{"id":6219,"date":"2010-07-20T09:08:21","date_gmt":"2010-07-20T07:08:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6219"},"modified":"2010-07-20T09:08:21","modified_gmt":"2010-07-20T07:08:21","slug":"hinweise-des-tages-1184","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6219","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Volksentscheid in Hamburg, ein Volksentscheid ist kein Zaubertrank, nach Beust-R&uuml;cktritt, Kurt Beck lieb&auml;ugelt mit sozialliberalen Koalitionen, Egalitarismus-Forschung, Merkel in China, der Afghanistan-Einsatz ist untersch&auml;tzt worden, INSM, krudes Menschenbild, Kopfpauschale, gespenstisches Vertrauen in die M&auml;rkte, Preis f&uuml;r Kakao steigt in ungeahnte H&ouml;hen, Bonit&auml;tsw&auml;chter straft Mustersch&uuml;ler Irland ab, Vorbild Irland, die Leere hinter dem Link. Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert. (JK\/AM\/RS)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Volksentscheid in Hamburg &ndash; Klassenkampf von oben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Ein Volksentscheid ist kein Zaubertrank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Nach Beust-R&uuml;cktritt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Kurt Beck lieb&auml;ugelt mit sozialliberalen Koalitionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Egalitarismus-Forschung &ndash; Die n&auml;chste &ldquo;Gro&szlig;e Idee&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Transferleistungen: Unserer Mittelschicht geht es pr&auml;chtig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Merkel in China &ndash; Misston in der purpurnen Wolke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Der Afghanistan-Einsatz ist untersch&auml;tzt worden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Krudes Menschenbild<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Alles L&uuml;ge  &ndash; Kopfpauschale<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Gespenstisches Vertrauen in die M&auml;rkte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Preis f&uuml;r Kakao steigt in ungeahnte H&ouml;hen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Bonit&auml;tsw&auml;chter straft Mustersch&uuml;ler Irland ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Vorbild Irland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Die Leere hinter dem Link<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=6219&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Volksentscheid in Hamburg &ndash; Klassenkampf von oben<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&ldquo;Massive Form von demokratisch gef&uuml;hrtem Klassenkampf<\/strong><br>\nErziehungswissenschaftler Micha Brumlik zum Hamburger Volksentscheid gegen die Primarschule<br>\nDer Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik hat dem Hamburger Senat vorgeworfen, den Widerstand gegen die Primarschule in der Hansestadt untersch&auml;tzt zu haben.<br>\nUte Welty: Die sogenannte Primarschule bleibt in Hamburg graue Theorie. Im Volksentscheid hat sich eine deutliche Mehrheit der W&auml;hler dagegen ausgesprochen, dass die Grundschule von vier auf sechs Jahre verl&auml;ngert wird. Damit w&uuml;rde die Zeit in der weiterf&uuml;hrenden Schule und eben auch im Gymnasium verk&uuml;rzt. Vorangegangen war dem Volksentscheid eine zum Teil sehr emotionale Diskussion mit markigen Spr&uuml;chen der Primarschulgegner wie &ldquo;H&auml;nde weg von meinem Kind&rdquo;. Dar&uuml;ber spreche ich jetzt mit Micha Brumlik, Erziehungswissenschaftler an der Uni Frankfurt. Guten Morgen, Herr Brumlik!<br>\nMicha Brumlik: Guten Morgen!<br>\nWelty: M&uuml;ssen die Hamburger Eltern noch mal die Schulbank dr&uuml;cken, weil sie nicht kapiert haben, was gut ist f&uuml;r ihr Kind?<br>\nBrumlik: Diese Hamburger Eltern, die die Wahl gewonnen haben, die wissen zumindest, was sie glauben, was jetzt f&uuml;r ihr Kind gut ist. Das war eine massive Form von demokratisch gef&uuml;hrtem Klassenkampf um der Vorteile des eigenen Kindes willen. Das kann man auch niemandem verdenken. Das Unfaire an der ganzen Sache ist nur, dass jene Kinder, die davon betroffen sind, Eltern haben, die entweder, weil sie Emigranten sind, nicht w&auml;hlen d&uuml;rfen, oder weil sie Eltern haben, die aufgrund eigener Unbildung gar nicht willens und in der Lage sind, sich an einem so komplizierten Verfahren zu beteiligen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/interview\/1227580\/\">DRadio<\/a><\/li>\n<li><strong>Z&auml;une und Wachmannschaften<\/strong><br>\nDie Hamburger haben gegen die Schulreform gestimmt. Doch die panische Abgrenzung der Mittelschicht wird das Problem versch&auml;rfen.<br>\nWenn Historiker eines Tages unsere Zeit untersuchen werden, wird ihnen das Ergebnis der heutigen Volksabstimmung eine wertvolle Quelle sein. Das Votum bedeutet nicht nur das vorl&auml;ufige Aus f&uuml;r das l&auml;ngere gemeinsame Lernen. Es ist auch eine Aussage &uuml;ber die &Auml;ngste der Mittelschicht. So unverf&auml;lscht bekommt man sie selten zu sehen.<br>\nAnzeige<br>\nDie Hamburger entschieden am Sonntag nicht nach politischer Sympathie oder Antipathie; schlie&szlig;lich schlossen sich alle in der B&uuml;rgerschaft vertretenen Parteien dem Reformkonzept an. Sie entschieden im Namen ihrer Kinder. Das macht ihre Aussage so kraftvoll.<br>\nDie Reformgegner hatten nicht viele gute Argumente. Nicht umsonst lernen Kinder in allen anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern mit Ausnahme &Ouml;sterreichs mindestens bis zur sechsten Klasse zusammen. Die These, Kinder lernten besser, wenn sie unter ihresgleichen seien, ist l&auml;ngst widerlegt. Man kann sogar Bundeskanzlerin werden, ohne in der vierten Klasse gesiebt zu werden. Das angeprangerte Umbauchaos: eine tempor&auml;re Erscheinung. Die Behauptung, das Gymnasium werde schleichend abgeschafft &ndash; Panikmache.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/schule\/2010-07\/schulreform-verantwortung\">Zeit.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Entzauberung<\/strong><br>\nDie Volksabstimmung bedeutet zuallererst das Scheitern eines dringend notwendigen und im Prinzip richtigen Projekts. Mit Unterst&uuml;tzung aller anderen Parlamentsfraktionen machten CDU und Gr&uuml;ne &ndash; genauer: der reformf&auml;hige Teil der CDU und der kompromissbereite Fl&uuml;gel der Gr&uuml;nen &ndash; aus einer verbreiteten Erkenntnis konkrete Politik. Sie lautet, x-fach belegt: Das fr&uuml;he Verteilen der Kinder auf unterschiedliche Schulen mag den kurzfristigen, kurzsichtigen Interessen der Wohlhabenden und Gebildeten dienen; denn es schreibt ihren Chancenvorsprung fort. Dem langfristigen Interesse der Gesellschaft, auch der &ldquo;guten Gesellschaft&rdquo;, dient es nicht; denn es versch&auml;rft die Konflikte mit den Ausgeschlossenen auf eine Weise, die alle zu sp&uuml;ren bekommen werden.<br>\nDieses traurige Ergebnis sollte man nicht zuerst den Initiatoren des Volksentscheids ver&uuml;beln. Nicht alle von ihnen &ndash; und erst recht nicht alle Neinsager bei der Abstimmung &ndash; sind Ideologen. Viele bangten wohl schlicht um die gl&uuml;cklichen Umst&auml;nde des eigenen Lebens. Das ist bildungspolitisch fatal, aber menschlich verst&auml;ndlich. Dass sie uns eine zweite Botschaft vermittelten, ist sogar zu begr&uuml;&szlig;en: Die Mehrheit hat die Grenzen schwarz-gr&uuml;ner Tr&auml;ume aufgezeigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/2864463_Leitartikel-Die-Entzauberung.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J&uuml;rgen Karl:<\/strong> Das Ergebnis des Hamburger Volksentscheides sollte man sich wirklich noch einmal genauer anschauen. Ein geradezu lehrbuchhaftes Beispiel f&uuml;r die Mechanismen der Meinungsmache. Der herrschenden Elite gelingt es offenbar ohne weiteres dank ihrer Medien- und Kampagnenmacht die &ouml;ffentliche Meinung in ihrem Interesse zu beeinflussen. Aber gerade auch unter dem Aspekt, wie weit die soziale Polarisierung in Deutschland inzwischen fortgeschritten ist.<br>\nDas Wort gesellschaftliche Verantwortung existiert im Wortschatz der sogenannten besseren Kreise offenbar nicht mehr. Es geht nur noch darum seine eigenen Privilegien zu verteidigen und zwar mit allen Mitteln, wie auch am skrupellosen agieren des Gr&uuml;nders der Initiative &ldquo;Wir wollen lernen&rdquo;, dem Blankeneeser Rechtsanwalt Walter Scheuerl, sehr sch&ouml;n zu sehen war.<br>\nWie durch viele Studien inzwischen empirisch belegen, ist der Zutritt zum Gymnasium eines der entscheidenden Elemente sozialen Aufstiegs in Deutschland. Und dieser soll dem &ldquo;P&ouml;bel&rdquo; weiter verwehrt bleiben.<br>\nDer wesentliche Aspekt des Erfolges der Hamburger B&uuml;rgerinitiative ist die verbl&uuml;ffend wirkm&auml;chtige Illusion der Mittelstandsl&uuml;ge (nicht umsonst spielt die FDP perfekt auf dieser Klaviatur), die den prim&auml;ren Augenmerk des sich zum &ldquo;Mittelstand&rdquo; rechnenden Personenkreises darauf richten l&auml;sst sich vom sogenannten Prekariat nach unten abzugrenzen, als zu verstehen, dass sie damit zur politischen Man&ouml;vriermasse der herrschenden Eliten werden, ohne irgendeinen Vorteil aus den Abgrenzungsbestrebungen zu ziehen. (zur Illusion Mittelstand siehe auch nochmals Anmerkung Roger Strassburg unten, sowie &bdquo;<a href=\"\/?p=5626\">Hurra wir d&uuml;rfen zahlen<\/a>&ldquo;)<br>\nEiner der zentralen Vorgaben der Hamburger Schulreform war die Chancengleichheit zu verbessern. Die Initiatoren der Initiative &ldquo;Wir wollen lernen&rdquo; haben sich dagegen klar f&uuml;r die Erhaltung ihrer Privilegien eingesetzt und damit deutlich gemacht, dass sie an einer gerechteren Chancenverteilung nicht das mindeste Interesse haben. Zugute kam ihnen dabei, dass das Interesse des sogenannten Prekariats bzw. der untere sozialen Schichten an der Partizipation im demokratischen Entscheidungsprozesse &auml;u&szlig;erst gering ist und somit die M&ouml;glichkeiten politische Richtungsentscheidungen mit zu gestalten nicht wahr genommen werden. Wie gestern bereits berichtet, war gerade die Beteiligung am Volksentscheid in den besseren Hamburger Wohnviertel besonders hoch (In Bezirken mit auffallend wenig Armen lag die Wahlbeteiligung bei &uuml;ber 60 Prozent).<br>\nAuch der j&uuml;ngste Gesetzentwurf aus dem Familienministerium bez&uuml;glich der Streichung des Elterngeldes f&uuml;r Minijobbern und Hartz-IV Aufstockern, zeigt dass dieses politische Kalk&uuml;l funktioniert.<br>\nZwar kommt man hier in bedrohliche N&auml;he der Argumentation, der Gegner st&auml;rkerer plebiszit&auml;rer Elemente im politischen Entscheidungsprozess der Bundesrepublik, aber vor dem Hintergrund des Ausganges des Hamburger Volksentscheides, der gezeigt hat, dass sich Entscheidungen durch die Kampagnenf&auml;higkeit der herrschenden Eliten entsprechend lenken lassen, sollte die Forderung nach mehr Volksentscheiden kritisch diskutiert werden.<\/em><\/p>\n<p><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Roger Strassburg zum <a href=\"\/?p=6210#h03\">Hinweis Nr. 3 vom 19.07.2010<\/a>:<\/strong> Grotesk ist auch, dass die Mittelschicht schon bei einem Monatsnetto von 1.700 Euro beginnt, und die Oberschicht bereits bei 3.600 Euro. 3600 Euro m&ouml;gen ja ein &uuml;berdurchschnittliches Einkommen sein, aber &ldquo;Oberschicht&rdquo; ist das noch lange nicht &ndash; <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/List_of_countries_by_average_wage\">schon 2007 lag dieses Einkommen (brutto) unter dem Medianeinkommen in den USA<\/a>. Damals lag das Medianeinkommen in den USA mit $49.486 auf dem zweiten Platz knapp hinter Luxemburg, w&auml;hrend Deutschland mit $35.292 (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaufkraftparit%C3%A4t\">KKP<\/a>) weit dahinter am 14. Platz lag. (Siehe auch <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pro-Kopf-Einkommen\">im deutschen Wikipedia<\/a>  &ndash; da wird nicht das Medianeinkommen, sondern das Durchschnittseinkommen verglichen. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:LV-PKE-jpeg.jpg&amp;filetimestamp=20100417190802\">Auch da liegt Deutschland weit hinter Luxemburg, den USA und anderen<\/a>).<br>\nMit diesen Zahlen wird dem normalen B&uuml;rger weisgemacht, er geh&ouml;re mit seinem eher mageren Einkommen schon zu den h&ouml;heren Schichten, w&auml;hrend die Einkommen der eigentlichen Absahner, &uuml;ber die man nicht spricht, ohne sich dem Vorwurf &ldquo;Neid&rdquo; aussetzen zu lassen, in einer ganz anderen Dimension liegen.<br>\nDas ist Volksverd&uuml;mmung. Leider scheint diese zu funktionieren.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ein Volksentscheid ist kein Zaubertrank<\/strong><br>\nDas Plebiszit kann etwas Wunderbares sein, wenn es Ausdruck einer kollektiven Verantwortung f&uuml;r das Gemeinwesen ist. Dann ist es die Erf&uuml;llung der Demokratie. Das Plebiszit kann aber auch etwas Furchtbares sein, es kann die Demokratie zerst&ouml;ren, wenn sich die Egoismen addieren und Vorurteile gegen&uuml;ber Minderheiten zuschlagen. Manchmal ist das Plebiszit ein guter Hirte, k&uuml;mmert sich um neue Kinderg&auml;rten und Umgehungsstra&szlig;en und um den Umweltschutz; es schreibt ihn, so wie einst in der Schweiz, mit Sorgfalt und gro&szlig;en Buchstaben in die dortige Verfassung. Ein andermal aber r&uuml;ttelt es an den Grundfesten dieser Verfassung, weil es &ndash; wie bei der Schweizer Abstimmung gegen Minarette &ndash; im Namen der Mehrheit eine Minderheit kujoniert und sie der Rechte beraubt, die diese braucht, um als Minderheit in der Mehrheit zu leben.<br>\nDas Plebiszit ist nicht per se gut. Wenn eine Mehrheit der B&uuml;rger die Todesstrafe guthei&szlig;t, besagt das nicht, dass die Todesstrafe auch richtig ist. Mehrheit ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit Wahrheit, Richtigkeit und Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit. Das gilt im Parlament &ndash; das gilt auch f&uuml;r das Plebiszit. Die plebiszit&auml;re Demokratie braucht deshalb, genauso wie die parlamentarische, ein Korrektiv, ein Kontrollorgan: das Verfassungsgericht.<br>\nAus einem plebiszit&auml;ren Grundrauschen, das nun schon eine Generation lang w&auml;hrt, ist mittlerweile eine kraftvolle Bewegung geworden. Aktive und ehemalige Verfassungsrichter, Professoren des Staatsrechts und auch immer mehr Politiker loben das Plebiszit &ndash; nicht als Wundermittel, aber als Medizin. Es geht nicht um Abstimmungsorgien, sondern nur um die Anreicherung des repr&auml;sentativen Prinzips durch plebiszit&auml;re Elemente. Der B&uuml;rger- und Volksentscheid ist gewiss kein Zaubertrank, den eine Demokratie nur in sich hineinsch&uuml;tten m&uuml;sste. Es ist ein Hilfsmittel. Jede Medizin hat Nebenwirkungen; wer geheilt werden will, muss sie in Kauf nehmen. Und es verh&auml;lt sich mit Volksbegehren und B&uuml;rgerentscheid ebenso: Man muss sich Indikation und Dosierung genau &uuml;berlegen. Bei alledem gilt: Wer eine lebendige Demokratie will, darf an den alten Bequemlichkeiten nicht festhalten. Er muss es mit Carlo Schmid halten &ndash; und an den Menschen glauben. Der Demokrat ist kein Rindvieh.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/volksentscheide-die-neue-buergerwehr-1.976423-5\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Nach Beust-R&uuml;cktritt<\/strong><br>\nHamburgs Gr&uuml;ne verweigern Bekenntnis zur CDU<br>\nF&uuml;r Hamburgs Gr&uuml;ne kommt es kn&uuml;ppeldick: Ihre Schulreform wurde abgeschmettert, mit Ole von Beust wirft ihr wichtigster Partner hin. Die CDU wirbt um den Erhalt der Koalition. Doch die Gr&uuml;nen wollen sich nicht festlegen. Denn es gibt auch andere Optionen.<br>\nHamburg &ndash; Die Niederlage hat sie tief getroffen. Geknickt sitzt Christa Goetsch am Montag vor Dutzenden Journalisten im Hamburger Rathaus. Die Gr&uuml;nen-Schulsenatorin hat den h&auml;rtesten Tag ihrer zweij&auml;hrigen Amtszeit hinter sich. Per Volksentscheid haben die B&uuml;rger der Hansestadt das schwarz-gr&uuml;ne Primarschul-Projekt abgeschmettert. Monatelang hatte Goetsch leidenschaftlich f&uuml;r die Reform gek&auml;mpft, zusammen mit CDU-B&uuml;rgermeister Ole von Beust.<br>\nDoch die Niederlage beim Volksentscheid muss sie nun alleine verdauen. Denn Beust geht. Noch bevor die Wahllokale am Sonntag geschlossen hatten, verk&uuml;ndete der B&uuml;rgermeister seinen R&uuml;cktritt zum 25. August.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-707366,00.html\">Spiegel-Online<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Man muss ich vorstellen, ein Politiker einer Partei links von der Mitte h&auml;tte sich so verhalten wie von Beust. Nicht mal das Abstimmungsergebnis hat er abgewartet. Aber keine harte Kritik. Vergleichen Sie das mal mit der verfolgenden Kommentierung des  R&uuml;cktritts von Lafontaine im M&auml;rz 1999. Peter Frey vom ZDF hat noch 2009 das Sommerinterview mit Lafontaine &uuml;ber weite Strecken mit diesem Thema gef&uuml;llt. Andere Medien genauso. Wo bleiben die jetzt? Wo bleiben die Fragen an die Gr&uuml;nen, ob sie wirklich mit einer solchen Truppe wie der Union in Hamburg weitermachen wollen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Kurt Beck lieb&auml;ugelt mit sozialliberalen Koalitionen<\/strong><br>\nDer SPD-Ministerpr&auml;sident erkl&auml;rt, was er an der FDP sch&auml;tzt, und zollt dem neuen Staatsoberhaupt Respekt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article8289955\/Kurt-Beck-liebaeugelt-mit-sozialliberalen-Koalitionen.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar:<\/strong> Er&uuml;brigt sich, spricht f&uuml;r sich selbst.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Egalitarismus-Forschung &ndash; Die n&auml;chste &ldquo;Gro&szlig;e Idee&rdquo;<\/strong><br>\nSchon lange nicht hat ein Buch in gesellschaftswissenschaftlich und politisch interessierten Kreisen derart eingeschlagen wie Gleichheit ist Gl&uuml;ck von Richard Wilkinson und Kate Pickett. Es ist, als er&ouml;ffneten sie uns einen neuen Blick auf unsere Gesellschaften. Als fiele uns etwas wie Schuppen von den Augen. N&auml;mlich: Dass egalit&auml;re Gesellschaften besser funktionieren als solche, die durch grobe Reichtumsdifferenzen zerrissen sind. Nun w&uuml;rde man annehmen, dass dies keine gro&szlig;e Neuigkeit ist. Was ist aber dann das Spezifische dieses Buches? Warum sorgt es gerade jetzt f&uuml;r Aufsehen? Wieso wird es in der internationalen Debatte bereits als game changer angesehen &ndash; als Studie, die die Diskurse und m&ouml;glicherweise sogar die Politik auf eine neue Bahn bringen k&ouml;nnte?<br>\nZun&auml;chst: Wilkinson und Pickett f&uuml;gen sich ein in eine Reihe von Forschungsergebnissen der modernen &bdquo;Gl&uuml;cksforschung&ldquo;. Schon Richard Layard unterstrich in seinem Buch Die gl&uuml;ckliche Gesellschaft, &bdquo;dass die Menschen heute nicht gl&uuml;cklicher sind als vor 50 Jahren. Und das, obwohl sich das reale Durchschnittseinkommen in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt hat&ldquo;. Wenn der Reichtum einer Gesellschaft w&auml;chst &ndash; also das Nationaleinkommen pro Kopf &ndash;, aber parallel auch die Ungleichheit, dann werden die Menschen oft sogar ungl&uuml;cklicher. Denn dann setzt ein &bdquo;Statuswettlauf&ldquo; ein, und &bdquo;wir f&uuml;hlen ein gro&szlig;es Bed&uuml;rfnis, mit anderen mitzuhalten&ldquo;. Wilkinson und Pickett beweisen nun anhand einer F&uuml;lle von Fakten aus rund 200 internationalen Datens&auml;tzen, dass in Gesellschaften mit groben Ungleichheiten die Menschen im Durchschnitt ungl&uuml;cklicher sind. Gewiss sind auch in diesen Gesellschaften die Reichen gl&uuml;cklicher als die Armen, aber in jedem einzelnen Einkommenssegment sind die Menschen ungl&uuml;cklicher als in egalit&auml;ren Gesellschaften. Also: In Gesellschaften, die schroff in reich und arm gespalten sind, sind die Reichsten keineswegs besonders gl&uuml;cklich, im Gegenteil. Egalit&auml;re Gesellschaften sind also f&uuml;r alle besser, nicht nur f&uuml;r die, die heute unterprivilegiert sind. Kurzum: Der Egoismus ist sogar f&uuml;r die Egoisten unkomfortabel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/positionen\/1028-die-naechste-grosse-idee\">Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung von Leser A.G.:<\/strong> ein Punkt zur Nachlese der Hamburger Entscheidung gegen das l&auml;ngere gemeinsame Lernen: Ein wesentliches Argument der Reformgegner ist ja, dass Kinder nun einmal unterschiedlich begabt seien. Damit wird fr&uuml;he Selektion gerechtfertigt: Starke zu Starken, Schwache zu Schwachen.<br>\nFakt ist: Es gibt keine ungleiche Bef&auml;higung in dem Ausma&szlig;, wie allgemein vermutet wird. Das Gerede vom ungleich verteilten Talent ist nur einen Kampfformel, um Besitzst&auml;nde im Bildungssystem zu sichern.<br>\nS. zu den neuesten neurobiologischen Erkenntnissen zuletzt Werner Siefer, Das Genie in mir: Warum Talent erlernbar ist (2009). Auf dieses Buch sollten die NDS einmal hinweisen, da dem Autor sehr daran gelegen ist, durch die Widerlegung von Vorurteilen mittels naturwissenschaftlicher Fakten eine Chancengleichheit in der Bildung m&ouml;glich zu machen.<br>\nDie NDS sollten darauf hinweisen, dass die Ideologie (!) vom Talent im kollektiven deutschen Ged&auml;chtnis tief verwurzelt ist. Ein ur-konservativer Mythos, kaum dem Sumpf klassischer Genie-Duselei und -verkl&auml;rung entstiegen, der uns aus seinem Grabe im Denken regiert!<br>\nGegen diese mittelalterliche Verdunkelung muss das Licht der neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse gesetzt werden, denn nur so l&auml;sst sich &uuml;berzeugend behaupten, dass eine Abiquote von 90% (Finnland) eben nicht mit einem allgemeinen Verfall der Standards und gemeinsames Lernen &uuml;ber 6 oder sogar 9 Jahre nicht Niveauverlust bedeuten muss.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Transferleistungen: Unserer Mittelschicht geht es pr&auml;chtig<\/strong><br>\nDas B&uuml;rgertum f&uuml;hlt sich vom Staat ausgequetscht wie eine Zitrone. Zu Unrecht. Neue Zahlen belegen: Die Mitte bekommt viel mehr Geld zur&uuml;ck, als sie zahlt. Und nutzt das Angebot des Staates ausgiebig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C\/Doc~EDBFBA61F4FF14CE7ABC202167DE8F4C9~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Ein groteskes St&uuml;ck Propaganda, da&szlig; (nat&uuml;rlich) den meisten FAZ-Kommentatoren sauer aufst&ouml;&szlig;t und wahrscheinlich weitere K&uuml;rzungen bei den Sozialleistungen vorbereiten soll. Die Reichen und Gutverdiener sind also nicht die Riesenprofiteure von brutalem Lohndumping, Verm&ouml;genssteueraussetzung, Erbschaftsteuersenkung, Senkung von Spitzensteuersatz und Unternehmensbesteuerung usw. Wenn es nicht die Mittelschicht ist, werden ja die armen Reichen von der Bev&ouml;lkerungsmehrheit ausgepl&uuml;ndert (z. B. durch die Senkung des Spitzensteuersatzes um 11 Prozentpunkte). Von der fortgesetzten Senkung der Reall&ouml;hne und der Rentenanspr&uuml;che hat der Autor auch noch nicht geh&ouml;rt. Indiskutabel und uns&auml;glich, aber vielleicht wacht die FAZ lesesende Mittelschicht langsam auf.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Merkel in China &ndash; Misston in der purpurnen Wolke<\/strong><br>\nObwohl sich die Chinesen auch in Zukunft kaum davon werden abhalten lassen, ihre eigenen Interessen durchzusetzen, d&uuml;rfe man sie nicht als Partner in wichtigen internationalen Fragen verlieren, meinen deutsche Diplomaten. Schon wird dar&uuml;ber nachgedacht, welches Potential eine Achse Berlin-Peking haben k&ouml;nnte. In vielen Fragen h&auml;tten beide Seiten ein gemeinsames Interesse, ein Gegengewicht zu den USA aufzubauen, etwa beim Klimaschutz oder bei der Reform des internationalen Finanzsystems. Sogar ein gemeinsames Pilotprojekt zum zivilen Wiederaufbau in Afghanistan wird hinter verschlossenen T&uuml;ren vorbereitet. Ob Deutsche und Chinesen eines Tages gemeinsam afghanische Polizisten, Richter oder Finanzbeamte ausbilden? Es w&auml;re ein Novum in den Beziehungen, gewisserma&szlig;en eine zus&auml;tzliche Oktave auf der deutsch-chinesischen Tonleiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/2860804_Merkel-in-China-Misston-in-der-purpurnen-Wolke.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Der Afghanistan-Einsatz ist untersch&auml;tzt worden<\/strong><br>\nNato-Generalsekret&auml;r Anders Fogh Rasmussen hat einger&auml;umt, dass die internationale Gemeinschaft den Einsatz am Hindukusch untersch&auml;tzt hat. Rasmussen machte deutlich, dass er mit weiter steigenden Opferzahlen rechnet. Die Milit&auml;roffensiven in das Kerngebiet der Taliban w&uuml;rden &ldquo;unweigerlich zu heftigeren Gefechten f&uuml;hren&rdquo;, schreibt der Generalsekret&auml;r. &ldquo;Bedauerlicherweise wird es mehr Opfer geben.&rdquo; Die milit&auml;rischen Aktionen seien aber von enormer politischer Bedeutung. &ldquo;Sie tragen dazu bei, die Taliban sowohl politisch als auch milit&auml;risch zu schw&auml;chen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/nato-generalsekretaer_erwartet_weiter_steigende_opferzahlen_1.6724714.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wen m&ouml;chte Herr Rasmussen auf den Arm nehmen? Es geht nicht um die internationale Gemeinschaft, sondern um die Regierungen der USA und der &uuml;brigen Natostaaten. Die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung dieser L&auml;nder d&uuml;rfte schon l&auml;ngst eine gesunde Skepsis gegen&uuml;ber dem afghanischen Abenteuer entwickelt haben. Und Rasmussen sch&auml;mt sich nicht, die steigenden Opferzahlen zu verteidigen. Es ist schlicht gelogen, wenn Rasmussen behauptet, dass die Taliban durch die laufenden Aktionen sowohl politisch als auch milit&auml;risch geschw&auml;cht w&uuml;rden. Die Sicherheitslage ist so mies wie noch nie. Dem tr&auml;gt die internationale Gemeinschaft mit dem Abzug ihrer Truppen Rechnung. Verbr&auml;mt wird dieser Vorgang mit Formulierungen wie, die Afghanen seien dann endlich Herr im eigenen Haus. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft<\/strong><br>\nVor zehn Jahren nahm die &raquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&laquo; ihre Arbeit auf. Die arbeitgebernahe PR-Agentur hat den Stil von &Ouml;ffentlichkeitsarbeit in Deutschland ver&auml;ndert: PR und Journalismus vermischen sich. &Auml;ndert die INSM jetzt ihren Stil?<br>\nWas derzeit auf der Agenda steht? Na klar: Sparen. Mehr Einnahmen f&uuml;hren &raquo;strukturell&laquo; zu nichts. Nur das Streichen hilft &ndash; und Tipps gibt es auch: Die Kohlesubventionen k&ouml;nnten gestrichen werden. Und die &raquo;Bundes-Fusel-Beh&ouml;rde&laquo;, die noch immer ein Branntwein-Monopol &uuml;berwacht, das es so l&auml;ngst nicht mehr gibt, geh&ouml;rt abgeschafft. Auch die GEZ kann aufgel&ouml;st werden, die Geb&uuml;hren werden vom Finanzamt eingezogen. Etwa so sieht der &raquo;Sparkatalog&laquo; aus, den die dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall nahestehende &raquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&laquo; derzeit verbreitet: Bis auf die Steinkohlesubventionen sind es l&auml;cherliche Betr&auml;ge, die die INSM nennt. Wo zweistellige Milliardenbetr&auml;ge herkommen sollen, bleibt offen. Im Kleingedruckten steht etwas von Sozialleistungen, die &raquo;zielgenauer&laquo; eingesetzt werden m&uuml;ssten.<br>\n&Uuml;ber die Finanzkrise, &uuml;ber deren Ursachen und Konsequenzen steht dagegen kein Wort im weitverzweigten Info-Angebot rund um die &raquo;Initiative&laquo;. Inhaltlich gibt es also nichts Neues bei der INSM, die zum Januar von K&ouml;ln nach Berlin gezogen ist. Daf&uuml;r aber in der Umsetzung: Ihre Kampagne f&uuml;r das Sparen bei den Armen etwa setzt die INSM konventionell in Annoncen um: &raquo;Wer seinen Haushalt im Griff hat, verdient Respekt&laquo;. Auch unterlegt wird dies sehr traditionell: Etwa durch Interviews und Statements des INSM-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers und Ex-Handels-Funktion&auml;rs Hubertus Pellengahr, der zum Januar den Laden &uuml;bernahm.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/175304.pflege-des-kunstrasens.html?action=print\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Krudes Menschenbild<\/strong><br>\nSeit ihr Plan publik wurde, das Elterngeld einseitig f&uuml;r Familien mit niedrigen Einkommen zu k&uuml;rzen, sieht es ziemlich d&uuml;ster aus um Frau Schr&ouml;der. Selbst in der FDP ist, wahrscheinlich in Erinnerung an die eigenen Steuersenkungsideen, von einem &ldquo;v&ouml;llig irrsinnigen&rdquo; Vorschlag die Rede.<br>\nDieses Urteil ist jetzt vielleicht ein bisschen hart. Schlie&szlig;lich wollte die Diplom-Soziologin Schr&ouml;der, deren Doktorarbeit sich mit den in der CDU anzutreffenden Wertvorstellungen von &ldquo;Gerechtigkeit und Gleichheit&rdquo; befasste, nur ein paar &ldquo;Anreize&rdquo; setzen. Dabei kann es, folgt man dem Familienministerium, nicht immer gleich zugehen. Vielmehr m&uuml;ssen Bezieher von Hartz IV durch Abschl&auml;ge animiert werden, eine Arbeit zu suchen, M&auml;nner mit h&ouml;heren Einkommen dagegen lassen sich nur durch ein unver&auml;ndertes Elterngeld dazu bewegen, nicht zur Arbeit zu gehen.<br>\nWer derartige &Uuml;berlegungen reichlich bizarr findet, muss sich nicht wundern. Schlie&szlig;lich sind sie auf dem Mist von einflussreichen Wirtschaftswissenschaftlern gewachsen. Ihr von Adam Smith, dem Gottvater der Zunft, gepr&auml;gtes Weltbild sieht den Menschen als Wesen, das nur eines im Sinn hat: seinen eigenen Nutzen zu maximieren. Dabei geht es ihm meist um (mehr) Geld. Anreize, vornehmlich finanzielle, seien &ldquo;das Wesentliche der &Ouml;konomie&rdquo;, behauptet denn auch der US-Professor Edward Lazear.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/2861024_Kolumne-Krudes-Menschenbild.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Alles L&uuml;ge  &ndash; Kopfpauschale<\/strong><br>\nMit den Eckpunkten zur Gesundheitspolitik von Anfang Juli hat sich die schwarz-gelbe Koalition endg&uuml;ltig von der solidarischen Finanzierung der Krankenversicherung verabschiedet. Der Arbeitgeberanteil soll bei 7,3 Prozent des Bruttolohns festgeschrieben werden. Die k&uuml;nftig Jahr f&uuml;r Jahr steigende L&uuml;cke zwischen den Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung und den Einnahmen des Gesundheitsfonds w&auml;re dann alleine von den Mitgliedern &ndash; haupts&auml;chlich Arbeitnehmer und Rentner &ndash; &uuml;ber eine vom Einkommen unabh&auml;ngige und nach oben offene Kopfpauschale zu schlie&szlig;en. Ein steuerfinanzierter Sozialausgleich soll verhindern, dass die Kopfpr&auml;mie im Einzelfall mehr als zwei Prozent des Einkommens ausmacht.<br>\nSo eklatant wie die verteilungspolitische Schieflage des Vorhabens ist, so dreist ist auch die &raquo;Mehr-Solidarit&auml;ts- L&uuml;ge&laquo; der Kanzlerin. Bei einem Defizit aller Kassen von angenommen zw&ouml;lf Milliarden Euro betr&uuml;ge die erforderliche Kopfpauschale f&uuml;r jedes der rund 50 Millionen Mitglieder im Schnitt monatlich 20 Euro. Um das gleiche Finanzvolumen &uuml;ber einen einkommensproportionalen Beitrag einzunehmen, w&auml;re im heutigen System eine Beitragssatzerh&ouml;hung um ca. 1,2 Prozentpunkte erforderlich. Davon entfiele je die H&auml;lfte auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Zusatzbelastung w&uuml;rde also erstens parit&auml;tisch getragen und zweitens entfiele auf alle Mitglieder eine gleiche relative Belastung in H&ouml;he von 0,6 Prozent ihres versicherungspflichtigen Einkommens.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ak-sozialpolitik.de\/dukumente\/2010\/2010-07-19%20Belastung%20Kopfpauschale.pdf\">AK-Sozialpolitik [PDF &ndash; 226 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gespenstisches Vertrauen in die M&auml;rkte <\/strong><br>\nDie M&auml;rkte versetzen Europas Regierungen in Aufruhr. Gerade in Krisenzeiten f&uuml;hren sie ein schwer nachvollziehbares Eigenleben. Deshalb muss sich die Politik ihnen widersetzen.<br>\nEin Gespenst geht um in Europa &ndash; das Gespenst des Marktvertrauens. Als Karl Marx 1848 die erste Zeile seines ber&uuml;hmten Manifests niederschrieb, war es die Angst vor dem Kommunismus, die die Regierungen umtrieb. Heute ist es die Furcht, dass sich die Stimmung am Markt gegen sie wendet und die Spreads f&uuml;r ihre Staatsanleihen in die H&ouml;he treibt. Die Regierungen &uuml;berall auf der Welt k&uuml;rzen ihre Haushalte, obwohl die Arbeitslosigkeit hoch bleibt und die Nachfrage der Privathaushalte kaum Lebenszeichen von sich gibt. Viele nehmen Strukturreformen vor, an die sie nicht wirklich glauben &ndash; nur weil es f&uuml;r die M&auml;rkte sonst schlecht auss&auml;he.<br>\nIn Krisenzeiten f&uuml;hrt das Marktvertrauen ein Eigenleben. Es wird zu einem vergeistigten Konzept, gr&ouml;&szlig;tenteils frei von real&ouml;konomischem Gehalt. Es verwandelt sich in das, was die Philosophen als &ldquo;gesellschaftliche Konstruktion&rdquo; bezeichnen &ndash; etwas, das nur deshalb real ist, weil wir daran glauben.<br>\nW&auml;re die &ouml;konomische Logik eindeutig, m&uuml;ssten die Regierungen ihr Handeln nicht mithilfe des Marktvertrauens rechtfertigen. Dann w&auml;re klar, welche politischen Ma&szlig;nahmen funktionieren und welche nicht. Die Bem&uuml;hungen um das Vertrauen der M&auml;rkte w&auml;ren &uuml;berfl&uuml;ssig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:wirtschaftspolitik-gespenstisches-vertrauen-in-die-maerkte\/50144992.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Preis f&uuml;r Kakao steigt in ungeahnte H&ouml;hen<\/strong><br>\nDie massiven Preissteigerungen f&uuml;r Agrarrohstoffe ziehen verst&auml;rkt Spekulanten an. Auch die Hedge-Fonds-Branche mischt mit.<br>\nUm von weiteren Preissteigerungen zu profitieren, hat sich der Hedge-Fonds Armajaro Ende vergangener Woche &uuml;ber die Londoner Warenterminb&ouml;rse Liffe die Lieferung von 240.100 Tonnen Kakaobohnen gesichert &ndash; der gr&ouml;&szlig;te Kontrakt seit 1996 und sieben Prozent der weltweiten Kakao-Jahresproduktion. Insgesamt h&auml;lt die Liffe &uuml;berhaupt nur 270.000 Tonnen zur sofortigen Lieferung bereit. Der Preis des Rohstoffs stieg auf den h&ouml;chsten Stand seit 1977.<br>\nDamit versetzt der Londoner Hedge-Fonds einerseits den Schokoladeherstellern einen herben Schlag &ndash; sie m&uuml;ssen eine Preissteigerung von 150 Prozent binnen zweieinhalb Jahren verkraften. Zudem k&ouml;nnte das Gesch&auml;ft die Kritiker von Agrarrohstoffspekulanten, vor allem Globalisierungsgegner und Politiker, auf den Plan rufen. Bereits 2006 und 2007 hatten von Spekulanten getriebene Preisanstiege f&uuml;r Aufregung gesorgt. Seinerzeit waren wegen der steigenden Lebensmittelkosten in Teilen der Dritten Welt Unruhen ausgebrochen.<br>\nAuch jetzt sind die Preise f&uuml;r Grundnahrungsmittel wie Weizen, Reis und Mais wieder explodiert &ndash; vor allem deshalb, weil die Hitzewelle in Europa die Ernten massiv dr&uuml;ckt. Studien belegen aber, dass bereits 30 Prozent des Preisanstiegs bei Agrarrohstoffen auf Spekulanten zur&uuml;ckgehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/rohstoffe\/:gefragtes-produkt-preis-fuer-kakao-steigt-in-ungeahnte-hoehen\/50145880.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wir d&uuml;rfen es uns aussuchen, Deflation oder erneute Blasenbildung. Der generelle Trend, dass die Masseneinkommen der Produktivit&auml;tsentwicklung der Unternehmen hinterher hinken, wird fortgeschrieben. Die hohe Arbeitslosenzahl in Europa und den USA l&auml;&szlig;t Arbeitnehmer immer niedrigere Geh&auml;lter akzeptieren. Das hei&szlig;t, die Unternehmen produzieren mehr Waren mit mit immer weniger Besch&auml;ftigten, die tendenziell weniger verdienen. Durch den Preiskampf der Firmen um die schwindende Massenkaufkraft droht Deflation, hinzukommt, dass der sparende Staat droht. Auf der anderen Seite zieht die Spekulation wieder an, so dass wir uns genauso gut fragen k&ouml;nnen, wo platzt die n&auml;chste Blase. Die Rohstoffm&auml;rkte sind ein guter Kandidat. Aber auch die Aktienm&auml;rkte bieten M&ouml;glichkeiten, hier insbesondere Schwellenl&auml;nderaktien. Speziell in S&uuml;dostasien ist auch eine Imobilienblase nicht auszuschlie&szlig;en. Auch wenn der Euro aus den Schlagzeilen verschwunden ist, die spekulative Blasen am Devisenmarkt haben sich noch nicht erledigt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Bonit&auml;tsw&auml;chter straft Mustersch&uuml;ler Irland ab <\/strong><br>\nOb im Kampf gegen die Staatsschulden oder beim Wiederaufbau des Bankensystems: Dublin gilt anderen krisengeplagten Euro-Staaten als Vorbild. Die Ratingagentur Moody&rsquo;s senkt dennoch die Bonit&auml;tsnote.<br>\nDie Ratingagentur Moody&rsquo;s hat Irlands Bonit&auml;tsnote erneut herabgestuft. Mit dem Verweis auf einen &ldquo;allm&auml;hlichen aber bedeutsamen Verlust von Finanzst&auml;rke&rdquo; senkte die Agentur das Rating um eine Stufe auf Aa2. Es ist die dritte Stufe von oben. Den Ausblick setzten die Analysten auf stabil.<br>\nAls weiteren Grund nannten sie die Umstrukturierung des Bankensektors, die den Staatshaushalt st&auml;rker belasten k&ouml;nne. Sie stuften die Bonit&auml;tsnote der Bad Bank des Landes, deren Verbindlichkeiten voll vom Staat garantiert werden, ebenfalls auf Aa2 herunter.<br>\nInvestoren sorgen sich um eine Reihe von schuldengeplagten Euro-Staaten. Irland ist angeschlagen, seit ein Immobilienboom mit der Finanzkrise abrupt endete. Das Land st&uuml;rzte in eine schwere Rezession, die Regierung musste einige Banken st&uuml;tzen.<br>\nIm vergangenen Jahr schwoll das Haushaltsdefizit auf 14,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) an und &uuml;bertraf damit noch den Fehlbetrag Griechenlands, das von der EU und dem Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) mit einem 110 Mrd. Euro schweren Rettungspaket gest&uuml;tzt wird. Sein Toprating bei Moody&rsquo;s verlor Irland im April 2009.<br>\nNachdem die irische Regierung rasch ein hartes Sparprogramm auf den Weg brachte, galt das Land als Vorbild f&uuml;r L&auml;nder wie Griechenland. Auch beim Wiederaufbau des Bankensektors geht der Inselstaat voran, als bisher einziges Land hat Irland eine nationale Bad Bank ins Leben gerufen, die den Banken faule Immobiliendarlehen abnimmt.<br>\nDie Herabstufung k&ouml;nnte das Land teuer kommen: Am Dienstag will die Regierung in Dublin mit Anleihen von sechs und zehn Jahren Laufzeit 1,5 Mrd. Euro am Kapitalmarkt aufnehmen. Oliver Whelan, Chef der irischen Schuldenagentur, sagte zwar in einem Radiointerview, er erwarte keine Folgen f&uuml;r die Transaktion. Beobachter wie Alan McQuaid, Chef&ouml;konom von Bloxham, zeigten sich aber skeptischer: &ldquo;Der Zeitpunkt ist angesichts der Bondauktion morgen nicht gut, und das wird die Pr&auml;mie vergr&ouml;&szlig;ern, die gezahlt werden muss, um Geld aufzunehmen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/anleihen-devisen\/:probleme-der-euro-peripherie-bonitaetswaechter-straft-musterschueler-irland-ab\/50146012.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Vorbild Irland<\/strong><br>\nEin Zufallsfund aus dem Jahre 2005, in dem &uuml;ber eine Studie des arbeitgebernahen IW K&ouml;ln berichtet wird. Zitat:<br>\n Als Vorbild dient den IW-&Ouml;konomen Irland: &ldquo;Die Iren kommen mit halb soviel aus wie Deutschland &ndash; ihre Wirtschaft boomt seit Jahren&rdquo;, hei&szlig;t es. F&uuml;r das IW ist der direkte Zusammenhang von niedriger Sozialquote und hohem Wachstum erwiesen. Das geringere Sozialbudget f&uuml;hre dazu, da&szlig; die Personalzusatzkosten der Unternehmen, &uuml;ber die &ldquo;viele soziale Extras&rdquo; finanziert w&uuml;rden, deutlich niedriger seien als in den meisten anderen EU-L&auml;ndern. &ldquo;Nicht zuletzt deshalb lag das irische Wirtschaftswachstum nach den schon legend&auml;ren neunziger Jahren auch im Jahr 2003 um mehr als drei Prozentpunkte &uuml;ber dem Deutschlands&rdquo;, schreiben die IW-Forscher. Kaufkraftbereinigt erhielt jeder Bundesb&uuml;rger mit durchschnittlich 7300 Euro im Jahr etwa anderthalbmal soviel an Sozialleistungen wie ein Ire.<br>\nHeute, gerade mal 5 Jahre sp&auml;ter, liegt Irland &ouml;konomisch am Boden. Ich habe neulich erst wie folgt aus einem Bericht der New York Times zitiert:<br>\nStatt f&uuml;r ihre Anstrengungen Belohnung zu erhalten, werden die Iren bestraft. Der wirtschaftliche Einbruch verlief weitaus sch&auml;rfer, als wenn die Regierung mehr Geld ausgegeben h&auml;tte, um die Menschen in Besch&auml;ftigung zu halten. Mangels Konjunkturst&uuml;tze schrumpfte die irische Wirtschaft letztes Jahr um 7,1% und verharrt weiterhin in der Rezession.<br>\nDie Arbeitslosigkeit in dem 4,5 Millionen Einwohner-Land stieg auf &uuml;ber 13%, und die Zahl der Langzeitarbeitslosen (= alle, die l&auml;nger 1 Jahr und l&auml;nger ohne Job sind) hat sich mehr als verdoppelt, auf aktuell 5,3%.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weissgarnix.de\/2010\/07\/15\/hallo-liebes-iw-koln-was-sagt-ihr-jetzt\/\">Weissgarnix<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Die Leere hinter dem Link<\/strong><br>\nErst werden die Beitr&auml;ge produziert, dann ins Netz gestellt, dann wieder gel&ouml;scht: alles von Geb&uuml;hrengeldern f&uuml;r den &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ein Bericht aus einem absurden System.<br>\nEs ist nicht so, dass Volker Denkel f&uuml;r die Arbeit, die er gerade macht, auch noch einen pomp&ouml;sen Titel haben wollte. Aber wenn, dann l&auml;ge der Name auf der Hand. Er ist Depublizist. Denkel ist preisgekr&ouml;nter Online-Journalist. Gemeinsam mit seiner Kollegin Katharina Wilhelm hat er anl&auml;sslich einer Botticelli-Ausstellung im Frankfurter St&auml;del-Museum im vergangenen Jahr ein Special f&uuml;r den Hessischen Rundfunk entwickelt, das in interaktiver Form &bdquo;das R&auml;tsel Frau&ldquo; in den Bildern des italienischen Malers ergr&uuml;ndete. Daf&uuml;r wurde er mit dem Axel-Springer-Preis f&uuml;r Nachwuchsjournalisten ausgezeichnet und f&uuml;r den Grimme-Online-Award nominiert.<br>\nVolker Denkel arbeitet immer noch in der Multimedia-Abteilung des Hessischen Rundfunks, aber im Moment publiziert er nicht. Er ist einer von drei Redakteuren und zwei Technikern, die jetzt mehrere Monate lang damit besch&auml;ftigt sind, Inhalte aus den Online-Angeboten des HR herauszunehmen.<br>\nIm Zw&ouml;lften Rundfunkstaatsvertrag, der letztes Jahr in Kraft trat, haben die Ministerpr&auml;sidenten dem &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk im Internet neue Grenzen gesetzt. Einige wenige Inhalte sind gar nicht mehr zul&auml;ssig &ndash; diese Angebote wie die Kontaktb&ouml;rse &bdquo;Liebesalarm&ldquo; von Eins Live und die Urteilsdatenbank des ARD-Ratgebers Recht sind l&auml;ngst gel&ouml;scht. Aber auch die meisten anderen Inhalte d&uuml;rfen nur noch eine begrenzte Zeit im Netz bleiben. Um die Vorgaben zu erf&uuml;llen, haben ARD und ZDF &bdquo;Verweildauerkonzepte&ldquo; entwickelt, in denen festgelegt ist, welche Arten von Inhalten welche Lebensdauer bekommen. Deren Genehmigung und Umsetzung muss bis Ende August abgeschlossen sein. Deshalb sind in den Online-Redaktionen der Anstalten in diesen Wochen viele Leute wie Volker Denkel damit besch&auml;ftigt, etwas zu tun, das das Gegenteil dessen ist, was sie eigentlich als ihre Arbeit verstehen. &bdquo;Ich werde von Rundfunkgeb&uuml;hren daf&uuml;r bezahlt, mit Rundfunkgeb&uuml;hren erstellte Inhalte zu l&ouml;schen&ldquo;, fasst ein verantwortlicher Redakteur den Irrwitz zusammen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7\/Doc~E40C5A96DC0534CA4A2F1699CD92A9AD2~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J&uuml;rgen Karl:<\/strong> So eine kleine Ironie hat der Beitrag schon. Waren es nicht gerade die gro&szlig;en Zeitungsverlage, die wesentlich darauf gedr&auml;ngt haben, das die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender ihre Beitr&auml;ge im Netz nach einer begrenzten Zeit wieder l&ouml;schen m&uuml;ssen?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. 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