{"id":61009,"date":"2020-05-15T12:18:56","date_gmt":"2020-05-15T10:18:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61009"},"modified":"2020-05-15T13:31:45","modified_gmt":"2020-05-15T11:31:45","slug":"leserbriefe-zu-bin-ich-ein-spinner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61009","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eBin ich ein Spinner?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Jens Berger hat sich <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60952\">in diesem Beitrag<\/a> mit der Berichterstattung der &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; &uuml;ber die Demonstrationen gegen die politischen Ma&szlig;nahmen in der Corona-Zeit auseinandergesetzt. Demokratie ist ein hohes Gut unserer Gesellschaft und die Meinungs- und Versammlungsfreiheit geh&ouml;ren dazu. Sehr schnell haben viele unserer Leserinnen und Leser auf diesen Artikel reagiert. Zum Ausdruck gebracht wird vielfach die Sorge um das Recht der freien Meinungs&auml;u&szlig;erung im Besonderen und um den Zustand der Demokratie generell. F&uuml;r die Antworten bedanken wir uns. Es folgt eine Auswahl der eingereichten Leserbriefe. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>zu jenen in ihrem &ldquo;subjektiven Kommentar&rdquo; erw&auml;hnten Extrempositionen, von denen aus Ihre Artikel scharf kritisiert wurden, werde ich hiermit gerne zu einem Gegengewicht: Jeder bisherige Artikel, den Sie zum Thema Corona auf den NDS ver&ouml;ffentlicht haben, traf bisher vollumf&auml;nglich auf meine Zustimmung und hat meinen Wissenshorizont sehr bereichert. Ganz besonders sprechen Sie mir aber mit Ihrem j&uuml;ngsten Kommentar &ldquo;Bin ich ein Spinner?&rdquo; aus der Seele. Vielen Dank!<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nR. B.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p><p>Als US-Pr&auml;sident Bush im Juni 2002 Berlin besuchte, haben nach offiziellen Angaben 80.000 Menschen gegen seine Politik protestiert. Auf Phoenix wurde berichtet, da&szlig; aus der Menge dieser 80.000 Demonstranten eine Flasche geworfen worden sein soll [soll&nbsp;!]. Der Phoenix-Moderator fragte im Studio den Journalisten vor Ort geradezu sensationsl&uuml;stern:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ist denn mit Ausschreitungen zu rechnen?&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der Moderator vor Ort hat sich, soweit ich mich erinnere, um eine klare Antwort herumgewunden.<\/p><p>Im April 2019 behauptete eine Moderatorin auf 3sat in &bdquo;Kulturzeit&ldquo; als angeblich allgemeing&uuml;ltige Wahrheit:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Jetzt wissen wir, was die Gelbwesten [die Protestbewegung in Frankreich] vor allem sind: antisemitisch.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Man hatte den Eindruck, diese Fernseh-Moderatorin, die exakt dem Klischee der &bdquo;jungen, emanzipierten, karrierebewu&szlig;ten, aufstiegs-orientierten Frau&ldquo; entsprach, hat sich geradezu dar&uuml;ber gefreut, auf diese Weise die sozialen Proteste in Frankreich diffamieren zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Wenn bei einer Demo, die obendrein jede Woche zur selben Zeit stattfindet, bei der einige 10.000 Menschen unterwegs sind, dann 100 Rechtsextreme mitlaufen (das ist&nbsp;1% der Demonstranten, also viel weniger, als im Schnitt rechtsextreme Parteien w&auml;hlen) und wenn von denen dann 10 Mann Hausw&auml;nde mit antisemitischen Schmierereien bespr&uuml;hen, dann nehmen die etablierten Parteien und Medien das gern als sehr willkommenen Vorwand, um die gesamte Demonstration und deren Forderungen zu diffamieren.<\/p><p>Genauso war das im Sommer 2004, als bei den Montags-Demos gegen die Hartz-Gesetze sich nach einigen Wochen auch Neonazis sich an diese Proteste dranh&auml;ngten, um daraus Profit zu schlagen. (Und im September 2004 waren die Wahlen in Brandenburg und Sachsen.) Auch das war f&uuml;r die etablierten Parteien und f&uuml;r nahezu alle Medien ein willkommener Vorwand, den Teilnehmern der Montags-Demos und der PDS, die als einzige Partei diese Montags-Demos gegen die Hartz-Gesetze unterst&uuml;tzte, medien&shy;wirksam vorzuwerfen, da&szlig; sie angeblich &bdquo;gemeinsam mit den Rechten&ldquo; demonstrieren w&uuml;rden.<\/p><p>Ich habe mir damals 2 Seiten mit Zitaten aufgeschrieben.<br>\nDie h&auml;nge ich Ihnen als Datei dran.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJ&ouml;rg Fauser<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/200515-Rex-CDU-Hartz-2004-Wahl-Zitate.pdf\">CDU Hartz 2004 Wahl Zitate<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo geehrtes NDS-Team! <\/p><p>Vielen gro&szlig;en Dank immer wieder f&uuml;r ihre sehr, sehr wertvolle Arbeit! Ich sch&auml;tze zudem sehr den journalistischen Sachverstand der Redaktion, der sogar in diesen extrem belastenden Zeiten die G&uuml;te der Ver&ouml;ffentlichungen unver&auml;ndert hoch h&auml;lt, unterschiedliche Einsch&auml;tzungen in einer komplexen Lage zul&auml;sst und auch einbezieht, die Debatte unentwegt fodert und f&ouml;rdert und dabei pers&ouml;nliche Sichtweisen als solche zu erkennen gibt! <\/p><p>&bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60944\">Der Staat hat sich in der Corona-Krise als einer der gr&ouml;&szlig;ten Fake-News-Produzenten erwiesen&ldquo; &ndash; BMI-Mitarbeiter leakt Dokument<\/a>&rdquo; <\/p><p>Danke, dass auch ihr diese Analyse und den Vorgang um ihre Ver&ouml;ffentlichung aufgreift, kommentiert und sachlich einsortiert! Eigentlich ist die Frage nur noch: Wie lange und auf welche Weise wird es der Regierung noch gelingen, sich nicht behelligen zu lassen: Wie viel Rechtsstaat ist die BRD aktuell? Die willf&auml;hrige Presse ist ja offenbar bis ins nackte Verderben bei-Fu&szlig;, wenngleich es erstaunlicherweise abermals die Pressefreiheitsinhaber bei Springer sind, die unter diesem Siegel zur Not eben auch &ldquo;ihre Oma&rdquo; Merkel verkaufen w&uuml;rden, um noch ein letztes Blatt herauszubringen &ndash; gut so, m&ouml;chte man da fast meinen, ich bef&uuml;rchte allerdings, von dort wird keine Revolution ausgehen, vorher einigt man sich wohl anderweitig, es geht ja schlie&szlig;lich um gleiche Interessen: Weitermachen und Vergessenmachen. <\/p><p>&ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60952\">Bin ich ein Spinner?<\/a>&rdquo;<\/p><p>Heisst es nicht: &Uuml;ber mich? Frag&rsquo; die anderen!<\/p><p>Machen wir uns bewusst, was nach Corona wirklich auf uns und auch auf Oliver Welke zukommt! Jede Mutter, jeder Vater, einfach jeder, der ein Volksfest besucht, ist also nur noch der Gelagegelegenheit wegen dort, um mit anderen &uuml;berzeugten Alkoholikern und auch Alkoholikerextremisten gemeinsam in den Armen liegend sich um ihre Besinnung saufen; manche kommen auch nur, um sich &lsquo;was ungesundes &lsquo;reinzustopfen &ndash; vor allem ein Riesengesch&auml;ft&hellip; <\/p><p>Jeder, der sich ein Fu&szlig;ballspiel anschauen m&ouml;chte, ist bewusst und gleichsam gekleidet zu diesem Tummelplatz f&uuml;r rechtsradikale Schwer-Alkoholiker und brutale Schl&auml;ger und Ex-Knackis gekommen, singt die gleichen Parolen, zerst&ouml;rt mutwillig Z&uuml;ge, z&uuml;ndet Autos an; bezahlt wird das mei&szlig;t aus Steuergeldern, noch &ndash; eine Gefahr f&uuml;r den Sport und, in ihrer H&auml;ufigkeit und Verbreitung, auch f&uuml;r die kulturelle Integrit&auml;t, weshalb Kultusminister und Sportverb&auml;nde Alarm schlagen&hellip; <\/p><p>Sarkasmus off. <\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e!<br>\nS.B.K. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Hr. Berger,<\/p><p>bez&uuml;glich Ihres Artikels (Bin ich ein Spinner), w&uuml;rde ich noch gerne anmerken, dass die Angst an Demos teilzunehmen nicht nur mit der Stigmatisierung zu begr&uuml;nden ist. Denn leider werden derzeit noch ganz andere Gesch&uuml;tze aufgefahren. Anbei der Link des SWR zur letzten Demo in Koblenz:<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/rheinland-pfalz\/koblenz\/demo-koblenz-gg-corona-beschraenkungen-100.html\">swr.de\/&hellip;\/demo-koblenz-gg-corona-beschraenkungen-100.html<\/a><\/p><p>Wie aus dem Video hervorgeht, wird ja auch explizit mit hohen Strafen gedroht, wenn man den geforderten Abstand nicht einhalten kann. Und 500 &euro; bis 2500 &euro; sind nun mal f&uuml;r den normal sterblichen B&uuml;rger eine ganze Menge, wenn bei vielen derzeit Kurzarbeit angesagt ist, oder gar die Arbeitslosigkeit droht.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nElke S.-Golke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger<\/p><p>Nein, Sie sind sicher kein Spinner sondern einer der wenigen, der differenziert und durchdacht auf die Schwachpunkte der politischen und medialen Reaktion auf Covid-19 eingeht. T&auml;uscht es mich, oder haben die Mainstreammedien tats&auml;chlich einen Paradigmenwechsel vollzogen? Es ist jetzt, auch in der Schweiz, nicht mehr von m&ouml;glicherweise linken Demonstranten gegen die Grundrechtseinschr&auml;nkungen die Rede, die Leute, die jetzt demonstrieren, sind rechts, Rechtsextreme und es sind Verschw&ouml;rungstheoretiker. Da f&uuml;hle ich mich als Linker doch etwas hintangesetzt, offenbar hat man vor linker Kritik weniger Angst und nimmt sie gar nicht ernst. Oder ist es einfach so, dass man gegen rechts und gegen Verschw&ouml;rungstheoretiker nicht argumentieren muss (die spinnen ja eh alle), dass man aber gegen eine linke Kritik Argumente ins Feld f&uuml;hren m&uuml;sste, die man halt nicht hat?<\/p><p>Ich hoffe, wir &uuml;berstehen auch diese Krise und gr&uuml;sse Sie freundlich aus der Schweiz<br>\nDani Sch&ouml;nmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger.<\/p><p>Nein Sie sind kein Spinner. Das Problem ist ein ganz anderes. In meiner Ausgabe des Wochenblatt-Reporters Bad D&uuml;rkheim erschien ein entsprechender Kommentar eines &rdquo; Journalisten &ldquo;, in dem er exakt der Marschroute der Mainstreamberichterstattung das Wort redete. Mein Kommentar dazu nachfolgend per Copy Paste.<br>\n&nbsp;<br>\n&ldquo;Ein Kommentar ist die Meinung des Kommentierenden, Ihre Meinung sei Ihnen geg&ouml;nnt, schlie&szlig;lich leben wir in einer Demokratie.<\/p><p>Ganz so einfach wie Sie es darstellen, ist es meiner Meinung nach jedoch nicht. Die Grundgesetzlichen Einschr&auml;nkungen denen wir gegen&uuml;ber stehen, wurden von einer Hand voll Politiker &ldquo;durchgedr&uuml;ckt&rdquo;. Eine Grundgesetz&auml;nderung muss von 2 Dritteln der Mitglieder des Deutschen Bundestages und&nbsp;mit zwei Dritteln der Stimmen des Bundesrates beschlossen werden. Etwas was nicht geschehen ist. Es ist nat&uuml;rlich einfacher jeden Kritiker wahlweise als Verschw&ouml;rungstheoretiker, linken Spinner, Revoluzzer, oder was auch immer zu diffamieren, damit man sich nicht auf sachbezogener Ebene mit deren Meinung auseinander setzen muss. Damit verbreiten diejenigen Fake News, die andere beschuldigen eben dieses zu tun. Genau das ist n&auml;mlich der Zweck dieser sogenannten &rdquo; Totschlagargumente &ldquo;. Eine Ernsthafte Debatte zu vermeiden! Beispiel gef&auml;llig? Wer etwas gegen die Verm&ouml;gensverteilung in Deutschland sagt, f&uuml;hrt eine Neiddebatte und Neid ist B&auml;hh, dass wissen wir schon seit Kindertagen. Wer etwas gegen die Politik der Europ&auml;ischen Union sagt, ist ein Europagegner. Europa ist ein Kontinent, in letzter Konsequenz ein St&uuml;ck Erde. Was ich gegen ein St&uuml;ck Erde haben soll, erschlie&szlig;t sich mir nicht, aber damit wurde erreicht, dass man sich nicht sachlich damit auseinander setzen muss.<\/p><p>Von unserer sogenannten &ldquo;vierten Gewalt&rdquo; w&uuml;rde ich mir eine kritische differenzierte Berichterstattung w&uuml;nschen, die auch anderen Stimmen Raum gibt. Das findet in der Mainstream-Presse allerdings nicht statt und das nicht erst seit Gestern. Hofberichterstattung trifft es eher.&nbsp;<\/p><p>Voltaire wird folgender Ausspruch zugeschrieben: &rdquo; Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich w&uuml;rde mein Leben daf&uuml;r einsetzen, dass sie sie &auml;u&szlig;ern d&uuml;rfen.&rdquo; Etwas was in einer Demokratie selbstverst&auml;ndlich sein sollte, findet heutzutage in unserem Land nicht mehr statt. Kritiker werden der L&auml;cherlichkeit preisgegeben, weil es ja so viel einfacher ist, denn wo k&auml;men wir denn hin, wenn sie tats&auml;chlich Recht h&auml;tten? Glauben hei&szlig;t nicht Wissen, was ja bedeutet, dass man sich irren k&ouml;nnte, nur darf man das nicht zugeben, denn dann w&auml;re es ja zweifeln.&rdquo;<\/p><p>Anmerken m&ouml;chte ich noch folgendes: In Deutschland ist das oben angef&uuml;hrte Verhalten unserer Presse mittlerweile Alltag. Kritisch hinterfragt wird es so gut wie nicht. Sind das die Werte, f&uuml;r die der ach so aufgekl&auml;rte Westen steht? Nun meine Werte sind es nicht. Das liegt zum einen daran, dass ich Nassrasierer bin, da schaut man genau in den Spiegel. Zum anderen liegt es daran, dass meine Eltern mich&nbsp;Achtung vor den Menschen lehrten, auch wenn sie eine andere Meinung vertreten. Ich muss sie mir ja nicht zu eigen machen, aber immerhin haben sie noch eine eigene Meinung. Etwas was man von der breiten Masse in unserem Land nicht mehr behaupten kann.<\/p><p>Hochachtungsvoll<br>\nUlrich Erich<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst m&ouml;chte ich meine Dankbarkeit dar&uuml;ber zum Ausdruck bringen, dass mir in den &bdquo;Nachdenkseiten&ldquo; ein Journalismus begegnet, der mich als selbstdenkenden B&uuml;rger ernst nimmt. Der sachlich entspannte Diskurs zu den Grundfragen der Coronakrise war wohltuend und hilfreich und angesichts der ideologiegeladenen Auseinandersetzungen auf allen Seiten von Auffassungen und &Uuml;berzeugungen eine Art Rettungsinsel f&uuml;r Menschen, die sich eine Meinung bilden wollen und nicht nur einer Meinung anschlie&szlig;en.<br>\n&nbsp;<br>\nNun zum Artikel von Jens Berger: Die Auseinandersetzung der sogenannten etablierten Leitmedien mit den Protestierenden ist aus meiner Sicht ein Armutszeugnis ihrer selbst. Mit Pauschalisierungen und Stigmatisierungen wurden ganze Bev&ouml;lkerungsgruppen diffamiert und beleidigt. Dabei w&auml;re es ihre Aufgabe, verschiedene &Uuml;berzeugungen miteinander in den Dialog zu bringen und den Diskurs in einer w&uuml;rdigen und angemessenen Sprache zu f&uuml;hren. Dass unter den Teilnehmern Menschen mit rechter Gesinnung sind, das war zu bef&uuml;rchten, aber aus diesem Grunde alle Protestierenden als Anh&auml;nger von Verschw&ouml;rungstheorien und Mitglieder von Randgruppen zu deklarieren, ist f&uuml;r alle diese eine &uuml;ble Beleidigung und diskreditiert die Schreiber als seri&ouml;se Journalisten. Durch solchen Journalismus entsteht ein erheblicher Schaden f&uuml;r das Miteinander in der Gesellschaft und ist aus meiner Sicht nicht vom Kriterium der &bdquo;Pressefreiheit&ldquo; gedeckt. Diese Art der Presse erinnert mich viel mehr an den September 1989 in Leipzig, als die Demonstranten der Nikolaikirche von der SED-Tageszeitung als gewaltt&auml;tige und kriminelle Personen bezeichnet wurden.<\/p><p>Ich bin in Sorge um unsere Demokratie, einerseits aufgrund der Zunahme politisch motivierter Gewalt und andererseits aufgrund der hemmungsloser werdenden Verbalattacken auf Andersdenkende. &nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nDirk Vogel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber &ldquo;Spinner&rdquo; Jens Berger,<\/p><p>nat&uuml;rlich sind Sie kein Spinner, Sie sind viel schlimmer. Im ARD-Kommentar vom 11.5.20 hie&szlig; es sinngem&auml;&szlig;: Wer gemeinsam mit Nazis demonstriert, spuckt auf unsere demokratischen Werte. Wenn also unter 1000 Demonstranten auch nur ein Nazi ist, dann haben Sie wegzubleiben. So wie einer, der Israels Vernichtungspolitik gegen Pal&auml;stinenser kritisiert, nat&uuml;rlich ein Antisemit ist und damit die demokratische Verantwortungsgemeinschaft der Deutschen von Adenauer\/Globke bis Mende\/Kemmerich verl&auml;sst, so haben Menschen, die vorgeben, sich vor dem Abbau der Demokratie unter dem Vorwand der Pandemie-Bek&auml;mpfung zu f&uuml;rchten, hier nichts mehr verloren. Sie h&auml;tten sehen m&uuml;ssen, dass sie sich damit in eine Reihe mit Faschisten stellen, also deren unmenschliche &Uuml;berzeugungen teilen. Und wir haben doch 1945 geschworen: Nie wieder! Also weg mit Euch!<\/p><p>Diese obsz&ouml;ne Logik ist mittlerweile das beliebteste Selektionsinstrument der rigorosen Rechtspropaganda. Nazis k&ouml;nnen so nach Belieben im Zusammenspiel mit den Medienm&auml;chtigen jeden demokratischen Widerstand desavouieren. Strategisch gezielt kann der Verfassungsschutz seine Aufgabe erf&uuml;llen, mit ein paar auf Rechts getrimmten Agenten jede Bewegung und jedes Anliegen in den Augen der &ldquo;&Ouml;ffentlichkeit&rdquo; zu diskreditieren. Diese reaktion&auml;re Propaganda sorgt nicht nur f&uuml;r Stimmung bei einer noch unpolitischen &ldquo;Masse&rdquo;, sie verunsichert auch politisch Aktive. Die fragen sich nat&uuml;rlich, was sie falsch gemacht haben, wenn neben ihnen ein &ldquo;Rechtspopulist&rdquo;, gar ein Nazi auftaucht. Dem oder der muss klargemacht werden, dass er\/sie als Gesch&auml;digter eines im Zweifel &uuml;ber Leichen gehenden Systems willkommen ist, dass aber seine Vorstellung, hier m&uuml;sse endlich ein System der nationalen Einheit und v&ouml;lkischen Gesundung her, grundfalsch und kompromisslos zu bek&auml;mpfen ist. Unser Staat ist dabei, die Pandemie zu nutzen, um das System der &Uuml;berwachung und Kontrolle weiter auszubauen. Dagegen m&uuml;ssen die Spinner aller Couleur zusammen angehen. Und in einem Atemzug die faschistischen &ldquo;L&ouml;sungen&rdquo; bek&auml;mpfen, die bei den Gesch&auml;digten umso mehr Anklang finden, als der Schaden gro&szlig; ist.<\/p><p>Sch&ouml;nen Gru&szlig;<br>\nConrad Schuhler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>obwohl ich Ihre Meinung meistens sehr sch&auml;tze, so bin ich mit Ihrem Kommentar zu den Demonstrationen nicht einverstanden.<\/p><p>Denn mit Ihrer Kritik an der Kritik an den Kritikern der Corona-Ma&szlig;nahmen tappen Sie in genau die gleiche gedankliche Falle, wie alle anderen auch. In einer Situation der Verunsicherung nutzt man bekannte Verhaltens- und Denkmuster, in denen man sich sicher f&uuml;hlt. Die Leute auf der Stra&szlig;e, f&uuml;hlen sich sicher, wenn sie dem Staat die Schuld geben k&ouml;nnen. Die Leitartikler f&uuml;hlen sich sicher, wenn sie die &ldquo;Spinner&rdquo; auf der Stra&szlig;e kritisieren k&ouml;nnen und Sie f&uuml;hlen sich sicher, wenn Sie die Leitartikler kritisieren.<\/p><p>Das Kernproblem der Corona-Ma&szlig;nahmen ist, dass unser Rechtssystem wenig passende Handlungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r den Fall einer Pandemie vorsieht. Da Politik und Verwaltung sich in ihren Entscheidungen auf gesetzliche Regelungen st&uuml;tzen m&uuml;ssen, die nicht auf die Probleme passen, passen am Ende auch die Ma&szlig;nahmen eher schlecht als recht. Das liegt vor allem an den Grundrechten als Abwehrrechten des Einzelnen gegen den Staat. Eine Verordnung oder ein Gesetz das lautet &ldquo;Alle Risikogruppen d&uuml;rfen sich nicht mit anderen treffen und m&uuml;ssen zuhause bleiben&rdquo; mag praktisch sinnvoll sein, aber auch ohne juristische Vorkenntnisse erkennt man, dass hier wohl gegen das eine oder andere Grundrecht versto&szlig;en wird. Oder einfacher ausgedr&uuml;ckt, ein Virus interessiert sich nicht f&uuml;r unser Gesellschafts- und Rechtssystem.<\/p><p>Es ist nicht die Zeit daf&uuml;r reflexartig in alte Denkmuster zu verfallen, sondern neue Ans&auml;tze f&uuml;r unsere Gesellschaft zu entwickeln, f&uuml;r die Zeit nach Corona. Wenn die Kassen leer und die Arbeitspl&auml;tze weg oder von einer Softwarel&ouml;sung &uuml;bernommen sind.<\/p><p>freundliche Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nHagen G&ouml;ltz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr gesch&auml;tzter Jens Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nals Nachtrag zu meiner gerade eben versendetetn Mail an Sie (Leserbrief, siehe weiter unten) hier ein ca 18 min&uuml;tiges Video von KenFm &uuml;ber die Demo vom Wasen letzten Samstag.<br>\n&nbsp;<br>\n<a href=\"https:\/\/kenfm.de\/kenfm-am-set-7-mahnwache-fuer-das-grundgesetz-von-querdenken-711-am-9-5-2020-in-stuttgart\/\">Hier der Link<\/a>.<br>\n&nbsp;<br>\nMit herzlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAndreas Rommel<\/p><p>Sehr gesch&auml;tzter Jens Berger,<br>\n&nbsp;<br>\ndanke f&uuml;r Ihren &ldquo;sehr subjektiven&rdquo;&nbsp;Kommentar.<br>\n&nbsp;<br>\nWeiter unten ein kurzer Schriftwechsel zwischen einer guten politischen Freundin und mir &ndash; den Sie gerne ver&ouml;ffentlichen d&uuml;rfen (mit oder ohne den Link).<br>\n&nbsp;<br>\nZudem hat eine Bekannte von mir auf der Demo auf dem Wasen auch ca. 100 NDS-Flyer verteilt &ndash; die gingen weg wie warme Semmel :)<br>\n&nbsp;<br>\nMit herzlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAndreas Rommel<\/p><p>Hallo Andi,&nbsp;<\/p><p>nur ganz kurz : Da hast du recht. Weder sind die meisten der TeilnehmerInnen auf den Demos gegen die Coronama&szlig;nahmen rechts noch bringt es viel, immer nur in seiner eigenen linken Filterblase unterwegs zu sein.&nbsp;<\/p><p>Ganz liebe Gr&uuml;&szlig;e&nbsp;<br>\nS.<br>\n&nbsp;<br>\nHallo S.,<br>\n&nbsp;<br>\n<a href=\"https:\/\/youtu.be\/F65hU8_A7pU\">danke f&uuml;r den guten Link<\/a><\/p><p>&ndash; bringt mich (z.T.) echt ins gr&uuml;beln!<br>\n&nbsp;<br>\nWor&uuml;ber ich u.a. jedoch gestolpert bin&nbsp;ist seine Aussage ca. bei Minute 10, wonach er nicht nur alle momentan stattfindenden Demonstrationen nach rechts verortet sondern alle Menschen die daran teilnehmen gleich mit &ndash; er nennt sie &ldquo;unpolitisch&rdquo;. Diese aber tausende von &ldquo;unpolitischen&rdquo; Menschen die zu diesen Demos Momentan kommen (zumindest in Stuttgart &ndash; so mein Eindruck) d&uuml;rfen m.E. nicht mit &ldquo;rechts&rdquo; abgestempelt werden. Das wirft n&auml;mlich m.E. die gleiche Diskussion auf, ob alle AfD-W&auml;hlerInnen &ldquo;rechts&rdquo; sind.<br>\n&nbsp;<br>\nDie (..)&nbsp;Ortsgruppe Bad Cannstatt der Partei &ldquo;Die Linke&rdquo; hat mit anderen letzten Samstag (9.5.20) parallel zu der Demo auf dem Stuttgarter Wasen (mind. 30 &ndash; 35.000 Teilnehmer) eine Demo in der Innenstadt von Cannstatt organisiert. Ich wei&szlig; nicht wie viele da gekommen sind, viele sicherlich nicht. Ich hingegen war auf dem Wasen und konnte an einige&nbsp;&ldquo;unpolitische&rdquo; Menschen unsere Info-Postkarte &ldquo;Willst Du die Welt mit mir vor dem Kapitalismus retten&rdquo; verteilen.<br>\nDiese Demo wird zwar m.E. von FDP-nahen Menschen organisiert &ndash; was auch die &ldquo;Rechten&rdquo; vereinzelt mit auf den Plan ruft &ndash; die vielen Tausend die da gekommen sind, sind jedoch die &ldquo;unpolitischen&rdquo; &ndash; und um die sollten wir uns k&uuml;mmern. Nicht nur st&auml;ndig eigene linke Demos organisieren zu denen wenige und immer die gleichen kommen.<\/p><p>Liebe und solidarische Gr&uuml;&szlig;e zur&uuml;ck<br>\nAndi<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><ul>\n<li>bis Anfang Februar bagatellisierte die Bundesregierung die sich ausbreitende Sars-CoV-2-Pandemie,<\/li>\n<li>wenig sp&auml;ter kam der totale Lockdown mit massiven Grundrechtseingriffen;<\/li>\n<li>bis in den M&auml;rz verk&uuml;ndete das Robert-Koch-Institut (RKI) &ndash; eine Bundesoberbeh&ouml;rde! &ndash; Nasen-Mund-Masken seien wirkungslos,<\/li>\n<li>nun sind Nasen-Mund-Masken auf Empfehlung des RKI Pflicht;<\/li>\n<li>die einzige systematische Untersuchung des Epidemie-Geschehens in Deutschland mit plausiblen Ergebnissen stammt von Prof. Streeck (Bonn)<\/li>\n<li>das RKI kritisierte aber die Untersuchung, ohne eine eigene vorgenommen zu haben;<\/li>\n<li>vor allem aufgrund der Schreckensbilder aus Italien wurde kolportiert, dass alle Menschen gleicherma&szlig;en gef&auml;hrdet seien,<\/li>\n<li>die oberste italienische Gesundheitsbeh&ouml;rde gibt aber schon seit Monaten bekannt, dass das Durchschnittsalter der obduzierten Verstorbenen bei 80 Jahre liege und mehr als 95% der Verstorbenen mindestens eine, die meisten sogar drei Vorerkrankungen hatten.<\/li>\n<\/ul><p>Die Mainstreammedien haben samt und sonders nicht diese gravierenden Widerspr&uuml;che herausgestellt (was von demokratischen Medien zu erwarten gewesen w&auml;re), sondern die Begleitmusik zum jeweiligen Regierungshandeln abgeliefert. Daher ist es leider nur konsequent, dass diese Medien nun die Demonstrationen anfeinden. So wird von der eigenen opportunistischen Rolle abgelenkt.<\/p><p>Militzer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<\/p><p>Nein Du bist kein Spinner.<\/p><p>Ein toll von Ihnen gestalteter Kommentar.<\/p><p>Und vielleicht ein kleiner Seelenw&auml;rmer: Es gibt immer mehr Menschen, die nicht nur anfangen&nbsp;nachzudenken und Fragen zu stellen, sondern die auch richtig w&uuml;tend werden k&ouml;nnen.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen aufeinander zugehen, uns finden und gemeinsam Nachdenken, was und wie es zu tun ist. Und dabei m&uuml;ssen wir auch vor uns den Mut haben, Gr&uuml;nde und Ursachen bis zum Grund auszuloten.<\/p><p>Darauf freue ich mich, an der Sicherheitsnadel werde ich auch bald h&auml;ngen.<\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e dem ganzen mutigen Team<br>\nN.W.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jens Berger hat sich <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60952\">in diesem Beitrag<\/a> mit der Berichterstattung der &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; &uuml;ber die Demonstrationen gegen die politischen Ma&szlig;nahmen in der Corona-Zeit auseinandergesetzt. Demokratie ist ein hohes Gut unserer Gesellschaft und die Meinungs- und Versammlungsfreiheit geh&ouml;ren dazu. Sehr schnell haben viele unserer Leserinnen und Leser auf diesen Artikel reagiert. 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