{"id":6159,"date":"2010-07-09T17:00:12","date_gmt":"2010-07-09T15:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6159"},"modified":"2010-07-09T17:00:12","modified_gmt":"2010-07-09T15:00:12","slug":"hinweise-des-tages-2-138","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6159","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Mehr Bretto; Gesundheitsreform: &ldquo;Optimistisch gerechnet&rdquo;; Meinungsvielfalt?; die d&uuml;mmsten K&auml;lber; Zahlenspiele mit befristet Besch&auml;ftigten; immer mehr psychischer Stress; W&ouml;lfin im Schafspelz; &Ouml;liges; Kirchenkrise, n&auml;chste Folge; Nach der Grundschule wird&rsquo;s ungerecht;<br>\nMerkel dr&uuml;ckt Elite-Stipendien durch Bundesrat; Tricks bei Kieler Uni-Rettung; Guantanamo, Schande ohne Ende; ein Jahr nach dem Putsch in Honduras; wer lebt &uuml;ber wessen Verh&auml;ltnisse. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Mehr Bretto<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Norbert Klusen zur Gesundheitsreform: &ldquo;Optimistisch gerechnet&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Meinungsvielfalt? <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Die d&uuml;mmsten K&auml;lber&hellip;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Zahl der befristet Besch&auml;ftigten ging in der Krise zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Arbeitnehmer plagt immer mehr psychischer Stress<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">W&ouml;lfin im Schafspelz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Verbraucherpreise Juni 2010: + 0,9% gegen&uuml;ber Juni 2009<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Ghana: &Ouml;lige Tagtr&auml;ume<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">&Ouml;l, Geld, Meinungsmache, Macht <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Kirchenkrise, n&auml;chste Folge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Nach der Grundschule wird&rsquo;s ungerecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Merkel dr&uuml;ckt Elite-Stipendien durch Bundesrat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">L&uuml;becker Medizinstudium: Wie Schavan die Uni-Rettung herbeitrickste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">US-Gefangenenlager Guantanamo Schande ohne Ende? <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Ein Jahr nach dem Putsch in Honduras<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Zu guter Letzt: Wer lebt &uuml;ber wessen Verh&auml;ltnisse<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Mehr Bretto<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li>\n<strong>Bild: Trotz Beitrags-Schock bleibt 2011 netto mehr<\/strong><br>\nDie gute Nachricht: Die angek&uuml;ndigten Beitragserh&ouml;hungen fressen die bisherigen Steuerentlastungen nicht komplett auf!<br>\nIm n&auml;chsten Jahr haben Arbeitnehmer mehr Geld im Portemonnaie als vor der Wahl 2009.<br>\nJe nach Einkommen bleiben bis zu 169 Euro mehr Netto\/Monat.<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/100709_steuerkls.png\" alt=\"Mehr Brutto\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2010\/07\/09\/mehr-netto\/trotz-steigenden-arbeitslosen-und-kassenbeitrages.html\">Bild<\/a> <\/li>\n<p><strong>Dagegen:<\/strong><\/p>\n<li><strong>Versprechen nicht gehalten<\/strong><br>\nF&uuml;r Millionen Arbeitnehmer in Deutschland steigt durch die schwarz-gelbe Regierung die Steuer- und Abgabenlast. Statt mehr Netto vom Brutto gibt es f&uuml;r alle Singles weniger. Dies ist das ern&uuml;chternde Ergebnis nach den Entscheidungen zur Gesundheitsreform, wie Berechnungen zeigen, die der Bund der Steuerzahler exklusiv f&uuml;r die FR angestellt hat.<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/100709_was_bleibt.png\" alt=\"Familie\"><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/100709_was_bleibt_2.png\" alt=\"Single\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?em_cnt=2825821&amp;\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine Berechnung von einem Institut, zwei v&ouml;llig unterschiedliche Bewertungen. Die Bild-Zeitung spielt mal wieder das Sprachrohr der Regierung und verk&uuml;ndet die Regierungslosung &bdquo;Mehr Netto vom Brutto&ldquo;. Dass die angegebene Entlastung erst ab einem monatlichen Brutto von 6.000 Euro (wer hat das schon?) anf&auml;llt, geh&ouml;rt mit in die Kategorie Regierungspropaganda.<br>\nAnders dagegen Markus Sievers in der FR: Danach bleibt f&uuml;r Singles weniger Netto vom Brutto (siehe Tabelle) und f&uuml;r Familien sieht die Bilanz &bdquo;nicht gerade rosig&ldquo; aus (Siehe Tabelle). Das Mehr vom Brutto liegt maximal bei 0,38 %.<br>\nAuch Bild kommt nicht daran vorbei, dass bei den Besserverdienenden mehr im Geldbeutel bleibt. Unerw&auml;hnt bleibt im Springer-Blatt, dass bei Single-Haushalten die mittleren Einkommen, das st&auml;rkste Minus haben. Das liegt an der Beitragsbemessungsgrenze von 45.000 Euro, denn wer mit seinem Gehalt dar&uuml;ber liegt zahlt nichts mehr  zus&auml;tzlich f&uuml;r das Gesundheitswesen und kann dazu noch die Krankenkassenbeitr&auml;ge seit 1. Januar 2010 &uuml;berproportional von der Steuer absetzen.<br>\nAuch bei den Familienhaushalten profitieren die Bezieher hoher Einkommen besonders stark.<br>\nWas in die Berechnungen des &bdquo;Bundes der Steuerzahler&ldquo; &uuml;berhaupt noch nicht eingegangen ist, das sind die in Zukunft wohl von immer mehr Kassen eingeforderten und mit gro&szlig;er Wahrscheinlichkeit ansteigenden Zusatzbeitr&auml;ge, die ausschlie&szlig;lich von den Arbeitnehmern zu bezahlen sind und wof&uuml;r bis zu 2% des Nettoeinkommens f&auml;llig werden k&ouml;nnen. Werden diese noch ber&uuml;cksichtigt, d&uuml;rfte f&uuml;r die ganz &uuml;berwiegende Zahl der Arbeitnehmer weniger Netto vom Brutto bleiben.<br>\nDer Unterschied in der Betrachtung von Bild und FR d&uuml;rfte sich daraus ergeben, dass Bild  die Jahre 2009 (also noch Steuersenkungen der der Gro&szlig;en Koalition einberechnet) mit 2011 in Vergleich setzt, w&auml;hrend die FR ausschlie&szlig;lich die Ma&szlig;nahmen vergleicht, die &bdquo;auf das Konto&ldquo; von Schwarz-Gelb gehen.<br>\nOb die Berechnungen des Karl-Br&auml;uer-Instituts &uuml;berhaupt valide sind l&auml;sst sich aus den Tabellen nicht erschlie&szlig;en. Das Karl-Br&auml;uer-Institut ist das wissenschaftliche Aush&auml;ngeschild des Bundes der Steuerzahler. Der sog. &bdquo;Bund der Steuerzahler&ldquo;, dessen Mitglieder zu 60 bis 70 Prozent aus Unternehmen und dem gewerblichen Mittelstand kommen, ist nichts anderes als eine Lobbyorganisation, die gegen Steuern und Sozialabgaben zu Felde zieht.<\/em> <\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Norbert Klusen zur Gesundheitsreform: &ldquo;Optimistisch gerechnet&rdquo;<\/strong><br>\nDer Chef der Techniker-Krankenkasse befindet: Man muss auch Arbeitgeber an den Kosten der Gesundheit beteiligen. Die Gesundheitsreform sei sehr optimistisch gerechnet.<br>\nDie Arbeitgeber gar nicht mehr an den Kostensteigerungen zu beteiligen, halte ich f&uuml;r falsch. Die Betriebe sch&auml;tzen viel zu wenig, welchen Nutzen das Gesundheitssystem auch f&uuml;r sie hat. Deswegen sollte man die Beteiligung der Arbeitgeber an den Gesundheitsausgaben wenigstens an konjunkturelle Parameter binden. Wenn die Konjunktur gut l&auml;uft, w&auml;re auch eine Erh&ouml;hung des Arbeitgeberanteils zur gesetzlichen Krankenversicherung angemessen.<br>\nSowohl auf der Einnahmen- als auch auf der Ausgabenseite sind die Annahmen sehr positiv. Ich erwarte, dass die Zusatzbeitr&auml;ge bis 2014 die H&ouml;he von durchschnittlich 16 Euro eher &uuml;bersteigen werden. Damit werden auch mehr Menschen als prognostiziert Hilfe &uuml;ber den Sozialausgleich ben&ouml;tigen. Eine Milliarde Euro aus Steuergeldern wird da vermutlich nicht reichen, das kostet mehr Geld.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/2829459_Norbert-Klusen-zur-Gesundheitsreform-Optimistisch-gerechnet.html%20\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Meinungsvielfalt? <\/strong><br>\nZu unserem heutigen Hinweis <a href=\"\/?p=6143#h10\">&bdquo;Zur finanziellen Situation privater Haushalte&ldquo;<\/a> schreibt uns ein Leser<br>\n&hellip;ist das die Hitze oder dreht die Wirtschaftsabteilung der S&uuml;ddeutschen durch, da sie offenbar 20% der Bev&ouml;lkerung in der Frage der Zufriedenheit &uuml;ber die Einkommen einfach ignoriert?<br>\nDie WELT sah das anders, aber nur eine Stunde lang: Offenbar gab es bei der WELT kurz nach Ver&ouml;ffentlichung des ersten Artikels zu der gleichen Studie eine Redaktionsbesprechung und aus ungl&uuml;cklichen Deutschen wurden wieder gl&uuml;ckliche&hellip;.\n<p>Hier einmal ein paar Ausschnitte durch den Bl&auml;tterwald, der verdeutlicht, wie seltsam auseinander die Meinungen &uuml;ber die &ldquo;Einkommensstudie&rdquo; gehen. Zur Sicherheit dabei jeweils ein Snapshot, denn offenbar werden &Uuml;berschriften noch umgetextet&hellip;<\/p>\n<p>Snapshot S&uuml;ddeutsche: Mit dem Einkommen zufrieden<br>\nDie meisten Haushalte k&ouml;nnen mit ihren monatlichen Einkommen offenbar gut leben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/100709_geldknapp.jpg\" alt=\"ausszug sueddeutsche\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/f5B383\/3442602\/Mit-Einkommen-zufrieden.html\">SZ<\/a> <\/p>\n<p>Focus hingegen schreibt:<br>\nIn jedem f&uuml;nften Haushalt reicht das Geld nicht<br>\nSnapshot Focus:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/100709_geldknap2.jpg\" alt=\"ausschnitt focus\"><\/p>\n<p>Mit der gleichen &Uuml;berschrift der Spiegel:<br>\n<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,705372,00.html%20\">Jeder f&uuml;nfte Haushalt knapp bei Kasse<\/a><\/p>\n<p>Auch die Welt meint zun&auml;chst:<br>\nKnapp bei Kasse<br>\n<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/die-welt\/wirtschaft\/article8381436\/Knapp-bei-Kasse.html\">Jeder f&uuml;nfte Haushalt in Deutschland kommt nicht mit seinem Einkommen aus<\/a><br>\nSnapshot WELT: <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/100709_geldgenugweltneinnein.jpg\" alt=\"ausschnitt welt\"><\/p>\n<p>Offenbar hatten die wirtschaftsliberalen Bl&auml;tter gerade Redaktionsbesprechung untereinander und die WELT hat es sich ca. 1 Stunde nach Ver&ouml;ffentlichung des ersten Artikels nochmal anders &uuml;berlegt . Den Deutschen geht  es pl&ouml;tzlich wieder gut&hellip;denn pl&ouml;tzlich schreibt die Welt 1 Std. sp&auml;ter um 07:43 Uhr:<br>\n<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/die-welt\/wirtschaft\/article8381750\/Deutsche-kommen-mit-ihrem-Einkommen-gut-aus.html\">Deutsche kommen mit ihrem Einkommen gut aus <\/a> <\/p>\n<p>Sicherheitshalber wurde die Kommentarfunktion der WELT schon mal abgeschaltet&hellip;<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die d&uuml;mmsten K&auml;lber&hellip;<\/strong><br>\nDer kluge Kopf wurde heute schon beim Fr&uuml;hst&uuml;ck beleidigt, als er beim Umbl&auml;ttern durch eine ganzseitige Anzeige der Karnevalsvereinigung INSM besudelt wurde. Und zwar auf das &Uuml;belste besudelt wurde. Ohne Vorwarnung. Ohne Distanzierung der Redaktion.<br>\nDie INSM, in der bekanntlich einige bundesweit t&auml;tige Industrielobbyisten als &Ouml;konomen verkleidet ihrem Gewerbe nachgehen, fordert den Staat zum Sparen auf. Und alle klugen K&ouml;pfe, die nicht klug genug waren, das Machwerk einfach zu &uuml;berbl&auml;ttern, sollten es aus ihrem berufenen Munde h&ouml;ren:<br>\n<strong>&ldquo;Jede Ausgabe des Staates beruht auf einem Verzicht des Volkes&rdquo;<\/strong><br>\nKlar &ndash; wer so einen Schwachsinn in gro&szlig;en Lettern in Umlauf gibt, und gleichzeitig (beamteter) Lehrstuhlinhaber an einer deutschen Universit&auml;t ist, der beruft sich lieber auf ein Zitat von Ludwig Erhard, als mit seinem eigenen Namen daf&uuml;r gerade stehen zu m&uuml;ssen. Die Professoren, die sich so zahlreich bei der INSM engagieren, sollten bei einem derart bl&ouml;dsinnigen Geschwafel, das man nicht anders als &ldquo;glatte L&uuml;ge&rdquo; bezeichnen muss, vor Scham im Erdboden versinken; der Prominenz aus Sport und Kultur, die bei der INSM ebenfalls versammelt ist, sollte man hingegen nicht b&ouml;se sein: Ihr darf man wohl Ahnungslosigkeit zu Gute halten.<br>\nDass jede Ausgabe des Staates unmittelbar zu einer Einnahme von irgendjemand wird und daher noch nicht einmal theoretisch zu einem &ldquo;Verzicht des Volkes&rdquo; f&uuml;hrt &ndash; diese simple Wahrheit scheint den INSM-Propagandisten ein m&auml;chtiger Dorn im Auge zu sein. All diejenigen, die ihre Einnahmen aus Zahlungen des Staates bestreiten &ndash; Beamten, Soldaten, Lehrer, Krankenschwestern, Feuerwehrleute oder Transferleistungsempf&auml;nger -, geh&ouml;ren nach Darstellung der INSM dann offenbar nicht zum &ldquo;Volk&rdquo;. Und all die deutschen Firmen, die Auftr&auml;ge f&uuml;r den Staat erledigen, schicken ihre Rechnungen offenbar an irgendeinen Postkasten au&szlig;erhalb des Bundesgebiets.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weissgarnix.de\/2010\/07\/07\/die-dummsten-kalber\/#more-5411\">weissgarnix<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Zahl der befristet Besch&auml;ftigten ging in der Krise zur&uuml;ck<\/strong><br>\nDie Zahl der befristet Besch&auml;ftigten lag 2009 mit rund 2,5 Millionen etwa 150.000 niedriger als im Vorjahr. Bei nahezu gleichbleibender Zahl der Besch&auml;ftigten insgesamt ist damit der Anteil der befristet Besch&auml;ftigten auf 8,8 Prozent gesunken, zeigt eine Studie des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). 2008 hatte der Anteil mit 9,3 Prozent so hoch gelegen wie nie zuvor.<br>\nAuch die Zahl der &Uuml;bernahmen von befristeter in unbefristete Besch&auml;ftigung ging zur&uuml;ck. Wurden 2008 noch 52 Prozent der zun&auml;chst befristet angestellten Arbeitnehmer anschlie&szlig;end in eine unbefristete Besch&auml;ftigung &uuml;bernommen, lag der Anteil im Jahr 2009 nur noch bei 45 Prozent. Im produzierenden Gewerbe sank er sogar von 68 auf 38 Prozent.<br>\nIm gleichen Zeitraum habe sich im produzierenden Gewerbe allerdings auch die Anzahl der K&uuml;ndigungen bei regul&auml;ren Arbeitsvertr&auml;gen mehr als verdoppelt. Zudem sei die Zahl der im Produktionssektor eingesetzten Leiharbeiter erheblich zur&uuml;ckgegangen. Es k&ouml;nne also nicht von einer Personalanpassung gesprochen werden, die ausschlie&szlig;lich auf dem R&uuml;cken befristet Besch&auml;ftigter ausgetragen wird, kommentiert IAB-Arbeitsmarktexperte Christian Hohendanner die Forschungsergebnisse.<br>\nDen insgesamt eher geringen R&uuml;ckgang der befristeten Besch&auml;ftigungen erkl&auml;rt IAB-Forscher Hohendanner damit, dass der Gro&szlig;teil der befristet Besch&auml;ftigten nicht in den unmittelbar konjunkturabh&auml;ngigen Branchen wie dem exportorientierten Produktionssektor arbeite. 40 Prozent aller befristet Besch&auml;ftigten seien in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sozialwesen, in &ouml;ffentlichen oder gemeinn&uuml;tzigen Einrichtungen t&auml;tig. Befristet werde in diesen Bereichen vor allem, weil Projekt- und Haushaltsmittel h&auml;ufig nur f&uuml;r einen kurzen Zeitraum vergeben werden.<br>\nBei Anstellungen im produzierenden Gewerbe dominieren laut Hohendanner dagegen immer noch unbefristete Arbeitsvertr&auml;ge. Trotz der durch die Krise gestiegenen Unsicherheit gebe es im produzierenden Gewerbe keine Zunahme des Anteils befristeter Neueinstellungen &ndash; w&auml;hrend bei den &ouml;ffentlichen und sozialen Einrichtungen der Trend zur befristeten Neueinstellung ungebrochen sei. &bdquo;<strong>In der &ouml;ffentlichen Verwaltung sind mittlerweile 68 Prozent der neuen Arbeitsvertr&auml;ge befristet<\/strong>&ldquo;, so Hohendanner.<br>\nAnteil der Befristungen an den Neueinstellungen ist weiter gestiegen<br>\n<strong>In der Gesamtbetrachtung &uuml;ber alle Branchen hinweg hat damit auch der Anteil der befristeten Neueinstellungen mit 47 Prozent im Jahr 2009 einen neuen H&ouml;chststand erreicht.<\/strong> 2008 lag der Anteil noch bei 44 Prozent, 2001 erst bei 32 Prozent. &bdquo;Vor allem in der &ouml;ffentlichen Verwaltung, aber auch in den Branchen Gesundheit und Sozialwesen, Erziehung und Unterricht sowie bei den Nonprofit-Organisationen sind Befristungen heute schon das Normaleinstellungsverh&auml;ltnis&ldquo;, stellt Hohendanner fest.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2010\/kb1410.pdf\">IAB-Studie [PDF &ndash; 405 KB]<\/a>  \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die hier zitierte Pressemitteilung des IAB belegt wieder einmal, dass das IAB eine Abteilung der Bundesagentur und kein unabh&auml;ngiges Forschungsinstitut ist, sondern zumindest in der Au&szlig;endarstellung die Politik der Bundesregierung zu besch&ouml;nigen hat.<br>\nMan h&auml;tte auch die &Uuml;berschrift w&auml;hlen k&ouml;nnen: Befristete Neueinstellungen erreichen mit 47% einen neuen H&ouml;chstand. In der &ouml;ffentlichen Verwaltung sind zwei Drittel aller Arbeitsvertr&auml;ge befristet. Oder: Die &Uuml;bernahme von befristeten in unbefristete Arbeitsverh&auml;ltnisse ging zur&uuml;ck.<br>\nDie Aussage des IAB-Arbeitsmarktexperten Hohendanner, man k&ouml;nne nicht von einer Personalanpassung gesprochen werden, die ausschlie&szlig;lich auf dem R&uuml;cken befristet Besch&auml;ftigter ausgetragen werde, ist ein Euphemismus. Da wird ein minimaler R&uuml;ckgang<br>\nvon befristet Besch&auml;ftigten um 0,5% als Erfolg dargestellt, obwohl alle anderen Daten darauf hinweisen, dass die Krise sehr wohl zu Lasten der Arbeitnehmer und der Arbeitsplatzsicherheit geht.<\/em><\/p><\/li>\n<li>\n<a name=\"h06\"><\/a><strong>Arbeitnehmer plagt immer mehr psychischer Stress<\/strong><br>\nDie l&auml;ngsten Fehlzeiten im Job r&uuml;hren von psychischen Problemen her.<br>\nKrankheitsgrund Nummer Eins aber bleibt der R&uuml;cken.<br>\nDeutschlands Arbeitnehmer fehlen immer h&auml;ufiger wegen psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz. Die Anzahl solcher Krankheitsf&auml;lle ist im vergangenen Jahr auf einen H&ouml;chststand angestiegen, berichtete die &bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo; unter Berufung auf eine Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Die Forscher werteten daf&uuml;r die Krankheitsdaten von 9,7 Millionen erwerbst&auml;tigen AOK-Mitgliedern aus.<br>\nDemnach sind psychisch bedingte Erkrankungen f&uuml;r die l&auml;ngsten Fehlzeiten verantwortlich. &bdquo;Bei einer Atemwegserkrankung fehlt ein Besch&auml;ftigter im Schnitt 6,5 Tage, bei einer psychischen Erkrankung sind es fast 23 Tage&ldquo;, sagte der Mitherausgeber der Studie und stellvertretender Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Instituts, Helmut Schr&ouml;der&hellip;<br>\nSchon jetzt seien aber psychische Erkrankungen die h&auml;ufigste Ursache f&uuml;r Fr&uuml;hverrentungen. 2007 begr&uuml;ndete jeder Dritte seinen vorzeitigen Ausstieg aus dem Beruf mit hartn&auml;ckigen Depressionen oder anderen seelischen St&ouml;rungen. Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamts sei durch die Volkskrankheit Depression im Jahr 2006 ein Schaden von 26,7 Milliarden Euro entstanden.<br>\nDie Ursachen f&uuml;r die deutliche Zunahme der psychischen Probleme vermuteten Gewerkschaften und Betriebs&auml;rzte im steigenden Stress einer stark ver&auml;nderten und beschleunigten Arbeitswelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/gesundheit\/psychologie\/article8383799\/Arbeitnehmer-plagt-immer-mehr-psychischer-Stress.html%20\">WELT<\/a>\n<p><strong>Dazu:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Psychisch krank durch Stress Diagnose:<\/strong> Ausgebrannt und leer gepresst<br>\nImmer erreichbar, nie voll da: Arbeitnehmer gelten als Hochleistungsfaktor, der nie Pause machen darf &ndash; und gehen daran kaputt. Das kann sich unsere Gesellschaft nicht leisten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/psychisch-krank-durch-stress-diagnose-ausgebrannt-und-leer-gepresst-1.972289%20\">SZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ursula Engelen-Kefer: W&ouml;lfin im Schafspelz<\/strong><br>\nW&auml;hrend sich die Bundesb&uuml;rger noch im Fu&szlig;ballfieber befinden, startet Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ihre &ldquo;Charmeoffensive&rdquo;, um k&uuml;nftig bei Erwerbslosen, Familien und Alleinstehenden j&auml;hrlich 30 Milliarden Euro einzusparen. Kommunikationstechnisch klug verkauft sie diese Entscheidung als gerecht: Der Sozialetat mache ja mit 147 Milliarden Euro etwa die H&auml;lfte des Bundeshaushalts aus. Bei einem &ldquo;Sparpaket&rdquo;, das insgesamt rund 80 Milliarden Euro umfasst, sei sie da &ldquo;nur&rdquo; mit Einsparungen von etwa einem Drittel dabei. Was sie verschweigt: Dieses Drittel soll ausschlie&szlig;lich bei den finanziell Schw&auml;chsten geholt werden. Also bei denen, die keine Lobby haben und sich ohnehin mehrheitlich von der Linkspartei vertreten sehen &ndash; falls sie &uuml;berhaupt w&auml;hlen gehen. Von der Leyen verantwortet hochprofessionell und diszipliniert die Versch&auml;rfung einer Klassengesellschaft in Deutschland.<br>\nBesonders befremdlich ist auch die Begr&uuml;ndung der Bundesarbeitsministerin zu der vorgesehenen Streichung der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge f&uuml;r Langzeitarbeitslose von 40 Euro: Den Arbeitslosen t&auml;te dies nicht weh, da sie von den 2,09 Euro im Monat an Rentenleistungen nichts h&auml;tten, sagt sie. Demgegen&uuml;ber br&auml;chten diese K&uuml;rzungen der Bundesregierung 1,8 Milliarden weniger Ausgaben pro Jahr. Was f&uuml;r eine Verdrehung der Tatsachen! Demn&auml;chst m&uuml;ssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber &uuml;ber h&ouml;here Beitr&auml;ge und Rentner durch niedrigere Leistungen die Zeche f&uuml;r das Sparpaket zahlen &ndash; 8 Milliarden Euro bis 2014. Die Kommunen m&uuml;ssen die Armutsrenten der Arbeitslosen &uuml;ber die Grundsicherung finanzieren. Damit bleiben ihnen noch weniger Mittel, um den ehemaligen Herzenswunsch der Exfamilienministerin zu erf&uuml;llen: den Ausbau der Betreuung und Erziehung der Kinder.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F07%2F08%2Fa0091&amp;cHash=616b0fd1e2\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Verbraucherpreise Juni 2010: + 0,9% gegen&uuml;ber Juni 2009<\/strong><br>\nWie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist der Verbraucherpreisindex f&uuml;r Deutschland im Juni 2010 gegen&uuml;ber Juni 2009 um 0,9% gestiegen. Die <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2010\/07\/PD10__240__611,templateId=renderPrint.psml\">Inflationsrate<\/a> gemessen am Verbraucherpreisindex ist damit im Juni 2010 leicht zur&uuml;ckgegangen: im Mai 2010 hatte die Jahresteuerungsrate noch bei + 1,2% gelegen. Der f&uuml;r die Geldpolitik wichtige Schwellenwert von zwei Prozent wird weiterhin deutlich unterschritten. Im Vergleich zum Vormonat Mai 2010 erh&ouml;hte sich der Verbraucherpreisindex um 0,1%. Die Sch&auml;tzung f&uuml;r Juni 2010 wurde damit best&auml;tigt.\n<p>Die Inflationsrate wird nach wie vor von den Preisentwicklungen der Energieprodukte gepr&auml;gt. Die Preise f&uuml;r Mineral&ouml;lprodukte lagen deutlich &uuml;ber dem Vorjahresniveau (+ 11,4%; davon leichtes Heiz&ouml;l: +23,5%; Kraftstoffe: + 8,5%). Ohne Ber&uuml;cksichtigung der Mineral&ouml;lprodukte h&auml;tte die Jahresteuerungsrate nur + 0,4% betragen. Die binnen Jahresfrist r&uuml;ckl&auml;ufigen Preise f&uuml;r Gas (&minus; 8,9%) sowie f&uuml;r Umlagen f&uuml;r Zentralheizung und Fernw&auml;rme (&minus; 10,6%) wirken dagegen inflationsd&auml;mpfend.<br>\nDie Preise f&uuml;r Nahrungsmittel lagen im Juni 2010 um 1,2% &uuml;ber dem Vorjahresniveau.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2010\/07\/PD10__240__611,templateId=renderPrint.psml%20\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Hauptsorge der &ouml;konomischen &bdquo;Experten&ldquo; gilt trotzt dieser niedrigen Preissteigerungsrate der Inflation. Mit dem Sch&uuml;ren der Inflations&auml;ngste werden Lohnzur&uuml;ckhaltung und Schuldenabbau als priorit&auml;re Ziele postuliert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ghana: &Ouml;lige Tagtr&auml;ume<\/strong><br>\nIm Oktober beginnt der Export von Roh&ouml;l aus dem Jubilee-Feld im Golf von Guinea vor Ghanas K&uuml;ste. 125&thinsp;000 Barrel &ndash; knapp zwanzig Millionen Liter &ndash; sollen hier zun&auml;chst t&auml;glich gef&ouml;rdert werden, f&uuml;r die Staatskasse bedeutet das Einnahmen von j&auml;hrlich &uuml;ber einer Milliarde Franken. Mit der Erschliessung weiterer &Ouml;lfelder unter dem Meeresgrund in den kommenden Jahren soll diese Summe sich vervierfachen, sch&auml;tzen ExpertInnen. Tausende hoffen vom &Ouml;lboom profitieren zu k&ouml;nnen. Wer auf der K&uuml;stenstrasse durch staubige Fischerd&ouml;rfer nach Takoradi kommt, sieht sofort den Aufbruch: renovierte, frisch gestrichene H&auml;user und viele Neubauten, an denen Werbetafeln und Firmenschilder glitzern. Die Preise f&uuml;r Bauland und Immobilien, so heisst es, sind explodiert. UnternehmerInnen planen Hotels und Golfanlagen f&uuml;r die erwarteten ArbeiterInnen aus &Uuml;bersee; StudentInnen an der &ouml;rtlichen Hochschule belegen Kurse in Mechanik und Ingenieurswissenschaften, um einige der hoch qualifizierten Stellen abzubekommen, die auf den &Ouml;lplattformen vergeben werden. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sind die Erwartungen &uuml;berzogen: An Bord der Bohrplattform Erik Raude etwa arbeitet nur eine kleine, hoch qualifizierte Crew mit SpezialistInnen aus der ganzen Welt. Mit skeptischem Blick sieht auch Chief Nana Kobina Nketsia V, das Oberhaupt der traditionellen Autorit&auml;ten der Region Essikado, in der die Doppelstadt Sekondi-Takoradi liegt, den neuen &Ouml;lreichtum. &ldquo;Die Leute hier m&uuml;ssen an der &Ouml;loperation beteiligt werden. Und dabei geht es nicht darum, nur ein bisschen Geld hierzulassen&raquo;, sagt Nketsia. &laquo;&Ouml;l kann ein Fluch sein, wenn die Menschen sich ausgeschlossen f&uuml;hlen.&rdquo;<br>\nDoch kritische Worte wie die von Nketsia sind selten in Ghana, das im Index der menschlichen Entwicklung des Uno-Entwicklungsprogramms weit hinten auf Platz 152 rangiert. In Armenvierteln wie Ashaiman, das am Rand der Hauptstadt Accra liegt, wollen die BewohnerInnen nur eins: etwas vom Geldsegen abhaben. In Erwartung des &Ouml;lreichtums erlebt auch Accra einen beispiellosen Aufschwung. Hotels, B&uuml;ro&shy;hochh&auml;user und Einkaufszentren werden aus dem Boden gestampft. Indische und chinesische Bautrupps haben rechtzeitig vor der Wahl Ende 2008 den neuen Pr&auml;sidentenpalast fertiggestellt; Kos&shy;ten: f&uuml;nfzig Millionen US-Dollar. Um diese und andere Rechnungen bezahlen zu k&ouml;nnen, verschuldete sich Ghana mit 750 Millionen US-Dollar.Vor einem solchen Leben auf Pump warnt Ghanas Pr&auml;sident John Atta Mills, von Haus aus &Ouml;konom. Er will es langsam angehen lassen und die Einnahmen aus den &Ouml;l- und Gasfunden nutzen, um Ghana zu industrialisieren. &laquo;Wir brauchen eine diversifizierte &Ouml;konomie f&uuml;r das 21. Jahrhundert&raquo;, sagt Atta Mills. So will der Pr&auml;sident eine petrochemische Industrie f&ouml;rdern, die g&uuml;nstigen Kunstd&uuml;nger produziert. Ein Entwicklungsfonds soll den &uuml;berwiegend armen B&auml;uerInnen helfen, dringend ben&ouml;tigte Investitionen vorzunehmen. Parallel will der Pr&auml;sident die n&ouml;tigen Fabriken schaffen, um ghanaische Ressourcen vor Ort zu verarbeiten. Doch ob die Pl&auml;ne verwirklicht werden, bleibt abzuwarten. Bereits sind die ersten Korruptionsskandale im Zusammenhang mit dem neuen &Ouml;lreichtum aufgedeckt worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/print_19529.html\">woz.ch<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es w&auml;re einem der &auml;rmsten L&auml;nder der Erde zu w&uuml;nschen, dass die &Ouml;lgelder in die Gesamtwirtschaft investiert w&uuml;rden und nicht wie in Nigeria und Mozambique nur einige Wenigen vom neuen &Ouml;lreichtum profitierten. Allerdings machen die ausl&auml;ndischen Investoren aus den USA und Gro&szlig;britannien den eigentlichen Profit. Die Chancen, dass ein Teil der &Ouml;lgelder der Gesamtwirtschaft zugute kommen, stehen indes in Ghana besser. Das Land, das als erstes in Afrika die Unabh&auml;ngigkeit erlangte, hat sich nach etlichen Milit&auml;rputschen politisch stabilisiert und wird auch nicht wie Nigeria von ethnischen Konflikten heimgesucht. Vor dem Hintergrund der &Ouml;lkatastrophe im Golf von Mexiko treten hingegen andere Sorgen in den Vordergrund. Auch wenn norwegische Sicherheitsrichtlinien gelten, d&uuml;rften Katastrophen in mehr als 4.000 Metern Wassertiefe nicht mehr beherrschbar sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&Ouml;l, Geld, Meinungsmache, Macht <\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&Ouml;lige Verbindungen II <\/strong><br>\nAuch die Richter des Berufungsgerichts, das gestern gegen Obamas Tiefsee-Bohrstopp entschied, sollen enge Verbindungen zu Energieunternehmen und Big Oil haben<br>\nEin US-Bundesberufungsgericht hat gestern erneut gegen den von der Regierung verf&uuml;gten Stopp f&uuml;r Tiefsee-&Ouml;lbohrungen vor der K&uuml;ste im Golf von Mexiko entschieden. Mit einer 2 zu 1-Richtermehrheit befand das Gericht, dass es nicht nachgewiesen sei, wonach die Tiefsee-Bohrungen vor der K&uuml;ste &ldquo;die Gefahr eines nicht-reparierbaren Schadens&rdquo; im Golf von Mexiko riskieren. Dem stellte es die Sch&auml;den f&uuml;r die heimische Industrie, f&uuml;r die Region am Golf und die heikle Lage der heimischen Energieversorgung gegen&uuml;ber.<br>\n&Auml;hnlich wie bei dem Richter Martin Feldman, der im Juni den Tiefsee-Bohrstopp aufhob (siehe &Ouml;lige Verbindungen), bestehen nach einem Bericht der B&uuml;rgerrechtsorganisation Alliance for Justice starke Indizien f&uuml;r einen Interessenskonflikt der Richter. Die Richter des Berufungsgerichts h&auml;tten allesamt enge Verbindungen zur &Ouml;lindustrie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/2\/147986%20\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Macht und Geld und Politik<\/strong><br>\nDer Schmierstoff des politischen Getriebes ist das Geld: Wer es hat und f&uuml;r seine Zwecke einsetzt, bestimmt die Politik. Pr&auml;sident Clinton lieh gegen Spenden den Bankchefs sein Ohr, Minister werden mit Posten in der freien Wirtschaft belohnt. All dies widerspricht den egalit&auml;ren Grundideen der Demokratie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2010\/06\/11.mondeText.artikel,a0002.idx,0\">Le Monde diplomatique<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Mag sein, dass wir in Japan, China, Ru&szlig;land, Skandinavien, Deutschland, Italien und den USA immer noch verschiedene Formen des Kapitalismus vorfinden, aber im Verh&auml;ltnis von Politik und Kapital findet immer mehr eine Angleichung statt. Damit d&uuml;rfte auf l&auml;ngere Sicht eine Durchkapitalisierung des Globus nach gleichem Muster erfolgen. Was das Vertrauen in staatliche Institution weiter untergr&auml;bt sind die Anzeichen, dass auch die Gerichtsbarkeit in den Sog von Kapitalinteressen ger&auml;t. Anders ist die erneute Abweisung des &Ouml;lbohrverbots durch ein Berufungsgericht in New Orleans nicht zu erkl&auml;ren. Die Regierung habe keine Beweise daf&uuml;r, dass <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,705497,00.html\">die Bohrungen eine Bedrohung f&uuml;r den Golf darstellten<\/a>.<br>\nZwar spielt in Louisiana auch die Fischereiwirtschaft eine Rolle, aber ein Ende der Offshore-Bohrungen wird als Katastrophe empfunden. &Uuml;berall von der K&uuml;ste aus sind&nbsp; Bohrt&uuml;rme zu sehen. Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, machte wegen des Verbots massiv Front gegen Obama. Dass die Richter der Region befangen sein k&ouml;nnten belegt eine eine Meldung der Nachrichtenagentur Associated Press. 37 von 64 erfahrenen Richtern (&ldquo;federal judges&rdquo;), die in den entscheidenden juristischen Distrikten von Louisiana, Texas, Alabama, Mississippi und Florida zum Zug kommen k&ouml;nnten, haben Verbindungen zu BP, Halliburton oder Transocean, die Glaubw&uuml;rdigkeitsprobleme mit sich bringen k&ouml;nnten. Die Agentur hat dabei nur die amtlichen Offenlegungen der Richter vom Jahre 2008 &uuml;berpr&uuml;ft. Viele haben Aktien der drei Unternehmen, die in praktisch jeder der 150 Zivilklagen benannt werden, andere profitieren von Lizenzgeb&uuml;hren f&uuml;r die &Ouml;l-F&ouml;rderung oder haben direkt in Drittunternehmen investiert. Ein Richter in Mississippi, in dessen Zust&auml;ndigkeitsbereich mehrere Klagen eingereicht wurden, referiert auf Einladung von <a href=\"http:\/\/www.krone.at\/Nachrichten\/Richter_mit_BP-Aktien_erschweren_Oelpest-Prozesse-Interessenskonflikte-Story-203637\">&Ouml;lkonzernen vor deren Mitarbeitern<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das ged&auml;mpfte Rauschen<\/strong><br>\nEs entspricht den ungeschriebenen Abnutzungsgesetzen der Massenkommunikation, dass noch die gr&ouml;&szlig;te Krise oder die sensationellste Katastrophe innert k&uuml;rzester Zeit wie von selbst allt&auml;glich wird. In den USA haben wir das bei der Irak-Kriegsberichterstattung erlebt. Und nun spielt sich bei der BP-&Ouml;lkatastrophe etwas &Auml;hnliches ab. Die &laquo;New York Times&raquo; (NYT) produzierte im Fall BP &ndash; wie vorher im Fall Irak &ndash; gro&szlig;z&uuml;gige Extraseiten. Paradoxerweise trug gerade das publizistische Spezialformat zur Normalisierung des Ausnahmezustandes bei: Die Katastrophe geschieht nun in einem redaktionell fest abgesteckten Rahmen und kann also gar nicht so unberechenbar sein. Insbesondere die NYT-Rubrik &laquo;Das Neueste von der &Ouml;lkatastrophe&raquo; schottet das Publikum besser vom BP-Albtraum ab, als viele der &Ouml;lsperren es f&uuml;r die betroffenen Fischer und K&uuml;stenbewohnerinnen tun. Wir MedienkonsumentInnen k&ouml;nnen nun die Krise so einfach erfassen wie die Wetterlage von Meteo.<br>\nVon Anfang an hatte BP versucht, die Arbeit der Medienschaffenden zu behindern und zu steuern. Nun hat die US-Regierung neue Regeln aufgestellt, die den Zugang zum Katastrophengebiet f&uuml;r Reporter und Fotografinnen ma&szlig;geblich einschr&auml;nken. Wie schon im Irakkrieg und in New Orleans nach dem gro&szlig;en Sturm will man im Ausnahmezustand offenbar keine unabh&auml;ngigen BeobachterInnen. Dabei braucht es gerade dann Texte, die Namen nennen und Ansatzpunkte f&uuml;r politisches Handeln bieten. Jedenfalls dann, wenn wir vermeiden wollen, dass Kriege und Katastrophen entpolitisiert werden &ndash; zum ged&auml;mpften Rauschen einer zweiten Natur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2010\/nr27\/medientagebuch\/19512.html\">Wochenzeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Der Kontrollfreak<\/strong><br>\nUS-Medien laufen Sturm gegen die Abschottungspolitik von US-Pr&auml;sident Barack Obama. Der liest selbst Gru&szlig;worte an Sch&uuml;ler am liebsten vom Teleprompter ab. Obwohl der Pr&auml;sident w&auml;hrend seines Wahlkampfs eine &bdquo;beispiellose Offenheit und Transparenz&ldquo; bei Entscheidungen versprach, hat er mittlerweile zwischen dem Wei&szlig;en Haus und den Medien eine kaum noch &uuml;berwindbare Mauer errichtet. Die politisch unverd&auml;chtige Vereinigung f&uuml;r Journalistenausbildung und Kommunikation (AEJMC) schoss deshalb k&uuml;rzlich eine spektakul&auml;re Breitseite gegen Obama ab: Sein Abschottungskurs und der Mangel an Pressekonferenzen st&uuml;nden in scharfem Kontrast zu fr&uuml;heren Versprechungen. Man sei &bdquo;alarmiert&ldquo; angesichts der zahlreichen Beschr&auml;nkungen.<br>\nWer zum Zentrum der Katastrophe per Schiff oder Flugzeug darf, wird mittlerweile &ndash; so die US-K&uuml;stenwache &ndash; von einer Stabsstelle im Wei&szlig;en Haus entschieden. Seit kurzem gilt zudem eine Regel, die ebenfalls der Abschottung dient: Journalisten, die ohne vorherige Genehmigung mit Booten n&auml;her als 20 Meter an Orte kommen, wo gegen die Folgen der &Ouml;lpest gek&auml;mpft wird, m&uuml;ssen mit bis zu f&uuml;nf Jahren Haft rechnen. Eine Anordnung, die der erz&uuml;rnte CNN-Korrespondent Anderson Cooper von New Orleans aus so kommentierte: &bdquo;Das macht es sehr leicht, Inkompetenz und Versagen zu vertuschen.&ldquo; Und selbst bei kleinsten, eigentlich harmlosen Details h&auml;lt sich Obama mittlerweile bedeckt. Mitarbeiter durften dem wartenden Journalistentross nicht verraten, wie die Golf-Runde des Pr&auml;sidenten am Wochenende ausgegangen ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/medien\/der-kontrollfreak\/1877430.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Kirchenkrise, n&auml;chste Folge<\/strong><br>\nMit der Nachfolge-Regelung f&uuml;r Walter Mixa hatte es der Vatikan besonders eilig. Die Kirchenspitze handelt, so die Botschaft aus Rom. Doch die Ernennung von Bischof Zdarsa zeigt vor allem Eines: Der Vatikan hat wenig gelernt.<br>\nDer Papst hat in einer offenbar recht einsamen Prozedur Konrad Zdarsa erw&auml;hlt und dabei die deutschen Bisch&ouml;fe ebenso wie das Augsburger Domkapitel br&uuml;skiert. Er hat einen Mann bef&ouml;rdert, der bislang ein Bistum leitete, das kleiner ist als manches Augsburger Dekanat, der als unauff&auml;llig und eher konfliktscheu gilt, der sich auf eine ihm sehr fremde Welt wird einlassen m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/mixa-nachfolger-zdarsa-kirchenkrise-naechste-folge-1.972216%20\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Nach der Grundschule wird&rsquo;s ungerecht<\/strong><br>\nHerkunft und Schulerfolg sind eng gekoppelt: Das zeigt die erste bundesweite Studie zum &Uuml;bergang nach der Grundschule. Es ist das Abschiedsgeschenk eines wichtigen Bildungsforschers.<br>\nNoten, das &uuml;berrascht nicht, sind das entscheidende Kriterium, welches &uuml;ber den weiteren Schulweg entscheidet. Doch spiegeln Noten und Leistungen wiederum auch die soziale Herkunft der Sch&uuml;ler wider. Sch&uuml;ler aus sogenannten bildungsferneren Elternh&auml;usern haben schlechtere Schulleistung als Mitsch&uuml;ler aus Familien, die B&uuml;cher als Gebrauchsgegenst&auml;nde haben. Solche als prim&auml;re Herkunftseffekte bezeichneten Nachteile wirken sich wiederum nachteilig auf die Noten und damit auf die Chancen aus, ein Gymnasium zu besuchen.<br>\nDaneben unterscheiden Baumert und seine Mitarbeiter auch sekund&auml;re Effekte, subtile Faktoren die trotz gleicher Leistungen f&uuml;r ungleiche Chancen sorgen. Solche verinnerlichten Klassenunterschiede sorgen etwa daf&uuml;r, dass die Chancen von Kindern aus der Oberschicht bei gleicher Schulempfehlung um mehr als 60 Prozent besser als die von Kindern aus der Mittelschicht sind. Je mehr Freiheit die Eltern bei der Schulwahl haben, umso gr&ouml;&szlig;er die sozialen Unterschiede. Eine verbindliche Schulempfehlung kann dementsprechend f&uuml;r mehr Gerechtigkeit sorgen.<br>\nKinder aus eingeb&uuml;rgerten und zugewanderten Familien haben grunds&auml;tzlich niedrigere Chancen ein Gymnasium zu besuchen. Dies l&auml;sst sich aber nicht mit der ethnischen Herkunft sondern im Wesentlichen durch den geringeren sozialen Status der Eltern erkl&auml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/bildung\/artikel\/1\/nach-der-grundschule-wirds-ungerecht\/%20\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Georg Lind:<\/strong> Die wichtigsten Befunde der neuen Baumert-Studie sind m.E.: <\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Das Schulsystem macht also doch einen starken Unterschied (was Baumert in vielen Interviews abzustreiten oder herunter zu spielen versucht hat) und <\/em><\/li>\n<li><em>man kann die soziale Ungerechtigkeit bei der Zuweisung von Lernchancen auch ohne PISA oder TIMSS nachweisen. PISA und Co. sind nicht weniger problematisch als die Schulnoten. Wer glaubt, die Rettung liege darin, die Noten durch Testergebnisse abzul&ouml;sen, die vielleicht auch noch vom Berliner IAB zentral ausgewertet werden, liegt falsch. <\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Druck &uuml;ber Noten und Tests bringt die intrinsische Lernmotivation bei Kindern, die fast immer vorhanden ist, bald zum Erliegen. Die Kindern lernen nach einiger Zeit nur noch f&uuml;r die Noten, was ihren Lerngewinn stark bremst, wie viele experimentelle Studien zeigen.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Schlimme ist, dass die Kindern von einer wahren Benotungs- und Testflut eingedeckt werden. Kaum ein Tag vergeht, ohne zahlreiche m&uuml;ndliche und schriftliche Benotungen. Lehrer scheinen &uuml;berhaupt nicht mehr zu wissen, dass Kinder lernen WOLLEN und wie man dieses Lernen-Wollen richtig bedient. Mit diesem Notenterror versucht man leider auch oft als Ersatz f&uuml;r K&ouml;rperstrafen, Disziplinproblemen zu bek&auml;mpfen. Dabei ist es dieser Notenterror und die dadurch bewirkte Zerst&ouml;rung der Lernfreude, die erst zu Disziplinproblemen f&uuml;hrt.<\/em><\/p>\n<p><em>Hier einige wichtige Literatur zu diesem Thema:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Auch Belohnung von Lernleistungen durch gute Noten und andere Verg&uuml;nstigen wirkt sich wie Strafe negative auf die intrinsische Lernmotivation aus: Kohn, A. (1999). Punished by rewards. The trouble with gold stars, incentive plans, A&rsquo;s, praise and other bribes. Boston: Houghton Miflin. <\/em><\/li>\n<li><em>Im fremdbestimmten, durch Noten erzwungenen Unterricht sinkt das Interesse der Sch&uuml;ler am durchgenommenen Thema, nach einem offenen Unterricht steigt es: Andreas Hartinger (1998). Kann eine &Ouml;ffnung von Unterricht Interesse f&ouml;rdern? In: H. Br&uuml;gelmann, Hg., Jahrbuch Grundschule. Seelze: Friedrich Verlag, S. 67-71<\/em><\/li>\n<li><em>R&uuml;ckmeldung &uuml;ber die Lernleistung durch Noten vermindert die Lernleistung, im Vergleich zur R&uuml;ckmeldung &uuml;ber einen Kommentar des Lehrers: Butler, R. (1988).<\/em><\/li>\n<li><em>Enhancing and undermining intrinsic motivation: The effect of task-involving and ego-involving evaluation on interest and performance. British Journal of educational Psychology, 58, 1-14.<\/em><\/li>\n<li><em>Im Unterschied zu allen anderen untersuchten Methoden zeigt der Einsatz von Noten &ldquo;Motivatierung&rdquo; einen negativen Effekt auf die Lernleistung: Fraser, B.J., Walberg, H.J., Welch, W.W. &amp; Hattie, J.A. (1987). Syntheses of educational productivity research. International Journal of Educational Research 11, 145-252.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Es wird Zeit, dass die Lehrerbildung diese Erkenntnisse vermittelt und den angehenden Lehrkr&auml;ften zeigt, wie man im Unterricht auch ohne Noten auskommt. Noten haben im Unterricht ebensowenig zu suchen, wie sanktionsbewehrte Tests.<\/em><\/p>\n<p><em>Um Missverst&auml;ndnisse zu vermeiden: <\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Nat&uuml;rlich m&uuml;ssen die Sch&uuml;ler immer wieder die Gelegenheit haben, sich mit klug ausgedachten Aufgaben aus dem jeweiligen Fachgebiet auseinander zu setzen und ihre F&auml;higkeiten zu erproben und weiter zu entwickeln. F&auml;higkeiten k&ouml;nnen sich nur ausbilden, wenn sie benutzt werden. Aber die Sch&uuml;ler d&uuml;rfen dabei nicht durch (nat&uuml;rlich meist wohlmeinendes) Druckgehabe von Lehrkr&auml;ften gest&ouml;rt werden. <\/em><\/li>\n<li><em>Die Hauptaufgabe der Lehrkraft muss es daher sein, sich gute Aufgaben auszudenken. Es gibt auch gute fertige Aufgaben in Lehrb&uuml;chern; aber diese k&ouml;nnen nicht die individuell zugeschnittenen Aufgaben durch die Lehrkraft ersetzten.<\/em><\/li>\n<li><em>Lehrer m&uuml;ssen in ihrer Aus- und Fortbildung gezeigt bekommen, wie man lerneffektive oder, wie ich es gern nennen, &ldquo;edukative&rdquo; Aufgaben konstruiert. <\/em><\/li>\n<li><em>Das muss nicht zu einer zeitlichen Mehrbelastung f&uuml;hren, wenn man den Unterricht &ldquo;offen&rdquo; macht. In meinen Hospitationen in guten Schulen (u.a. in einer Montessorie-Schule in Meersburg, in der &ldquo;Lernlandschaft&rdquo; in B&uuml;rglen, in einer Musikschule in Evanston, in der FORMUS-Schule in Monterrey) konnte ich sehen, wie die Lehrkr&auml;fte die Phasen des Selbstlernens nutzen, um Lernaufgaben f&uuml;r die Sch&uuml;ler auszuarbeiten. Wer glaubt, immer nur vorne stehen und reden und benoten zu m&uuml;ssen, hat dazu nat&uuml;rlich keine Zeit.<\/em><\/li>\n<li><em>Pr&uuml;fungen sind dennoch au&szlig;erordentlich wichtig: Kein Patient m&ouml;chte sich einem ungepr&uuml;ften Arzt anvertrauen, kein Sch&uuml;ler einem ungepr&uuml;ften Lehrer. Aber diese Pr&uuml;fungen brauchen nicht t&auml;glich zu sein. Einige wenige Pr&uuml;fungen im Leben sollten reichen. Wichtig ist, dass Pr&uuml;fungen qualitativ hochwertig sind. Das k&ouml;nnen sie aber nur sein, wenn sie nicht zur billigen Massenware verkommen (siehe Notenflut, &ldquo;Kompetenzraster&rdquo; und PISA, TEDS-M &amp; Co.).<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Merkel dr&uuml;ckt Elite-Stipendien durch Bundesrat<\/strong><br>\nF&ouml;rderung f&uuml;r die oberen zehn Prozent: Die Bundesregierung hat ihr nationales Elite-Stipendienprogramm durch den Bundesrat gepeitscht.<br>\nKanzlerin Merkel erkaufte sich den bildungspolitischen Erfolg mit Finanzzusagen an die L&auml;nder. Verlierer sind die Baf&ouml;g-Empf&auml;nger &ndash; die Erh&ouml;hung ihrer Hilfen wurde gestoppt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,705532,00.html%20\">SPIEGEL<\/a>\n<p><strong>Dazu: <\/strong><\/p>\n<p><strong>Bundesrat beschlie&szlig;t deutlichen Ausbau der sozialen Selektion<\/strong><br>\nDer Bundesrat hat am 09. Juli 2010 dem Nationalen Stipendienprogramm-Gesetz zugestimmt und das 23. BAf&ouml;G-&Auml;nderungsgesetz dem Vermittlungsausschuss &uuml;bergeben.<br>\n&ldquo;Der Bundesrat hat am 09. Juli einen gro&szlig;en Fehler gemacht&rdquo;, kritisiert Florian Kaiser, Vorstandsmitglied im freien zusammenschluss von studentInnenschaften, und erg&auml;nzt: &ldquo;Anstatt mehr Menschen, unabh&auml;ngig von ihrem sozialen und &ouml;konomischen Status, den Zugang zur Bildung zu &ouml;ffnen, wird eine kleine Elite auf Kosten der breiten Masse gef&ouml;rdert.&rdquo; Im Kommuniqu&eacute; von London 2008 hat die Bundesrepublik Deutschland einem Abbau der sozio-ok&ouml;nomischen Barrieren zugestimmt. Mit der Entscheidung, das Stipendienprogramm umzusetzen und die 23. BAf&ouml;G-Novellierung in den Vermittlungsausschuss zu &uuml;bergeben wird ein klarer Widerspruch zum Kommuniqu&eacute; deutlich.<br>\n&ldquo;Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Bund die Kosten f&uuml;r das Stipendienprogramm alleine tragen will&rdquo;, erkl&auml;rt Juliane Kn&ouml;rr, ebenfalls Vorstandsmitglied im studentischen Dachverband. &ldquo;Anstatt sich f&uuml;r die Breitenf&ouml;rderung und damit dem Wohle aller StudentInnen einzusetzen, wird die schwarz-gelbe Politik der Elitenf&ouml;rderung weiter ausgebaut.&rdquo; Mit der Einf&uuml;hrung des Stipendienprogramms wird die T&uuml;r zu einem Systemwechsel der Studienfinanzierung ge&ouml;ffnet, obwohl die BRD &uuml;ber eines der erfolgreichsten Studienfinanzierungsinstrumente verf&uuml;gt.<br>\n&ldquo;F&uuml;r uns als StudentInnen ist der 09. Juli ein schwarzer Freitag. Frau Schavan muss f&uuml;r den Ausbau der sozialen Selektion die Verantwortung &uuml;bernehmen und zur&uuml;cktreten&rdquo;, fordert Kaiser. &ldquo;Es bleibt die Hoffnung, dass der Vermittlungsausschuss sich auf eine BAf&ouml;G-Novellierung einigen kann und die dringend n&ouml;tigen Minimalverbesserungen umgesetzt werden k&ouml;nnen.&rdquo; Der studentische Dachverband ruft alle Studierenden auf, sich zu solidarisieren und Bund und L&auml;ndern deutlich zu machen, dass ihre Politik der sozialen Ungerechtigkeit und einseitigen F&ouml;rderung auf massiven Widerstand st&ouml;&szlig;t.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fzs.de\/show\/234320.html%20\">fzs<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>L&uuml;becker Medizinstudium: Wie Schavan die Uni-Rettung herbeitrickste<\/strong><br>\nDer Studiengang Medizin an der Uni L&uuml;beck ist gerettet, der Bund hilft mit Millionenzahlungen. Es ist ein brisantes Man&ouml;ver, wie es die Bildungsrepublik noch nicht gesehen hat. Oppositionspolitiker sprechen von &ldquo;einem gef&auml;hrlichem Fanal&rdquo;: Auch andere Bundesl&auml;nder k&ouml;nnten nun um Geld betteln.<br>\nDas Ministerium von Annette Schavan (CDU) plant demnach, das Land Schleswig-Holstein um j&auml;hrlich zw&ouml;lf Millionen Euro zu entlasten und damit indirekt zur Rettung des Studiengangs Medizin in L&uuml;beck beizutragen. Im Gegenzug m&uuml;sse die Landesregierung allerdings versprechen, das L&uuml;becker Medizinstudium zu erhalten, hei&szlig;t es aus Schavans Ministerium.<br>\nHelfen soll nun ein Trick, wie ihn die vermeintliche &ldquo;Bildungsrepublik&rdquo; &ndash; in Wahrheit gel&auml;hmt vom endlosen Bund-L&auml;nder-Hickhack &ndash; noch nicht gesehen hat. Und der geht so: Das weltweit renommierte Geomar-Institut f&uuml;r Meereswissenschaften an der Uni Kiel soll von einem Leibniz-Institut in ein Helmholtz-Institut &uuml;bergef&uuml;hrt werden. Der Vorteil laut BMBF: Leibniz-Institute werden zu gleichen Teilen mit Forschungsgeld des Bundes und des jeweiligen Landes finanziert. Dagegen kommt f&uuml;r Helmholtz-Forschungseinrichtungen zu 90 Prozent der Bund auf. Das Land muss nur ein Zehntel beisteuern. Das so gesparte Geld soll die Uni L&uuml;beck retten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,705473,00.html\">Spiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>US-Gefangenenlager Guantanamo Schande ohne Ende? <\/strong><br>\nBarack Obama lie&szlig; in Guantanamo jeden einzelnen Fall untersuchen, doch noch immer werden dort vermeintliche Terroristen ohne Rechtsgrundlage festgehalten. Das Problem ist noch lange nicht gel&ouml;st.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/us-gefangenenlager-guantanamo-schande-ohne-ende-1.972208%20\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Ein Jahr nach dem Putsch in Honduras<\/strong><br>\nAm 28. Juni j&auml;hrte sich der Milit&auml;rputsch, durch den der honduranische Pr&auml;sident Manuel Zelaya gest&uuml;rzt wurde. Mit dessen Entmachtung im vergangenen Jahr begann in dem mittelamerikanischen Land eine Zeit repressiver Gewalt gegen die Arbeiterklasse, die bis heute anh&auml;lt. Das jetzt herrschende Regime von Pr&auml;sident Porfirio Lobo Sosa genie&szlig;t R&uuml;ckendeckung durch die Obama-Regierung. Washingtons stillschweigende Unterst&uuml;tzung f&uuml;r den Staatsstreich findet ihren vorl&auml;ufigen H&ouml;hepunkt in der Kampagne zur Normalisierung der Beziehungen auf dem amerikanischen Kontinent und zu anderen L&auml;ndern der Welt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wsws.org\/de\/2010\/jul2010\/hond-j02.shtml\">WSWS.org<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es bleibt einer trotzkistischen Website &uuml;berlassen, nach einem Jahr an den Milit&auml;rputsch in Honduras und an die zunehmende politische Gewalt gegen Journalisten und Oppositionelle zu erinnern. Die Zeit hat zwar &uuml;ber die Morde an Journalisten berichtet, relativiert aber den politischen Hintergrund, indem sie den Pr&auml;sidenten der staatlichen honduranischen Journalistenschule in der Hauptstadt Tegucigalpa zitiert. Der wird sich h&uuml;ten, etwas &uuml;ber Todesschwadronen zu &auml;u&szlig;ern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Wer lebt &uuml;ber wessen Verh&auml;ltnisse<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VLKTSIoU79I&amp;feature=channel\">YouTube<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Mehr Bretto; Gesundheitsreform: &ldquo;Optimistisch gerechnet&rdquo;; Meinungsvielfalt?; die d&uuml;mmsten K&auml;lber; Zahlenspiele mit befristet Besch&auml;ftigten; immer mehr psychischer Stress; W&ouml;lfin im Schafspelz; &Ouml;liges; Kirchenkrise, n&auml;chste Folge; Nach der Grundschule wird&rsquo;s ungerecht;<br \/> Merkel dr&uuml;ckt Elite-Stipendien durch Bundesrat; Tricks bei Kieler Uni-Rettung; Guantanamo, Schande ohne Ende; ein Jahr nach dem Putsch in Honduras;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6159\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6159","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6159","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6159"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6159\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6165,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6159\/revisions\/6165"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6159"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6159"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6159"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}