{"id":6126,"date":"2010-07-07T09:36:23","date_gmt":"2010-07-07T07:36:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6126"},"modified":"2010-07-07T09:39:16","modified_gmt":"2010-07-07T07:39:16","slug":"hinweise-des-tages-1176","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6126","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Banker bestimmen EU-Politik; EU-L&auml;nder blockieren Bankenkontrolle; Kritik an Reformpl&auml;nen f&uuml;r Hartz-IV-Regels&auml;tze; Sparen, falsch gemacht; Gesundheitspolitik; Mietwucher in Sozialwohnungen; Programm deckt Korruption auf; Transparency-Chefin arbeitet f&uuml;r PR-Schmiede;Tarifeinheit: &raquo;Fataler Vorsto&szlig;&laquo;; D&uuml;sseldorfer Dilemma; Paul Kirchhof ist bei der SPD angekommen; Interesse an Talenten; Klammes Hessen pumpt Millionen in Privatuni; &laquo;Kistenweise&raquo; Geld aus Afghanistan weggeschafft; Sarkozy schlittert in Spendenskandal; Berichterstattung zur BP-&Ouml;lpest wird als Verbrechen behandelt; Merkels verlogene Volksn&auml;he. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: <\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Banker bestimmen EU-Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">EU-L&auml;nder blockieren Bankenkontrolle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Hartz-IV-Regels&auml;tze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Sparen, falsch gemacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Gesundheitspolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Mietwucher in Sozialwohnungen k&ouml;nnte Dauerproblem werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Programm deckt Korruption auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Transparency-Chefin arbeitet f&uuml;r PR-Schmiede<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Tarifeinheit: &raquo;Fataler Vorsto&szlig;&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">D&uuml;sseldorfer Dilemma<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Paul Kirchhof ist bei der SPD angekommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Bildungspolitik: Kein Interesse an Talenten <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Klammes Hessen pumpt Millionen in Privatuni<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">&laquo;Kistenweise&raquo; Geld aus Afghanistan weggeschafft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">China: &ldquo;Wir verdienen einfach viel zu wenig&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Sarkozy schlittert in Spendenskandal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Berichterstattung zur BP-&Ouml;lpest wird als Verbrechen behandelt <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Merkels verlogene Volksn&auml;he<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=6126&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Banker bestimmen EU-Politik<\/strong><br>\nDie EU-Kommission beruft Expertengremium, das bei der Regulierung der Finanzm&auml;rkte helfen soll &ndash; und nominiert fast nur Vertreter der Branche. Kein Einzelfall. Bei der EU-Kommission hat es durchaus Tradition, Experten einseitig auszuw&auml;hlen. Dies belegt eine Studie des europ&auml;ischen Netzwerks Alter-EU, die im vergangenen November erschien. Damals gab es 19 Expertengruppen, die die EU in Finanzthemen berieten. Kaum ein Gremium war ausgewogen besetzt, obwohl eine EU-Mitteilung aus dem Jahr 2002 ausdr&uuml;cklich vorschreibt, dass &ldquo;die Kommission Wissen aus verschiedenen Quellen sch&ouml;pfen und ber&uuml;cksichtigen muss&rdquo;. Doch die Realit&auml;t sieht anders aus, wie Alter-EU feststellte: &ldquo;Das Verh&auml;ltnis von Finanzexperten zu Wissenschaftlern, Verbrauchersch&uuml;tzern, Vertretern der Zivilgesellschaft oder Gewerkschaften betr&auml;gt vier zu eins.&rdquo; Insgesamt wurden in den 19 Beratergremien 229 Vertreter der Finanzindustrie gez&auml;hlt. Damit h&auml;tten die Banklobbyisten eine absolute &Uuml;bermacht, denn die EU-Kommission besch&auml;ftige nur rund 150 Beamte f&uuml;r die Finanzmarktregulierung. Die Gewerkschaften k&ouml;nnen erst recht nicht konkurrieren: Im Br&uuml;sseler Europab&uuml;ro von UNI befasst sich nur eine Vollzeitkraft mit den Finanzm&auml;rkten &ndash; nebenher. Sie hat noch andere Aufgaben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F07%2F06%2Fa0086&amp;cHash=7afa4d5033\">TAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>EU-L&auml;nder blockieren Bankenkontrolle<\/strong><br>\nDie letzte Chance f&uuml;r eine rasche europaweite Finanzreform ist offensichtlich vertan: Bei der parlamentarischen Abstimmung &uuml;ber sch&auml;rfere Kontrollen von Banken, B&ouml;rsen und Versicherungen konnten sich die Gremien nicht einigen. Der Grund sind nationale Vorbehalte aus Deutschland und Gro&szlig;britannien.<br>\nEs geht um die Schaffung von drei neuen EU-Aufsichtsbeh&ouml;rden f&uuml;r Banken, B&ouml;rsen und Versicherungen. Mit der neuen Aufsicht will Europa neue Finanzkrisen verhindern. Die drei Aufsichtsbeh&ouml;rden sollen neben einen bei der Europ&auml;ischen Zentralbank angesiedelten Europ&auml;ischen Rat f&uuml;r Systemrisiken treten, der als eine Art Fr&uuml;hwarnsystem fungieren soll.<br>\nGro&szlig;britannien und Deutschland sind nach Angaben von Teilnehmern gegen starke Durchgriffsrechte auf die nationale Ebene.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,704836,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist das typische Doppelspiel der Bundesregierung. Hier im Lande redet man gro&szlig;m&auml;ulig &uuml;ber Bankenkontrolle, fordert aber dazu Regelungen auf internationaler Ebene. Doch auf der internationalen Ebene blockiert man dann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Hartz-IV-Regels&auml;tze<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Kritik an Reformpl&auml;nen f&uuml;r Hartz-IV-Regels&auml;tze<\/strong><br>\nAm Sonntag hatte Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) seinen Entwurf f&uuml;r die Haushalts- und Finanzplanung bis 2014 vorgestellt. Darin sind als &ldquo;allgemeine Vorsorge f&uuml;r die Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts&rdquo; ab 2011 pro Jahr 480 Millionen Euro Mehrausgaben zur Bestreitung von Bildungsaufwendungen f&uuml;r Kinder von Hartz-IV-Beziehern vorgesehen. Bei derzeit rund 1,7 Millionen Kindern, auf die das zutrifft, w&uuml;rde jedes Kind rein rechnerisch monatlich 23 Euro mehr enthalten. Nach Modellrechnungen des Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbands. w&uuml;rden jedoch j&auml;hrlich zus&auml;tzlich 1,5 Milliarden Euro ben&ouml;tigt, um das Existenzminimum von Kindern zu gew&auml;hrleisten. Die Regels&auml;tze, die derzeit je nach Alter eines Kindes oder Jugendlichen bei 215, 251 oder 287 Euro monatlich liegen, m&uuml;ssten laut Verband im Schnitt um rund 73 Euro steigen. Schneider betonte, allein 390 der 480 Millionen Euro im Jahr w&uuml;rden daf&uuml;r ben&ouml;tigt, die Steigerung der Lebenshaltungskosten seit der letzten Regelsatzberechnung auszugleichen. Die &uuml;brigen 90 Millionen Euro m&uuml;sse man zudem mit der im Sparpaket beschlossenen, kompletten Streichung des Elterngeldes f&uuml;r Hartz-IV-Bezieher in H&ouml;he von j&auml;hrlich 400 Millionen Euro gegenrechnen. &ldquo;Unter dem Strich bleiben also 310 Millionen Euro weniger f&uuml;r Hartz-IV-Bezieher &uuml;brig&rdquo;, kritisierte Ulrich Schneider.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2010%2F07%2F06%2Fa0070&amp;cHash=4a339f3b12\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Buntenbach: Keine Nullrunde f&uuml;r Hartz IV-Bezieher<\/strong><br>\nDer DGB fordert, dass die faktische Hartz IV-Regelsatzentwertung endlich gestoppt und ausgeglichen wird. Seit Einf&uuml;hrung von Hartz IV in 2005 sind die Regels&auml;tze durch Preissteigerungen faktisch um ca. f&uuml;nf Prozent gesunken. Diese K&uuml;rzung der Regels&auml;tze muss jetzt r&uuml;ckwirkend korrigiert werden. Dies ist eine sinnvolle und notwendige Sofortma&szlig;nahme, bevor in einem gr&uuml;ndlichen, transparenten Verfahren eine Neufestlegung aller Regels&auml;tze erfolgt. Denn Hartz IV-Bezieher sind heute noch &auml;rmer als bei Einf&uuml;hrung dieses neuen F&uuml;rsorgesystems.<br>\nDer Eckregelsatz im Jahr 2005 (Inkrafttreten von Hartz IV) in H&ouml;he von 345 Euro wurde seitdem um insgesamt 4 Prozent auf 359 Euro erh&ouml;ht. Im Zuge der turnusgem&auml;&szlig;en Anpassung zum 1. Juli dieses Jahres bleibt er unver&auml;ndert, da dies auch f&uuml;r den Rentenwert in der gesetzlichen Rentenversicherung gilt. Diese Kopplung an den Rentenwert hat das Bundesverfassungsgericht am 9.2.2010 ausdr&uuml;cklich als verfassungswidrig verworfen und stattdessen dem Gesetzgeber eine Kopplung an die Entwicklung der Verbraucherpreise nahe gelegt.<br>\nLaut Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes sind die Preise seit 2005 insgesamt um 8 Prozent gestiegen (bis Mai 2010); bei den Nahrungsmitteln um 12,5 Prozent. Die Strompreise, die ebenfalls in den Regels&auml;tzen enthalten sind, sind sogar um ca. 30 Prozent gestiegen. Ebenfalls sind die Regels&auml;tze durch die seit 2005 neu hinzugekommenen und bisher nicht ber&uuml;cksichtigten Zuzahlungen im Gesundheitsbereich faktisch gesunken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++c7010e8c-851d-11df-6571-00188b4dc422\">DGB<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin H.S.:<\/strong> Ist nichts Spektakul&auml;res, aber eine gute Aufkl&auml;rung dar&uuml;ber, wie das Bundesverfassungsgerichtsurteil ignoriert wird.<br>\nDie Erh&ouml;hung entlang der allgemeinen Lebenshaltungskosten k&ouml;nnte wirklich ganz problemlos durchgef&uuml;hrt werden. Es gibt keinerlei Grund, die vorgeschriebene regelm&auml;&szlig;ige Anpassung hinauszuz&ouml;gern und die Leute weiter h&auml;ngen zu lassen. Einfach sch&auml;big, dieses Sparpaket durch Unterlassen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Sparen, falsch gemacht<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li>\n<strong>Hengsbach: Dieses Sparen ist Umverteilung<\/strong><br>\nDie schwarz-gelbe Koalition um Kanzlerin Angela Merkel und ihren Vize Guido Westerwelle spart nicht, um den Etat zu retten &ndash; ihr geht es um Umverteilung. Dieses Sparen ist destruktiv. Ein Gastbeitrag von F. Hengsbach.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/bundesregierung-sparen-mit-westerwelles-waffen-1.970260\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> W&auml;re angesichts der Deflationsgefahr konstruktives Sparen m&ouml;glich?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Sparen ist ein Gewinnerthema&ldquo;<\/strong><br>\nDie Hessen-CDU glaubt an eine Plebiszit-Mehrheit f&uuml;r ein in der Landesverfassung verankertes Schuldenverbot. Einen entsprechenden Gesetzentwurf will sie mit der FDP vorlegen, wie ihr Fraktionschef sagt. Die Gr&uuml;nen vermissen aber bisher ein Konzept.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub5785324EF29440359B02AF69CB1BB8CC\/Doc~E28E4BB37895D4C6BA622DAB23824F16B~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Jedes bislang bekannte Ma&szlig; an volkswirtschaftlicher Dummheit wird immer wieder und scheinbar m&uuml;helos &uuml;bertroffen. Es f&uuml;hrt unweigerlich in die Deflation, wenn nach Konsumenten und Unternehmen nun auch der Staat spart.<\/em><\/p>\n<p><em>Als Gegengift ein Interview mit Bofinger:<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Staatsdefizit: Wirtschaftsweiser fordert h&ouml;here Einkommensteuer<\/strong><br>\nDer Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat sich f&uuml;r eine st&auml;rkere Besteuerung hoher Einkommen und einen h&ouml;heren Spitzensteuersatz ausgesprochen. &bdquo;Mit einem Spitzensteuersatz von 50 Prozent h&auml;tte ich kein Problem&ldquo;, sagte das Mitglied des Sachverst&auml;ndigenrates zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung dem Wirtschaftsmagazin &bdquo;FOCUS-Money&ldquo;. (&hellip;) Angesichts hoher Staatsschulden trete er generell daf&uuml;r ein, statt zu sparen, die Steuern zu erh&ouml;hen und so die Einnahmen des Staates zu verbessern. &bdquo;Es geht nicht darum zu sparen, sondern darum, die Defizite zur&uuml;ckzufahren &ndash; und zwar verursachergerecht&ldquo;, sagte er. Die Haushaltsdefizite in Deutschland r&uuml;hrten nicht daher, dass in den vergangenen zehn Jahren der Sozialstaat aufgebl&auml;ht worden sei. Das Problem sei vielmehr, dass mit gro&szlig;en Programmen die Finanzm&auml;rkte gerettet werden mussten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/steuern\/staatsfedifizit-wirtschaftsweiser-fordert-hoehere-einkommensteuer_aid_527268.html\">FOCUS<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.: <\/strong>Siehe hierzu die <a href=\"?p=5825#h01\">&ldquo;Hinweise des Tages vom 8. Juni 2010&rdquo;, Ziffer 1a<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Gesundheitspolitik<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Gesundheitsreform: Lizenz zum Auspressen<\/strong><br>\nDer einstige Hoffnungstr&auml;ger der Liberalen macht jetzt genau das, was alle anderen Gesundheitsminister vor ihm taten, wenn es eng wurde in den Kassen der gesetzlichen Versicherer. Er erh&ouml;ht die Beitr&auml;ge. Was ihn von seinen Vorg&auml;ngern unterscheidet, ist zweierlei: dass er daf&uuml;r extrem lang gebraucht und dass er v&ouml;llig anderes angek&uuml;ndigt hat. Maximaler Einsatz f&uuml;r ein Mini-Ergebnis. Kaum zuvor ist ein derart d&uuml;rftiges Ref&ouml;rmchen mit solchem politischen und medialen Energieverbrauch einhergegangen. Und kaum jemals stand ein Ank&uuml;ndigungsminister am Ende so nackt da. Eine &uuml;ppige Finanzspritze, f&uuml;r die man sich gr&ouml;&szlig;tenteils bei den Arbeitnehmern bedient, dazu ein bisschen Kostend&auml;mpfung, die keinem wehtut. Den Kassen gef&auml;llt&rsquo;s. Aber mal ehrlich: Das h&auml;tte man auch in ein paar Tagen hinbekommen k&ouml;nnen. Und dazu h&auml;tte es auch keines Regierungswechsels bedurft.<br>\nVon den versprochenen Strukturver&auml;nderungen, die das System dringend n&ouml;tig h&auml;tte, keine Rede. Ein System, das sich fast ausschlie&szlig;lich aus den Beitr&auml;gen sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigter finanziert, ist von gestern. Immer mehr Geld wird anderswo verdient &ndash; auf dem Kapitalmarkt, durch Erbschaften, &uuml;ber Immobilien. Die Krankenkassen bekommen nichts davon. Darauf h&auml;tte die Koalition reagieren m&uuml;ssen &ndash; &uuml;ber die Einbeziehung anderer und h&ouml;herer Eink&uuml;nfte, das Versperren von Fluchtm&ouml;glichkeiten, die Austrocknung des privaten Versicherungssektors. Stattdessen erhalten die Kassen die Lizenz, die wenigen, die noch in traditionellen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen stecken, immer st&auml;rker auszupressen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/gesundheitsreform-lizenz-zum-auspressen\/1877066.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Grobes Foul der Koalitionspoliker gegen das Gesundheitswesen! <\/strong><br>\nScharf kritisiert das globalisierungskritische Netzwerk Attac die Pl&auml;ne der Koalition zur Finanzierung der Gesundheitsvorsorge.<br>\nF&uuml;r Attac sind die Breitagserh&ouml;hungen (von 14,9% auf 15,5%) und vor allem die Aufhebung der H&ouml;chstgrenze f&uuml;r Zusatzbeitr&auml;ge der Kassen &ldquo;Blutgr&auml;tschen&rdquo;. Professor Manfred Baberg, Sozialexperte der Attac-AG sagte: \n<blockquote><p><em>Opfer ist zum einen der Mittelstand, der absolut gesehen die h&ouml;chste Beitragskosten zahlen muss. Noch viel brutaler ist es aber f&uuml;r niedrige Einkommensgruppen und insbesondere Hartz IV-Empf&auml;nger, die eh schon jeden Pfennig dreimal umdrehen m&uuml;ssen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>So &uuml;bern&auml;hmen die &ldquo;ARGEn&rdquo; z. B. nicht die Zusatzbeitr&auml;ge der Krankenkassen und dr&auml;ngten auf den Kassenwechsel. F&uuml;r die &Uuml;bergangszeiten habe der Betroffene f&uuml;r die Zusatzkosten selber aufzukommen. Rentnern bleibe noch weniger Geld in der Tasche, aus Nullrunden f&uuml;r die Rentner w&uuml;rden somit Minusrunden und Altersarmut drohe.<br>\nManfred Baberg kritisierte: <\/p>\n<blockquote><p><em>Alle kassenpflichtbefreiten Wohlverdiener werden &uuml;berhaupt nicht an den Kosten beteiligt. Die Arbeitgeber m&uuml;ssen sich an Zusatzbeitr&auml;gen gar nicht erst beteiligen. Diese Reform tr&auml;gt die gleiche Handschrift wie das Sparpaket: Sie ist unsozial und geh&ouml;rt gestoppt.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.scharf-links.de\/41.0.html?&amp;tx_ttnews[tt_news]=11089&amp;tx_ttnews[backPid]=56&amp;cHash=3344c76b3c\">scharf-links<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>L&auml;ngerer Weg zur Klinik &ndash; bessere OP<\/strong><br>\nWenn Krankenkassen selektiv Vertr&auml;ge mit Kliniken oder Arzneimittelherstellern ihrer Wahl abschlie&szlig;en, kann das f&uuml;r niedrigere Kosten und mehr Qualit&auml;t sorgen &ndash; oder Kranke faktisch von Leistungen ausschlie&szlig;en. Entscheidend ist eine gute Regulierung, zeigt eine neue, von der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung gef&ouml;rderte Studie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_107752.html\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Dass diese Regierung eine gute Regulierung im Gesundheitswesen hinbekommt, ist wohl eher unwahrscheinlich.<br>\nAu&szlig;erdem reicht es nat&uuml;rlich nicht aus, die Kosten der GKV senken zu wollen. Die Beitragsbasis muss erweitert werden. Ausnahmslos alle Einkommen haben zur Finanzierung beizutragen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Betrug durch Apotheken?<\/strong><br>\nNicht nur jede vierte, sondern jede dritte der insgesamt 300 Spezialapotheken f&uuml;r Krebsmittel wird verd&auml;chtigt, Krankenkassen und deren Versicherte betrogen zu haben. Der Gesamtschaden f&uuml;r die Kassen bewegt sich in mehrstelliger Millionenh&ouml;he. Und nun wird aufgrund neuer Hinweise wieder &uuml;berpr&uuml;ft, ob dabei wirkungslose oder sogar sch&auml;dliche Krebsmittel auf den Markt gebracht wurden.<br>\nJ&auml;hrlich 1,5 Milliarden Euro werden allein bei diesen Krebsmitteln pro Jahr umgesetzt. Trotzdem versucht die Bundesregierung erst jetzt, solchem Betrug einen Riegel vorzuschieben. Seit Anfang 2010 muss der Weg der Wirkstoffe genauestens protokolliert werden. Doch Pharmah&auml;ndler Peter Jebens ist skeptisch. Dieser Markt sei so attraktiv und die Kriminellen mit ihren, wie er es nennt, &bdquo;mafi&ouml;sen Strukturen&ldquo; so gut organisiert, dass sie neue Wege f&uuml;r Betrug f&auml;nden.<br>\nBis heute ist kein einziger Apotheker bestraft. Wohl aber Peter Jebens, der den Pharmaskandal aufdecken half. Er geriet selbst ins Visier der Staatsanwaltschaft. Er verlor zeitweise seine Zulassung. Sein Unternehmen ging dar&uuml;ber pleite. Heute versucht er, sich eine neue Existenz aufzubauen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/plusminus\/beitrag_dyn%7Euid,dxs0gombizl367g3%7Ecm.asp\">ARD<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Wie aus Gesunden lukrative Patienten gemacht werden<\/strong><br>\nreport M&Uuml;NCHEN konfrontiert den Vorsitzenden der Gesellschaft zur Bek&auml;mpfung von Fettstoffwechselst&ouml;rungen mit den Vorw&uuml;rfen zur fehlenden Unabh&auml;ngigkeit:<br>\nFrage Reporterin: &ldquo;Wenn wir jetzt aber sozusagen der Forderung, die es ja gibt, dass die Fachgesellschaften wirklich abgekoppelt sein sollten von den Profiteuren, also in Ihrem Fall die Nahrungsmittelindustrie, die Pharmaindustrie, auch der Ger&auml;tehersteller, nachkommen, k&ouml;nnten Sie dann existieren? (&hellip;) Als Fachgesellschaft?<br>\nProf. Achim Weizel, Lipig-Liga: Etwa 15 sek Schweigen.<br>\nNachfrage Reporterin: &ldquo;Aber eine gewisse Abh&auml;ngigkeit ist ja doch da, die machen ja doch einen gro&szlig;en Anteil aus!&rdquo;<br>\nProf. Achim Weizel, Lipid-Liga: &ldquo;Die Abh&auml;ngigkeit f&uuml;hrt aber nicht dazu, dass wir uns in deren Sinne verhalten.&rdquo;<br>\nGrenzwerte und Leitlinien, die von der Pharmaindustrie beeinflusst werden, nutzen dem Patienten nicht nur wenig, sondern sie k&ouml;nnen ihm sogar schaden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.br-online.de\/report-muenchen\/2010\/07\/05\/wie-aus-gesunden-lukrative-patienten-gemacht-werden.htmlHYPERLINK%20\" http:>ARD \/ report M&uuml;nchen<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Bundesverwaltungsgericht: Allianz unterliegt in letzter Instanz<\/strong><br>\nDas Bundesverwaltungsgericht macht dem M&uuml;nchner Versicherungsriesen Allianz bei der Wiederbelebung seines lahmenden Gesch&auml;ftes mit privaten Krankenversicherungen einen Strich durch die Rechnung.<br>\nMit ihrem j&uuml;ngsten Urteil verbieten die Leipziger Juristen der Assekuranz, von ihren Kunden bei einem internen Tarifwechsel einen pauschalen Aufschlag zu verlangen. Das hat die Allianz trotz scharfer Kritik von Verbrauchersch&uuml;tzern und auch aus der eigenen Branche seit 2007 bei ihrem neuen Billigtarif Aktimed praktiziert. Nun muss der Konzern neu kalkulieren und wesentliche Teile des Neugesch&auml;fts aussetzen.<br>\nDie Finanzaufsicht Bafin hatte der Allianz die Wechselgeb&uuml;hr untersagt, wogegen der Versicherer geklagt und in erster Instanz vor dem Frankfurter Verwaltungsgericht recht bekommen hatte. &Uuml;berraschend hat das Bundesverwaltungsgericht diesen Spruch nun im noch nicht ver&ouml;ffentlichten Urteil von Ende Juni gekippt. In der Branche wird diesem Beschluss Signalwirkung zugesprochen. Denn damit wird umstrittenen Methoden im Marketing Einhalt geboten. Krankenversicherer k&ouml;nnen nicht mehr mit Kampfkonditionen vorpreschen, weil sie nun damit rechnen m&uuml;ssen, dass ihre Altkunden in solche Billigtarife wechseln. Damit w&uuml;rden Beitragserh&ouml;hungen f&uuml;r Altkunden neue Kampftarife nicht mehr &ldquo;quersubventionieren&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/?em_cnt=2822106&amp;em_ivw=fr_wirtop\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Berlin: Mietwucher in Sozialwohnungen k&ouml;nnte Dauerproblem werden<\/strong><br>\nBerlin hat ein spezielles Problem mit dem sozialen Wohnungsbau. Durch den Beschluss des Senats von 2003, damals noch mit Thilo Sarrazin (SPD) als Finanzsenator, Subventionen f&uuml;r Sozialimmobilien teilweise zu streichen, drohen Mietern in Innenstadtlagen, wie berichtet, Mieterh&ouml;hungen von 30 bis 100 Prozent. Rund 28 000 von 172 000 Berliner Sozialwohnungen sind von den K&uuml;rzungen betroffen. Drastische Mieterh&ouml;hungen wie in der Kreuzberger Friedrichstadt und dem Fanny-Hensel-Kiez nehmen zu. Sie k&ouml;nnten zum Dauerzustand werden, wenn die Politik nicht gegensteuert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/mietwucher-in-sozialwohnungen-koennte-dauerproblem-werden\/1876322.html;jsessionid=A9F9D19C998FAECA729D0AD232A74AD6\">Tagesspiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Programm deckt Korruption auf<\/strong><br>\nVolksvertreter vertreten nicht immer das Volk. Manchmal setzen sie sich auch f&uuml;r Unternehmen oder Organisationen ein, die ganz eigene Interessen verfolgen. Studenten der Universit&auml;t Potsdam k&ouml;nnen jetzt mit einem neuen Verfahren im Internet solche verd&auml;chtigen Verbindungen aufdecken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/technik\/Programm-deckt-Korruption-auf-article974026.html\">ntv<\/a>\n<p>Und hier der <a href=\"http:\/\/govwild.hpi-web.de\/\">ab 10.7. nutzbare Link<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Transparency-Chefin arbeitet f&uuml;r PR-Schmiede<\/strong><br>\nEdda M&uuml;ller, neue Chefin von Transparency International, hat nach Informationen des SPIEGEL eine leitende Position an der umstrittenen Hochschule Quadriga. Gegen ihre Co-Fachbereichsleiter an der PR-Schmiede l&auml;uft derzeit ein Verfahren des PR-Rats wegen verdecktem Atom-Lobbyismus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-704517,00.html\">Spiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Tarifeinheit: &raquo;Fataler Vorsto&szlig;&laquo;<\/strong><br>\nGegen die gemeinsam vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb&auml;nde (BDA) geforderte Wiederherstellung der &raquo;Tarifeinheit&laquo; per Gesetz regt sich innergewerkschaftlicher Widerstand. Die ver.di-Bundesfachgruppe Verlage, Druck und Papier hat ihre Organisation und den DGB aufgefordert, &raquo;zur Verteidigung von Streikrecht und Tarifautonomie&laquo; zur&uuml;ckzukehren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/07-07\/006.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>D&uuml;sseldorfer Dilemma<\/strong><br>\nKeineswegs wollen SPD und Gr&uuml;ne bei der Mehrheitsfindung k&uuml;nftig einseitig auf die Linkspartei setzen. Ihr eigentliches Augenmerk richtet sich auf die FDP. Die Hoffnung, dass sich die Liberalen nach einer Schamfrist im Herbst dem D&uuml;sseldorfer Regierungslager noch hinzugesellen k&ouml;nnten, erscheint vor dem Hintergrund ihres Berliner Dilemmas alles andere als verwegen. Eine solche Allianz w&auml;re auch kaum zum Schaden der FDP. Denn ein Wechsel des politischen Lagers wird bei Koalitionsverhandlungen stets h&ouml;her belohnt als der Eintritt in ein sogenanntes Wunschb&uuml;ndnis.<br>\nDer FDP kommt diese Erkenntnis erst nach einer langen Leidensphase, die Gr&uuml;nen haben sie l&auml;ngst schon gemacht. Sie wurde jetzt auch in D&uuml;sseldorf wieder best&auml;tigt. Die neue SPD-Landeschefin Hannelore Kraft ist im Umgang zwar kooperativer als ihre machohaften Vorg&auml;nger &ndash; in der Sache bleiben die Sozialdemokraten an Rhein und Ruhr aber die Partei der Kohle. Was die Gr&uuml;nen in &ouml;kologischer Hinsicht heraushandeln konnten, ist im Vergleich zu ihren zuletzt geschlossenen B&uuml;ndnissen mit der CDU darum eher bescheiden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/duesseldorfer-dilemma\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Paul Kirchhof ist bei der SPD angekommen<\/strong><br>\nDer Philosoph Peter Sloterdijk kam gleich zur Sache: &ldquo;Nach meiner &Uuml;berzeugung geht alle Gewalt vom Fiskus aus, nicht vom Volke.&rdquo; Mit diesem &ldquo;latenten B&uuml;rgerkrieg&rdquo; m&uuml;sse Schluss sein, polterteSloterdijk los, der wegen seines Feldzugs gegen Zwangsabgaben inzwischen als eine Art Guido Westerwelle unter den deutschen Intellektuellen gilt. Als Alternative zum herk&ouml;mmlichen Steuerzahlen pries Sloterdijk &ldquo;die Sch&ouml;nheit des freiwilligen Gebens&rdquo; an.<br>\nMit ihm und Paul Kirchhof hatte sich die SPD am Montagabend zwei erkl&auml;rte Provokateure als geistige Sparringspartner ins Berliner Marie-Elisabeth-L&uuml;ders-Haus geholt. Auf Einladung von Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier wurde auf hohem Niveau gestritten. W&auml;hrend Sloterdijks Thesen aber schnell in die Schublade Utopie verschwanden, h&ouml;rte das sozialdemokratische Publikum dem anderen Diskutanten mit viel Interessezu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/steuer-ideen-im-bundestag-paul-kirchhof-ist-bei-der-spd-angekommen-1.970774\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man reibt sich die Augen, da l&auml;dt die SPD den fr&uuml;heren CDU\/FDP-&ldquo;Steuerstar&ldquo; Kirchhof ein, der einst den Spitzensteuersatz bei 25 % festlegen und Dividenden steuerfrei stellen wollte und dem Schr&ouml;der 2005 verdankte, dass die SPD nicht noch weiter abgest&uuml;rzt ist. Da f&uuml;hrt die SPD ein Gespr&auml;ch &bdquo;auf hohem Niveau&ldquo; mit Sloterdijk, der Mildt&auml;tigkeit an Stelle des Sozialstaats setzen will und Deutschland am Rande eines &bdquo;fiskalischen B&uuml;rgerkriegs&ldquo; sieht.<br>\nDa sieht Steinmeier die Verschuldung als beherrschbar an, wenn man Kirchhofs &ouml;konomischem Dillentantismus folge. Per Gesetz m&ouml;chte Kirchhof festlegen: Steigt die Verschuldung um ein Prozent, sinken automatisch alle Staatsleistungen um diesen Satz. &ldquo;Damit w&uuml;rde jeder B&uuml;rger die Auswirkungen direkt in seinem eigenen Portemonnaie sp&uuml;ren&rdquo;, verspricht er sich als Effekt. Welche B&uuml;rger diese K&uuml;rzungen der Staatsleistungen in ihrem Geldbeutel sp&uuml;ren w&uuml;rden, hat offenbar niemand gefragt. Niemand hat offenbar auch daran gedacht, dass durch Verschuldung in einer Rezession auch die staatliche Nachfrage steigen und damit die Konjunktur gef&ouml;rdert werden k&ouml;nnte.<br>\nEs ist ein Trauerspiel, auf welches Diskussionsniveau die Steinmeier-SPD gesunken ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bildungspolitik: Kein Interesse an Talenten <\/strong><br>\nImmer mehr Migranten sind ohne Schulabschluss. Experten kritisieren die Integrationspolitik der Bundesl&auml;nder. Demnach verlassen 13,3 Prozent der Migrantenkinder die Schule ohne Abschluss. Das ist ein Drittel mehr als in den vergangen Jahren. Obwohl auch die Anzahl der Schulabg&auml;nger ohne Migrationshintergrund von 5,4 auf 7,0 Prozent gestiegen ist, liegt sie hinter der von Migrantenkindern. Kinder von Ausl&auml;ndern steigern zwar langsam ihre schulischen Leistungen. So gebe es heute mehr Sch&uuml;ler mit Realschulabschluss und Abitur. Doch 43 Prozent der 14- bis 19-j&auml;hrigen mit Migrationshintergrund beendet die Schule mit einem Hauptschulabschluss. Insgesamt kommt der Bericht, der heute erst offiziell vorgestellt wird, zu dem Schluss, dass Kinder von Einwanderern im Vergleich zu ihren Altersgenossen mit deutschen Wurzeln meist einen schlechteren Schulabschluss und geringere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2822098&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_unHYPERLINK%20\" http: d_ausland>FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Klammes Hessen pumpt Millionen in Privatuni<\/strong><br>\nHessens staatliche Unis &auml;chzen, weil sie 30 Millionen Euro j&auml;hrlich sparen m&uuml;ssen. Mit fast der gleichen Summe unterst&uuml;tzt das Land die Privathochschule EBS, als Startgeschenk f&uuml;r eine neue Juristenschmiede in Wiesbaden. Ergibt das Sinn? &Ouml;ffentliche Hochschulen und Opposition sind entsetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,704879,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Nat&uuml;rlich hat das einen Sinn &ndash; das ist der Beitrag der hessischen Regierung zur &bdquo;Eliten&ldquo;-F&ouml;rderung. Und dem akademischen Proletariat wird damit noch einmal unmissverst&auml;ndlich gesagt, warum es sich mit Bachelor-Abschl&uuml;ssen zu begn&uuml;gen hat: Weil das politisch so gewollt ist. Selbst dem SPIEGEL scheint unangenehm aufzufallen, mit welcher Kaltschn&auml;uzigkeit der Grundsatz &bdquo;privat vor staatlich&ldquo; durchgesetzt wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>&laquo;Kistenweise&raquo; Geld aus Afghanistan weggeschafft<\/strong><br>\nIn Afghanistan ist offenbar mehr Bargeld illegal ausser Landes geschafft worden als zun&auml;chst angenommen. Insgesamt seien in den vergangenen dreieinhalb Jahren mindestens 4,2 Milliarden Dollar ausser Landes gebracht worden. Die Zahl k&ouml;nne sogar noch h&ouml;her liegen, berichtete die britische Zeitung &laquo;The Times&raquo; unter Berufung auf einen Brief des afghanischen Finanzministers Omar Zakhilwal an die US-Abgeordnete Nita Lowey. In dem Schreiben vom 30. Juni bittet Zakhilwal die USA zudem um Hilfe bei der Aufkl&auml;rung, woher das Geld stammt. In der vergangenen Woche hatte das &laquo;Wall Street Journal&raquo; von rund drei Milliarden Dollar berichtet, die in den vergangenen Jahren &laquo;kistenweise&raquo; aus Kabul herausgeschafft worden seien. Ein US-Ermittler sagte der Zeitung, ein Teil des Geldes stamme vermutlich aus vom Westen finanzierten Hilfs- und und Wiederaufbauprojekten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/afghanistan_schwarzgeld_1.6435553.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Um die Gr&ouml;&szlig;enordnung dieses Abflusses zu begreifen, setze man diese 4,2 Milliarden Dollar in das Verh&auml;ltnis zum BIP von 14 Milliarden Dollar (2009). Das sind 30 Prozent des BIP von 2009. Auch wenn statistische Kennziffern, hier vom IWF, zur Wirtschaft Afghanistan mit Unsicherheiten behaftet sind, so w&uuml;rden ein einige Milliarden gr&ouml;&szlig;eres oder kleineres BIP, nichts daran &auml;ndern, dass hier ins Gewicht fallende Mittel au&szlig;er Landes geschafft werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>China: &ldquo;Wir verdienen einfach viel zu wenig&rdquo;<\/strong><br>\nSie kennen die Arbeitsgesetze und wollen nie wieder zur&uuml;ck ins Dorf. Junge Wanderarbeiter wollen teilhaben am Wohlstand. Haben chinesische Arbeiter das Streikrecht oder nicht?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F07%2F06%2Fa0093&amp;cHash=b285cb5e68\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Sarkozy schlittert in Spendenskandal<\/strong><br>\nZu den gl&uuml;cklichen Empf&auml;ngern der Bargeschenke, die im Stadtpalais des Ehepaars Bettencourt ein- und ausgingen, z&auml;hlten vornehmlich Prominente der Rechten. Und zu den st&auml;ndigen G&auml;sten beim Stelldichein im Hause Bettencourt geh&ouml;rte offenbar auch der damalige B&uuml;rgermeister des Nobelvorortes Neuilly-sur-Seine, Nicolas Sarkozy, Frankreichs amtierender Pr&auml;sident.<br>\n&ldquo;Auch Nicolas Sarkozy bekam seinen Umschlag&rdquo;, zitiert Mediapart die Buchhalterin. &ldquo;Das geschah in der Regel nach dem Essen; jeder im Haus wusste das.&rdquo; Sarkozy war in den neunziger Jahren B&uuml;rgermeister von Neuilly und z&auml;hlte zu den st&auml;ndigen Besuchern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,704887,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Berichterstattung zur BP-&Ouml;lpest wird als Verbrechen behandelt <\/strong><br>\nReporter und Fotografen, die versuchen, &uuml;ber die Verseuchung der Golfk&uuml;ste durch das &Ouml;l der BP-Bohrung zu berichten, werden nun als Kriminelle behandelt. Falls sie das Verbot der BP, das von der US-K&uuml;stenwache durchgesetzt wird, &uuml;bertreten, drohen ihnen bis zu 5 Jahre Haft oder eine Geldbu&szlig;e von 40.000 Dollar.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/news.web-hh.de\/?newsfull=1&amp;lid=33620&amp;rubrik=politik\">Medienwatch<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.com\/2010\/07\/06\/bp-media-clampdown-journa_n_636317.html\">Huffington Post<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Merkels verlogene Volksn&auml;he<\/strong><br>\nL&auml;cheln, Arme anwinkeln, rhythmisch klatschen, fertig ist der Fu&szlig;ball-Fan &ndash; denkt Kanzlerin Merkel beim Besuch der Nationalmannschaft.<br>\nWenn es &uuml;berhaupt etwas gab, das beim rauschhaften 4:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Argentinien negativ auffiel, dann jene Entscheidung des &uuml;bertragenden Senders ZDF, nach nahezu jedem deutschen Tor zu zeigen, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Ehrentrib&uuml;ne jubelte.<br>\nDas wirkt alles so unecht und bewusst f&uuml;r die Kameras inszeniert, dass dem Zuschauer wieder einmal auff&auml;llt, welche Pest Politiker doch sind, die sich telegen auf den Ehrentrib&uuml;nen als leidenschaftliche Anh&auml;nger pr&auml;sentieren und sich fabrikneue Schals um den Hals h&auml;ngen, um noch dem letzten Fernsehzuschauer die eigene Volksn&auml;he zu demonstrieren. Aus Vergn&uuml;gen am Fu&szlig;ball kommen sie nicht, sonst w&uuml;rden sie ja nicht von der Ehrentrib&uuml;ne aus gucken, dem anerkannt &ouml;desten Ort, um in einem Stadion ein Spiel zu schauen.<br>\nAber wie sehr sich die Politik in den letzten Jahren insbesondere an die Nationalelf herangewanzt hat, das hat noch mal eine neue Qualit&auml;t erreicht. Inklusive der unvermeidlichen Besuche in der Kabine, bei denen Bundeskanzlerin Merkel der nach dem Spiel sicher rechtschaffen ersch&ouml;pften Mannschaft wohl kaum wertvolle taktische Hinweise gegeben haben wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/sport\/fussball-wm2010\/merkels-verlogene-volksnaehe\/1876396.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Banker bestimmen EU-Politik; EU-L&auml;nder blockieren Bankenkontrolle; Kritik an Reformpl&auml;nen f&uuml;r Hartz-IV-Regels&auml;tze; Sparen, falsch gemacht; Gesundheitspolitik; Mietwucher in Sozialwohnungen; Programm deckt Korruption auf; Transparency-Chefin arbeitet f&uuml;r PR-Schmiede;Tarifeinheit: &raquo;Fataler Vorsto&szlig;&laquo;; D&uuml;sseldorfer Dilemma; Paul Kirchhof ist bei der SPD angekommen; Interesse an Talenten; Klammes Hessen pumpt Millionen in Privatuni; &laquo;Kistenweise&raquo; Geld aus<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6126\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6126","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6126","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6126"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6126\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6135,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6126\/revisions\/6135"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6126"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6126"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6126"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}