{"id":60859,"date":"2020-05-09T10:43:58","date_gmt":"2020-05-09T08:43:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60859"},"modified":"2020-05-11T07:53:34","modified_gmt":"2020-05-11T05:53:34","slug":"nie-wieder-krieg-gibt-es-heute-noch-eine-mehrheit-fuer-diese-selbstverstaendliche-forderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60859","title":{"rendered":"Nie wieder Krieg! Gibt es heute noch eine Mehrheit f\u00fcr diese selbstverst\u00e4ndliche Forderung?"},"content":{"rendered":"<p>Unter Menschen, die keinen Krieg wollen, gab es in den letzten Jahren trotz des Frustes &uuml;ber die Kriege des Westens, &uuml;ber Aufr&uuml;stung statt Abr&uuml;stung und russenfeindliche &Auml;u&szlig;erungen der R&ouml;ttgens, Ischingers, Stoltenbergs, von der Leyens usw. immer noch einen Trost: Es herrschte die Gewissheit, dass die Mehrheit der Deutschen f&uuml;r Frieden und Zusammenarbeit mit Russland eintrete. So unser Eindruck. Gilt das noch? Nach Beobachtung der politischen Ziele und nach vielen Gespr&auml;chen zum Thema f&uuml;rchte ich: Die Feindseligkeit ist wieder da. Sie ist systematisch aufgebaut worden. Was ist Ihr Eindruck?  <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8055\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-60859-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200509-75-Jahre-Kriegsende-Nie-wieder-Krieg-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200509-75-Jahre-Kriegsende-Nie-wieder-Krieg-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200509-75-Jahre-Kriegsende-Nie-wieder-Krieg-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200509-75-Jahre-Kriegsende-Nie-wieder-Krieg-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=60859-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200509-75-Jahre-Kriegsende-Nie-wieder-Krieg-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200509-75-Jahre-Kriegsende-Nie-wieder-Krieg-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Gestern j&auml;hrte sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal. Auch deshalb komme ich auf diese kritische Entwicklung zu sprechen. Zun&auml;chst in Stichworten ein R&uuml;ckblick und dann zu den aktuellen Beobachtungen:<\/p><ol>\n<li><strong>Ein kurzer historischer R&uuml;ckblick, eine pers&ouml;nliche Beobachtung<\/strong><br>\nKurz nach dem 8. Mai 1945 wurde ich 7 Jahre alt. Ich hatte den Krieg vielfach mitbekommen: brennende St&auml;dte, Familien ohne V&auml;ter, Fl&uuml;chtlinge, Ausgebombte und viele Gespr&auml;che Erwachsener am K&uuml;chentisch. Nie wieder Krieg! &ndash; das konnte man damals aus dem Mund von Kommunisten, Sozialdemokraten und von Nationalsozialisten h&ouml;ren. Auf jeden Fall von heimkehrenden Kriegsgefangenen.<br>\nDeshalb hatten viele damals die Hoffnung, die Zeit des Milit&auml;rs sei jedenfalls in Deutschland vorbei. Das war eine T&auml;uschung. Beginnend mit der Berlin-Blockade setzte eine massive antisowjetische Agitation ein &ndash; betrieben von Seiten der Alliierten im Westen und von deutschen Politikern und Parteien. Der Russe ist der B&ouml;se, wir sind die Guten. Darauf konnte man sich im Wirtschaftswunder-West-Deutschland der f&uuml;nfziger und beginnenden sechziger Jahre gut ausruhen.<br>\nDie Auseinandersetzungen zwischen dem H&auml;uflein jener unter uns jungen Leuten, die das &bdquo;Nie wieder Krieg&ldquo; ernstgenommen hatten, und den Kalten Kriegern in unseren Schulen und Universit&auml;ten waren ziemlich hart. Bemerkenswert: Es gab damals, am Ende der F&uuml;nfzigerjahre und zu Beginn der Sechzigerjahre unter Studenten, unter Arbeitern, unter Kirchenleuten, unter Journalisten und Politikern eine wachsende Zahl von Menschen, die dem Kalten Krieg trotzten. Der RCDS und die Junge Union hatten zunehmend nicht mehr selbstverst&auml;ndlich die meinungsbestimmende Mehrheit in der jungen Generation. Daran zu erinnern, ist wichtig im Blick auf heute.<br>\nJedenfalls konnten es Willy Brandt und andere 1963 wagen, in einer breiten &Ouml;ffentlichkeit den Abbau der Konfrontation mit dem Osten zu fordern und die Entspannungspolitik einzuleiten. Die 68er-Bewegung hat mit ihrer Kritik am Vietnamkrieg &ndash; unabgesprochen &ndash; ihren Teil dazu beigetragen, um gegen Kriege und Konfrontation zu mobilisieren.<\/li>\n<li><strong>Die Erfolge der Entspannungspolitik und die Hoffnungen von 1989\/1990<\/strong><br>\nIm Dezember 1966 wurde Willy Brandt Au&szlig;enminister und sicherte zugleich das Konzept f&uuml;r eine Verst&auml;ndigung mit dem Osten bei den westlichen Au&szlig;enministern ab. Im Oktober 1969 verk&uuml;ndete er in seiner ersten Regierungserkl&auml;rung: Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein. Das war die Basisparole f&uuml;r die dann beginnende Umsetzung der Entspannungspolitik. Dann die konkreten Schritte zur Verst&auml;ndigung und zum Gewaltverzicht: 1970 der Moskauer Vertrag, dann kamen der Vertrag mit Polen und mit der Tschechoslowakei und dann 1975 die Konferenz f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und sp&auml;ter die Nachfolgeorganisation OSZE.<br>\nEs gab immer wieder R&uuml;ckschl&auml;ge, aber am Ende landeten wir beim Mauerfall und dem Ende der Konfrontation im Herbst 1989.<br>\nDiese Zeit war voller Hoffnung auf eine tiefgr&uuml;ndige Entspannungspolitik und auch auf das Ende der milit&auml;rischen Bl&ouml;cke. Ich erinnere zum wiederholten Mal an das Berliner Grundsatzprogramm der SPD vom 20. Dezember 1989, in dem Gemeinsame Sicherheit, Abr&uuml;stung und das Ende beider Bl&ouml;cke verlangt wurden.<br>\n&Uuml;ber die Notwendigkeit, die Konfrontation mit dem Osten einschlie&szlig;lich Russlands abzubauen, gab es einen breiten Konsens. Namentlich Helmut Kohl, der zuvor wie auch der CSU-Vorsitzende Strau&szlig; gegen die Entspannungspolitik polemisiert hatte, hatte sich mit dieser Politik vers&ouml;hnt und war als Bundeskanzler sogar eine wichtige St&uuml;tze dieser deutschen Friedenspolitik.<\/li>\n<li><strong>Der Bruch: Von der Gemeinsamen Sicherheit zur neuen Konfrontation<\/strong><br>\nDie USA und die mit ihnen verbundenen Kr&auml;fte in Europa und Deutschland brachen mit dem Gedanken und dem Projekt, sich in Europa auch mit Russland auf Dauer und ohne milit&auml;rische Konfrontation zu verst&auml;ndigen, schon zu Beginn der Neunzigerjahre. Sie begannen ihre Kriege zu f&uuml;hren &ndash; so damals 1990 gegen den Irak. Die USA mischten sich zu Zeiten des Pr&auml;sidenten Jelzin in die inneren Angelegenheiten Russlands ein. Die NATO wurde ausgedehnt. Am Ende bis an die Grenze Russlands.<br>\nEs gab in dieser Phase zwischen dem Mauerfall 1989 und den Vereinbarungen in der Charta von Berlin im Jahre 1990 und heute eine Reihe von markanten Ereignissen, die die Ver&auml;nderungen und den Bruch der gegenseitigen Versprechungen sichtbar machen. Zum Beispiel der Kosovo-Krieg der NATO gegen Restjugoslawien, die Raketenr&uuml;stung in Osteuropa, die ausbleibende Antwort des Westens auf weitreichende Vorschl&auml;ge des russischen Pr&auml;sidenten Putin wie jenen zur Kooperation in Europa &ndash; so deutlich formuliert in seiner Bundestagsrede vom September 2001. 2007 auf der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz machte der russische Pr&auml;sident die Entt&auml;uschung f&uuml;r alle &ouml;ffentlich h&ouml;rbar.<\/li>\n<li><strong>Vom positiven Wandel durch Ann&auml;herung zum schlimmen Wandel durch Konfrontation<\/strong><br>\nDie von Willy Brandt und Egon Bahr 1963 formulierte Vorstellung, mit der Ann&auml;herung zwischen den Staaten und V&ouml;lkern in Ost und West k&ouml;nne man auch einen Wandel im Inneren erreichen und verbinden, hatte Konsequenzen. Es hat sich vieles im Inneren, zumindest in den Staaten des fr&uuml;heren Ostblocks ver&auml;ndert &ndash; Zusammenarbeit, Abr&uuml;stung, Austausch auf allen Ebenen.<br>\nSeit einiger Zeit erleben wir, dass die Formel auch auf den Kopf gestellt werden kann: Mit der neuen Konfrontation ver&auml;ndert sich auch die innere Entwicklung zum Schlechteren: Milit&auml;r und R&uuml;stung haben eine neue gro&szlig;e Bedeutung gewonnen; es besteht die Gefahr mentaler Konfrontation und des R&uuml;ckfalls auf nationalistische Ideologien. Und in der Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik wird umgeschaltet von Zusammenarbeit auf die Wahrung eigener Interessen. Sichtbarstes Zeichen war die &Uuml;bernahme der Krim durch Russland, die Annexion, wie &uuml;blicherweise im Westen gesagt wird.<br>\nDas war das bisher sichtbarste &auml;u&szlig;ere Zeichen daf&uuml;r, dass Konfrontation, dass die Zur&uuml;ckweisung der ausgestreckten Hand zu negativem Wandel f&uuml;hrt.<br>\nVermutlich hat die Mehrheit der westlichen Beobachter und Kommentatoren diesen Zusammenhang nicht gesehen. Sie sind emp&ouml;rt &uuml;ber die sogenannte aggressive Politik Russlands. Sie sehen nicht einmal den Zusammenhang zwischen dem Zugriff Russlands auf die Krim und der erkennbaren Absicht des Westens, die Ukraine einschlie&szlig;lich der Krim in den westlichen Verbund von EU und NATO aufzunehmen.<\/li>\n<li><strong>Statt &bdquo;vertrauensbildender&ldquo; Ma&szlig;nahmen neubelebte Feindseligkeiten und damit systematischer Aufbau eines neu-alten Feindbildes<\/strong><br>\nEine unumst&ouml;&szlig;liche Konstante der in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts eingeleiteten Entspannungspolitik war die Erkenntnis, dass es ungemein wichtig ist, Vertrauen zwischen den V&ouml;lkern und zwischen den Regierenden aufzubauen. &bdquo;Vertrauensbildende&ldquo; Ma&szlig;nahmen nannte man das. Dass dies wichtig sei, gilt heute offensichtlich nicht mehr: Es wird aufger&uuml;stet, an der russischen Grenze werden auch mit deutscher Beteiligung Man&ouml;ver abgehalten, die hier lagernden Atomwaffen werden modernisiert, die deutsche Verteidigungsministerin will neue Tr&auml;gerflugzeuge f&uuml;r diese Atomwaffen besorgen, in den deutschen Medien, vom Deutschlandfunk bis zur taz, und von der Bild-Zeitung bis zur FAZ kann man unentwegt schlimme Geschichten &uuml;ber Russland und insbesondere &uuml;ber den russischen Pr&auml;sidenten sehen, lesen, h&ouml;ren; es wird nicht mehr von gemeinsamer Sicherheit geredet und stattdessen das Hauptwort des Kalten Krieges, das Wort &bdquo;Abschreckung&ldquo;, neu installiert und belebt; st&auml;ndig werden Behauptungen &uuml;ber angebliche Feindseligkeiten Russlands gestreut: Putin finanziere die rechtsradikalen Parteien Europas, Putins Trolle greifen in Wahlen des Westens ein, Russland ist auch verantwortlich daf&uuml;r, dass Trump zum US-Pr&auml;sidenten gew&auml;hlt wurde; Russland ist schuld am Syrien-Krieg, Russlands Bomben zerst&ouml;ren Krankenh&auml;user und t&ouml;ten Kinder usw. &ndash; die Propaganda l&auml;uft auf vollen Touren. Es gibt kaum noch differenzierte Berichte und Kommentare.\n<p>Ich glaube nicht, dass dieser Feindbildaufbau vom Himmel gefallen ist. Wir m&uuml;ssen davon ausgehen, dass systematisch und mit gro&szlig;em Finanz- und PR-Aufwand an der neuen Konfrontation gearbeitet wurde und wird. Vermutlich sind die verschiedenen zuvor zitierten Parolen und Vorw&uuml;rfe systematisch geplant worden. Am Geld daf&uuml;r mangelt es offensichtlich nicht.<\/p><\/li>\n<li><strong>Der Feindbildaufbau wirkt<\/strong>\n<p>In den Parteien sowieso: Die ehemaligen Friedensparteien, die SPD und die Gr&uuml;nen, sind als solche abgetreten. Die Gr&uuml;nen und ihre Stiftung, die Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung, sind sogar so etwas wie die Vorreiter zur Verst&auml;rkung der Konfrontations-Stimmung geworden. Sozialdemokraten wie der Fraktionsvorsitzende M&uuml;tzenich versuchen gelegentlich einen Ausbruch aus der Bunkerstimmung &ndash; so mit der Forderung an die USA, die Atomwaffen aus Deutschland abzuziehen. Siehe hier: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60715\">SPD fordert Abzug aller US-Atomwaffen aus Deutschland. Unterst&uuml;tzenswert<\/a>. Widerstand regte sich sofort. Nach meinem Eindruck ist die Mehrheit der Mandatstr&auml;ger der SPD weit weg von der urspr&uuml;nglichen Idee der Gemeinsamen Sicherheit und Abr&uuml;stung.<br>\nIn der Union dominieren die Atlantiker sowieso. Ausnahmen wie Stoiber bei der CSU und Platzeck bei der SPD best&auml;tigen die Regel.<\/p>\n<p>In Gespr&auml;chen mit Freunden und Bekannten aus meiner Generation und mit jungen Leuten gewinne ich den Eindruck, dass Frieden auch mit Russland gerade noch als Ziel erkannt und anerkannt wird. Aber die Kampagne gegen den russischen Pr&auml;sidenten hat in weiten Kreisen gewirkt. Der Sto&szlig;seufzer &bdquo;Aber der Putin&ldquo; ist &uuml;berall zu vernehmen. Putin ist erfolgreich verteufelt worden. Und anders als in den Zeiten des Kalten Krieges in den f&uuml;nfziger und sechziger Jahren trifft man heute weder in bildungsb&uuml;rgerlichen Kreisen noch in den Medien das Korrektiv zur allgemeinen Stimmung. Keine Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche, keine Frankfurter Rundschau, kein Spiegel, kein G&uuml;nter Gaus, keine ARD mit einer klaren und unumst&ouml;&szlig;lichen friedenspolitischen Haltung. Das hat auch Konsequenzen f&uuml;r die Meinung der gro&szlig;en Mehrheit, soweit sie &uuml;berhaupt an politischen Fragen interessiert ist und nicht schon seit langem durch die Berieselung mit Krimis und Ratespielen vom kommerzialisierten Fernsehen und H&ouml;rfunk stillgestellt ist.<\/p>\n<p><strong>Deshalb komme ich zum betr&uuml;blichen Schluss, dass es keine Mehrheit mehr f&uuml;r Freundschaft mit Russland gibt.<\/strong><\/p><\/li>\n<li><strong>Symptom: der Umgang mit russischen Medien<\/strong>\n<p>Symptomatisch f&uuml;r diese aus meiner Sicht eingetretene Ver&auml;nderung ist der Umgang mit russischen Medien in Deutschland. Hier hat sich in den letzten Wochen und Monaten eine alarmierende Verh&auml;rtung angebahnt.<br>\nKurz zur Information: In Russland wie in vielen L&auml;ndern der Welt ist die Deutsche Welle t&auml;tig. Die Deutsche Welle wird von uns Steuerzahlern finanziert. In Deutschland und vielen anderen L&auml;ndern sind einige russische Medien t&auml;tig. Bei uns zum Beispiel RT Deutsch, &uuml;ber dessen St&uuml;ck zum Kriegsende wir gestern berichtet haben. RT Deutsch tritt bei uns nur &uuml;ber das Internet auf. Eine Sendelizenz hat das Medium nicht und wird es wohl auch nicht erreichen.<\/p>\n<p>Aufmerksamen Beobachtern wird schon seit l&auml;ngerem aufgefallen sein, dass der Vertreter von RT Deutsch in der Bundespressekonferenz von unseren Regierungssprechern wie der &bdquo;letzte Dreck&ldquo; behandelt wird. Das Medium wurde zus&auml;tzlich von verschiedenen anderen Medien &ouml;ffentlich angegriffen &ndash; nach meinem Eindruck unberechtigt, vor allem unberechtigt, wenn man die informative Gesamtbilanz dieses Mediums mit der Gesamtbilanz der deutschen Medien vergleicht.<\/p>\n<p>Die Kampagne wirkt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RT Deutsch haben inzwischen kaum mehr eine Chance, Gespr&auml;chspartner unter Menschen des &ouml;ffentlichen Lebens in Deutschland zu finden. Ich w&uuml;rde das nicht behaupten, wenn ich einen solchen Vorgang nicht selbst erlebt h&auml;tte: eine Redakteurin des Mediums, die mich interviewt hatte, bat mich um die Weiterleitung einer Interviewanfrage an einen deutschen Professor. Er lehnte, weil er Sorge um seinen guten Ruf hat, ab.<br>\nIch kann ihn verstehen. So ist die Stimmung. <\/p>\n<p><strong>Die Stimmung gegen&uuml;ber russischen Einrichtungen ist feindselig. Das ist eine v&ouml;llig ver&auml;nderte Situation. Und diese Situation ist gef&auml;hrlich.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie anders die Situation fr&uuml;her war, habe ich schon einmal auf den NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59064\">beschrieben<\/a>.<\/strong><br>\nZum Beleg der ver&auml;nderten Situation m&ouml;chte ich auf das am 6. M&auml;rz schon gezeigte Foto hinweisen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/200509_am.png\" alt=\"\" width=\"945\" height=\"709\" class=\"alignleft size-full wp-image-60860\" srcset=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/200509_am.png 945w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/200509_am-300x225.png 300w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/200509_am-768x576.png 768w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/200509_am-653x490.png 653w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/200509_am-327x245.png 327w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/p>\n<p>Das ist ein Foto aus dem Wahlkampf-Sonderzug des damaligen Bundeskanzlers und SPD-Vorsitzenden Willy Brandt zusammen mit deutschen und ausl&auml;ndischen Journalisten. Ihm gegen&uuml;ber der russische Korrespondent einer Moskauer Zeitung. Lachend, freundschaftlich. Das war 1972. Wo ist dieser selbstverst&auml;ndliche Umgang mit unseren Nachbarn geblieben?<\/p>\n<p><strong>Wenn das Gedenken an das Ende des Krieges vor 75 Jahren einen Sinn haben soll, dann den, aufzuwachen und dem Aufbau der Feindbilder entgegenzuwirken. Tun Sie etwas dagegen. Lassen Sie sich nicht einlullen von der wachsenden aggressiven Stimmung gegen&uuml;ber unserem Nachbarn im Osten.<\/strong><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter Menschen, die keinen Krieg wollen, gab es in den letzten Jahren trotz des Frustes &uuml;ber die Kriege des Westens, &uuml;ber Aufr&uuml;stung statt Abr&uuml;stung und russenfeindliche &Auml;u&szlig;erungen der R&ouml;ttgens, Ischingers, Stoltenbergs, von der Leyens usw. immer noch einen Trost: Es herrschte die Gewissheit, dass die Mehrheit der Deutschen f&uuml;r Frieden und Zusammenarbeit mit Russland eintrete.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60859\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":60860,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,170,123],"tags":[2035,1519,329,2013,2175,1268,2301,1313,466,915,1245,259,966],"class_list":["post-60859","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-friedenspolitik","category-kampagnentarnworteneusprech","tag-abschreckungsstrategie","tag-atomwaffen","tag-brandt-willy","tag-entspannungspolitik","tag-interventionspolitik","tag-kalter-krieg","tag-konfrontationspolitik","tag-krim","tag-nato","tag-putin-wladimir","tag-russia-today","tag-russland","tag-weltkrieg"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/200509_am.png","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60859","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=60859"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60859\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60875,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60859\/revisions\/60875"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/60860"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=60859"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=60859"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=60859"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}