{"id":61766,"date":"2020-06-08T16:13:59","date_gmt":"2020-06-08T14:13:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61766"},"modified":"2020-07-20T17:10:11","modified_gmt":"2020-07-20T15:10:11","slug":"leserbriefe-zu-alle-arbeiter-sind-gleich-aber-manche-sind-gleicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61766","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eAlle Arbeiter sind gleich, aber manche sind gleicher\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61732\">Auf den heute fr&uuml;h eingestellten Artikel<\/a> kamen einige muntere Leserbriefe. Die Zusammenstellung aller Leserbriefe folgt. Darunter befinden sich sehr kritische Anmerkungen &uuml;ber den Zustand der Deutschen Gewerkschaften und insbesondere der IG Metall. Und meist wird eine gravierende und negative Ver&auml;nderung festgestellt. Leider ist das so. Es mag an der Entpolitisierung liegen. Es mag daran liegen, dass das Wissen darum, dass die abh&auml;ngig Arbeitenden sich zusammenschlie&szlig;en m&uuml;ssen und kollektiv handeln m&uuml;ssen, verloren gegangen ist. Wer von den Millionen abh&auml;ngig Arbeitenden wei&szlig; noch, warum es Gewerkschaften gibt und geben muss? Der Artikel von heute fr&uuml;h und auch die Leserbriefe sind kritisch und meist wohlwollend zugleich. Das sollten die Gewerkschafter unter unseren Leserinnen und Lesern bitte beachten. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nBitte beachten Sie, dass alle Leserbriefschreiber mit ihrem Namen daf&uuml;r einstehen, was sie geschrieben haben. So sollte es eigentlich immer sein. Deshalb gilt der besondere Dank diesen 5 Leserbriefschreibern.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Alle Arbeiter sind gleich, aber manche sind gleicher. Artikel von Albrecht M&uuml;ller.<\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>meine Name ist Alfred Matejka &ndash; ich war 50 Jahre und 2 Monate bei der Glyco-ab 1990 Federal-Mogul Wiesbaden besch&auml;ftigt. Ich habe als Dreherlehrling mit 14 Jahren angefangen und bin als Betriebsratsvorsitzender nach 48 Jahren in die Freistellungsphase der Altersteilzeit gegangen. Bei meinem Ausscheiden war die Belegschaft noch bei 1600 M&auml;nner und Frauen stark.<\/p><p>Zu ihrem Artikel folgende kurze Anmerkungen meinerseits:<\/p><p>Sie haben einen wunden Punkt bei der IG-Metall angesprochen. Ich teile Ihre Auffassung.<\/p><p>Im Jahr 2009 haben wir einen 4 t&auml;gigen Streik durchgef&uuml;hrt, um die Entlassung von 436 Kolleginnen und Kollegen zu verhindern. Kurzarbeit statt Entlassungen war unsere Losung. Keynes halt. Die Abwrackpr&auml;mie war damals auch von der Politik eingesetzt worden.<\/p><p>Mit der Abwrackpr&auml;mie werden heute keine Arbeitspl&auml;tze mehr mittelfristig gerettet.<\/p><p>Der Aufschrei von F&uuml;hrungskr&auml;ften der IG-Metall und Betriebsratsvorsitzenden in der Autoindustrie ist lediglich ein Ablenkungsman&ouml;ver auf andere. In diesem Fall auf die SPD.<\/p><p>Ich habe in jahrzehntelanger Erfahrung als Betriebsrat, als Gewerkschafter und in den letzten Jahren auch als ehrenamtlicher Referent der IG-Metall auf Seminaren folgende Erfahrung gemacht:<\/p><p>Die Unwissenheit ist riesengro&szlig;.<\/p><p>An die&nbsp;Ursache der Arbeitslosigkeit geht so gut wie keiner ran. Die meisten haben seit Jahrzehnten ihren Frieden mit dem Neoliberalismus gemacht. Vor allem in der Autoindustrie wird nach wie vor relativ gut verdient.<\/p><p>Es wird unterschieden zwischen Stammbelegschaft und Leiharbeitnehmern. Arbeitnehmer, allein dieser Begriff ist schon eine Diffamierung der tats&auml;chlichen Fakten .Nachzulesen bei Engels. Die Gewerkschaften verwenden den Begriff, von Wagenknecht bis zu den Nachdenkseiten wird er verwendet. Wer will denn heute noch Arbeiter sein, geschweige denn Proletarier. Wir sind abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte und GEBEN jeden Tag unsere Arbeitskraft dem Unternehmen. Die Betriebe NEHMEN unsere Arbeitskraft, wenn sie noch gebraucht wird, ansonsten werden wir entlassen. F&uuml;r die &nbsp;meisten Seminarteilnehmer bei meinen Vortr&auml;gen war nicht bewu&szlig;t, dass wir NICHT gegen ENTLASSUNGEN streiken d&uuml;rfen. Das Privateigentum wird durch das GG gesch&uuml;tzt .Wir k&ouml;nnen nur f&uuml;r sehr hohe Abfindungen und andere Sachen im Sozialtarifvertrag streiken, aber nicht gegen die Entlassungen als solches. Das Grund&uuml;bel in dem kapitalistischen System ist das Privateigentum an den Produktionsmitteln. Privat von Privare =Berauben. Und da geht&nbsp;keiner ran, bis auf ganz Wenige. Es&nbsp;wird kein Vorsitzender der IG-Metall oder kein Betriebsratsvorsitzender der Autoindustrie auf einer Betriebsversammlung die Forderung stellen: Enteignet die Enteigner.<\/p><p>Alle spielen das Spiel mit, meines Erachtens auch moralisch gekauft mit Bez&uuml;gen, die mit nichts zu rechtfertigen sind.<\/p><p>Die Welt ist insgesamt in einem Umbruch, weltweit. DIe Superreichen Milliard&auml;re haben ihren Plan dazu. Wenn wir die Eliten nicht st&uuml;rzen, gehen wir zu Grunde. Wir werden absaufen und nicht zu einem rettenden Ufer kommen. Es werden in den n&auml;chsten Jahren durch die Digitalisierung der Industrie Hundertausende Arbeitspl&auml;tze vernichtet.<\/p><p>Die Gewerkschaften schaffen sich selbst ab. Der DGB Vorsitzende ist das beste Beispiel daf&uuml;r &ndash; f&uuml;r mich eine Lachnummer.<\/p><p>Ich gebe der IG-Metall noch 5 Jahre, wenn sie so weiter macht wie z.Z. Dann wird sie nur noch ein BLABLA Verein sein. Wer heute die Metall-Zeitung liest und diese vergleicht z.Z. als noch ein Koll. Moneta Chefredakteur war, wei&szlig; von was ich schreibe.<\/p><p>Ich kann nur sagen: Wacht auf Verdammte dieser Erde und geht in den Kampf. Sicherlich haben die Arbeiter heute etwas mehr zu verlieren als ihre Ketten.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAlfred Matejka<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>in diesem Punkt kann ich Ihnen nicht zustimmen. Die IG-Metall setzt sich f&uuml;r ihre Arbeiter ein, weil nat&uuml;rlich mit der Produktion des E-Autos viele ihren Job verlieren werden. Hinzu kommt, dass das E-Auto, zumindest noch derzeit, zu sehr vom Mainstream (Politik und Medien) &uuml;ber alles gelobt wird, obwohl die Batterieherstellung und deren Entsorgung auch in &ouml;kologischer Sicht noch Probleme bereitet.&nbsp; Hier spielen nat&uuml;rlich wie &uuml;berall auch Interessen eine gro&szlig;e Rolle. Ich kritisiere auch, dass Tesla sich jetzt in Deutschland festsetzt und mit seiner Konkurrenz nat&uuml;rlich auch&nbsp; unsere Autoindustrie zur Umstrukturierung der Produktion zwingt, was letztendlich bei der Herstellung zu einem enormen Abbau der Arbeitspl&auml;tze f&uuml;hren wird. Eigenartig fand ich auch, wie unsere Medien auf die Kritik der Abholzung f&uuml;r den Bau der Teslafabrik reagierten. Das seien doch nur ein paar alte B&auml;ume, die ja ohnehin gef&auml;llt werden m&uuml;ssten. Der absolute Hammer ist aber, dass man f&uuml;r den Bau des E-Autos und die Erm&ouml;glichung der Space X Weltraummission die Person des Herrn Musk so sehr in den Vordergrund stellt. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das Gewirke im Weltraum nicht auch zur Umweltbelastung und Klimaverschlecherung beitr&auml;gt. Warum habe ich dar&uuml;ber noch nie Kritik von den Mainstreammedien oder der Politik geh&ouml;rt? Ganz einfach,&nbsp; hier spielen Interessen eine gro&szlig;e Rolle. Diese Verbindung zwischen Weltraumtourismus und Klima- bzw. Umweltbelastung wird nicht angesprochen. Die Elite verschweigt es bewusst, weil damit Geld verdient wird. Der deutsche Michel merkt es nicht, weil er dar&uuml;ber nicht nachdenkt. Vielleicht w&auml;re das ja mal ein Fall f&uuml;r die NACHDENKSEITEN!<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nHarald Pfleger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS-Redaktion,<\/p><p>Albrecht M&uuml;ller weist zurecht auf die uns&auml;glichen Einlassungen der IGM-F&uuml;hrung zur zur Entscheidung der SPD und der Autopr&auml;mie hin. Als Mitglied von jetzt Verdi&nbsp; und fr&uuml;her der IG Druck und Papier bin ich entsetzt &uuml;ber diese Vorgehensweise der IGM.<\/p><p>Was reitet eigentlich die IGM-F&uuml;hrung? Sie sollten sich auf ihre ureigensten Aufgaben konzentrieren. Die Interessen der Lohnabh&auml;ngigen vertritt man nicht, wenn man f&uuml;r kapitalistisch organisierte Wirtschaft Steuergelder genau dieser Lohnabh&auml;ngigen in den Rachen der Konzerne wirft und eventuell deren Bonuszahlungen und Gewinne damit unterst&uuml;tzt.<\/p><p>Gewerkschaftsarbeit wie zu Zeiten des Kampfes um die Lohfortzahlung im Krankheitsfall oder des Kampfes um die 35 Stunden-Woche scheinen diese &ldquo;Vertreter&rdquo; vergessen zu haben, oder sie scheuen die Auseinandersetzung mit dem Kapital.<\/p><p>Nicht mal mehr Gedanken machen sie sich um die R&uuml;stung und Kriegsger&auml;t produzierenden Konzerne. Statt um Konversion &ldquo;k&auml;mpfen&rdquo; sie auch dort um jeden Kanonen-Arbeitsplatz.<\/p><p>Opportunistischer geht es nicht mehr. Eine soziale Perspektive entwickelnde Gewerkschaftsarbeit sieht aus meiner IG Druck und Papier-Sicht anders aus.<\/p><p>Weiter so mit kritischen Beitr&auml;gen zu einer solchen IGM-Gewerkschaftsarbeit.<\/p><p>Danke f&uuml;r den Beitrag von Albrecht M&uuml;ller.<\/p><p>Mit besten kollegialen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nKarl M&uuml;ller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\nliebe NDS Redaktion,<br>\nalle deutschen Autobauer hatten schon vor Corona angek&uuml;ndigt zehntausende Arbeitspl&auml;tze abzubauen. Soll der Steuerzahler das unterst&uuml;tzen? Allerdings wird die Kaufpr&auml;mie f&uuml;r E-Autos eher franz&ouml;sischen, japanischen&nbsp; oder amerikanischen Autobauern zugute kommen.<br>\nVG Michael Wrazidlo<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Moin,<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=6\">nachdenkseiten.de\/?page_id=6<\/a><\/p><p>Ach Herr M&uuml;ller das ist doch nix neues.<\/p><p>Wenn ich sehe welche Superbezahlung die Gewerkschaft z.B. f&uuml;r die Automobil Besch&auml;ftigten erstritten hat, was dann nat&uuml;rlich zu hohen Preisen f&uuml;r PKW und LKW f&uuml;hrt welche am Ende selbst die IG.Metall Mitglieder anderer Brachen Bezahlen d&uuml;rfen&hellip;&hellip;.<\/p><p>Mir wird einfach nur &uuml;bel.<\/p><p>G&uuml;nter Weller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61732\">Auf den heute fr&uuml;h eingestellten Artikel<\/a> kamen einige muntere Leserbriefe. 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