelle mutma&szlig;lich von Entwicklungs- und Milit&auml;rhilfe f&uuml;r die Regierung in Kabul abgezweigt oder stammt aus der afghanischen Drogen&ouml;konomie. Bei den registrierten Geldern handelt es sich laut dem Zollchef des Flughafens, General Asif Jabar Khail, nur um einen Bruchteil der Gelder, die aus dem Land flie&szlig;en. Die Passagiere im VIP-Bereich des Flughafens d&uuml;rfe er nicht durchsuchen lassen. Oft w&uuml;rden sie direkt zu den Maschinen gefahren. Ein ungenannter US-Beamter in Kabul sagte dem Wall Street Journal: &ldquo;Sie haben Kerle, die im wahrsten Sinne des Wortes Kisten mit Bargeld an Bord der Flugzeuge bringen.&rdquo; Laut Zollschef Asif ist er einmal &ldquo;von ganz weit oben&rdquo; unter Druck gesetzt worden, als seine M&auml;nner undeklarierte Gelder in Millionenh&ouml;he entdeckten: &ldquo;Mir wurde gesagt, es gebe ein Abkommen mit der Zentralbank und ich solle sie fliegen lassen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2010%2F06%2F29%2Fa0177&amp;cHash=367aa15483\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Neue T&ouml;ne von der UNO<\/strong><br>\nGipfeltreffen in New York: &raquo;Global Compact&laquo;-Initiative will Konzerne zu sozialer Vertr&auml;glichkeit verpflichten &ndash; Generalsekret&auml;r Ban Ki Moon warnt Wirtschaftsbosse. UN-Generalsekret&auml;r Ban Ki Moon forderte die rund 1200 versammelten F&uuml;hrungskr&auml;fte auf, sich von ihrem altbekannten Streben nach schnellen Profiten zu verabschieden und sich ihrer sozialen Verantwortung zu stellen. Auch wenn der Compact eine freiwillige Initiative sei, fehle es nicht an M&ouml;glichkeiten f&uuml;r Sanktionen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/06-30\/008.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine Sanktion, die den Firmen verbietet, mit der Mitgliedschaft im Globalen Pakt der Vereinten Nationen zu werben, d&uuml;rfte die meisten Unternehmen kaum treffen. Dabei ist die Teilnahme selbst schon so unverbindlich, dass viele Firmen, die sich kaum bem&uuml;hen, die UNO-Standards umzusetzen, damit werben k&ouml;nnen. Bezogen auf die blaue Farbe der UNO sprechen <a href=\"\/?p=1132\">Kritiker von &ldquo;Bluewashing&ldquo;<\/a>. Solange solche Standards nicht in das Regelwerk der WTO einflie&szlig;en, besteht wenig Aussicht, Verst&ouml;&szlig;e gegen Menschenrechte, Arbeiterrechte (die Gew&auml;hrleistung von gewerkschaftlicher Bet&auml;tigung, Verbot von Diskriminierung, von Zwangsarbeit und Kinderarbeit) oder gegen Umweltstandards zu sanktionieren. Allerdings besteht hier nur wenig Aussicht auf Erfolg, solange Entwicklungsl&auml;nder gemeinsam mit westlichen Firmen in niedrigen sozialen oder &ouml;kologischen Standards einen Wettbewerbsvorteil sehen. Es sind ja z.B. in China bei Foxcom (taiwanesisch) westliche Firmen wie Apple, Sony, Dell, Nokia und Hewlett-Packard, die von L&ouml;hnen unter dem staatlichen Mindestlohn profitiert haben.<br>\nErstaunlich ist allerdings, wie wenig die Gewerkschaften in den westlichen Industrienationen ihre &uuml;ber Jahrzehnte m&uuml;hsam erworbenen Rechte durch die Situation in diesen L&auml;ndern bedroht sehen. Es sind nicht nur die kaum existenzsichernden L&ouml;hne in vielen Schwellenl&auml;ndern, die unsere L&ouml;hne unter Druck setzen, sondern auch die miserablen Arbeitsbedingungen machen Schule.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Fu&szlig;ball im Abseits &ndash; Partynationalismus und Starkult kommen vor dem Spiel<\/strong><br>\nDeutschland bl&uuml;ht wieder einmal im Glanze seines schwarz-rot-goldenen Gl&uuml;cks. &bdquo;Wir&ldquo; sind wieder Deutschland und die ganze Nation scheint bem&uuml;ht, die Nationalismusexzesse der WM 2006 noch zu &uuml;berbieten. Die Nationen-Marketing-Maschine scheint t&auml;glich mehr Produkte in den Nationalfarben auf den Markt zu werfen und die B&uuml;rger scheinen sich gegenseitig in ihrem Partynationalismus &uuml;berbieten zu wollen. Wenn sich dieser Tage die Eine oder der Andere kritisch zu diesen Tendenzen &auml;u&szlig;ert, verhallen diese Anmerkungen nahezu unbemerkt und die Fragen danach, was den neuen Nationalismus befeuert, wer die Nutznie&szlig;er sind und ob durch die vermeintlich harmlosen Fu&szlig;ball-Nationalisten Schaden entsteht, bleiben entsprechend unbeantwortet. (&hellip;) Professor Freerk Huisken, der bis 2006 in Bremen die Professur f&uuml;r Politische &Ouml;konomie im Ausbildungssektor innehatte, stellt dabei fest, dass bei den aktuellen Fu&szlig;ball-Gro&szlig;ereignissen der Sport eigentlich in den Hintergrund trete. Das Entscheidende sei &bdquo;die Gelegenheit, eine nationale Feier zu organisieren und deutschen Nationalismus ins Zentrum einer Feier zu stellen&ldquo;. (&hellip;) Was kann man nun Schlechtes daran finden, dass Menschen scheinbar v&ouml;llig entpolitisiert feiern und ihr Leben genie&szlig;en? Das Problem, meint Huisken weiter, sei, dass der Partynationalismus eben jenen schade, die ihn betreiben. Die Sonntagsnationalisten s&auml;hen in ihrem Handeln einen weiteren Beweis, dass sie es mit Deutschland doch gut getroffen h&auml;tten. Das &auml;ndere zwar nichts an ihren Alltagssorgen, aber die lie&szlig;en sich im Bewusstsein, zu einer Siegernation zu geh&ouml;ren, vielleicht etwas besser aushalten. Und das politische Ergebnis ihres unpolitischen Nationalismus k&ouml;nnte dann darin bestehen, dass sie immer mehr Einschr&auml;nkungen in Kauf nehmen. Der Fu&szlig;ballsoziologe Gerd Dombowski zitiert in diesem Kontext Alexandre Vaz: &bdquo;Das verdinglichte Bewusstsein findet im Sport ein besonders g&uuml;nstiges Umfeld, weil das Vergn&uuml;gen des Sportzuschauers nicht nur bedeutet, das Leiden zu vergessen, sondern es zu feiern&ldquo;. (&hellip;) Eine weitere Gefahr wird in der 5. Folge der Suhrkamp-Reihe Deutsche Zust&auml;nde &ndash; der gr&ouml;&szlig;ten quantitativen Studie in Deutschland zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit &ndash; von Wilhelm Heitmeyer ausgemacht. Er konstatiert: &bdquo;Kampagnen, die darauf abzielen, nationalistische oder patriotische Einstellungen zu sch&uuml;ren, bergen die Gefahr, die Abwertung von anderen Gruppen zu f&ouml;rdern.&ldquo; (&hellip;) Laut Huisken ist die Art und Weise, wie Vorbilder im Fu&szlig;ball kreiert werden,  eine Pervertierung eines eigentlich harmlosen Spiels, bei der es letztlich nur noch um Anerkennung und Wert der Person gehe und bei der die &Uuml;berg&auml;nge zur Gewalt lediglich die radikalsten Erscheinungsformen davon seien. Dabei sei der Starkult um einzelne Personen &bdquo;das mediale Schmiermittel der demokratischen L&uuml;ge Nummer eins, dass n&auml;mlich jeder hierzulande seines Gl&uuml;ckes eigener Schmied ist&ldquo;. Der Kreis, der mit der Fu&szlig;ball-WM als staatlich bereitgestellter nationaler Partydroge beginnt, schlie&szlig;t sich somit mit dem Vorbild des durchsetzungsf&auml;higen Fu&szlig;ballmillion&auml;rs, dessen Erfolgen jeder in der kapitalistischen Demokratie nacheifern kann. Am Ende steht der B&uuml;rger, der sich seiner selbst verschuldeten Unm&uuml;ndigkeit vor lauter Schwarz-Rot-Gold gar nicht recht bewusst wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/20100623962\/politik\/inland\/fussball-im-abseits-partynationalismus-und-starkult-kommen-vor-dem-spiel.html%20\">Hintergrund<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Wirtschaft auf Erholungskurs; Sparen f&uuml;r die n&auml;chste Bankenrettung; Gehaltsrakete f&uuml;r Wall-Street-Banker; Banken lassen Berlin beim Stresstest auflaufen; Gericht wertet Lohndumping erstmals als Straftat; Leiharbeit ist zumindest ein schmaler Steg in Besch&auml;ftigung; Karstadt-Insolvenzverwalter bekommt mehr als 50 Millionen; Umsatzsteuerreform; Arvato-Projekt gescheitert; Hochschule als Betrieb; Merz wird wieder Vorsitzender der Atlantik-Br&uuml;cke;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6035\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6035","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6035","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6035"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6035\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6048,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6035\/revisions\/6048"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6035"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6035"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6035"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}