{"id":609,"date":"2005-06-21T08:55:35","date_gmt":"2005-06-21T06:55:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=609"},"modified":"2016-03-13T15:39:18","modified_gmt":"2016-03-13T14:39:18","slug":"die-koalitionsvereinbarung-in-nrw-eine-konservative-fortschreibung-der-modernisierungspolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=609","title":{"rendered":"Die Koalitionsvereinbarung in NRW: Eine konservative Fortschreibung der Modernisierungspolitik"},"content":{"rendered":"<p>Die Koalitionsvereinbarung von CDU und FDP wurde auf den jeweiligen Parteitagen ohne weitere Debatten nahezu einstimmig angenommen. Kein Wunder: Was da auf 65 Seiten aufgeschrieben wurde, ist das Papier nicht wert, auf dem der Text gedruckt wurde, denn alle Ma&szlig;nahmen des Koalitionsvertrages stehen unter einem Haushaltsvorbehalt. Ansonsten finden wir nahezu alle Tarnw&ouml;rter, die im Augenblick im konservativen Falschw&ouml;rterbuch aufgef&uuml;hrt sind.<br>\n<!--more--><br>\nDie hinter der euphemistischen Neusprache stehenden wirklichen Ziele sind noch &auml;lter, als die in der Vereinbarung benutztet alte Rechtschreibung. Sie f&uuml;hren zur&uuml;ck in den Manchester-Liberalismus, wo die Wirtschaft das Sagen hat, und zur&uuml;ck in den Nachw&auml;chterstaat, wo sich der Staat aus seiner Verantwortung f&uuml;r soziale Gerechtigkeit und f&uuml;r die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt zur&uuml;ckzieht. Das Programm von CDU und FDP in NRW lautet in Kurzform: &bdquo;Freiheit vor Gleichheit. Privat vor Staat, Erarbeiten vor Verteilen, Verl&auml;sslichkeit statt Beliebigkeit&ldquo;. <\/p><p>&bdquo;Mut zur Selbstbestimmung&ldquo;, lautet die &Uuml;berschrift. Die &bdquo;Herausforderungen der Globalisierung, der Wissensgesellschaft und der demographischen Entwicklung annehmen&ldquo; hei&szlig;t es weiter. Die &bdquo;Staatsquote muss gesenkt werden&ldquo; oder &bdquo;Vieles, was der Staat fr&uuml;her gemacht hat, muss k&uuml;nftig mit Hilfe Privater getan werden&ldquo; oder &bdquo;Wirtschaft wird von Menschen gemacht&ldquo; und &ldquo;Wachstum braucht Freiheit&ldquo;, eine &bdquo;neue Kultur der Selbst&auml;ndigkeit&ldquo; auch &bdquo;f&uuml;r Arbeitnehmer&ldquo; so k&ouml;nnte man noch seitenlang mit dem Wortgeklingele fortfahren. Und nat&uuml;rlich darf der Euphemismus nicht fehlen, der alles soziale Denken aus den Gehirnen waschen soll: &bdquo;Sozial ist, was Arbeit schafft.&ldquo; <\/p><p>Die Koalitionsvereinbarung ist eine Fundgrube f&uuml;r eine die eigentlich gemeinten Ziele kaschierenden Sprache. Ziehen wir doch einmal die Tarnung beispielhaft an einigen Stellen weg und &uuml;bersetzen die sch&ouml;nen Worte in die Sprache derjenigen, bei denen diese Art der Politik im Alltag ankommt:<br>\n&bdquo;Mut zur Selbstbestimmung&ldquo; bedeutet dann etwa, wenn jeder an sich selbst denkt, dann ist an alle gedacht, oder jeder ist seines Gl&uuml;ckes Schmied. Die globalen Herausforderungen annehmen, hei&szlig;t dann, sich den wettbewerblichen Zw&auml;ngen des Steuer-, Umwelt- und Sozialdumpings zu unterwerfen. Die Staatsquote senken, spricht sich dann wie R&uuml;ckzug des gestaltenden Staates und Privatisierung staatlicher Leistungen von der Verkehrsinfrastruktur, &uuml;ber den sozialen Wohnungsbau, &uuml;ber das &ouml;ffentliche Bankenwesen oder die sozialen Sicherungssysteme bis hin zur Bildung. Die Freiheit f&uuml;r Wachstum &uuml;bersetzt sich dann als Unternehmerfreiheit oder als die Befreiung von Regeln f&uuml;r die Kr&auml;fte des Marktes, n&auml;mlich befreit vor allem von Regeln zum Schutz der Arbeitnehmerinteressen oder zum Schutz der Umwelt. Und die &bdquo;neue Kultur der Selbst&auml;ndigkeit&ldquo; verlangt von jedem, dass er sich als der selbst&auml;ndige Unternehmer seiner Arbeitskraft begreift und auch so behandelt wird. Sozial ist, was Arbeit schafft &ndash; und das zu jedem Preis, m&uuml;sste man allerdings der Ehrlichkeit halber hinzuf&uuml;gen. <\/p><p>Um die Tarnsprache zu entlarven muss man ins Kleingedruckte des Koalitionsvertrages schauen. &bdquo;Sozial ist, was Arbeit schafft&ldquo; liest sich dort: &bdquo;Arbeitskosten absenken durch Mehrarbeit f&uuml;r dasselbe Geld. Wir sind der Auffassung, dass durch Mehrarbeit mehr Besch&auml;ftigung entsteht.&ldquo; Oder: &bdquo;Teilweise Abkoppelung der Kosten der Sozialversicherung vom Faktor Arbeit&ldquo;, will sagen, die Arbeitnehmer zahlen die Kosten f&uuml;r die soziale Sicherung k&uuml;nftig vermehrt alleine, statt dass sie wie bisher wenigstens teilweise von den Arbeitgebern mitfinanziert werden. Sozial ist also im Klartext, eine Mehrbelastung der Arbeitnehmer und eine Entlastung der Arbeitgeber. <\/p><p>Gehen wir exemplarisch nur einige Politikfelder durch, so zeigt sich hinter dem sch&ouml;nen Schein immer das selbe wirtschaftsliberale Strickmuster: <\/p><ul>\n<li>&bdquo;Wir werden der privaten Leistungserbringung vor der Leistungserbringung durch die &ouml;ffentliche Hand Vorrang geben.&ldquo; (Egal, ob es f&uuml;r die B&uuml;rger teurer und vielleicht sogar schlechter wird, m&uuml;sste man anf&uuml;gen.)<\/li>\n<li>&bdquo;Wachstums- und Ansiedlungsanreize insbesondere f&uuml;r mittelst&auml;ndische Unternehmen und Existenzgr&uuml;nder, sollen helfen zus&auml;tzliche Arbeitspl&auml;tze in der Region zu erm&ouml;glichen.&ldquo; (Das hei&szlig;t, Fortsetzung der gescheiterten angebots- und unternehmerorientierten Wirtschaftspolitik auf ganzer Linie. Die Staatskanzlei wird zum verl&auml;ngerten Schreibtisch der Handwerkskammern und der Wirtschaftsverb&auml;nde.)<\/li>\n<li>Es geht Schwarz-Gelb nicht mehr um eine zukunftsf&auml;hige Energiepolitik, sondern um einen &bdquo;Energiemix, der sich im (kurzfristigen) Wettbewerb herausbilden muss&ldquo;, selbstverst&auml;ndlich mit Kernenergie, jedoch &bdquo;mit dem Ziel einer m&ouml;glichst restriktiven Steuerung des Baus von Windkraftanlagen&ldquo;. (Wenn es den Energiekonzernen in die Rendite passt, dann kann nicht genug &bdquo;reguliert&ldquo; werden.)<\/li>\n<li>&bdquo;Wir wollen einen starken Staat, der sich auf seine Kernaufgaben konzentriert&ldquo;, das nannten die Liberalen fr&uuml;her ganz offen einen &bdquo;Nachtw&auml;chterstaat&ldquo;.<\/li>\n<li>&Auml;mter f&uuml;r Arbeitsschutz, Umwelt&auml;mter oder &Auml;mter f&uuml;r Agrarordnung sollen m&ouml;glichst privatisiert werden. (Denn eigentlich haben sie sowieso nichts mehr zu sagen, m&uuml;sste man anf&uuml;gen.)<\/li>\n<li>Das &bdquo;Beauftragtenwesen&ldquo; soll zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden, daf&uuml;r wird aber als erstes &bdquo;eine hochrangige Kommission von Finanzexperten mit einer grundlegenden Bestandsaufnahme der Haushaltssituation des Landes &acute;beauftragt`.&ldquo;<\/li>\n<li>Die sozial gebundenen etwa 100.000 Wohnungen der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) sollen &bdquo;unter Ber&uuml;cksichtigung der notwendigen(!) Sozialstandards&ldquo; ver&auml;u&szlig;ert werden. (Alles &uuml;brige regelt dann die jeweilige Investorengruppe.)<\/li>\n<li>&bdquo;Wir werden die Mittel f&uuml;r Leistungsgesetze und F&ouml;rderprogramme zur&uuml;ckf&uuml;hren mit dem Ziel der Senkung der entsprechenden Ausgaben um bis zu 20 Prozent.&ldquo; Wer bekommt denn in der Regel staatliche Leistungen und F&ouml;rderungen? In der Regel doch wohl diejenigen, die es n&ouml;tig haben. Die also d&uuml;rfen dann die &bdquo;Opfer&ldquo; bringen, die angeblich &bdquo;wir alle&ldquo; erbringen m&uuml;ssen.<\/li>\n<li>&bdquo;Wir werden uns f&uuml;r eine st&auml;rkere Mobilisierung von Privatkapital f&uuml;r Investitionen im &ouml;ffentlichen Interesse einsetzen.&ldquo; &bdquo;F&uuml;r den erforderlichen Ausbau der Verkehrsnetze wollen wir auch private Investoren gewinnen&ldquo;. (Will sagen, wir bezahlen lieber hohe Zinsen an Investoren und daf&uuml;r streichen wir die &bdquo;Kategorie des besonderen naturschutzfachlichen Planungsauftrags aus dem Verkehrswegeplan&ldquo;.)<\/li>\n<li>Der Wachstumsr&uuml;ckstand des &bdquo;Finanzplatzes NRW&ldquo; &bdquo;darf durch Projekte wie die von Rot-Gr&uuml;n propagierte &bdquo;B&uuml;rgerversicherung&ldquo; nicht gef&auml;hrdet werden&ldquo;, deshalb also die schwarz-gelbe Privatisierung von Kranken- und Pflegeversicherung als Wachstumsprogramm f&uuml;r die Versicherungsbranche.<\/li>\n<li>&bdquo;Die Koalition der Mitte wird ihre Verantwortung in der Bundespolitik wahrnehmen und sich f&uuml;r die arbeitsrechtliche Vereinfachungen von Neueinstellungen einsetzen. Sie will betriebliche B&uuml;ndnisse f&uuml;r Arbeit und Ausbildung erm&ouml;glichen&ldquo;. (Will sagen: Der K&uuml;ndigungsschutz wird weiter gelockert und fl&auml;chendeckende Tarifvertr&auml;ge sollen ausgehebelt werden.)<\/li>\n<li>CDU und FDP beenden die ideologischen Festlegungen und Eingrenzungen in der Forschungsf&ouml;rderung, etwa bei der Kerntechnologie oder der Bio- und Gentechnologie&ldquo; (und greifen ihre Ideologie auf, dass von der Kernenergie und der Gentechnologie alles Heil f&uuml;r die Zukunft kommt).<\/li>\n<li>&bdquo;Notwendig&ldquo;(!) sei eine zweite, landesweite private H&ouml;rfunkkette neben den 46 Lokalradios. (Notwendig wof&uuml;r oder f&uuml;r wen? Um dem &ouml;ffentlich-rechtlichen WDR mit seinen anspruchsvollen Minderheitenprogrammen wdr 3 und wdr 5 endlich einmal richtig kommerzielle Konkurrenz zu machen oder um den Verlegereinfluss auf die elektronischen Medien weiter zu verst&auml;rken?)<\/li>\n<li>&bdquo;Wir wollen eine Verkehrspolitik frei von ideologischen Pr&auml;gungen&ldquo;. (Will sagen, noch mehr Beton ins Revier, noch weniger Umweltschutz, noch mehr Verkehr auf die Stra&szlig;e. <\/li>\n<li>&bdquo;Wir sind f&uuml;r den Ausbau internationaler oder sog. Europaschulen&ldquo; (damit die Kinder aus beg&uuml;terten Familien an privaten Schulen gegen Schulgeld unter sich bleiben k&ouml;nnen).\/li&gt;\n<\/li>\n<\/ul><p>Eine Auseinandersetzung mit der Schul- und Hochschulpolitik w&auml;re ein besonderes Kapitel wert. Dazu nur so viel: Das sozial selektive dreigliedrige Schulsystem wird zementiert. Die Gesamtschulen werden zwar nicht geschlossen, aber finanziell ausgeblutet &ndash; in der Tarnsprache hei&szlig;t das, sie &bdquo;m&uuml;ssen sich im Wettbewerb bew&auml;hren&ldquo;.<br>\nDie Qualit&auml;tssicherung macht in Zukunft vermutlich die Bertelsmann-Stiftung. Wozu braucht man dazu noch P&auml;dagogen. Durch Abschaffung der Schuleinzugsbezirke, werden sich die b&uuml;rgerlichen Kinder in den Grundschulen der Stadtbezirke der Wohlhabenden und die Kinder mit Migrationshintergrund und der sozial Schw&auml;cheren in Ghettoschulen treffen.<br>\nKeine Rede mehr von den 8000 neuen Lehrerstellen aus dem Portefeuille der FDP und den 4000 neuen Lehrerstellen der CDU. Ihr steht der Bruch eines der am h&auml;ufigsten plakatierten Wahlkampversprechens auf die Stirn geschrieben.<br>\nWie will man eine &bdquo;Unterrichtsgarantie&ldquo; geben, wenn 4000 Lehrer &bdquo;bedarfsgerecht&ldquo; auf 7000 Schulen verteilt werden. Das ist noch nicht einmal ein Lehrer pro Schule. Braucht man eigentlich neues Personal nicht schon allein daf&uuml;r, dass schon im f&uuml;nften Lebensjahr eingeschult oder dass ab dem ersten Schuljahr bereits zu ersten Fremdsprache hingef&uuml;hrt werden soll. (Nun gut, jeder Grundschullehrer kann ein bisschen Englisch.)<br>\nWie hei&szlig; die Nadel war, mit der da gestrickt worden ist, zeigt sich aber am deutlichsten an dem Vorschlag, wie die 4000 neuen Stellen erwirtschaftet werden sollen: &bdquo;Sie werden aus dem j&auml;hrlichen Abbau von 1,5 Prozent der Stellen in der inneren Landesverwaltung sowie &uuml;ber eine konsequente Umsetzung alter und neuer kw-Vermerke finanziert.&ldquo; Da haperte es offenbar schon am Grundschul-Einmal-Eins. Da die personalintensiven Haushalte wie Hochschule, Polizei oder Justiz ausgeklammert wurden, bleiben als &bdquo;innere Landesverwaltung&ldquo; nur die Ministerien selbst und ein paar nachgeordnete Beh&ouml;rden mit &ndash; &auml;u&szlig;erst gro&szlig;z&uuml;gig gerechnet &ndash; kaum mehr als 25.000 Stellen. Nimmt man davon 1,5 Prozent so kommt man bestenfalls auf 400 Stellen pro Jahr, um auf 4000 Stellen zu kommen, m&uuml;sste die Legislaturperiode der schwarz-gelben Koalition auf 10 Jahre verl&auml;ngert werden. Schon die bisherige Regierung hat seit Anfang der neunziger Jahren mit sog. Organisationsuntersuchungen durch die einschl&auml;gigen Beratergesellschaften einen massiven Stellenabbau begonnen. Dennoch sind inzwischen 10.000 nicht realisierte kw-Stellen aufgelaufen. Wenn die neue Landesregierung also den Rest der versprochenen Lehrerstellen daraus gewinnen wollte, m&uuml;sste sie ein rasch wirksames Programm f&uuml;r das Fr&uuml;hableben der unk&uuml;ndbaren Bediensteten auflegen oder sie m&uuml;sste sich an den von vorneherein zum Scheitern verurteilten Versuch betriebsbedingter K&uuml;ndigungen wagen.<br>\nF&uuml;r jeden, der sich nur ein wenig mit dem Personalwesen im &Ouml;ffentlichen Dienst befasst hat, ist offensichtlich, dass die Verhandlungen &uuml;ber diese Fragen eher einem Blindenkongress zum Thema Farbenlehre vergleichbar waren, als einem Gespr&auml;ch unter ernsthaften Personalwirtschaftlern. <\/p><p>Der neue Innovationsminister darf als erste Innovation Studiengeb&uuml;hren einf&uuml;hren um innovativen K&ouml;pfen eine zus&auml;tzliche finanzielle Barriere vor einem Studium aufzustellen. Wenn es sozialvertr&auml;glich sein soll, wenn die Studierenden f&uuml;r die Studienentgelte einen Kredit aufnehmen k&ouml;nnen d&uuml;rfen, dann ist jedes Darlehen von einer Bank gleichfalls ein sozialer Akt. Auf die Angebote der Kreditinstitute darf man &uuml;brigens gespannt sein.<br>\nDas wird ein sch&ouml;ner Wettbewerb zwischen den Hochschulen, wenn die gro&szlig;en auf Grund der um ein Mehrfaches h&ouml;heren Studierendenzahl ein Vielfaches an Geb&uuml;hren gegen&uuml;ber ihren kleinen Konkurrenten kassieren k&ouml;nnen. Auf Dauer d&uuml;rften K&ouml;ln, M&uuml;nster, Bonn, Aachen ihre kleine Schwestern in Siegen, Paderborn oder Wuppertal an die Wand konkurrieren.<br>\nDie Kapazit&auml;tsverordnungen sind gerichtlich ausgepr&auml;gte Garantien zur maximalen Aussch&ouml;pfung des Studienangebots. Sollte die neue Koalition ihre Ank&uuml;ndigung wahr machen und diese Garantien abschaffen, dann kann man jedem Studierenden nur raten, sich seinen Studienplatz wie fr&uuml;her wieder einzuklagen. Dagegen hilft auch nicht, dass die Hochschulen ihre Studierenden selber aussuchen k&ouml;nnen sollen. Wer meint, dass mit Steuergeldern finanzierte Hochschulen &ndash; ob als K&ouml;rperschaft oder als private Stiftung &ndash; selber entscheiden k&ouml;nnten, wie viele Studierende sie aufnehmen wollen, der irrt gewaltig. <\/p><p>Es ist durchaus nicht alles schlimm, was CDU und FDP k&uuml;nftig machen wollen, so sind die Korrekturen an Hartz IV durchaus sinnvoll, auch dass es beim &Uuml;bergang vom Bachelor zum Masterabschluss keine Quotierung geben sollte, ist nur vern&uuml;nftig. Man k&ouml;nnte aber auch noch eine Vielzahl von Beispielen nennen, wie in der Koalitionsvereinbarung mit verharmlosenden Formulierung nicht mehr und nicht weniger als eine konservative &bdquo;Modernisierungs&ldquo;-Politik fortgeschrieben wird. <\/p><p>In Abwandlung der Kurzformel im Koalitionsvertrag von CDU und FDP hie&szlig;e ein Gegenentwurf:<br>\nFreiheit und Gleichheit, Privat und Staat, Erarbeiten und Verteilen, Verl&auml;sslichkeit und Mitentscheidung. Es wird interessant sein, zu beobachten, ob die der Opposition entw&ouml;hnten und den Schr&ouml;der-Kurs bis zur bitteren Wahlniederlage durchhaltenden Sozialdemokraten und die Gr&uuml;nen einen solchen Gegenentwurf entwickeln k&ouml;nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Koalitionsvereinbarung von CDU und FDP wurde auf den jeweiligen Parteitagen ohne weitere Debatten nahezu einstimmig angenommen. 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Ansonsten finden wir nahezu alle Tarnw&ouml;rter, die im Augenblick<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=609\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[123,160,28,190],"tags":[233,754,413,234],"class_list":["post-609","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kampagnentarnworteneusprech","category-markt-und-staat","category-privatisierung","category-wahlen","tag-marktliberalismus","tag-nrw","tag-schlanker-staat","tag-studiengebuehren"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/609","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=609"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/609\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32073,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/609\/revisions\/32073"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=609"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=609"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=609"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}