{"id":60455,"date":"2020-04-24T12:41:28","date_gmt":"2020-04-24T10:41:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60455"},"modified":"2020-04-24T17:39:23","modified_gmt":"2020-04-24T15:39:23","slug":"corona-sterbehilfe-und-der-triumph-der-apparate-medizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60455","title":{"rendered":"Corona, Sterbehilfe und der Triumph der Apparate-Medizin"},"content":{"rendered":"<p>Intensivbetten m&uuml;ssen ausreichend bereitstehen und von &bdquo;den Alten&ldquo; Sonderopfer zu verlangen, ist zynisch. Aber die aktuelle Fixierung auf &bdquo;lebensverl&auml;ngernde&ldquo; Ma&szlig;nahmen durch Apparate-Medizin ist teils ebenfalls moralisch fragw&uuml;rdig: Mutma&szlig;lich wird massenhaft der Patienten-Wunsch nach einem w&uuml;rdigen Tod missachtet. Eine Abkehr von der Konzentration auf Apparate w&uuml;rde den Corona-Ma&szlig;nahmen au&szlig;erdem einen Gutteil ihres Fundaments nehmen. Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2201\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-60455-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200424_Corona_Sterbehilfe_und_der_Triumph_der_Apparate_Medizin_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200424_Corona_Sterbehilfe_und_der_Triumph_der_Apparate_Medizin_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200424_Corona_Sterbehilfe_und_der_Triumph_der_Apparate_Medizin_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200424_Corona_Sterbehilfe_und_der_Triumph_der_Apparate_Medizin_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=60455-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200424_Corona_Sterbehilfe_und_der_Triumph_der_Apparate_Medizin_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200424_Corona_Sterbehilfe_und_der_Triumph_der_Apparate_Medizin_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Das Spannungsfeld zwischen Sterbehilfe bzw. Palliativmedizin auf der einen Seite und der gro&szlig;fl&auml;chigen Behandlung von teils hochbetagten und vorerkrankten Corona-Patienten mit Beatmungsmaschinen auf der anderen Seite ist ein aktuell weniger beachteter Aspekt. Er ist dennoch zentral. Zum einen wirft er ein Licht auf die momentan stockende Debatte darum, wie sich die einzelnen Menschen ihr Lebensende w&uuml;nschen. Diese Debatte ist seit Corona noch st&auml;rker dominiert vom Konzept der &bdquo;unbedingten&ldquo; Lebensverl&auml;ngerung mithilfe einer aufw&auml;ndigen und moralisch zu hinterfragenden Apparate-Medizin. Zum anderen ist der prognostizierte Mangel an Beatmungsger&auml;ten ein zentraler Pfeiler der Verteidigung der Lockdown-Ma&szlig;nahmen. <\/p><p>Hier soll betont werden: Ich lehne die Position radikal ab, nach der &bdquo;man ruhig ein paar &Auml;ltere opfern&ldquo; k&ouml;nne, um schneller eine Normalit&auml;t herzustellen. Ich fordere hier au&szlig;erdem keine Einschr&auml;nkung der Wahlfreiheit: Wer f&uuml;r sich (aufgrund ausreichender Informationen und bei Bewusstsein) entscheidet, dass er beatmet werden m&ouml;chte, dem darf das nicht verweigert werden &ndash; weder aus moralischen Gr&uuml;nden noch aus solchen des Materialmangels. Die Gesellschaft muss durch Reformen im Gesundheits- und Steuerwesen und durch eine Abkehr von Privatisierungen in Zukunft sicherstellen, dass eine (in Deutschland bisher nur prognostizierte) Verknappung dieser Beatmungs-M&ouml;glichkeiten ausgeschlossen ist. <\/p><p><strong>Seit Corona wird massenhaft der Patienten-Wille gebrochen<\/strong><\/p><p>Dieser Text stellt zu diesem Aspekt aber eine zus&auml;tzliche Frage: Geschieht die aktuelle massenhafte Beatmung aufgrund von ausreichenden Informationen und nach einer bewussten Entscheidung durch die Patienten? In diesem Text sind mit &bdquo;Patienten&ldquo; durchweg hochbetagte Menschen mit Vorerkrankungen gemeint! Ist bei diesen Menschen die &bdquo;unbedingte&ldquo; Lebensverl&auml;ngerung (teils in Isolation) moralisch h&ouml;her einzusch&auml;tzen als eine w&uuml;rdige Begleitung der Patienten in den Tod? Betrachtet man die Corona-Krise unter Kriterien eines w&uuml;rdigen Lebensendes abseits einer lebensverl&auml;ngernden Apparate-Medizin: Kann man dann momentan nicht einen massenhaften Bruch von Patientenwillen unterstellen? Denn zahllose &auml;ltere Menschen w&uuml;rden die nun durchgef&uuml;hrten Behandlungen an den Beatmungsmaschinen f&uuml;r sich ablehnen, wenn sie ausreichend informiert w&uuml;rden, sagt etwa ein Palliativmediziner, der sp&auml;ter im Text zitiert wird. <\/p><p>Wenn diese Ablehnung real ist, aber gleichzeitig &bdquo;obligatorisch&ldquo; beatmet wird &ndash; dann fragt man sich auch, wie die Dramatik um die zum Teil fehlenden Beatmungsmaschinen einzuordnen ist. Die aktuelle Corona-Dramatik und die schlimmen moralischen Dilemmas &ndash; wer wird beatmet und wer nicht? &ndash; werden vor allem anderen durch den Mangel an Apparaten provoziert. Die Dramatik um fehlende Maschinen ist ein zentrales Fundament der aktuellen Warnungen vor dem Virus. G&auml;be es diesen (in Deutschland bisher nur prophezeiten) Mangel an Beatmungsger&auml;ten nicht, w&auml;re die Argumentation f&uuml;r den Lockdown erheblich geschw&auml;cht. Zu diesem Punkt, der die offizielle Corona-Darstellung bedroht, folgt weiter unten mehr. <\/p><p><strong>Schutz vor &bdquo;automatisierten&ldquo; und fragw&uuml;rdigen Intensivbehandlungen<\/strong><\/p><p>Es geht in diesem Text aber ganz und gar nicht um die fragw&uuml;rdige Haltung, die etwa in diesem Kommentar des &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/corona-als-seniorenseuche-ein-rissiger-mantel-der.1005.de.html?dram:article_id=474739\">Deutschlandfunk<\/a>&ldquo; (DLF) beschrieben wird:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir Alten und &Auml;lteren treiben also die t&auml;glichen Sterbezahlen nach oben und sch&uuml;ren damit eine folgenschwere Pandemiepanik. Kein Wunder, dass sie deshalb immer deutlicher zu h&ouml;ren sind, die ach so n&uuml;chternen Rechner, die die Generationen gegeneinander ausspielen. (&hellip;) Das bl&uuml;hende Leben hie, das eher welke da, und in der Mitte die j&auml;h gestoppte Wirtschaft, die es im Interesse aller m&ouml;glichst schnell wieder zum Laufen zu bringen gilt. Da kann man doch schon einmal ganz n&uuml;chtern&hellip;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Mein Text ist das Gegenteil eines Angriffs auf die &bdquo;nutzlosen&ldquo;, weil &bdquo;unproduktiven&ldquo; Alten: Er ist eine Verteidigung der Wahlfreiheit am Lebensende. Man kann den Schutz vor quasi &bdquo;automatisierten&ldquo; und fragw&uuml;rdigen Intensivbehandlungen auch als Dienst verstehen. Das gilt nat&uuml;rlich nur, solange auch unbedingt die Wahlm&ouml;glichkeit einer Intensivbehandlung offensteht und diese nicht bereits durch ein kaputtgespartes Gesundheitssystem bedroht wird &ndash; oder durch die im DLF-Kommentar beschriebene &bdquo;n&uuml;chterne&ldquo; Haltung.  <\/p><p>Die im zitierten Beitrag des DLF ge&auml;u&szlig;erten Sorgen um den &bdquo;gleichen Wert allen Lebens&ldquo; und seine &bdquo;unbedingte Erhaltensw&uuml;rdigkeit&ldquo; sind begr&uuml;ndet. Das bedeutet aber nicht, dass alle Menschen diese Unbedingtheit angesichts eines hohen Alters, chronischer Schmerzen und der Aussicht auf ein isoliertes Rest-Leben auf der Intensivstation gleicherma&szlig;en verfolgen. Hier kann man niemanden &uuml;ber einen Kamm scheren: Viele Menschen sind auch mit &uuml;ber 80 Jahren noch in einer Verfassung, die eine Behandlung mit Beatmungsger&auml;ten empfehlen kann &ndash; wenn sie angemessen &uuml;ber die Risiken eines t&ouml;dlichen Ausgangs und einer verbleibenden Schwerbehinderung aufgekl&auml;rt wurden. Viele Menschen w&uuml;rden sich aber angesichts der teils qualvollen Prozedur, des Sterberisikos und des Behinderungs-Potenzials dagegen entscheiden. <\/p><p><strong>Sterbehilfe: Wollen neoliberale Todesengel die &bdquo;Unn&uuml;tzen&ldquo; loswerden?<\/strong><\/p><p>Diese hochbetagten Menschen mit mehreren Vorerkrankungen w&uuml;rden dann statt dessen &bdquo;einfach sterben&ldquo; &ndash; etwa zu Hause oder im Hospiz. Stellt man diese Tatsache ohne Hysterie fest, setzt man sich schnell dem Verdacht aus, als neoliberaler Todesengel die &bdquo;Unn&uuml;tzen&ldquo; aus dem Weg r&auml;umen zu wollen. Und dadurch etwa den Raubbau am Gesundheitssystem kaschieren zu wollen. Und zus&auml;tzlich den aktuell angeblich aufscheinenden &bdquo;Moment der Wahrheit&ldquo; zu gef&auml;hrden. Dieser Verdacht ist nachvollziehbar, er darf nicht weggewischt werden und er muss auch in der Debatte um Sterbehilfe immer wieder thematisiert und entkr&auml;ftet werden.  Zu bedenken ist dabei aber zum einen der in diesem Text bereits angesprochene (selbstbestimmte) Wunsch zahlreicher Menschen, auf Lebensverl&auml;ngerung durch Apparate lieber zu verzichten (es kann sichergestellt werden, dass dieser Wunsch nicht aus niederen Beweggr&uuml;nden von au&szlig;en forciert wird). Zu beachten ist zum anderen, dass der Wunsch, w&uuml;rdig zu versterben, auch darum so oft verwehrt wird, weil sich mit diesen Menschen noch ein Gesch&auml;ft durch Krankenh&auml;user und Pharmaindustrie machen l&auml;sst.  <\/p><p>Die Frage, in welcher Position man eher einer neoliberalen Lobby dient, ist also nicht so eindeutig zu beantworten. Man muss die Positionen aber auch nicht gegeneinander stellen: Der Versuch, Leben zu retten und zu verl&auml;ngern, darf nicht diffamiert werden &ndash; ebensowenig die Forderungen nach guter Ausstattung des Gesundheitswesens. Andererseits muss aber auch der begr&uuml;ndete Wunsch vieler Patienten nach einem Verzicht auf diese &bdquo;Rettung&ldquo; respektiert werden. Im Falle dieses Verzichts sollten auch die Wege der Sterbehilfe einerseits und der Palliativmedizin andererseits nicht gegeneinander gestellt werden. Alle hier beschriebenen Wege sind gleichzeitig m&ouml;glich. <\/p><p>Doch man hat den Eindruck, dass das w&uuml;rdige und nicht &bdquo;unbedingt&ldquo; hinausgez&ouml;gerte Sterben den Alten und Kranken seit der Corona-Krise noch weniger &bdquo;gestattet&ldquo; wird als ohnehin schon im teils auf Apparate und lebenserhaltende Ma&szlig;nahmen fixierten Gesundheitssystem. Aktuell ist die Rede von und die &bdquo;Therapie&ldquo; mit Beatmungsmaschinen super-dominant. Schon vorher war es f&uuml;r Angeh&ouml;rige und Betroffene oft schwer, ein selbstbestimmtes Lebensende ohne unw&uuml;rdige oder schmerzhafte &bdquo;Verl&auml;ngerung&ldquo; durchzusetzen &ndash; moralisch und juristisch. Das Bundesverfassungsgericht hat in einem guten Urteil k&uuml;rzlich immerhin den Weg f&uuml;r Rechtssicherheit bei der aktiven Sterbehilfe gewiesen, wor&uuml;ber die NachDenkSeiten etwa <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58861\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57667\">hier<\/a> geschrieben haben. Sterbehilfe sollte streng reglementiert sein, aber sie sollte meiner Meinung nach prinzipiell zugelassen werden. <\/p><p><strong>Bei den Beatmungen werden &bdquo;alle ethischen Prinzipien verletzt&ldquo;<\/strong><\/p><p>Hier soll wie gesagt keiner &bdquo;nat&uuml;rlichen Auslese&ldquo; das Wort geredet werden &ndash; wer f&uuml;r sich entscheidet, dass er oder sie den Weg der Beatmung gehen m&ouml;chte, dem soll kein Hindernis aufgebaut werden &ndash; auch kein moralisches. F&uuml;r diese Menschen muss auch die Infrastruktur an Apparaten vorgehalten werden, ohne Wenn und Aber! Andererseits: Vor diesen Behandlungen muss eine bewusste individuelle Entscheidung herbeigef&uuml;hrt werden &ndash; die wird aktuell aber nicht gef&auml;llt, sondern man hat den Eindruck eines brutalen, den Patientenwillen gar nicht erst ermittelnden Automatismus. Diesen Eindruck best&auml;tigt der Palliativmediziner Matthias Th&ouml;ns in einem Interview im &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/palliativmediziner-zu-covid-19-behandlungen-sehr-falsche.694.de.html?dram:article_id=474488\">Deutschlandfunk<\/a>&ldquo;, in dem er sagt, dass bei der Behandlung von Corona-Kranken &bdquo;sehr falsche Priorit&auml;ten gesetzt und alle ethischen Prinzipien verletzt&ldquo; w&uuml;rden. Die chinesischen Zahlen, die er zum Risiko der &bdquo;leidvollen Therapie&ldquo; der Beatmung nennt, sind schockierend, wenn es um &auml;ltere Corona-Patienten mit Vorerkrankungen geht: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Bei einer Erkrankung, wenn die schlimm verl&auml;uft, also zum Atemversagen f&uuml;hrt, dann k&ouml;nnen wir tats&auml;chlich nach einer chinesischen Studie nur drei Prozent der Betroffenen retten, 97 Prozent versterben trotz Maximaltherapie &ndash; so eine Intensivtherapie ist leidvoll, da stimmt ja schon das Verh&auml;ltnis zwischen Nutzen und Schaden kaum.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Seiner Meinung nach wurden im Zuge der Corona-Krise viele Patienten einfach umettikiert &ndash; Patienten, die man vor Corona mit Palliativ-Behandlung behutsam in den Tod begleitet h&auml;tte, werden nun ohne angemessene Information &uuml;ber die Heilungschancen nochmals f&uuml;r teils brachiale Therapien auf die Intensivstationen gebracht:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Also es ist eine Gruppe, die &uuml;blicherweise und bislang immer mehr Palliativmedizin bekommen hat als Intensivmedizin, und jetzt wird so eine neue Erkrankung diagnostiziert und da macht man aus diesen ganzen Patienten Intensivpatienten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Es gibt auch aktuelle Stimmen aus der Schweiz, die den Ansatz der massenhaften Beatmung in Zweifel ziehen: &ldquo;Man kann dem Patienten so viel Sauerstoff geben, wie man will, der wird dann einfach nicht mehr weiter transportiert&ldquo;, zitiert die &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/coronavirus-covid-19-tote-1.4884154\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>&ldquo; Pathologen. Unklar sei, ob die Erkenntnisse bereits fr&uuml;her bei der Behandlung von Intensivpatienten h&auml;tten ber&uuml;cksichtigt werden&nbsp;k&ouml;nnen oder m&uuml;ssen. Die Erkenntnisse sind &uuml;brigens nur zutage getreten, weil Obduktionen durchgef&uuml;hrt wurden &ndash; vor denen das Robert Koch-Institut gewarnt hatte.<br>\nEin Tag Beatmung auf der Corona-Intensivstation kann momentan <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/palliativmediziner-zu-covid-19-behandlungen-sehr-falsche.694.de.html?dram:article_id=474488\">angeblich bis zu 20.000 Euro kosten<\/a>, &bdquo;normalerweise&ldquo; kostet die station&auml;re und zunehmend ambulante Beatmung diesen Betrag etwa im Monat, wie der <a href=\"https:\/\/www.bkk-dachverband.de\/fileadmin\/user_upload\/Faktenblatt_zu_Weaning_fin.pdf\">BKK-Dachverband<\/a> 2016 erhoben hat. Dort finden sich weitere Informationen zur Beatmung und 2019 hat die Bundesregierung <a href=\"https:\/\/www.aerztezeitung.de\/Politik\/Beatmungspatienten-sollen-besser-versorgt-werden-401588.html\">ein neues Gesetz zur Praxis der Beatmung<\/a> vorgeschlagen.<\/p><p><strong>Viele Alte wollen diese Behandlung einfach nicht<\/strong><\/p><p>Palliativmediziner Th&ouml;ns verdeutlicht, dass viele der aktuellen Beatmungs-Patienten die Behandlung wegen des Risikos einer schweren Behinderung f&uuml;r sich eigentlich ablehnen w&uuml;rden &ndash; wenn sie denn gefragt w&uuml;rden:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Eine gro&szlig;e Zahl von denen, die man rettet, nach zwei bis drei Wochen Beatmung, verbleiben schwerstbehindert. Und das sind Zust&auml;nde, die lehnen die meisten &auml;lteren Menschen f&uuml;r sich ab. (&hellip;) Also da gibt es einmal eine Untersuchung, dass 91 Prozent der Befragten Ma&szlig;nahmen ablehnen w&uuml;rden, die mit dem hohen Risiko einer Behinderung einhergehen. Und tats&auml;chlich ist es ja so, dass die Uniklinik Aachen jetzt erste Daten herausgegeben hat, und die Haupttodesursache war da tats&auml;chlich in dieser Untersuchung, kleinen Untersuchung, dass die Patienten die Beatmung selber abgelehnt haben, wohl wissend, dass sie dadurch sterben k&ouml;nnen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>In Fall von Aachen &bdquo;durften&ldquo; die Menschen tats&auml;chlich versterben, da der Patienten-Wille, der eigentlich immer &uuml;ber die Indikation gehen sollte, auch respektiert wurde. Oft wird dieser Wille aber gar nicht erst ermittelt, genauer gesagt: fast nie, wie im Interview betont wird:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir wissen ja aus vielen Untersuchungen, dass die Beatmungszahlen in Deutschland explosionsartig zunehmen, und aus anderen Untersuchungen wissen wir, dass diese Willensermittlung nur bei vier Prozent der Beatmeten stattfindet.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Die Apparate, der Lockdown und die Heuchelei<\/strong><\/p><p>Das bedeutet, dass 96 Prozent der Beatmungs-Patienten vor der Beatmung nicht aufgekl&auml;rt werden. Dadurch wird nicht nur massenhaft der mutma&szlig;liche Wille von Patienten ignoriert. Zus&auml;tzlich wird die Dramatik der Krise durch diesen einen Aspekt erheblich versch&auml;rft. Man hat den Eindruck, der Notstand der Beatmungs-Maschinen  k&ouml;nnte im Moment von politischer und medialer Seite gar nicht oft und leidenschaftlich genug betont werden. <\/p><p>Das ist nicht nur wegen der &Uuml;berbetonung der Apparate-Medizin fragw&uuml;rdig. Zus&auml;tzlich ist es teils heuchlerisch, weil viele der jetzigen politischen und medialen Mahner geholfen haben, das Gesundheitssystem erst auf Profit zu trimmen. Zu guter Letzt fu&szlig;t die Argumentation f&uuml;r die aktuellen Corona-Ma&szlig;nahmen zu einem gro&szlig;en Teil auf &bdquo;drohenden&ldquo; Engp&auml;ssen bei der Beatmung &ndash; da macht es viele Menschen skeptisch, dass der von Politik und Medien an die Wand gemalte totale Notstand in deutschen Krankenh&auml;usern bisher ausbleibt &ndash; &bdquo;Dank des Lockdowns&ldquo;, so die offizielle Devise. <\/p><p>Titelbild: Kiryl Lis \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Intensivbetten m&uuml;ssen ausreichend bereitstehen und von &bdquo;den Alten&ldquo; Sonderopfer zu verlangen, ist zynisch. Aber die aktuelle Fixierung auf &bdquo;lebensverl&auml;ngernde&ldquo; Ma&szlig;nahmen durch Apparate-Medizin ist teils ebenfalls moralisch fragw&uuml;rdig: Mutma&szlig;lich wird massenhaft der Patienten-Wunsch nach einem w&uuml;rdigen Tod missachtet. Eine Abkehr von der Konzentration auf Apparate w&uuml;rde den Corona-Ma&szlig;nahmen au&szlig;erdem einen Gutteil ihres Fundaments nehmen. Von <strong>Tobias<\/strong><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60455\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":60456,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,149,161],"tags":[2857,2853,2837,2683,2834],"class_list":["post-60455","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","category-wertedebatte","tag-lockdown","tag-medizinische-ausruestung","tag-palliativmedizin","tag-sterbehilfe","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/shutterstock_1390809176.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60455","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=60455"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60455\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60498,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60455\/revisions\/60498"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/60456"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=60455"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=60455"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=60455"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}