{"id":62011,"date":"2020-06-15T12:03:11","date_gmt":"2020-06-15T10:03:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62011"},"modified":"2020-06-16T16:09:40","modified_gmt":"2020-06-16T14:09:40","slug":"asozialer-wohnungsbau-fuer-ein-bezahlbares-heim-hat-der-heimatminister-wenig-uebrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62011","title":{"rendered":"Asozialer Wohnungsbau. F\u00fcr ein bezahlbares Heim hat der Heimatminister wenig \u00fcbrig."},"content":{"rendered":"<p>Die soziale Wohnraumf&ouml;rderung geht in Zeiten von Gentrifizierung, Luxussanierungen und Wuchermieten weiter den Bach runter. 2019 sank die Zahl der staatlich gef&ouml;rderten Quartiere um &uuml;ber f&uuml;nf Prozent. Gleichzeitig fielen erneut Zehntausende Einheiten aus der Preis- und Belegungsbindung. Schuld an der Misere haben knausernde L&auml;nderf&uuml;rsten mit falschen Priorit&auml;ten und eine Bundesregierung, die sich ihre Verantwortung f&uuml;r die Schw&auml;cheren der Gesellschaft spart. Die Opposition verlangt ein milliardenschweres Rettungsprogramm und die R&uuml;ckkehr zur Gemeinn&uuml;tzigkeit. Horst Seehofer baut lieber auf ein &bdquo;Wunder&ldquo;. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9912\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-62011-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200616_Asozialer_Wohnungsbau_Fuer_ein_bezahlbares_Heim_hat_der_Heimatminister_wenig_uebrig_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200616_Asozialer_Wohnungsbau_Fuer_ein_bezahlbares_Heim_hat_der_Heimatminister_wenig_uebrig_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200616_Asozialer_Wohnungsbau_Fuer_ein_bezahlbares_Heim_hat_der_Heimatminister_wenig_uebrig_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200616_Asozialer_Wohnungsbau_Fuer_ein_bezahlbares_Heim_hat_der_Heimatminister_wenig_uebrig_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=62011-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200616_Asozialer_Wohnungsbau_Fuer_ein_bezahlbares_Heim_hat_der_Heimatminister_wenig_uebrig_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200616_Asozialer_Wohnungsbau_Fuer_ein_bezahlbares_Heim_hat_der_Heimatminister_wenig_uebrig_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Bisweilen mag es der deutsche Innen-, Bau- und Heimatminister Horst Seehofer (CSU) spa&szlig;ig. Im Interview mit der &bdquo;Welt am Sonntag&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/interviews\/DE\/2020\/2020-02-02-WaS.html\">gab er Anfang Februar<\/a> zum Besten: &bdquo;Wir sind auf dem Weg zu einem Wunder beim Wohnungsbau.&ldquo; Ob er bei den Worten schelmisch griente, wie man das von ihm kennt, ist nicht &uuml;berliefert. Im Lichte der wohnungspolitischen Herausforderungen und der selbstgesteckten Ziele st&uuml;nde ein bisschen Selbstironie dem Minister jedenfalls gut zu Gesicht.<\/p><p>Den Bau von 1,5 Millionen neuen Wohneinheiten hatte die Bundesregierung f&uuml;r die laufende Legislaturperiode versprochen. Schon 16 Monate vor Toreschluss steht fest, dass die Vorgabe nicht zu halten ist. Das j&auml;hrlich n&ouml;tige Mittel von 375.000 wurde in den drei Vorjahren jeweils deutlich verfehlt. Selbst das Seehofer ins Schw&auml;rmen bringende &bdquo;Rekordjahr&ldquo; 2019 blieb mit 293.000 fertiggestellten Wohnungen eine halbe Million unter dem Soll. Zwar wurde in der BRD seit 2001 nicht mehr so kr&auml;ftig gebaut, wie dieser Tage das Statistische Bundesamt <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2020\/06\/PD20_199_31121.html\">bescheinigte<\/a>. Angesichts der absehbaren R&uuml;ckschl&auml;ge durch die Corona-Krise k&ouml;nnte die Bl&uuml;te aber schon rasch wieder vorbei sein &ndash; und auf das Boomjahr ein blaues Wunder folgen.<\/p><p><strong>Versch&auml;rfte Mietkrise <\/strong><\/p><p>In einem Segment des Wohnungsbaus gibt es das b&ouml;se Erwachen schon jetzt. Am Mittwoch berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf eine Aufstellung des Bundesinnenministeriums (BMI), dass die Zahl der im Vorjahr errichteten Sozialwohnungen um 5,5 Prozent verglichen mit 2018 zur&uuml;ckgegangen ist. Wurden seinerzeit noch 27.040 Einheiten mit Mietpreis- und Belegungsbindung neu geschaffen, <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/bundesinnenministerium-zahl-neuer-gefoerderter-sozialwohnungen-2019-gesunken\/25903204.html?ticket=ST-1946423-wHUGecuxoaGf7CVN2eB3-ap3\">waren es 2019 nur mehr 25.565<\/a>. Damit ist auch klar: Das, was da zuletzt so geboomt hat, brachte der wachsenden Zahl derer, die auf Wohnraum zu erschwinglichen Preisen angewiesen sind, rein gar nichts.<\/p><p>Immerhin wei&szlig; die Regierung noch, f&uuml;r wen der soziale Wohnungsbau erfunden wurde. &bdquo;Die Unterst&uuml;tzung von Haushalten, die sich am Markt nicht aus eigener Kraft angemessen mit Wohnraum versorgen k&ouml;nnen, ist Aufgabe der sozialen Wohnraumf&ouml;rderung.&ldquo; Nichts wissen will sie aber offenbar davon, dass die Zahl der Bed&uuml;rftigen in der sich versch&auml;rfenden Mietkrise infolge von Gentrifizierung, Luxussanierungen, Hochpreisimmobilien und Wucherei massiv zugenommen hat. Laut der Bundestagsfraktion Die Linke haben l&auml;ngst nicht nur Sozialleistungsbezieher und Geringverdiener einen Anspruch auf staatlich gef&ouml;rderten Wohnraum. &bdquo;Rund 40 Prozent der Bev&ouml;lkerung st&uuml;nde eine Sozialwohnung zu, in einigen Gro&szlig;st&auml;dten sind es sogar bis zu 60 Prozent.&ldquo; G&auml;be es ein entsprechendes gro&szlig;es Angebot, w&uuml;rde damit der Wohnungsmarkt &bdquo;insgesamt entspannt&ldquo;.<\/p><p><strong>R&uuml;ckzug des Staates<\/strong><\/p><p>Die drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall zeugen von einer genau gegenteiligen Entwicklung. Das gerade wiedervereinigte Deutschland z&auml;hlte noch rund drei Millionen echte Sozialwohnungen. Heute sind es noch knapp 1,18 Millionen. Dazwischen liegt eine Reihe verh&auml;ngnisvoller &bdquo;Reformen&ldquo;, angefangen mit der Abschaffung der Wohngemeinn&uuml;tzigkeit im Jahr 1990. Im Nachgang der Aff&auml;re um die gewerkschaftseigene &bdquo;Neue Heimat&ldquo; wurden damals auf einen Schlag fast vier Millionen Wohnungen aus dem Non-Profit-Sektor in den freien Markt entlassen. Dazu fielen in den Folgejahren riesige &ouml;ffentliche Wohnungsbest&auml;nde einer beispiellosen Privatisierungswelle zum Opfer, wodurch der Staat nachhaltig an Gestaltungsmacht einb&uuml;&szlig;te.<\/p><p>2001 war es die rot-gr&uuml;ne Regierungskoalition unter Gerhard Schr&ouml;der (SPD), die dem urspr&uuml;nglichen Konzept &bdquo;sozialer Wohnungsbau&ldquo; ein Ende machte und durch das der &bdquo;sozialen Wohnraumf&ouml;rderung&ldquo; ersetzte. In der Konsequenz sank der Bestand an Sozialwohnungen bis 2005 auf nur noch knapp &uuml;ber zwei Millionen. Noch folgenschwerer war die 2006 von der gro&szlig;en Koalition (Kabinett Merkel I) ins Werk gesetzte F&ouml;deralismusreform. Indem den L&auml;ndern die Alleinzust&auml;ndigkeit f&uuml;r den sozialen Wohnungsbau &uuml;bertragen wurde &ndash; gab der Bund seine Steuerungs- und Gestaltungshoheit auf dem &bdquo;sozialen Wohnungsmarkt&ldquo; praktisch vollends aus der Hand.<\/p><p><strong>Futter f&uuml;rs Haushaltsloch<\/strong><\/p><p>Zwar wurden die L&auml;nder auch weiterhin mit sogenannten Kompensationsmitteln aus Berlin versorgt. Die Gelder waren mit anfangs 518 Millionen Euro j&auml;hrlich jedoch nicht nur viel zu knapp bemessen. &Uuml;berdies unterlie&szlig; es der Bund, den Landesfinanzministern bei der Verwendung auf die Finger zu gucken und bei Zuwiderhandlung auf die Finger zu klopfen. So kam es, dass die Bundeszusch&uuml;sse in vielen F&auml;llen zweckentfremdet in irgendwelchen Haushaltsl&ouml;chern der unter Konsolidierungsdruck und Schuldenbremse &auml;chzendenen Bundesl&auml;nder versickerten. Tats&auml;chlich h&auml;tte die Bundesregierung missbrauchte Mittel qua Verordnung zur&uuml;ckfordern k&ouml;nnen. Sie lie&szlig; es aber bleiben. Da war es dann auch nur konsequent, dass die Zweckbindung 2014 einfach aufgehoben wurde.<\/p><p>Bei sch&auml;tzungsweise noch 1,5 Milliarden Euro aus Bund- und L&auml;nderkassen, die zwischen 2007 und 2016 j&auml;hrlich in die soziale Wohnmraumf&ouml;rderung geflossen sind, war der weitere Absturz programmiert. Allein in diesen zehn Jahren brachen die Kapazit&auml;ten an Sozialwohnungen um &uuml;ber 800.000 <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/892789\/umfrage\/sozialwohnungen-in-deutschland\/\">auf etwa 1,27 Millionen ein<\/a>.<br>\nDas Hauptproblem: Alle Jahre wieder fallen Zehntausende Sozialwohnungen aus der Sozialbindung. Dies geschieht etwa dann, wenn der Bauherr seinen gef&ouml;rderten Kredit abgezahlt hat und von da an die Mieten erh&ouml;hen darf. In der Regel ist dies nach 15 bis 30 Jahren der Fall. Laut Caren Lay, Vizevorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, sind so 2019 rund 70.000 Wohnungen an den freien Markt &bdquo;verlorengegangen&ldquo;. F&uuml;r das laufende Jahr rechnet sie mit Einbu&szlig;en in derselben Gr&ouml;&szlig;enordnung, wodurch erneut mit einem &bdquo;riesigen Verlust von unterm Strich 40.000 bis 50.000 Sozialwohnungen&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.caren-lay.de\/de\/article\/1521.sozialen-wohnungsbau-retten.html\">auszugehen sei<\/a>.<\/p><p><strong>Alle sechs Minuten eine weniger<\/strong><\/p><p>Das ist sogar eine &bdquo;optimistische&ldquo; Prognose. Nach Angaben des Deutschen Mieterbunds (DMB) &bdquo;verschwindet&ldquo; alle &bdquo;sechs Minuten&ldquo; eine Sozialwohnung, <a href=\"https:\/\/www.bayerische-staatszeitung.de\/staatszeitung\/bauen\/detailansicht-bauen\/artikel\/bau-fonds-als-schutzschirm.html#topPosition\">&bdquo;seit 2017 im Schnitt 80.000 pro Jahr&ldquo;<\/a>. Demgegen&uuml;ber belief sich der &bdquo;Nachschub&ldquo; lange Zeit auf bundesweit deutlich unter 15.000. Das hinterlie&szlig; Spuren: In Bremen zum Beispiel war 2017 vom Bestand des Jahres 2000 noch ein Viertel &uuml;brig. Vielerorts, wie in Berlin, Brandenburg, Bayern, Hamburg und Hessen, hatte sich der gef&ouml;rderte Wohnraum seitdem mal eben halbiert. In Sachsen war seit der Jahrtausendwende bis vor drei Jahren keine einzige Bleibe f&uuml;r sozial schw&auml;chere Menschen entstanden. Und selbst da, wo vergleichsweise eifrig gebaut wurde oder wird, weist die Leistungsbilanz wegen der viel gr&ouml;&szlig;eren Verluste stets ein dickes Minus auf.<\/p><p>Daran hat auch die leichte Intensivierung der Baut&auml;tigkeit seit 2015 nichts ge&auml;ndert. Damals wurden mit 14.700 Wohnungen so viele bezuschusst wie seit 2007 nicht mehr. In der Folgezeit bewegten sich die Zahlen der Neuf&ouml;rderungen weiter nach oben auf ein Niveau von rund 27.000. Hintergrund war eine Aufstockung der Bundesfinanzhilfen auf zuerst eine Milliarde Euro j&auml;hrlich und zuletzt 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2019. Allerdings liefen die Ausgleichszahlungen f&uuml;r den 2006 vollzogenen R&uuml;ckzug des Bundes aus der sozialen Wohnraumf&ouml;rderung Ende des Vorjahres aus. Um die L&auml;nder nicht v&ouml;llig mit der Aufgabe alleine zu lassen, beschloss die Politik prompt eine Grundgesetz&auml;nderung, die die F&ouml;deralismusreform wieder ein St&uuml;ck weit au&szlig;er Kraft setzt. Demnach &bdquo;wird es dem Bund erm&ouml;glicht, den L&auml;ndern ab 2020 zweckgebundene Finanzhilfen f&uuml;r den sozialen Wohnungsbau zu gew&auml;hren&ldquo; und zwar dauerhaft.<\/p><p><strong>&bdquo;Katastrophale Bilanz&ldquo;<\/strong><\/p><p>Einen Haken hat die Sache aber doch. Statt der zuletzt 1,5 Milliarden Euro m&uuml;ssen sich die Bundesl&auml;nder mit nur noch einer Milliarde Euro pro Jahr begn&uuml;gen. Damit ist eine weiter r&uuml;ckl&auml;ufige F&ouml;rdert&auml;tigkeit ausgemacht und drohen im laufenden und kommenden Jahr noch gr&ouml;&szlig;ere Defizite als 2019. Zumal es mit der Zweckbindung in Corona-Zeiten noch schlechter bestellt sein d&uuml;rfte als fr&uuml;her. Wo und wie viel gebaut wird, werden wohl mehr denn je die politischen Priorit&auml;ten der L&auml;nderf&uuml;rsten sowie ihr noch einmal schmaleres Budget bestimmen.<\/p><p>Von entsprechend gro&szlig;en Diskrepanzen zeugt schon das neueste Zahlenwerk des BMI: Die Hauptstadt Berlin schuf 47 Prozent weniger neue Sozialwohnungen, Hessen 44 Prozent, in Sachsen-Anhalt kam keine einzige dazu (minus 100 Prozent). Dagegen legten Th&uuml;ringen (plus 103 Prozent), Bremen (248 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (319 Prozent) deutlich zu. Braucht es noch mehr Beweise, dass im sozialen Wohnungsbau eine zentrale Lenkung unter Bundeshoheit unerl&auml;sslich ist?<\/p><p>&Uuml;ber eine &bdquo;katastrophale Jahresbilanz&ldquo; klagte Linke-Politikerin Lay am Mittwoch in einer Stellungnahme gegen&uuml;ber den NachDenkSeiten. &bdquo;Wer die Mittel um ein Drittel reduziert, hat keinen Grund, mit dem Finger auf die L&auml;nder zu zeigen.&ldquo; Der Bund trage &bdquo;die Hauptverantwortung f&uuml;r den Niedergang&ldquo;. Der wohnungspolitische Sprecher der Gr&uuml;nen im Bundestag, Christian K&uuml;hn, sprach von einem &bdquo;Armutszeugnis f&uuml;r Horst Seehofer&ldquo;. Die Anstrengungen einzelner Bundesl&auml;nder seien ein Lichtblick. N&ouml;tig w&auml;ren aber mehr Investitionen, eine l&auml;ngere Belegungsbindung und die Wiedereinf&uuml;hrung der Wohngemeinn&uuml;tzigkeit.<\/p><p><strong>Zur&uuml;ck zur Gemeinn&uuml;tzigkeit<\/strong><\/p><p>Seine Partei hatte dazu im Februar einen Gesetzentwurf vorgelegt. Wohnungsunternehmen m&uuml;ssten demnach staatlich bezuschusst und steuerlich beg&uuml;nstigt werden, sofern sie dauerhaft g&uuml;nstigen Wohnraum schaffen oder vermieten &ndash; an Arbeitslose, Studierende, junge Eltern oder Rentner. Den Gr&uuml;nen schwebt dabei ein Modell vor, wie es vor 150 Jahren in Berlin oder Wien begr&uuml;ndet wurde. Wie die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/bezahlbarer-wohnraum-gruene-gesetzentwurf-1.4804649\">&bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo; (SZ) berichtete<\/a>, leben in der Hauptstadt &Ouml;sterreichs heute noch 60 Prozent der Mieter in staatlich bezuschussten Behausungen.<\/p><p>&bdquo;Eine neue Wohngemeinn&uuml;tzigkeit f&uuml;r Durchschnitts- und Geringverdiener&ldquo;, empfiehlt auch die Linkspartei. &bdquo;Einmal gef&ouml;rderte Sozialwohnungen m&uuml;ssen k&uuml;nftig immer Sozialwohnungen bleiben.&ldquo; N&ouml;tig w&auml;re ein &bdquo;&ouml;ffentliches Rettungsprogramm f&uuml;r den sozialen Wohnungsbau in H&ouml;he von zehn Milliarden Euro f&uuml;r 250.000 neue Einheiten j&auml;hrlich, sonst geh&ouml;ren Sozialwohnungen bald der Vergangenheit an&ldquo;, erkl&auml;rte Lay. F&uuml;r Mieter, deren Sozialwohnung aus der Bindung f&auml;llt, solle es einen Bestandsschutz geben. Zudem sollten bundeseigene Liegenschaften &bdquo;vorrangig und deutlich verbilligt&ldquo; an soziale und gemeinn&uuml;tzige Tr&auml;ger abgegeben werden. Ferne pl&auml;diert ihre Partei f&uuml;r die Auflage eines Rekommunalisierungsfonds f&uuml;r L&auml;nder und Kommunen, die Wohnungen zur&uuml;ckkaufen wollen.<\/p><p><strong>Unschulds-Horst<\/strong><\/p><p>Ob und was die Bundesregierung gegen die Misere unternehmen will, bleibt abzuwarten. Auf eine Anfrage der NachDenkSeiten hat das BMI bis Freitag nicht reagiert. Nur um den Istzustand an Kapazit&auml;ten zu halten, m&uuml;ssten laut DMB pro Jahr wenigstens 80.000 Sozialwohnungen neu gebaut werden. Diese Hausnummer hatte 2018 selbst die Bundesregierung &ndash; wohl eher versehentlich &ndash; <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/anreize-fuer-wohnungsbau-schaffen-1124148\">aufgerufen<\/a>. Die vom Mieterbund daf&uuml;r veranschlagten &bdquo;mindestens drei Milliarden Euro&ldquo; j&auml;hrlich stehen bei Horst Seehofer allerdings nicht auf dem Zettel. Der Heimatminister ganz ohne Spa&szlig;: &bdquo;Da sind jetzt auch mal die L&auml;nder am Zug.&ldquo;<\/p><p>Titelbild: photocosmos1 \/ shutterstock.com<br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/f1e1850d887544f5a09e7eae377af740\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die soziale Wohnraumf&ouml;rderung geht in Zeiten von Gentrifizierung, Luxussanierungen und Wuchermieten weiter den Bach runter. 2019 sank die Zahl der staatlich gef&ouml;rderten Quartiere um &uuml;ber f&uuml;nf Prozent. Gleichzeitig fielen erneut Zehntausende Einheiten aus der Preis- und Belegungsbindung. Schuld an der Misere haben knausernde L&auml;nderf&uuml;rsten mit falschen Priorit&auml;ten und eine Bundesregierung, die sich ihre Verantwortung f&uuml;r<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62011\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":62012,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,165,132],"tags":[1712,2596,312,582,1582],"class_list":["post-62011","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-foederalismusreform","tag-gemeinnuetzigkeit","tag-reformpolitik","tag-seehofer-horst","tag-sozialer-wohnungsbau"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/shutterstock_1022015818.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/62011","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=62011"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/62011\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":62080,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/62011\/revisions\/62080"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/62012"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=62011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=62011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=62011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}