{"id":60586,"date":"2020-04-29T13:00:44","date_gmt":"2020-04-29T11:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60586"},"modified":"2020-05-08T08:45:55","modified_gmt":"2020-05-08T06:45:55","slug":"corona-was-mich-umtreibt-was-viele-umtreibt-ein-andauerndes-chaos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60586","title":{"rendered":"Corona \u2013 Was mich umtreibt, was viele umtreibt: Ein andauerndes Chaos"},"content":{"rendered":"<p>Seit vielen Wochen begleitet mich nun dieses Virus in meinem Job, in meinem Alltag, in meiner Freizeit &ndash; und in meinen Gedanken. Wahrscheinlich geht es vielen Leserinnen und Lesern der NachDenkSeiten &auml;hnlich. Deshalb finden Sie hier ein paar zentrale, pers&ouml;nliche Beobachtungen &ndash; aufgelistet ohne Anspruch auf Vollst&auml;ndigkeit und Ausgewogenheit. M&ouml;glich, dass Sie sich in der einen oder anderen wiederfinden. <strong>Anette Sorg<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2725\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-60586-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20200430-Corona-Was-mich-umtreibt-was-viele-umtreibt-ein-andauerndes-Chaos-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20200430-Corona-Was-mich-umtreibt-was-viele-umtreibt-ein-andauerndes-Chaos-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20200430-Corona-Was-mich-umtreibt-was-viele-umtreibt-ein-andauerndes-Chaos-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20200430-Corona-Was-mich-umtreibt-was-viele-umtreibt-ein-andauerndes-Chaos-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=60586-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/20200430-Corona-Was-mich-umtreibt-was-viele-umtreibt-ein-andauerndes-Chaos-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"20200430-Corona-Was-mich-umtreibt-was-viele-umtreibt-ein-andauerndes-Chaos-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Experten<\/strong><\/p><p>Bisher war es meistens so, dass ich nach einer gewissen Zeit zu einem Thema eine Meinung hatte. Sie war nicht unumst&ouml;&szlig;lich, sie war diskutierbar, aber ich hatte eine Position, eine Haltung. <\/p><p>Bei Corona &auml;nderte sich diese anfangs fast st&uuml;ndlich. Das hat mich, die ich versuche, mich umfassend zu informieren, total verunsichert, mich ohnm&auml;chtig f&uuml;hlen lassen. Nahezu t&auml;glich bekam ich widerspr&uuml;chliche Informationen, auch von Menschen, die sich allesamt &bdquo;Experten&ldquo; nennen und nennen d&uuml;rfen. Ich selbst bin weder Virologin noch Medizinerin und auch keine sonstige Naturwissenschaftlerin. Was mich in gewisser Weise abh&auml;ngig macht von den Experten. Leider haben auch die Experten nahezu t&auml;glich ihre Einsch&auml;tzungen ver&auml;ndert (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60422\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59776\">hier<\/a>).<\/p><p>Lange Zeit lag der Schwerpunkt in der Berichterstattung <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60021\">ausschlie&szlig;lich auf Naturwissenschaften<\/a>, weder Sozial- noch Geisteswissenschaftler hat man geh&ouml;rt. Erst sp&auml;t(er) meldeten sich vereinzelt Verfassungsrechtler, &Ouml;konomen, Soziologen und Psychologen zu Wort.<\/p><p>Wer als Experte geh&ouml;rt wird oder werden darf, entscheidet wohl der Herr Spahn oder die Kanzlerin. Jedenfalls habe ich abweichende Stellungnahmen anfangs nur in alternativen Medien wahrgenommen sowie in Kulturformaten (Aspekte, TTT) und erstaunlicherweise bei Markus Lanz. Nicht jedoch im Heute Journal oder der Tagesschau. Im Moment sehe ich in Letzteren ein wenig Bewegung. Nach sieben Wochen &bdquo;Brav-sein&ldquo;!<\/p><p>Auch Gesundheitsminister Spahn scheint nicht alles, was &bdquo;seine&ldquo; Experten ihm nahelegen, f&uuml;r bare M&uuml;nze zu halten: K&uuml;rzlich wurde er dichtgedr&auml;ngt im Klinik-Fahrstuhl gesichtet, zwar mit Mundschutz ausgestattet, der wiederum soll aber nicht vor Ansteckung sch&uuml;tzen. Wei&szlig; er also mehr als wir? Seine kryptische Aussage k&uuml;rzlich im Bundestag: &bdquo;wir werden einander viel verzeihen m&uuml;ssen&ldquo; l&auml;sst jedenfalls einigen Raum f&uuml;r Spekulationen. Auch Frau Kramp-Karrenbauer scheint keine furchtsame Person zu sein. Jedenfalls nicht, wenn sie mediale Aufmerksamkeit beim pers&ouml;nlichen Empfang von Masken am Flughafen ben&ouml;tigt.<\/p><p><strong>Immunsystem<\/strong><\/p><p>Ich gestehe, ich habe (Gott sei Dank!) nicht jede Sondersendung zu Corona gesehen und mir nicht jede Talkshow angetan und nicht jeden Zeitungsartikel hierzu gelesen. Dennoch wage ich zu behaupten, dass ein Thema so gut wie nicht stattgefunden hat, das mehrere Sondersendungen verdient h&auml;tte: unser Immunsystem. Jeder vern&uuml;nftige Hausarzt wird seinen Patienten unter normalen Umst&auml;nden predigen: achten Sie auf genug frische Luft, auf Sonne, auf ausreichend Bewegung, auf gesunde Ern&auml;hrung, und m&ouml;glichst auch auf seelisches Gleichgewicht. Der neue Virus scheint sich  &ndash; jedenfalls was die mediale Besch&auml;ftigung mit diesem Thema suggeriert &ndash; von einem guten Immunsystem nicht beeindrucken zu lassen. Oder etwa doch? Und wir h&ouml;ren nur nichts davon, weil damit diejenigen, die an unserer Krankheit und nicht an unserer Gesundheit etwas verdienen m&ouml;chten, ein Problem h&auml;tten? <\/p><p><strong>Verwirrung (oder Manipulation?) mit Zahlen und Messdaten und Statistiken &ndash; sogenannten &bdquo;Fakten&ldquo;<\/strong><\/p><p>Was ich aus der Berichterstattung gelernt habe, ist, dass Fakten nur heute solche sind, weil sie morgen schon &uuml;berholt sein k&ouml;nnen. Ich tue mich daher mit Faktenfindern und Faktencheckern  schwer. Auch Fakten sind h&auml;ufig nur Momentaufnahmen, Momentinterpretationen. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind ebenfalls nicht in Stein gemei&szlig;elt, sondern ver&auml;ndern sich auch nahezu t&auml;glich (ich verweise hier nur auf die sich ver&auml;ndernden Aussagen des RKI zur Gef&auml;hrlichkeit des Virus, zur Maskenpflicht, zu den Todesraten u.v.a. mehr). Eine griffige Aussage zu Statistiken und deren Glaubw&uuml;rdigkeit hat Gerd Bosbach mal formuliert: &bdquo;Statistiken sind f&uuml;r Politiker wie f&uuml;r den Betrunkenen der Laternenpfahl: sie dienen nicht der Erleuchtung, sondern um sich daran festzuhalten.&ldquo; Mir geben sie keinen Halt, mich bringen sie zum Schwanken, sie verwirren mich mehr, als dass sie mir Klarheit br&auml;chten. <\/p><p>Seri&ouml;s ist es nicht, wenn man die Sterblichkeit an positiv getesteten Personen festmacht, ohne zu erw&auml;hnen, dass wir die Zahl der tats&auml;chlich Infizierten nicht kennen. Seri&ouml;s ist es auch nicht, auf eine Zunahme der Infizierten zu schauen, ohne die Anzahl der durchgef&uuml;hrten Tests in Relation zu setzen. Seri&ouml;s ist es auch nicht, wenn man zun&auml;chst die Zahl der Genesenen unterschl&auml;gt oder die Todeszahlen der einzelnen L&auml;nder als absolute Zahl vergleicht und nicht mit der Einwohnerzahl relativiert. Einem (guten) Journalisten muss so etwas auffallen (vorausgesetzt er m&ouml;chte, dass es ihm auff&auml;llt) und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60287\">nicht erst einem Statistiker wie Gerd Bosbach<\/a>.<\/p><p>Der Philosoph Markus Gabriel stellt in einem <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Wir-machen-gesamtgesellschaftliche-Triage-article21732269.html\">n-tv-Interview<\/a> Folgendes fest:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wenn wir immer nur auf das Robert-Koch-Institut h&ouml;ren, dann k&ouml;nnen wir irgendwann nicht mehr zur&uuml;ck. Das RKI wird immer m&ouml;gliche Risiken einer neuen Ansteckungswelle sehen. Wir leben ja schon jetzt in einer Computersimulation. Nicht, weil die Wirklichkeit nicht wirklich w&auml;re &ndash; es sterben ja tats&auml;chlich t&auml;glich Menschen und die Wirtschaft ist angeschossen. Das sind beinharte Realit&auml;ten. Aber diese Realit&auml;ten werden erzeugt durch das Ablesen von Wahrscheinlichkeiten anhand von Computersimulationen. Und diese k&ouml;nnen nur so gut sein wie die Annahmen, die ihnen zugrunde liegen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Was mich komplett irritiert hat, waren die verschiedenen Begrifflichkeiten, die verwendet wurden, um die Ma&szlig;nahmen zu begr&uuml;nden, zu verl&auml;ngern oder ggf. zu lockern. Zuerst war &ldquo;<strong>flatten the curve<\/strong>&rdquo; gef&uuml;hlte 100-mal t&auml;glich zu h&ouml;ren. Dabei ging es nicht um die Gefahr f&uuml;r das Leben der Betroffenen, sondern um die Gefahr f&uuml;r das Gesundheitssystem, dessen m&ouml;glicher &Uuml;berlastung. Irgendwann verschwand dieser Begriff aus der Berichterstattung und man konzentrierte sich auf die <em>Verdopplungszeit<\/em>. Diese sollte von zwei Tagen auf 10 Tage gesteigert werden&hellip; oder 14&hellip;. oder 20&hellip; oder&hellip; Begr&uuml;ndung &uuml;brigens weitestgehend Fehlanzeige. Wurde jeweils ein Wert erreicht, wurde der n&auml;chsth&ouml;here als Ziel verk&uuml;ndet. Als n&auml;chstes wurde mit der  <strong>Reproduktionszahl R<\/strong> jongliert. Die m&uuml;sse  unter 1,0 sein, dann sei die Pandemie beherrschbar und Lockerungen des Lockdown denkbar. Nach noch nicht richtig erfolgten Lockerungen wurden wir mit den Gefahren einer <strong>zweiten Welle<\/strong> konfrontiert und wie das Kaninchen vor der Schlange auf die Zahl der <strong>Neuinfizierten<\/strong> geschaut. F&uuml;hle ich mich bei den gebetsm&uuml;hlenartigen Wiederholungen der Hygiene- und Abstandsregeln unterfordert und wie ein dummes, unm&uuml;ndiges Kind behandelt, so f&uuml;hle ich mich bei dieser Art von Wechsel in den Kennzahlen und deren variabler Grenzziehungen tats&auml;chlich &uuml;berfordert. Auch wenn der <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wissen\/Warum-die-Corona-Kennzahl-staendig-wechselt-article21742857.html\">hier<\/a> verlinkte Artikel verzweifelt versucht, diese Vorgehensweise zu begr&uuml;nden, sieht Vertrauen bildende Berichterstattung anders aus.<\/p><p><strong>Welche Zahlen jetzt? RKI oder Johns Hopkins Universit&auml;t\/USA oder Euromomo<\/strong><\/p><p>Verst&ouml;rend ist, dass nirgends die Frage gestellt wurde, wieso eine amerikanische Privatuniversit&auml;t die aktuellen Zahlen aus Deutschland anscheinend fr&uuml;her und umfassender ermitteln und darstellen kann als das in Deutschland daf&uuml;r zust&auml;ndige Robert Koch-Institut. Dass man auf eine EU-weite Statistik &uuml;ber Sterbezahlen erst auf Umwegen und nicht &uuml;ber die Nachrichtensendungen in ARD und ZDF st&ouml;&szlig;t, macht ebenfalls nachdenklich: <a href=\"https:\/\/www.euromomo.eu\/\">Euromomo<\/a>. Euromomo ist ein Monitoringprogramm von 24 europ&auml;ischen L&auml;ndern, das wochenweise erfasst, ob sich mehr Todesf&auml;lle, als normalerweise zu erwarten sind, ereignen. Eine entsprechende Anfrage eines B&uuml;rgers <a href=\"https:\/\/fragdenstaat.de\/anfrage\/euromomo-datenbank-berucksichtigung-bei-der-risikobewertung-von-covid-19\/\">nach dem Informationsfreiheitsgesetz<\/a>, inwiefern das RKI diese Daten ber&uuml;cksichtigt, ist bisher unbeantwortet geblieben.<\/p><p><strong>Impfung als nahezu einziger Rettungsanker? Bill Gates wird hofiert und als Gesundheitsexperte vorgestellt<\/strong><\/p><p>Dass ein amerikanischer Multimilliard&auml;r im deutschen Fernsehen in einer Nachrichtensendung fast 9 Minuten Interviewzeit (12.4. Tagesschau) erh&auml;lt, halte ich f&uuml;r einen einzigartigen und auch emp&ouml;renden Vorgang. Kritiker der Ma&szlig;nahmen &ndash; und seien es auch echte Experten, n&auml;mlich &Auml;rzte, Virologen oder Epidemiologen &ndash; werden mit der Diffamierung als &bdquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&ldquo; mundtot gemacht und sind darauf angewiesen, auf alternative Medien auszuweichen, die dann wiederum ebenfalls dieses Etikett erhalten. Aber Bill Gates, der weder Biologe noch Mediziner noch Virologe ist, erh&auml;lt mit seinen Theorien und Ideen unangemessen viel Raum. Finde den Fehler!<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/daserste\/player\/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3RhZ2VzdGhlbWVuL2UwN2QwZDM0LWViZDMtNDNiMi05YmM3LWFhZjUyYzQ5ZGQ4NA\/tagesthemen\">https:\/\/www.ardmediathek.de\/&hellip;\/ZjUyYzQ5ZGQ4NA\/tagesthemen<\/a><\/p><p><strong>Obduktionen und repr&auml;sentative Untersuchungen offiziell nicht empfohlen. Und wo bleiben die Antik&ouml;rpertests?<\/strong><\/p><p>Obduktionen w&uuml;rden erhellend wirken. Gerade wenn es um ein neues Virus geht, sollte der wissenschaftliche Anspruch doch sein, so viel als m&ouml;glich und so schnell als m&ouml;glich &uuml;ber dessen Wirkungen im menschlichen K&ouml;rper zu erfahren. Warum also hat das RKI davon abgeraten? Weil sie fr&uuml;hzeitig die Ergebnisse gebracht h&auml;tten, die der Hamburger Pathologe P&uuml;schel bei Markus Lanz und an anderen Stellen vorgestellt hat: Kein Versterben an und mit Corona ohne Vorerkrankungen, die Betroffenen w&auml;ren &uuml;ber kurz oder lang ohnehin gestorben. Das mag f&uuml;r den einen oder anderen zynisch klingen, aber m&uuml;sste der Mehrzahl doch die Furcht nehmen!<\/p><p>Dem Einwand, die Hamburger Ergebnisse seien nicht repr&auml;sentativ, k&ouml;nnte man mit eben solchen repr&auml;sentativen (vielleicht sogar vom RKI empfohlenen und begleiteten) Obduktionen  begegnen. Die Ergebnisse von Dr. P&uuml;schel lie&szlig;en sich best&auml;tigen oder halt nicht.<\/p><p>Ebenso lie&szlig;en sich weitere repr&auml;sentative Untersuchungen vornehmen. Etwa in der Art, wie sie der Virologe Streeck mit seinem Team in Heinsberg vorgenommen hat. Anstatt ihm vorzuwerfen, es sei nicht sauber wissenschaftlich gearbeitet worden, m&uuml;sste das RKI die Standards f&uuml;r solche repr&auml;sentativen Tests festlegen. Warum tut es das nicht? <\/p><p>Und wo bleiben die Antik&ouml;rpertests?  Sie w&auml;ren so dringend notwendig. Gerade im Pflegebereich und bei anderen systemrelevanten Berufen. <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/ratgeber\/gesundheit\/Coronavirus-Wie-zuverlaessig-sind-Antikoerpertests,coronavirus1232.html\">Wo bleibt die Forderung der Arbeitgeber nach diesen Tests?<\/a><\/p><p><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/covid-19-dunkelziffer-auch-spanien-startet-antikoerper.2850.de.html?drn:news_id=1125321\">In Spanien und Italien werden sie nun durchgef&uuml;hrt<\/a>. Damit kann man herausfinden, ob ein Mensch bereits mit Sars-CoV-2 infiziert war und dagegen Antik&ouml;rper im Blut gebildet hat. Auf diese Weise l&auml;sst sich der Kontakt mit dem Virus auch bei denjenigen nachweisen, die kaum oder keine Symptome der Krankheit hatten und oftmals gar nichts von ihrer Ansteckung wussten. In Deutschland muss der Test erst validiert werden, was nachvollziehbar ist. Der Virentest, den der Virologe Drosten entwickelt hatte, ist meines Wissens jedoch nicht validiert worden. Seltsam.<\/p><p><strong>Etikettenverteiler<\/strong><\/p><p>Ich habe eine andere Meinung, als der vorgegebene Diskussionskorridor derzeit erlaubt. Deshalb werde ich wahlweise mit dem Etikett &bdquo;Verschw&ouml;rungstheoretikerin&ldquo;, &bdquo;Corona-Verharmloserin&ldquo; oder &bdquo;Corona-Leugnerin&ldquo; versehen. Das finde ich verletzend.  Insbesondere den Begriff Corona-Leugnerin. Erstens, weil ich den Virus und seine partielle Gef&auml;hrlichkeit nicht abstreite, und zweitens, weil diejenigen, die den Begriff verwenden, wissen, dass er auch in anderen Zusammenh&auml;ngen (&bdquo;Holocaust-Leugner&ldquo; und &bdquo;Klima-Leugner&ldquo;) verwendet wird, die den Etikettierten sofort in eine Assoziationskette mit Rechtsradikalen bringt. Man darf sich gerne inhaltlich mit mir auseinandersetzen, versuchen, mich von meinem (vermeintlichen?) Irrglauben mit Argumenten und Tatsachen abzubringen. Wer mir aber ein Etikett anheftet, zeigt mir damit, dass er mich nicht f&uuml;r wert empfindet, sich mit mir auseinanderzusetzen oder schlimmer noch: er zeigt mir damit, dass er seine Wertung der Situation &uuml;ber die meinige stellt oder am allerschlimmsten, dass er vom Wesen einer Demokratie, von der Notwendigkeit einer lebendigen Diskussion im Ringen um den richtigen Weg, &uuml;berhaupt nichts verstanden hat. Das macht mich nicht nur traurig, sondern macht mir Angst vor einer Zukunft, in der eben solche Debatten nicht mehr m&ouml;glich sein sollen, wenn nur das Ziel (aktuell: &bdquo;Menschenleben retten&ldquo;) als hoch genug klassifiziert wird und damit einen allgemeinen Konsens findet. Und nein: ich finde nicht, dass man &uuml;ber all das erst danach, wenn alles vorbei ist, diskutieren sollte.<\/p><p><strong>Desolate Lage in Pflegeheimen &ndash; Personalmangel im Gesundheitssystem<\/strong><\/p><p>Der weit &uuml;berwiegende Anteil an Infizierten und an Todesf&auml;llen ist in Pflegeheimen festzustellen. Bis auf das Besuchsverbot konnte sich der allgemeine Lockdown dort nicht bemerkbar machen und trotzdem sind dort &uuml;berdurchschnittlich viele Menschen gestorben. Wenn also die Botschaft unserer Regierenden an uns Regierte lautet: &bdquo;Es geht um Menschenleben. Es geht um Leben und Tod!&ldquo;, m&uuml;sste dann eben diese Regierung nicht daf&uuml;r sorgen, dass dort, wo es besonders signifikant um Leben und Tod geht, der Schutz f&uuml;r Personal und Bewohner gew&auml;hrleistet ist? Durch Schutzkleidung, durch Desinfektionsmittel, durch FFP2-Masken, durch Tests an Bewohnern und Personal (auf Infizierung, aber auch auf Antik&ouml;rper!)? Niemand kann mir erkl&auml;ren, warum sie das nicht tut. Anspruch und Wirklichkeit klaffen hier meilenweit auseinander.<\/p><p>Dass &auml;ltere Menschen auch an Vereinsamung sterben k&ouml;nnten, bevor sie sich mit dem Virus anstecken, wage ich schon nicht mehr zu thematisieren, wird mir doch mit dieser Einlassung unterstellt, ich w&uuml;rde dem Menschenleben als Wert an sich nicht gen&uuml;gend Bedeutung beimessen. Hat aber ein Menschenleben nur die eine Dimension: die L&auml;nge oder Dauer? Wir sollten dringend eine ethisch begleitete Diskussion dar&uuml;ber f&uuml;hren, ob nicht auch die Qualit&auml;t eines Lebens einen Wert darstellt. In manchen Senioren- und Pflegeheimen w&auml;re diese Frage &uuml;brigens auch schon vor Corona zu stellen gewesen. &bdquo;Minutenpflege&ldquo; kann keine Antwort auf Lebensqualit&auml;t sein. <a href=\"http:\/\/pflegeethik-initiative.de\/2020\/03\/26\/nicht-leben-und-nicht-sterben-duerfen\/\">Diesen Beitrag zur Pflegeethik<\/a> empfehle ich deshalb zur Lekt&uuml;re.<\/p><p><strong>Blockwartmentalit&auml;t und Sehnsucht nach starker, regelnder Hand<\/strong><\/p><p>Rolf G&ouml;ssner beschreibt <a href=\"http:\/\/www.ossietzky.net\/8-2020&amp;textfile=5113\">in Ossietzky<\/a>, was ich betr&uuml;bt feststelle und sowohl Heribert Prantl (SZ) als auch Jakob Augstein (Der Freitag) alarmierend finden:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<strong>Zw&ouml;lftens<\/strong>: Dass in angsterf&uuml;llten Zeiten der &bdquo;Corona-Krise&ldquo; und der politisch und massenmedial stark befeuerten Unsicherheit nur wenige nach dem hohen Preis rigider staatlicher Eingriffe fragen, ist angesichts der gesundheitlichen Gef&auml;hrdungen zwar auf den ersten Blick nachvollziehbar, aber auf Dauer kurzsichtig. Denn langfristig k&ouml;nnten sich Abwehrma&szlig;nahmen dieser Art auf die Gesellschaft zerst&ouml;rerischer auswirken als die Abwehrgr&uuml;nde selbst. &bdquo;Ansteckend ist Corona und ansteckend ist die Angst davor&ldquo;, schreibt Heribert Prantl (&bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo;) Mitte M&auml;rz 2020: &bdquo;Angst macht s&uuml;chtig nach allem, was die Angst zu lindern&nbsp;verspricht.&ldquo; Aber man m&uuml;sse doch fragen, &bdquo;was angerichtet wird, wenn Grundrechte und Grundfreiheiten stillgelegt und das gesellschaftliche Miteinander ausgesetzt werden.&ldquo; Und man m&uuml;sse &bdquo;nicht nur entschlossen gegen das Virus k&auml;mpfen, sondern auch gegen eine Stimmung, die die Grund- und B&uuml;rgerrechte in Krisenzeiten als Ballast, als B&uuml;rde oder als Luxus betrachtet&ldquo;.&nbsp;<\/p>\n<p>Doch wenn Gefahr und Verunsicherung nur gro&szlig; genug erscheinen, dann nimmt der Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung gesellschaftliche und individuelle Einschr&auml;nkungen und damit verbundene &bdquo;Kollateralsch&auml;den&ldquo; offenbar zustimmend, resignierend oder aber willf&auml;hrig hin, teilweise auch in vorauseilendem Gehorsam. Anscheinend bekommt die Sehnsucht nach autorit&auml;rer F&uuml;hrung und autorit&auml;ren &bdquo;L&ouml;sungen&ldquo;, nach klaren Ansagen und Anordnungen sowohl in Zeiten des Terrors als auch in Zeiten von Corona erheblichen Auftrieb &ndash; &uuml;berhaupt in Zeiten von Krisen, Katastrophen und Unsicherheit. Der hilflose Schrei nach dem starken autorit&auml;ren Staat ist un&uuml;berh&ouml;rbar. Und Denunziationen haben Konjunktur. &bdquo;Die Angst vor der Krankheit hat die Demokratie aufgegessen&ldquo;, diagnostiziert der Publizist Jakob Augstein (&bdquo;Der Freitag&ldquo;).\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Gesetze im Sauseschritt und Bu&szlig;gelder in unversch&auml;mten Dimensionen &ndash; Parlamentarische Demokratie ausgehebelt<\/strong><\/p><p>Die Lockerung der in Windeseile beschlossenen Ma&szlig;nahmen des &bdquo;social distancing&ldquo; erfolgten in einer Telefonkonferenz der Kanzlerin mit den Ministerpr&auml;sidenten. Ohne Beteiligung irgendwelcher Parlamente. Der Regierung und dem Gesundheitsminister im Speziellen waren davor bereits weitestgehende Verordnungserm&auml;chtigungen gestattet worden, vorbei am Parlament. Die Liste aller bisher beschlossenen Gesetze und weiteren Regelungen liest sich lang. Eine gro&szlig;e Regelungswut scheint sich Bahn zu brechen. Auch ersichtlich an den jeweiligen Bu&szlig;geldkatalogen, die meines Erachtens jenseits von Gut und B&ouml;se sind. Machen Sie sich selbst ein Bild unter folgenden Links. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/corona-pandemie\">Hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/lexcorona.de\">hier<\/a>.<\/p><p>Beinahe unbemerkt von der &Ouml;ffentlichkeit (weil nahezu unbemerkt von den Leitmedien) wurde beispielsweise das Arbeitszeitgesetz am 7.4.2020 ge&auml;ndert, und zwar im Hinblick auf die gesetzlich zul&auml;ssige H&ouml;chstarbeitszeit, Ruhezeiten sowie Sonn- und Feiertagsbesch&auml;ftigung f&uuml;r die sogenannten &bdquo;systemrelevanten&ldquo; Berufe. Dies sind laut der Verordnung u.a. Berufe aus dem Gesundheits- und Pflegebereich inklusive der Apotheken, Handel und Logistik f&uuml;r Waren des t&auml;glichen Bedarfs, Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehren, Landwirtschaft, Verpackungsbranche, M&uuml;llabfuhr, Geldtransporte, Energie- und Wasserversorger sowie Berufe f&uuml;r die Aufrechterhaltung der Funktionsf&auml;higkeit von Datennetzen und Rechnersystemen. Durch diese Verordnung erhalten Arbeitgeber die M&ouml;glichkeit, die t&auml;gliche Arbeitszeit auf bis zu 12 Stunden auszudehnen. Diese Verordnung ist zun&auml;chst befristet auf den Zeitraum vom 10.04.2020 bis 30.06.2020. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass die Geltungsdauer der Verordnung je nach aktueller Lage der Corona-Epidemie verl&auml;ngert wird.<\/p><p><strong>Angst ist eine starke Emotion<\/strong><\/p><p>&bdquo;Urteile nie &uuml;ber einen Menschen, ehe du nicht 1000 Schritte in seinen Mokassins gelaufen bist&ldquo;, sagt ein viel zitiertes Indianersprichwort. Ich versuche, es zu meiner Maxime zu machen, weil ich nicht wei&szlig;, warum Menschen gro&szlig;e Angst haben oder sich gro&szlig;e Angst machen lassen. Ich m&ouml;chte deshalb auch &uuml;ber niemanden urteilen und ihn oder sie schon gar nicht verurteilen, wenn er anders &uuml;ber dieses Virus denkt, als ich es zwischenzeitlich tue. Auch bei mir ist meine heutige Meinung das Ergebnis eines Prozesses, der auch verbunden war mit der Sorge um mir sehr nahestehende Menschen, die zur &bdquo;Risikogruppe&ldquo; gez&auml;hlt werden. Das hei&szlig;t: Ich akzeptiere, dass Menschen Angst haben, verstehen muss ich es nicht. Und umgekehrt erwarte ich, dass andere Menschen akzeptieren, dass ich zu einem anderen Ergebnis komme.<\/p><p>Wovor ich mich f&uuml;rchte, ist, dass es nach Corona sehr viele, schwer heilbare Verletzungen zwischen vormals sich nahestehenden Menschen, vermutlich auch viele endg&uuml;ltige Br&uuml;che geben wird.<\/p><p>Eigentlich m&uuml;ssten wir doch alle wissen, dass es nicht nur schwarz und wei&szlig;, also die eine oder die andere Sichtweise gibt, sondern dass die Wahrheit oftmals dazwischen liegt. K&ouml;nnen wir es nicht mehr aushalten, dass andere Menschen in einer neuen Situation, die wir nicht &uuml;ben konnten, &uuml;ber die wir viele, aber eben auch widerspr&uuml;chliche Informationen bekommen, nicht so denken, wie wir das tun? Ist Toleranz nicht mehr modern? In unseren Leitmedien finden sich wenige Verlautbarungen, die von der Regierungssicht oder der RKI-Sicht abweichen, die Opposition in Berlin scheint weitestgehend in Schockstarre zu sein, das Parlament wurde f&uuml;r Verordnungsrechte der Regierung weitestgehend lahmgelegt. Vielleicht ist das der Grund, warum man sich mit anderen &bdquo;Bewertungen&ldquo; so schwer tut? Weil wir die Auseinandersetzung, das Ringen um die richtige Richtung nicht (mehr) vorgelebt bekommen? Ich habe von gel&ouml;schten Videos auf Youtube und Facebook geh&ouml;rt und von (zeitweiliger) &bdquo;Nicht-Erreichbarkeit&ldquo; von Homepages. Wenn dies keine technischen Ursachen hatte, sondern die Tatsache, dass nicht &bdquo;auf Linie&ldquo; berichtet wurde, erinnert mich das sehr an die Zukunftsromane von George Orwell (1984) und Aldous Huxley (Sch&ouml;ne Neue Welt) und nicht an eine streitbare Demokratie.<\/p><p><strong>Erwachsene Kinder bevormunden ihre Eltern und Gro&szlig;eltern &ndash; verkehrte Welt<\/strong><\/p><p>Die staatlicherseits verordneten Einschr&auml;nkungen erschaffen zuweilen skurrile Situationen. (Erwachsene) Kinder ma&szlig;regeln ihre Eltern und Gro&szlig;eltern und mahnen teils mit deutlichen Worten, sich doch gef&auml;lligst strikt an die Vorgaben zu halten. Die klitzekleine Feier anl&auml;sslich eines runden Geburtstages einer krebskranken Oma (genau 1,5 Stunden im kleinsten  Familienkreis) wird als verwerflich stigmatisiert. Andere verstehen nicht, wenn man sich mit Freunden zum Spazierengehen (auf Distanz) auf freiem Feld verabredet oder gemeinsam ein Glas Wein im Garten trinkt.<\/p><p>Also tendenziell die Generation(en), die mehrheitlich in der Fridays-for-future-Bewegung aktiv sind und dem Staat diesbez&uuml;glich Unt&auml;tigkeit vorwerfen, solidarisieren sich uneingeschr&auml;nkt (und nach meiner Auffassung auch reichlich unreflektiert) mit dessen rigiden und undifferenzierten  Ma&szlig;nahmen. Ein Autor der NachDenkSeiten &ndash; Norbert Wiersbin &ndash; hat das in einem Facebook-Kommentar am 23.4. so analysiert: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich habe heute noch mit dem Psychiater und Dealer meines Vertrauens gesprochen. In Personalunion versteht sich, wir kennen uns ja schon l&auml;nger.<\/p>\n<p>Ich brauche fachlichen Rat, um einsch&auml;tzen zu k&ouml;nnen, was in diesen Wochen in unseren Gesellschaften abgeht. Nicht erst in diesen Wochen. Aber nun ist es doch derart krass geworden, dass ich zwingend andere Medikamente ben&ouml;tige. Das ist alles so irreal geworden, dass es n&uuml;chtern nicht mehr zu ertragen w&auml;re.<\/p>\n<p>Es gibt einige kluge, ausnahmslos &auml;ltere Geister, die &ouml;ffentlich die Frage stellen, wo denn nun das kritische Potential zu finden w&auml;re. Wer sich von den J&uuml;ngeren, gut Gebildeten, zu Wort meldet. Da es doch um deren Zukunft gehe, denen in ihren Zwanzigern, Drei&szlig;igern oder Vierzigern. Denen mit den akademischen Abschl&uuml;ssen, den Spr&ouml;sslingen des viel beschworenen Bildungsb&uuml;rgertums. Denen sich doch die Frage aufdr&auml;ngen sollte, was hier gespielt wird. Diese Frage doch zumindest, von einer Antwort w&auml;ren wir dann ja immer noch weit entfernt. Von Widerspruch oder gar Widerstand ganz zu schweigen!<\/p>\n<p>Ich m&ouml;chte mit diesen Zeilen eine Lanze f&uuml;r diese J&uuml;ngeren brechen: Sie k&ouml;nnen nichts daf&uuml;r, dass infolge des sog. Bologna-Prozesses an den Hochschulen nur noch funktionale und bestens verwertbare Fachidioten ausgebildet werden. Um es, zugegeben, despektierlich zu sagen. Fernab von einem einst so hochgesch&auml;tzten, humboldtschen Bildungsideal, dem es geradezu ein Heiligtum war, kritikf&auml;hige und universell gebildete junge Menschen auf das reale Leben vorzubereiten. <\/p>\n<p>Das ist den jungen Leuten heute vorenthalten, daf&uuml;r tragen sie keine Verantwortung. Sie sind eindeutig die Opfer einer seit Jahrzehnten versagenden politischen Klasse und einer gesamtgesellschaftlichen Apathie. <\/p>\n<p>Diese jungen Leute werden mit medialem M&uuml;ll zugsch&uuml;ttet, der ihnen den Geist vernebelt. Sie werden von Kindesbeinen an in Angst gehalten, &uuml;ber prek&auml;re Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse zum Beispiel, die ihnen jede Zuversicht und Lebensperspektive rauben. Die es sich buchst&auml;blich nicht leisten k&ouml;nnen, aufzubegehren und das Heft in die eigenen H&auml;nde zu nehmen. <\/p>\n<p>Und dennoch m&ouml;chte auch ich dazu aufrufen: Lasst Euch Eure Zukunft nicht nehmen, Ihr J&uuml;ngeren! Ihr habt doch das geistige und auch seelische Potential dazu. Bedient Euch Eures Verstandes und Eurer M&ouml;glichkeiten. Informiert Euch, recherchiert abseits des Mainstreams, hinterfragt und deckt all diese offensichtlichen Widerspr&uuml;che auf. Organisiert Euch, leistet Widerstand!<\/p>\n<p>Auch (und ganz sicher nicht zuletzt) wir Alten sind in diesen Tagen gefragt, vermutlich mehr denn je. Wir haben schon viel zu viel zugelassen, nun m&uuml;ssen wir uns in einem letzten Kraftakt doch noch aufraffen! Das sind wir diesen jungen Leuten verdammt noch mal schuldig, unseren Kindern und Kindeskindern. Wir m&uuml;ssen jetzt vorr&uuml;cken, um m&ouml;glichst viele von denen aufzur&uuml;tteln und zu motivieren, ihre Zukunft selbstbestimmt zu gestalten. <\/p>\n<p>WIR ALTEN sind in der verdammten Pflicht, mit gutem Beispiel voranzuschreiten! Ohne benebelnde Medikamente, sehr n&uuml;chtern und rational. Das hat mir jedenfalls mein Psychiater empfohlen. Und hat mich 130 Euronen gekostet. Alter Verwalter.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Frauenministerin nicht im Krisenstab &ndash; Wertigkeit von Familie im Allgemeinen und von Frauen insbesondere<\/strong><\/p><p>Wir k&ouml;nnen eine Mehrfachbetroffenheit in dieser Corona-Zeit und deren Beschr&auml;nkungen bei Familien und insbesondere bei Frauen feststellen. Sie sind Alleinerziehende, Minijobberinnen, systemrelevante (und damit h&auml;ufig einhergehend schlechtbezahlte) Erwerbspersonen ,  Kinderbetreuerinnen, Ersatzlehrerinnen, h&auml;uslich Pflegende und von h&auml;uslicher Gewalt Betroffene. Eine Familienministerin im Krisenstab sucht man dennoch vergeblich, wo doch sonst der Artikel 6 unseres Grundgesetzes so in den Vordergrund gestellt wird, wie auch diese Kommentatorin des BR, Kirstin Girschick, <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/daserste\/player\/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3RhZ2VzdGhlbWVuL2UwN2QwZDM0LWViZDMtNDNiMi05YmM3LWFhZjUyYzQ5ZGQ4NA\/tagesthemen%20\">ab Minute 08:20 feststellt<\/a>.<\/p><p><strong>Wir nehmen mehrheitlich nicht mehr zur Kenntnis, was sonst passiert<\/strong><\/p><p>Der Regenwald im Amazonasgebiet wird in unvorstellbarem Ausma&szlig; abgeholzt, in Afrika hungern Millionen Menschen, auch wegen D&uuml;rre und Heuschreckenplage und nun zus&auml;tzlich wegen Corona, die Situation in den Fl&uuml;chtlingslagern in Griechenland und der T&uuml;rkei ist katastrophal, die Kriegsministerin bestellt Kampfflugzeuge, die US-Atomwaffen transportieren k&ouml;nnen, unsere Milit&auml;rausgaben schnellen in astronomische H&ouml;he, die Folgen des Klimawandels werden durch den Lockdown zwar minimal geringer, bleiben allerdings eine bevorstehende Katastrophe von sicher  gr&ouml;&szlig;erem Ausma&szlig; als die aktuelle Pandemie,&hellip; K&ouml;nnen wir uns bitte wieder von der Nabelschau abwenden und sehen, was jenseits unseres Nabels totgeschwiegen oder mindestens bagatellisiert wird?<\/p><p><strong>Klassengesellschaft und moderner Sklavenhandel<\/strong><\/p><p>B&uuml;rokr&auml;fte sind ratzfatz im Homeoffice verschwunden. Verk&auml;uferinnen im Lebensmittelhandel stehen von Anfang mit ihrer Arbeitskraft zur Verf&uuml;gung und damit unter Virenbeschuss. Und das &uuml;ber viele Wochen ohne zus&auml;tzliche Schutzma&szlig;nahmen. Vom Umgang mit z.B. LKW-Fahrern, ungesch&uuml;tzten Pflegekr&auml;ften in Kliniken, Arztpraxen,  Alten- und Pflegeheimen und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60083\">Saisonarbeitskr&auml;ften in der Landwirtschaft aus &auml;rmeren europ&auml;ischen L&auml;ndern ganz zu schweigen<\/a>. Die einen bekommen ihr Gehalt weiter, die anderen k&auml;mpfen um die nackte Existenz. Die einen sitzen gesch&uuml;tzt im Homeoffice, die anderen bewegen sich st&auml;ndig in der N&auml;he des Virus. Insofern ist dieses auch ein Klassen-Virus, das zwar bei der Wahl seiner Wirte keinen Unterschied nach arm und reich zu machen scheint, die Ma&szlig;nahmen zum Schutz vor diesem Virus tun dies  aber umso mehr. <\/p><p><strong>Geldregen und Schulterklopfen<\/strong><\/p><p>Das Dogma der &bdquo;Schwarzen Null&ldquo; hat vermutlich nicht zur Lebensverl&auml;ngerung vieler Menschen beigetragen. Das Grundrentengesetz, das einigen Rentnerinnen und Rentnern ein wenig Erleichterung h&auml;tte bringen k&ouml;nnen, wurde aus fiskalischen Gr&uuml;nden seitens der CDU weiter marginalisiert. Auch die Hartz-IV-S&auml;tze wurden nicht erh&ouml;ht. Viele andere, die Lebensqualit&auml;t  verbessernde Ma&szlig;nahmen sind mit Hinweis auf dieses Dogma unterblieben. Unsere &bdquo;verlotterte&ldquo; Infrastruktur spricht B&auml;nde. Und jetzt soll es von heute auf morgen nach oben keine Grenzen geben?  Entweder wir wurden vor der Krise angelogen oder aber wir werden es jetzt. Der Widerspruch k&ouml;nnte gr&ouml;&szlig;er nicht sein. Und angesichts der in den Raum gestellten Summen wird mir schwindelig. Noch schwindeliger aber wird mir, wenn ich dar&uuml;ber nachdenke, wer die (zahlenden) Opfer der letzten Krisen, z.B. der Bankenrettung waren und wer es vermutlich wieder sein wird.<\/p><p>Die gelegentlich zitierte, fiktive &bdquo;schw&auml;bische Hausfrau&ldquo; w&uuml;rde es &uuml;brigens als komplette Fehlinvestition betrachten, wenn die Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau &bdquo;KfW&ldquo; ganzseitige Anzeigen in vermutlich allen gro&szlig;en deutschen Zeitungen schaltet, um auf deren Angebote im Rahmen der Corona-Krise aufmerksam zu machen, und das nicht nur einmalig. Angesichts der schier &uuml;berbordenden Informationsflut und des sich selbst st&auml;ndig auf die Schulter klopfenden Vizekanzlers und Finanzministers Olaf Scholz (ob all &bdquo;seiner&ldquo; Wohltaten) waren diese Informationen sicher l&auml;ngst auch im kleinsten Dorf im Bayerischen Wald angekommen. Aber irgendwie m&uuml;ssen die von den Verlegern beklagten Einnahmeausf&auml;lle wegen geringerer Werbung schlie&szlig;lich ausgeglichen werden.<\/p><p><strong>Der (Mein-)Eid: Zum Wohle des deutschen Volkes<\/strong><\/p><p>Die Beliebtheitswerte der &bdquo;Krisenmanager&ldquo; nehmen erstaunliche Ausma&szlig;e an. Auch hier spiegelt sich offensichtlich der Wunsch (zumindest der Befragten) nach dem von Westerwelle beschriebenen Mann\/Frau wider: &bdquo;auf jedem Schiff, das dampft und segelt, braucht es eine\/n, der es regelt&ldquo;.<\/p><p>Man w&uuml;nscht sich, dass diese Umfragen nicht repr&auml;sentativ sein m&ouml;gen. Denn der gleiche S&ouml;der, der am Montag  n a c h  den Kommunalwahlen den Katastrophenfall ausgerufen hat, hat alle Faschingsveranstaltungen, alle Wahlwerbeveranstaltungen f&uuml;r die Kommunalwahlen und alle Starkbierfeste laufen lassen, als das Virus und seine Ansteckungsgefahr bereits bekannt war. Ein Schelm, der sich B&ouml;ses dabei denkt. Ich habe Zweifel, dass die Entscheidungsgrundlage jeweils das Wohl des deutschen bzw. bayerischen Volkes war oder ob nicht der weit &uuml;berwiegende Antrieb die eigene Karriere oder das Wohl der eigenen Partei war. Seltsamerweise wird man mit solchen Vermutungen nahe an Blasphemie ger&uuml;ckt. Wenn schon Schulkinder dem Herrn S&ouml;der Masken h&auml;keln (Scherz!) und ihm schreiben, er m&ouml;ge die Ma&szlig;nahmen doch verl&auml;ngern, ja dann kann das doch nur einer von den Guten sein, dem es ausschlie&szlig;lich um uns und unsere Gesundheit geht. Marketing jedenfalls kann er, der S&ouml;der.<\/p><p><strong>Das Virus &ndash; Ein Spalter<\/strong><\/p><p>Wir wissen immer noch nicht genug dar&uuml;ber, wie gef&auml;hrlich und wie t&ouml;dlich das neue Corona-Virus ist. Was wir wissen, ist, dass es bestimmte &bdquo;Gruppen&ldquo; st&auml;rker trifft als andere. Was ich aber mit Sicherheit wei&szlig;, ist, dass dieses Virus ein &bdquo;Spalter&ldquo; ist oder mindestens zur Spaltung missbraucht wird (Divide et impera!).<\/p><p>Deshalb w&uuml;nsche ich mir, dass wir weiter leidenschaftlich (und aufgrund vieler Fakten und sich ver&auml;ndernder Erkenntnisse) diskutieren, gerne emotional, aber die jeweils andere Position nicht abwertend. Erst in der R&uuml;ckschau werden wir wissen, was falsch, was richtig, was zu sp&auml;t, zu fr&uuml;h, zu &uuml;bertrieben oder nicht ausreichend genug war. Erlauben wir nicht, dass uns eingeredet wird, dass es jetzt nicht die Zeit f&uuml;r Diskussionen, sondern die Zeit f&uuml;r Handlungen, Ge- und Verbote sei. Das Recht auf Leben ist ein Grundrecht und ein hohes Gut. Aber auch die Art und Weise des Schutzes dieses Lebens muss diskutierbar und hinterfragbar sein. Jederzeit. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit vielen Wochen begleitet mich nun dieses Virus in meinem Job, in meinem Alltag, in meiner Freizeit &ndash; und in meinen Gedanken. Wahrscheinlich geht es vielen Leserinnen und Lesern der NachDenkSeiten &auml;hnlich. Deshalb finden Sie hier ein paar zentrale, pers&ouml;nliche Beobachtungen &ndash; aufgelistet ohne Anspruch auf Vollst&auml;ndigkeit und Ausgewogenheit. 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