{"id":61861,"date":"2020-06-11T13:00:16","date_gmt":"2020-06-11T11:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61861"},"modified":"2020-07-20T17:08:46","modified_gmt":"2020-07-20T15:08:46","slug":"leserbriefe-zu-gute-demos-schlechte-demos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61861","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eGute Demos, schlechte Demos\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61739\">In diesem Beitrag<\/a> hat sich Tobias Riegel mit den Berichterstattungen\/Beurteilungen der j&uuml;ngsten Demonstrationen in deutschen St&auml;dten durch Medien und Politik befasst. Demonstrationen haben auch hierzulande einen hohen Wert. Sie sind grunds&auml;tzlich in einer Demokratie zu begr&uuml;&szlig;en &ndash; sowohl die gegen Rassismus als auch die, die auf Gefahren durch Einschr&auml;nkungen von Grundrechten hinweisen. Tobias Riegel hat beobachtet, dass die stattgefundenen Demonstrationen mit unterschiedlichen Themen auch verschieden bewertet und beurteilt worden sind. Auch zahlreiche Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten haben &ndash; teilweise durch eigene Teilnahmen &ndash; Eindr&uuml;cke &uuml;ber die Demonstrationen und deren Bewertungen gewonnen. F&uuml;r die eingereichten Leserbriefe bedanken wir uns. Es folgt eine Auswahl der Antworten. Zusammengestellt von Christian Reimann.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel,<\/p><p>Ich kann dieses Vorgehen nur best&auml;tigen. Obwohl seit kurzem offiziell wieder&nbsp;mehr oder weniger&nbsp;&bdquo;normal&rdquo; demonstriert werden darf, gilt das auch in unserer Stadt ganz offensichtlich nicht f&uuml;r Demonstrationen mit Anti-C-Ma&szlig;nahmen-Bezug oder auch solche, die eigentlich andere Themen zum Inhalt haben, aber f&uuml;r die Stadtverwaltung wohl den Anschein erwecken, sich auch gegen die aktuellen C-Regeln bzw. f&uuml;r Grundrechte auszusprechen (die Organisatoren hatten vorher auch Anti-C-Ma&szlig;nahmen-Demos veranstaltet und sind daher der Stadt und tw. auch der Polizei namentlich bekannt). Da werden dann z.T. so hohe Auflagen verh&auml;ngt, dass diese nicht erf&uuml;llt werden k&ouml;nnen, die Teilnehmerzahl wird scheinbar nach wie vor begrenzt, und es ist definitiv mehr Polizei vor Ort als etwa bei der k&uuml;rzlich stattgefundenen, vergleichsweise gro&szlig;en Demo gegen Rassismus (Black Lives Matter), f&uuml;r die solch strenge Auflagen offenbar nicht galten. Auf dieser war n&auml;mlich &ndash; im krassen Gegensatz zu den Grundrecht-Demos &ndash; alles recht dicht gedr&auml;ngt, Mundschutz (oder sichtbar kleine Gruppen &ldquo;aus zwei Haushalten&rdquo;) war dabei alles andere als die Regel, und die Polizei hat das aber scheinbar hier nicht gest&ouml;rt.<\/p><p>Au&szlig;erdem d&uuml;rfen die Demos hier seit einigen Wochen nicht mehr im Stadtkern stattfinden, sondern wurden nach au&szlig;erhalb auf ein freies Gr&uuml;n-Areal verbannt, wo sie von der breiten &Ouml;ffentlichkeit praktisch kaum wahrgenommen werden (dasselbe galt &uuml;brigens auch f&uuml;r die BLM-Demo, woraus wiederum folgt, dass Demos &ndash; seit der C-Krise &ndash; in der Innenstadt anscheinend generell nicht mehr erw&uuml;nscht sind, was&nbsp;fr&uuml;her definitiv nicht der Fall war). Hier wird also schon recht offensichtlich mit zweierlei Ma&szlig; gemessen und auch sonst gibt es scheinbar dauerhaft neue Vorgaben und Einschr&auml;nkungen f&uuml;r das Demonstrationsrecht.<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en, C. Roth<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel,<\/p><p>ich finde es&nbsp; sehr gut, dass Sie auf den Unterschied von schlechten und&nbsp; guten Demos eingegangen sind. Ich hatte auch Ihren Eindruck einer Ungleichbehandlung, manche merken dies vielleicht unterschwellig, manche leider &uuml;berhaupt nicht. Nun gibt es da ja einen Grund, warum die Coronademos so schlecht und b&ouml;se sind. Er besteht darin, dass sie gegen unsere Regierung gerichtet sind. Diejenigen, die bei den Stadtverwaltungen und Polizeibeh&ouml;rden f&uuml;r die Genehmigungen und Abstandsregelungen der Veranstaltungen verantwortlich sind, haben ja stets geh&ouml;rt, wie gut die Kanzlerin und ihr Team mit dieser Krise umgeht. Da ist es ja auch nachvollziehbar, dass man da nur Entscheidungen im Sinne der Regierungen trifft. Dazu geh&ouml;rt z.B. eine starke Reduzierung der Teilnehmerzahl.&nbsp; Der Massenprotest darf in keinem Falle vom Netz auf die Stra&szlig;e &uuml;bertragen werden. Zu sehr sind die Bewegungen aber bereits in unseren St&auml;dten&nbsp; verbreitet, dass man sie im Fernsehen noch au&szlig;en vor lassen kann. Diejenigen, die protestieren, sind Verschw&ouml;rungstheoretiker, Linksradikale oder Rechtspopulisten. Die restlichen anderen Teilnehmer lie&szlig;en sich von diesen angeblich nur beeinflussen. Opposition dagegen im Bundestag gibt es ja ohnehin keine mehr. Allerdings ergibt sich bei mir auch die Frage, wie es denn mit der Kritik an den Coronama&szlig;nahmen in unseren Nachbarl&auml;ndern aussah? Wie reagierte da die Bev&ouml;lkerung auf solche strengen Vorgaben, gerade auch bei den demonstrationsfreudigen Franzosen?<\/p><p>Nun zu den guten Rassismusdemonstrationen. Diese sind ja nicht gegen unsere, sondern gegen die amerikanische Regierung gerichtet und werden gerade auch aus diesem Grund angefeuert. Der Rassismus ist ein Verbrechen und es muss dagegen vorgegangen werden. Wie ich gleich von Anfang an vermutete, endete die ganze Berichterstattung &uuml;ber die Vorg&auml;nge in der USA in einem einzigen Trumpbashing. Trump ist ein Nationalist und es wird ihm Rassismus unterstellt. Er ist aber kein Imperialist, sonst w&uuml;rde er die weltweit stationierten amerikanischen Soldaten nicht wieder in die USA zur&uuml;ckschicken wollen. Jetzt will er auch noch &uuml;ber 10 000 Soldaten aus Deutschland herausholen. Das ist f&uuml;r unsere interventionsfreudige Politik nat&uuml;rlich nicht nachvollziehbar, denn genau die ist ja im Gegensatz zu Trumps au&szlig;enpolitischen Erw&auml;gungen eben imperialistisch gepr&auml;gt. Trumps &Auml;u&szlig;erungen und sein ganzes Verhalten sind nat&uuml;rlich auch im Zusammenhang mit der Polizeigewalt sehr ungeschickt. Er wird aber genau von denjenigen kritisiert, die auch heute noch von der Weltmacht der wei&szlig;en Herrenrasse tr&auml;umen und sich eben in allen L&auml;ndern einmischen wollen. Der Rassismus begann bereits mit dem Abschlachten der Indianer, setzte sich mit dem Import der Sklaven aus Afrika fort und ist auch heute noch in der Anwendung der unmenschlichen Todesstrafe vorhanden, von der auch vorwiegend Dunkelh&auml;utige betroffen sind. Aufgearbeitet wurden diese Verbrechen bis auf den heutigen Tag noch nicht, so wie man es nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland mit den Nazimorden und Vergehen versuchte. Es w&auml;re jetzt die Gelegenheit&nbsp; sich auch mal mit dieser dunklen Vergangenheit der USA zu befassen. Der Anlass mit dem Mord durch den Polizisten w&auml;re gegeben. Man tut es nicht. Man will ja seine eigene wei&szlig;e Weste nicht beschmutzen.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nHarald Pfleger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS Redaktion,<\/p><p>an der Gedenkdemonstration f&uuml;r Oury Jalloh haben im Januar in Dessau rund 650 Leute teilgenommen. Ob auch in den USA Menschen gegen systemische Polizeigewalt und Rassismus in Deutschland demonstriert haben? Um was geht es unseren Medien und Politikern eigentlich wirklich, wenn sie Volkes Stimmung am K&ouml;cheln halten?<\/p><p>VG Michael Wrazidlo<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Riegel,<\/p><p>abgesehen einmal davon, dass Rassismus eine abscheuliche Gesinnung ist und abgesehen davon, dass ich im Zusammenhang mit dem Corona-Virus eher den Ansichten der Herren Bhakdi, Schiffmann, K&ouml;hnlein etc. (und nebenbei gesagt auch verschiedener &Auml;rzte aus meinem direkten Umfeld) anh&auml;nge, ist Ihre Sorge hinsichtlich der Unterscheidung guter und schlechter Demos anhand der Einhaltung von Masken- und Abstandsregeln f&uuml;r mich nur nachrangig. Im Vordergrund steht f&uuml;r mich eine ganz andere Frage.<\/p><p>N&auml;mlich, wer weltweit Demonstrationen zu organisieren vermag, die es so nachdr&uuml;cklich in die Hauptnachrichten der gro&szlig;en Medien schaffen, w&auml;hrend solche Themen wie Abbau der demokratischen Grundrechte und des Sozialstaates, Errichtung des &Uuml;berwachungsstaates, Kriegstreiberei und Drohnenmorde, Hunger in der Dritten Welt und so weiter und so fort scheinbar v&ouml;llig protestuntauglich sind. K&ouml;nnte man nicht vermuten, dass hier gekonnt ein Emp&ouml;rungsmanagement organisiert wird, um von den anderen Themen immer wieder gezielt abzulenken? Und nebenbei gesagt scheint sich auch niemand daf&uuml;r zu interessieren, ob sich unter die zahlreichen Demonstranten nicht der eine oder andere Verschw&ouml;rungstheoretiker oder Vertreter der sonstigen &uuml;blichen Verd&auml;chtigen gemogelt hat. Fragen also &uuml;ber Fragen.<\/p><p>Es sei mir noch gestattet darauf hinzuweisen, dass man ziemlich lange gebraucht hat um zu bemerken, dass Rassismus eine inhumane und unakzeptable Ideologie ist. Hoffentlich ist das nicht bis zur n&auml;chsten Protestwelle wieder vergessen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nBj&ouml;rn Ehrlich<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr M&uuml;ller, hallo Herr Berger,<\/p><p>als ich heute die Schlagzeile &bdquo;Gute Demos, schlechte Demos&ldquo; las, war mein erster Gedanke, die Demos vom Wochenende gegen Rassismus weltweit w&uuml;rden hier verglichen mit den Demos von Pegida, die von Staat und Polizei mit Sympathie und Duldung, die gegen Rassismus hingegen in Hamburg und Berlin mit Wasserwerfern und Tr&auml;nengas in bekannter Manier attackiert wurden. Aber was f&uuml;r ein Irrtum! Herr Riegel rechnet hier die Antirassismusdemos gegen die Grundrechtedemos der letzten Wochen auf. Ich gehe wohl richtig in der Annahme, dass Herr Riegel damit die diversen Aufm&auml;rsche meint, die besser bekannt sind unter dem Namen Hygienedemos.<\/p><p>Ich halte den Vergleich und noch viel mehr die Wertungen, die Herr Riegel hier anstellt, f&uuml;r fatal. Was hat eigentlich das eine mit dem anderen zu tun? F&uuml;r mich war es &auml;u&szlig;erst erfreulich, dass so viele Menschen in der BRD auf die Stra&szlig;e gingen, um Solidarit&auml;t mit der &bdquo;Black Lives Matter&ldquo;-Bewegung zu zeigen und gleichzeitig den auch in unserem Land existierenden Rassismus anzuprangern. Will Herr Riegel unter dem Motto &bdquo;Gleichbehandlung&ldquo; etwa, dass die Anmelder und Teilnehmer dieser Demos drangsaliert werden? Das ist ja in Hamburg und Berlin bereits geschehen. War das noch nicht genug?<\/p><p>Es ist entt&auml;uschend, auf den Nachdenkseiten so ein krudes und spalterisches Zeug zu lesen. Ich hoffe, dass Ihnen m&ouml;glichst viele Leser auf die Pelle r&uuml;cken, damit es bei diesem Ausrutscher bleibt.<\/p><p>Freundlichen Gru&szlig;<br>\nFritz Patzelt<\/p><p><em><strong>Antwort von Tobias Riegel:<\/strong> Sehr geehrter Herr Patzelt,<\/em><br>\n<em>Ich glaube, da haben Sie mich falsch verstanden. Der Text rechnet nicht die Demos inhaltlich gegeneinander auf, sondern vergleicht die unterschiedlichen offiziellen Reaktionen darauf. Der Artikel richtet sich auch deutlich gegen Drangsalierungen, egal welcher Demo. Und der Text begr&uuml;&szlig;t, dass so viele Menschen gegen Rassismus demonstrieren. <\/em><\/p><p><em>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en, Tobias Riegel<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Riegel,<\/p><p>danke f&uuml;r Ihren hervorragenden Beitrag.<\/p><p>Seit Anfang an bin ich auf den Demos f&uuml;r unsere Grundrechte dabei, um daf&uuml;r aufzustehen, da&szlig; diese Rechte endlich umgesetzt werden, um wirklich ein w&uuml;rdiges Leben f&uuml;r alle Menschen und Tiere zu schaffen und unseren gesamten Planeten zu sch&uuml;tzen.<\/p><p>Warum kommen zu den Demos f&uuml;r unsere Grundrechte (Menschenw&uuml;rde-Menschenrechte usw.), die ja auch das Thema Rassismus abdecken, immer weniger Menschen, w&auml;hrend die erste Demo dieses Teilbereiches der Grundrechte so viele Menschen mobilisiert?<\/p><p>Diese Frage ist sicher durch Ihren Beitrag teilweise beantwortet.<\/p><p>Trotzdem kann ich nicht nachvollziehen, da&szlig; dieser Teilbereich f&uuml;r die demonstrierenden Menschen wichtiger ist, als f&uuml;r den &uuml;berf&auml;lligen Wandel, der durch die Einhaltung dieser Grundrechte erreicht werden k&ouml;nnte, aufzustehen.<br>\nHaben Sie oder auch die Leser*innen eine Erkl&auml;rung?<\/p><p>Vielen Dank an das ganze NachDenkseitenTeam f&uuml;r Ihre wertvolle Arbeit, wobei die Beitr&auml;ge Herrn Riegels meinen eigenen &Uuml;berlegungen am n&auml;chsten sind, nur da&szlig; ich sie nicht in so treffende Worte fassen k&ouml;nnte.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nRenate Mehl<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag Herr Riegel,<\/p><p>nun hab ich Ihren Artikel gelesen&hellip;.und komme zu dem Schluss: ich wei&szlig; ja nicht, wo sie &uuml;berall die verschiedenen Demos beobachtet haben, in K&ouml;ln waren sie nicht.<br>\nBei den letzten &ldquo;Hygienedemos&rdquo; wurden polizeiliche Auflagen wiederholt verlesen&hellip;.niemand hielt sich daran&hellip;..was tat die Polizei&hellip;..nichts. Die Demonstranten konnten sich problemlos verhalten, als g&auml;be es keine polizeilichen Auflagen.<\/p><p>Und wenn ich mir den Pressespiegel ansehe, so fand ich eine etwas differenziertere Darstellung, als in ihren Artikeln.<br>\nDas sich die Presse gegen Verschw&ouml;rungstheoretiker wendet, halte ich f&uuml;r legitim und das man sich mit dem ein- oder anderen krausen Gedanken besch&auml;ftigt&hellip;ist Aufgabe einer freien Presse.<\/p><p>Bei den zwei antirassistischen Demonstrationen am WE in K&ouml;ln, gab es die selben Auflagen wie bei den Hygienedemos&hellip;.die Demonstranten versuchten weitestgehend, diese einzuhalten.<\/p><p>Nat&uuml;rlich, Herr Riegel, sie k&ouml;nnen nicht &uuml;berall sein, aber das sollten sie auch nicht behaupten. Ich habe vielmehr das Gef&uuml;hl, sie wollen nicht mal ann&auml;hernd objektiv Dinge beschreiben, das passt wohl nicht in ihr Weltbild. Da habe ich doch den Eindruck&hellip;sie vermitteln billige Meinungsmache.<br>\nAber das ist ein regelm&auml;&szlig;iger Leser der NDS von ihnen ja gewohnt.<\/p><p>Dizzy<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel,<\/p><p>Sie schreiben: &ldquo;Zum anderen muss etwa die Toleranz der Berliner Polizei angesichts der massenhaften &bdquo;Verletzungen der Corona-Regeln&ldquo; am vergangenen Samstag f&uuml;r die Besucher von Grundrechte-Demos als grobe Verletzung der Fairness im politischen Diskurs wahrgenommen werden.&rdquo;<\/p><p>Wie Ihnen sicher bekannt sein wird, sind die Vorschriften f&uuml;r die Demonstrationen von Bundesland zu Bundesland leider unterschiedlich gesetzlich geregelt. In Berlin mit der vermutlich gr&ouml;ssten Anti-Rassismus-Demo, wurde die Begrenzung der Teilnehmerzahlen per Gesetz vorher schon aufgehoben, ohne zus&auml;tzliche spezielle Vorschriften f&uuml;r Demos zu erlassen wie Mundschutz, der bekanntlich im Freien nicht vorgeschrieben ist. In ein paar wenigen Bundesl&auml;ndern verh&auml;lt es sich genauso wie in Berlin, wo es eben keine Teilnahmebegrenzungen mehr gibt, wovon alle Gruppierungen jederzeit Gebrauch machen k&ouml;nnen, wodurch die Versammlungsfreiheit f&uuml;r alle gleichermassen gew&auml;hrleistet ist.<\/p><p>Hingegen gilt nat&uuml;rlich das allgemeine Abstandsgebot im Freien auch bei Demos. Gegen dieses wurde &uuml;brigens fast bei jeder Demo in Berlin teilweise verstossen (siehe Club-Demo der Raver z.B. am Landwehrkanal, Anti-Corona usf.) und es wird auch im Alltag auf den B&uuml;rgersteigen der Hauptstadt sowie beim Joggen und bei Radfahrgruppen etc. laufend missachtet. Mittlerweile sehe ich auch wieder lange Zweierkolonnen von Rennradlern unterwegs am Stadtrand.<\/p><p>Die Polizei bzw. das Ordnungsamt stehen bei der Verletzung des Abstandsgebotes im normalen Alltag auf der Strasse und in den Parks mittlerweile hilflos da, weil das Berliner OVG die Bussgeldsanktion aufhob. Erst recht muss die Polizeif&uuml;hrung bei einer grossen Demo die Aufgaben strategisch festlegen, damit eine solche Demo friedlich verl&auml;uft. Einige wenige Angriffe auf die Polizei mit Festnahmen gab es trotzdem nach dem offiziellen Schluss der Veranstaltung. Sie verlief aber insgesamt friedlich, womit die Polizei und die mit der Polizei kooperierenden Organisatoren ihre Hauptziele wohl erreichten, wor&uuml;ber wir uns als Linke freuen sollten.<\/p><p>Nat&uuml;rlich entkr&auml;ftet nun die erfolgte Aufhebung der Teilnehmerzahlbegrenzung bei Demos und die gelungene Durchf&uuml;hrung einer solchen grossen Versammlung den Vorwurf der Einschr&auml;nkung der Versammlungsfreiheit oder gar einer Corona-Merkel-Diktatur augenscheinlich, zum Missfallen der AFD und ihrer Anh&auml;nger.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;ssen,<br>\nJ&uuml;rg Huber<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61739\">In diesem Beitrag<\/a> hat sich Tobias Riegel mit den Berichterstattungen\/Beurteilungen der j&uuml;ngsten Demonstrationen in deutschen St&auml;dten durch Medien und Politik befasst. 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