{"id":62452,"date":"2020-06-30T08:17:10","date_gmt":"2020-06-30T06:17:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62452"},"modified":"2020-07-01T07:39:25","modified_gmt":"2020-07-01T05:39:25","slug":"corona-geberkonferenz-eine-skurrile-veranstaltung-die-mehr-fragen-als-antworten-liefert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62452","title":{"rendered":"Corona-Geberkonferenz \u2013 eine skurrile Veranstaltung, die mehr Fragen als Antworten liefert"},"content":{"rendered":"<p>Noch nicht einmal auf die Zahlen ist Verlass. Etwas mehr als 15 Milliarden Euro sind wohl bei den zwei EU-Geberkonferenzen zusammengekommen. Genau wei&szlig; man das nicht, aber das ist auch zweitrangig, geht es doch zum gr&ouml;&szlig;ten Teil ohnehin um vage Zusagen, Garantien und Mittel, die ohnehin bereits zur Verf&uuml;gung standen. Es soll &ndash; so melden es zumindest die gro&szlig;en Medien &ndash; um die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Corona gehen. Bei den &bdquo;Spendensammlern&ldquo; selbst h&ouml;rt sich das anders an. Sonntagsreden &uuml;ber eine gerechte Verteilung und einen Zugang f&uuml;r alle haben Konjunktur. Das ist alles skurril. Schlie&szlig;lich gibt es noch keinen Impfstoff, die Spitzenforschung findet vor allem in den USA und China statt und durch die Zeitnot werden einmal mehr Sicherheitsbedenken und Ethik ignoriert. Offenbar hat man aus der chaotischen Impfkampagne gegen die Schweinegrippe nichts gelernt. Von <strong>Jens Berger<\/strong> mit einem &auml;lteren Artikel zur &bdquo;Schweinegrippeimpfung&ldquo; im Anhang.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_295\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-62452-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200630_Corona_Geberkonferenz_eine_skurrile_Veranstaltung_die_mehr_Fragen_als_Antworten_liefert_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200630_Corona_Geberkonferenz_eine_skurrile_Veranstaltung_die_mehr_Fragen_als_Antworten_liefert_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200630_Corona_Geberkonferenz_eine_skurrile_Veranstaltung_die_mehr_Fragen_als_Antworten_liefert_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200630_Corona_Geberkonferenz_eine_skurrile_Veranstaltung_die_mehr_Fragen_als_Antworten_liefert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=62452-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200630_Corona_Geberkonferenz_eine_skurrile_Veranstaltung_die_mehr_Fragen_als_Antworten_liefert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200630_Corona_Geberkonferenz_eine_skurrile_Veranstaltung_die_mehr_Fragen_als_Antworten_liefert_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Viel Geld mit vager Herkunft und vagem Verwendungszweck<\/strong><\/p><p>6,15 Milliarden Euro &ndash; diese durchaus stolze Summe stand am Ende des von EU-Kommissionspr&auml;sidentin von der Leyen initiierten und am Samstag mit gro&szlig;em Tamtam und internationalen Celebrities als &bdquo;Geberkonferenz&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/coronavirus-geberkonferenz-103.html\">durchgef&uuml;hrten Spendenmarathons<\/a>. Ganze 4,9 Milliarden Euro kamen von der EU, weitere 383 Millionen versprach Bundeskanzlerin Merkel. &bdquo;&rdquo;Ich bin der festen &Uuml;berzeugung: Impfstoffe, Tests und Medikamente m&uuml;ssen weltweit verf&uuml;gbar, bezahlbar und zug&auml;nglich sein&rdquo;, so Merkel in ihrer Videobotschaft. Das klingt ja ganz nett, hat aber weder etwas mit dem Spendenmarathon noch mit der vorangegangenen Geberkonferenz der EU zu tun. Ganze 4,9 der 6,15 Milliarden Euro des Spendenmarathons sind beispielsweise Wirtschaftsbeihilfen f&uuml;r &bdquo;die &auml;rmsten L&auml;nder der Welt&ldquo; und haben mit Corona nur am Rande zu tun. Das kommunikative Chaos ist gigantisch und auch <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/corona-eu-spendensammeln-103.html\">die erste EU-Geberkonferenz vom 4. Mai<\/a>, auf der angeblich 7,4 Milliarden Euro mobilisiert wurden, die sp&auml;ter von anderen Akteuren auf 9,8 Milliarden Euro aufgestockt wurden, wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten liefert. Von einem angeblich global erschwinglichen Impfstoff ist die Welt jedenfalls meilenweit entfernt.<\/p><p>Wof&uuml;r hat die EU eigentlich im Mai konkret 7,4 Milliarden Euro mobilisiert? Und hat sie das Geld &uuml;berhaupt mobilisiert oder handelt es sich um vage Zusagen und Budget-Umschichtungen nach dem Motto rechte Tasche, linke Tasche? Angeblich ging es ja um die Erforschung eines Impfstoffs gegen das Sars-Cov-2-Virus. Doch selbst nach ausgiebiger Lekt&uuml;re von rund 200 Seiten Dokumenten, die die EU und ihre Partner dazu zur Verf&uuml;gung stellen, l&auml;sst sich keine dieser Fragen auch nur im Ansatz beantworten. Da ist sehr viel von Gerechtigkeit, Verf&uuml;gbarkeit und Bezahlbarkeit eines Impfstoffs die Rede; au&szlig;er wohlfeilen Sonntagsreden und vagen Angaben zum angedachten Einsatz der Mittel l&auml;sst sich jedoch keine konkrete Information mit belastbaren Aussagen finden. Der gr&ouml;&szlig;te Teil der Zusagen beschr&auml;nkt sich zudem auf Garantien f&uuml;r Kredite, also f&uuml;r Leistungen der F&ouml;rderbanken, die auch ohne Geberkonferenz &uuml;ber die EU-F&ouml;rderprogramme ohnehin zur Verf&uuml;gung stehen und nun halt mit dem Corona-Label versehen werden.<\/p><p><strong>Global Response<\/strong><\/p><p>Ins Leben gerufen wurde die Aktion mit dem Namen &bdquo;Global Response&ldquo; von der WHO und privaten Organisationen wie der Bill und Melinda Gates Stiftung. Alleine das wirft Fragen auf &ndash; vor allem die nach den Zust&auml;ndigkeiten und der Kontrolle. Die EU bleibt hier betont vage. Die Empf&auml;nger bek&auml;men zwar direkt das Geld, d&uuml;rften dann jedoch nur zusammen mit den &bdquo;Partnern&ldquo; entscheiden, wie es einzusetzen sei. Und wer sind diese Partner und wie sieht der Entscheidungsprozess unter ihnen aus? Keine Antwort. Daf&uuml;r findet man im Kleingedruckten jedoch die Quelle f&uuml;r den kleineren Teil der Zusagen, die nicht als Garantie, sondern tats&auml;chlich als Finanzzuschuss gew&auml;hrt werden sollen. Die stammen zum &uuml;bergro&szlig;en Teil aus dem EU-Forschungsprogramm Horizon 2020. Daf&uuml;r steht der EU ein Budget von fast 80 Milliarden Euro zur Verf&uuml;gung &ndash; wenn nun eine Milliarde davon an Forschung mit &bdquo;Corona-Bezug&ldquo; verteilt wird, ist dies zum einen eine vergleichsweise geringe Finanzspritze, die zum anderen gar nicht neu mobilisiert, sondern schlicht aus einem vorhandenen Topf verteilt wird.<\/p><p>Bezeichnend ist auch, dass die in den PR-Slogans genannten <a href=\"https:\/\/global-response.europa.eu\/about_de\">Top-Empf&auml;nger<\/a>, die Koalition f&uuml;r Innovationen in der Epidemievorsorge CEPI und die Weltgesundheitsorganisation WHO, nur kleine Krumen vom gro&szlig;en Kuchen abbekommen. So betr&auml;gt <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/qanda_20_731\">die Zusage<\/a> f&uuml;r CEPI 100 Millionen Euro, die WHO bekommt 158 Millionen Euro, wobei noch nicht einmal klar ist, ob diese Summe mit den normalen Beitr&auml;gen verrechnet wird. Was dies alles mit <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/corona-eu-spendensammeln-103.html\">der Tagesschau-&Uuml;berschrift<\/a> &bdquo;7,4 Milliarden f&uuml;r den Impfstoff&ldquo; zu tun haben soll, ist ein einziges R&auml;tsel. Konkrete Investitionen in die Impfstoffforschung machen n&auml;mlich nur einen kl&auml;glichen Teil der Gesamtsumme aus und auch hier scheint das Prinzip eher rechte Tasche, linke Tasche zu sein. So wird die Impfstoffforschung des deutschen Unternehmens Curevac nun von der EU mit 75 Millionen Euro gef&ouml;rdert &ndash; nachdem bereits der Bund mit einer 300-Millionen-Euro-Beteiligung dem privaten Unternehmen, das zu Teilen dem SAP-Gr&uuml;nder Dietmar Hopp und der Bill und Melinda Gates Foundation geh&ouml;rt, Kapital zur Verf&uuml;gung gestellt hat. Offenbar ist Curevac damit auch der einzige echte Trumpf in der Hand der EU. Ob das T&uuml;binger Unternehmen jedoch tats&auml;chlich einen marktreifen Impfstoff entwickeln kann, steht allerdings in den Sternen.<\/p><p><strong>Die Suche nach einem Impfstoff<\/strong><\/p><p>Historisch <a href=\"https:\/\/de.reuters.com\/article\/uk-health-coronavirus-vaccine-specialrep\/special-report-countries-companies-risk-billions-in-race-for-coronavirus-vaccine-idUKKCN2270U3\">haben nur 6%<\/a> der Impfstoffkandidaten es geschafft, Marktreife zu erlangen. Und dies lag weniger an den Finanzen, sondern vielmehr an Nebenwirkungen und mangelnder Wirksamkeit, die sich in sp&auml;teren Phasen der klinischen Studien herausgestellt haben. Vor diesem Hintergrund ist der Anspruch der EU-Geberkonferenz, die ganze Welt mit einem bezahlbaren Impfstoff zu versorgen, reines Wunschdenken &ndash; zumal die Topforschung auf diesem Gebiet zur Zeit in den USA und China beheimatet ist; zwei Staaten, auf die das Wunschdenken der EU keinen gro&szlig;en Eindruck machen d&uuml;rfte.<\/p><p>W&auml;hrend weltweit zurzeit rund 190 Impfstoffforschungsprojekte laufen, <a href=\"https:\/\/www.who.int\/publications\/m\/item\/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines\">stuft die WHO<\/a> &bdquo;lediglich&ldquo; 17 davon als &bdquo;vielversprechende Kandidaten&ldquo; ein. Darunter sind zwei britische Forschungseinrichtungen, ein Projekt davon unter Beteiligung des Pharmariesen AstraZeneca. Ganze acht Forschungsprojekte stammen aus China. Drei weitere Projekte werden von b&ouml;rsennotierten US-Biotechunternehmen durchgef&uuml;hrt. Ein Projekt kommt aus Russland, eines aus S&uuml;dkorea. Das deutsche Forschungsprojekt von Curevac ist somit der einzige EU-Kandidat, der die pr&auml;klinische Phase durchlaufen hat und von der WHO als vielversprechend eingestuft wird. Curevac ist somit auch der einzige potenzielle Hersteller, der sich den Forderungen der EU nach einem gerechten Zugang &ndash; so sie denn &uuml;berhaupt ernstgemeint sind &ndash; unterwerfen k&ouml;nnte.<\/p><p><strong>Wer bekommt Zugriff, wer bestimmt den Preis?<\/strong><\/p><p>Diese Liste ist jedoch nicht vollst&auml;ndig, da die USA abseits der WHO ihre eigene Impfstoffkoordination betreiben und daf&uuml;r auch richtig viel Geld in die Hand nehmen. So hat die US-Bundesbeh&ouml;rde BARDA &uuml;ber ihre &bdquo;Operation Warp Speed&ldquo; (deutsch: Operation Warp-Geschwindigkeit) bereits fast f&uuml;nf Milliarden US$ an US-Pharmakonzerne ausgesch&uuml;ttet, die an einem Impfstoff arbeiten &ndash; darunter Moderna, Johnson &amp; Johnson, Merck und Pfizer. Letzterer Konzern wollte zun&auml;chst gar keine Zuwendungen bekommen, um seine Entwicklung frei &ndash; und zum besten Preis &ndash; auf den Markt bringen zu k&ouml;nnen, knickte dann aber ein. Bei den Konzernen herrscht Goldgr&auml;berstimmung. Erst gestern rief der US-Konzern Gilead f&uuml;r sein mit vagem Erfolg getestetes Medikament Remdesivir (kein Impfstoff) einen Preis von rund 2.000 Euro <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/wirtschaft\/remdesivir-als-corona-medikament-behandlung-soll-mehr-als-2000-euro-kosten-7DT6FY6YTZB7PE7VL3WX4GWHRI.html\">pro Dosis auf<\/a>. F&uuml;r einen kommenden Impfstoff k&ouml;nnte es sich dabei sogar als &bdquo;Jackpot&ldquo; erweisen, dass das Coronavirus zur Mutation neigt und wom&ouml;glich ein saisonaler neuer Impfstoff auf Basis des entwickelten Produkts auf den Markt gebracht werden kann. Dies w&auml;re die Lizenz, Geld zu drucken, und die USA haben kein Interesse, diese Lizenz einem Hersteller aus einem anderen Land zu &uuml;berlassen.<\/p><p>Zuwendungen aus den US-Programmen erhielten jedoch auch internationale Forschungsprojekte, wie das auch von der WHO als vielversprechend eingestufte Programm der Universit&auml;t Oxford in Zusammenarbeit mit AstraZeneca oder ein Gemeinschaftsprojekt des US-Biotech-Unternehmens Arcturus und der Universit&auml;t von Singapur. Wer im Erfolgsfall Zugriff auf die von US-Unternehmen entwickelten Impfstoffe hat, ist dabei klar geregelt &ndash; so lie&szlig; der CEO von Arcturus Reuters wissen, dass Singapur im Erfolgsfall ein Erstzugriffsrecht hat. Danach kommen nat&uuml;rlich die USA und dann &bdquo;jeder, der bereit ist, daf&uuml;r zu zahlen&ldquo;. Genauso sieht dies die BARDA, deren technischer Direktor ein ehemaliger US-General ist. Das EU-Versprechen von einem Impfstoff, der allen zur Verf&uuml;gung steht, kann weder f&uuml;r die Projekte aus den USA noch die Projekte der anderen Staaten gelten und ist daher komplett wertlos. Dar&uuml;ber k&ouml;nnen Milliardensummen nicht hinwegt&auml;uschen.<\/p><p>So gesehen sind die Geberkonferenzen der EU eine einzige Luftnummer. Dabei h&auml;tte die EU &ndash; die sich f&uuml;r ihre Geberkonferenz ja auch mit internationalen Partnern wie Japan, Australien, Norwegen und Kanada zusammengetan hat &ndash; hier durchaus ein Zeichen setzen k&ouml;nnen. So h&auml;tte man ank&uuml;ndigen k&ouml;nnen, dass es f&uuml;r einen erstmal entwickelten Impfstoff, gleich welcher Herkunft, weder Patente noch einen Gebrauchsmusterschutz geben wird. Wer technisch dazu in der Lage ist, soll ihn ganz einfach produzieren k&ouml;nnen; egal ob es sich um einen deutschen Pharmakonzern, einen indischen Generika-Produzenten oder ein Werk in S&uuml;dafrika handelt. Dies h&auml;tte eine Signalwirkung und w&uuml;rde dem Anspruch der Sonntagsreden Gen&uuml;ge tun. Aber genau darauf verzichtet man nat&uuml;rlich, sind Patente und Gebrauchsmuster doch im wahrsten Sinne des Wortes das Kapital des globalen Nordens und hier vor allem der USA und da wird auch Covid-19 keine Ausnahme machen.<\/p><p><strong>Risiken und Nebenwirkungen inbegriffen<\/strong><\/p><p>Dies ist jedoch beileibe nicht der einzige Pferdefu&szlig; bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs. Als besonders problematisch erweist sich hier die global angestrebte Verk&uuml;rzung und Vereinfachung der klinischen Tests und der Zulassung. Die Rede ist von &bdquo;Belastungsstudien&ldquo; (engl. chalenge studies). Um die in der Regel manchmal Jahre laufenden klinischen Studien der Phase II und III der Impfstoffzulassung dramatisch abzuk&uuml;rzen, will man Impfstoffkandidaten, die sich in Tierversuchen und verk&uuml;rzten klinischen Studien mit kleiner Probandenzahl (unter 100 Menschen) als nicht sonderlich gef&auml;hrlich herausgestellt haben, sofort an einer gro&szlig;en Population testen &ndash; daf&uuml;r sollen dann gesunde, junge Probanden geimpft und dann mit dem Virus infiziert werden; eine Kontrollgruppe wird derweil mit einem Placebo geimpft und infiziert. Dies f&uuml;hrt zuerst zu einem ethischen Problem: Man nimmt zumindest bei der Kontrollgruppe billigend in Kauf, dass sie sich mit einer Krankheit infiziert, die &ndash; wenn auch in sehr seltenen F&auml;llen &ndash; auch bei jungen, ansonsten gesunden Menschen schwere Krankheitssymptome ausl&ouml;sen kann und deren Sp&auml;tfolgen wissenschaftlich noch gar nicht erforscht sind. Die Gruppe, die stattdessen den Impfstoff verabreicht bekommt, fungiert derweil als Laborratte. Das Ergebnis ist dabei noch nicht einmal sonderlich aussagekr&auml;ftig. Langfristige Nebenwirkungen k&ouml;nnen bei solchen kurzen Testreihen ohnehin nicht dokumentiert werden.<\/p><p>Mindestens genau so problematisch ist, dass bei den meisten Impfstoffforschungsprojekten Techniken wie die der Boten-RNA (mRNA) zum Einsatz kommen, die bislang noch nie in gr&ouml;&szlig;erem Umfang an Menschen getestet wurden. Welche Sp&auml;tfolgen sich dadurch ergeben k&ouml;nnen, ist ebenso unbekannt, wie die Frage, welche seltenen Nebenwirkungen und Komplikationen es geben k&ouml;nnte. Dies ist umso problematischer, wenn es um den millionen- bis milliardenfachen ersten Einsatz der Impfstoffe nach den Belastungsstudien geht. Daf&uuml;r sind dann n&auml;mlich nicht nur die Mitarbeiter im Gesundheitssystem, sondern ausgerechnet die Angeh&ouml;rigen der sogenannten Risikogruppen, also Alte und Menschen mit einschl&auml;gigen Vorerkrankungen, vorgesehen. Man testet also unerprobte Pharmazeutika an jungen, gesunden Menschen und setzt sie dann in gro&szlig;em Ma&szlig;stab bei einer Gruppe ein, die alleine aufgrund der potentiellen Neben- und Wechselwirkungen &uuml;berhaupt nicht mit den Probanden der Belastungsstudie vergleichbar ist. Selbst wenn man eigentlich zu den Impfbef&uuml;rwortern geh&ouml;rt, ist dies ein Szenario, das einem die Haare zu Berge stehen l&auml;sst. Genau dieses Szenario ist jedoch Voraussetzung daf&uuml;r, dass ein Impfstoff &ndash; wie versprochen &ndash; bereits im n&auml;chsten Jahr in gro&szlig;er Menge einsatzbereit ist.<\/p><p><strong>Man hat nichts gelernt?<\/strong><\/p><p>Es scheint, als habe man nichts aus dem Impfchaos gelernt, dass vor 11 Jahren bei der angeblichen Schweinegrippe-Pandemie eingetreten ist. Auch wenn die milde Schweinegrippe nat&uuml;rlich nicht mit dem viel gef&auml;hrlicheren Sars-Cov2-Virus zu vergleichen ist, sind die Begleitumst&auml;nde bei der Impfstoffentwicklung durchaus &auml;hnlich. Damals hat man &ouml;konomisch und medizinisch grob fahrl&auml;ssig mit der Gesundheit der Menschen gespielt und dabei Milliarden an Steuergeldern in die T&ouml;pfe der Pharmakonzerne flie&szlig;en lassen. Es schaut so aus, als wiederhole sich dieser Vorgang nun unter neuen Vorzeichen.<\/p><p>Wer historisch interessiert ist, f&uuml;r den wird der 2009 von mir geschriebene &ndash; leider online nicht mehr zu findende &ndash; Artikel &bdquo;Mit Schweinsgalopp ins Impfchaos&ldquo; sicher interessant sein &hellip;<\/p><p><strong>Anhang: Mit Schweinsgalopp ins Impfchaos (2009)<\/strong><\/p><p>Die Schweinegrippeimpfung &ndash; Milliarden f&uuml;r die Pharmakonzerne, Risiken und Nebenwirkungen f&uuml;rs Volk<\/p><p>Seit heute liefert das Dresdner Werk des Pharmamultis GlaxoSmithKline (GSK) den Impfstoff Pandemrix an die Landesbeh&ouml;rden aus. Grob eine Milliarde Euro wird die Schweinegrippeimpfung die deutschen Krankenkassen und die &ouml;ffentlichen Haushalte kosten. In einem Anflug von fiebrigem Alarmismus unterschrieben die Bundesl&auml;nder, das Bundesgesundheitsministerium und GSK bereits Ende 2007 einen Bereitstellungsvertrag der urspr&uuml;nglich f&uuml;r die Bek&auml;mpfung einer Vogelgrippepandemie gedacht war. Die Vogelgrippe blieb jedoch aus, daf&uuml;r &uuml;berzieht nun die wesentlich milder und ungef&auml;hrlicher verlaufende Schweinegrippe das Land. Der Vertrag mit GSK beh&auml;lt jedoch seine G&uuml;ltigkeit und die Bundesl&auml;nder m&uuml;ssen nun 50 Millionen Dosen eines Impfstoffes abnehmen, der eigentlich f&uuml;r die potenziell gef&auml;hrliche Vogelgrippe gedacht war. Der Impfstoff Pandemrix ist vergleichsweise teuer, enth&auml;lt Zusatzstoffe, die kaum getestet wurden und potenziell gef&auml;hrlich sind und ist f&uuml;r den Patienten schlechter vertr&auml;glich als konventionelle Impfstoffe. Trotz aller Risiken steht ein Gewinner bereits fest &ndash; GSK verdient am gr&ouml;&szlig;ten Feldversuch der modernen Medizingeschichte gesch&auml;tzte 4,2 Mrd. US$, w&auml;hrend s&auml;mtliche Folgekosten dank einer umfassenden Haftungsfreistellung vom Staat getragen werden m&uuml;ssen.<\/p><p><strong>Wie gef&auml;hrlich ist die Schweinegrippe?<\/strong><\/p><p>Als die Schweinegrippe im April dieses Jahres in Mexiko und den USA ausbrach, bef&uuml;rchteten die Virologen anfangs aufgrund der relativ hohen Todeszahlen eine weltweite Pandemie mit schrecklichen Auswirkungen. Doch als die Schweinegrippe wenige Monate sp&auml;ter in Europa ankam, war bereits klar, dass es sich bei ihr um eine Erkrankung handelt, die weniger Opfer fordert als die normale Grippe. Warum die Zahl der Todesopfer in Mexiko rund 100-mal so gro&szlig; ist wie in Deutschland, ist wissenschaftlich noch nicht gekl&auml;rt. In Europa verl&auml;uft die Schweinegrippe jedoch meist mild und ungef&auml;hrlich.<\/p><p>Eine Besonderheit unterscheidet das Virus vom Typ H1N1 jedoch von den &uuml;brigen Grippeviren. W&auml;hrend die Todesf&auml;lle der saisonalen Grippe vor allem bei alten und kranken Menschen auftreten, nimmt die Schweinegrippe auch bei jungen und teilweise sogar zuvor kerngesunden Menschen einen schweren Verlauf, der in einigen F&auml;llen sogar zum Tod f&uuml;hrt. Nach Angaben der WHO haben sich weltweit bis jetzt fast 400.000 Menschen mit H1N1 infiziert, die Zahl der Todesopfer betr&auml;gt 4.735. In Deutschland haben sich rund 20.000 angesteckt und es gab nur zwei Todesf&auml;lle &ndash; verglichen mit der saisonalen Grippe, der j&auml;hrlich tausende Opfer zugeschrieben werden, ist dies extrem wenig. Selbst wenn sich jeder zehnte Bundesb&uuml;rger infizieren w&uuml;rde, l&auml;ge die Zahl der Opfer &bdquo;nur&ldquo; bei rund 8.100, und somit sogar weit unter dem langj&auml;hrigen Grippedurchschnitt. Warum der Staat ausgerechnet bei der milde verlaufenden Schweinegrippe zur bislang gr&ouml;&szlig;ten und teuersten Impfkampagne aufruft, ist kaum zu erkl&auml;ren. Bereits zum Zeitpunkt der Impfstoffbestellung war es absehbar, dass H1N1 kein Killervirus ist.<\/p><p><strong>Interessenkonflikte und Lobbyisten<\/strong><\/p><p>Wenige Tage nachdem in Mexiko die Schweinegrippe entdeckt wurde, bezeichnete der britische Regierungsberater Sir Roy Anderson die Krankheit bereits als Pandemie und betonte, dass es mit Tamiflu und Relenza zwei effektive antivirale Mittel zur Bek&auml;mpfung der Krankheit g&auml;be. Beide Mittel wirken zwar bei schweren F&auml;llen der Schweinegrippe gar nicht und verk&uuml;rzen die Erkrankungszeit bei milden Verl&auml;ufen durchschnittlich um gerade mal einen einzigen Tag, aber darum ging es Sir Roy auch nicht &ndash; Relenza wird von GSK hergestellt und Sir Roy Anderson bezieht als Lobbyist dieses Konzerns j&auml;hrlich rund 136.000 Euro.<\/p><p>Von Anfang an war die Kommunikation &uuml;ber die Schweinegrippe fest in der Hand der Pharmakonzerne und deren &bdquo;Freunden&ldquo; in den Regierungen und &Auml;mtern. Vor allem GSK hat in der EU anscheinend sehr viele Freunde. Als es darum ging, einen Impfstoff gegen H1N1 zu entwickeln, war der britische Pharmamulti von Anfang an in der Pole Position.<\/p><p><strong>Pandemrix &ndash; ein Stoff mit vielen Unbekannten<\/strong><\/p><p>Der Schweinegrippeimpfstoff, der ab heute in Gro&szlig;paletten mit jeweils 120.000 Impfdosen das Dresdner Serumwerk von GSK verl&auml;sst, tr&auml;gt den Namen Pandemrix. Doch was sich so anh&ouml;rt, als sei es ein Zaubertrank des Druiden Miraculix f&uuml;r die tapferen gallischen Recken Asterix und Obelix, hat es in sich. Pandemrix ist kein erprobter Spaltimpfstoff, der im Wesentlichen aus 15 Mikrogramm Antigenen besteht. Neben einer auf 3,7 Mikrogramm reduzierten Antigenmenge wurden dem Impfstoff noch die von GSK patentierte Adjuvans AS03 &ndash; ein Wirkverst&auml;rker, der neben Polysorbat auch die unges&auml;ttigte organische Verbindung Squalen enth&auml;lt &ndash; und der Konservierungsstoff Thiomersal zugesetzt. Sowohl f&uuml;r Squalen als auch f&uuml;r das quecksilberhaltige Thiomersal konnten in Tierversuchen erhebliche Nebenwirkungen festgestellt werden &ndash; allerdings bei Verabreichungsdosen, die weitaus h&ouml;her sind als in Pandemrix. Diese nicht unproblematischen Zusatzstoffe weisen auch auf den eigentlichen Einsatzzweck von Pandemrix hin.<\/p><p>Bei Pandemrix handelt sich um ein Impfserum aus dem Baukasten, das eigentlich f&uuml;r die kurzfristige Produktion bei einer akuten und gef&auml;hrlichen Pandemie gedacht ist. Die Adjuvans ist hierbei eine Art Wirkverst&auml;rker, der es dem Hersteller erlaubt, eine geringere Dosis des aufw&auml;ndig herzustellenden Antigens zu verwenden. Diese Wirkstoffkombination hat jedoch in puncto Vertr&auml;glichkeit und potenziell schweren Nebenwirkungen Nachteile. Verglichen mit einem Impfstoff ohne Wirkverst&auml;rker hat Pandemrix deutlich mehr unerw&uuml;nschte Nebenwirkungen. Ob die Wirkverst&auml;rker auch seltene, aber schwere Nebenwirkungen ausl&ouml;sen k&ouml;nnen, konnte bislang in den wenigen klinischen Studien noch nicht festgestellt werden. Die nun anlaufenden Impfkampagnen sind somit eher ein Betatest am Patienten.<\/p><p>Wirkverst&auml;rker haben jedoch auch ihre Vorteile. Im Pandemiefall kann der Hersteller so kurzfristig h&ouml;here Chargenzahlen vom Band laufen lassen. Pandemrix hat seine Musterzulassung dementsprechend auch als Impfstoff f&uuml;r die potenziell gef&auml;hrliche Vogelgrippe bekommen. Wenn eine Pandemie hohe Opferzahlen mit sich bringt und die Zeit knapp ist, &uuml;berwiegt der potentielle Nutzen den potentiellen Schaden bei weitem. Die Schweinegrippe ist allerdings keine solche Pandemie.<\/p><p><strong>Staat und Kassen &uuml;bervorteilt<\/strong><\/p><p>Die europ&auml;ische Zulassungsbeh&ouml;rde &bdquo;Emea&ldquo; ist bei der EU der Wirtschaftsdirektion unterstellt &ndash; und nicht der Direktion f&uuml;r Gesundheit oder Verbraucherschutz &ndash; und wird zu fast zwei Dritteln von der Pharmaindustrie finanziert. Die St&auml;ndige Impfkommission des Robert Koch-Institutes ist wiederum haupts&auml;chlich mit Vertretern besetzt, die entweder lukrative Nebent&auml;tigkeiten f&uuml;r Pharmakonzerne oder mehr oder weniger intensive Kontakte zu ihnen innehaben &ndash; immer wieder taucht dort auch der Name GSK auf. W&auml;hrend in den USA nur Impfstoffe mit erprobten Wirksubstanzen zugelassen werden, hat die EU den Pharmamultis GSK und Novarits-Behring auch erstmalig Impfstoffe mit bislang kaum getesteten Wirkverst&auml;rkern genehmigt. Diese Entscheidung hat kostspielige Folgen f&uuml;r die Krankenkassen und die &ouml;ffentlichen Haushalte und wirkt auf die betroffenen Pharmakonzerne wie ein warmer Subventionsregen.<\/p><p>Nach Angaben des unabh&auml;ngigen Branchendienstes arznei-telegram bezahlen die Bundesl&auml;nder f&uuml;r jede Impfdosis 9 Euro plus Mehrwertsteuer. Bei 50 Mio. Dosen sind dies stolze 450 Mio. Euro, getragen zum Teil auch von chronisch klammen Krankenkassen. Interessant ist hierbei vor allem die Kostenkalkulation des Herstellers GSK. F&uuml;r das in Dresden hergestellte Antigen berechnet GSK einen Euro, f&uuml;r das aus Belgien stammende Adjuvans jedoch stolze sechs Euro. Wie GSK &uuml;berhaupt auf diesen enormen Preis f&uuml;r seine Wirkverst&auml;rker kommt, ist nicht bekannt. Da die Herstellungskosten eher gering sind, d&uuml;rfte ein Gro&szlig;teil der sechs Euro f&uuml;r die eigenen Patentgeb&uuml;hren anfallen. Ein konventionell hergestellter Impfstoff, der zwar fast die dreieinhalbfache Menge an Antigenen beinhalten w&uuml;rde, aber keine Adjuvantien, w&auml;re somit f&uuml;r Staat und Krankenkassen deutlich g&uuml;nstiger und w&uuml;rde beim Patienten deutlich weniger Nebenwirkungen hervorrufen.<\/p><p><strong>Konjunkturpaket f&uuml;r die Pharmabranche<\/strong><\/p><p>GlaxoSmithKline hat alles auf die Pandemiekarte gesetzt und gewonnen. Schon w&auml;hrend der Vogelgrippe kassierten GSK und der Schweizer Pharmamulti Hoffmann-La Roche f&uuml;rstlich an der Panik. Weltweit orderten Regierungen f&uuml;r mehrere Milliarden Euro die Wundermittel Tamiflu und Relanza &ndash; alleine die deutschen L&auml;nder bunkern heute noch Tamiflu im Wert von 200 Mio. Euro. Doch f&uuml;r GSK h&auml;tte die Panik vor der Pandemie auch wesentlich unprofitabler sein k&ouml;nnen, schlie&szlig;lich investierten die Briten nicht nur Steuergelder in die Erforschung ihres Impfserums Pandemrix. Diese Investitionen, die eigentlich auf eine weltweite Impfkampagne gegen die Vogelgrippe abzielten, standen schon vor der Abschreibung, als pl&ouml;tzlich in Mexiko die ersten Schweine umfielen. Branchenexperten gehen nun davon aus, dass alleine GSK an der eher harmlosen Schweinegrippe 4,2 Mrd. US$ verdient &ndash; und GSK ist nicht der einzige Profiteur.<\/p><p><strong>Bundeswehr und Regierung bevorzugt?<\/strong><\/p><p>Am Wochenende machte die Meldung die Runde, dass f&uuml;r die Bundeswehr und die Bundesbeh&ouml;rden inklusive der Regierung selbst, nicht etwa Pandemrix, sondern das Konkurrenzprodukt Celvapan geordert wurde. Celavapan ist ein Impfstoff des amerikanischen Pharmakonzerns Baxter, der vor allem an Irland, Gro&szlig;britannien und Neuseeland verkauft wird. Hergestellt wird Celvapan allerdings nicht in den USA, sondern in &Ouml;sterreich und Tschechien. Im Unterschied zu Pandemrix kommt Celvapan ohne Adjuvantien aus und es ist daher auch anzunehmen, dass der Impfstoff f&uuml;r die Bundeswehr und die Regierung geringere Nebenwirkungen haben wird. Wissen kann man dies jedoch nicht &ndash; Celvapan ist n&auml;mlich mitnichten der &bdquo;bessere&ldquo; Impfstoff, wie am Wochenende gerne in den Medien behauptet wurde, sondern ebenfalls ein neuer Impfstoff, der noch weniger getestet wurde als Pandemrix und daher ebenfalls ein ganzes Spektrum an unbekannten schweren Nebenwirkungen ausl&ouml;sen k&ouml;nnte. Die Zulassung des Serums basiert auf gerade einmal zwei Studien mit insgesamt 845 Teilnehmern.<\/p><p>Die vermeintliche &Uuml;berlegenheit von Celvapan ist daher ein Trugschluss &ndash; bei diesem Impfstoff kommen n&auml;mlich sogenannte Ganzvirus-Impfstoffe zum Einsatz, die aufgrund ihrer hohen Rate an unerw&uuml;nschten Nebenwirkungen bereits vor Jahrzehnten durch die modernen Spaltimpfstoffe ersetzt wurden, die in geringer Dosis in Pandemrix enthalten sind. Celvapan ist somit weder besser noch schlechter als Pandemrix, sondern hat lediglich ein anderes Spektrum von potenziellen schweren Nebenwirkungen, die nun auch bei Regierung und Bundeswehr im Feldversuch getestet werden.<\/p><p><strong>Feldversuche auch an Schwangeren und Kleinkindern<\/strong><\/p><p>Als besonders gef&auml;hrdet f&uuml;r schwere Krankheitsverl&auml;ufe gelten Frauen im Allgemeinen und schwangere Frauen im Speziellen. Der nun vorgestellte Impfplan des Robert Koch-Instituts ordnet schwangere Frauen konsequenterweise auch in die Hochrisikogruppe ein, die zuerst geimpft werden soll. Aus ethischen Gr&uuml;nden sind jedoch bislang weder Pandemrix noch dessen Inhaltsstoffe klinisch an Schwangeren oder Kleinkindern getestet worden und auch das Konkurrenzprodukt von Baxter gilt hier als untauglich, da &bdquo;Ganzk&ouml;rper-Impfstoffe&ldquo; vor allem bei Schwangeren potentiell gef&auml;hrlich sind und es f&uuml;r Celvapan gar keine Daten &uuml;ber Nebenwirkungen w&auml;hrend der Schwangerschaft gibt.<\/p><p>Dabei g&auml;be es Alternativen &ndash; alle in den USA zugelassenen Impfstoffe der Firmen CSL, MedImmune, Novartis und Sanofi-Pasteur enthalten keine Wirkverst&auml;rker und basieren auf &bdquo;Spalt-Impfstoffen&ldquo; und werden in altbew&auml;hrten und ausgereiften Verfahren hergestellt. Wenn ein Land wie Deutschland kaum getestete Arzneimittel bei Schwangeren und Kleinkindern einsetzt, so ist die Abw&auml;gung zwischen potentiellem Nutzen und potentieller Gefahr komplett au&szlig;er Kraft gesetzt. Kein Arbeitsplatz in der Pharmaindustrie kann so viel wert sein, dass man f&uuml;r seinen Erhalt Schwangere und Kleinkinder ohne Not in Gefahr bringt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch nicht einmal auf die Zahlen ist Verlass. Etwas mehr als 15 Milliarden Euro sind wohl bei den zwei EU-Geberkonferenzen zusammengekommen. Genau wei&szlig; man das nicht, aber das ist auch zweitrangig, geht es doch zum gr&ouml;&szlig;ten Teil ohnehin um vage Zusagen, Garantien und Mittel, die ohnehin bereits zur Verf&uuml;gung standen. 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