{"id":6273,"date":"2010-07-23T17:24:46","date_gmt":"2010-07-23T15:24:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6273"},"modified":"2010-07-23T17:24:46","modified_gmt":"2010-07-23T15:24:46","slug":"hinweise-des-tages-2-140","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6273","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Die nerv&ouml;sen Beschwichtiger; das Wunder; warum der Euro nicht funktioniert; Gemeindefinanzkommission; wenn Menschen nur noch M&uuml;ll sind; politische F&uuml;hrung in der &bdquo;Postdemokratie&ldquo;; Wirtschaftssenator Gedaschko tritt zur&uuml;ck; Bruchlandung der Strippenzieher; der doppelte Ramsauer; patentierter Brokkoli geh&ouml;rt Monsanto; Piraterie in Somalia dient vielen Interessen; China ist der st&auml;rkste Kapitalmagnet; Taliban-Offensive; Entwicklung in der Bildung verschlafen. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Die nerv&ouml;sen Beschwichtiger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Das Wunder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Warum der Euro nicht funktioniert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Gemeindefinanzkommission Arbeitsgruppe &bdquo;Standards&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Wenn Menschen nur noch M&uuml;ll sind<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Wie man Ministerien zugrunde richtet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Politische F&uuml;hrung in der &bdquo;Postdemokratie&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Primat der Politik sichern und Missbrauch von Wirtschaftsmacht verhindern: mit Whistleblowing<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Nochmals Bundesbank-Bericht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Hamburgs Wirtschaftssenator Gedaschko tritt zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Die Bruchlandung der Strippenzieher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Der doppelte Ramsauer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Glosse zu &ldquo;Private Investoren bei der Bahn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Patentierter Brokkoli geh&ouml;rt Monsanto<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">DIW-Studie: Piraterie in Somalia dient vielen Interessen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">China ist der st&auml;rkste Kapitalmagnet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Taliban-Offensive nahe Kunduz: Herausfordern, hinrichten, herrschen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Klaus Klemm : &ldquo;Wir haben&nbsp;die Entwicklung verschlafen&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=6273&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die nerv&ouml;sen Beschwichtiger<\/strong><br>\nDie &ldquo;Stresstests&rdquo; f&uuml;r 91 europ&auml;ische Banken, deren Ergebnis am Freitagabend ver&ouml;ffentlicht werden, sind eine Show, die der Vertrauensbildung dienen sollte. Solche Tests werden regelm&auml;&szlig;ig von der europ&auml;ischen Bankenaufsicht durchgef&uuml;hrt. Neu ist nur, dass diesmal Ergebnisse ver&ouml;ffentlicht werden, eben damit das Vertrauen ins Bankensystem wieder zunimmt. Gepr&uuml;ft wird, wie Banken mit simulierten Krisen fertig w&uuml;rden. Worin diese bestehen k&ouml;nnten, muss freilich jedes mal neu prognostiziert werden. Nicht immer wird das simuliert, was sp&auml;ter tats&auml;chlich eintritt. Ein fr&uuml;herer Aufseher sagte, er k&ouml;nne sich nicht erinnern, &ldquo;dass schon einmal etwas getestet wurde, was in der Zukunft wirklich Stress gemacht h&auml;tte&rdquo;.<br>\nVon Anfang an war die Nervosit&auml;t gro&szlig; und wurde die Gelassenheit, die man zur Schau stellen wollte, eher dementiert.Der allgemeine Eindruck, der sich aufdr&auml;ngt, ist der, dass die europ&auml;ischen Regierungen zwar immerzu behaupten, die Wirtschaftskrise sei bew&auml;ltigt, in Wahrheit aber selbst f&uuml;rchten, dass sie sich fortsetzen und wohl gar noch steigern kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/positionen\/1029-die-nervoesen-beschwichtiger\">der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Das Wunder<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Nur ein paar Kleinigkeiten<\/strong><br>\nDie Einkaufsmanagerumfragen in Europa fallen gro&szlig;artig aus und verz&uuml;cken die Anleger. Aber wieso sind die EU-Industriebestellungen dann auf dem Niveau von 2005 &ndash; und 17 Prozent unter der alten Spitze?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:das-kapital-nur-ein-paar-kleinigkeiten\/50147712.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke &ndash; Kein Wunder<\/strong><br>\nJe hei&szlig;er die Tage, desto mehr wimmelt es bei uns von (&ouml;konomischen) Wundern und Sommerm&auml;rchen. Das ist Quatsch. Die Erfolge lassen sich einfach erkl&auml;ren &ndash; und k&ouml;nnen bei falscher Handhabung bald vorbei sein.<br>\nDas Ganze erinnert an den Sommer 2006&hellip; Damals galt bis weit ins Jahr, dass die deutsche Wirtschaft bestenfalls schw&auml;cheln kann. Da hie&szlig; es nach einge&uuml;btem Standard, dass noch viel mehr reformiert werden m&uuml;sse. Und als die Arbeitslosigkeit pl&ouml;tzlich fiel, war von Wundern und Sommerm&auml;rchen die Rede &ndash; bis gewandte Gro&szlig;denker der Republik auf die Idee kamen, die gerade noch als unzureichend gescholtenen Reformen doch als grandios umzudefinieren und damit den Aufschwung nachzuerkl&auml;ren.<br>\nVieles spricht daf&uuml;r, dass eher die Dauerkrise 2001 bis 2005 missverstanden wurde&hellip;<br>\nZu den angeblichen Wundern 2010 z&auml;hlt, dass hiesige Einkaufsmanager ihre Gesch&auml;fte als so gut einstufen wie sonst nur zu besten Zeiten &ndash; trotz Griechen und anderen Desastern. Und dass die k&uuml;rzlich noch totgesagte Autoindustrie mehr Auftr&auml;ge kriegt als vor dem Lehman-Schock 2008. Oder dass es in Deutschland fast so viele Erwerbst&auml;tige gibt wie damals, obwohl die Wirtschaftsleistung zwischendurch um f&uuml;nf Prozent eingebrochen ist. Der Euro steht wieder bei 1,30 Dollar. Nicht einmal Hyperinflation haben wir, obwohl im Euro-Raum alle (deutschen) Prinzipien gebrochen wurden und die Notenbank, furchtbar, Staatsanleihen kauft, wie selbst ernannte Gralsh&uuml;ter zeterten.<br>\nJe mehr sich die Schockstarre l&ouml;st, desto mehr Gesch&auml;fte werden nachgeholt &ndash; was erkl&auml;rt, warum die Industrie weltweit mittlerweile wieder mehr produziert als vor dem Lehman-Schock; oder dass der Welthandel fast wieder so hoch ist wie damals.<br>\nNur so ist auch erkl&auml;rbar, warum die Deutschen so relativ glimpflich davonkamen.<br>\nAll das ist weder Wunder noch M&auml;rchen, teils eher Zufall &ndash; und Ergebnis gl&uuml;cklicher Wirtschaftspolitik. Das hei&szlig;t auch, dass es kein Garant ist f&uuml;r fortgesetzte Wunder. Noch ist der Aufschwung zu frisch, um bei gr&ouml;&szlig;eren Schocks nicht zu kippen. Da w&auml;re es gut, Konjunkturhilfen bereitzuhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:kolumne-thomas-fricke-kein-wunder\/50147652.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser G.K.: Thomas Fricke schreibt:<\/strong><\/em><br>\n<em>&ldquo;Bei der n&auml;chsten Krise k&ouml;nnte es wieder interne Gr&uuml;nde, &Uuml;berkapazit&auml;ten und &Uuml;berhitzungen geben, die zu beheben sind. Dann k&ouml;nnte die Regierung Kurzarbeit noch so stark subventionieren &ndash; die Unternehmen w&uuml;rden eher entlassen, weil es nicht nur um &Uuml;berbr&uuml;ckung eines Psychoschocks geht. Dann werden sie auch nicht mehr mit einem solchen Polster jahrelang gedr&uuml;ckter L&ouml;hne in die Krise gehen; dazu kam es diesmal nur durch den einsch&uuml;chternden Mix aus F&uuml;nf-Millionen-Arbeitslosigkeit und Hartz-IV-Einf&uuml;hrung. Wenn die Arbeitslosigkeit bald unter drei Millionen f&auml;llt, wird Personal in vielen Branchen zunehmend knapp werden &ndash; und die L&ouml;hne entsprechend steigen. Gut so.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Ob sich Thomas Frickes Hoffnung auf steigende L&ouml;hne in Deutschland Wirklichkeit wird, darf bezweifelt werden:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>F&uuml;r die im Jahre 2004 zur EU beigetretenen osteurop&auml;ischen Staaten (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn) gilt ab Mai 2011 die uneingeschr&auml;nkte Freiz&uuml;gigkeit bei der Arbeitsplatzwahl in Europa. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die deutsche Wirtschaft die Arbeitnehmer aus den osteurop&auml;ischen Staaten als Druckmittel gegen die hiesigen Arbeitnehmer instrumentalisieren wird.<\/em>\n<\/li>\n<li><em>Auch der drastische Anstieg der befristet abgeschlossenen Arbeitsvertr&auml;ge gibt den Unternehmen ein potenzielles Druckpotenzial gegen&uuml;ber den Besch&auml;ftigten an die Hand. Betrug der Anteil der im Jahre 2001 befristet abgeschlossenen Arbeitsvertr&auml;ge &ldquo;nur&rdquo; 32 Prozent, so erh&ouml;hte sich dieser Anteil bis zum Jahre 2008 auf 44 Prozent und im Jahre 2009 auf 47 Prozent.<\/em>\n<\/li>\n<li><em>Die deutschen Arbeitslosendaten sind massiv gesch&ouml;nt (siehe den NachDenkSeiten-Beitrag &ldquo;<a href=\"\/?p=6174\">Das angebliche Jobwunder<\/a>&rdquo;<br>\nVergleicht man EU-weit statt der monatlich offiziell ver&ouml;ffentlichten Arbeitslosenquoten die umfassenderen Quoten der Unterbesch&auml;ftigung, dann verfl&uuml;chtigt sich das von den Mainstream-Medien ausgerufene &ldquo;Jobwunder&rdquo;. <\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F06%2F30%2Fa0029&amp;cHash=3bb2492a26\">Ulrike Herrmann (taz) zu dem ern&uuml;chternden Befund:<\/a><br>\n&ldquo;Es ist ein monatliches Ritual, das stets viel Aufmerksamkeit findet: die Pr&auml;sentation der Arbeitsmarktzahlen. (&hellip;) Aber was sagen die Zahlen eigentlich? Was bedeutet es, dass im Mai etwa 3,2 Millionen Menschen offiziell arbeitslos waren? Nicht viel.<br>\nWie unvollst&auml;ndig die Zahlen der Bundesagentur sind, f&uuml;hrte am Dienstag das Statistische Bundesamt vor, das die Unterbesch&auml;ftigung in Deutschland erhebt. Danach w&uuml;rden 8,6 Millionen Menschen zwischen 15 und 74 Jahren gern mehr arbeiten, als sie es derzeit tun. Dazu geh&ouml;ren nicht nur die 3,2 Millionen Erwerbslosen. Hinzu kommen 1,2 Millionen in der &ldquo;stillen Reserve&rdquo;, die sich durch Fortbildungen hangeln oder keine Kinderbetreuung finden. Dann gibt es Millionen Teilzeitbesch&auml;ftigte, die am liebsten ihre Arbeitszeit aufstocken w&uuml;rden. Auch manche Vollzeitkraft k&ouml;nnte sich &Uuml;berstunden vorstellen, um den Verdienst aufzubessern.<br>\nEs ist nicht trivial, welche Statistik von Politik und Medien beachtet wird. Z&auml;hlt man n&auml;mlich nur die offiziellen Erwerbslosen, dann steht Deutschland unter den 27 EU-Staaten sehr gut da: Zuletzt war es Platz 7, wie die Bundesagentur ausweist. Wird jedoch auch die Unterbesch&auml;ftigung ber&uuml;cksichtigt, landet Deutschland pl&ouml;tzlich weit hinten &ndash; auf Platz 20.&rdquo;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li><li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Warum der Euro nicht funktioniert<\/strong><br>\nEtwas l&auml;uft grunds&auml;tzlich schief in Europa. Eine einheitliche Geldpolitik &ndash; der Euro &ndash; behandelt einen Wirtschaftsraum mit gro&szlig;en Unterschieden wie ein homogenes Gebilde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/107_107815.html\">Magazin Mitbestimmung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Gemeindefinanzkommission Arbeitsgruppe &bdquo;Standards&ldquo;<\/strong><br>\n&bdquo;Die Arbeitsgruppe &bdquo;Standards&ldquo; wurde im Rahmen der 1. Sitzung der Gemeindefinanzkommission eingesetzt. Ziel ist, auf der Ausgabenseite auf der Basis einer<br>\nBestandsaufnahme L&ouml;sungsvorschl&auml;ge zu den dr&auml;ngenden Problemen des kommunalen Finanzsystems zu erarbeiten und zu bewerten. Hierzu geh&ouml;ren zum einen Entlastungen durch m&ouml;gliche Flexibilisierungen von Standards und zum anderen die  Ausgabeentwicklung im Bereich Sozialausgaben.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.der-betrieb.de\/content\/pdfft,187,361258%20\">der Betrieb<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wieder einmal eine &bdquo;Reform&ldquo; die im Wesentlichen die K&uuml;rzung von Sozialausgaben z.B. Mietkosten f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger zum Ziel hat.<br>\nSiehe dazu: &bdquo;<a href=\"\/?p=6240\">Politik im Defizit &ndash; Austerit&auml;t als fiskalpolitisches Regime<\/a>&ldquo;<br>\nSiehe dazu die Kleine Anfrage der Fraktion der Gr&uuml;nen &bdquo;<a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/022\/1702241.pdf%20\">Diskussion &uuml;ber Standards und K&uuml;rzung von sozialen Leistungen in der Gemeindefinanzkommission [PDF &ndash; 91 KB]<\/a>&ldquo; <\/em><\/p>\n<p>Siehe dazu auch: Hartz-IV-Empf&auml;ngern droht Mietschock Die Kommunen wollen k&uuml;nftig die Unterkunftskosten f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger selbst festlegen. Zahlreiche Betroffene m&uuml;ssten sich dann wohl eine neue Wohnung suchen. Die Mietkosten zu senken ist nur ein Vorschlag f&uuml;r die klammen Kommunen. Die &ldquo;Arbeitsgruppe Standards&rdquo; hat in ihrem Zwischenbericht zahlreiche weitere Sparideen gesammelt: Behinderte k&ouml;nnten etwa nicht mehr kostenlos Bus und Bahn nutzen d&uuml;rfen, und der Zugang zu Behindertenwerkst&auml;tten k&ouml;nnte f&uuml;r alle beschr&auml;nkt werden, die einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente haben. Was von den &uuml;ber 200 anderen Ideen umgesetzt wird, ist offen &ndash; neben dem Arbeitsministerium m&uuml;ssen auch noch andere Fachressorts die <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:radikaler-sparvorschlag-hartz-iv-empfaengern-droht-mietschock\/50147739.html?mode=print\">Vorschl&auml;ge pr&uuml;fen<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wenn Menschen nur noch M&uuml;ll sind<\/strong><br>\nNick Flynn hat seinen verschollen geglaubten Vater durch Zufall in einem Obdachlosenasyl in Boston wiedergefunden. Im FR-Interview spricht der US-Schriftsteller &uuml;ber einen pers&ouml;nlichen Schock, die Verrohung seiner Landsleute und die schmutzigen Praktiken der CIA.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/2877939_Schriftsteller-Nick-Flynn-Wenn-Menschen-nur-noch-Muell-sind.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wie man Ministerien zugrunde richtet<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here s&auml;chsische Datenschutzbeauftragte kritisiert Klientelwirtschaft in s&auml;chsischen Ministerien. Eine Verwaltung, die nach einer politischen Decke gestreckt wird, sei ein rechtsstaatliches Gr&auml;uel.<br>\nGanz deutlich aber hat die Korruption, mittlerweile durch Studien und Vergleiche anerkannter Organisationen belegt, in Deutschland zugenommen: Viele wichtige Entscheidungen gelten als &bdquo;gekauft&ldquo;. Gr&ouml;&szlig;te Gefahr droht dabei vom Einfluss der politischen Parteien, die doch in der &ouml;ffentlichen Verwaltung nichts zu suchen haben; ihren Auftrag begrenzt das Grundgesetz auf die &bdquo;Mitwirkung an der politischen Willensbildung&ldquo;. Der fr&uuml;here Bundespr&auml;sident Richard von Weizs&auml;cker stellte schon vor 25 Jahren fest: &bdquo;Sie machen sich den Staat zur Beute.&ldquo;<br>\nDie Bereiche, die von Beh&ouml;rden gelenkt und beeinflusst werden, pr&auml;gen das gesamte soziale Dasein. Deshalb muss das neutrale, gesetzm&auml;&szlig;ige und reibungslose, das verl&auml;ssliche Funktionieren dieses Dienstes im Zentrum aller rechtsstaatlichen Bem&uuml;hungen stehen. Den Ministerien kommt dabei eine vorbildhafte Funktion zu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/artikel.asp?id=2515466\">S&auml;chsische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Politische F&uuml;hrung in der &bdquo;Postdemokratie&ldquo;<\/strong><br>\nDie postdemokratische Konstellation l&auml;sst sich nach Crouch durch vier Merkmale charakterisieren, die in zunehmendem Ma&szlig;e in westlichen Demokratien beobachtet werden<br>\nk&ouml;nnen:<br>\nAuf der formal-institutionellenEbene bleiben demokratische Institutionen und Prozeduren erhalten, so dass der Blick von au&szlig;en, ohne Kenntnis des internen Prozesses der Demokratie, sie f&uuml;r normativ intakt halten w&uuml;rde; das entspricht jedoch nicht der Realit&auml;t, da sie massiv an Bedeutung f&uuml;r die demokratische Entscheidung verloren haben.<br>\nDaraus resultiert das zweite Merkmal der Postdemokratie, wonach Parteipolitik und der Wettkampf der Parteien um W&auml;hlerstimmen zunehmend von Inhalten, die sp&auml;ter Regierungspolitik programmieren sollen, befreit werden. An die Stelle klarer Programmatik und der Diskussion politischer Handlungsoptionen treten personalisierte Wahlkampfstrategien.<br>\nDie Inhalte der Politik werden drittens zunehmend von der &bdquo;Firma&ldquo; bestimmt, also als Folge des Zusammenwirkens politischer und &ouml;konomischer Akteure.<br>\nDaraus folgt viertens, dass die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger als Demos zwar nicht de jure, aber de facto entmachtet werden. Postdemokratie ist in diesem Verst&auml;ndnis eine Scheindemokratie im institutionellen Geh&auml;use einer vollwertigen Demokratie.<br>\nDer seit dem Ende des Ost-West-Konflikts steigende Anteil &bdquo;unzufriedener Demokraten&ldquo;  &ndash; von B&uuml;rgern, die zwar &uuml;berzeugt davon sind, dass Demokratie die beste Herrschaftsform ist, die jedoch Kritik an der Funktionsweise und Performanz der implementierten Demokratieform &uuml;ben &ndash; ist wohl weniger auf einen Mangel an politischen F&uuml;hrern zur&uuml;ckzuf&uuml;hren als auf die Wahrnehmung einer nicht ausreichenden Responsivit&auml;t. Belegt wird dies durch das sinkende Vertrauen in politische Institutionen und in die politische Elite sowie durch die massiven Ansehensverluste, die das Berufsbild des Politikers erlitten hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/files\/5E02XS.pdf\">Aus Politik und Zeitgeschichte, bpb   S. 9 ff. [PDF &ndash; 2.3 MB]<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.sopos.org\/aufsaetze\/4b927785e82fb\/1.phtml\">Arno Kl&ouml;nne schreibt dazu im Ossietzky<\/a>: Eine lesenswerte Lagebeschreibung, die da im Fachjargon geliefert wird. &raquo;Postdemokratie&laquo; als gesellschaftliche Zukunft? Der Begriff verharmlost. &raquo;Post&laquo; bedeutet, wie der Lateiner wei&szlig;, einen Zustand nach dem Ende des vorhergehenden Zustandes. &raquo;Postdemokratie&laquo; w&auml;re demnach ein politisches Entscheidungssystem, in dem die Demokratie abgeschafft ist, die Verpackung aber die alte bleibt, damit keine Aufregung entsteht.<\/em><\/p><\/li>\n<p><strong>Dazu:<\/strong> <\/p>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Primat der Politik sichern und Missbrauch von Wirtschaftsmacht verhindern: mit Whistleblowing<\/strong><br>\nBeim Versuch, die Ursachen der Finanzkrise anzugehen und staatliche Kontrollmechanismen auszubauen, setzen die USA jetzt verst&auml;rkt auf ein Instrument, welches diesseits des Atlantiks noch weitgehend unbekannt ist: Whistleblowing. Nach Meinung des Whistleblower-Netzwerks sollten sich Politiker in Deutschland und Europa hieran ein Beispiel nehmen.<br>\nSchon beim Entstehen der Finanzkrise hatte es immer wieder Whistleblower, also Brancheninsider, wie z.B. Harry Markopoulos oder Paul Moore gegeben, die fr&uuml;hzeitig auf Fehlentwicklungen aufmerksam gemacht haben. Leider hatten die Aufsichtsbeh&ouml;rden ihnen kein Geh&ouml;r geschenkt. Stattdessen wurden sie von ihren Arbeitgebern abgestraft oder vor die T&uuml;r gesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/pressemitteilung.ws\/node\/221080\">Pressemitteilungen WebService<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Auch die NachDenkSeiten bekommen &ouml;fters Tipps von Insidern, die aufgrund Ihrer beruflichen Stellung anonym bleiben m&ouml;chten. Whistleblowing w&auml;re wenigstens ein Element, mehr Transparenz herzustellen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Nochmals <a href=\"\/?p=6258#h05\">Bundesbank-Bericht<\/a><\/strong><br>\nHeiner Flassbeck schreibt uns dazu:<br>\nDieser Bericht ist wirklich ein Skandal ohnegleichen&hellip;die Bundesbank wirbt implizit f&uuml;r Deflation.<br>\nMan m&uuml;sste ihnen noch einmal unter die Nase reiben, dass ihr Ergebnis <em>&ldquo;Letztlich liegt der Schluss nahe, dass nicht die Leistungsbilanzdefizite per se die derzeitigen Probleme in den Peripheriel &auml;ndern generiert haben, sondern die volkswirtschaftlich ineffiziente Verwendung des vom Ausland bereitgestellten Kapitals.&rdquo;<\/em> ja wohl bedeutet, dass die sonst so weisen M&auml;rkte so dumm sind, dass sie dauernd schlechten Schuldnern Kredite zur Verf&uuml;gung stellen.<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Hamburgs Wirtschaftssenator Gedaschko tritt zur&uuml;ck<\/strong><br>\nGedaschko &ndash; seit rund dreieinhalb Jahren Senator &ndash; sagte, er habe Beust schon vor Wochen &uuml;ber seinen Plan informiert, in die Wirtschaft zu wechseln. Er habe nie bis zum Ende seines beruflichen Lebens Politik machen wollen, sagte der fr&uuml;here Landrat im nieders&auml;chsischen Landkreis Harburg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1\/Doc~E7FA95966092B4117B87A9A48C1686886~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Immer mehr Politiker geben ihre &Auml;mter auf und wechseln in die Wirtschaft und es ist schon &uuml;blich geworden, dass abgew&auml;hlte oder ausgeschiedene Politiker bei der Wirtschaft anheuern oder sich als Berater von Wirtschafts- und Finanzunternehmen verdingen. Einmal abgesehen davon, dass dieser Dreht&uuml;reffekt Gefahren der politischen Vorteilsbeschaffung f&uuml;r die anheuernden Unternehmen heraufbeschw&ouml;rt, um nicht zu sagen ein hohes Risiko der politischen Korruption in sich birgt, der Hintergrund d&uuml;rfte ein bedrohlicherer sein:<br>\nImmer weniger werden politische &Auml;mter &ndash; pathetisch gesprochen &ndash; als &bdquo;Dienst an der Allgemeinheit&ldquo; betrachtet. Im Zeitalter, in dem Geld die Welt regiert und das Einkommen den gesellschaftlichen Status bestimmt, wird es f&uuml;r Politiker immer wichtiger mehr Geld zu verdienen als das in ihren &Auml;mtern m&ouml;glich ist. Und die Wirtschaft zahlt halt f&uuml;r weniger &Auml;rger und weniger Aufwand um ein Vielfaches besser.<br>\nEin weiteres kommt hinzu: Politiker sind h&auml;ufig Menschen, die Macht aus&uuml;ben m&ouml;chten. Mehr und mehr wird jedoch erkennbar, dass wirkliche Macht gar nicht mehr &uuml;ber die Politik ausge&uuml;bt wird, sondern durch Wirtschaftsmacht. Es ist daher naheliegend, dass gerade solche Politiker, die sich gerne als Alphatiere sehen, dort hingehen, wo sie wirkliche Macht haben und dazu noch viel Geld verdienen und Verg&uuml;nstigungen in Anspruch nehmen k&ouml;nnen, die sie ohne &ouml;ffentliche Kritik in ihren &Auml;mtern nicht h&auml;tten in Anspruch nehmen k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Bruchlandung der Strippenzieher<\/strong><br>\nEine Milliarde Euro soll die Luftfahrt zum Sparpaket beitragen. Die Branche kocht, doch langsam verliert sie an Einfluss &ndash; Sch&auml;uble rechnet bereits mit den Einnahmen.<br>\nWarum muss der Chef der zweitgr&ouml;&szlig;ten deutschen Fluggesellschaft in einem Leitartikel gegen eine getroffene Entscheidung polemisieren, obwohl seinesgleichen sonst lieber jenseits der &Ouml;ffentlichkeit Einfluss nimmt? Warum halten die gro&szlig;en Parteien und die Ministerialbeamten nicht mehr sch&uuml;tzend ihre Hand &uuml;ber eine Branche, die sie sonst stets p&auml;ppelten?<br>\nZwischen 1998 und 2009 verschliss die SPD f&uuml;nf Minister im Verkehrsressort: Franz M&uuml;ntefering, Reinhard Klimmt, Kurt Bodewig, Manfred Stolpe, Wolfgang Tiefensee. Matthias von Randow blieb. Der heute 51-j&auml;hrige Sozialdemokrat diente fast ein Jahrzehnt lang an f&uuml;hrender Stelle im Ministerium. Erst als Chef des Leitungsstabs, dann der Grundsatzabteilung, dann als Staatssekret&auml;r. Ende 2008 lie&szlig; ihn Wolfgang Tiefensee in der Aff&auml;re um &uuml;berh&ouml;hte Bonuszahlungen f&uuml;r Bahnmanager fallen. Schon nach wenigen Wochen hatte er einen neuen Job &ndash; als Direktor f&uuml;r internationale Verkehrsrechte bei Air Berlin und &ldquo;Bevollm&auml;chtigter des Vorstandes f&uuml;r Politik&rdquo;.<br>\nPikant ist auch der Fall des CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus Br&auml;hmig: Der Vorsitzende des Tourismusausschusses besch&auml;ftigte in der vergangenen Wahlperiode einen Mitarbeiter, der gleichzeitig Pressesprecher der Arbeitsgemeinschaft deutscher Verkehrsflugh&auml;fen war. Als <a href=\"https:\/\/service.sueddeutsche.de\/index.htm\">S&uuml;ddeutsche.de<\/a> dies &ouml;ffentlich machte, erkl&auml;rte Br&auml;hmig, er finde den Zweitjob &ldquo;&uuml;berhaupt nicht problematisch&rdquo;.<br>\nAuch finden viele Fachpolitiker nichts dabei, wenn die Branche allj&auml;hrlich Bundestagsabgeordnete zum Expertenseminar nach Mallorca l&auml;dt. Offiziell geht es um Sachthemen. Doch Gratisflug und Hotel sind inklusive, N&auml;he zwischen Politikern und Lobbyisten sowieso.<br>\nSchon von Berufs wegen haben viele Politiker gro&szlig;es Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Branche. Sie z&auml;hlen selbst zu den Vielfliegern. In der Aff&auml;re um privat genutzte Bonusmeilen musste 2002 der heutige Gr&uuml;nen-Chef Cem &Ouml;zdemir vom Amt des innenpolitischen Sprechers der Fraktion zur&uuml;cktreten, PDS-Mann Gregor Gysi nutzte die Aff&auml;re f&uuml;r den Absprung vom Amt eines Berliner Wirtschaftssenators. Die meisten Abgeordneten flogen mit dem Branchenf&uuml;hrer Lufthansa.<br>\nEs gibt kaum ein Bundesland, das nicht mit hoch subventionierten Regionalflugh&auml;fen Airlines anlocken will.<br>\nUnd es gibt kaum eine Branche, die der &Ouml;ffentlichkeit eine so hohe Aufmerksamkeit zukommen l&auml;sst: Air Berlin gew&auml;hrt seit Jahren Journalisten einen Rabatt von f&uuml;nfzig Prozent auf private Fl&uuml;ge.<br>\nIm Gegensatz zu anderen Branchen zahlen Fluggesellschaften keine Steuern auf den Treibstoff, sie m&uuml;ssen keine Zertifikate f&uuml;r ihre Emissionen kaufen, die Landegeb&uuml;hren auf kleineren Flugh&auml;fen werden oft von den Landesregierungen subventioniert, zudem entf&auml;llt f&uuml;r internationale Fl&uuml;ge die Mehrwertsteuer. Wenn die Branche ab 2012 in den EU-weiten Emissionshandel einbezogen wird, erhalten Airlines 85 Prozent der Verschmutzungsrechte gratis. Kein anderes Verkehrsmittel genie&szlig;t so viele Privilegien, weder die Bahn noch das Auto.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/die-bruchlandung-der-strippenzieher\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> &bdquo;Noch ist die Abgabe vom Bundestag nicht beschlossen, noch versucht die Branche, ihren Einfluss geltend zu machen&ldquo;, schreibt die taz selbst. Mal sehen, ob Sch&auml;uble die Rechnung nicht ohne die Lobby gemacht hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der doppelte Ramsauer<\/strong><br>\nVerkehrsminister Peter Ramsauer als Vork&auml;mpfer der Verbraucher? Nichts als Heuchelei, denn die Probleme bei der Bahn gehen auch auf sein Konto.<br>\nVerkehrsminister Ramsauer ist derjenige in unserer Regierung, der sich unerschrocken auf die Seite der Schutzlosen und Entrechteten schl&auml;gt, kurz: der Verbraucher. Der gegen Unternehmensgier und kurzfristige Profitinteressen vorgeht.<br>\nDer wilde, sonnengebr&auml;unte Typ, der einst als Chef der CSU-Landesgruppe gegen die V&auml;termonate (&ldquo;Wickelvolontariat&rdquo;) k&auml;mpfte. Der noch 2007 ablehnte, den Bahn-B&ouml;rsengang zu verschieben. Der zusammen mit Bahn-Chef Grube unverdrossen die alte Vision von der Bahn als schlankem Global Player verfolgt.<br>\nJener zweite Ramsauer war es auch, der die Bahn erst k&uuml;rzlich in die Lage brachte, noch mehr sparen zu m&uuml;ssen: einmal weil er als oberster Bahnaufseher nichts gegen den teuren Zukauf des britischen Unternehmens Arriva hatte. Zum zweiten, weil die Bundesregierung gerade jetzt Rendite von der Bahn AG sehen will, 500 Millionen im Jahr. Und das, wo sich nicht nur die Debakel h&auml;ufen: Das Streckennetz wimmelt ohnehin vor Langsamfahrstellen, im Fernverkehr fehlen Reservez&uuml;ge, manche Bahnh&ouml;fe lassen Besucher spontan glauben, sie seien in Rum&auml;nien gelandet.<br>\nIst jetzt also mit den 500 Euro f&uuml;r Hitzeopfer wirklich alles gut? Nat&uuml;rlich nicht. Wenn die Bahn auf Kurs bleibt, ist die n&auml;chste Panne schon fast in Sichtweite. Ein Verkehrspolitiker, der auf sich h&auml;lt, muss sich in diesen Tagen noch einmal die alte Frage stellen, ob die Bahn in Deutschland nicht doch eine &ouml;ffentliche Aufgabe erf&uuml;llt, bei der &uuml;berh&ouml;hte Einsparungen und Renditeerwartungen nicht nur ein verkehrstechnischer GAU w&auml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/reisen\/2010-07\/bahn-ramsauer-grube\">Zeit Online Reisen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Glosse zu &ldquo;Private Investoren bei der Bahn: Ich behaupte, dabei k&ouml;nnen am Ende viele gewinnen. Die Bahnkunden zum Beispiel.&rdquo;<\/strong><br>\n&ndash; <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/bahnprivatisierung16.html\">Oliver G&uuml;nther, HR<\/a> vom 27. Oktober 2007 &ndash;<br>\nNach den aktuellen Geschehnissen mu&szlig; man den Bef&uuml;rwortern der Bahnprivatisierung, f&uuml;r die exemplarisch G&uuml;nthers schon etwas angestaubte Aussage steht, anerkennend die H&auml;nde sch&uuml;tteln. Ja, die Privatisierung w&uuml;rde Bahnkunden zu Gewinnern machen, zu gut gek&uuml;hlten Gewinnern, die nicht wie Grashalme zusammenklappen, nicht in einem rollenden Dampfgarer durch die Lande zuckeln m&uuml;ssten. Die Bruthitze w&auml;re nie und nimmer in Bahnwaggons eingezogen, wenn der Laden in Hand eines privaten Unternehmens w&auml;re &ndash; da irren sich die Freunde der Privatisierung ausnahmsweise einmal nicht!<br>\nEine privatisierte Bahn h&auml;tte Hitzekoller und Zusammenbr&uuml;che vermeiden k&ouml;nnen; sie h&auml;tte daf&uuml;r Sorge getragen, dass es so weit nicht gekommen w&auml;re &ndash; jedenfalls nicht in diesem Ausma&szlig;. Denn bei einem privatisierten Bahnunternehmen w&auml;ren die Z&uuml;ge entweder so sp&auml;t gekommen, dass viele Bahnreisende liebend gerne auf ein Zusteigen verzichtet h&auml;tten &ndash; oder bestimmte Bahnh&ouml;fe w&auml;ren schon seit Jahren tot, sodass eine ganze Menge Bahnkunden erst &uuml;berhaupt nicht in die Bredouille gedr&auml;ngt w&uuml;rden, ein Bahnticket erwerben zu m&uuml;ssen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2010\/07\/de-dicto_23.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Patentierter Brokkoli geh&ouml;rt Monsanto<\/strong><br>\nEigentlich dachte man, das Patent auf Brokkoli geh&ouml;re einer kleinen englischen Firma. Doch auch hinter dem Brokkoli-Patent steckt Saatgut-Multi Monsanto.<br>\nDas Patent auf Brokkoli, das im Moment vom Europ&auml;ischen Patentamt &uuml;berpr&uuml;ft wird, schien eine Ausnahme zu sein &ndash; ist es doch von der kleinen britischen Firma Plant Bioscience angemeldet worden. Nun aber stellt sich heraus: Auch hinter diesem Patent steckt Monsanto.<br>\n&ldquo;Unser Tochterunternehmen Seminis ist Lizenznehmer des Patents&rdquo;, sagte Monsanto-Sprecher Andreas Thierfelder am Freitag der taz.<br>\nDer Konzern ist der gr&ouml;&szlig;te Produzent von gentechnisch ver&auml;ndertem Saatgut. Doch zunehmend meldet er auch Patente auf Pflanzen an, die wie der Brokkoli ohne Genmanipulation erzeugt wurden. Solche Pflanzen d&uuml;rfen Z&uuml;chter nur noch mit Genehmigung des Patentinhabers weiterz&uuml;chten und verkaufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/konsum\/artikel\/1\/lizenz-zur-nutzung\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>DIW-Studie: Piraterie in Somalia dient vielen Interessen<\/strong><br>\nDer internationale Milit&auml;reinsatz gegen die Piraterie vor der K&uuml;ste Somalias hat keine sp&uuml;rbare Abschreckungswirkung. Die Zahl der Piratenangriffe hat sich seit Beginn der Milit&auml;raktion sogar nahezu verdoppelt. Zugleich hat sich der Wirtschaftskreislauf der Piraterie so stabilisiert, dass er f&uuml;r die Beteiligten zu einem kalkulierbaren Gesch&auml;ft geworden ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). &bdquo;Die wichtigen Akteure in der Region haben ein Interesse am Fortbestehen der Piraterie, solange die Situation nicht eskaliert und die L&ouml;segeldzahlungen im bisherigen Rahmen bleiben. Genau dazu hat aber der Marineeinsatz beigetragen&ldquo;, sagte DIW-Expertin Anja Shortland.<br>\nDie DIW-Studie untersucht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Piraterie am Horn von Afrika. Zentraler Befund der Berliner &Ouml;konomen: Die gr&ouml;&szlig;ten Hindernisse f&uuml;r eine Bek&auml;mpfung der Piraterie liegen in den gesch&auml;ftlichen Interessen der Beteiligten. &bdquo;Die Piraterie ist nicht nur f&uuml;r die beteiligten Somalier ein gutes Gesch&auml;ft&ldquo;, sagte Anja Shortland bei der Vorstellung der Studie. &bdquo;Die Versicherer zum Beispiel machen gute Gewinne und verlangen deshalb von den Schiffseignern keine Sicherheitsvorkehrungen, die Kaperungen schwieriger machen w&uuml;rden. Man darf nicht erwarten, dass die Versicherungen an dem Ast s&auml;gen, der Ihnen diesen Versicherungsmarkt m&ouml;glich macht.&ldquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.358568.de\/themen_nachrichten\/piraten_lassen_sich_nicht_abschrecken.html\">DIW Pressemitteilung<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.358537.de\/10-29.pdf\">DIW Wochenbericht [PDF &ndash; 488 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando:<\/strong> Eine sch&ouml;ne Wochendendlekt&uuml;re: Der internationale Milit&auml;reinsatz als Stabilisierung der Ertr&auml;ge der Piraten- und Versicherungswirtschaft.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>China ist der st&auml;rkste Kapitalmagnet<\/strong><br>\nEntwicklungs- und Schwellenl&auml;nder wie China und Indien gewinnen als Empf&auml;nger wie auch als Geber von Kapital eine immer gr&ouml;&szlig;ere Bedeutung f&uuml;r die Weltwirtschaft. Nach dem am Donnerstag vorgestellten Weltinvestitionsbericht der UN-Entwicklungsorganisation Unctad floss 2009 die H&auml;lfte aller Investitionen in diese Volkswirtschaften. 2007 empfingen sie erst ein Viertel aller Investitionen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F07%2F23%2Fa0076&amp;cHash=452bfe9330\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wie &uuml;blich werden wieder einmal die Relationen zwischen den Wirtschaftsr&auml;umen kaum berichtet. So flie&szlig;en in die EU Direktinvestitionen im Wert von 362 Mrd. USD, w&auml;hrend Ostasien (Inklusive China) auf 155 Mrd. und S&uuml;damerika auf 55 Mrd. kommen. Allein Deutschland und Frankreich zusammen erreichen, obwohl krisengebeutelt, mit 95 Mrd. mit China Gleichstand. Die Verteilung der Direktinvestitionszufl&uuml;sse bleibt auch im Jahre 2009 h&ouml;chst ungleich. Die Entwicklungsl&auml;nder kommen kaum zum Zuge, der afrikanische Kontinent kommt nur auf 59 Mrd. Auch China hat bei Betrachtung der inl&auml;ndischen Direktinvestitionsbest&auml;nde, wenn man die Gr&ouml;&szlig;e des Landes ber&uuml;cksichtigt, noch einen betr&auml;chtlichen Aufholbedarf. So stehen dem deutschen Direktinvestitionsbestand im Wert von 702 Mrd. USD ein chinesischer im Wert von 473 Mrd. USD gegen&uuml;ber.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Taliban-Offensive nahe Kunduz: Herausfordern, hinrichten, herrschen<\/strong><br>\nDie Gewalt im S&uuml;den des Bundeswehrst&uuml;tzpunkts Kunduz eskaliert. Taliban haben eine Polizeiwache attackiert, sechs Polizisten enthauptet &ndash; als Zeichen der neuen St&auml;rke. Die Region Baghlan droht von den Radikalen &uuml;berrannt zu werden, die westlichen Truppen schlagen mit Kommandoaktionen zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,707683,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Kontrapunkt zur aufwendigen internationalen Konferenz in Kabul lie&szlig; nicht lange auf sich warten. Wenn der Auswahlort, Kabul, der Welt signalisieren sollte, dass die Aufst&auml;ndischen weder die Regeln im Land bestimmen noch &uuml;ber seine Zukunft entscheiden, so haben die Taliban vor allem der afghanischen Bev&ouml;lkerung wieder einmal die Realit&auml;t aufgezeigt. Wenn ein Sprecher der ISAF die Taliban mit den Worten verurteilt: &ldquo;Dieses Ereignis demonstriert erneut die brutalen, barbarischen und sinnlosen Taten der Taliban&rdquo;, wird nur allzu deutlich, dass die ISAF nur noch Worte zu bieten hat. Das Gesetz des Handelns liegt bei der afghanischen Guerilla. Das Grauen ist systemimmanent, wenn Menschen zum Krieg als ultima ratio greifen. Was der Sprecher der ISAF nicht sagt, ist, dass innerhalb der Rationalit&auml;t des Krieges Furcht und Schrecken ein g&auml;ngiges Mittel aller Beteiligten ist. Es ist die Strategie des Terrors schlechthin. Explizit &ldquo;Schock and Awe&rdquo; nannten die USA ihre Strategie im Irak.<br>\nAllein die Aufz&auml;hlung der im Irakkrieg eingesetzten Waffen der US-Armee und der von ihnen erzielten Wirkung <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2003\/14\/03140501.php\">macht die Brutalit&auml;t und Barbarei heutiger Kriege deutlich.<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Klaus Klemm : &ldquo;Wir haben&nbsp;die Entwicklung verschlafen&rdquo;<\/strong><br>\nBildungsforscher Klaus Klemm erkl&auml;rt, warum eine l&auml;ngere Grundschulzeit wichtig f&uuml;r die Gesellschaft ist und was bei der Lehrerausbildung falsch l&auml;uft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/interview-bildungsforscher-klaus-klemm-deutschland-hat-die-entwicklung-verschlafen-1.977565\">SZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Die nerv&ouml;sen Beschwichtiger; das Wunder; warum der Euro nicht funktioniert; Gemeindefinanzkommission; wenn Menschen nur noch M&uuml;ll sind; politische F&uuml;hrung in der &bdquo;Postdemokratie&ldquo;; Wirtschaftssenator Gedaschko tritt zur&uuml;ck; Bruchlandung der Strippenzieher; der doppelte Ramsauer; patentierter Brokkoli geh&ouml;rt Monsanto; Piraterie in Somalia dient vielen Interessen; China ist der st&auml;rkste Kapitalmagnet; Taliban-Offensive; Entwicklung in<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6273\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6273","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6273","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6273"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6273\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6279,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6273\/revisions\/6279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6273"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6273"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6273"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}