{"id":6106,"date":"2010-07-06T08:54:20","date_gmt":"2010-07-06T06:54:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6106"},"modified":"2014-11-25T09:35:42","modified_gmt":"2014-11-25T08:35:42","slug":"liegt-halb-richtig-bei-wem-225-ergibt-eine-kontroverse-um-evalutation-bildungsstandards-und-kompetenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6106","title":{"rendered":"&#8220;Liegt halb richtig, bei wem 2+2=5 ergibt?&#8221; &#8211; Eine Kontroverse um Evalutation, Bildungsstandards und Kompetenzen"},"content":{"rendered":"<p>Die neue Fokussierung auf Soft Skills macht Sch&uuml;ler erfolgreich &ndash; und dumm, sagt der Didaktiker Hans Peter Klein. Er wirft im <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wissen_und_bildung\/aktuell\/?em_cnt=2788478&amp;em_loc=1739\">FR-Interview<\/a>   vom 27. Juni 2010 einen kritischen Blick auf das Bildungssystem.<br>\nNach Pisa sei das Bildungswesen auf ein sogenanntes output-orientiertes, also auf Kompetenzen basierendes System umgestellt worden &ndash; im Gegensatz zum fr&uuml;heren input-orientierten, wissensbasierten System. Das Wissen sei durch die neue Kompetenzorientierung zu 90 Prozent abgeschafft worden.<br>\nDer Konstanzer Psychologe und Bildungsforscher Georg Lind antwortet Klein auf seiner Website. Wir dokumentieren diese Kontroverse.<br>\n<!--more--><\/p><p>Georg Lind in seiner Kritik auf Hans Peter Klein:<\/p><p>Schade. Diese Kritik enth&auml;lt einen wichtigen und richtigen Kern, aber leider auch Verallgemeinerungen und Deutungen, die mir falsch und r&uuml;ckw&auml;rtsgewandt erscheinen.<\/p><p><strong>Richtig ist:<\/strong> Die rein fachlichen Anforderungen in Vergleichstests wie PISA und, in deren Schlepptau, der neuen Bildungsstandards und Abituranforderungen ist erb&auml;rmlich gering. Wenn man diese Aufgaben genau untersucht (wie es der Autor mit seinem Experiment und auch andere wie Meyerh&ouml;fer, Wuttke, Jahnke und Br&uuml;gelmann getan haben*), dann sieht man, dass viele Aufgaben f&uuml;r die jeweilige Zielgruppe im fachlichen Kern so leicht zu l&ouml;sen sind, dass sie k&uuml;nstlich schwer gemacht werden m&uuml;ssen, um eine deutliche Leistungsstreuung zu bekommen. Erschwert werden diese Aufgaben u.a.<\/p><ul>\n<li>durch Erh&ouml;hung der Aufgabenzahl und Verringerung der L&ouml;sungszeit<\/li>\n<li>durch sprachlichen Ballast (viel Text, mehrdeutige und irritierende Formulierungen, etc.<\/li>\n<li>durch so genannte Distraktoren, das sind Hinweise, die ablenken sollen, aber mit der Aufgabe eigentlich nichts zu tun haben.<\/li>\n<\/ul><p>Als ich vor 40 Jahren als Austauschsch&uuml;ler in den USA zum ersten Mal mit solchen Test konfrontiert wurde, hatte ich mich &uuml;ber die sehr geringen fachlichen Anforderungen sehr gewundert, und auch dar&uuml;ber, dass viele meiner Mitsch&uuml;ler trotzdem schlecht abschnitten. Offenbar hatte sie sich durch die Distraktoren bluffen und durch den Zeitdruck in Angst versetzen lassen. (Ich hatte als Austauschsch&uuml;ler wenig zu f&uuml;rchten, ebenso wenig die Neuntkl&auml;ssler, die die Abi-Aufgaben l&ouml;sen sollten.) Wirkliches Wissen bleibt bei solchen Aufgaben auf der Strecke.<\/p><p><strong>Richtig ist auch:<\/strong> Mit den &ldquo;Standards&rdquo; wird paradoxerweise die fachliche Beliebigkeit gef&ouml;rdert. Mein Unterricht als Austauschsch&uuml;ler in den USA vor 40 Jahren war ziemlich &auml;hnlich dem Unterricht hier. (Nur die Pr&uuml;fungsaufgaben waren dort schon anders, weil an Standards orientiert.) Es herrschten also bereits internationale Standards, bevor man sie erfand. Wenn man heute nur noch an statistischen Kennzahlen (Item-Charakteristiken) interessiert ist, aber kaum noch an Inhalt und Qualit&auml;t der Aufgabe, dann droht in der Tat fachliche Beliebigkeit.<\/p><p>Es ist also Zeit, Alarm zu schlagen, zumal die Problematik bereits seit langem in Fachkreisen bekannt ist.<\/p><p><strong>Falsch ist jedoch,<\/strong> dieses Problem dem Begriff der Kompetenz in die Schuhe zu schieben, auch wenn PISA &amp; Co. diesen Begriff (zu Unrecht!) f&uuml;r sich reklamieren. <\/p><p>In den Fremdsprachen findet seit einigen Jahren eine sehr erfolgreiche Hinwendung zu kommunikativen Kompetenz statt, die wegf&uuml;hrt vom reinen Vokabel- und Grammatiklernen. Vokabeln + Grammatik sind noch keine Sprachkompetenz. Ich hatte bei meinem Austauschjahr in den USA mit Schrecken feststellen m&uuml;ssen, dass ich trotz sechs Jahre Lernflei&szlig; im Fach Englisch an der Bestellung einer Portion Eis scheiterte. Die einzige Eissorte, die ich benennen konnte, war Erdbeereis &mdash; und das war ausgegangen. Erst als ich Englisch von Grund auf neu, durch Nachsprechen wie ein Papagei gelernt hatte, kam auch meine Vokabel- und Grammatikkenntnisse zum Zug.<\/p><p>Was diese Beispiel zeigen soll: Die Kompetenz- oder besser: Kommunikationsorientierung ist richtig, nicht nur im Fremdsprachenunterricht, sondern auch in der Naturwissenschaft. Wissenserwerb und Wissensvermittlung sind Kommunikationsprozesse!<\/p><p><strong>Was falsch l&auml;uft<\/strong>, ist dass in den Vergleichstests und den neuen Abituraufgaben Kompetenz und Kommunikation nur dem Namen nach gepr&uuml;ft werden, sie in Wirklichkeit aber meilenweit davon entfernt sind. Der gerade publizierte L&auml;ndervergleich in Englisch fu&szlig;t nur auf der Messung von Begriffswissen, nicht von kommunikativen Kompetenzen.<\/p><p>Die gegenw&auml;rtigen Papier- und Bleistift-Tests leisten das nicht, weil sie zu billig gemacht sind und weil ihnen keine didaktisch-psychologische Theorie der Fachaufgabe zu Grund liegt. Mit anderen Worten: die Autoren dieser Aufgaben wissen meist selbst nicht, was sie testen. Sie &uuml;berlassen das Denken den Computern, die vorher mit fragw&uuml;rdigen Annahmen gef&uuml;ttert wurden, vor allem mit der Annahme, Kompetenzen seien total eindimensional. Vielf&auml;ltige Hinweise in den Daten, dass dies nicht der Fall ist,* werden einfach ignoriert oder wegmanipuliert. <\/p><p>Die Formulierung valider Aufgaben zur &Uuml;berpr&uuml;fung bestimmter Kompetenzen setzt auf Seiten der Autoren eine hohe fachliche und psychologische Kompetenz voraus. Weil das noch selten gegeben ist, rief der ehemalige Pr&auml;sident der amerikanischen Vereinigung der Bildungsforscher (AERA) Professor Alan Schoenfeld zu einem Moratorium bei der Testentwicklung auf. Bei aller Kritik an der Arbeit von Lehrern scheinen deren Aufgabenstellungen immer noch die bessere Alternative darzustellen (obwohl auch hier durch die Inflationierung von m&uuml;ndlichen und schriftlichen Pr&uuml;fungen ein deutlicher Qualit&auml;tsverlust zu beklagen ist.)<\/p><p><strong>F&uuml;r falsch halte ich auch<\/strong>, dass in dem Interview f&uuml;r eine Deckelung der Abiturienten- und Studierendenzahlen pl&auml;diert wird. Hier kommt die Kritik an Kompetenzen v&ouml;llig in das Fahrwasser konservativer R&uuml;ckw&auml;rtskritik.<\/p><p>Weil wir in einer komplexen und sich schnell ver&auml;ndernden Gesellschaft mit vielen neuen sozialen und moralischen Problemstellungen leben, brauchen wir mehr gut ausgebildete Menschen als wir sie momentan haben. Das hei&szlig;t, wie brauchen mehr Schul- und Hochschulabsolventen und wir ben&ouml;tigen besser ausgebildete Absolventen.<br>\nWir brauchen nicht mehr Menschen mit Datenwissen, sondern Menschen, die sich Informationen merken k&ouml;nnen, sondern sie auch selbst&auml;ndig auffinden, verstehen, anwenden und im Diskurs mit anderen Menschen verantworten k&ouml;nnen: eben kompetente Menschen.<\/p><p>Kompetente Menschen sind Menschen, die viel Wissen haben, die aber das Wissen auch <\/p><ul>\n<li>verstehen, <\/li>\n<li>anwenden und <\/li>\n<li>verantworten <\/li>\n<\/ul><p>k&ouml;nnen. Nur alle vier Aspekte zusammen machen Kompetenz bzw. wirkliches Wissen aus. Reines Faktenwissen ist kein wirkliches Wissen. Aber ich glaube, dass dies bei Lichte betrachtet, unter P&auml;dagogen nicht strittig ist.<\/p><p><strong>Strittig ist aber<\/strong>, wie man Kompetenzen in Schule und Hochschule effektiv vermittelt. Die alte Vorstellung war, dass man zuerst m&ouml;glichst viel Fakten kennen sollte, bevor man sich den anderen Kompetenzaspekten zuwenden sollte oder sogar durfte. Sch&uuml;ler mussten zun&auml;chst einfach pauken und die Klappe halten. &Uuml;ber die anderen Aspekte mitreden durfte man erst, wenn man ein Abitur, ein Diplom oder gar erst eine Professur vorweisen konnte.<\/p><p>Dies halten heute viele P&auml;dagogen und Psychologen f&uuml;r falsch. Der effektivere Lernweg ist der vom Verantworten (was muss ich k&ouml;nnen, um verantwortlich handeln zu k&ouml;nnen?), &uuml;ber das Anwenden (wie kann ich das machen?) zum Verstehen (warum funktioniert das?) und zum (Begriffs-)Wissen (wie dr&uuml;ckt man das genau aus, was da passiert?). Meist kann man sich (Begriffs-)Wissen dann schneller und leichter aneignen, wenn man eine gewisse Ahnung hat, wof&uuml;r es wichtig ist und wie man es anwenden kann.<\/p><p>Dabei sollte man nicht in denselben Fehler verfallen werden wie das alte Sequenzmodell, n&auml;mlich die Aspekte zeitlich allzu sehr voneinander scheiden. Am besten l&auml;uft das Lernen ab, wenn Verantworten, Anwenden, Verstehen und Begriffslernen sich in kurzen Sequenzen abwechseln und eng ineinander greifen.<\/p><p>Moderner Sprach- und Naturwissenschaftsunterricht setzt diese Einsicht heute mit gutem Erfolg um, allerdings st&auml;ndig von zwei Seiten bedroht a) von der Verballhornung durch &ldquo;Bildungsstandards&rdquo; und b) von dem Beharrungsverm&ouml;gen des alten Modells des Wissenserwerbs, an dessen Ende man zwar wei&szlig;, dass 2 + 2 = 4 ist, aber nicht, dass das nur dann ein sinnvolles Ergebnis ist, wenn bei beiden Sumannden die Ma&szlig;einheit dieselbe ist oder eine sinnvolle Oberkategorie f&uuml;r beide Ma&szlig;einheiten gefunden werden kann: zwei &Auml;pfel und zwei Birnen sind vier Obsteinheiten. Eine sehr leichte Mathematikaufgabe in Rekordzeit l&ouml;sen zu k&ouml;nnen macht noch keine Mathematik-Kompetenz. <\/p><p><strong>F&uuml;r falsch halte ich auch,<\/strong> die &Uuml;berpr&uuml;fung des &ldquo;outputs&rdquo; von Unterricht in Bausch und Bogen zu verdammen. Wir brauchen alles Drei: die Betrachtung des Inputs, des Outputs und des Prozesses. Jede Einseitigkeit ist problematisch. Wir m&uuml;ssen Geld f&uuml;r Bildung ausgeben und Bildungsziele aufstellen, aber das allein reicht nicht. Wir m&uuml;ssen auch pr&uuml;fen, ob das Geld vern&uuml;nftig ausgegeben wird und wie gut die Ziele erreicht werden. Daf&uuml;r sind aber L&auml;ndervergleiche und Vergleichsarbeiten meist v&ouml;llig ungeeignet, wie Br&uuml;gelmann gezeigt hat. Viel zweckdienlicher (und billiger!) sind gezielte Untersuchungen mit kleineren Samples, aber mit einem gut durchdachten Forschungsdesign. Daf&uuml;r sind auch sanktionsorientierte Tests v&ouml;llig unn&ouml;tig und untauglich, da sie zur Korruption herausfordern.<\/p><p>Gerorg Lind<\/p><p>Literatur<\/p><p>* Hopmann, S.T., Brinek, G. &amp; Retzl, M., Hg. (2007). PISA zufolge PISA. Berlin: LIT-Verlag.<br>\n* Jahnke, T. &amp; Meyerh&ouml;fer, W. Hg. (2006). Pisa &amp; Co. Kritik eines Programms. Hildesheim: Franzbecker. (2. Auflage)<br>\n** Schoenfeld, A. H. (1999). Looking toward the 21th century: Challenges of educational theory and practice. Educational Researcher, 28, 4-14.<\/p><p>Weitere Literatur:<br>\n<a href=\"http:\/\/www.uni-konstanz.de\/ag-moral\/evaluation\/itse-references.htm\">http:\/\/www.uni-konstanz.de\/ag-moral\/evaluation\/itse-references.htm<\/a><\/p><p><strong>Replik von Hans Peter Klein:<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Kollege Lind, <\/p><p>zuerst einmal sch&ouml;nen Dank f&uuml;r Ihre ausf&uuml;hrlichen Darstellungen, denen ich &uuml;brigens in weiten Teilen durchaus zustimme. Zum Interview selbst: Wie Sie sicherlich wissen, wird ein solches Interview letztendlich gegen&uuml;ber dem Original Interview drastisch gek&uuml;rzt. Auch den Titel habe ich nicht gew&auml;hlt. &ldquo;Exzellenz durch Nivellierung&rdquo; war mein Titel und das ist auch mein zentraler Vorwurf gegen das, was jetzt durch Einf&uuml;hrung von Bildungsstandards, Kerncurricula und Kompetenzorientierung passiert, der ist aber wohl nicht attraktiv genug. Nun zu der inhaltlichen Diskussion in aller K&uuml;rze: <\/p><ol>\n<li>Warum &uuml;bernehmen wir eigentlich so v&ouml;llig blind alles aus den USA, obwohl viele Dinge dort gerade im Schulsektor gescheitert sind? (auch das Ba\/Ma-System haben wir blind &uuml;bernommen. Wie Sie sicherlich wissen, f&uuml;hren einige Elite Universit&auml;ten in den USA in einigen Disziplinen jetzt das Diplom ein!).  Alan Greenspan hat vor nicht allzu langer Zeit konstatiert, dass die Amerikaner wohl das beste Hochschulsystem haben (wen wundert das, da steckt auch das meiste Geld drin), aber das mit Abstand schlechteste Schulsystem (wen wundert das, da steckt auch in den meisten Bundesstaaten das wenigste Geld drin). Da ist doch wohl was Wahres dran. Und wenn man da mal die soziale Karte spielt, hatten wir nicht da mal ein viel sozialeres Bildungssystem gehabt als das ausgerechnet in den USA? <\/li>\n<li>Die zweite grundlegende Frage lautet: Warum ist wieder einmal ein System (Bildungsstandards usw.) ausschlie&szlig;lich von einem gewissen Klientel von Bildungsforschern &ndash; die mit Abstand nicht die Mehrheit in den Bildungs- und Erziehungswissenschaften f&uuml;r sich beanspruchen k&ouml;nnen &ndash; ohne jegliche Diskussion in der Wissenschaft, in der Gesellschaft oder an der Basis (den Lehrern selbst) &ndash; in einer Art Generalstabsplan von oben nach unten auf den Weg gebracht worden? Und warum werden von diesem PISA Konsortium alle Einw&uuml;rfe gegen die Konzepte &ndash; und das sind vielf&auml;ltige &ndash;  als eine Art Gottesl&auml;sterung bewertet, da ja das eigene Konzept sich auf eine &ldquo;state of the art&rdquo; Forschung berufen k&ouml;nne (sie kennen ja sicherlich den Kollegen Tenorth und seine Diffamierungen gegen&uuml;ber Kritikern). <\/li>\n<li>Und jetzt das Schlimmste: Aufgrund des Generalstabsplans sind ja alle institutionellen Einrichtungen &ndash; also auch die DFG &ndash; in der Hand des PISA Konsortiums, inklusive die KMK. Der gesamte wissenschaftliche Nachwuchs &ndash; vor allem in den Bildungswissenschaften und Fachdidaktiken &ndash; hat nur noch dann eine Chance, wenn er auf einer Art &ldquo;Kriechspur&rdquo; hinter den selbst ernannten Bildungspropheten hinterherl&auml;uft. Dann gibt&acute;s Geld von der DFG, Professorenstellen usw., alle Kritiker werden dagegen ausgeschlossen. Da wird von einem bestimmten Institut aus dem k&uuml;hlen Norden vorgegeben, dass alle Fachdidaktikerstellen selbstverst&auml;ndlich vom eigenen Nachwuchs aus der empirischen Bildungsforschung zu besetzen sind &ndash; Schulerfahrung und Fachwissen &ndash; das war gestern! Und da Frage ich Sie: Was ist denn das? Wo sind wir denn hier? Das ist Totalitarismus pur! Und schon alleine deswegen bin ich dagegen, obwohl ich als Rheinl&auml;nder ein ganz friedfertiger Mensch bin. Und da muss ich der Kollegin Frost zustimmen, Bildung bedeutet Widerstand und nicht Anpassung! <\/li>\n<li>Warum ist denn das Unbehagen mit den derzeitigen Ma&szlig;nahmen vor allem an der gesamten Basis nebst unterschiedlichsten Verb&auml;nden so weit verbreitet? Weil die Basis mal wieder &uuml;berhaupt nicht in den Prozess einer sinnvollen Erneuerung des Bildungssytems  einbezogen wurde, erst recht nicht in die Konzeption der derzeitigen Bildungsstandards. Und das gibt es in keinem anderen Lebensbereich so wie in der Bildung. Wenn man heute in die vita einiger selbst ernannten Bildungspropheten schaut, die vorgeben, genau zu wissen, wie denn zu unterrichten sei und das die Absenkung der Sch&uuml;lerzahlen pro Lehrer Geldverschwendung sei (entgegen den Ihnen sicherlich bekannten Untersuchungen aus den USA aus den 80er Jahren), stellt man erstaunt fest, dass die meisten eine Schule zuletzt von innen gesehen haben, als sie ihr eigenes Abitur abgeholt haben und noch nie vor einer Klasse mit 35 Sch&uuml;lern gestanden haben. Aber Sie wissen genau, wie es geht! Vergleich: jemand der nie selbst Fu&szlig;ball gespielt hat gibt vor, genau zu wissen, wie denn Fu&szlig;ball zu spielen ist und strebt daher den Posten des Trainers bei Bayern M&uuml;nchen an. Wahrscheinlich w&uuml;rde man den f&uuml;r verr&uuml;ckt erkl&auml;ren. Selbstverst&auml;ndlich erwartet man von jedem eine ausgewiesene Professionalit&auml;t auf dem Gebiet, was er nun mal gerade f&uuml;hrend vertreten soll. Gerade in der schulischen Bildung glaubt man anscheinend, darauf verzichten zu k&ouml;nnen. Dazu kommt, dass die Ma&szlig;nahmen untereinander keinerlei Koh&auml;renz aufweisen. Dazu nur ein Beispiel: auf der einen Seite wird ein sch&uuml;lerzentrierter Unterricht eingefordert und auf der anderen Seite werden Lernstandserhebungen angesetzt, sodass die Lehrer zu &ldquo;drill to the test&rdquo; Unterricht gezwungen werden. Und was passiert in den einzelnen Bundesl&auml;ndern? Jedes Bundesland konzipiert seine eigenen Kerncurricula mit hundertfachen Eigen-Kreationen des Kompetenzbegriffs, der Erfindung neuer Basiskonzepte, Rahmenthemen statt fachstrukturierter Inhalte usw. Was ist denn da noch Standard? In einem sind die Kerncurricula allerdings gleich: selbstverst&auml;ndlich ohne Input-Vorgaben in Form von Fachwissen und das, obwohl in den Bildungsstandards drin steht: Kompetenzen werden an Inhalten erworben! Aus mir nicht bekannten Gr&uuml;nden meidet man das gerade in den IQ&acute;s der einzelnen Bundesl&auml;nder aber wie der Teufel das Weihwasser. Man will also ohne Input Output messen. Das versteht kein Mensch! Die Basis ist entsetzt, alle Verb&auml;nde ebenfalls. In den Anhang habe ich mal den Entwurf zu den Kerncurricula in Hessen gestellt und eine pers&ouml;nliche Meinung des Vorsitzenden des Vbio Hessen, der ja eigentlich f&uuml;r die Inhalte zust&auml;ndig sein sollte. Wenn ein Biologe nicht mehr in der Lage ist, ein Curriculum f&uuml;r sein Fach zu lesen &ndash; von Verstehen wollen wir mal gar nicht reden &ndash; dann ist das ja wohl mehr als bedenklich. Die dort in hundertfacher Anzahl vorkommenden Kompetenzw&ouml;rter sind wohl nach dem Muster gestrickt: man nehme einen Duden und ein Stricknadel, f&uuml;hre die Stricknadel an eine beliebige Stelle eines Wortes und h&auml;nge das Wort Kompetenz dran. Dann ist man gut aufgestellt, liegt immer richtig und hat sich nach vorn gebracht! Das kann es doch wohl nicht sein. <\/li>\n<li>Und zum Schluss noch die entscheidende Frage: Was bringen die Bildungsstandards den 15 &ndash; 17% der Hauptsch&uuml;ler, die ohne Abschluss und ohne Perspektiven die Schulen verlassen und zumindest in Teilen eine Gefahr f&uuml;r den sozialen Frieden darstellen? Hier h&auml;tte man alles zur Verf&uuml;gung stehende Geld investieren m&uuml;ssen, um durch ein sicherlich schwierig zu entwickelndes Konzept und speziell ausgebildeten Lehrern hier qualitativ einen Bildungserfolg zu erzielen, wie schwer das auch sein mag. Wie ich im Kontakt mit Hauptschullehrern wei&szlig;, ist dies nicht einfach, man kann zwar ein Rauchverbot erteilen aber Bildung kann man nicht verordnen, vor allem, wenn es um bildungsferne oder sogar bildungsresistente Bev&ouml;lkerungsschichten geht. Dazu bringen weder PISA noch die Bildungsstandards geeignete Vorschl&auml;ge. Warum richten wir uns nicht nach Finnland? Die haben l&auml;ngst erkannt, dass der Unterricht von der Lehrerpers&ouml;nlichkeit abh&auml;ngt. Entsprechend w&auml;hlen die ihre Lehrer mit validen Verfahren gezielt aus, w&auml;hrend hier jetzt jeder zum Lehrer gemacht wird, der nicht schnell genug laufen kann. Klar, die Lehrerpers&ouml;nlichkeit ist testm&auml;&szlig;ig wohl kaum zu erfassen und deswegen bekommt der Lehrer in der neuen Konzepten nur noch den Status eines Moderators zugebilligt, damit er die zu messenden Dinge nicht negativ beeinflusst. Meine bisherigen Bemerkungen sind zwar vielleicht ein wenig populistisch, daf&uuml;r aber leicht verst&auml;ndlich und sie bringen die Sache aber auf den Punkt. Zum Konkreten: was bringen denn Kompetenzmodelle, sozusagen das Allerheiligste der neuen kommenden Unterrichtsform? Ich habe die Entw&uuml;rfe von Kompetenzmodellen von den in babylonischer Gefangenschaft des IPN befindlichen Fachdidaktikern (so ein f&uuml;hrender Vertreter eines fachwissenschaftlichen Verbandes) Fachleitern, Fachlehrern, Lehramtskandidaten usw. vorgelegt, mit der Bitte, eine einzige Sch&uuml;lerfrage doch einem bestimmten Kompetenzniveau konkret zu zuordnen. Es ist nicht ein einziges mal gelungen! Fragen, die von den Kompetenzmodellentwicklern der Stufe 0 zugeordnet wurden, wurden von allen bisher Befragten in unterschiedliche Stufen zugewiesen. Und da n&uuml;tzt mir auch nichts der Hinweis von Herrn Tenorth, dass alle Fachleiter und Fachdidaktiker zu bl&ouml;de daf&uuml;r sein, das sei schlie&szlig;lich mit Rasch Modellen abgesichert. Zum Schluss m&ouml;chte ich ausdr&uuml;cklich darauf hinweisen, dass ich jedem zugestehe, Bildungsstandards und Kompetenzorientierung als das &ldquo;Gelbe vom Ei&rdquo; zu betrachten. Bildung war immer umstritten und wird es wohl auch immer sein. Gerade deswegen ist ein dialektischer Diskurs vonn&ouml;ten und den hat es leider zu den Bildungsstandards nie gegeben. Jetzt, wo dieses Konzept massiv auf die Basis zukommt, scheint es aber eher so zu sein, dass eine &uuml;berwiegende Mehrheit es f&uuml;r &auml;u&szlig;erst fragw&uuml;rdig, unausgegoren, unverst&auml;ndlich, kontraproduktiv h&auml;lt. Zum Schluss noch eines der Anliegen der am Samstag in K&ouml;ln neu gegr&uuml;ndeten Gesellschaft f&uuml;r Bildung und Wissen: eine qualitative Verbesserung von Unterricht mit Lehrerpers&ouml;nlichkeiten, die fachlich und erziehungswissenschaftlich in der Lage sind, einen anspruchsvollen Unterricht zu erteilen Wie hei&szlig;t es doch in der Klieme L&auml;ngsschnittstudie zum Satz des Pythagoras: Bei einem Unterricht, bei dem ein Lehrer differenzierte Fachkenntnisse besitzt, eine wirkungsvolle Klassenf&uuml;hrung und damit notwendige Disziplin als Voraussetzung f&uuml;r erfolgreichen Unterricht erreicht, der seine Sch&uuml;ler motivieren und der eine kognitiv anregende Atmosph&auml;re schaffen kann kommt zu besseren Ergebnissen, als wenn diese Faktoren nicht vorhanden sind. Lange Gruppenarbeitsphasen &ndash; wie derzeit bei Evaluationen der Lehrer gefordert &ndash; haben da gar nichts gebracht! Warum macht&acute;s man nicht einfach so? Unterricht kann so einfach sein. Und alle Kritiker der Bildungsstandards und Kompetenzorientierung als Ewig Gestrige zu diffamieren, finde ich wirklich schade. Wie viele v&ouml;llig unsinnige Neuentwicklungen im Bildungssystem in den letzten Jahrzehnten sind &ndash; Gott sei Dank &ndash; an der Basis gescheitert. Damit ist zumindest eine gewisse Kontinuit&auml;t bewahrt geblieben und Chaos vermieden worden. So haben schon 2005 die Frankfurter Einspr&uuml;che gegen die Technokratisierung des Bildungssystems fr&uuml;hzeitig auf die negativen Entwicklungen hingewiesen. Und Ziel der jetzt gegr&uuml;ndeten Gesellschaft ist es, diese nachhaltig weiter zu verfolgen (<a href=\"http:\/\/www.bildung-wissen.eu\">www.bildung-wissen.eu<\/a>)<\/li>\n<\/ol><p>Sch&ouml;ne Gr&uuml;sse aus Frankfurt<br>\nHP Klein<\/p><p><strong>Replik von Georg Lind <\/strong><\/p><p>Lieber Kollege Klein,<br>\n[&hellip;] Wirklich schade, dass der Kompetenzbegriff &uuml;ber die PISA-Schiene bekannt gemacht und inzwischen zum Modebegriff wurde, den jeder im Munde f&uuml;hrt, aber kaum einer versteht. Da ist die totale Verballhornung im Gang, wie das mit wichtigen Begriffen leider immer wieder geschieht.<\/p><p>Kompetenz schlie&szlig;t Faktenwissen ein, ist aber viel mehr als blo&szlig;e Faktenhuberei. Kompetenz ist ein sehr schwer fassbares Konstrukt, f&uuml;r dessen Pr&uuml;fung aufw&auml;ndige Verfahren notwendig sind. Schnelle, subjektive Einsch&auml;tzung durch Lehrkr&auml;fte (&ldquo;Kompetenz-Raster&rdquo;) und PISA-Tests (&ldquo;Kompetenz-Stufen&rdquo;) sind hilflose, aber auch verantwortungslose Reaktionen eines &uuml;berforderten Bildungspersonals auf unsinnige Vorgaben der Politik.<\/p><p>Ein wichtiger Aspekt des seri&ouml;sen Kompetenzbegriffs ist, dass der Kompetenzerwerb ein anderes Lernen erfordert: Faktenwissenserwerb (Vokabeln, Formeln lernen) bleibt wichtig, steht aber nicht mehr am Anfang, sondern kommt an zweiter Stelle. Das hat, wie die Lernforschung und auch meine eigenen Erfahrungen zeigen, den Vorteil, dass das Faktenwissen leichter und schneller erworben wird, wenn es in Komptenzerwerb eingebettet ist. <\/p><p>Beispiel Biologieunterricht: Eine Gymnasialehrerin, die ich in der Vermittlung moralisch-demokratischer Kompetenzen mittels der KMDD-Methode fortgebildet habe, schrieb mir: &ldquo;Zusammenfassend kann ich sagen: es hat sich wirklich gelohnt, diese [Dilemma-]Diskussion durchzuf&uuml;hren. Ich hatte das Gef&uuml;hl, in diesen beiden Stunden mehr erreicht zu haben als in 3-4 Wochen &lsquo;normalem&rsquo; Unterricht. Ich habe viel &uuml;ber eine einzelne Sch&uuml;ler erfahren, war erstaunt &uuml;ber einige &lsquo;schwache&rsquo; und stille Sch&uuml;lerinnen, die sich sehr engagiert haben, Ver&auml;nderungen f&uuml;r die Gesellschaft, f&uuml;r den Umgang miteinander u.&auml;. eingefordert haben. Es war eine sehr lebhaft und sehr sachliche Diskussion und ich habe mich gefreut, meine Sch&uuml;ler &lsquo;nachdenklich&rsquo; (wie sie es nannten) in die Ferien zu entlassen. Ich kann nur jedem, der vielleicht &auml;hnlich z&ouml;gerlich in Anbetracht der &lsquo;kostbaren&rsquo; Unterrichtszeit von 2 Stunden ist, zuraten, die Dilemmadiskussion auszuprobieren!&rdquo; Das ist auch mein Eindruck und der Eindruck vieler Kollegen, die wirkliche Kompetenzen zu vermitteln versuchen. Ich fange inzwischen alle meine Lehrveranstaltungen mit &Uuml;bungen an, in denen die Teilnehmer ein moralisches Problem mit Fachbezug anhand eines konkreten Falls kontrovers diskutieren. Ich kann zeigen, dass sich dadurch die individuelle Urteils- und Diskursf&auml;higkeit deutlich steigern l&auml;sst. Ich mache auch immer wieder die Erfahrung, dass im Seminar danach ein positiveres Lernklima herrscht und allen das Lernen leichter f&auml;llt. Mehr Stimmen von Teilnehmern von KMDD-Kursen finden Sie <a href=\"http:\/\/www.uni-konstanz.de\/ag-moral\/moral\/KMDD_rueckmeldung_teilnehmer.htm\">hier<\/a><\/p><p>Ich muss nicht erw&auml;hnen, dass ich f&uuml;r die Kompetenz, die man mit der KMDD f&ouml;rdert, ein geeignetes Messinstrument entwickelt habe (das inzwischen weltweit im Einsatz ist). Kompetenz-Tests sind sehr aufw&auml;ndig in der Entwicklung, aber nicht unm&ouml;glich. Allerdings muss ihre Entwicklung von jahrelanger intensiver Forschung begleitet werden und streng experimentell, nicht empiristisch wie PISA sein. Der Moralisches-Urteil-Test ist kein klassischer Psycho-Test, sondern ein multivariates Experiment, das viel strengeren Validit&auml;tskriterien gen&uuml;gen <a href=\"http:\/\/www.uni-konstanz.de\/ag-moral\/mut\/mjt-engl.htm\">musste<\/a>: Wenn ich etwas beitragen darf zu der neuen Gesellschaft f&uuml;r &ldquo;Bildung und Wissen&rdquo;, dann w&uuml;rde ich gern die Begriffe Kompetenz und Evaluation gegen Missbrauch in Schutz nehmen. Ich h&auml;tte gar nichts dagegen, die neue Gesellschaft &ldquo;Bildung und Kompetenz&rdquo; zu nennen. Warum sollen wir das Feld so schnell r&auml;umen, wenn Begriffsverwirrung betrieben wird? <\/p><p>Ihren Vorschlag, die Arbeit an Bildungsstandards und Tests erst einmal zu stoppen, unterst&uuml;tze ich sehr. Wir ben&ouml;tigen mehr Diskussion und Zeit, um &uuml;ber angemessene Kriterien f&uuml;r valide Kompetenztests nachdenken zu k&ouml;nnen. Andere haben das schon fr&uuml;her gefordert, unter anderen der renommierte Mathematiker, Psychologe, Didaktiker und ehemalige Pr&auml;sident der AERA, Alan Schoenfeld (1999) in seinem Vortrag &ldquo;Looking Toward the 21st Century: Challenges of Educational Theory and Practice&rdquo;, abgedruckt im Educational Researcher, 28, 4-14.<\/p><p>Noch vielen Dank f&uuml;r Ihre freundliche Erlaubnis zum Weiterleiten Ihres obigen Textes an die Leser des Bildungs-Infos, was ich hiermit tue.<br>\nGr&uuml;&szlig;e<br>\nGeorg Lind <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die neue Fokussierung auf Soft Skills macht Sch&uuml;ler erfolgreich &ndash; und dumm, sagt der Didaktiker Hans Peter Klein. Er wirft im <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wissen_und_bildung\/aktuell\/?em_cnt=2788478&amp;em_loc=1739\">FR-Interview<\/a> vom 27. Juni 2010 einen kritischen Blick auf das Bildungssystem.<br \/> Nach Pisa sei das Bildungswesen auf ein sogenanntes output-orientiertes, also auf Kompetenzen basierendes System umgestellt worden &ndash; im Gegensatz zum fr&uuml;heren input-orientierten,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6106\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[34],"tags":[320,248,371],"class_list":["post-6106","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","tag-bolognaprozess","tag-frankfurter-rundschau","tag-pisa"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6106","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6106"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6106\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20967,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6106\/revisions\/20967"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}