{"id":62883,"date":"2020-07-13T10:00:40","date_gmt":"2020-07-13T08:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62883"},"modified":"2020-07-15T07:26:27","modified_gmt":"2020-07-15T05:26:27","slug":"ueber-den-seit-langem-von-westlichen-eliten-betriebenen-aufbau-des-feindbildes-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62883","title":{"rendered":"\u00dcber den seit langem von westlichen \u201cEliten\u201d betriebenen Aufbau des Feindbildes Russland"},"content":{"rendered":"<p>Wem das friedliche Zusammenleben der V&ouml;lker in Europa ein Anliegen ist, wird sich oft und nicht erst seit Putin dar&uuml;ber wundern, wie zielstrebig am Feindbild Russland gemalt wird. Russophobie ist in. Im Mai-Heft von &bdquo;Le Monde Diplomatique&ldquo; ist ein Artikel des Jerusalemer Professors f&uuml;r internationale Beziehungen Guy Laron zum Thema erschienen. Der Titel lautet &uuml;bersetzt: &bdquo;Eine kleine Geschichte der Russophobie&ldquo;. Der Autor berichtet, dass schon seit mindestens zwei Jahrhunderten am Feindbild Russland gearbeitet wird. Und er belegt, dass zu diesem Zweck Dokumente gef&auml;lscht und Geheimdienste eingeschaltet worden sind. Im Westen nichts Neues. Gerhard Kilper hat den Artikel f&uuml;r die NachDenkSeiten zusammengefasst. Daf&uuml;r und f&uuml;r den Hinweis auf den Artikel, der ausgesprochen interessant und aktuell ist, geb&uuml;hrt ihm der Dank der NachDenkSeiten-Leserschaft. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2889\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-62883-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200713-Seit-langem-betriebener-Aufbau-Feindbild-Russland-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200713-Seit-langem-betriebener-Aufbau-Feindbild-Russland-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200713-Seit-langem-betriebener-Aufbau-Feindbild-Russland-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200713-Seit-langem-betriebener-Aufbau-Feindbild-Russland-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=62883-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200713-Seit-langem-betriebener-Aufbau-Feindbild-Russland-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200713-Seit-langem-betriebener-Aufbau-Feindbild-Russland-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Eine kleine Geschichte der Russophobie<\/strong><\/p><p>Zusammenfassender Bericht von Gerhard Kilper &uuml;ber einen in der Mai-Ausgabe 2020 der franz&ouml;sischen Monatszeitung &laquo;Le Monde diplomatique&raquo;  erschienenen Artikel mit dem Originaltitel &laquo;<a href=\"https:\/\/www.monde-diplomatique.fr\/2020\/05\/LARON\/61779\">Petite histoire de la russophobie<\/a>&raquo;<br>\nVon Guy Laron, Professor f&uuml;r internationale Beziehungen an der hebr&auml;ischen Universit&auml;t in Jerusalem.<\/p><p><em>Laron weist in seiner Einleitung auf das juristische Scheitern der amerikanischen Demokraten bei ihrem Versuch hin, Donald Trump f&uuml;r die Pr&auml;sidentenwahl 2016 eine heimliche Zusammenarbeit mit Moskau unterstellen zu k&ouml;nnen. <\/em><br>\n<em>Die innenpolitische Instrumentierung krankhafter antirussischer Zwangsvorstellungen  habe in den westlichen L&auml;ndern eine lange Tradition. Britische Konservative h&auml;tten nicht davor zur&uuml;ckgescheut, mit bewusst lancierten Falschdokumenten eine russophobe Stimmung zu erzeugen, a) um Wahlen zu beeinflussen und b) um von Problemen versch&auml;rfter gesellschaftlicher Inegalit&auml;t abzulenken.<\/em><\/p><p>Ein machiavellistischer Autokrat, Herrscher eines barbarisch-asiatischen Landes bedroht mit seinen allm&auml;chtigen Geheimdiensten, die ihre Fangarme &uuml;ber die ganze Welt ausgebreitet haben, die westliche Zivilisation&hellip; Diese Karikatur-Bilder-Flut russischer Allmacht, die sich t&auml;glich &uuml;ber die westlichen L&auml;nder ergie&szlig;t, gibt es nicht erst, seit Wladimir Putin in den Kreml eingezogen ist. <\/p><p>Der antirussische Wahn, mit historischen Wurzeln schon im 15. Jahrhundert, hatte im Laufe des 19. Jahrhunderts zur Kreierung des &bdquo;Russophobie&ldquo;-Begriffes gef&uuml;hrt. Russophobie stand f&uuml;r bewusste Sch&uuml;rung irrationaler Russland-&Auml;ngste und f&uuml;r &Uuml;bertreibungen einer von Russland ausgehenden Gefahr.<br>\nHintergrund der im 19. und 20. Jahrhundert k&uuml;nstlich erzeugten russophoben Panik war die mit der Industrialisierung sich versch&auml;rfende gesellschaftliche Ungleichheit und das Aufkommen der Arbeiterbewegung. Konservative Eliten sahen in der Russenangst ein probates politisches Vehikel zur Ablenkung der &Ouml;ffentlichkeit von den tats&auml;chlich bestehenden Problemen der inegalit&auml;ren britischen Gesellschaft.<\/p><p>Im Jahr 1817, zwei Jahre nach Ende der Napol&eacute;onischen Kriege, lancierte der zu Beginn des Krieges als Geheimagent und Verbindungsoffizier nach Russland geschickte britische General Sir Robert Wilson &uuml;ber die britische Tageszeitung &bdquo;Morning Chronicle&ldquo; ein Falschdokument als vorgebliches &bdquo;Testament&ldquo; Peters des Gro&szlig;en (1672-1725).<br>\nDas Papier, das Wilson erstmals 1812 zu Gesicht bekommen hatte, enthielt angebliche Expansionsempfehlungen Peters des Gro&szlig;en an seine Nachfolger. In Wirklichkeit war es ein von den Franzosen verfasstes Propagandapapier, das frz. Truppen auf ihrem R&uuml;ckzug   hinterlassen hatten.<br>\nWilson war vollkommen klar, dass es sich bei dem angeblichen Testament um ein franz&ouml;sisches Falschpapier zur Legitimierung der Russlandinvasion handelte. Dennoch publizierte er 1817 ein Buch, in dem er sich &ndash; unter Bezug auf die F&auml;lschung &ndash; zur Vorhersage verstieg, Russland werde f&uuml;r Gro&szlig;britannien ein schlimmerer Feind werden als das j&uuml;ngst im B&uuml;ndnis mit Russland besiegte Frankreich.<br>\nZwar war Wilson als Kriegsteilnehmer die entscheidende Bedeutung der russischen Landarmee bei der Besiegung Napol&eacute;ons klar, doch das war jetzt f&uuml;r ihn nur noch ein weit zur&uuml;ckliegendes Erinnerungsst&uuml;ck.<\/p><p>Woher dieser pl&ouml;tzliche B&uuml;ndnis-Sinneswandel[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]?<br>\nZu Beginn des 19. Jahrhunderts blickte Gro&szlig;britannien auf drei Jahrhunderte Freihandel und auf freundschaftliche Beziehungen zu Russland zur&uuml;ck, das ihm insbesondere als Rohstoffquelle diente. Ab der Wende zum 19. Jahrhundert unternahmen jedoch die Zaren Alexander I. (1801-1825) und Nikolaus I. (1825-1855) verst&auml;rkte Anstrengungen zur eigenen Industrialisierung und f&uuml;hrten ein System von Schutzz&ouml;llen ein. Der englische Export wurde dadurch eingeschr&auml;nkt und die massiven russischen Getreideexporte f&uuml;hrten zu einem Handelsbilanz&uuml;berschuss Russlands gegen&uuml;ber Gro&szlig;britannien [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. <\/p><p>Russland belie&szlig; es jedoch nicht dabei, nur &ouml;konomisch gegen&uuml;ber dem Westen aufzuholen, sondern versuchte auch, sich territorial nach S&uuml;den und Osten auszudehnen. So im Krimkrieg 1853-56 gegen das von einer britisch-franz&ouml;sischen Koalition unterst&uuml;tzte Osmanische Reich und mit Eroberungen im Kaukasus sowie in Zentralasien. Diese Expansionsbem&uuml;hungen lie&szlig;en in Gro&szlig;britannien Bef&uuml;rchtungen aufkommen, Russland plane eine Invasion Indiens.<\/p><p>Die kriegerische russische Au&szlig;enpolitik erinnerte die Europ&auml;er an Wilsons vorgebliches Testament Peters des Gro&szlig;en. Alle politischen Debattenteilnehmer, von den ungarischen, baltischen und polnischen Nationalisten bis zu Karl Marx, Friedrich Engels und den britischen Konservativen gingen von der Echtheit des Dokuments aus, das 1856 gar zum Thema historischer Forschungen wurde.<br>\n1876 befragte ein britischer Diplomat den Zaren Alexander II. direkt zur Authentizit&auml;t des Testaments Peters des Gro&szlig;en. Der russische Zar wies ohne Umschweife die Echtheit des Dokuments zur&uuml;ck. Alles, was je &uuml;ber das Testament Peters des Gro&szlig;en und die Pl&auml;ne Katharinas II. gesagt worden sei, beruhe auf Phantasien und Illusionen [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>].<br>\n1879 einigten sich die untersuchenden Historiker auf die Hypothese einer Dokumentenf&auml;lschung. Das hinderte jedoch interessierte Kreise nicht daran, das Falschpapier weiterhin als probates Beweisst&uuml;ck zur Entschl&uuml;sselung russischer Au&szlig;enpolitik anzusehen.<\/p><p>Auch die von britischen Konservativen im 19. Jahrhundert vermuteten milit&auml;rischen Kapazit&auml;ten Russlands waren &Uuml;bertreibungen, wie die russischen Niederlagen 1853-1856 im Krimkrieg und 1905 im Krieg gegen Japan offenbarten. Aufgrund fehlender moderner Technologien im Nachrichten- und Transportwesen w&auml;re die russische Armee, trotz ihrer zahlenm&auml;&szlig;igen Gr&ouml;&szlig;e, nie dazu in der Lage gewesen, das Osmanische Reich zu besiegen oder in Indien einzumarschieren.<\/p><p>Doch die britischen Russophoben sch&uuml;rten weiterhin ihre Panik und beschuldigten den eigentlich eine harte Linie gegen Russland fahrenden Premierminister Lord Palmerston nicht nur, von Russland an der Nase herumgef&uuml;hrt zu werden, sondern auch der geheimen Komplizenschaft bei Russlands Pl&auml;nen einer Vernichtung des Britischen Empire [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>].<br>\nBritische Staatsm&auml;nner schwankten in ihrer Einsch&auml;tzung der von Moskau ausgehenden Bedrohung je nach Parteizugeh&ouml;rigkeit.<br>\nKonservative als Interessenvertreter der Londoner City standen eher f&uuml;r ein hartes Vorgehen, w&auml;hrend die der Industrie nahestehenden Liberalen zwecks Erleichterung britischer Exporte eine eher geschmeidige Haltung einnahmen [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>].<br>\nDie Tories bedienten sich der Russophobie auch in ihrer Kampagne gegen die Ausweitung des Wahlrechts  (1867 waren nur 10% der Briten wahlberechtigt).<br>\n1907 wurde die seit den Napol&eacute;onischen Kriegen latent bestehende englisch-russische Feindschaft dann in einer Art Waffenstillstandsvertrag vorl&auml;ufig beendet.<\/p><p>Die Situation der Beziehungen &auml;nderte sich grundlegend mit der Oktoberrevolution 1917. Die Sowjetunion wurde von britischen Konservativen fortan als &bdquo;Alptraum&ldquo; wahrgenommen, da sie den Freihandel nicht fortf&uuml;hrte und Gewerkschaften sowie antikoloniale Freiheitsbewegungen unterst&uuml;tzte.<br>\nIn den 1920er Jahren waren britische Konservative geradezu besessen von der Furcht, kommunistische Propaganda und Subversion k&ouml;nnten die Grundlagen des Britischen Empire ersch&uuml;ttern. Zur Russophobie hatte sich nun die Kommunistenphobie gesellt [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]. <\/p><p>Im Januar 1924 wurde als Novum der britischen Geschichte unter F&uuml;hrung des Liberalen Ramsay MacDonald die erste Arbeiterregierung gebildet. Diese, die konservativen F&uuml;hrungsfiguren um Stanley Baldwin und Winston Churchill beunruhigende, Regierung schaffte es in kurzer Zeit, die Lage der Arbeiterschaft durch mehr Rechte bei Arbeitslosigkeit und durch ein Gesetz zur Beschaffung bezahlbaren Wohnraums zu verbessern. Die Arbeiterregierung versuchte auch, den Export britischer Maschinen in die Sowjetunion wieder in Gang zu bringen &ndash; worauf die Tories die neue Regierung der heimlichen Zusammenarbeit mit Moskau bezichtigten.<\/p><p>Im November 1924, am Vorabend der Unterhauswahlen, wurde von der konservativen britischen Tageszeitung Daily Mail ein vom britischen Geheimdienst MI6 erstelltes Falschdokument als angeblich echter Brief des Komintern-Spitzenmanns Grigori Zinoviev ver&ouml;ffentlicht. Der Brief, schon vor seinem Bekanntwerden den Konservativen zugespielt worden, schien zu beweisen, dass die Sowjetunion versucht, die Unterhauswahlen zugunsten der Arbeiterpartei zu beeinflussen. Wie dem auch sei, jedenfalls siegten im Gefolge dieser spektakul&auml;ren medialen &bdquo;Enth&uuml;llung&ldquo; die Tories prompt bei den nachfolgenden Wahlen [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>].<\/p><p>1926 l&ouml;sten in Gro&szlig;britannien Unternehmenszusammenbr&uuml;che der Kohleindustrie eine Wirtschaftskrise aus, die zu einem Generalstreik f&uuml;hrte. Ohne Beweise vorlegen zu k&ouml;nnen, behauptete die konservative Regierung, die Sowjetunion habe zu den Unruhen beigetragen und brach 1927 die diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion ab. Die britischen Konservativen empfanden die drei epochalen Ph&auml;nomene &bdquo;Infragestellung des Freihandels, Aufstieg der Arbeiterparteien und Anwachsen antikolonialer Bewegungen&ldquo; als Bedrohung britischer Interessen. <\/p><p>In der zweiten H&auml;lfte der 1930er Jahre sahen die britischen Eliten &ndash; trotz des Machtaufstiegs von Mussolinis Italien und von Hitlers Nazi-Deutschland &ndash; in der Sowjetunion den  Hauptfeind Gro&szlig;britanniens.<br>\nEine antifaschistische Koalition unter Einschluss der Sowjetunion war daher in den 1930er Jahren aus ihrer Sicht nicht vorstellbar [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>].<br>\nDer bekannte britische Konservative Leo Amery empfahl 1936 eine &bdquo;gegenseitige Neutralisierung der drei Gefahren  Deutschland, Russland und Japan&ldquo;. Premierminister Stanley Baldwin &uuml;bernahm diesen Strategieansatz mit der Feststellung, wenn es einen Krieg in Europa geben sollte, dann den der &bdquo;Bolschos&ldquo; gegen die Nazis [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>].<\/p><p>F&uuml;r die Konservativen war die Versuchung gro&szlig;, die sich aus ihrer Sicht ergebenden Gefahren aus den o.g. drei Ph&auml;nomenen den Machenschaften einer &bdquo;f&uuml;nften Kolonne&ldquo; unterzuschieben. Das bot zwar tagespolitische Vorteile, verhinderte jedoch die Bildung einer internationalen Koalition, die f&auml;hig gewesen w&auml;re, dem Aufstieg des Nazismus Einhalt zu gebieten.<\/p><p>Aktuell erinnert das zunehmende Misstrauen gegen&uuml;ber Russland in mancher Hinsicht an die Russophobie vergangener Zeiten.<br>\nMan k&ouml;nnte sich heute fragen, ob Historiker k&uuml;nftiger Generationen vielleicht eine Parallele zwischen dem Brief des Komintern-Mannes Zinoviev und dem Dossier des Ex-Agenten des britischen Geheimdienstes Steele sehen werden, der als Erster hypothetisch eine heimliche Zusammenarbeit zwischen dem Kandidaten Donald Trump und Russland aufbrachte.<br>\nOder ob k&uuml;nftige Historiker vielleicht bedauern werden, dass in Zeiten versch&auml;rfter internationaler Spannungen, verbunden mit einem Wettlauf um den Besitz von Atomwaffen, kein einziger Politiker den Mut aufbrachte, Putin ein konstruktives (friedenspolitisches) Engagement vorzuschlagen.<br>\nOder ob k&uuml;nftige Historiker vielleicht einen Zusammenhang zwischen den offensichtlich gewordenen Ungleichheiten unserer Gesellschaften und dem Wiederaufleben der Russophobie herstellen werden.<\/p><p>Antirussische Gef&uuml;hle waren selten ein Ratgeber f&uuml;r kluge und vern&uuml;nftige Politik &ndash; das lehrt uns die Geschichte.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <em>Cf.<\/em> Albert Resis, &bdquo;Russophobia and the &ldquo;Testament&rdquo; of Peter the Great, 1812-1980&rdquo;, <em>Slavic Review<\/em>, vol. 44, no.4, Cambridge, hiver 1985: et John Howes Gleason, <em>The Genesis of Russophobie in Great Britain<\/em>, Harvard University Press, Cambridge, 1950.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <em>Cf.<\/em> Boris Kagarlitsky, <em>Empire of the Periphery, Russia and the World System<\/em>, Pluto Press, Londres, 2008, et Margaret Miller, <em>The Economic Development of Russia<\/em>, 1905-1914, Frank Cass, Londres 1969.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Cit&eacute; dans Albert Resis, <em>op.cit.<\/em><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Charles William Crawley, &ldquo;Anglo-Russian relations 1814-1840&rdquo;, <em>The Cambridge Historial<\/em> Journal, vo. 3, no.1, 1929.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <em>Cf.<\/em> Kevin Narizny, <em>The Political Economy of Grand Strategy<\/em>, Cornell University Press, 2007.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Lire Paul Hanebrink, &ldquo;Quand la haine du communism alimentait l&rsquo;antis&eacute;mitisme&nbsp;&raquo;, <em>Le Monde Diplomatique<\/em>, d&eacute;cembre 2019<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Richard Norton-Taylor, &laquo;&nbsp;Zinvoviev letter was dirty trick by MI6&rdquo;, <em>The Guardian<\/em>, Londres, 4 f&eacute;vrier 1999.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Lire Gabriel Gorodetsky, &ldquo;Un autre r&eacute;cit des accords de Munich&nbsp;&raquo;, <em>Le Monde diplomatique<\/em>,  octobre 2018.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Cit&eacute; dans Anne Perkins, <em>Baldwin<\/em>, Haus Publishing, Londres, 2006.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wem das friedliche Zusammenleben der V&ouml;lker in Europa ein Anliegen ist, wird sich oft und nicht erst seit Putin dar&uuml;ber wundern, wie zielstrebig am Feindbild Russland gemalt wird. Russophobie ist in. Im Mai-Heft von &bdquo;Le Monde Diplomatique&ldquo; ist ein Artikel des Jerusalemer Professors f&uuml;r internationale Beziehungen Guy Laron zum Thema erschienen. Der Titel lautet &uuml;bersetzt:<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62883\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":62886,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,123,11],"tags":[2871,1043,895,901,469,2614,259,2147],"class_list":["post-62883","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-kampagnentarnworteneusprech","category-strategien-der-meinungsmache","tag-antikommunismus","tag-frankreich","tag-freihandel","tag-geheimdienste","tag-grossbritannien","tag-russiagate","tag-russland","tag-sowjetunion"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200713-Russophobie-titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/62883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=62883"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/62883\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":62922,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/62883\/revisions\/62922"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/62886"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=62883"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=62883"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=62883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}