{"id":6166,"date":"2010-07-12T08:50:42","date_gmt":"2010-07-12T06:50:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6166"},"modified":"2010-07-12T08:50:42","modified_gmt":"2010-07-12T06:50:42","slug":"hinweise-des-tages-1179","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6166","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: B&uuml;rger-Zwangs-Arbeit; Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen Dienst; Threat of Deflation; Bek&auml;mpfung der Steuerhinterziehung; Banken steht Klagewelle ins Haus; Ignoranz der Arbeitgeber; Gesundheitsreform bringt Verwaltungschaos; Irrsinn Bildungsf&ouml;deralismus; Umst&uuml;rze im S&uuml;den Europas m&ouml;glich; Cameron benutzt die Axt; Stuttgart wehrt sich; PPP in Wiesbaden; Elena tritt auf der Stelle; Schr&ouml;ders extremer Ansatz; US-Banken tricksen Obama aus; Medien sind auf &bdquo;Mietm&auml;uler&ldquo; fixiert; Regierungs-Journal; Buchtipp; Sch&auml;uble zum Spitzensteuersatz. (JK\/KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Von der Leyen will &ldquo;B&uuml;rgerarbeit&rdquo; f&uuml;r Jobsuchende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">&Ouml;ffentlicher Dienst: Schl&uuml;ssel zur Vollbesch&auml;ftigung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">The Rising Threat of Deflation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Bek&auml;mpfung der Steuerhinterziehung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Banken steht Klagewelle ins Haus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Interview mit Gesamtmetall-Chef Kannegiesser: &ldquo;Zwingen niemanden, bei uns einzukaufen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Gesundheitsreform: Rentenversicherer f&uuml;rchtet Verwaltungschaos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Irrsinn Bildungsf&ouml;deralismus: Sommerschlussverkauf in der Bildungsrepublik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Barroso: Umst&uuml;rze im S&uuml;den Europas m&ouml;glich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Der britische Premier Cameron ist mit der Axt unterwegs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Stuttgart 21: Eine Stadt wehrt sich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">PPP in Wiesbaden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Elena, die Strahlende, tritt auf der Stelle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Schr&ouml;ders extremer Ansatz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">US-Banken tricksen Obama-Regierung aus <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Medien sind auf falsche Experten und &ldquo;Mietm&auml;uler&rdquo; fixiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Und jetzt das Regierungs-Journal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Buchtipp &ndash; Wohl dem, der jetzt zahlt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Das Letzte: Sch&auml;uble Zum Spitzensteuersatz<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=6166&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Von der Leyen will &ldquo;B&uuml;rgerarbeit&rdquo; f&uuml;r Jobsuchende<\/strong><br>\nRund 34.000 Langzeitarbeitslose sollen ab kommendem Januar gemeinn&uuml;tzige &bdquo;B&uuml;rgerarbeit&ldquo; leisten. &bdquo;Aktiv zu sein ist besser als zu Hause auf ein Jobangebot zu warten&ldquo;, sagte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die das Modellprojekt vorstellte.<br>\nFast die H&auml;lfte aller Jobcenter beteiligt sich demnach an der neuen F&ouml;rderungsma&szlig;nahme, bundesweit 197. Das dreij&auml;hrige Projekt wird mit insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro gut zur H&auml;lfte vom Bund (690.000 Euro) und zum anderen Teil vom Europ&auml;ischen Sozialfonds finanziert.<br>\nDamit werden die freiwilligen Modellversuche, die bislang nur in einzelnen Regionen in Sachsen-Anhalt statt gefunden hatten, auf alle L&auml;nder ausgeweitet. Die Jobcenter w&auml;hlen ab dem 15. Juli bundesweit zun&auml;chst 160.000 Langzeitarbeitslose f&uuml;r eine sechsmonatige &bdquo;Aktivierungsphase&ldquo; aus, um sie gezielt in den Arbeitsmarkt zu vermitteln.<br>\nErfahrungsgem&auml;&szlig; k&ouml;nnten vier von f&uuml;nf Arbeitslosen auf diese Weise vermittelt werden oder verzichteten freiwillig auf Regelleistungen, sagte von der Leyen. Wer dagegen nach sechs Monaten &uuml;brig bleibt, soll zur B&uuml;rgerarbeit verpflichtet werden.<br>\nSollten Arbeitslose Angebote f&uuml;r &bdquo;B&uuml;rgerarbeit&ldquo; ablehnen, w&uuml;rden daf&uuml;r laut Arbeitsministerium im Grundsatz die gleichen Regeln gelten wie f&uuml;r andere Arbeitsangebote. Dies w&uuml;rde auch m&ouml;gliche Sanktionen einschlie&szlig;en. Die Linke kritisierte, mithilfe der B&uuml;rgerarbeit k&ouml;nnte &bdquo;jeder Erbwerbslose erpresst werden, gegen seinen Willen nahezu in Vollzeit, unabh&auml;ngig von der Qualifikation f&uuml;r seine blo&szlig;e Existenz zu schuften&ldquo;. Unklar sei auch, ob nicht doch durch die &bdquo;B&uuml;rgerarbeit&ldquo; bestehende Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse verdr&auml;ngt w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article8388427\/Von-der-Leyen-will-Buergerarbeit-fuer-Jobsuchende.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> George Orwell h&auml;tte sicher viel f&uuml;r die Idee gegeben, Zwangsarbeit in B&uuml;rgerarbeit umzubenennen. Und die meisten Medien werden das sicher wie gewohnt unkommentiert &uuml;bernehmen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>&Ouml;ffentlicher Dienst: Schl&uuml;ssel zur Vollbesch&auml;ftigung<\/strong><br>\nMal die St&uuml;tze k&uuml;rzen, mal zur Spargel-Ernte verdammen, mal m&uuml;ssen die Langzeitarbeitslosen Schnee schippen, Stra&szlig;en fegen oder in Altersheimen vorlesen. An populistischen Vorschl&auml;gen mangelt es nicht im Land der Dichter und Denker. Sie werden als untauglich f&uuml;r den ersten Arbeitsmarkt erkl&auml;rt, um sie dann in den zweiten und dritten Arbeitsmarkt zu dr&auml;ngen. So werden prek&auml;re Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse politisch gerechtfertigt. Anstatt den Betroffenen &uuml;ber Weiterqualifizierung eine wahre Aussicht auf einen dauerhaften und gut bezahlten Job anzubieten, wird von ihnen im Gegenzug f&uuml;r den Leistungsbezug die Verrichtung von &bdquo;Zwangsarbeit&ldquo; abverlangt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++5cefe314-8b3e-11df-6571-00188b4dc422\/@@index.html?tab=Alle&amp;k:list=Wirtschaft%20\">DGB Klartext<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>The Rising Threat of Deflation<\/strong><br>\nThe G20&rsquo;s shift toward rapid, global fiscal consolidation&ndash;a halving of deficits by 2013&ndash;threatens a public sector, Keynesian &ldquo;paradox of thrift&rdquo; whereby because all governments are simultaneously tightening fiscal policy, growth is cut so much that revenues collapse and budget deficits actually rise. The underlying hope or expectation that easier money, a weaker currency, and higher exports can somehow compensate for the negative impact on growth from rapid, global fiscal consolidation cannot be realized everywhere at once. The combination of tighter fiscal policy, easy money, and a weaker currency, which can work for a small open economy, cannot work for the global economy.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.aei.org\/outlook\/100971\">American Enterprise Institute for Public Policy Research<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Auch der erzkonservative Thinktank American Enterprise Instititute sieht die Gefahr der Deflation, w&auml;hrend in Europa &ndash; insbesondere in Deutschland &ndash; die Inflation f&uuml;r die gr&ouml;&szlig;te Gefahr gehalten wird.<br>\nEs ist einfach nicht zu fassen, mit welcher Borniertheit die Deutschen an ihren Glaubenss&auml;tzen halten &ndash; unabh&auml;ngig davon, was in der Realit&auml;t passiert.<br>\nBei uns in den USA l&auml;stert man manchmal &uuml;ber unsere Mitb&uuml;rger mit deutscher Abstammung: &ldquo;You can always tell a German, but you can&rsquo;t tell him much&rdquo;. Sprachlich &uuml;bertr&auml;gt sich das nicht so gut, aber es hei&szlig;t in etwa, &ldquo;man kann einen Deutschen immer erkennen, ihm aber nichts sagen&rdquo;. Meine Erfahrung in Deutschland best&auml;tigt aber dieses Vorurteil ziemlich genau.<br>\nBornierte Menschen haben wir nat&uuml;rlich auch, aber es ist schon erstaunlich, dass sogar das AEI langsam aufwacht, w&auml;hrend der deutsche Mustersch&uuml;ler und Streber an dem, was in seinem Lehrbuch steht, haften bleibt, weil es eben keine andere Realit&auml;t geben kann, als das, was im Lehrbuch steht &ndash; das ist Obrigkeitsgl&auml;ubigkeit hoch zehn.<br>\nIch wei&szlig;, dass &ldquo;die Deutschen&rdquo; uns Amerikaner in mancher Hinsicht zu Recht nicht verstehen. Mir geht es umgekehrt aber auch so, besonders da, wo es um den beharrlichen Glauben geht, dass das, was im Lehrbuch steht, richtig ist, obwohl die Realit&auml;t das Gegenteil belegt, und dass alle Menschen diesen Widerspruch einfach ausblenden &ndash; aus lauter Gehorsamkeit oder aus welchen Gr&uuml;nden auch immer.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Bek&auml;mpfung der Steuerhinterziehung<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Bundestag &ndash; &Ouml;ffentlichen Anh&ouml;rung zu Fragen der Bek&auml;mpfung der Steuerhinterziehung2010: Stellungnahmen <\/strong>\n<p>Recht interessant die verschiedenen Positionen zu dieser Thematik zu lesen. Dazu der Link auf die Seite des Bundestages, mit Stellungnahmen u.a. der Schweizerischen Bankiervereinigung, der Spitzenverb&auml;nde der gewerblichen Wirtschaft, des Bund der Steuerzahler Deutschland, Tax Justice Network, DGB, usw. <\/p>\n<p>Dazu folgende Zitate mit teilweise allzu bekannter Argumentation:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Bund der Steuerzahler Deutschland:<\/strong><br>\nDie beste M&ouml;glichkeit zur Verhinderung von Steuerstraftaten sieht der BdSt immer noch in der Vereinfachung des Steuerrechts. Ein einfaches und gerechtes Steuersystem mit niedriger Belastungswirkung ist am besten geeignet, die Steuermoral der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zu st&auml;rken und gleichzeitig die Kontrollen f&uuml;r die Finanzverwaltung zu erleichtern.<\/li>\n<li><strong>Spitzenverb&auml;nde der gewerblichen Wirtschaft:<\/strong><br>\nDie erreichten Erfolge auf internationaler Ebene sollten nicht durch nationale Alleing&auml;nge konterkariert werden. Einen solchen nationalen Alleingang stellt das zum 1. August 2009 in Kraft getretene Steuerhinterziehungsbek&auml;mpfungsgesetz dar, das keinerlei internationale Abstimmung und auch keinen Ansatz zu internationaler Zusammenarbeit mit anderen EU- oder OECD-Mitgliedstaaten erkennen l&auml;sst. Durch das Gesetz wird die Anwendung bestimmter steuerlicher Regelungen (etwa Werbungskosten-\/Betriebsausgabenabzug, Quellensteuererstattung) von der Erf&uuml;llung umfassender Nachweis-, Auskunfts- und Meldepflichten abh&auml;ngig gemacht, wenn Gesch&auml;ftsbeziehungen von Steuerinl&auml;ndern zu Personen\/-Vereinigungen in nicht kooperativen Staaten bestehen. Die vorgesehenen Regelungen sind jedoch unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, weil sie die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnen, jedwede Schwierigkeiten bei der Amtshilfe mit anderen Staaten zum Anlass nehmen, unbescholtene Steuerpflichtige, denen keine schuldhafte Pflichtverletzung vorgeworfen werden kann, in weitreichendem Umfang zu sanktionieren.<\/li>\n<li><strong>Als Gegenposition der DGB:<\/strong><br>\nNicht zuletzt die Finanzkrise hat nochmals ins Bewusstsein ger&uuml;ckt, dass viele der sch&auml;dlichen und hochspekulativen Transaktionen und Gesch&auml;fte auch &uuml;ber Steuer- bzw. Regulierungsoasen abgewickelt wurden. Auch belegen j&uuml;ngst ver&ouml;ffentlichte Zahlen erneut, wie ungehindert sich &ndash; trotz Finanzkrise &ndash; das in Steueroasen angelegte Verm&ouml;gen vermehrt hat: von 6,8 Billionen in<br>\n2008 auf 7,4 Billionen US-Dollar im vergangenen Jahr (Reichtumsbericht der Boston Consulting Group). Allein in der Schweiz sollen nach Angaben des Schweizer Forschungsinstituts Helvea 132 Milliarden Euro Schwarzgeld aus Deutschland angelegt sein. F&uuml;r Deutschland werden nach wie vor regierungsoffiziell Einnahmenverluste durch Steuerhinterziehung im Umfang von rd. 100 Milliarden Euro pro Jahr gesch&auml;tzt. All dies sind nur Schlaglichter die deutlich machen, wie hoch das Einnahmenpotential ist, w&uuml;rde illegaler Steuerflucht entschiedener nachgegangen. W&uuml;rde dar&uuml;ber hinaus gegen legale grenz&uuml;berschreitende Steuergestaltungsm&ouml;glichkeiten und inl&auml;ndische Steuerverk&uuml;rzungen entschiedener ermittelt bzw. Gestaltungsm&ouml;glichkeiten erschwert, w&auml;re der Erl&ouml;s f&uuml;r die bundesdeutschen Steuerbeh&ouml;rden noch um Milliardenbetr&auml;ge h&ouml;her. Gr&uuml;nde genug also, einen neuerlichen entschiedenen Anlauf zu machen, die Schattenfinanzpl&auml;tze (Tax Justice Network) ins Licht zu zerren und konsequent f&uuml;r Transparenz und Informationsaustausch zu sorgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/bundestag\/ausschuesse17\/a07\/anhoerungen\/2010\/024\/Stellungnahmen\/\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<\/ul><\/li>\n\n<li><strong>Stellungnahme von Rudolf Hickel zur &bdquo;&Ouml;ffentlichen Anh&ouml;rung zu Fragen der Bek&auml;mpfung der Steuerhinterziehung&ldquo; durch den Finanzausschuss des Deutschen Bundestags am 7. Juli 2010 in Berlin<\/strong><br>\nSteuerhinterziehung effizient und effektiv bek&auml;mpfen: Vorschl&auml;ge f&uuml;r die internationale, die EU-bezogene sowie die nationale Ebene.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100712_hinweise_hickel_vorschlaege_steuerhinterziehung.pdf\">Institut Arbeit und Wirtschaft &ndash; Universit&auml;t \/ Arbeitnehmerkammer Bremen [PDF &ndash; 60 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Zitat aus dem Papier: <\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Auch beim Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten (CO2) kommt es zu umfangreichen Betrugsf&auml;llen. Wie durch Abh&ouml;ren von Telefongespr&auml;chen im Fall der Deutschen Bank bekannt geworden ist, geh&ouml;ren zur &bdquo;bandenm&auml;&szlig;igen&ldquo; Organisation auch Besch&auml;ftigte dieses Instituts.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Banken steht Klagewelle ins Haus<\/strong><br>\nSeit 20 Jahren verheimlichen Geldinstitute, dass sie Provisionen f&uuml;r den Vertrieb von Finanzprodukten erhalten. Der BGH gab bekannt, dass die Banken schon seit 1990 h&auml;tten wissen m&uuml;ssen, dass sie ihre Kunden dar&uuml;ber aufkl&auml;ren m&uuml;ssen.<br>\nDer Bundesgerichtshof stuft das Verhalten der Geldinstitute als schuldhaft ein. Das Risiko, die Rechtslage zu verkennen, treffe sie und nicht die Anleger, schreiben sie. Die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung m&uuml;sse sorgf&auml;ltig beachtet werden. Deshalb &ndash; sagt der Karlsruher Bankensenat &ndash; h&auml;tten die Banken schon aus zwei Urteilen aus den Jahren 1989 und 1990 schlie&szlig;en m&uuml;ssen, dass eine R&uuml;ckverg&uuml;tung nicht verheimlicht werden d&uuml;rfe. Damals ging es allerdings nur um spekulative Warentermingesch&auml;fte und um die Frage, ob Vermittler ihre eigene Provision weiterreichen m&uuml;ssen.<br>\nDer Bundesgerichtshof wehrt sich vorsorglich gegen den Einwand, er habe nunmehr seine Rechtsprechung r&uuml;ckwirkend versch&auml;rft. Vielmehr handele es sich hierbei um eine &bdquo;blo&szlig;e Fortf&uuml;hrung und weitere Ausformung&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub645F7F43865344D198A672E313F3D2C3\/Doc~E93B2F943829C4168863D379697F72572~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a> <\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Interview mit Gesamtmetall-Chef Kannegiesser: &ldquo;Zwingen niemanden, bei uns einzukaufen&rdquo;<\/strong><br>\nDie Exportlastigkeit der deutschen Wirtschaft ist in die Kritik geraten. M&uuml;ssen Sie &uuml;ber eine neue Strategie nachdenken? Immerhin lahmt die Wirtschaft in Europa, Ihrem wichtigsten Absatzmarkt. Und Defizitl&auml;nder wie die USA k&ouml;nnen nicht dauerhaft auf Pump in Deutschland einkaufen.\n<p>Wenn L&auml;nder wie die USA kein Geld haben, um bei uns einzukaufen, dann sollten sie es lassen. Wir zwingen niemanden dazu. F&uuml;r die Metall- und Elektroindustrie gilt: Wir werden versuchen, immer mehr M&auml;rkte zu gewinnen. Staaten wie China und Brasilien werden an Bedeutung gewinnen. Unsere Industrie lebt von Weltoffenheit. Wenn mein Unternehmen nur f&uuml;r Deutschland produzieren w&uuml;rde, k&ouml;nnten wir den Betrieb jeden Dienstag um elf Uhr schlie&szlig;en. <\/p>\n<p>Sie lehnen die gleiche Bezahlung von Leihkr&auml;ften und Festangestellten ab. Damit unterlaufen Sie Ihre eigenen Tarifvertr&auml;ge. Sind die so schlecht?<\/p>\n<p>Wir haben dazu eine differenzierte Auffassung. Viele Jobsuchende finden nur &uuml;ber Zeitarbeit den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Das rechtfertigt einen Lohnabschlag. F&uuml;r Betriebe schafft Zeitarbeit die n&ouml;tige Flexibilit&auml;t: Mit keinem Instrument kann man so schnell auf Schwankungen reagieren. Nat&uuml;rlich spielen auch die Kosten eine Rolle. Es wird immer so sein, dass die Stammbelegschaft mit ihrem kollektiven Wissen f&uuml;r einen Betrieb einen h&ouml;heren Wert hat als jemand, der nur vor&uuml;bergehend da ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2832288_Gesamtmetall-Chef-Kannegiesser-im-FR-Interview-Wir-zwingen-niemanden-bei-uns-einzukaufen.html\">FR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> &Auml;u&szlig;erst platt und trivial, sowohl von Seiten der FR als auch bez&uuml;glich der Antworten des Herrn Kannegiesser. Die Zitate sprechen f&uuml;r sich. Der Hinweis zeigt, wie einfach gestrickt einer der obersten Repr&auml;sentant der deutschen Wirtschaft offenbar ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Gesundheitsreform: Rentenversicherer f&uuml;rchtet Verwaltungschaos<\/strong><br>\nUnion und FDP wollen den geplanten &ldquo;Sozialausgleich&rdquo; f&uuml;r Zusatzbeitr&auml;ge k&uuml;nftig direkt &uuml;ber die Lohnabrechnung abwickeln. Bei Ruhest&auml;ndlern ist die Rentenversicherung zust&auml;ndig. Der Versicherer werde zum &ldquo;Ersatzfinanzamt&rdquo; gemacht. Rische lehnte das ab und sagte: &ldquo;Wir sind f&uuml;r diese Aufgabe denkbar ungeeignet.&rdquo;<br>\nDoch Rische sieht weitere Nachteile: Nach seinen Worten werden die Rentenversicherer durch die Pl&auml;ne zur Gesundheitsreform im kommenden Jahr auch mit 600 Millionen Euro zus&auml;tzlich belastet. Hintergrund sei der Anstieg der Arbeitgeberbeitr&auml;ge um 0,3 Prozentpunkte, den die Rentenversicherung analog f&uuml;r die Ruhest&auml;ndler zahlen m&uuml;sse.<br>\nDurch die Streichung der Rentenbeitr&auml;ge f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger durch den Bund verliere die Rentenversicherung bereits 1,8 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,705879,00.html\">Spiegel online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Die S&ouml;ldner der Finanzdienstleister werden die Folgen solcher Zusatzbelastungen auch diesmal wieder der Demographie zuschreiben, Krokodilstr&auml;nen &uuml;ber die mangelnde Zukunftssicherheit des Umlageverfahrens vergie&szlig;en &ndash; und die Produkte ihrer Auftraggeber empfehlen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Irrsinn Bildungsf&ouml;deralismus: Sommerschlussverkauf in der Bildungsrepublik<\/strong><br>\nElitestipendien, Baf&ouml;g-Geschacher, Finanztricks f&uuml;r einen bedrohten Studiengang: Zur Sommerpause basteln Bund und L&auml;nder hektisch am Bildungssystem. Es wird Geld hin- und hergeschoben wie auf dem Basar &ndash; wenn das die gute Seite des F&ouml;deralismus sein soll, ist er am Ende.<br>\nEs sollte der Verkaufsschlager der Koalition werden, so hatten sichAngela Merkel und ihre Bildungsministerin Annette Schavan das vorgestellt. Auf alles klebten sie das Etikett &ldquo;Bildung&rdquo;: Sie riefen die &ldquo;Bildungsrepublik&rdquo; aus, veranstalteten gleich drei Bildungsgipfel,<br>\nerh&ouml;hten den Bildungsetat auf 11,6 Milliarden Euro. Schavan nannte Bildung die &ldquo;gemeinsame Klammer&rdquo;, w&auml;hrend sich Union und FDP im Dauerstreit zerlegten. Die Bildung als kleinster gemeinsamer Nenner, als stabile S&auml;ule im schwarz-gelben Chaos.<br>\nDas Problem: Bildung ist ein Produkt, das der Bund nicht im Angebot hat &ndash; nicht haben darf. Das Grundgesetz sichert den Bundesl&auml;ndern das Monopol. Doch ihnen gelingt es immer weniger, ihr Angebot aufrecht zu erhalten, den L&auml;ndern fehlt schlicht das Geld&hellip;<br>\nJetzt r&auml;cht sich, dass die Bundesregierung die Bildung 2006 freiwillig aus der Hand gab. Bei der F&ouml;deralismusreform dr&auml;ngten die L&auml;nder darauf, dass Bildung allein ihre Sache wird. Es gipfelte im &ldquo;Kooperationsverbot&rdquo;: Seitdem sind Finanzhilfen des Bundes &ldquo;f&uuml;r bedeutsame Investitionen der L&auml;nder und Gemeinden&rdquo; dort ausgeschlossen, wo allein die L&auml;nder die Gesetzgebungskompetenz haben. Die L&auml;nder wollten sich nicht l&auml;nger am &ldquo;goldenen Z&uuml;gel des Geldes f&uuml;hren lassen&rdquo;,<br>\nso die goldenen Worte des hessischen Ministerpr&auml;sidenten Roland Koch. Das Kooperationsverbot ist ein grotesker Irrtum. Die Beispiele aus dieser Woche zeigen, wie unvorhersehbar das Geschacher ist. Beim Baf&ouml;g waren fast alle f&uuml;r die Mini-Erh&ouml;hung von zwei Prozent. Doch die L&auml;nder wollen sie nicht bezahlen und forderten, der Bund m&ouml;ge auch hier einspringen &ndash; wie bei den Stipendien. Schavan weigerte sich; die Baf&ouml;g-Frage landete im Vermittlungsausschuss und ist damit verschoben, zum Leid von Studenten aus &auml;rmeren Familien&hellip;<br>\nZumal der angeblich so segensreiche Wettbewerb weder dazu gef&uuml;hrt hat, dass deutsche Sch&uuml;ler bei Leistungsvergleichen wie Pisa besonders gut abschneiden. Noch dazu, dass es besonders gerecht zugeht im deutschen Bildungswesen. Im Gegenteil: Wer aus einer akademisch gepr&auml;gten Familie kommt, hat eine 4,5-mal h&ouml;here Chance, aufs Gymnasium zu kommen, als ein Kind aus einer Facharbeiterfamilie. Es ist h&ouml;chste Zeit, dem Bund auf dem Basar wieder zu einer st&auml;rkeren<br>\nVerhandlungsposition zu verhelfen. Bei der Bildung sollte der Bund mitentscheiden. Sonst droht die Pleite.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,705602,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> F&uuml;r NachDenkSeiten-Leser nichts Neues, siehe z.B. <a href=\"\/?p=267\">F&ouml;deralismusreform: Vom kooperativen F&ouml;deralismus zum Wettbewerbsf&ouml;deralismus &ndash; k&uuml;nftig herrscht zwischen den L&auml;ndern das Recht des St&auml;rkeren<\/a>. Und diesmal kann auch der SPIEGEL darauf verweisen, fr&uuml;h &uuml;ber Bedenken gegen den R&uuml;ckzug des Bundes aus der Bildungspolitik berichtet zu haben, siehe dieser Artikel von 2005: <\/em><\/p>\n<p><strong>F&ouml;deralismusreform: &bdquo;Gute Nacht, Bildung&ldquo;<\/strong><br>\nUnion und SPD haben sich auf eine neue Balance zwischen Bund und L&auml;ndern geeinigt. F&uuml;r Bildungspolitik sollen fast ausschlie&szlig;lich die L&auml;nder zust&auml;ndig sein. Bildungsverb&auml;nde halten das f&uuml;r einen schweren Fehler und warnen vor Kleinstaaterei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,383915,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Barroso: Umst&uuml;rze im S&uuml;den Europas m&ouml;glich<\/strong><br>\nVon der deutschen Presse unbeachtet berichteten englisch- und spanischsprachige Medien unl&auml;ngst &uuml;ber ein Treffen des Pr&auml;sidenten der EU-Kommission, Jos&eacute; Manuel Barroso, mit Gewerkschaftsf&uuml;hrern. Bei der Zusammenkunft am 11. Juni habe der ehemalige portugiesische Ministerpr&auml;sident die Gewerkschaftsvertreter davor gewarnt, &ldquo;dass diese L&auml;nder in ihrer demokratischen Gestaltung, wie wir sie derzeit kennen, verschwinden k&ouml;nnten&rdquo;.<br>\nLinksgerichtete Analytiker und Vertreter sozialer Bewegungen interpretierten die Aussagen Barrosos indes als Drohung, um eine Zuspitzung sozialer Gegenwehr gegen die Auswirkungen der neoliberalen Politik innerhalb der EU zu vermeiden. Angesichts der Aussagen des Portugiesen ergebe auch die pl&ouml;tzliche strikte Sparpolitik von Ministerpr&auml;sident Jos&eacute; Luis Rodr&iacute;guez Zapatero Sinn, hei&szlig;t es auf einer spanischen Regionalseite des globalisierungskritischen Netzwerks Attac: Ihm sei offenbar klar, dass &ldquo;die M&auml;rkte&rdquo; ihre Interessen &ndash; wenn n&ouml;tig &ndash; auf der Spitze der Bajonette verteidigen.<br>\nAuch der deutsch-mexikanische Soziologe und Verfechter eines &ldquo;Sozialismus des 21. Jahrhunderts&rdquo;, Heinz Dieterich, versteht die Stellungnahme als Warnung des EU-Vordermanns. &ldquo;Mit anderen Worten: Die europ&auml;ische Bourgeoisie stellt der Arbeiter- und Basisbewegung ein Ultimatum: Zahlt unterw&uuml;rfig die Kosten der vom Kapital verursachten Krise, oder wir zwingen Euch mit milit&auml;rischen Mitteln dazu.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/147988\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Ich verstehe nicht ganz, was Barroso mit diesem h&ouml;chst fahrl&auml;ssigen Geschw&auml;tz erreichen will? Die Politik hat es doch in der Hand, den aberwitzigen Sparwahn zu beenden oder die Finanzindustrie endlich in die Schranken zu weisen, aber nichts geschieht. Wenn die Menschen dann das Vertrauen in die demokratische Regierungsform verlieren, ist das nicht verwunderlich. Oder ist es in der Tat die Drohung, die Interessen der Finanzindustrie notfalls auch mit Gewalt gegen die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung durchzusetzen? <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Der britische Premier Cameron ist mit der Axt unterwegs <\/strong><br>\nEr legt ein Sparbudget auf, bei dem manche Ministerien ihre Ausgaben um sagenhafte 40 Prozent k&uuml;rzen m&uuml;ssen.<br>\nWer auf Deutsch den Rotstift schwingt, nimmt auf Englisch eine Axt zur Hand. To axe hei&szlig;t das Sparen und Streichen in englischer Sprache. Premier Cameron und Finanzminister Osborne schwingen derzeit eine gewaltige Axt und das ganze Land duckt sich. Jedermann wei&szlig;: Das wird heute weh tun, morgen noch mehr, aber die wirklich schmerzhaften Einschnitte kommen erst noch. Gro&szlig;britannien wird dank dieser Sparorgie sobald nicht aus der Krise heraus kommen. Wenn jetzt in Europa fast nur noch Axt-M&auml;nner und -Frauen regieren, laufen sie Gefahr, die EU-&Ouml;konomie mit vereinter Kraft in eine Deflation zu sparen. Mit ein paar Steuersenkungen f&uuml;r Unternehmer, wie die Tories sie planen, wird sich der Marsch in die Depression nicht aufhalten lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1027-gastkommentargb\">Freitag.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Eine Stadt wehrt sich<\/strong><br>\nDer Widerstand gegen &ldquo;Stuttgart 21&rdquo; w&auml;chst. Gro&szlig;demonstration am Sonnabend. Die gro&szlig;e Abrechnung soll bei der Landtagswahl kommen. Die Bahn brauche &ldquo;politischen Druck&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/umwelt\/artikel\/1\/eine-stadt-wehrt-sich-1\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>PPP in Wiesbaden<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Im Infight mit dem B&uuml;rger<\/strong><br>\nF&uuml;r Oberb&uuml;rgermeister Helmut M&uuml;ller (CDU) war die geplante Gro&szlig;sporthalle im Westend schon immer Chefsache. Denn: Mit diesem Projekt bestehe die Chance, drei Probleme auf einen Schlag zu l&ouml;sen: Schulsport, Bundesliga-Sport und St&auml;dtebau. Angesichts der Kritik um die Vergabe des Projekts an einen privaten Investor ist er am Freitag bei gl&uuml;hender Hitze im dunkelblauen Anzug sogar auf die Stra&szlig;e gegangen, um kurz vor der Sondersitzung des Stadtparlaments f&uuml;r die Idee zu werben.<br>\n&ldquo;Es ist einfach g&uuml;nstiger, als wenn wir es selbst machen&rdquo;, sagt M&uuml;ller. Ob die Stadt nun die Zinsen und die Bewirtschaftung zahle oder eben Miete inklusive Betriebskosten, mache keinen Unterschied, so M&uuml;ller weiter.<br>\nEin &ldquo;unschlagbarer Vorteil&rdquo; eines PPP-Vertrags (&ouml;ffentlich-private Partnerschaft) ist M&uuml;ller zufolge, dass der private Investor die Halle nicht nur baue, sondern auch 30 Jahre lang in Schuss halte. Anders als die Schulen, f&uuml;r deren Zustand die Stadt zust&auml;ndig sei und die oft v&ouml;llig heruntergekommen sind, werde die Halle eben nicht verfallen. &ldquo;Daf&uuml;r garantiert der Vertragspartner&rdquo;, strahlt der Rathauschef. Vom kaputten T&uuml;rschloss bis zum Deckenschaden m&uuml;sse der Bauherr 30 Jahre lang alles sofort richten; andernfalls k&ouml;nne die Stadt die Miete mindern. Und wenn die Halle abbrennen sollte, m&uuml;sse der Betreiber eine neue zur Verf&uuml;gung stellen, schw&auml;rmt M&uuml;ller weiter. (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/frankfurt_und_hessen\/nachrichten\/wiesbaden\/2833254_Platz-der-Deutschen-Einheit-Im-Infight-mit-dem-Buerger.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>B&uuml;rgerliste Wiesbaden &ndash; Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit<\/strong><br>\nDie erste privat gebaute Sporthalle Wiesbadens im Westend auf dem Platz der deutschen Einheit ruft immer mehr Skeptiker auf den Plan. Angesichts der &uuml;ber 90 Millionen Euro, die die Stadt in 30 Jahren an Miete an den privaten Bauherrn zu zahlen h&auml;tte, bef&uuml;rchten Kritiker Verschwendung von Steuergeldern. Die Rathausfraktion der B&uuml;rgerliste (BLW) bezweifelt obendrein auch noch die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des gesamten PPP-Projektes.<br>\nDie Stadtverordneten h&auml;tten nie ausdr&uuml;cklich beschlossen, den Platz von einem privaten Investor bebauen zu lassen, so BLW-Fraktionschef Michael von Poser. Der von der BLW beauftragte Verwaltungsrechtler Gerhard Strauch best&auml;tigt diese Auffassung. Nach den Recherchen wurde im Mai 2008 lediglich beschlossen, dass &ldquo;privates Kapital&rdquo; eingesetzt werden solle. Damit sei die von Oberb&uuml;rgermeister Helmut M&uuml;ller (CDU) f&uuml;r den 22. Juli einberufene Sondersitzung des Stadtparlaments nicht zul&auml;ssig. Die 81 Abgeordneten sollen in zehn Tagen den Gro&szlig;auftrag an den bayerischen Unternehmer Max B&ouml;gl vergeben, weil er als &ldquo;bester Bieter&rdquo; gilt.<br>\nOB M&uuml;ller widerspricht: &ldquo;Der Beschluss von Mai 2008 beinhaltet, dass private Investoren eingeladen werden&rdquo;, sagte er auf FR-Nachfrage. Zudem hatte der Rathauschef stets davon gesprochen, dass der B&uuml;rokomplex von einem privaten Geldgeber gebaut werden solle. Die Stadt wolle lediglich f&uuml;r 16,5 Millionen Euro die Gro&szlig;sporthalle aus eigener Tasche finanzieren, da sie ausschlie&szlig;lich von den Elly-Heuss-Sch&uuml;lern und den Volleyballerinnen sowie Handballern genutzt werden solle. (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/frankfurt_und_hessen\/nachrichten\/wiesbaden\/2833255_Buergerliste-Wiesbaden-Zweifel-an-der-Rechtmaessigkeit.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Nicht mehr zu stoppen<\/strong><br>\nAuch wenn es gerade hei&szlig; her geht in Sachen Sporthallenbau auf dem Platz der deutschen Einheit &ndash; das Gro&szlig;projekt ist nicht mehr zu stoppen. Die Parlaments-Mehrheit wird das PPP-Projekt in der Sitzung am 22. Juli absegnen.<br>\nEin klares Nein ist weder von den Gr&uuml;nen noch von der SPD-Opposition zu erwarten: Sie werden sich trotz ihrer Bedenken h&ouml;chstens enthalten, und damit reicht die einfache Mehrheit von CDU und FDP. Das Projekt wird schon deshalb niemand mehr ernsthaft stoppen wollen, weil die Versch&ouml;nerung des seit Jahrzehnten vor sich hin gammelnden Platzes l&auml;ngst in vollem Gange ist. Die Westendler haben genug gelitten unter dem Dreck, den Trinkern und den Junkies. Jeder, von der Elly-Heu&szlig;-Schule &uuml;ber die Volleyballerinnen bis hin zu den West-endlern, ist heilfroh, dass der Platz endlich gemacht wird.<br>\nDoch auch wenn die Bebauung des Platzes gut und richtig ist: Das Verfahren l&auml;uft sehr schlecht. Es fehlt n&auml;mlich an Transparenz, und zwar hinten und vorne. Wo steht denn bitte klipp und klar, dass die &uuml;ber 90 Millionen Miete in 30 Jahren g&uuml;nstiger sind f&uuml;r die Steuerzahler? Warum werden die Stadtverordneten derart &uuml;berrumpelt? Warum ahnen sie nichts von Schadensersatzforderungen in Millionenh&ouml;he bei Nichtvergabe des Auftrags bis 31. Juli?<br>\nFragen &uuml;ber Fragen. Und die steigern nur das Misstrauen, das bei Deals mit Investoren immer angebracht ist. Denn meistens legen die Kommunen dabei drauf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/frankfurt_und_hessen\/nachrichten\/wiesbaden\/2833256_Kommentar-Nicht-mehr-zu-stoppen.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Leser P.K.:<\/strong> Zu dem Hinweis vom 09.07.10 <a href=\"\/?p=6144\">Irrweg PPP &ndash; eine Kampagne von attac<\/a> passen die Artikel aus der FR vom 10.07.10 zu einem zentralen Projekt der Stadtentwicklung in der Wiesbadener Innenstadt. Der OB M&uuml;ller erkl&auml;rt dem Publikum, das die geplante Mehrzweck Sporthalle f&uuml;r 16,5 Mio &euro; geplant, jetzt kosteng&uuml;nstiger durch ein PPP Model f&uuml;r 95 Mio. &euro; in 30 Jahren errichtet werden soll. Der OB ist auch Stadtk&auml;mmerer und kennt sich mit Zahlen aus.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Elena, die Strahlende, tritt auf der Stelle<\/strong><br>\nDem gr&ouml;&szlig;ten deutschen Datensammler-Projekt, das von staatlicher Seite je betrieben wurde, k&ouml;nnte die Einstampfung bevorstehen. Niemand w&auml;re &uuml;ber den Untergang Elenas ungl&uuml;cklich. Es jagt ein umstrittenes IT-Vorhaben der Regierung das n&auml;chste.<br>\nEingebrockt hat uns die Malaise mit den Arbeitsmarkt-Vorratsdaten der sp&auml;ter in Ungnade gefallene Manager Peter Hartz, dessen Hartz-Kommission 2002 die Zauberworte Entb&uuml;rokratisierung und Schwarzarbeitsbek&auml;mpfung einfielen. Die Begr&uuml;ndung f&uuml;r die deutsch-gr&uuml;ndliche Verdatung ist neben dem stets wohlklingenden Argument der Verschlankung der B&uuml;rokratie auch die Peinlichkeitsreduktion f&uuml;r den Fall, dass ein unterbezahlter Besch&auml;ftigter so wenig Geld bekommt, dass er zus&auml;tzlich Sozialleistungen ben&ouml;tigt, um &uuml;ber die Runden zu kommen. Da sein Br&ouml;tchengeber die Gehaltsdaten ja schon an die Zentralsammelstelle &uuml;bermittelt hat, entfallen die schriftlichen Bescheinigungen f&uuml;rs Amt. Der Kern des Problems &ndash; die Zunahme von Arbeitspl&auml;tzen, von denen man nicht mehr leben kann &ndash; bleibt unangetastet. Aber die Verwaltung des Elends soll optimiert werden.<br>\nUnd obwohl nur bei einem Bruchteil der Erfassten jemals ein solcher prim&auml;rer Elena-Antragsfall auftreten wird, werden ihre Daten ohne Einverst&auml;ndnis auf Vorrat gespeichert. Auch Beamte und Richter sind betroffen, obwohl sie nicht einmal theoretisch Leistungen beantragen k&ouml;nnen. Da erscheint es nur logisch, dass der Zugriff auf die sch&ouml;ne neue Datenbank nach und nach f&uuml;r weitere Interessierte ausgebaut wird. In bester Tradition der modernen Datensammelkunst wird der urspr&uuml;ngliche Zweck Schritt f&uuml;r Schritt gedehnt. Der Blick der Finanz&auml;mter auf die Gehaltsdaten ist da noch eine eher harmlose Idee. Von 2015 an werden n&auml;mlich die Krankenkassen, Studentenwerke, Pflegekassen, Versicherungen und Jobcenter die vermeintlich schwarzen Schafe unter ihren Kunden herausfiltern k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub8B6110197CA94CE3AAD9FA59359AC411\/Doc~E6837C5B0A5C7471C8BA70A1A0CD36732~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Diese Zeilen in der FAZ sind durchaus bemerkenswert: &bdquo;Eingebrockt hat uns die Malaise mit den Arbeitsmarkt-Vorratsdaten der sp&auml;ter in Ungnade gefallene Manager Peter Hartz, dessen Hartz-Kommission 2002 die Zauberworte Entb&uuml;rokratisierung und Schwarzarbeitsbek&auml;mpfung einfielen. Die Begr&uuml;ndung f&uuml;r die deutsch-gr&uuml;ndliche Verdatung ist neben dem stets wohlklingenden Argument der Verschlankung der B&uuml;rokratie auch die Peinlichkeitsreduktion f&uuml;r den Fall, dass ein unterbezahlter Besch&auml;ftigter so wenig Geld bekommt, dass er zus&auml;tzlich Sozialleistungen ben&ouml;tigt, um &uuml;ber die Runden zu kommen. Da sein Br&ouml;tchengeber die Gehaltsdaten ja schon an die Zentralsammelstelle &uuml;bermittelt hat, entfallen die schriftlichen Bescheinigungen f&uuml;rs Amt. Der Kern des Problems &ndash; die Zunahme von Arbeitspl&auml;tzen, von denen man nicht mehr leben kann &ndash; bleibt unangetastet. Aber die Verwaltung des Elends soll optimiert werden.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Schr&ouml;ders extremer Ansatz<\/strong><br>\nDie Gr&uuml;nen &uuml;ben heftige Kritik am Extremismus-Bek&auml;mpfungsprogramm von Bundesfamilienministerin Kristina Schr&ouml;der (CDU). Ihr Ansatz impliziere f&auml;lschlicherweise, dass Linksextremismus und Rechtsextremismus &ldquo;zwei sich vom Grunde her &auml;hnliche politische Bewegungen seien&rdquo;, hei&szlig;t es in einem Positionspapier der Th&uuml;ringer Landtagsvizepr&auml;sidentin Astrid Rothe-Beinlich und der beiden gr&uuml;nen Bundestagsabgeordneten Monika Lazar und Sven-Christian Kindler. Zudem werde dadurch &uuml;bersehen, dass menschenverachtende und antidemokratische Einstellungen nicht nur an den vermeintlichen &ldquo;R&auml;ndern&rdquo; auftreten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/schroeders-extremer-ansatz\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>US-Banken tricksen Obama-Regierung aus<\/strong><br>\nWie hindert man Kreditinstitute an riskanten Gesch&auml;ften? Die US-Regierung ersann eine Reform, um Finanzkrisen k&uuml;nftig zu verhindern. Doch schon bevor das Regelwerk in Kraft tritt, finden Banken jede Menge Schlupfl&ouml;cher.<br>\nMedienberichten zufolge wollen die Citigroup und andere f&uuml;hrende Banken einen Teil ihrer H&auml;ndler ins Kundengesch&auml;ft versetzen, um so Beschr&auml;nkungen des Eigenhandels zu umgehen.<br>\nUm erst gar nicht unter das neue Gesetz zu fallen, k&ouml;nnten sie zudem Industriebetriebe aufkaufen oder Hedge-Fonds gr&uuml;nden und riskante Gesch&auml;fte &uuml;ber solche Gesellschaften abwickeln. &ldquo;Ich w&uuml;rde so etwas eine Scheinbank nennen&rdquo;, sagte Heather McGhee von der Verbraucherschutzorganisation Demos.<br>\nDas &uuml;ber 2000 Seiten starke Regelwerk verfehlt damit seine Ziele, noch bevor es &uuml;berhaupt verabschiedet wurde. Urspr&uuml;nglich sollte es gro&szlig;e Institute daran hindern, &uuml;berm&auml;&szlig;ige Risiken einzugehen, damit sie bei Problemen nicht ein weiteres Mal vom Staat gerettet werden m&uuml;ssen.<br>\nIn dem Unverm&ouml;gen Washingtons und der Regierung von US-Pr&auml;sident Barack Obamas spiegelt sich zugleich das weltweite Scheitern der Politik, die Fehlentwicklungen an den Finanzm&auml;rkten zu beenden. So ist die Wirkung der Bankenabgabe oder der Stresstests f&uuml;r 91 europ&auml;ische Institute umstritten. Die Reform der EU-Finanzaufsicht steckt fest. Das deutsche Verbot von Leerverk&auml;ufen entpuppte sich als nahezu wirkungslos.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:finanzreform-us-banken-tricksen-obama-regierung-aus\/50142784.html%20\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Medien sind auf falsche Experten und &ldquo;Mietm&auml;uler&rdquo; fixiert<\/strong><br>\nThomas Leif, SWR-Chefreporter und Vorsitzender des Vereins &ldquo;netzwerk recherche&rdquo;, verlangt mehr Pluralit&auml;t statt der immergleichen Experten sowie eine strikte Trennung von Journalismus und PR.<br>\nHettinger: Sie haben in diesem Themenkreis den sehr sch&ouml;nen Begriff vom &ldquo;Mietmaul&rdquo; gepr&auml;gt, also Experten, die durchaus Sachverstand f&uuml;r ihr Themengebiet haben, aber in einem Geflecht von Abh&auml;ngigkeiten kleben und daher das Liedlein derer singen, die sie finanzieren. Wie genau erkennt man solche &ldquo;Experten&rdquo; in Anf&uuml;hrungszeichen?<br>\nLeif: Manchmal gen&uuml;gt eigentlich nur der ganze simple Griff zu einer Suchmaschine oder aber auch zur Homepage des jeweiligen Experten oder der Expertin, dann merkt man n&auml;mlich, welche speziellen Gutachten sie in Auftrag gegeben haben und gel&ouml;st haben, f&uuml;r welche Initiativen sie in der &Ouml;ffentlichkeit sprechen. Nehmen wir nur sogenannte Rentenexperten. Da w&uuml;rde es mich schon ein bisschen abschrecken, wenn gleichzeitig der sogenannte Rentenexperte auch bei einem Versicherungskonzern auf der Payroll, der Gehaltsliste steht und dort bestimmte Gesch&auml;ftsmodelle ausarbeitet. Das meinen wir damit. Es ist g&uuml;nstiger, jemanden auch pharmakritisch zu befragen, wenn es um Pharmaindustrie geht oder wenn es etwa auch um andere Themenfelder geht, lieber die zweite Meinung zu befragen. Und man kriegt eigentlich sehr schnell raus, welche Reputation der einzelne Forscher oder Experte hat. Ein Blick auf die Publikationsliste hilft da sehr oft oder auch nur ein Vorgespr&auml;ch, wo man einfach abklopft, wer steckt eigentlich dahinter. Und wir wollen verhindern, dass diese gro&szlig;e Zahl an &ldquo;Mietm&auml;ulern&rdquo;, in Anf&uuml;hrung, genutzt wird, und wir wollen eigentlich pl&auml;dieren daf&uuml;r, dass Sachverstand auch dann zu Wort kommt, wenn nicht unbedingt Prominenz damit verbunden ist. Also in elektronischen Medien wird sehr oft der Begriff des gesichtsbekannten Menschen gesehen, und wir haben durchaus auch skurrile G&auml;ste in Hamburg, die nur deshalb immer wieder als Experten kommen, weil sie die Produktionsbedingungen der Medien erf&uuml;llen: Kurz, knapp und popul&auml;r zu reden, aber nachher ist die Substanz doch recht d&uuml;nn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/thema\/1220879\/\">DLF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Und jetzt das Regierungs-Journal<\/strong><br>\nAusgerechnet Steffen Seibert! Der politisch betont zur&uuml;ckhaltende ZDF-Moderator wechselt schon ab dem 11. August als neuer Regierungssprecher vom &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender in Mainz zur Rumpel-Koalition nach Berlin. Dass Merkel sich als Nachfolger f&uuml;r den charismatischen Ulrich Wilhelm einen Journalisten holen und nicht auf einen Beamten oder anderen Z&ouml;gling des Politbetriebs setzen w&uuml;rde, galt als sicher. Doch den 50-J&auml;hrigen Seibert hatte niemand auf dem Zettel. Schon gar nicht sein bisheriger Arbeitgeber, das ZDF: &ldquo;Nachrichtenmoderator Steffen Seibert hat dem Sender mitgeteilt, dass er das ZDF verlassen werde. Er habe eine pers&ouml;nliche Entscheidung getroffen und wolle das Angebot annehmen, k&uuml;nftig als Sprecher der Bundesregierung zu arbeiten&rdquo;, gab das ZDF im Ton &auml;u&szlig;erster Missbilligung bekannt.<br>\nAuch ZDF-Chefredakteur Peter Freyfand deutliche Worte und bedauerte, &rdquo; dass Steffen Seibert seine Perspektive nicht im Journalismus gesehen hat. Er nimmt die bundesweite Bekanntheit, die er auf dem Schirm als Moderator von &ldquo;heute&rdquo; und &ldquo;heute-journal&rdquo; erworben hat, und die damit verbundene Kompetenz und Glaubw&uuml;rdigkeit mit in seine neue Aufgabe.&rdquo;<br>\nGenau darauf muss Merkel setzen: Dass wenigstens Seiberts kompetente Art die Malaisen der Kolaition ein bisschen besser an die Medien verkauft, so wie es sein Vorg&auml;nger auch konnte. Von Ulrich Wilhelm schw&auml;rmt die Hauptstadtpresse &ndash; von ihrem Verh&auml;ltnis zur Kanzlerin l&auml;sst sich das nicht behaupten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/leben\/medien\/artikel\/1\/und-jetzt-das-regierungs-journal\/\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> <\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Ich nehme diese Aufgabe gerne an, weil ich &uuml;berzeugt bin, dass die Bundesregierung unter F&uuml;hrung von Bundeskanzlerin Angela Merkel die richtigen Schwerpunkte setzt, um unserem Land in diesen schwierigen Jahren eine gute Zukunft zu sichern&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bundesregierung.de\/Content\/DE\/Pressemitteilungen\/BPA\/2010\/07\/2010-07-10-regierungssprecher.html\">sagte Seibert<\/a>. Wer ihm bei seinen fr&uuml;heren Moderationen auch nur etwas genauer zugeh&ouml;rt hat, konnte schon fr&uuml;her erkennen, dass Seibert immer dieser &Uuml;berzeugung war. Nun wird er eben ganz offiziell, was er vorher unter dem Logo des ZDF war: Sprachrohr der Regierung. <\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Buchtipp &ndash; Wohl dem, der jetzt zahlt<\/strong><br>\nEr ist als wackerer K&auml;mpfer gegen den &ouml;konomischen Mainstream bekannt: Stephan Schulmeister, der Wirtschaftsforscher am Wiener WIFO. Seit Jahren warnt er, rechnet er vor, redet an: dass das Kapital der Welt auf der Suche nach Investitionsm&ouml;glichkeiten immer st&auml;rker in die Finanzm&auml;rkte gelenkt wird, auf denen das Geld durch blo&szlig;e Geldgesch&auml;fte vermehrt zu werden versucht &ndash; w&auml;hrend Investitionen in die &ldquo;Realwirtschaft&rdquo; immer unattraktiver werden. Das Resultat: instabile Finanzm&auml;rkte, Bankenkrisen und chronisch schwaches Wachstum. Aber das ist keine automatische Naturnotwendigkeit, sondern Resultat von Regulierungen im Interesse m&auml;chtiger Finanzmarktakteure. Dass die, die Macht haben, ihre Regeln durchzusetzen, muss nicht sonderlich &uuml;berraschen. Schlie&szlig;lich entfielen knapp vor der Krise 30 Prozent der amerikanischen Unternehmensprofite auf die Finanzindustrie.<br>\nAll diese Punkte tr&auml;gt Schulmeister auch in seinem neuen Buch vor: &ldquo;Mitten in der Krise. Ein ,New Deal&rsquo; in Europa&rdquo;, und wer an dieser Stelle dem Autor w&uuml;rde vorhalten wollen, er rede einer etwas pausb&auml;ckigen Dichotomie von &ldquo;Finanzwirtschaft&rdquo; und &ldquo;Realwirtschaft&rdquo; das Wort, dem darf man hier schon getrost entwarnen. Nat&uuml;rlich wei&szlig; auch Schulmeister, dass Finanz- und Realwirtschaft auf vielf&auml;ltige Weise verbunden sind, und dass Industrie- und Dienstleistungsbranchen nicht prosperieren k&ouml;nnen, wenn ihnen nicht ein funktionst&uuml;chtiges Finanzsystem zur Seite steht. Aber es kommt eben auf die Gesamtarchitektur an: Stimmt die nicht mehr, dann dient das Finanzsystem nicht mehr der Prosperit&auml;t, sondern es untergr&auml;bt sie.<br>\nStephan Schulmeister: &ldquo;Mitten in der gro&szlig;en Krise. Ein ,New Deal&rsquo; f&uuml;r Europa&rdquo;. Picus, Wien 2010, 140 Seiten, 8,90 Euro<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=pb&amp;dig=2010%2F07%2F10%2Fa0046&amp;cHash=f435564d38\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Das Letzte: <\/strong><br>\nSch&auml;uble: Wissen Sie im &Uuml;brigen, wer den Spitzensteuersatz so dramatisch auf das heutige Niveau gesenkt hat?<br>\nSZ: Das war Rot-Gr&uuml;n. Aber wissen Sie noch, wer damals gesagt hat, das gehe alles noch nicht weit genug?<br>\nSch&auml;uble: Das habe ich vergessen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/im-gespraech-wolfgang-schaeuble-die-kanzlerin-hat-erfolg-weil-sie-ist-wie-sie-ist-1.972983-3%20\">SZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: B&uuml;rger-Zwangs-Arbeit; Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen Dienst; Threat of Deflation; Bek&auml;mpfung der Steuerhinterziehung; Banken steht Klagewelle ins Haus; Ignoranz der Arbeitgeber; Gesundheitsreform bringt Verwaltungschaos; Irrsinn Bildungsf&ouml;deralismus; Umst&uuml;rze im S&uuml;den Europas m&ouml;glich; Cameron benutzt die Axt; Stuttgart wehrt sich; PPP in Wiesbaden; Elena tritt auf der Stelle; Schr&ouml;ders extremer Ansatz; US-Banken tricksen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6166\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6166","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6166","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6166"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6166\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6172,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6166\/revisions\/6172"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6166"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6166"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6166"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}