{"id":6173,"date":"2010-07-13T08:52:24","date_gmt":"2010-07-13T06:52:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6173"},"modified":"2010-07-13T08:52:24","modified_gmt":"2010-07-13T06:52:24","slug":"hinweise-des-tages-1180","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6173","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Die &raquo;R&ouml;sler-Pr&auml;mie&laquo;; 51 Milliarden Euro Mindereinnahmen durch Steuersenkungen; das Kapital soll zahlen; Bankenrettung zum Schn&auml;ppchenpreis; weniger Staat, mehr Krise; wir sparen &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse; Kreditderivate; blinde Zustimmung; Fiskus darf Banken retten aber nicht besteuern; Kosten verhindern Elena; braune Vergangenheit des BND; Merkels neue Stimme; Atom-Alarm-Kampagne; Ss&auml;nk Juh fohr Tr&auml;wweling. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Die &raquo;R&ouml;sler-Pr&auml;mie&laquo; &ndash; Einstieg in die Kopfpauschale<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">51 Milliarden Euro Mindereinnahmen durch Steuersenkungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">James K. Galbraith: Das Kapital soll zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Deutsche Bank: Direkte fiskalische Kosten der Finanzkrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Weniger Staat, mehr Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Wir sparen &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Funktionsweise und Bedeutung von Kreditderivaten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Bayern soll Skandalkauf vorschnell zugestimmt haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Etliche Banken sind zum Retten zu gro&szlig;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Steuerfahndung: David Fiskus gegen Goliath Bank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">EleNa: Und der Retter ist: Die Kostenfrage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Die braune Vergangenheit des BND<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Merkels neue Stimme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Atom-Alarm &ndash; Kampagnenaufruf von Campact<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Ss&auml;nk Juh fohr Tr&auml;wweling<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=6173&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die &raquo;R&ouml;sler-Pr&auml;mie&laquo; &ndash; Einstieg in die Kopfpauschale<\/strong><br>\nAm 6. Juli 2010 verabschiedete die schwarz-gelbe Koalitionsspitze Eckpunkte zur Gesundheitspolitik. Schwarz-gelb markiert damit den Abschied von der solidarischen Finanzierung der sozialen Krankenversicherung. Der Kernsatz der Vereinbarung lautet: &raquo;Unvermeidbare Ausgabensteigerungen werden durch Zusatzbeitr&auml;ge der Versicherten finanziert.&laquo; K&uuml;nftige Finanzierungsl&uuml;cken (Defizite) zwischen den Einnahmen des Gesundheitsfonds und den Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) m&uuml;ssen somit alleine von Arbeitnehmern und Rentnern &uuml;ber eine nach oben offene Kopfpauschale geschlossen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ak-sozialpolitik.de\/dukumente\/2010\/2010-07-12%20Roesler-Praemie.pdf%20\">Arbeitnehmerkammer Bremen [PDF &ndash; 1.1 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Schaubild 4 aus dem Papier der AK Bremen zeigt, wie gro&szlig; die Kopfpauschale R&ouml;slers Pl&auml;nen zufolge in absehbarer Zeit werden w&uuml;rde:<\/em><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/130710_roesler.png\" alt=\"Roesler-Praemie\"><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>51 Milliarden Euro Mindereinnahmen durch Steuersenkungen<\/strong><br>\nIn den vergangenen zw&ouml;lf Jahren sind die Steuern kr&auml;ftig gesunken. Das tr&auml;gt weitaus st&auml;rker zum Staatsdefizit bei als die Ausgabenentwicklung, zeigen Untersuchungen des Instituts f&uuml;r<br>\nMakro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\n&Uuml;ber 51 Milliarden Euro &ndash; so viel w&uuml;rden Bund, L&auml;nder und Gemeinden in diesem Jahr mehr an Steuern einnehmen, wenn noch die Steuergesetze von 1998 g&auml;lten. Das haben IMK-Steuerexperte Achim Truger und der Berliner Finanzwissenschaftler Dieter Teichmann errechnet. Trotz hoher Ausgaben durch die Wirtschaftskrise w&auml;re das &ouml;ffentliche Defizit also selbst 2010 &uuml;berschaubar &ndash; wenn der Staat nicht in der vergangenen Dekade auf hohe Einnahmen verzichtet h&auml;tte. Vor allem die rot-gr&uuml;ne Einkommensteuerreform mit deutlicher Senkung der Spitzensteuers&auml;tze hat durchgeschlagen, zeigen die Forscher in ihrer Steuersch&auml;tzung. So sehr, dass die Einnahmen selbst 2007, nachdem die Bundesregierung die Mehrwertsteuer erh&ouml;ht hatte, um rund 20 Milliarden Euro unter dem Niveau von 1998 blieben. Die f&uuml;r Kapitaleigner g&uuml;nstige Abgeltungsteuer, die Unternehmensteuersenkung und die Entlastungen, welche die gro&szlig;e und dann die schwarz-gelbe Koalition in der Krise beschlossen, haben den Abstand noch vergr&ouml;&szlig;ert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/320_107794.html\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>James K. Galbraith: Das Kapital soll zahlen<\/strong><br>\nWie das Projekt Europa gerettet werden k&ouml;nnte &ndash; eine Au&szlig;enansicht von James K. Galbraith.<br>\nDie richtige Antwort auf Massenarbeitslosigkeit und die daraus folgenden Steuerausf&auml;lle ist, &ouml;ffentliche und private Investitionen in den Defizitregionen auszuweiten. Nur so kann man den sich abzeichnenden Teufelskreis aus Haushaltsk&uuml;rzungen, Schuldenabbau und Wirtschaftsflaute durchbrechen.<br>\nDie Erfahrungen der letzten Monate wecken begr&uuml;ndete Zweifel, ob ein wirtschaftlicher Aufschwung m&ouml;glich ist, solange die Finanzm&auml;rkte in der Lage sind, massiv gegen Staatspapiere von Eurol&auml;ndern zu wetten &ndash; was derzeit vor allem auf dem CDS-Markt geschieht. Das unterstreicht nur die Notwendigkeit, den Finanzsektor an die Kandare zu nehmen, bis er f&uuml;r die EU keine Bedrohung mehr darstellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2010\/06\/11.mondeText.artikel,a0036.idx,7\">Le monde diplomatique<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutsche Bank: Direkte fiskalische Kosten der Finanzkrise<\/strong><br>\nIn Deutschland gab es St&uuml;tzungsma&szlig;nahmen sowohl auf der Ebene des Bundes als auch auf der L&auml;nder. Der Finanzmarktstabilisierungsfonds der Bundesregierung (SoFFin) erzielte bislang Ein-nahmen von rund EUR 700 Mio. aus der &Uuml;bernahme von Garantien f&uuml;r Bankanleihen und Eigenkapitalhilfen, denen EUR 415 Mio. an Zinsausgaben gegen&uuml;berstehen. Dar&uuml;ber hinaus musste der SoFFin jedoch den Wert seiner Beteiligung Hypo Real Estate (HRE) nach unten korrigieren, so dass er f&uuml;r 2009 einen Jahresverlust von insgesamt EUR 4,3 Mrd. auswies. Langfristig erscheint es angesichts der strukturell geringen Profitabilit&auml;t des deutschen Bankensystems h&ouml;chst unwahrscheinlich, dass die beiden gr&ouml;&szlig;ten Empf&auml;nger von SoFFin-Kapital, die Commerzbank (EUR 18,2 Mrd.) und die HRE (EUR 7,7 Mrd.), die erhaltenen Mittel vollst&auml;ndig zur&uuml;ckzahlen werden, zumindest innerhalb eines &uuml;berschaubaren Zeitraums.<br>\nDer Ausblick auf L&auml;nderebene ist sogar noch weniger ermutigend: Die betroffenen Bundesl&auml;nder d&uuml;rften kaum mehr als einen kleinen Teil der EUR 18 Mrd. an Eigenkapitalst&uuml;tzen zur&uuml;ckerhalten, die sie BayernLB, LBBW und HSH Nordbank gew&auml;hrt haben&hellip;<br>\nInsgesamt wird die Netto-Belastung der deutschen Haushalte in absoluten Gr&ouml;&szlig;en voraussichtlich erheblich sein &ndash; jedoch unter 1% des BIP bleiben.<br>\nAuch wenn sich dar&uuml;ber streiten l&auml;sst, wieweit die Finanzkrise konkret zur ersten Rezession der Weltwirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg und dem massiven Anstieg der &ouml;ffentlichen Defizite und Schuldenst&auml;nde beigetragen hat, ist klar, dass sie sicherlich der wichtigste einzelne Grund daf&uuml;r war.<br>\nDen &ouml;ffentlichen Haushalten haben die Krise und die nachfolgende Rezession jedoch einen schweren Schlag versetzt.<br>\nTrotz allem &ndash; und sicher etwas &uuml;berraschend &ndash; wird die globale Finanzkrise von 2007-09 am Ende wahrscheinlich als eine der am wenigsten kostspieligen in die Geschichtsb&uuml;cher eingehen, jedenfalls relativ betrachtet.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100713_deutsche_bank_research_kosten_der%20_finanzkrise.pdf\">Deutsche Bank Research [PDF &ndash; 201 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine unglaublich besch&ouml;nigende Darstellung der Kosten f&uuml;r die staatliche Bankenrettung. Die Kosten f&uuml;r die Beteiligung des Bundes an der HRE werden schlicht auf die Habenseite gerechnet und nur die &bdquo;Wertberichtigung&ldquo; als Kosten berechnet. Noch im April ver&ouml;ffentlichte die Bundesbank, dass in den Jahren 2008 und 2009 rund 53 Prozent der Bruttoneuverschuldung auf Rettungsma&szlig;nahmen zugunsten von Finanzinstituten im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise entfielen. Die Kosten der St&uuml;tzung der Finanzinstitute wurden bis Ende 2009 mit 98 Milliarden Euro <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:folgen-der-finanzkrise-bankenrettung-treibt-staatsschulden\/50103077.html\">angegeben<\/a>.<br>\nWo blieben in dem Bericht eigentlich die Kosten f&uuml;r die &Uuml;bernahme der IKB, wie teilen sich die St&uuml;tzungsma&szlig;nahmen f&uuml;r die HRE in H&ouml;he von 102 Milliarden in direkte Kapitalhilfe bzw. in Kosten f&uuml;r die Verstaatlichung auf?<br>\nDie Studie tut gerade so, als seien die Kreditgarantien und B&uuml;rgschaften alle schon auf der sicheren Seite.<br>\nAber immerhin wird zugegeben, dass die Finanzkrise der wichtigste einzelne Grund f&uuml;r den massiven Anstieg der &ouml;ffentlichen Defizite und Schuldenst&auml;nde ist. Das sollte man sich merken, wenn jetzt umgekehrt argumentiert wird, dass die Sozialausgaben den gr&ouml;&szlig;ten Beitrag zum Abbau der Verschuldung leisten m&uuml;ssten, weil sie den gr&ouml;&szlig;ten Anteil am Haushalt ausmachen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Weniger Staat, mehr Krise<\/strong><br>\n&Ouml;konomen haben die positiven Effekte staatlicher Regulierung falsch eingesch&auml;tzt. Eine Studie kommt zum Schluss: Die Politik wurde systematisch schlecht beraten.<br>\nF&uuml;r das erzliberale Fraser-Institut liegt es auf der Hand: Falsche Politik ist f&uuml;r die tiefste Finanz- und Wirtschaftskrise seit der Gro&szlig;en Depression verantwortlich, nicht der Markt.<br>\nEinem wissenschaftlichen Realit&auml;tstest h&auml;lt diese These aber nicht stand. Tats&auml;chlich scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein: Je mehr der Finanzmarkt in einem Land sich selbst &uuml;berlassen war, desto st&auml;rker ist es in der Rezession 2008 und 2009 unter die R&auml;der gekommen, stellt ein Forscherteam um die Londoner Professorin Lucrezia Reichlin in einer neuen Studie mit dem Titel Market Freedom and the Global Recession fest.<br>\nDie Studien von Reichlin und Stulz liefern empirische Belege f&uuml;r das Argument, dass die Mehrheit der &Ouml;konomen zuvor die Selbstheilungskraft und Stabilit&auml;t freier M&auml;rkte &uuml;bersch&auml;tzt hat. Eine Reihe von Volkswirten, darunter auch mehrere &Ouml;konomie-Nobelpreistr&auml;ger, ist ebenfalls &uuml;berzeugt: &ldquo;Der Glaube an den Markt und die Verachtung f&uuml;r Regierungen haben in unserer Disziplin oft die Fakten &uuml;bertrumpft&rdquo;, sagt zum Beispiel Paul Krugman.<br>\nSein Kollege Joseph Stiglitz gibt der etablierten Volkswirtschaftslehre eine Mitschuld an der Misere: &ldquo;Das Fach hat die intellektuelle Basis f&uuml;r die Deregulierungsbewegung geliefert.&rdquo;<br>\nRatingagenturen und andere Experten haben die Bedeutung von Deregulierung auf den Finanzm&auml;rkten falsch eingesch&auml;tzt, stellen die Forscher fest. Niemand habe auf der Rechnung gehabt, wie anf&auml;llig Volkswirtschaften mit deregulierten Finanzm&auml;rkten f&uuml;r Krisen waren. L&auml;nder, denen Weltbank und Fraser-Institut eine besonders marktfreundliche Regulierung bescheinigten, traf die gro&szlig;e Rezession der Jahre 2008 und 2009 deutlich h&auml;rter. &ldquo;Dieser Effekt ist nicht nur statistisch signifikant, sondern auch &ouml;konomisch relevant&rdquo;, betonen die Forscher.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2010-07\/wirtschaft-krise?page=1\">Zeit Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"https:\/\/dipot.ulb.ac.be:8443\/dspace\/bitstream\/2013\/57647\/1\/2010-020-GIANNONE_LENZA_REICHLIN-marketfreedom.pdf%20\">Market Freedom and the Global Recession [PDF &ndash; 280 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wir sparen &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse<\/strong><br>\nKanzlerin Merkel behauptet, Deutschland habe &uuml;ber die Verh&auml;ltnisse gelebt. Doch das stimmt nicht. Das Letzte, was Deutschland jetzt gebrauchen kann, ist &uuml;bertriebene Sparsamkeit.<br>\nEin Gastbeitrag von J&uuml;rgen Kromphardt, Vorsitzender der Keynes-Gesellschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik-in-deutschland-wir-sparen-ueber-unsere-verhaeltnisse-1.973798\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.D.:<\/strong> F&uuml;r NDS-Leser ein alter Hut, aber eine gute Argumentations- und Informationshilfe f&uuml;r Leute, die glauben, dass nur Sparen aus der Krise f&uuml;hrt. Es ist sch&ouml;n, dass sich nach und nach immer mehr Volkswirte sich gegen den wirtschaftspolitischen Kurs der letzten Regierungen positionieren und zu Wort melden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Funktionsweise und Bedeutung von Kreditderivaten<\/strong><br>\nEine Ausarbeitung des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags.<br>\nEin lesenswerter &Uuml;berblick nebst interessanten Statistiken.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100713_hinweise_funktionsweise_und_bedeutung_von_kreditderivaten.pdf\">Deutscher Bundestag [PDF &ndash; 1.9 MB]<\/a> <\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Bayern soll Skandalkauf vorschnell zugestimmt haben<\/strong><br>\nDer Freistaat soll dem Skandalkauf der &ouml;sterreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) ungepr&uuml;ft zugestimmt haben. Das berichtet das Bayerische Fernsehen.<br>\nNach Informationen des Senders hat die Landesregierung bereits am 15. Mai 2007 die gesetzlich vorgeschriebene Zustimmung zum Kauf der HGAA Adria erteilt. Dies gehe aus einem Vorstandsprotokoll hervor. Zu diesem Zeitpunkt habe aber weder der Entwurf eines Kaufvertrages existiert, noch habe der sogenannte Due-Diligence-Bericht der Wirtschaftspr&uuml;fer vorgelegen.<br>\nDas Engagement bei der HGAA hat die bayerische Landesbank und damit die Steuerzahler im Freistaat bis zum Notausstieg im vergangenen Dezember 3,7 Milliarden Euro gekostet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,706130,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Etliche Banken sind zum Retten zu gro&szlig;<\/strong><br>\nDie Pleite von Lehman Brothers im Jahr 2008 hat gezeigt, dass Probleme einzelner Institute ganze Volkswirtschaften gef&auml;hrden k&ouml;nnen. Eine neue Studie zeigt, dass diese Gefahr auch weiterhin besteht. Etliche Banken sind so stark gewachsen, dass die Regierungen sie im Fall der F&auml;lle nicht mehr auffangen k&ouml;nnen.<br>\nAllein mit einer engeren internationalen Koordinierung der Bankenaufsicht und einer Harmonisierung der Vorschriften lasse sich dieses Problem nicht l&ouml;sen, argumentieren die &Ouml;konomen Claessens, Herring und Schoenmaker. Die Welt brauche eine klare Insolvenzordnung f&uuml;r internationale Gro&szlig;banken. Nicht nur die Kompetenzen m&uuml;ssten darin sortiert werden &ndash; sondern auch, welches Land wie viel Geld zu den Rettungspaketen beisteuert und wie die Verluste aufgeteilt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/banken-versicherungen\/studie-etliche-banken-sind-zum-retten-zu-gross;2616913;0%20\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Steuerfahndung: David Fiskus gegen Goliath Bank<\/strong><br>\nDie Bundesregierung braucht neue Einnahmequellen, die Industriel&auml;nderorganisation hat eine ausgemacht. Deutsche Banken zahlen laut OECD zu wenig Steuern. Deshalb soll Berlin trotz Haushaltsnot in die Steuerpr&uuml;fung investieren. Bei der Union trifft die Forderung auf offene Ohren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:steuerfahndung-david-fiskus-gegen-goliath-bank\/50142981.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.D.:<\/strong> Hoffentlich kommt dabei mehr raus als bei der Pr&uuml;fung von versch&auml;rften Transaktions- und Spekulationsregeln f&uuml;r die Finanzcasinos. Denn wenn die Politik pr&uuml;ft, m&ouml;chte sie die Probleme gerne auf die lange Bank schieben und hofft auf das gro&szlig;e Vergessen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>EleNa: Und der Retter ist: Die Kostenfrage<\/strong><br>\nNachdem die Kritik zu laut wurde, scheute sich die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, nicht, offen zuzugeben, dass die Datensparsamkeit bisher bei dem Projekt keine Rolle gespielt hatte. Sie verk&uuml;ndete, dass nunmehr die Daten auf ihre zwingende Notwendigkeit gepr&uuml;ft werden w&uuml;rden &ndash; was eigentlich eine Selbstverst&auml;ndlichkeit sein sollte. Wenn Elena nun vor einem Stopp steht, wie der Bundeswirtschaftsminister verlautbaren l&auml;sst, dann hat dies mit dem Datenschutz trotzdem wenig zu tun &ndash; auch wenn der FDP-Generalsekret&auml;r Christian Linder mitteilt, dass &ldquo;Datensparsamkeit das Gebot der Stunde&rdquo; sei. Die Entscheidung, ob Elena weitergef&uuml;hrt wird, h&auml;ngt vielmehr davon ab, welche Kosten insbesondere auf die Wirtschaft und die Kommunen zukommen werden. Es ist n&auml;mlich alles andere als sicher, ob der Mittelstand durch das Vorhaben tats&auml;chlich entlastet wird. Kritiker forderten bereits seit langem Pr&uuml;fungen, ob durch Elena wirklich B&uuml;rokratie abgebaut wird. Trotzdem kam es dazu offenbar erst, nachdem das Projekt bereits angelaufen war. Technikfolgen- und Kostenabsch&auml;tzungen scheinen erst dann opportun zu sein, wenn die Kassen zu leer sind. Und nur dann, wenn sich herausstellt, dass etwas zu teuer wird, zieht man den Datenschutz als zus&auml;tzliches Argument hinzu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=32936&amp;mode=print\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Der B&uuml;rokratieaufwand in einer Personalabteilung mit guter abrechnungstechnischer Ausstattung betr&auml;gt jeweils inklusive Kopieren ca. drei Minuten f&uuml;r eine Krankengeldbescheinigung, zehn Minuten f&uuml;r eine <a href=\"http:\/\/www.arbeitsagentur.de\/zentraler-Content\/Vordrucke\/A07-Geldleistung\/Publikation\/V-Alg-Arbeitsbescheinigung.pdf\">Arbeitsbescheinigung gem&auml;&szlig; &sect; 312 SGB III<\/a> und vielleicht im Extremfall 20 Minuten f&uuml;r eine Wohngeldbescheinigung, was seltener vorkommt, als sich manche B&uuml;rokratieexperten vorstellen. Wenn die Mitarbeiterin \/ der Mitarbeiter nicht im gleichen Geb&auml;ude arbeitet, addieren Sie noch eine Minute f&uuml;r das Beschriften eines Umschlags und 55 Pfennig f&uuml;r Porto. Der B&uuml;rokratieaufwand sollte meiner Meinung nach eher in der Arbeits- und Sozialb&uuml;rokratie vermindert werden, wo beabsichtigt gewesen sein muss, die dortigen Sachbearbeiter\/innen nicht mehr die Daten von Papierformularen &uuml;bertragen zu lassen, sondern die Daten mit drei Mausklicks zu aktivieren. Stellen k&ouml;nnten so gestrichen, Steuern und verhasste Lohnnebenkosten gespart werden. Dass Elena f&uuml;r die EDV-Branche wie die Lizenz zum Gelddrucken sein muss, kann man sich ebenfalls vorstellen &ndash; wie damals bei Toll-Collect und jetzt bei der Elektronischen Gesundheitskarte.<br>\nWer wirklich ein Interesse an den Bed&uuml;rfnissen in den Unternehmen hatte, h&auml;tte die Leute aus der Praxis gefragt haben k&ouml;nnen &ndash; oder k&ouml;nnte jetzt noch fragen und erfahren, dass der <a href=\"http:\/\/www.haufe.de\/SID161.KQsKI0w7cfg\/personal\/fc\/10545#11771\">Aufwand gigantisch ist<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die braune Vergangenheit des BND<\/strong><br>\nFr&uuml;here Nationalsozialisten machten bei westdeutschen Geheimdiensten und Polizei Karriere. So weit bekannt. Doch nun sind einige weitere Personen enttarnt. Die Birthler-Beh&ouml;rde hat die Akten dazu freigegeben &ndash; nach 20 Jahren.<br>\nDie Berliner Zeitung platzt mit einem au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Tagesthema in den hei&szlig;en WM-Sommer: Es geht um den &ldquo;Brauen Sumpf&rdquo; &ndash; um Ex-Nazis, die in westdeutschen Geheimdiensten, Ministerien und bei der Polizei Karriere machten.<br>\nIn den Akten finden sich laut Berliner Zeitung die Namen von fr&uuml;heren Mitarbeitern des Bundesnachrichtendienstes, des Verfassungsschutzes, des Milit&auml;rischen Abschirmdienstes sowie der Landespolizei von Schleswig-Holstein, von Hamburg und von Westberlin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/ns-staat-stasi-und-der-geheimdienst-die-braune-vergangenheit-des-bnd-1.973761%20\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Merkels neue Stimme<\/strong><br>\nDie Personalie h&auml;tte zudem das Zeug zur Tragikom&ouml;die, wenn es nicht so bitterernst w&auml;re. Da sitzt der ZDF-Journalist Seibert also bald am Tisch mit der Macht &ndash; und dient nun genau der Frau, die mit ihrer Partei im vergangenen Jahr knallhart den Rausschmiss des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender betrieb &ndash; auch so eine Sache, die im Gegensatz zum sonstigen Koalitionskuddelmuddel erstaunlich gut geklappt hat. Damals setzte Seibert seine Unterschrift unter einen Protestbrief gegen die Demission seines Chefs. Jetzt will er, wie er in einer knappen Stellungnahme wissen lie&szlig;, &ldquo;mit aller Kraft helfen&rdquo;, Merkels Politik &ldquo;den B&uuml;rgern zu vermitteln&rdquo;. Man w&uuml;sste gern, was er sich dabei denkt. Denn seit der Causa Brender steht die Staatsferne des ZDF &ndash; und damit des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks insgesamt &ndash; im Mittelpunkt der Diskussion. Dass nun mit Ulrich Wilhelm ein Regierungssprecher ausscheidet, um bei der ARD als Intendant anzufangen, und an seine Stelle ausgerechnet ein ZDF-Mann nachr&uuml;ckt &ndash; ein absurderes Signal f&uuml;r fehlende Staatsferne k&ouml;nnte es kaum geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/merkels-neue-stimme\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Atom-Alarm &ndash; Kampagnenaufruf von Campact<\/strong><br>\nAm 26. Juli ab 12 Uhr mittags soll es in in m&ouml;glichst vielen St&auml;dten vor den Wahlkreisb&uuml;ros der jeweiligen CDU\/CSU oder FDP-Bundestagsabgeordneten &bdquo;Atom-Alarm&ldquo; geben. Dabei soll u.a. die Campact-Erkl&auml;rung gegen ein Comeback der Atomkraft, die bereits von &uuml;ber 154.000 Menschen unterzeichnet wurde, sowie ein Heftchen mit 100 guten Gr&uuml;nden gegen Atomkraft an den oder die jeweilige Abgeordnete\/n &uuml;bergeben werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.campact.de\/atom2\/sommer\/atomalarm\">campact.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Ss&auml;nk Juh fohr Tr&auml;wweling<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_multifunktion\/?em_art=galery&amp;em_loc=3317&amp;em_cnt=1256926\">FR online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Die &raquo;R&ouml;sler-Pr&auml;mie&laquo;; 51 Milliarden Euro Mindereinnahmen durch Steuersenkungen; das Kapital soll zahlen; Bankenrettung zum Schn&auml;ppchenpreis; weniger Staat, mehr Krise; wir sparen &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse; Kreditderivate; blinde Zustimmung; Fiskus darf Banken retten aber nicht besteuern; Kosten verhindern Elena; braune Vergangenheit des BND; Merkels neue Stimme; Atom-Alarm-Kampagne; Ss&auml;nk Juh fohr Tr&auml;wweling.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6173\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6173","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6173","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6173"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6173\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6178,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6173\/revisions\/6178"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6173"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6173"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6173"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}