{"id":62430,"date":"2020-06-29T11:30:25","date_gmt":"2020-06-29T09:30:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62430"},"modified":"2020-07-20T17:05:44","modified_gmt":"2020-07-20T15:05:44","slug":"leserbriefe-zu-professor-seltsam-oder-wie-ich-lernte-talkshows-zu-hassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62430","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eProfessor Seltsam oder: Wie ich lernte, Talkshows zu hassen\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62278\">In diesem Beitrag<\/a> thematisiert Jens Berger die zahlreichen Medienauftritte von Karl Lauterbach, der f&uuml;r die SPD-Fraktion Mitglied des Deutschen Bundestages ist. Auff&auml;llig ist, dass er in dieser merk-w&uuml;rdigen Corona-Zeit sehr oft f&uuml;r harte, Freiheiten einschr&auml;nkende Ma&szlig;nahmen pl&auml;diert. Auf Anerkennung sto&szlig;en die Mahnungen und Warnungen dieses MdB vermutlich, weil Herr Lauterbach gelernter Epidemiologe ist und sogar auf einen Professorentitel verweisen kann. Jens Berger macht auf Merkw&uuml;rdigkeiten hinsichtlich seiner wissenschaftlichen Qualifikation, seinen Einsatz f&uuml;r Privatisierungen im Gesundheitswesen und zugunsten der Pharmaindustrie aufmerksam.<br>\nViele Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten machen sich ebenfalls Gedanken und haben diese in Leserbriefen zum Ausdruck gebracht. Daf&uuml;r bedanken wir uns sehr. Es folgt eine Auswahl der eingereichten Antworten. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Herzlichen Gl&uuml;ckwunsch, Herr Berger! Seit Wochen z&ouml;gere ich, die monothematische &Uuml;berpr&auml;senz des virtuellen Virologen Karl Lauterbach in den Talkmedien anzusprechen. Zeitweilig vermutete ich, das dieser selbsternannte gesundheitspolitische Sprecher der SPD auch schon in der Maske neben dem Lanz-Studio in Hamburg n&auml;chtigt. Die Frage d&uuml;rfte allerdings erlaubt sein, ob es keine anderen Experten oder Gesundheitspolitiker gibt, die die in den vergangenen Monaten besonders &ouml;de kleine und selbstreferentielle deutsche TV-Talkshow-Welt h&auml;tten bereichern k&ouml;nnen? Die jeweiligen Redaktionen geh&ouml;ren sicherlich zu den falschen Ansprechpartnern; denn sie greifen immer wieder auf dieselben und einen gro&szlig;en intellektuellen Abwechslungsreichtum garantierenden Personen zur&uuml;ck. Eigentlich unertr&auml;glich f&uuml;r einen pluralen Bildungsauftrag. F&uuml;r die Moderatorinnen und Gespr&auml;chsleiter allerdings eine stets kalkulierbare Gr&ouml;&szlig;e. Fast wie beim Dauergast Guido Westerwelle bei Christiansen. Mit dem anderen jolly good fellow der deutschen TV-Politikunterhaltung f&uuml;r alle Lebenslagen, Wolfgang Kubicki, erleben wir ja zur Zeit eine kleine Wiederauferstehung der sozialliberalen Koalition l&auml;ngst vergessener vor89er Jahre im &Ouml;ffentlich-Rechtlichen. Wolfgang Borsbach fungiert mittlerweile eher noch als unterhaltsamer L&uuml;ckenf&uuml;ller. Medial gesehen, k&ouml;nnte Lauterbach nach den vergangenen vier Monaten tats&auml;chlich per Einschaltquote noch f&uuml;r ein Regierungsamt gut sein. Er schl&auml;gt dabei allerdings einen komplett anderen Weg als sein ehemaliger Kollege Wolfgang Wodarg ein, der in der Fraktion schon lange abgemeldet seiner virologischen Ausbildung aber treu bleibend, sich gesundheitspolitisch weiter einmischt.<\/p><p>Hartmut Roder<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>ich wei&szlig; gar nicht, was Sie wollen. Dieser Herr Lauterbach ist doch sein Geld wert. In seiner Darstellungskunst ist er un&uuml;bertroffen. Sehenswert, wie er sich selbst schauspielert! Darauf kommt es ja im Fernsehen an, oder? Der Herr hat aber noch eine ganz andere Seite, auf die es sich lohnt, einen Blick zu werfen. Ich rede von der Verachtung, die er dem Wahlvolk entgegen bringt. Wahrscheinlich ist diese Arroganz heute die Voraussetzung f&uuml;r den politischen Erfolg.<\/p><p>In der &bdquo;Welt&ldquo; vom 14.05.2020 wurde ein Streitgespr&auml;ch zwischen dem Fliegentr&auml;ger und der Gr&uuml;nen-Politikerin Franziska Schubert abgedruckt, in dem sich Herr Lauterbach zu einigen bemerkenswerten &Auml;u&szlig;erungen hinrei&szlig;en lie&szlig;. Frau Schubert hatte sich in meiner Heimatstadt Zittau anl&auml;sslich einer Protestveranstaltung f&uuml;r die B&uuml;rgerrechte unter die Demonstranten begeben, um hier das Gespr&auml;ch zu suchen. Um das F&uuml;r und Wider eines solchen Engagements ging es unter anderem in dem Interview in der &bdquo;Welt&ldquo;. Auf die Frage: &bdquo;Teilen Sie nicht das Argument, dass man sich so eine Demonstration zumindest ansehen sollte, Herr Lauterbach?&ldquo; antwortete derselbige:<\/p><p>&bdquo;Daf&uuml;r kann ich mir auch journalistische Beitr&auml;ge dar&uuml;ber ansehen. Ich w&uuml;rde eine teilweise von Rechten und Verschw&ouml;rungstheoretikern unterwanderte Demonstration nicht auch noch aufwerten, indem ich mich dort als Gespr&auml;chspartner andiene. Das gibt nicht das richtige Signal. Wir m&uuml;ssen denjenigen den R&uuml;cken st&auml;rken, die zu Recht an unsere Politik glauben und die nicht auf die Idee k&auml;men, in Zeiten einer Pandemie auf eine solche Demo zu gehen.&ldquo;<\/p><p>Nun war ich selbst auf der Demonstration und wei&szlig;, dass die Organisation in der Hand von Menschen gelegen hat, die sich bereits 1989 f&uuml;r die demokratischen Ver&auml;nderungen eingesetzt haben. Diese Pers&ouml;nlichkeiten in einem Zuge mit Rechten und Verschw&ouml;rungstheoretikern zu nennen, ist bereits eine derartige Unversch&auml;mtheit, dass man &uuml;ber Herrn Lauterbach eine Maulsperre verh&auml;ngen sollte und akribisch darauf achten sollte, dass dieser niemals in weitere politische &Auml;mter gelangt. Nebenbei gesagt ist es eben auch ein Malheur, wenn man sich seine Meinung ausschlie&szlig;lich auf der Grundlage journalistischer Beitr&auml;ge bildet, die, wie wir wissen, sich selbst nur an der gleich geschalteten Einheitsmeinung orientieren.<\/p><p>Wie Herr Lauterbach auch noch auf die abwegige Idee kommt, eine Demonstration durch sein Erscheinen aufzuwerten, ist noch eine ganz andere Frage, der wir an dieser Stelle nicht weiter nachgehen wollen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nBj&ouml;rn Ehrlich<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>sehr interessanter Beitrag zu Lauterbach. aber in Dtschld. gilt: jede Dissertation mu&szlig; ver&ouml;ffentlicht werden.&nbsp;<br>\nBitte noch mal &uuml;berpr&uuml;fen.<\/p><p>BG RL<\/p><p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Das ist richtig. Die ganze Causa wird <a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/bericht_zur_coronalage_16.6.2020der_seltsame_professor\">hier sehr gut beschrieben&hellip;<\/a><\/em><\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJens Berger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Danke f&uuml;r Ihre Recherchen! <\/p><p>Schon l&auml;nger habe ich ernste Zweifel an Herrn Lauterbachs Behauptungen.<br>\nSolche Politiker sorgen f&uuml;r weitere Verluste der SPD, oder sehen viele das nicht? <\/p><p>Immer &ouml;fter frage ich mich ob es &uuml;berhaupt noch integere Politer gibt. <\/p><p>MfG<br>\nJan van Leeuwen<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihren aufkl&auml;rerischen Artikel.<br>\nIch teile Ihr Einsch&auml;tzung voll inhaltlich!<br>\n&nbsp;<br>\nF&uuml;r mich ist unerkl&auml;rlich warum die ver&ouml;ffentlichte Presse die Zusammenh&auml;nge mit der Bertelsmann-Stiftung bisher nicht aufgegriffen. Schlie&szlig;lich hatte die &bdquo;Anstalt&ldquo; diese Zusammenh&auml;nge in einem Sketch sehr anschaulich dargestellt.<br>\nWenn die damalige Absicht von Lauterbach mit Frau Mohn schon umgesetzt worden w&auml;re, h&auml;tte bei der augenblicklichen Corona Virus ein gro&szlig;er Mangel an Intensivbetten gefehlt.<\/p><p>Au&szlig;erdem ist es unfassbar, dass ein Sozialdemokrat derart f&uuml;r die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens eintritt.<br>\nEs handelt sich doch hier um Daseinsf&uuml;rsorge, die auf keinen Fall dem Markt zu Fra&szlig; &uuml;berlassen werden darf.<br>\n&nbsp;<br>\nBitte bleiben Sie am Ball!<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nFriedhelm Lavreau<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<\/p><p>Ihr heutiger Artikel &uuml;ber Herrn Lauterbach ist&nbsp;hervorragend weil er den Nagel auf den Kopf trifft&nbsp;<br>\nund man trotz der Tragik eines solchen&nbsp;&bdquo;Volksvertreters&ldquo; auch wieder lachen mu&szlig;.<\/p><p>Wie verbl&ouml;det m&uuml;ssen die Fernsehmitarbeiter sein, diese Labertasche einzuladen. Oder f&uuml;r wie<br>\nbl&ouml;d halten die die Zuschauer.&nbsp;<br>\nIch gehe eher davon aus, das Letztere.<\/p><p>LG<br>\nAgnes Fink<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nvielen Dank &nbsp;f&uuml;r diesen Artikel.<br>\n&nbsp;<br>\nEin kleiner Nachtrag zu &bdquo;Karl &Uuml;berall&ldquo;<br>\n&nbsp;<br>\nIch (Jahrgang 1952) habe es mir vor vielen Jahren zur Gewohnheit gemacht in die erw&auml;hnten Talkshows mal rein zu klicken um zu sehen wer da mal wieder rum sitzt. Meist ist es dann auch schon genug, mehr Lebenszeit bin ich nicht bereit zu opfern. In Ausnahmef&auml;llen sehe und h&ouml;re ich ein paar Minuten l&auml;nger zu. So am 10.06.2020. Grund war Sebastian Fiedler, ich kenne ihn als ein Mann der klaren Worte. Es ging um Kindesmissbrauch (M&uuml;nster usw.). Herr Fiedler berichtete &uuml;ber Missst&auml;nde bei der Verfolgung der Straftaten. Darauf antwortete Lauterbach &bdquo;ja ich stimme ihnen zu, da haben wir noch Gesetzesl&uuml;cken&ldquo;.<br>\n&nbsp;<br>\nDanach war die Talkshow f&uuml;r mich vorbei (Fernsteuerung) aber mit Worten die ich hier nicht wiedergeben kann.<br>\n&nbsp;<br>\nWie ich in ihrem Artikel gelesen habe ist dieser Typ auch noch Mitglied im Ausschuss f&uuml;r Recht.<br>\n&nbsp;<br>\nEs geht hier um Kindesmissbrauch (Bilder, Filme) in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von Terabyte.<br>\nDa sitzt ein Schw&auml;tzer vor dem Herrn und &nbsp;erkl&auml;rt &bdquo;da haben wir noch Gesetzesl&uuml;cken&ldquo;.<br>\nF&uuml;r was zahlen wir diese Leute.<br>\n&nbsp;<br>\nDanke nochmal, f&uuml;r diesen Artikel.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nKlaus Melchior<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Danke,<br>\ndas tut meiner geschundenen Seele gut.<br>\nWie Sie das alles immer nur recheriert kriegen.<br>\n&nbsp;<br>\nIch hatte ja zuvor nix gegen Kalle, aber sein Kassandra-Tonfall und seine Unkenrufe auf der Ebene von &ldquo;k&ouml;nnte ja sein&rdquo;, haben mich immer mehr genervt. Endg&uuml;ltig ist die Klappe bei mir gefallen, als er gegen den Bundesliga-Restart wetterte.<br>\nMir ist die Bundesliga egal, aber deren Konzept war ja mehr als okay &ndash; geradezu ein Kniefall in aller Demut und mit tausend Opfergaben an die G&ouml;tter.<br>\nUnd dann mit der Vorbildunktion zu wuchteln&hellip; und dar&uuml;ber den Leuten die Aus&uuml;bung ihrer Berufs zu untersagen.<br>\n(Das fand ich &uuml;brigens u. a. unsachlich bei Reuse\/Mettin, als sie meinten, schreiben zu m&uuml;ssen, dass die Bundesliga wieder &ldquo;spielen&rdquo; darf und die Kinder nicht.)<br>\n&nbsp;<br>\nUnd es geht gar nicht, mit ihm &uuml;ber Triage zu diskutieren und ihn in dem Zuge nicht einmal zur Rede gestellt zu haben, wie er jetzt zu seinem Appell steht,<br>\netliche Kliniken zu schlie&szlig;en.<br>\n&nbsp;<br>\nViele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nStefan Eichardt<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62278\">In diesem Beitrag<\/a> thematisiert Jens Berger die zahlreichen Medienauftritte von Karl Lauterbach, der f&uuml;r die SPD-Fraktion Mitglied des Deutschen Bundestages ist. 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