{"id":6210,"date":"2010-07-19T08:27:15","date_gmt":"2010-07-19T06:27:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6210"},"modified":"2010-07-19T09:37:19","modified_gmt":"2010-07-19T07:37:19","slug":"hinweise-des-tages-1183","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6210","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Bankenaufsicht: Ohne uns!; Zucker f&uuml;r die Privilegierten; Kinder der Armen sind weniger wert; Volksentscheid in Hamburg &ndash; Klassenkampf von oben; Finanzmarktreform in den USA: Vorbild f&uuml;r die ganze Welt? (KR\/AM)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Bankenaufsicht: Ohne uns!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Die Ohnm&auml;chtigen im Europaparlament<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Transferleistungen: Unserer Mittelschicht geht es pr&auml;chtig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Zucker f&uuml;r die Privilegierten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Kinder der Armen sind weniger wert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Volksentscheid in Hamburg &ndash; Klassenkampf von oben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Arbeitspsychologie: Die ersch&ouml;pfte Republik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Philip Morris profitiert von Kinderarbeit in Kasachstan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Finanzmarktreform in den USA: Vorbild f&uuml;r die ganze Welt?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">USA: Krise als Dauerzustand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Demokratischer Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Integrationspolitik: D&auml;nen streiten &uuml;ber Dumpinglohn f&uuml;r Einwanderer<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=6210&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Bankenaufsicht: Ohne uns!<\/strong><br>\nWie die Bundesregierung &uuml;ber Monate hinweg Br&uuml;sseler Pl&auml;ne f&uuml;r eine europ&auml;ische Bankenaufsicht bek&auml;mpfte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/29\/F-EU-Finanzlobby?page=1\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Die Ohnm&auml;chtigen im Europaparlament<\/strong><br>\nEs ist ein ungew&ouml;hnlicher Hilferuf, der dieser Tage von 22 Abgeordneten des Wirtschafts- und W&auml;hrungsausschusses im Europaparlament gekommen ist. Aufruf zur Gegenlobby: Europaparlamentarier bitten die Zivilgesellschaft um Hilfe gegen die Finanzbranche. Doch dass die Zivilgesellschaft der Bankenlobby eine ebenb&uuml;rtige Stimme entgegensetzen kann, bezweifelt Nina Katzemich vom gemeinn&uuml;tzigen Verein Lobby Control. &bdquo;Einerseits haben wir nicht die gleichen Ressourcen wie die Finanzlobby, andererseits ist die Thematik so kompliziert, dass die B&uuml;rger diese Gegenexpertise nur zu einem bestimmten Grad aufbauen k&ouml;nnten&ldquo;, gibt sie zu bedenken. Es handele sich dabei aber um eine Aufgabe, die die Politik selber l&ouml;sen sollte. &bdquo;Solange in den Expertengruppen eine absolute Dominanz der Finanzlobby herrscht, ist es kein Wunder, dass immer nur die gleichen Ergebnisse herauskommen.&ldquo; In Deutschland sieht Katzemich weniger das Problem der parteiischen Experten, auch weil der Bundestag einen unabh&auml;ngigen wissenschaftlichen Dienst besch&auml;ftigt. Besorgniserregender sei die enge Verflechtung zwischen Banken, Politikern und Aufsichtsbeh&ouml;rden der Banken. Der Wechsel vom Finanzministerium in eine Bank oder andersherum sei der unabh&auml;ngigen Arbeit hinderlich. Auch L&ouml;sche sagt: &bdquo;Der Dreht&uuml;reffekt, dass etwa ein Minister ausscheidet und seine Kompetenzen und Beziehungen nutzt, um als Lobbyist weiterzuarbeiten, sollte verhindert werden. Hier k&ouml;nnte eine Karenzzeit von zwei bis drei Jahren eingef&uuml;hrt werden, in der der ehemalige Minister nicht als Lobbyist arbeiten darf.&ldquo;<br>\n&Uuml;brigens hat sich am vergangenen Mittwoch ein neues Gremium zur Regulierung der Finanzm&auml;rkte zum ersten Mal getroffen. Die &bdquo;Expertengruppe zu Bankfragen&ldquo; der Europ&auml;ischen Union besteht aus 40 Mitgliedern &ndash; 37 davon aus der Finanzlobby.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/die-ohnmaechtigen-im-europaparlament\/1885936.html;jsessionid=DB55996A41F779464C0712595185BE9D\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die NDS hatten schon berichtet, aber auch die etwas skeptische Sicht von Lobby Control gegen&uuml;ber dem Vorschlag der Europaparlamentarier ist bedenkenswert. Der &uuml;bergangslose Wechsel von Politikern in die Privatwirtschaft geh&ouml;rt schon l&auml;ngstens geregelt, aber auch die Abwesenheit von unabh&auml;ngigen Finanzexperten bzw. die &uuml;berbordende Einflussnahme des Kapitals auf die EU-Kommission ist ein &Uuml;bel, das beseitigt werden muss. Allerdings ist dieses Ph&auml;nomen kein neues, sondern sp&auml;testens seit dem Start des Binnenmarktprojekts offensichtlich. Der Ausl&ouml;ser des europ&auml;ischen Binnenmarktprogramms waren die stagnierenden Ertr&auml;ge des Gro&szlig;kapitals auf den nationalen M&auml;rkten, das nur noch in der grenz&uuml;berschreitenden Expansion eine Chance f&uuml;r Profitsteigerungen sah. Der Binnenmarkt ist nicht ein Projekt der Regierungen, sondern der Konzerne gewesen. Die Vorschl&auml;ge des &bdquo;European Round Table of Industrialists&ldquo; (ERT 1982) wurden von der Kommission eins zu eins umgesetzt. Das Bedenkliche ist, das die im Auftrag der Kommission vergebenen wissenschaftlichen Gutachten (6000 Seiten) der privatwirtschaftlichen Logik folgten bzw. die Institute sich die Kommission als Auftraggeber warm halten wollten. Im Cecchini-Bericht wurden zus&auml;tzliches Wachstum und zus&auml;tzliche Arbeitspl&auml;tze versprochen. In der Realit&auml;t lagen die Wachstumsraten der 90er Jahre in der EU mit durchschnittlich 2,1 % unter denen der 80er (2,4 %) und die Arbeitslosenquote erreichte mit durchschnittlich 10% in den 90er Jahren einen skandal&ouml;sen H&ouml;hepunkt. In der ersten Bewertung des Binnenmarktes durch den Montibericht (1997) hei&szlig;t es dann lapidar: &ldquo;Im Idealfall sollte ein positiver Prozess in Gang kommen &hellip; Im wirklichen Leben l&auml;uft es aber nur selten so glatt.&ldquo;(S.89)<br>\nF&uuml;r die Politikberatung zeigt das Binnenmarktprojekt, dass das &Uuml;bel nicht nur in der erfolgreichen Lobbyarbeit der Konzerne liegt, sondern auch in der Beschr&auml;nktheit des wirtschaftswissenschaftlichen Mainstreams. Dies gilt trotz Finanzkrise auch f&uuml;r die Politikberatung in Sachen Finanzmarkt. Einen Ausweg b&ouml;te die gezielte Einbeziehung heterodoxer Wissenschaftler &ndash; ein Traum.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Transferleistungen: Unserer Mittelschicht geht es pr&auml;chtig<\/strong><br>\nDas B&uuml;rgertum f&uuml;hlt sich vom Staat ausgequetscht wie eine Zitrone. Zu Unrecht. Neue Zahlen belegen: Die Mitte bekommt viel mehr Geld zur&uuml;ck, als sie zahlt. Und nutzt das Angebot des Staates ausgiebig.<br>\n[&hellip;]<br>\nDen gr&ouml;&szlig;ten Batzen &ouml;ffentlicher Umverteilung f&uuml;r die Mittelschicht machen allerdings Renten und Pensionen aus. Die Daten des statistischen Bundesamtes zeigen: Niemand kriegt mehr Rente als die Mittelschicht. Nicht einmal die Oberschicht, die h&auml;ufig von ihren eigenen Kapitalertr&auml;gen lebt. Im Ruhestand holt sich die Mittelschicht ihre zuvor eingezahlten Beitr&auml;ge zur&uuml;ck &ndash; trotz aller Rentenreformen. Sie bekommt nicht nur eine h&ouml;here Rente als die Unterschicht, sondern sie bekommt diese auch noch l&auml;nger &ndash; schlie&szlig;lich ist ihre Lebenserwartung um mehrere Jahre h&ouml;her, wie Demographen ausgerechnet haben.<br>\nDoch obwohl die Mittelschicht so viel Geld vom Staat kriegt, zahlt sie nicht besonders viel in die Staatskasse ein. An Steuern und Abgaben f&uuml;hrt die Mittelschicht nach allen Steuertricks, Pendlerpauschalen und Werbungskostenpauschalen rund 25 Prozent ihres Nettoeinkommens an den Staat ab. Die Oberschicht zahlt dagegen rund 30 Prozent. In absoluten Betr&auml;gen bedeutet dies, dass Mittelschichts-Haushalte vom Staat durchschnittlich 100 bis 400 Euro im Monat mehr erhalten, als sie bezahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C\/Doc~EDBFBA61F4FF14CE7ABC202167DE8F4C9~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers J.A.:<\/strong> Ein groteskes St&uuml;ck Propaganda, das (nat&uuml;rlich) den meisten FAZ-Kommentatoren sauer aufst&ouml;&szlig;t und wahrscheinlich weitere K&uuml;rzungen bei den Sozialleistungen vorbereiten soll. Die Reichen und Gutverdiener sind also nicht die Riesenprofiteure von brutalem Lohndumping, Verm&ouml;genssteueraussetzung, Erbschaftsteuersenkung, Senkung von Spitzensteuersatz und Unternehmensbesteuerung usw. Wenn es nicht die Mittelschicht ist, werden ja die armen Reichen von der Bev&ouml;lkerungsmehrheit ausgepl&uuml;ndert (z. B. durch die Senkung des Spitzensteuersatzes um 11 Prozentpunkte). Von der fortgesetzten Senkung der Reall&ouml;hne und der Rentenanspr&uuml;che hat der Autor auch noch nicht geh&ouml;rt. Indiskutabel und uns&auml;glich, aber vielleicht wacht die FAZ lesende Mittelschicht langsam auf.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Zucker f&uuml;r die Privilegierten<\/strong><br>\nWas ist falsch daran, mehr staatliche Stipendien anzubieten? Gar nichts. Es sei denn, sie kommen vor allem Akademikerkindern zugute. &ndash; Das Stipendienprogramm ist der perfide Versuch, die Privilegien der Herkunft zu Privilegien des Geistes umzuetikettieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F07%2F17%2Fa0199&amp;cHash=71fc2d2312\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Kinder der Armen sind weniger wert<\/strong><br>\nDas kennen wir: &ldquo;Nur ein Referentenentwurf&rdquo;, nichts ist entschieden beim Elterngeld. Was der Wahrheit wohl n&auml;her kommt: Da hat mal wieder jemand versucht zu testen, wie dreist man beim Sozialabbau noch werden kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/2854826_Elterngeld-Kuerzung-Kinder-der-Armen-sind-weniger-wert.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Volksentscheid in Hamburg<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Primarschule ist gescheitert<\/strong><br>\nDie Gegner der schwarz-gr&uuml;nen Schulreform haben eine deutliche Mehrheit erreicht. Um kurz nach zehn war klar: Auch das n&ouml;tige Quorum haben sie geknackt.<br>\nUm 22.10 Uhr meldete das Statistikamt Nord zum ersten Mal Zahlen, nach denen die Initiative &ldquo;Wir wollen lernen&rdquo; f&uuml;r ihre Ablehnung der sechsj&auml;hrigen Primarschule nicht nur bei den Ja-Stimmen weit vor dem Vorschlag der vier B&uuml;rgerschaftsparteien lag, sondern auch das erforderliche Quorum von gut 247.000 Stimmen erreicht hatte. Am Ende hatten&nbsp; 276.304 Hamburger f&uuml;r die Initiative gestimmt, nur 218.065 f&uuml;r die Pl&auml;ne des Hamburger Senats<br>\nInsgesamt beteiligten sich rund 491.600 Hamburger &ndash; knapp 40 Prozent der Wahlberechtigten &ndash; an der Abstimmung. 427.000 w&auml;hlten per Brief, rund 64.600 gaben ihr Votum am Sonntag in den Wahlstellen ab. Von ihnen stimmten 35.000 den Reformgegnern zu und 31.000 den Reformpl&auml;nen des schwarz-gr&uuml;nen Senats.<br>\nQuelle <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/nord\/hamburg\/artikel\/1\/primarschule-vor-dem-scheitern\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.D.:<\/strong> die in Hamburg von Schwarz-Gr&uuml;n beschlossene Schulreform ist gescheitert Es wird wohl bei der hoch selektiven vierj&auml;hrigen Grundschule bleiben. Bei dem Volksentscheid hat sich gezeigt, dass die B&uuml;rger aus den besserverdienenden Schichten ein gro&szlig;es Interesse an diesem Volksentscheid hatten, der die fr&uuml;he Selektion der Kinder in der Schule festschreibt. Die B&uuml;rger aus den sozial schwachen Schichten haben sich anscheinend weniger f&uuml;r dieses Thema interessiert oder sie haben resigniert, und sind deshalb dem Entscheid fern geblieben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wahlbeteiligung spiegelt Armutsverteilung<\/strong><br>\nDie Wahlbeteiligung war relativ niedrig und sie spiegelt in einer geradezu verbl&uuml;ffenden Weise die Armutsverteilung in Hamburg. Vergleichen wir die Karten nach Wahlbeteiligung beim Volksentscheid und den Anteil der Sozialleistungsempf&auml;nger_innen, so scheinen diese identisch zu sein.<br>\nDie Menschen in den armen Bezirken Hamburgs konnten nur unzureichend davon &uuml;berzeugt werden, am Volksentscheid teilzunehmen. Vielleicht ist das die gro&szlig;e Lehre aus dem Hamburger Schulkampf.<br>\nNoch ein weiteres wird durch dieses Ergebnis gezeigt: es sind eben nicht nur &ouml;konomische Interessen, die das Bildungssystem bestimmen. Sondern durchsetzungsf&auml;hig sind in Deutschland nach wie vor die Interessen von privilegierten Familien, die ihre Kinder m&ouml;glichst effektiv durch das Bildungssystem schleusen m&ouml;chten, auch gegen die Interessen der Wirtschaft, die zunehmend auf eine breite akademische Ausbildung angewiesen ist. Wer gestaltet die Bildungspolitik, die Schulpolitik? &ndash; diese Frage sollte nach Hamburg ernsthaft gestellt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dishwasher.blogsport.de\/2010\/07\/18\/hamburger-volksentscheid-wahlbeteiligung-spiegelt-armutsverteilung\/\">The Dishwasher &ndash; Magazin f&uuml;r studierende Arbeiterkinder<\/a><\/li>\n<li><strong>Klassenkampf von oben<\/strong><br>\nEs war ein Erfolg f&uuml;r &ldquo;Wir wollen lernen&rdquo;, der mit beinharten Methoden errungen worden war. Angef&uuml;hrt von dem Blankeeneser Rechtsanwalt Walter Scheuerl k&auml;mpfte eine Initiative, hinter der sich wohlhabende B&uuml;rgertum, Anw&auml;lte, Werbeleute und Unternehmer vornehmlich aus den betuchteren Gegenden Hamburgs versammelten. Gro&szlig;e Teile der CDU lehrten sie das F&uuml;rchten. F&uuml;r Jens Kerstan, den Fraktionschef der GAL war die Kampagne gegen die Schulreform nichts anderes als &ldquo;Klassenkampf von oben&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/2860090_Hamburger-Schulreform-Doppeltes-Desaster.html\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Arbeitspsychologie: Die ersch&ouml;pfte Republik<\/strong><br>\nIn Deutschland erkrankt inzwischen etwa jeder dritte Erwachsene im Laufe eines Jahres an einer psychischen St&ouml;rung. Der Anteil seelischer Erkrankungen an allen Fehltagen hat sich seit 1993 verdreifacht. Und dieser bedenkliche Trend wird sich fortsetzen, solange die Arbeitgeber kein Bewusstsein f&uuml;r die Probleme der Dienstleistungsgesellschaft entwickeln. &ldquo;Angstst&ouml;rungen, Panikattacken, Depressionen oder das Burn-out-Syndrom geh&ouml;ren zu unserer modernen Arbeitswelt wie fehlende Gliedma&szlig;en oder Staublungen zur Industrialisierung&rdquo;, schreibt Sebastian Jobelius, auf das Thema spezialisierter Referent im Bundesarbeitsministerium.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/2855766_Arbeitspsychologie-Die-erschoepfte-Republik.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Philip Morris profitiert von Kinderarbeit in Kasachstan<\/strong><br>\nDer weltweit gr&ouml;&szlig;te Zigarettenhersteller Philip Morris kauft in Kasachstan Tabak von Zulieferern, die Kinder und Wanderarbeiter ausbeuten. Der SPIEGEL fand bei Recherchen vor Ort verheerende Verh&auml;ltnisse vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,druck-707119,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Finanzmarktreform in den USA: Vorbild f&uuml;r die ganze Welt?<\/strong><br>\nDie Finanzmarktreform der USA hat viele gro&szlig;e M&auml;ngel. Sie ist trotzdem ein Fortschritt &ndash; und wird die Wall Street dauerhaft ver&auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/finanzmarktreform-in-den-usa-vorbild-fuer-die-ganze-welt-1.976225\">SZ<\/a>\n<p>Doug Henwood ist (nat&uuml;rlich) ganz anderer Meinung als Nikolaus Piper:<\/p>\n<p><strong>Burstlet fades<\/strong><br>\nOne point: the capital requirements mandated (capital in this sense meaning a wad of hard cash that isn&rsquo;t borrowed and therefore is free to tap into in a crisis) in this bill are in the range possessed by Lehman Bros. before it went under. So clearly that&rsquo;s not much of a guarantee of anything. &hellip;<br>\nSome other features. Banks will be forced to stop trading on their own account (the so-called Volcker Rule, named after former Fed chair Paul Volcker), and will also be required to spin off part of their derivatives business into separately capitalized subsidiaries. These moves put something of a firewall between those dangerous activities and a federal safety net. But regulators will have to devise specific rules based on the legislation, an activity in which bank lobbyists will no doubt figure prominently. And the rules won&rsquo;t go into full effect for four to five years. The hodge-podge of regulators&mdash;the Fed, the Securities and Exchange Commission, the Commodity Futures Trading Commission, the Comptroller of the Currency, just to name a few&mdash;will be left largely intact, though they will be encouraged to consult more closely. That is less than Bush&rsquo;s Treasury Secretary Henry Paulson wanted to do: in a Treasury paper issued late in his term, Paulson proposed creating a single overarching regulatory authority. Insurance will still be regulated at the state, and not the federal, level&mdash;a rare thing among the &ldquo;advanced&rdquo; countries, and a guarantee that regulation will continue to be fragmented and weak.<br>\nBank regulators will be given the power to wind down large, system-threatening institutions before they go under instead of during or after their failure. But a $19 billion levy on the banks to prepay the costs of such resolutions was dropped&mdash;the same day that the House killed an effort to extend unemployment benefits, amidst the worst outbreak of long-term unemployment since the 1930s.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/lbo-news.com\/2010\/07\/16\/radio-commentary-july-15-2010\/\">Left Business Observer<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>USA: Krise als Dauerzustand<\/strong><br>\nTrotz der anhaltenden Vernichtung von Arbeitspl&auml;tzen ist die offizielle US-Arbeitslosenrate im Juni im Vergleich zum Vormonat auf wundersame Weise von 9,7 auf 9,5 Prozent gesunken, was Obama gegen&uuml;ber der &Ouml;ffentlichkeit sogleich als &raquo;gro&szlig;en Fortschritt&laquo; zu verkaufen suchte. Doch schon ein oberfl&auml;chlicher Blick in die Zahlenwerke zeigt, da&szlig; hier mit statistischen Tricks gearbeitet wurde, um die M&auml;r von der wirtschaftlichen Erholung nicht zu konterkarieren.Der R&uuml;ckgang der offiziellen Arbeitslosenquote im Juni war fast ausschlie&szlig;lich der Tatsache geschuldet, da&szlig; &ndash; wie es im offiziellen Sprachgebrauch hei&szlig;t &ndash; in den vergangenen Monaten fast zwei Millionen Amerikaner &raquo;die Erwerbsbev&ouml;lkerung verlassen haben&laquo;. Das will hei&szlig;en, da&szlig; sie es nach manchmal 250 erfolgslosen Bewerbungen schlichtweg aufgegeben haben, sich beim Amt weiter als arbeitsuchend zu melden, oder aus anderen Gr&uuml;nden aus der Statistik gefallen. Letztere ist im Laufe der Jahre immer wieder &raquo;reformiert&laquo; worden, um das wirkliche Ausma&szlig; der Erwerbslosigkeit zu vertuschen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/07-17\/025.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Demokratischer Krieg<\/strong><br>\nOder: Wie der Spiegel die Heimatfront in Sachen Afghanistan ausrichtet. Nein, und abermals Nein. Mit Berichten aus den Feldlagern am Hindukusch, verfertigt von Kurzbesuchern, lassen sich die Dinge nicht ordnen. Vor allem nicht, wenn in ihnen von in Zweifel geratenen und entt&auml;uschten Soldaten gehandelt wird. Die Wahrheit ist: Die Heimatfront steht nicht. Zwei Drittel der Deutschen w&uuml;nschen sich die R&uuml;ckkehr der Bundeswehrsoldaten, im Klartext: den Ausstieg aus dem Afghanistan-Krieg. Zwar k&uuml;ndigt sich kein November 1918 an. Doch es wird r&auml;soniert, verst&auml;rkt dann, wenn deutsche Landser in S&auml;rgen repatriiert werden. Dabei sind 43 Tote in acht Jahren Krieg wirklich kein Argument, f&uuml;r die Heimkehr einzutreten. Das meint der Leiter des Ressorts &raquo;Deutsche Politik&laquo; (das hei&szlig;t wirklich so) des Spiegel, Dirk Kurbjuweit. Der hat es &uuml;bernommen, in deutschen Hirnen Klarheit zu schaffen, zun&auml;chst in denen der Leser seiner Zeitschrift.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/07-19\/020.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Integrationspolitik: D&auml;nen streiten &uuml;ber Dumpinglohn f&uuml;r Einwanderer<\/strong><br>\nHalber Mindestlohn f&uuml;r Einwanderer? D&auml;nische Politiker finden die ungew&ouml;hnliche Idee einen prima Vorsto&szlig; zur Integration. Die linken Parteien sind dagegen &ndash; und auch die Rechtspopulisten: Sie f&uuml;rchten,<br>\ndass die Dumpingl&ouml;hne die Jobs ihrer Klientel bedrohen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,706624,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers J.A.:<\/strong> Auch in D&auml;nemark gibt es also widerw&auml;rtige Ideen von widerw&auml;rtigen Politikern, die mit den absurdesten Ideen f&uuml;r ihre Sponsoren das Lohndumping vorantreiben wollen. Interessant ist aber, am Rande zu erfahren, da&szlig; der niedrigste Mindestlohn in D&auml;nemark bei &uuml;ber 13 Euro pro Stunde liegt &ndash; das Land m&uuml;&szlig;te ja angesichts der Globalisierung schon lange ruiniert sein. In Deutschland wird schlie&szlig;lich nicht einmal &ndash; oder nur extrem widerwillig &ndash; die genannte H&auml;lfte (!!!), eben 6,50 Euro, als angeblich &ldquo;gerade mal nicht wirtschaftssch&auml;dlich&rdquo; akzeptiert. Komischerweise nennt der SPIEGEL nur die d&auml;nischen 6,50 Euro einen &ldquo;Dumpinglohn&rdquo;, die deutschen 4,50 Euro nach einigen Tarifvertr&auml;gen dagegen &ldquo;marktwirtschaftliche Gegebenheiten&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Bankenaufsicht: Ohne uns!; Zucker f&uuml;r die Privilegierten; Kinder der Armen sind weniger wert; Volksentscheid in Hamburg &ndash; Klassenkampf von oben; Finanzmarktreform in den USA: Vorbild f&uuml;r die ganze Welt? 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