{"id":62274,"date":"2020-06-24T08:30:21","date_gmt":"2020-06-24T06:30:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274"},"modified":"2020-06-24T08:30:21","modified_gmt":"2020-06-24T06:30:21","slug":"hinweise-des-tages-3637","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WM\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h01\">Wirecard<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h02\">Stuttgart<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h03\">Corona in deutschen Schlachth&ouml;fen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h04\">Zwischen Frankreich und England wird die Known Traveller Total&uuml;berwachungsfantasie Wirklichkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h05\">Bund zahlt 11,5 Milliarden Euro &ndash; Wohin flie&szlig;t das Geld f&uuml;r leere Klinikbetten?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h06\">Zahlen, bitte!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h07\">Die Ruhe vor dem Sturm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h08\">&ldquo;Europ&auml;ische Unternehmen sch&uuml;tzen&rdquo;: Appell gegen US-Sanktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h09\">Berlins Abschied vom Klimaschutz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h10\">Lobbyw&uuml;nsche statt Wissenschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h11\">Neue Erkenntnisse im Verteidigungsausschuss: KSK der Bundeswehr aufl&ouml;sen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h12\">Die Gestaltungskraft der EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h13\">USA: Sanktionen gegen Staaten, die &Auml;rzte aus Kuba einstellen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h14\">Syrien droht wegen &laquo;Caesar Act&raquo;-Sanktionen der freie Fall<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h15\">Entscheidung in London: Wer bekommt beschlagnahmte Milliarden aus Venezuela?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h16\">Jetzt verstehen sie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h17\">Realistische Idealistin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h18\">CDU dominiert die Corona-Berichterstattung in den Leitmedien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62274#h19\">Honorare freier LokaljournalistInnen: Nur ein Taschengeld<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Wirecard<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&ldquo;Nicht effektiv genug, um so etwas zu verhindern&rdquo;<\/strong><br>\nDer Skandal um mutma&szlig;lich erfundene Ums&auml;tze und Profite des Wirecard-Konzerns ist auch ein Debakel f&uuml;r die Finanzaufsicht und legt ein Kontrollversagen offen.<br>\n(&hellip;) Der Skandal um mutma&szlig;lich erfundene Ums&auml;tze und Profite des Wirecard-Konzerns ist auch ein Debakel f&uuml;r die Finanzaufsicht und legt ein Kontrollversagen offen, das sich wohl h&auml;tte vermeiden lassen. Davon zeugt nicht zuletzt die Reaktion von Bafin-Pr&auml;sident Felix Hufeld am Montag in Frankfurt, wonach die Aufsicht &ldquo;nicht effektiv genug&rdquo; gewesen sei, &ldquo;um so etwas zu verhindern&rdquo;. Dass sie also nicht genau hingeschaut hat bei einem Konzern, der m&ouml;glicherweise jahrelang Investoren und Banken, seine Wirtschaftspr&uuml;fer und die &Ouml;ffentlichkeit genauso get&auml;uscht hat wie gute Teile der eigenen Belegschaft.<br>\nJahrelang hatten es Wirtschaftspr&uuml;fer von EY und auch die Bafin mit all ihren Mitteln offenbar vers&auml;umt, Wirecard genau genug auf die Finger zu schauen. Dabei gab es die ersten Hinweise auf Tricksereien bereits im Jahr 2015&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/bankenaufsicht-nicht-effektiv-genug-um-so-etwas-zu-verhindern-1.4943962\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Siehe dazu auch: <a href=\"https:\/\/www.fabio-de-masi.de\/de\/article\/2625.ungereimtheiten-bei-wirecard.html\">Fabio de Masi: Ungereimtheiten bei Wirecard<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>N&auml;here Einzelheiten zur Wirecard-Aff&auml;re finden Sie auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62251#h03\">in den Hinweisen des Tages von gestern<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wirecard-Betrug<\/strong><br>\nKurz-Berater Markus Braun wegen illegaler Finanzgesch&auml;fte festgenommen<br>\nDer Kurz-Berater und ehemaliger Chef der Wirecard AG Markus Braun wurde wegen Betrugsvorw&uuml;rfen in Deutschland festgenommen. Der Wirecard AG wird vorgeworfen massiv ihre Bilanzen frisiert haben und in illegale Finanzgesch&auml;fte verwickelt zu sein. Vorw&uuml;rfe in dieser Richtung bestehen schon seit &uuml;ber einem Jahr. Brauner ist ein enger Berater von Bundeskanzler Sebastian Kurz und sitzt auch in dessen Experten-Gremium Think Austria. Der &Ouml;VP hat er im Wahlkampf 70.000 Euro gespendet.<br>\nGegen den Kurz-Vertrauten Markus Braun wird in seiner Rolle als Chef der Wirecard AG wegen Bilanzf&auml;lschung und der Marktmanipulation ermittelt. Am Montagabend hat er sich den Strafverfolgern in M&uuml;nchen gestellt. Die Wirecard AG soll seit Jahren ihre Zahlen f&auml;lschen, um bessere Ergebnisse am Markt zu erzielen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kontrast.at\/wirecard-markus-braun-oevp-kurz-berater-festgenommen\/\">kontrast at<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Stuttgart<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Der schw&auml;bische Riot<\/strong><br>\nDie einen schreien jetzt, wie vorher auch schon, nach dem &bdquo;starken Mann&ldquo; und starker Polizei. Wir, wie vorher auch schon, nach starkem Widerstand gegen den Kapitalismus&hellip;<br>\nNun ist sie also gekommen: Die Welt nach Stuttgart. Junge Leute die revoltieren, weil die Polizei sie kontrollieren will. Das kennt man aus den Vororten von Paris, London oder Stockholm, aus den USA oder sonstigen Ghetto- oder Slum-Landschaften, die keine gro&szlig;en &ndash; und in der Regel auch wenig kleine &ndash; Perspektiven bieten. Mit kaputten Autos, Fensterscheiben und Gesch&auml;ftspl&auml;nen. Und jetzt eben auch in der Neckar-Metropole, wo die Autoindustrie auch schon lange nicht mehr das ist, was sie einmal war. Die Reaktionen darauf kennt man aber ebenfalls: Wie die Trump- und Bolsonaro-Fans dieser Welt schreien auch ihre schw&auml;bischen Gesinnungsfreunde nach Polizeistaat, Toten und Diktatur und kotzen, ohne n&auml;here Fakten zu kennen, schon mal ihren Rassismus aus. Dieweil das liberale und staatstragende B&uuml;rgertum Reaktionen zwischen Entsetzen und Emp&ouml;rung, mit Vorliebe entsetzter Emp&ouml;rung an den Tag legt und sich beeilt, der Polizei ihre Wertsch&auml;tzung zu versichern und ihr den n&auml;chsten Freibrief in Aussicht zu stellen. Ganz wie einst in den 60er Jahren, als in der Berliner Waldb&uuml;hne bei einem Rolling Stones-Konzert das Mobiliar kaputt ging. Noch nicht einmal die Frage wird gestellt, ob es sich vielleicht um eine &bdquo;anlasslose Kontrolle&ldquo; handelte, das typischste Beispiel des Weges zum Polizeistaat. Nicht &uuml;berraschend bei einem B&uuml;rgertum, das aus Anlass von Bundeswehr-Bomben auf afghanische Hochzeitsfeiern keine entsetzte Emp&ouml;rung zeigt, sondern die n&auml;chste &ldquo;humanit&auml;re&rdquo; Kriegsmission debattiert. Wenn jetzt vermutlich die gro&szlig;e Debatte von Kommentatoren und uns&auml;glichen Fernseh-ModeratorInnen dar&uuml;ber beginnt, was &bdquo;aus Stuttgart&ldquo; zu lernen sei, dann ist das: Die falsche Frage. Die richtige w&auml;re die grunds&auml;tzliche: Was wir aus Ausbeutung, Repression, Perspektivlosigkeit und permanenter Dem&uuml;tigung lernen m&uuml;ssen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/interventionen\/grundrechte\/grundrechte-all\/polizeistaat\/der-schwaebische-riot-die-einen-schreien-jetzt-wie-vorher-auch-schon-nach-dem-starken-mann-und-starker-polizei-wir-wie-vorher-auch-schon-nach-starkem-widerstand-gegen-den-kapit\/\">Labournet<\/a><\/li>\n<li><strong>Der Soziologe Prof. Wilhelm Heitmeyer f&uuml;hrt die Eskalation in Stuttgart auf einen Mix widriger Faktoren zur&uuml;ck.<\/strong><br>\nNeben dem Feindbild Polizei und einem empfundenen Opferstatus der Angreifer spielten auch soziale Medien eine wichtige Rolle.<br>\nWer sich mit Gewalt br&uuml;sten wolle, k&ouml;nne dies im Netz besonders leicht tun.<br>\n(&hellip;) Herr Heitmeyer, wie lassen sich spontane Gewaltausbr&uuml;che wie in Stuttgart erkl&auml;ren?<br>\nIch kann die Ereignisse in Stuttgart im Einzelnen nicht beurteilen. Dazu wissen wir zu wenig. Als Wissenschaftler kann man eine Analysefolie anbieten aus der &ldquo;Riot&rdquo;-Forschung, die sich mit Aufruhr besch&auml;ftigt. Aus meiner Sicht spielen sechs Faktoren zusammen, um die Mechanismen und Eskalationen zu begreifen.<br>\nWelche Faktoren sind das?<br>\nErstens muss ein emotional ausbeutbares Signalereignis vorhanden sein, um die Eskalation in Gang zu bringen, wie etwa eine Drogenkontrolle. Daraus entstehen schnell Solidarisierungseffekte, sodass sich die amorphe Masse zu Gruppen verdichtet. Zweitens m&uuml;ssen Feindbilder vorhanden sein, in diesem Fall die Polizei als Repr&auml;sentantin eines verhassten Kontrollstaates. Drittens h&auml;ngt es auch von der Polizei ab, ob sie auf ein inoffizielles Gro&szlig;ereignis unter Alkoholbedingungen und Corona-Beschr&auml;nkungen eingestellt ist.<br>\nWas ist mit den jungen Menschen?<br>\nDa spielt &ndash; viertens &ndash; die Opferrolle eine Rolle, die zur Selbsterm&auml;chtigung auch von Gewalt betr&auml;gt. Wichtig sind f&uuml;nftens die Mobilisierungseffekte &uuml;ber die neuen Medien, sodass schnell eine kritische Masse entsteht, auf die die Polizei h&auml;ufig nicht vorbereitet ist. Dann entstehen Kontrollverluste, die zur Ausbreitung der Gewalt genutzt werden. Sechstens sind es die sozialen Medien und auch die sonstigen Medien, die Gewalt dann zu einem &ldquo;Erfolgserlebnis&rdquo; f&uuml;r die Beteiligten machen. Denn Gewalt ist f&uuml;r manche Akteure eine Anerkennungsquelle.<br>\n(&hellip;) Wird Stuttgart zum Politikum?<br>\nIch hoffe &ndash; und bin auch zuversichtlich &ndash;, dass sich die Polizei in Stuttgart nicht politisch instrumentalisieren l&auml;sst etwa von der Fraktionsvorsitzenden der AfD, Alice Weidel, die die Gewalt ganz schnell verdachtsstark und kenntnisarm der &ldquo;Antifa&rdquo; und &ldquo;Migrantifa&rdquo; zurechnet. Notwendig sind Aufkl&auml;rungen der Sachverhalte und der Mechanismen der Eskalation.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/forscher-zu-randale-in-stuttgart-gewalt-um-der-gewalt-willen-LETYCUZ7AVFXXBOSADAGD544W4.html\">RND<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Viele ziehen jetzt den Vergleich mit den Ereignissen von Dijon vorletzte Woche. Auch wenn der Anlass zu den Unruhen ein Anderer war, so d&uuml;rfte doch deren Instrumentalisierung durch interessierte Kreise in der Politik sowie die Diskussionen um das Verhalten und die Rolle der Polizei in Deutschland &auml;hnlich verlaufen wie in Frankreich. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62231\">Zu Dijon siehe hier<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Vandalische Gewalt<\/strong><br>\nDer Kapitalismus zerst&ouml;rt systematisch menschliche Bindungen, die das einzig wirksame Gegenmittel gegen Gewalt sind<br>\nvon G&ouml;tz Eisenberg<br>\nIn der Nacht zum 21.Juni 2020 zogen rund 500 junge M&auml;nner pl&uuml;ndernd und randalierend durch die Stuttgarter Innenstadt. Ausl&ouml;ser soll eine Drogenkontrolle der Polizei gewesen sein. Die S&uuml;ddeutsche Zeitung berichtet: &bdquo;Bei 40 Gesch&auml;ften wurden Schaufenster eingeschlagen, zw&ouml;lf Streifen- und Mannschaftswagen der Polizei besch&auml;digt. In neun L&auml;den kam es nach bisherigen Erkenntnissen zu Pl&uuml;nderungen. Etwa 20 Polizisten wurden bei den Ausschreitungen verletzt. Verantwortlich sind nach bisherigen Erkenntnissen junge M&auml;nner aus einem Milieu, das die Stadt als &sbquo;Party- und Eventszene&lsquo; beschreibt. Bislang wurden 24 Personen vorl&auml;ufig festgenommen, unter ihnen sieben Minderj&auml;hrige, zw&ouml;lf mit deutschem Pass, ausschlie&szlig;lich M&auml;nner. &sbquo;Gewalt ist m&auml;nnlich und betrunken&lsquo;, kommentierte dies Thomas Berger, Vizepr&auml;sident des Polizeipr&auml;sidiums Stuttgart.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.gew-ansbach.de\/data\/2020\/06\/Eisenberg_Vandalismus.pdf\">G&ouml;tz Eisenberg im GEW-AN Magazin<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Corona in deutschen Schlachth&ouml;fen!<\/strong><br>\nZust&auml;nde jetzt pl&ouml;tzlich ein Skandal! Und in den letzten Jahrzehnten war alles in Ordnung??<br>\n(&hellip;) Man kann also nicht sagen, da&szlig; interessierte B&uuml;rger und erst recht nicht Politiker nichts wu&szlig;ten &uuml;ber die Zust&auml;nde in der Fleischindustrie!<br>\nMan kann aber sagen, Politiker und Verantwortliche wollten nichts wissen! Die WerkvertragsarbeiterInnen waren f&uuml;r sie Schattenmenschen. Man wollte nicht wissen, da&szlig; in der Stadt Menschen wohnen, zu viert in einem Zimmer, mit 250 Euro pro Bett. Die bis zu 16 Stunden am Tag an sechs Tagen die Woche arbeiten mu&szlig;ten. Sklavenarbeiter in Deutschland, &bdquo;Wegwerfmenschen&ldquo; wie Pfarrer Kossen sie nennt. Das zur Kenntnis zu nehmen, st&ouml;rte den Seelenfrieden und den Status quo, in dem man sich eingerichtet hatte, gut Freund zu sein mit den Fleisch-Baronen. Verantwortung zu zeigen gegen&uuml;ber den Zust&auml;nden der Schlachtindustrie h&auml;tte gehei&szlig;en, sich seine Freunde zum Feind zu machen. Und f&uuml;r wen? F&uuml;r die Schattenmenschen und Wegwerfmenschen und die lieben Mitb&uuml;rger, die auf den Genu&szlig; der Billig-Steaks verzichten sollen?<br>\nJetzt, wo die Corona-Pandemie sich massenhaft in mehreren Gro&szlig;schlachtereien in NRW, Baden-W&uuml;rttemberg, Schleswig-Holstein und Bayern ausgebreitet hat, da st&uuml;rzen sich die deutschen Qualit&auml;tsmedien auf &bdquo;Experten&ldquo; aus den Initiativen f&uuml;r Interviews und stories!<br>\nWas ist das System T&ouml;nnies?<br>\nWarum bezeichnen die Initiativen ihren Kampf als einen gegen das &bdquo;System T&ouml;nnies&ldquo;? Wo es doch um Werkvertr&auml;ge und Subunternehmer geht? Und um die Bundesregierung und die Landesregierungen, um Parteien und Politiker, die dieses System nicht nur dulden, sondern auch f&ouml;rdern und beschirmen.<br>\nEs geht in dem Kampf um mehr als Clemens T&ouml;nnies und die Firma T&ouml;nnies. T&ouml;nnies und alle anderen Gro&szlig;schlachtereien sind &bdquo;nur&ldquo; Nutznie&szlig;er der Werkvertragsm&ouml;glichkeit. Es ist erfreulich, wenn Vertreter von DGB-Gewerkschaften jetzt radikalere T&ouml;ne anschlagen und die Abschaffung des Werkvertragssystems fordern. Bisher argumentierten sie immer mit den Begriffen Mi&szlig;brauch und Gestaltung. Hoffentlich schlie&szlig;t sich auch die IGM in Sachen Leiharbeit an und fordert Abschaffung statt Gestaltung!&hellip;<br>\n(&hellip;) Ein Selbst&auml;ndiger (!), arbeitend zum Mindestlohn oder darunter, hausend im Mehrbett-Zimmer. Diese seltsame Art von Selbst&auml;ndigkeit ist noch keinem Politiker aufgefallen? Und Werkvertr&auml;ge, die praktisch die gesamte Produktion abdecken, sind die den verantwortlichen Politikern auch noch nicht aufgefallen? Als Selbst&auml;ndige haben sie ja keine Rechte nach dem Betriebsverfassungsgesetz oder laut Mitbestimmung, kein Tarifrecht gilt f&uuml;r sie. Und an dem Ganzen tr&auml;gt der Konzern keine Verantwortung &ndash; bei Kritik verweist er auf die Subunternehmen.<br>\nFalls es um Schuldige geht f&uuml;r das Werkvertragssystem: Die Gro&szlig;schlachtereien sind &bdquo;nur&ldquo; die Nutznie&szlig;er. Schuldig sind die Parteien und Politiker, die von dem System wissen, es dulden und manchmal auch davon profitieren. Sie dulden es deswegen, weil damit der &bdquo;Standort Deutschland &bdquo;gest&auml;rkt wird. Deutschland ist zum Fleischparadies Europas geworden. Und zum Exportland&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gewerkschaftsforum.de\/corona-in-deutschen-schlachthoefen-zustaende-jetzt-ploetzlich-ein-skandal-und-in-den-letzten-jahrzehnten-war-alles-in-ordnung\/#more-8607\">Gewerkschaftsforum<\/a>\n<p><strong>Dazu: Handlungsunf&auml;hige &bdquo;Demokratie&ldquo;<\/strong><br>\nDemokratie wird auch mit &bdquo;Herrschaft des Volkes&ldquo; &uuml;bersetzt. Das ist eher ein Witz. Das &bdquo;repr&auml;sentative&ldquo; System in der Bundesrepublik ist mehr und mehr handlungsunf&auml;hig. Drei Beispiele:<\/p>\n<ol>\n<li>Die Werkvertr&auml;ge in der Fleischindustrie, die zu brutaler Ausbeutung von Arbeitsmigranten f&uuml;hren, gibt&rsquo;s schon lange. Der Schweinebaron T&ouml;nnies spendet an die CDU. Passiert ist viele Jahre nichts. Reiner Zufall? Und vieles spricht daf&uuml;r, dass das politische Emp&ouml;rungs-Geschw&auml;tz bald wieder verebbt.<\/li>\n<li>Seit vielen Jahren wissen wir, dass Millionen Rentnern Altersarmut droht. Die Mehrheit des Bundestags, 70 Prozent Akademiker, juckt das nicht. Wir br&auml;uchten nur das &ouml;sterreichische Gesetz abzuschreiben, wo ein Durchschnitts-Rentner im Monat 800 Euro mehr hat.<\/li>\n<li>Die die Demokratie aushebelnde Ungleichheit bei Einkommen und Verm&ouml;gen w&auml;chst seit Jahrzehnten. Der Bundestag hat nichts dagegen getan, sondern die Reichen mit Steuergeschenken &uuml;berh&auml;uft. Die neoliberalen Parteien einschlie&szlig;lich der AfD sind gegen Verm&ouml;gens- und Erbschaftssteuern. In der Corona-Pandemie w&auml;chst das Verm&ouml;gen der Milliard&auml;re. Der Gipfel des Skandals: Das Verm&ouml;gen des Milliard&auml;rs Jeff Bezos ist in sechs Monaten von 115 auf 150 Milliarden also um 35 Milliarden Dollar gewachsen (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62192#h06\">siehe Nachdenkseiten<\/a>).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wir leben in einem Schweinesystem. Wie lang soll das noch weitergehen? Wir brauchen, wie in der griechischen Demokratie, eine dritte Kammer, in der durch Los ausgew&auml;hlte B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger Mitsprache im Gesetzgebungsverfahren haben. So k&ouml;nnen wir die Mauer aus wirtschaftlicher Abh&auml;ngigkeit und politischer Unt&auml;tigkeit vielleicht durchbrechen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/3151400654921380\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Zwischen Frankreich und England wird die Known Traveller Total&uuml;berwachungsfantasie Wirklichkeit<\/strong><br>\nSp&auml;testens in neun Monaten soll es soweit sein, dass die totalit&auml;re &Uuml;berwachungsfantasie des Weltwirtschaftsforums und der US Homeland Security mit dem Namen Known Traveller Digital Identity im Zugverkehr zwischen London und dem Kontinent Wirklichkeit wird.<br>\nIn der St. Pancras International Station soll es ab M&auml;rz f&uuml;r Leute mit Ich-hab-doch-nichts-zu-verbergen-Attit&uuml;de ganz schnell gehen, mit der Grenz- und Ticketkontrolle. Man muss nur einmal vorab ein geeignetes Portr&auml;tfoto und eine Kopie des Ausweisdokuments auf einen Regierungsserver hochladen. Dann kann man, anstatt sich in eine Schlange zu stellen, einen kameragespickten &ldquo;biometrischen Korridor&rdquo; entlanggehen, ohne ein Dokument vorzeigen zu m&uuml;ssen. Pass und Ticket werden dann erst am Zielort gebraucht&hellip;<br>\n(&hellip;) London ist ohnehin ein Vorbild bei der Nutzung von Vorw&auml;nden zur Umsetzung einer immer l&uuml;ckenloseren automatisierten &Uuml;berwachung der Bev&ouml;lkerung. Gro&szlig;britannien geh&ouml;rt mit China zu den L&auml;ndern mit der h&ouml;chsten &Uuml;berwachungskamera-Dichte bezogen auf die Bev&ouml;lkerung&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/die-regenten-der-welt\/eurostar-gesichtserkennung\/\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.W.:<\/strong> Vor einigen Tagen noch als &ldquo;Verschw&ouml;rungstheorie&rdquo; gebrandmarkt, nun gibt es bereits fertige Konzepte auf Grundlage der Pl&auml;ne vom Davoser Weltwirtschaftsforum und der US Homeland Security zun&auml;chst beim Eurotunnel. Es ist zu bef&uuml;rchten, dass uns in naher Zukunft an vielen Stellen der angebliche Vorzug vollautomatischer \/ technischer L&ouml;sungen unter dem Deckmantel der Seuchenbek&auml;mpfung ohne physischen Kontakt &ldquo;verkauft&rdquo; und &ldquo;schmackhaft&rdquo; gemacht werden soll. Wie Norbert Haering schon schrieb, wird es zun&auml;chst als &ldquo;freiwillig&rdquo; verkauft und bei der n&auml;chsten Gelegenheit dann zur &ldquo;Pflicht&rdquo;, alles andere w&auml;re ja &ldquo;unsozial&rdquo; und eine Bedrohung f&uuml;r die Gesundheit der Mitmenschen. Dieses Thema ID2020 und Known-Traveller-L&ouml;sung sollte viel konsequenter beleuchtet und kritisch von der Bev&ouml;lkerung begleitet werden, aber die ist analog zu Naomi Kleins Schock-Strategie ja mit Corona besch&auml;ftigt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bund zahlt 11,5 Milliarden Euro &ndash; Wohin flie&szlig;t das Geld f&uuml;r leere Klinikbetten?<\/strong><br>\nBis zu 11,5 Milliarden Euro bekommen Krankenh&auml;user, weil sie Betten f&uuml;r Corona-Patienten freigehalten haben. Da fehlt Transparenz, sagen Kritiker.<br>\nKritik gab es schon fr&uuml;hzeitig: Als sich Bundesregierung, Kassenverb&auml;nde und Kliniken in der zweiten M&auml;rzh&auml;lfte geeinigt hatten, die Krankenh&auml;user durch Zusatzentgelte und eine Vorhaltepauschale f&uuml;r jedes frei gehaltene Bett stark zu machen f&uuml;r die Bew&auml;ltigung der erwarteten Welle von Corona-Patienten, regte sich Widerstand.<br>\nDie Regelung sei zu pauschal, hie&szlig; es. Die auf Druck der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) vereinbarten 560 Euro f&uuml;r jedes im Vergleich zu den Belegungszahlen von 2019 frei gehaltene Bett werde zu teuren Mitnahmeeffekten f&uuml;hren, warnten etwa die Gr&uuml;nen. Ab dem 1. Juli wird die Pauschale nun gestaffelt &ndash; je nach ihrem Case-Mix erhalten die Kliniken seither zwischen 360 und 760 Euro pro Bett.<br>\nRund 2,5 Milliarden Euro sollte die Bettenpr&auml;mie zun&auml;chst kosten. Tats&auml;chlich hat das Bundesamt f&uuml;r Soziale Sicherung bereits bis 15. Juni den f&uuml;r die Verteilung zust&auml;ndigen Bundesl&auml;ndern 5,33 Milliarden Euro &uuml;berwiesen. Dazu kommen 520 Millionen Euro f&uuml;r zus&auml;tzliche Intensivbetten. Bis Ende September, wenn die Regelung ausl&auml;uft, k&ouml;nnten daraus 11,5 Milliarden Euro werden. Grund genug, genau hinzusehen, wo das Geld am Ende gelandet ist, sollte man meinen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/bund-zahlt-11-5-milliarden-euro-wohin-fliesst-das-geld-fuer-leere-klinikbetten\/25939296.html?fbclid=IwAR2fqqMcmdmqxyDQ1jM0CA9m24WsoMqb6p3FmQjOwhFZggN1fbN-VExGfSY&amp;utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> In der Praxis f&uuml;hrten die Vorhaltepauschalen &uuml;brigens in einigen renditeorientierten H&auml;usern dazu, dass Verdachtsf&auml;lle, bei denen noch kein positives Ergebnis vorliegt, erst mal auf die Normalstation in ein Mehrbettzimmer gelegt worden. So konnte man f&uuml;r die Zeit, bis das Laborergebnis vorliegt (bei kleinen H&auml;usern ohne eigenes Labor ein bis drei Tage) doppelt kassieren &ndash; Infektionen von anderen Patienten und dem Pflegepersonal wurden dabei billigend in Kauf genommen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Zahlen, bitte!<\/strong><br>\nDie Krise wird teuer, und im Gegensatz zur Wirtschafts- und Finanzkrise 2008\/09 sollten die Arbeitnehmer*innen diesmal auf getrennte Rechnung bestehen&hellip;<br>\nEs geht abw&auml;rts<br>\n(&hellip;) F&uuml;r den Bundeshaushalt ergeben sich damit zwei Probleme: Auf der einen Seite muss Geld f&uuml;r Kurzarbeit, h&ouml;here Arbeitslosigkeit und Konjunkturpakete in die Hand genommen werden. Auf der anderen Seite bedeuten h&ouml;here Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit f&uuml;r den Staat Einnahmenverluste &ndash; das Aufkommen aus der Lohnsteuer und den Sozialversicherungsbeitr&auml;gen sinkt genauso wie das aus der Umsatzsteuer. Hier r&auml;cht sich, dass der Staatshaushalt so stark auf die Beitr&auml;ge von Arbeitnehmer*innen und Konsument*innen angewiesen ist&hellip;<br>\n(&hellip;) Wo ist das Geld?<br>\nDie sogenannten automatischen Stabilisatoren &ndash; Arbeitslosengeld (das erh&ouml;ht werden sollte) und Kurzarbeit &ndash; sorgen daf&uuml;r, dass die Konsumnachfrage, der Wirtschaftsmotor, nicht komplett einbricht. Konjunkturma&szlig;nahmen bringen wieder Schwung in die Unternehmen. Harte Einschnitte in den Sozialstaat m&uuml;ssen zudem &ndash; nicht nur in einer Krise &ndash; verhindert werden. Ohne zus&auml;tzliche Einnahmen wird sich das nicht ausgehen. Wer kann also noch einen Beitrag leisten? Die Arbeitnehmer*innen sind es in den Zeiten von Rekord-Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit einmal nicht. Aber es gibt ja noch die Verm&ouml;genden&hellip;<br>\n(&hellip;) Zur Finanzierung der Krise bedarf es aber kurzfristiger, befristeter Ma&szlig;nahmen.<br>\nBefristete Verm&ouml;gensabgabe<br>\nNach der H&ouml;he gestaffelt sollen Verm&ouml;gen einen Beitrag leisten: zwei Prozent &uuml;ber zehn Millionen Euro, drei Prozent &uuml;ber 100 Millionen Euro und vier Prozent &uuml;ber einer Milliarde Euro. Pro Jahr br&auml;chten diese Ma&szlig;nahmen sieben Milliarden Euro, betroffen w&auml;re lediglich das oberste Prozent der reichsten Haushalte.<br>\nErh&ouml;hung der Kapitalertragsteuer auf Dividenden<br>\nIm Jahr 2019 wurde eine Rekordsumme an Dividenden ausgesch&uuml;ttet. In der Krise belasten Dividendenaussch&uuml;ttungen einerseits die Liquidit&auml;t der Unternehmen. Andererseits sind sie bei Konzernen schwer zu vertreten, wenn diese gleichzeitig das Corona-Kurzarbeitsmodell oder andere Unterst&uuml;tzungsleistungen in Anspruch nehmen. Eine Anhebung der Kapitalertragsteuer auf Dividenden von 27,5 Prozent auf 35 Prozent bringt 600 Millionen Euro pro Jahr<br>\nAnhebung des Spitzensteuersatzes<br>\nIm Durchschnitt verdienten ATX-Vorst&auml;nde im Jahr 2019 das 57-Fache des Medianeinkommens. Der Spitzensteuersatz in &Ouml;sterreich betr&auml;gt 55 Prozent ab einem Jahreseinkommen von mehr als einer Million Euro. Eine Erh&ouml;hung auf 75 Prozent bringt 80 Millionen Euro im Jahr von etwa 300 betroffenen Spitzenverdiener*innen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.arbeit-wirtschaft.at\/zahlen-bitte\/#\">Arbeit &amp; Wirtschaft<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Ruhe vor dem Sturm<\/strong><br>\nDie Lockdowns enden, die Zentralbanken pumpen Geld in die Wirtschaft und die Aktienm&auml;rkte erholen sich. Das hei&szlig;t aber nicht, dass die Wirtschaft auf dem Weg der Besserung ist &ndash; im Gegenteil.<br>\nDie Aktienm&auml;rkte haben sich in den letzten Wochen &uuml;berall auf der Welt erholt. Das ist nicht zuletzt auf die beispiellosen Ma&szlig;nahmen der weltgr&ouml;&szlig;ten Zentralbanken zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. In den USA hat der Aktienindex S&amp;P 500 nun wieder den Stand vom Jahresanfang erreicht. Zusammen mit den derzeit vielerorts stattfindenden Lockerungen der Corona-Schutzvorkehrungen sorgt das bei Marktbeobachterinnen und -beobachtern f&uuml;r Optimismus. Doch leider sind die Aussichten nicht ganz so rosig, wie es scheint&hellip;<br>\n(&hellip;) Die US-Regierung demonstriert damit ihre Bereitschaft, die Schulden von Haushalten, Unternehmen und Staaten aufzukaufen, um Insolvenzen zu verhindern und die Preise von Verm&ouml;genswerten zu erh&ouml;hen.<br>\nEinerseits macht das den Eindruck einer begr&uuml;&szlig;enswerten kurzfristigen Ma&szlig;nahme&hellip; Allerdings bedeutet dieses Vorgehen einen tiefgreifenden Wandel im Wesen des modernen Kapitalismus. Der Staat gibt damit den Unternehmen zu verstehen, dass sie, egal wie viele Schulden sie w&auml;hrend eines Wirtschaftsaufschwungs aufnehmen &ndash; und egal, zu welchem Zweck sie das tun &ndash; von ihm freigekauft werden, wenn dann der Abschwung kommt.<br>\nDie Implikationen dieser Botschaft &ndash; die auch von vielen anderen Zentralbanken auf der ganzen Welt ausgegeben wird &ndash; sind weitreichend. W&auml;hrend die Gewinne in privater Hand verbleiben, werden die Risiken der Unternehmensf&uuml;hrung sozialisiert.<br>\nDie Erkenntnis, dass die Zentralbanken fast alles zu tun bereit sind, um ihre einheimischen Unternehmen aufzufangen und Privatverm&ouml;gen zu sch&uuml;tzen, hat die Erholung der Aktienm&auml;rkte angetrieben.<br>\nW&auml;hrenddessen wurden die gew&ouml;hnlichen Verbraucherinnen und Verbraucher &ndash; und ebenso viele kleine Unternehmen &ndash; im Regen stehen gelassen.<br>\n(&hellip;) Es sind zwar auch kleinen Unternehmen Zusch&uuml;sse und Darlehen gew&auml;hrt worden &ndash; diese werden aber erstens nicht ewig halten und sind zweitens ohnehin nicht mehr als ein kleines Pflaster auf einem viel tieferen strukturellen Problem: der massiven Zunahme der Unternehmensverschuldung, die in den letzten zw&ouml;lf Jahren in vielen Teilen der Welt stattgefunden hat.<br>\n(&hellip;) Die Bombe, die heute zu explodieren droht, ist nicht die Hypothekenschuld, sondern die Unternehmensverschuldung. Selbst die Federal Reserve wird die Weltwirtschaft nicht vor dem Zusammenbruch retten k&ouml;nnen, wenn ein erheblicher Teil der Unternehmen in den USA &ndash; und, in der Tat, der ganzen Welt &ndash; auf einmal ausf&auml;llt. Aber das bedeutet nicht, dass sie es nicht trotzdem versuchen wird.<br>\nWenn die Corona-Krise endlich zu Ende geht &ndash; was allerdings erst in neun bis zw&ouml;lf Monaten der Fall sein d&uuml;rfte &ndash; werden die Staaten wahrscheinlich einen betr&auml;chtlichen Teil der Verm&ouml;genswerte ihrer Volkswirtschaften besitzen. Dann werden sie vor der Frage stehen, was sie mit dieser Macht anfangen sollen: Werden sie sie daf&uuml;r nutzen, den Status quo wieder zusammenzuflicken &ndash; oder daf&uuml;r, eine gerechtere, widerstandsf&auml;higere und nachhaltigere Wirtschaft aufzubauen?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/wirtschaft-krise-rezession-corona-pandemie-fed-arbeitslosigkeit\/\">Jacobin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&ldquo;Europ&auml;ische Unternehmen sch&uuml;tzen&rdquo;: Appell gegen US-Sanktionen<\/strong><br>\nDeutsche Wissenschaftler und K&uuml;nstler pl&auml;dieren vor deutscher Ratspr&auml;sidentschaft f&uuml;r eine Initiative gegen die Kuba-Blockade<br>\nWenige Tage vor Beginn der deutschen EU-Ratspr&auml;sidentschaft haben rund 60 Pers&ouml;nlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft an die Bundesregierung pl&auml;diert, sich f&uuml;r ein Ende der US-Sanktionen gegen Kuba einzusetzen.<br>\nInitiiert wurde der Aufruf von deutschen Kulturvertretern in Kuba. Zu den Unterzeichnern des Textes, der Telepolis vorab vorlag, geh&ouml;ren unter anderem der Regisseur Fatih Akin, der Dirigent Wolfgang Bozic, der US-Linguist Noam Chomsky, die ehemalige Justizministerin Herta D&auml;ubler-Gmelin sowie die Musiker Jan Delay und Konstantin Wecker. Zuerst hatte das deutsche Lateinamerika-Portal amerika21 &uuml;ber die Initiative berichtet. Der Aufruf ist am heutigen Dienstag auf der Onlineplattform change.org erschienen.<br>\n&ldquo;Wir sind eine Gruppe Deutscher, die im Kultur- und Wissenschaftsbereich in Kuba t&auml;tig sind, und seit Jahren mit ansehen m&uuml;ssen, wie das US-Embargo die Lebensbedingungen der Menschen hier st&auml;ndig verschlechtert&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Aufruf.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Europaeische-Unternehmen-schuetzen-Appell-gegen-US-Sanktionen-4793173.html\">Harald Neuber auf Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Berlins Abschied vom Klimaschutz<\/strong><br>\nLangsam wird es ernst. Am gestrigen Dienstag hat der Wirtschaftsausschuss des Bundestages &uuml;ber den Kohleausstieg beraten. Was dort im Einzelnen herauskam, war bei Redaktionsschluss noch nicht klar, aber &Auml;nderungen am von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines &ldquo;Gesetzes zur Reduzierung und zur Beendigung der Kohleverstromung und zur &Auml;nderung weiterer Gesetze&rdquo; wird es wohl kaum gegeben haben. Am Freitag kommender Woche wird er dann im Bundestag abschlie&szlig;end beraten und mit gro&szlig;er Wahrscheinlichkeit angenommen&hellip;<br>\nDamit verabschiedet sich Deutschland implizit aber in aller Deutlichkeit von den in der Pariser Klima&uuml;bereinkunft vereinbarten Zielen. Die globale Erw&auml;rmung soll auf deutlich unter zwei Grad Celsius und nach M&ouml;glichkeit auf nicht mehr als 1,5 Grad Celsius gegen&uuml;ber dem vorindustriellen Niveau beschr&auml;nkt werden, hei&szlig;t es dort. Um dies zu erreichen, darf aber nur noch eine bestimmte Menge an Treibhausgasen emittiert werden&hellip;<br>\nDie oben genannten Emissionsziele bedeuten n&auml;mlich, dass nach den Vorstellungen der Bundesregierung allein der Energiesektor bis 2030 noch rund 2,5 Milliarden Tonnen Treibhausgase in die Luft blasen und dann noch nicht einmal aufh&ouml;ren wird. Damit k&ouml;nnte selbst das weniger ehrgeizige 1,75-Grad-Celsius-Ziel, bei dem zum Beispiel weltweit alle Korallenriffe in den tropischen Meeren absterben werden, nur noch eingehalten werden, wenn der Verkehr und die Geb&auml;udeheizungen, die Stahl-, Zement- sowie die Chemieindustrie als auch die Landwirtschaft ab morgen keine Treibhausgase mehr emittieren w&uuml;rden. Doch damit ist wohl eher nicht zu rechnen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Berlins-Abschied-vom-Klimaschutz-4793387.html?seite=all\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>Dazu: Green Deal f&uuml;r Europa<\/strong><br>\nWir brauchen massive staatliche Investitionen, um den Klima-Kollaps zu verhindern<br>\nInterview mit &Ouml;konom Wildauer<br>\nDie EU-Kommission hat einen Plan pr&auml;sentiert, mit dem der Klima-Kollaps verhindert werden soll: Den Green Deal f&uuml;r Europa. &Ouml;konom Rafael Wildauer hat den Plan der Kommission zum Klimaschutz genauer angeschaut. Sein Fazit: Die Ma&szlig;nahmen werden nicht ausreichen. Die EU setzt viel zu stark auf private Gro&szlig;investoren &ndash; und deren Motivation zur Klimarettung ist fraglich. Es wird massive staatliche Investitionen brauchen, um den Klima-Kollaps zu verhindern.<br>\nDie EU-Kommission setzt bei ihrem Plan zur Gr&uuml;nen Wende stark auf private Investoren. In der Corona-Krise haben wir aber oft vom Einstieg des Staates etwa in Fluggesellschaften geh&ouml;rt, um den Klimaschutz auch in den Unternehmen vorantreiben zu k&ouml;nnen. Wie siehst du das Verh&auml;ltnis &ouml;ffentlich-privat?<br>\nSpeziell wenn wir &uuml;ber Investitionen reden, wird es beides brauchen. Das ist kein Entweder-Oder. Der springende Punkt ist, dass die EU in der jetzigen Ausgestaltung des Green Deals das notwendige Volumen an &ouml;ffentlichen Investitionen massiv untersch&auml;tzt&hellip;<br>\nWenn du heute an der Spitze der Europ&auml;ischen Kommission w&auml;rst, was w&auml;re deine ersten Ma&szlig;nahmen zum Klimaschutz?<br>\nDer erste Punkt ist, dass man auf Wissenschaftler und NGOS h&ouml;rt, die sagen, dass die aktuellen Zielsetzungen nicht ausreichen sind, um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen. Selbst die gesteigerte Ambition im Green Deal mit der Zielsetzung, die CO2-Emissionen 2030 um 50-55% zu reduzieren im Vergleich zu 1990. Das m&uuml;sste man wahrscheinlich auf 65% anheben, wenn man das 1,5-Grad-Ziel erreichen m&ouml;chte.<br>\nZweitens muss man die Investitions-Erfordernisse ernsthaft erheben. Dazu m&uuml;ssen die Mitgliedsl&auml;nder einbezogen werden. Man muss sich &uuml;berlegen, in welchen Sektoren wir welche Infrastruktur ben&ouml;tigen. Wann muss die verf&uuml;gbar sein und wie k&ouml;nnen wir sicherstellen, dass es diese dann auch gibt? Und es braucht auch die Bereitschaft, dass, wenn private Akteure nicht (schnell genug) handeln, entweder Regulierungen anzupassen oder als &ouml;ffentliche Hand t&auml;tig zu werden.<br>\nDrittens ist es auch besonders wichtig, die Verteilungskonsequenzen des &ouml;kologischen Umbaus nicht zu vergessen. Ich glaub, man wird nicht vermeiden k&ouml;nnen, CO2 h&ouml;her zu besteuern, und einfach effektive Anreize zu setzen, damit Unternehmen und Personen umsteigen. Das bedeutet aber auch, dass viele Menschen in eine Situation gezwungen werden, wo sie es sich eigentlich nicht leisten k&ouml;nnen, auf Alternativen umzusteigen. Da muss man aufpassen. In diesem Bereich braucht es F&ouml;rderungen, es braucht auch teilweise Transferleistungen um Leuten zu erm&ouml;glichen, ihre Wohnung zu heizen. Es kann nicht sein, dass wir aufgrund des Klimawandels Leuten sagen, dass sie ihre Wohnung nicht mehr heizen k&ouml;nnen. Auch um die politische Unterst&uuml;tzung f&uuml;r eine gr&uuml;ne Wende aufrechtzuerhalten. Das w&auml;ren die drei Priorit&auml;ten, die ich setzen w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kontrast.at\/eu-massnahmen-klimaschutz-rafael-wildauer\/\">kontrast at<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Lobbyw&uuml;nsche statt Wissenschaft<\/strong><br>\nKl&ouml;ckner-Ministerium nahm Einfluss auf Ampel-Studie<br>\nIm Streit um die N&auml;hrwertkennzeichnung von Lebensmitteln lie&szlig; das Ern&auml;hrungsministerium von Julia Kl&ouml;ckner offenbar eine wissenschaftliche Studie stark umschreiben, die dem Nutri-Score ein gutes Zeugnis ausstellt. W&auml;hrend Kl&ouml;ckner die Original-Version verheimlichte, pr&auml;sentierte sie der &Ouml;ffentlichkeit eine Studie ohne Empfehlung f&uuml;r den Nutri-Score. Einen eigenen Kennzeichnungs-Vorschlag lie&szlig; sie ausgerechnet auf Basis des Modells der Lebensmittelindustrie erstellen.<br>\n(&hellip;) Dass Julia Kl&ouml;ckner ihr Modell ausgerechnet auf Grundlage eines Vorschlags aus der Lebensmittellobby entwickeln lie&szlig;, ist ein skandal&ouml;ser Vorgang. Offenbar sind weder unabh&auml;ngige Forschung noch die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher, sondern die W&uuml;nsche der Industrie Ma&szlig;stab ihres politischen Handelns.<br>\nNachdem sich die Mehrheit bei einer Verbraucherbefragung f&uuml;r den Nutri-Score ausgesprochen hatte, k&uuml;ndigte Julia Kl&ouml;ckner im September 2019 an, in Deutschland die rechtlichen Voraussetzungen f&uuml;r die Einf&uuml;hrung des Nutri-Scores zu schaffen. Aktuell liegt eine entsprechende Verordnung zur Billigung bei der EU-Kommission in Br&uuml;ssel.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/aktuelle-nachrichten\/2020\/lobbywuensche-statt-wissenschaft-kloeckner-ministerium-nahm-einfluss-auf-ampel-studie\/?fbclid=IwAR2BZK3qemZKGp51QJ8hD_Li0t80_5YkO2VHa2p8k1OzaVQpbIVPYOa4dfM\">Foodwatch<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Neue Erkenntnisse im Verteidigungsausschuss: KSK der Bundeswehr aufl&ouml;sen!<\/strong><br>\nvon Tobias Pfl&uuml;ger<br>\nDas KSK ist nicht reformierbar. Die geheim agierende, kampforientierte, Elitetruppe&lsquo; zieht Rechte regelrecht an. Die Fehler beim KSK sind also systemischer Natur, die Einheit muss deshalb aufgel&ouml;st werden! Dass sich dort ein offensichtlich schwer durchschaubares, rechtes Netzwerk gebildet hat, ist auch das Ergebnis jahrelangen Wegsehens, mangelnder Transparenz und Fehlentscheidungen im Verteidigungsministerium.<br>\nDie Zeitr&auml;ume zwischen dem Bekanntwerden rechter Vorf&auml;lle beim KSK werden immer k&uuml;rzer. Nun hat ein Hauptmann die Zust&auml;nde dort in einem Brief an die Ministerin geschildert. Demzufolge ist insbesondere der Bereich der KSK-Ausbildung gepr&auml;gt von erzwungenem Kadavergehorsam und &uuml;ber das Bild der Inneren F&uuml;hrung weit hinausgehenden Methoden. Das KSK scheint an wichtigen Stellen durchsetzt von Angeh&ouml;rigen der rechten Szene. Wir fordern wie der Hauptmann eine externe Untersuchung der Vorg&auml;nge.<br>\nAm Ende wird es aber nicht gen&uuml;gen, einzelne neonazistische Akteure aus dem KSK zu entfernen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Der KSK-Hauptmann erw&auml;hnt in seinem Brief ein Geflecht direkt involvierter Firmen und Vereine von Lebensgef&auml;hrtinnen der KSKler. All das erinnert stark an den Verein Uniter, der Teil des rechtsterroristischen Hannibal-Netzwerks ist und paramilit&auml;rische Trainings durchf&uuml;hrte. Das zeigt, dass hier bei weitem noch nicht alles aufgekl&auml;rt ist.<br>\nJ&uuml;ngst wurde au&szlig;erdem bekannt, dass ein MAD-Mitarbeiter geheime Informationen zum Waffenlager von Philipp Sch. an einen KSK-Soldaten weitergab. Die Vorg&auml;nge erinnern sehr stark an einen Fall vor drei Jahren: Der MAD-Mitarbeiter Peter W. warnte damals mutma&szlig;lich den damals noch beim KSK aktiven Andr&eacute; S. (alias &bdquo;Hannibal&ldquo;) vor Razzien.<br>\nEine Reformierung ist unter diesen besorgniserregenden Zust&auml;nden nicht m&ouml;glich. Es macht kaum Sinn, f&uuml;r das KSK Ver&auml;nderungsvorschl&auml;ge vorzulegen. Das Kommando Spezialkr&auml;fte muss aufgel&ouml;st werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.imi-online.de\/2020\/06\/19\/neue-erkenntnisse-im-verteidigungsausschuss\/\">IMI<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Gestaltungskraft der EU<\/strong><br>\nBerlin ist mit dem Anspruch, als Mittler im Libyen-Krieg einen Waffenstillstand durchsetzen zu k&ouml;nnen, gescheitert.<br>\nBerlin\/Tripolis (Eigener Bericht) &ndash; Au&szlig;enminister Heiko Maas k&uuml;ndigt neue Schritte Berlins zur Beendigung des Kriegs in Libyen an und erkl&auml;rt die EU-Milit&auml;roperation &ldquo;Irini&rdquo; zum &ldquo;Beispiel der politischen Gestaltungskraft&rdquo; der Union. Hintergrund ist das bisherige Scheitern s&auml;mtlicher deutschen Bem&uuml;hungen um einen Waffenstillstand in dem nordafrikanischen Land. Es wiegt nicht zuletzt deshalb schwer, weil sich die Bundesregierung mit ihrer Libyen-Konferenz am 19. Januar vor den Augen der Welt&ouml;ffentlichkeit zum Mittler im Libyen-Krieg aufgeschwungen hat. Anstatt allerdings die Waffen schweigen zu lassen, haben die libyschen Kriegsparteien seither die K&auml;mpfe eskaliert; nach ersten Erfolgen der Milizen des ostlibyschen Warlords Khalifa Haftar konnten zuletzt die Truppen der &ldquo;Einheitsregierung&rdquo; in Tripolis einen milit&auml;rischen Umschwung erreichen und bis zu den strategisch wichtigen Orten Sirte und Al Jufra vorr&uuml;cken. Nun droht &Auml;gypten mit einem Einmarsch. Experten trauen allenfalls Russland und der T&uuml;rkei die Durchsetzung eines Waffenstillstands zu, nicht aber Berlin und der EU&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8314\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><strong>Dazu: T&uuml;rkei, Syrien und Libyen: Deutsche Doppelmoral<\/strong><br>\nDie T&uuml;rkei bleibt der wichtigste Partner Deutschlands, wenn es um Waffenlieferungen geht. Wie passt das zu den t&uuml;rkischen Offensiven in Syrien und Libyen &ndash; und zur Berliner Konferenz, auf der sich die Regierung f&uuml;r ein Waffenembargo ausgesprochen hat?<br>\nDie T&uuml;rkei hat im vergangenen Jahr Kriegswaffen f&uuml;r 344,6 Millionen Euro aus Deutschland erhalten und damit mehr als ein Drittel der gesamten deutschen Kriegswaffenexporte. Dies meldet die &ldquo;Tagesschau&rdquo;.<br>\nDie T&uuml;rkei war damit das zweite Jahr in Folge die Nummer eins unter den Empf&auml;ngerl&auml;ndern deutscher Kriegswaffen &ndash; trotz eines Exportstopps wegen des t&uuml;rkischen Vormarschs in Syrien.<br>\nWie ist das zu erkl&auml;ren? Nun, Deutschland liefert seitdem vermehrt Ware aus dem &ldquo;maritimen Bereich&rdquo;. Also Kriegsschiffe, die &ndash; was f&uuml;r ein Zufall &ndash; f&uuml;r den t&uuml;rkischen Einsatz in Libyen gebraucht werden!<br>\nNun k&ouml;nnte man einwenden, das habe Berlin ja nicht voraussehen k&ouml;nnen. In Libyen ist Sultan Erdogan ja noch nicht so lange milit&auml;risch aktiv. Doch es gibt da noch ein klitzekleines anderes Problem.<br>\nBei der Libyen-Konferenz in Berlin im Januar hat sich die Bundesregierung n&auml;mlich f&uuml;r ein Waffenembargo f&uuml;r das nordafrikanische Land und gegen die rivalisierenden Interventions-Truppen ausgesprochen.<br>\nAu&szlig;enminister Maas versprach sogar, sich pers&ouml;nlich um die Umsetzung des Embargos zu k&uuml;mmern. Doch in Wahrheit dr&uuml;ckt er beide Augen zu, wenn die T&uuml;rkei Waffen nach Libyen schafft.<br>\nDaran hat nicht einmal die neue EU-Marinemission &ldquo;Irini&rdquo; etwas ge&auml;ndert. W&auml;hrend sich Frankreich &uuml;ber den t&uuml;rkischen Bruch des Embargos emp&ouml;rt, schweigt Deutschland, als habe es mit all dem nichts zu tun.<br>\nDahinter steckt eine gef&auml;hrliche Doppelmoral. Einerseits tut man so, als wolle man keine Waffen in Kriegsgebiete liefern und bei der Befriedung Libyen helfen.<br>\nAndererseits l&auml;sst man die T&uuml;rkei gew&auml;hren &ndash; auch mit deutschen Waffen!<br>\nP.S. Deutsche Waffenschmieden wie Daimler und Rheinmetall r&uuml;sten in Libyen sowohl die T&uuml;rkei als auch deren Rivalen aus, berichtet der &ldquo;Stern&rdquo;. Wie glaubw&uuml;rdig ist da noch das Waffenembargo?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/tuerkei-syrien-und-libyen-deutsche-doppelmoral\/\">Lost in Europe<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>USA: Sanktionen gegen Staaten, die &Auml;rzte aus Kuba einstellen?<\/strong><br>\nWashington\/Havanna. Im US-Kongress haben republikanische Hardliner gegen Kuba eine Gesetzesvorlage eingereicht, mit der Druck auf L&auml;nder ausge&uuml;bt werden soll, die kubanisches Medizinpersonal besch&auml;ftigen. Der Entwurf stammt von den Senatoren Rick Scott (Florida), Marco Rubio (Forida) und Ted Cruz (Texas) und hat den Titel &ldquo;Dem kubanischen Regime Profite abschneiden&rdquo; (Cut Profits to the Cuban Regime Act).<br>\nScott erkl&auml;rte dazu: &ldquo;Kuba benutzt jetzt die Coronavirus-Pandemie, um auf Kosten dieser &Auml;rzte Gewinne zu erzielen&rdquo;. Und: &ldquo;Jedes Land das Kuba um medizinische Hilfe bittet, unterst&uuml;tzt den Menschenhandel&rdquo;.<br>\nDer Entwurf sieht vor, dass das US-Au&szlig;enministerium die Liste der L&auml;nder ver&ouml;ffentlicht, die kubanische medizinische Missionen beauftragen. Diese soll dann bei der Entscheidung &uuml;ber die Bewertung im Jahresbericht &uuml;ber den Menschenhandel verwendet werden. Die betreffenden Staaten sollen nur dann von Sanktionen verschont bleiben, wenn sie die Geh&auml;lter der Fachkr&auml;fte direkt bezahlen, die Vertr&auml;ge &ouml;ffentlich machen und keine zus&auml;tzlichen Zahlungen an Kuba f&uuml;r ihre Arbeit leisten.<br>\nDas Gesetzesprojekt ist die j&uuml;ngste in einer Reihe von Ma&szlig;nahmen im Kongress und seitens der US-Administration, die darauf gerichtet sind, die Gesundheitsmissionen Kubas auf globaler Ebene zu diskreditieren und letztlich auch der kubanischen Regierung die Mittel zu entziehen, die daraus stammen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2020\/06\/240957\/us-drohung-gegen-aerzteprogram-kubas\">Amerika 21<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Die Sanktionen des US-amerikanischen Regimes werden immer abstruser. Und was die drei Senatoren Scott, Rubio und Cruz anbelangt: rechts von ihnen stehen nur noch Augusto Pinochet und Adolf Hitler.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Syrien droht wegen &laquo;Caesar Act&raquo;-Sanktionen der freie Fall<\/strong><br>\nMit Strafma&szlig;nahmen wollen die USA das syrische Regime und seine Klienten treffen. Doch leiden wird wieder einmal die Bev&ouml;lkerung.<br>\nAm 17. Juni trat die erste Phase des &laquo;Caesar Syria Civilian Protection Act&raquo; in Kraft: Die Auswirkungen des neuen US-Sanktionspakets gegen Syrien sind jedoch bereits angekommen, und zwar nicht nur in Syrien selbst, sondern auch im Libanon. In beiden Staaten wird ein Wirtschaftskollaps bef&uuml;rchtet.<br>\nDas syrische Pfund verlor zuletzt derartig an Kaufkraft, dass selbst Grundnahrungsmittel f&uuml;r viele unleistbar wurden. Manche Gesch&auml;fte sperrten einfach zu, um Chaos und Entwertung zu entgehen. Am Schwarzmarkt stieg der Dollar bis auf 3500 syrische Pfund. Zum Vergleich: Vor dem Ausbruch des Konflikts 2011 waren es 45, zu Jahresbeginn 700.<br>\nSieben Forderungen<br>\nL&auml;ngst stehen Personen und Institutionen des syrischen Regimes unter Sanktionen; in Zukunft sollen Sekund&auml;rsanktionen jedoch auch alle treffen, die mit Syrien Gesch&auml;fte machen. Praktisch soll die syrische Wirtschaft abgew&uuml;rgt werden.<br>\nDer &laquo;Caesar Act&raquo; enth&auml;lt nicht die Forderung nach einem Abgang Assads oder auch nur dessen konstruktive Teilnahme an einem von der Uno gef&uuml;hrten politischen Prozess zur Neugestaltung des syrischen Systems. Stattdessen gibt es sieben eher vage Kriterien f&uuml;r eine Aufhebung, die den im Namen des Acts enthaltenen &laquo;Schutz der Zivilisten&raquo; abdecken sollen, etwa eine Aufarbeitung der Kriegsverbrechen. Ihre Erf&uuml;llung wird wohl nie bescheinigt werden, solange Assad an der Macht ist: Das eine schlie&szlig;t das andere aus&hellip;<br>\nF&uuml;r den Libanon wird das Abschneiden aller Energieimporte zum gro&szlig;en Problem werden, er ist auf die Elektrizit&auml;t aus Syrien angewiesen. Auch jeder Schmuggel zwischen Syrien und den Nachbarl&auml;ndern soll abgestellt werden. Zwar gibt es, wie in solchen Sanktionspaketen &uuml;blich, &laquo;humanit&auml;re&raquo; Ausnahmen; ob sie greifen, bleibt zu sehen. Medikamente sind bereits knapp&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Syrien-droht-wegen-Caesar-Act-Sanktionen-der-freie-Fall\">infosperber<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Entscheidung in London: Wer bekommt beschlagnahmte Milliarden aus Venezuela?<\/strong><br>\nDie Opposition um den selbsternannten &Uuml;bergangspr&auml;sidenten Juan Guaid&oacute; in Venezuela f&uuml;hrt offenbar Gespr&auml;che mit dem US-Justizministerium, um an beschlagnahmte Verm&ouml;genswerte der venezolanischen Regierung und von Funktion&auml;ren des s&uuml;damerikanischen Landes zu gelangen. Das best&auml;tigte der Vertreter Guaid&oacute;s in Washington, Carlos Vecchio. Zugleich wird voraussichtlich heute das High Court in London dar&uuml;ber beraten, ob Milliardengelder aus staatlichen Goldgesch&auml;ften Venezuelas der Maduro-Regierung oder dem Guaid&oacute;-Lager zustehen.<br>\nDie Regierung von US-Pr&auml;sident Donald Trump werde einen Fonds einrichten, damit das Geld aus den beschlagnahmten Verm&ouml;genswerten in den USA &ldquo;effektiv f&uuml;r die Venezolaner verwendet werden kann&rdquo;, so Vecchio in einem Interview mit dem spanischsprachigen US-Sender Univision&hellip;<br>\nDiese Gelder werden derzeit in einem Fonds des Justiz- und Finanzministeriums verwaltet. F&uuml;r Schlagzeilen sorgte aber nicht nur die Debatte um die Staats- und Privatverm&ouml;gen: Die Trump-Regierung hat laut Univisi&oacute;n auch 601 Millionen US-Dollar aus diesem Fonds abgezweigt, um den Bau der umstrittenen Mauer an der Grenze zu Mexiko zu finanzieren.<br>\nDie US-Regierung hatte 2019 Konten und Liegenschaften des venezolanischen Unternehmens Citgo konfisziert und der sogenannten &ldquo;legitimen Regierung&rdquo; Guaid&oacute;s &uuml;bergeben. Die Tochtergesellschaft des staatlichen &Ouml;lkonzerns PDVSA besitzt drei Raffinerieanlagen und ein Netz von Tankstellen in den USA, ihr Wert wird auf rund sieben Milliarden Dollar gesch&auml;tzt&hellip;<br>\nIm Kampf um das Verm&ouml;gen Venezuelas bahnt sich heute ein weiteres wichtiges Urteil an: Ein Richter des Londoner High Court wird dar&uuml;ber beraten, ob blockierte venezolanische Goldeinlangen bei der Bank of England im Wert von 1,7 Milliarden US-Dollar der Maduro-Regierung oder dem Guaid&oacute;-Lager zustehen. Das Londoner Urteil wird auch in Berlin mit Interesse verfolgt: Die Deutsche Bank schuldet Venezuela rund 120 Millionen US-Dollar aus einem Goldgesch&auml;ft. Die US-Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, das Kreditinstitut warte das Urteil von London ab, bevor es eine Entscheidung &uuml;ber diese Gelder treffe. Ein Urteil in London wird nach Aussage des Gerichts im August oder September erwartet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2020\/06\/240968\/venezuela-usa-milliarden-citgo-gold\">Amerika 21<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Jetzt verstehen sie<\/strong><br>\nUSA Angela Davis ist eine Veteranin der B&uuml;rgerrechtsbewegung. Sie hat schon als Kind an eine ver&auml;nderbare Welt geglaubt<br>\nWir schreiben das Jahr 1972, und Angela Davis wurde gerade gefragt, ob sie denn die Gewaltanwendung der Black Panthers guthei&szlig;e. Sie sitzt vor den himmelblau gestrichenen W&auml;nden einer Zelle in einem kalifornischen Gef&auml;ngnis, tr&auml;gt einen roten Rollkragenpullover, ihren charakteristischen Afro, h&auml;lt eine Zigarette zwischen den Fingern und blickt den schwedischen Journalisten vor ihr eindringlich an. Als w&uuml;rde sie durch ihn hindurchsehen, w&auml;hrend sie antwortet: &bdquo;Sie fragen mich, ob ich Gewalt billige? Das ergibt doch &uuml;berhaupt keinen Sinn. Ob ich Waffen guthei&szlig;e? Ich bin in Birmingham, Alabama, aufgewachsen. Einige sehr, sehr gute Freunde von mir wurden durch Bomben get&ouml;tet, die Rassisten gelegt hatten. Bereits aus meiner fr&uuml;hen Kindheit habe ich Erinnerungen daran, wie es sich anh&ouml;rte, wenn auf der anderen Stra&szlig;enseite ein Sprengsatz detonierte und das eigene Haus vor Ersch&uuml;tterung bebte. Deshalb finde ich es unglaublich, wenn mich jemand danach fragt, wie ich zu Gewalt stehe. Es zeigt, dass er oder sie keine Ahnung davon hat, was Schwarze in diesem Land mitmachen und welchen Erfahrungen sie ausgesetzt sind, seitdem der erste schwarze Sklave von den K&uuml;sten Afrikas hierher entf&uuml;hrt wurde.&ldquo;<br>\n(&hellip;) Welchen Rat w&uuml;rde sie der &bdquo;Black Lives Matter&ldquo;-Bewegung geben?&hellip; Davis ist sich dar&uuml;ber im Klaren, dass die endg&uuml;ltige Antwort nicht in einer angez&uuml;ndeten Polizeiwache in Minneapolis oder der geschleiften Statue des einstigen Sklavenh&auml;ndlers Edward Colston in Bristol bestehen kann. &bdquo;Unabh&auml;ngig davon, was die Leute dar&uuml;ber denken, wird es nichts ver&auml;ndern&ldquo;, sagt sie &uuml;ber den Sturz des Denkmals. &bdquo;Es ist Organisation, es ist Arbeit. Wenn die Leute damit fortfahren, sich weiter gegen Rassismus organisieren und neue Vorstellungen dar&uuml;ber entwickeln, wie wir unsere Gesellschaft umgestalten, wird das den Unterschied machen.&ldquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/the-guardian\/jetzt-verstehen-sie\">der Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Lesenswert, besonders f&uuml;r unsere j&uuml;ngeren Leser, die die 60er und 70er Jahre nicht miterlebt haben.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Smells like Dictatorship<\/strong><br>\nUSA Pr&auml;sident Trump militarisiert seine Innenpolitik. Der Schaden f&uuml;r das Land ist nicht absehbar<br>\nDer martialische Anblick schwer gepanzerter US-Milit&auml;rfahrzeuge ist den Bewohnern von Bagdad und Kabul schmerzlich vertraut. Nun wurde er auch B&uuml;rgern Washingtons und anderer US-St&auml;dte zuteil, verursacht durch die eigene Regierung. Die &Uuml;berreaktion von Donald Trump auf die &uuml;berwiegend gesetzeskonformen Proteste nach dem Tod von George Floyd f&uuml;hrte zu heftigem Aktionismus und lie&szlig; einmal mehr erkennen, dass sich die USA im In- und Ausland immer st&auml;rker auf den aggressiven Einsatz von Gewalt als vorrangiges Mittel verlassen. Die Militarisierung von Polizei und Gesellschaft insgesamt wurzelt im Umgang mit den 9\/11-Anschl&auml;gen, als Pr&auml;sident George W. Bush das Land in einen Zustand des permanenten Notstands st&uuml;rzte. Paradoxerweise hat sein &bdquo;weltweiter Krieg gegen den Terror&ldquo; der internationalen und inneren Sicherheit schwer geschadet. Ein Grund daf&uuml;r war die enorme Ausweitung der Befugnisse, die dem Heimatschutzapparat zuerkannt wurde. F&uuml;r die Ausgaben des Pentagon sind 2020 satte 738 Milliarden Dollar veranschlagt. Auch die Budgets f&uuml;r Polizei und Strafvollzug schnellten in die H&ouml;he, 2017 erreichten sie den Wert von 194 Milliarden Dollar. Heute besch&auml;ftigen landesweit gut 18.000 Strafverfolgungsbeh&ouml;rden 800.000 Beamte, viele davon bis an die Z&auml;hne bewaffnet&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/the-guardian\/smells-like-dictatorship\">der Freitag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Realistische Idealistin<\/strong><br>\nPortr&auml;t Alexandria Ocasio-Cortez verfolgt beharrlich ihre Ziele. Aber &uuml;ber den Weg l&auml;sst sie mit sich reden<br>\nNiemand wei&szlig;, wie die Pr&auml;sidentschaftswahl im November ausgehen wird. Aber eines ist jetzt schon sicher: F&uuml;r den Fall, dass Donald Trump auch k&uuml;nftig im Wei&szlig;en Haus residiert, werden es neue, gute Ideen in der Politik sehr schwer haben. Doch die Stimmung in den USA ist derzeit eine andere. Immer mehr US-Amerikaner sind auf der Suche nach neuen Antworten, weil sie w&auml;hrend der Corona-Pandemie hautnah miterleben mussten, wie Experten und Politiker versagten und das System die B&uuml;rger nicht gegen Gefahren sch&uuml;tzen konnte. Es ist schwer, sehr schwer, Visionen von einer besseren Welt unter die Menschen zu bringen, wenn die Alltagssorgen alles dominieren.<br>\n(&hellip;) Doch Umfragen zeigen, dass ihre Ansichten von vielen US-Amerikanern zwischen 18 und 38 Jahren geteilt werden. Ocasio-Cortez erkl&auml;rt das so: Diese Generation habe nicht viel, aber es werde viel von ihr verlangt. Viele m&uuml;ssten Studiendarlehen zur&uuml;ckzahlen. Die L&ouml;hne stagnierten, sie h&auml;tten kein finanzielles Polster und kaum Aussichten auf den angenehmen Lebensstil ihrer Elterngeneration. Junge Menschen in den USA seien doppelt betrogen (&bdquo;screwed&ldquo;) worden, sagte Ocasio-Cortez k&uuml;rzlich in einem TV-Interview. Erst kam die Finanzkrise 2008\/09. Und als das &bdquo;Millennial&ldquo;-Segment der Bev&ouml;lkerung sich gerade wieder aus diesem Tief herausgearbeitet hatte, schlug die Corona-Pandemie zu. Und sie warnte: Wenn man diese Jahrhundertkrise nicht mit einem Paket von Ma&szlig;nahmen beantworte, die Pr&auml;sident Franklin D. Roosevelts &bdquo;New Deal&ldquo; in den 1930er Jahren nach der Gro&szlig;en Depression &bdquo;klein aussehen lassen&ldquo;, dann verurteile man Millionen von Menschen zu einer Existenz im Prekariat.<br>\n(&hellip;) Bei einem Treffen mit der &bdquo;Fridays for Future&ldquo;-Aktivistin Greta Thunberg vor knapp einem Jahr sprach Ocasio-Cortez &uuml;ber Hoffnung, und darin findet man wohl den Kern ihres politischen Engagements&hellip;Hoffnung ist etwas, das man schafft, indem man etwas tut. Hoffnung ist etwas, das man in der Welt bekunden muss. Und sobald eine Person Hoffnung hat, beginnen auch andere so zu handeln, wie man selbst es tut, wenn man glaubt, dass Ver&auml;nderung m&ouml;glich ist.&ldquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/realistische-idealistin\">der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>CDU dominiert die Corona-Berichterstattung in den Leitmedien<\/strong><br>\nAuf dem H&ouml;hepunkt der Krise erhielt die Union in den Leitmedien mehr Aufmerksamkeit als alle anderen Parteien zusammen. Das spiegelt nicht die wichtige Rolle der SPD, sagt Roland Schatz in seiner exklusiven Analyse. &hellip;.  Es ist mit Blick auf die Tag f&uuml;r Tag ausgewerteten deutschen Leitmedien wie Bild, Spiegel, BamS, FAS, WamS sowie die Hauptnachrichten-Sendungen von ARD und ZDF nicht zu erkl&auml;ren, warum sie in den 15.499 Beitr&auml;gen, in denen die Journalisten zwischen dem 1. Oktober 2019 und 31. Mai 2020 &uuml;ber politische Themen informierten, die Arbeit der Sozialdemokraten noch nicht einmal mit der H&auml;lfte der Beitr&auml;ge w&uuml;rdigte, die sie den Vertretern von CDU und CSU einr&auml;umten. &hellip;. Kanzlerin Angel Merkel und ihre Parteifreunde konnten sich freuen, dass ihre Partei die Sichtbarkeit von rund 25 Prozent (aller untersuchten Beitr&auml;ge) im Dezember 2019 auf fast 55 Prozent im April mehr als verdoppelte. Die SPD dagegen verlor massiv an Sichtbarkeit. Im Dezember erreichte sie in den Leitmedien noch eine &auml;hnliche Sichtbarkeit wie die CDU und befand sich als Koalitionspartner in der Wahrnehmung der Journalistinnen und Journalisten auf Augenh&ouml;he. Auf dem H&ouml;hepunkt der Krise im April erhielt sie dagegen verglichen mit dem Dezember nur noch rund die H&auml;lfte der Aufmerksamkeit in den deutschen Leitmedien, obwohl sie f&uuml;r die Regierungspolitik ebenso verantwortlich ist wie die Union.<br>\nAuf einen Nenner gebracht: Die Union konnte im April bei zwei Beitr&auml;gen immer sicher sein, dass sich mindestens einer mit ihr befasste &ndash; w&auml;hrend alle anderen f&uuml;nf im deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen auf Wahrnehmung in einem anderen Beitrag hoffen mussten. Dabei gingen FDP, Linke und AFD nahezu leer aus und selbst die erfolgsverw&ouml;hnten Gr&uuml;nen waren auf ein ungewohntes Minimum reduziert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kress.de\/news\/detail\/beitrag\/145332-exklusiv-union-dominiert-die-corona-berichterstattung-in-den-leitmedien.html\">Kress<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Honorare freier LokaljournalistInnen: Nur ein Taschengeld<\/strong><br>\nObwohl Lokaljournalismus so wichtig ist, wird er beschissen bezahlt &ndash; zu diesem Ergebnis kommt eine neue Erhebung des Vereins Freischreiber. &hellip;. &Uuml;ber 40 Prozent der Freien kommen auf maximal 15 Euro pro Stunde. Der Mittelwert im Lokalen liegt laut Honorarreport bei 18,64 Euro. Noch mal zur Sicherheit: Hier ist von Brutto-Stundenhonoraren die Rede, das hei&szlig;t Steuern, Kosten f&uuml;r Arbeitsmittel, Akquise- und Recherchezeit sowie Urlaubs- und Krankheitstage sind noch gar nicht drin. Freischreiber sch&auml;tzt, dass netto rund ein Drittel der Bruttosumme als tats&auml;chlicher Gewinn f&uuml;r die freien Journalist*innen &uuml;brig bleibt. Das ist unterirdisch. (Dis&shy;claimer: Das taz-Grundhonorar liegt bei 49 Euro f&uuml;r einen Text von 3.000 Zeichen, f&uuml;r diese Kolumne gibt&rsquo;s 80 Euro brutto.)<br>\n&bdquo;Die Ergebnisse in diesem Jahr sind ein einziger Skandal. Dabei ist der Lokaljournalismus systemrelevant f&uuml;r die Demokratie. Unsere St&auml;dte und Gemeinden brauchen gut ausgebildete Journalist*innen, die kritisch &uuml;ber die Geschehnisse vor Ort berichten. Und sie brauchen Verleger*innen, die sich ihrer Verantwortung stellen&ldquo;, so Freischreiber. Dem ist &ndash; leider &ndash; nichts hinzuzuf&uuml;gen. Oder doch: Was ist eigentlich mit der Politik?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Honorare-freier-LokaljournalistInnen\/!5696787\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WM\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-62274","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/62274","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=62274"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/62274\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":62277,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/62274\/revisions\/62277"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=62274"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=62274"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=62274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}