{"id":6261,"date":"2010-07-23T09:20:56","date_gmt":"2010-07-23T07:20:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6261"},"modified":"2014-03-05T10:34:01","modified_gmt":"2014-03-05T09:34:01","slug":"staedtebaufoerderung-drastische-kuerzungen-vorgesehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6261","title":{"rendered":"St\u00e4dtebauf\u00f6rderung: Drastische K\u00fcrzungen vorgesehen"},"content":{"rendered":"<p>Den ersten Teil ihres Sparpakets hat die Bundesregierung umgesetzt: Am 7. Juli 2010 beschloss das Kabinett den Entwurf des Bundeshaushalts 2011 und den Finanzplan bis 2014. Vor dem Hintergrund einer &bdquo;Schuldenbremse&ldquo;, einer &bdquo;geringeren Neuverschuldung&ldquo; sind Einsparungen in Milliardenh&ouml;he vorgesehen. Nach dem Sozialetat ist es der Haushalt des Bundesministeriums f&uuml;r Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, in dem erhebliche K&uuml;rzungen vorgenommen werden sollen. Gem&auml;&szlig; den Planungen der schwarz-gelben Regierung wird die St&auml;dtebauf&ouml;rderung als Steuerungsinstrument des Bundes drastisch gek&uuml;rzt. Nach 2009 mit 569 Mio. Euro F&ouml;rdermitteln waren 2010 nur noch 535 Mio. Euro im F&ouml;rdertopf. 2011 droht die <a href=\"http:\/\/www.gabot.de\/index.php\/News-Details\/52\/0\/?&amp;tx_ttnews[tt_news]=212453&amp;tx_ttnews[backPid]=1&amp;cHash=7e6a01ae1f\">nahezu Halbierung auf 305 Mio. Euro<\/a>. Dazu ein Kommentar von Axel Ulrich<br>\n<!--more--><br>\nDie Mittel des St&auml;dtebauf&ouml;rderungsprogrammes waren in der Vergangenheit immer der Motor f&uuml;r eine nachhaltige wirtschaftliche, soziale und &ouml;kologische Stadtentwicklung. Jedoch sind diese Mittel seit den 1980er Jahren zunehmend r&uuml;ckl&auml;ufig, was zur Folge hatte, dass private und institutionelle Anleger st&auml;dtebauliche Investitionen immer st&auml;rker ins Ausland verlagert haben. Somit hatten staatliche Interventionsma&szlig;nahmen in Deutschland eine immer schw&auml;chere Wirkung entfaltet, wogegen sich im europ&auml;ischen Ausland neben Metropolregionen auch Mittel- und Kleinst&auml;dte sowie viele l&auml;ndliche Regionen zu prosperierenden R&auml;umen entwickeln konnten. In Deutschland fallen vergleichbare urbane R&auml;ume aufgrund zu schwacher staatlicher Interventionen immer st&auml;rker ins Abseits. <\/p><p>1987 betrugen die Bundesfinanzhilfen zur St&auml;dtebauf&ouml;rderung in der alten Bundesrepublik noch 511 Mio. Euro (1 Mrd. DM), wodurch unendlich viele Folgeinvestitionen angeschoben werden konnten. W&auml;re seitdem die St&auml;dtebauf&ouml;rderung konstant auf diesem Niveau aufrechterhalten worden, so h&auml;tte diese unter Einfluss der Inflationsrate bis zum Jahr 2009 alleine f&uuml;r die alten Bundesl&auml;nder auf rund 800 Mio. Euro ansteigen m&uuml;ssen. Da diese Anpassung jedoch nicht erfolgte, ist bereits von einer realen K&uuml;rzung der St&auml;dtebauf&ouml;rderung zu sprechen. Denn trotz eines erheblichen Nachholbedarfs in Ostdeutschland wurden die St&auml;dtebauf&ouml;rderungsmittel nicht wesentlich angehoben und betrugen im letzten Programmjahr 569 Mio. Euro f&uuml;r die gesamte Bundesrepublik. Diese Mittel sollen nun nahezu halbiert werden. Die Erfolgsfaktoren der St&auml;dtebauf&ouml;rderung wie Vervielf&auml;ltigungseffekte, Ansto&szlig;wirkung und R&uuml;ckfluss durch Steuereinnahmen sowie Reduzierung anderer staatlicher Transferleistungen sind hinl&auml;nglich bekannt; die negativen Entwicklungen infolge reduzierter St&auml;dtebauf&ouml;rderungsmittel w&auml;ren zahllos.<\/p><p>Aus den bisherigen Auswertungen kann man sagen, dass jeder Euro St&auml;dtebauf&ouml;rderung ca. 5-8 weitere Euro Nachfolgeinvestitionen ausl&ouml;st. Hierbei muss noch erw&auml;hnt werden, dass der eine Euro im Regelfall zu je einem Drittel vom Bund, dem Land und der entsprechenden Gemeinde finanziert wird. <\/p><p>Wenn man also das Volumen der Nachfolgeinvestitionen heranzieht, so kann man sagen, dass der Bund in diesem Programm bei einem Einsatz von 33 ct. Ums&auml;tze von 6-9 Euro generiert. Das entspricht also Mehrwertsteuereinnahmen von 0,96 bis 1,44 Euro je eingesetzten 0,33 Euro des Bundes, d.h. ca. das 3-5fache des eingesetzten Geldes flie&szlig;t alleine als Mehrwertsteuereinnahme zur&uuml;ck, von den anderen Wirkungen einmal abgesehen.<\/p><p>Alleine unter dieser Betrachtungsweise ist es nicht nachvollziehbar, weshalb ein derart kleines F&ouml;rderprogramm, das anerkannterma&szlig;en enorme R&uuml;ckfl&uuml;sse auch f&uuml;r den Bundeshaushalt generiert, dem Rotstift zum Opfer fallen soll. Eine nahezu 50-prozentige Reduzierung ohne zeitliche Beschr&auml;nkung w&uuml;rde f&uuml;r die meisten kleinen und mittleren Gemeinden einen &bdquo;Fall ins Bodenlose&ldquo; bedeuten. Denn die L&auml;nder werden in der Folge ihre Programmanteile analog dem Bund zur&uuml;ckfahren und die wenigen noch optimistischen Investoren und Anleger werden ihr Vertrauen in die Entwicklung begonnener Stadtsanierungs- und -entwicklungsma&szlig;nahmen verlieren.<\/p><p>Des Weiteren sind der Dominoeffekt und dessen Wirkung auf vielfache Wirtschaftsbereiche &uuml;berhaupt nicht absehbar. Denn keine Untersuchung hat bislang die Folgen eines Wegfalls der St&auml;dtebauf&ouml;rderung auch nur ansatzweise beleuchtet. Daher kann davon ausgegangen werden, dass dies nicht nur f&uuml;r die kommunalen Finanzen, sondern f&uuml;r die gesamte Volkswirtschaft der Bundesrepublik fatale Folgen haben wird. Auswirkungen, die nicht einfach wiederzubeleben sein werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den ersten Teil ihres Sparpakets hat die Bundesregierung umgesetzt: Am 7. Juli 2010 beschloss das Kabinett den Entwurf des Bundeshaushalts 2011 und den Finanzplan bis 2014. Vor dem Hintergrund einer &bdquo;Schuldenbremse&ldquo;, einer &bdquo;geringeren Neuverschuldung&ldquo; sind Einsparungen in Milliardenh&ouml;he vorgesehen. 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