{"id":62991,"date":"2020-07-19T09:00:01","date_gmt":"2020-07-19T07:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991"},"modified":"2020-07-17T09:04:21","modified_gmt":"2020-07-17T07:04:21","slug":"hinweise-der-woche-168","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991#h01\">Warum der Neoliberalismus mit aller Macht zur&uuml;ckkehren wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991#h02\">Wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Lockdowns<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991#h03\">Linke kritisiert hohe Zahl der Hartz-IV-Aufstocker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991#h04\">Vom Umgang mit Pflegepersonal in Belgien und Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991#h05\">UN-Weltern&auml;hrungsbericht: Corona-Krise versch&auml;rft den Hunger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991#h06\">Corona: Experten schlie&szlig;en neue Bankenkrise nicht aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991#h07\">Ein &rsaquo;&rsaquo;Wiederaufbau&lsaquo;&lsaquo; mit Risiken und Nebenwirkungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991#h08\">Hunger in Afrika: Allianz f&uuml;r eine Gr&uuml;ne Revolution in Afrika (AGRA) scheitert an selbstgesteckten Zielen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991#h09\">Der Katechismus der Antirassisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991#h10\">Syrien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991#h11\">Die 9 Sargn&auml;gel der Demokratie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62991#h12\">Damit ist jedes Ihrer Argumente wertlos.<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Warum der Neoliberalismus mit aller Macht zur&uuml;ckkehren wird<\/strong><br>\nDie Corona-Krise hat Hoffnungen auf eine &Uuml;berwindung des Neoliberalismus und eine postneoliberale politische Ordnung geweckt. Doch daf&uuml;r spricht nur wenig.<br>\nDer Optimismus, der sich im Gefolge der Corona-Pandemie vielerorts herausgebildet hat, ist bemerkenswert. Beispielsweise glaubt Ulrike Herrmann, Wirtschaftsredakteurin bei der &bdquo;taz&ldquo;, dass die Corona-Krise &bdquo;die neoliberale Ideologie beerdigen (d&uuml;rfte), die die westliche Welt seit 1980 dominiert hat&ldquo;. &Auml;hnlich &auml;u&szlig;ert sich ihr Kollege bei der &bdquo;taz&ldquo;, Stefan Reinecke: &bdquo;Die Pandemie besiegelt den Bankrott des neoliberalen Modells.&ldquo;<br>\nSogar ein eher konservativer &Ouml;konom wie Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW), wird im &bdquo;Spiegel&ldquo; mit der Bemerkung zitiert: &bdquo;Ich w&uuml;rde schon sagen, dass die Corona-Krise so etwas wie der letzte Sargnagel f&uuml;r den Neoliberalismus ist.&ldquo; Unterst&uuml;tzung erh&auml;lt Fratzscher aus dem Bereich der Soziologie: Auf der Frage, was uns die Corona-Krise als Gemeinwesen lehre, antwortet der Soziologe Heinz Bude der &bdquo;Welt&ldquo;: &bdquo;Die Botschaft des Virus lautet: Der Neoliberalismus ist vorbei!&ldquo;<br>\nSelbst im Handelsblatt findet man pl&ouml;tzlich unter dem Titel &bdquo;Corona und das Ende der neoliberalen Weltordnung&ldquo; die These, dass &bdquo;der Coronaschock den Neoliberalismus in eine letale Krise st&uuml;rzen&ldquo; k&ouml;nnte, wenngleich sich die Begeisterung &uuml;ber eine solche Entwicklung beim &bdquo;Handelsblatt&ldquo; in Grenzen halten d&uuml;rfte.<br>\nAuch zwei MAKROSKOP-Autoren z&auml;hlen zu den Optimisten: &bdquo;Diese Krise bedeutet das Ende des Neoliberalismus auf allen Ebenen&ldquo;, so etwa Stephan Schulmeister und ganz &auml;hnlich Lee Jones: &bdquo;Die neoliberale Orthodoxie wird mit atemberaubender Geschwindigkeit &uuml;ber Bord geworfen.&ldquo; (&hellip;)<br>\nEs ist verst&auml;ndlich, dass die umfangreichen staatlichen Hilfsma&szlig;nahmen in der Corona-Krise auf den ersten Blick wie eine Abkehr vom Neoliberalismus erscheinen. Schaut man sich aber die Begr&uuml;ndungen und die begleitenden Kommentare genauer an, so wird deutlich, dass sich wenig bis gar nichts ge&auml;ndert hat: Die Corona-Krise stellt in dieser Argumentation eine gravierende St&ouml;rung des Wirtschaftssystems dar, eine Notsituation, auf die staatlicherseits entsprechend reagiert werden muss, nach deren Beendigung sofort wieder zum alten Status Quo zur&uuml;ckzukehren ist.<br>\nDann gilt es, die &bdquo;schwarze Null&ldquo;, die das beherzte staatliche Eingreifen &uuml;berhaupt erst erm&ouml;glicht hat, schnellstm&ouml;glich wieder zu etablieren und mit einem radikalen Tilgungsplan die Staatsverschuldung auf das alte, &bdquo;ertr&auml;gliche&ldquo; Ma&szlig; zu reduzieren. Ob das gelingt &ndash; so erscheint es &ndash;, h&auml;ngt allein vom Sparwillen der Wirtschaftsakteure ab, also der Bereitschaft aller, &bdquo;(i)n den kommenden Jahren [&hellip;] den G&uuml;rtel enger (zu) schnallen&ldquo; (zdf heute). Ein postneoliberales Zeitalter klingt anders.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2020\/07\/warum-der-neoliberalismus-mit-aller-macht-zurueckkehren-wird\/\">G&uuml;nther Grunert und Walter Tobergte in Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Lockdowns<\/strong><br>\nDaten und Fakten, die in unseren Leitmedien wenig Beachtung finden<br>\nNach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) droht durch die weltweiten Corona-Lockdowns nach westlichem Vorbild fast der H&auml;lfte aller Arbeitskr&auml;fte der Erde eine existenzielle Bedrohung der Lebensgrundlage. Betroffen seien vor allem 1,6 der zwei Milliarden Menschen, die irregul&auml;rer Arbeit nachgehen, also ohne Arbeitsvertr&auml;ge, und die oft von der Hand in den Mund leben, berichtet die ILO in Genf:<br>\nF&uuml;r Millionen Arbeiter bedeutet kein Einkommen kein Essen, keine Sicherheit, keine Zukunft. Millionen Unternehmen rund um die Welt k&ouml;nnen kaum atmen. Sie haben keine Ersparnisse oder Zugang zu Krediten. Dies sind die wahren Gesichter der Arbeitswelt. Wenn wir ihnen jetzt nicht helfen, werden sie einfach untergehen.<br>\nDas Einkommen dieser Menschen sei, so DW, im weltweiten Durchschnitt um 60 Prozent eingebrochen, in Afrika und Lateinamerika sogar um mehr als 80 Prozent. Der Grund: 436 Millionen Unternehmen und Selbst&auml;ndige weltweit sind in Branchen t&auml;tig, die besonders stark unter den Lockdown-Ma&szlig;nahmen leiden.<br>\nLaut Wall Street Journal wird sich 2020 die Zahl der hungernden Menschen auf der Welt von 130 auf 260 Millionen verdoppeln. Darunter sind erfahrungsgem&auml;&szlig; sehr viele Kinder. Davon sterben immer ziemlich viele.<br>\nVermutlich werden wir schon dieses Jahr mehrere Millionen zus&auml;tzliche Hungertote sehen, vor allem Kinder, vor allem M&auml;dchen, vor allem Schwarze und Farbige. Der Grund: Die Covid-Lockdown-Ma&szlig;nahmen, die von dem Vorbild westlichen Welt ausgingen und unhinterfragt in den meisten L&auml;ndern der Dritten Welt &uuml;bernommen wurden. Zum Vergleich: Die Zahl der Corona-Toten weltweit liegt momentan bei knapp 0,6 Millionen. Das Durchschnitts- und Medianalter der teilweise grausam an Covid Verstorbenen liegt &uuml;ber 80, die meisten Covid-Toten waren mehrfach schwer vorerkrankt. Die Hungertoten in der Dritten Welt dagegen sind h&auml;ufig sehr jung, es betrifft vor allem Kinder.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wirtschaftliche-Auswirkungen-der-Corona-Lockdowns-4842158.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Linke kritisiert hohe Zahl der Hartz-IV-Aufstocker<\/strong><br>\nDie Linke im Bundestag kritisiert, dass in mehreren Berufen besonders viele Besch&auml;ftigte L&ouml;hne mit Hartz-IV-Leistungen aufstocken m&uuml;ssen. &ldquo;Betroffen sind auch ausgerechnet diejenigen, die eben noch als Helden des Alltags gefeiert wurden&rdquo;, sagte Linke-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur etwa mit Blick auf Besch&auml;ftigte im Einzelhandel oder Reinigungskr&auml;fte und die Coronakrise. Insgesamt sei es nicht hinnehmbar, dass rund eine Million Menschen in Deutschland ihr niedriges Einkommen mit Hartz IV aufstocken m&uuml;ssten.<br>\nLaut einer Sonderauswertung der Bundesarbeitsagentur, die Zimmermann angefordert hat, waren unter 656.000 Reinigungskr&auml;ften der unteren Qualifikationsstufe &ldquo;Helfer&rdquo; 10,1 Prozent Aufstocker &ndash; unter Helfern aller Berufe waren es 5 Prozent. Von 176.000 Reinigungsfachkr&auml;ften bezogen demnach 7,8 Prozent erg&auml;nzend Hartz IV &ndash; verglichen mit 1,6 Prozent bei Fachkr&auml;ften aller Berufe. Die Angaben beziehen sich auf sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigte im Jahresschnitt 2018. Unter Reinigungskr&auml;ften mit Minijob bekamen demnach 14,3 Prozent der Helfer und 16,1 Prozent der Fachkr&auml;fte erg&auml;nzende Unterst&uuml;tzung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/corona-krise-linke-kritisiert-hohe-zahl-der-hartz-iv-aufstocker-a-e770a293-3d79-43fd-af09-ed8c8e97b4e6\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Nicht erst seit der Corona-Krise, mit der die deutschen Niedrig(st)l&ouml;hne herzlich wenig zu tun haben, haben die Linksfraktion und die Abgeordnete Zimmermann immer wieder darauf hingewiesen, dass viel zu viele Menschen in Deutschland viel zu wenig verdienen. Nun behaupten alle im Bundestag vertretenen Parteien, lustigerweise sogar die Million&auml;rslobby von der FDP, sich f&uuml;r die Interessen der breiten Bev&ouml;lkerung, d. h. doch vor allem der gro&szlig;en Mehrheit der Arbeitnehmer, einzusetzen. Wieso gibt es dann nicht schon l&auml;ngst eine Gesetzgebung, die darauf abzielt, *Selbstverst&auml;ndlichkeiten* wie die durchzusetzen, dass jede\/r Arbeitnehmer\/in in Vollzeit von ihrem\/seinem Lohn leben kann? &ldquo;Auf Hartz IV aufstocken&rdquo; hei&szlig;t ja nicht einmal, dass damit die Existenz gesichert ist (daf&uuml;r sind die Alg-II-S&auml;tze viel zu niedrig), also kann die Politik sich nicht darauf hinausreden, dass &ldquo;der Staat&rdquo; schon f&uuml;r den B&uuml;rger sorge. Letztendlich ist das neoliberale Denken offensichtlich so tief eingesickert und eingraviert, dass die Perversit&auml;ten des deutschen Arbeitsmarkts gar nicht mehr als solche auffallen. Vielmehr wird an jeder Stelle behauptet, dass Lohnerh&ouml;hungen &ldquo;internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo; kosteten (was stimmt, aber bei dem extremen deutschen Leistungsbilanz&uuml;berschuss *positiv* ist) und zu Arbeitsplatzabbau f&uuml;hrten (was falsch ist, weil die Lohnerh&ouml;hungen die Binnenwirtschaft st&auml;rken). Leider wird das Verhalten des Bundestags auch nicht angemessen von der Bev&ouml;lkerung, die doch unter der Niedriglohnpolitik so sehr leidet, sanktioniert (sprich: die neoliberalen Parteien bei Wahlen abgestraft). Dementsprechend wird Zimmermanns Vorsto&szlig;, wie alle anderen vorher, im Nirvana enden, eigentlich unbegreiflich.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: F&uuml;rchten die deutschen Gewerkschaften steigende L&ouml;hne?<\/strong><br>\nDie Antwort auf die Titelfrage lautet: Ja! Warum? Die Antwort darauf: &bdquo;Besch&auml;ftigungssicherung&ldquo;! Die Gewerkschaftsbewegung und ihre Berater glauben an eine einzelwirtschaftliche Fata Morgana. Das ist fatal, insbesondere f&uuml;r Europa.<br>\n(&hellip;) Mit keinem Wort erw&auml;hnt das IMK, dass jede Verringerung der Lohnzuw&auml;chse, mit der die &bdquo;Besch&auml;ftigungssicherung&ldquo; auf der betrieblichen Ebene oder auf der Ebene einer Branche erkauft wird, gesamtwirtschaftlich negative Arbeitsplatzeffekte hat. Die Besch&auml;ftigungssicherung wird ja immer nur f&uuml;r einen Teil der Wirtschaft vereinbart. Was im Rest geschieht, h&auml;ngt von der Nachfrageentwicklung im Binnenmarkt ab, und die wird von der Lohnentwicklung, wie das IMK selbst einr&auml;umt, entscheidend bestimmt. Insofern wird vielleicht ein kleiner (privilegierter) Teil der Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse &bdquo;gesichert&ldquo;, niemals aber die gesamte Besch&auml;ftigung.<br>\nFolglich ist auch die Position des IMK zu den Folgen der aktuellen Krise mehr als fragw&uuml;rdig&hellip;<br>\n(&hellip;) Warum sollte es in der Corona-Krise zu einer Pause bei der Lohnentwicklung, die den Verteilungsspielraum aussch&ouml;pft, kommen? Wieder werden &bdquo;Besch&auml;ftigungssicherung&ldquo; und eine den Verteilungsspielraum aussch&ouml;pfende Lohnentwicklung als Gegensatzpaar behandelt. Das ist eindeutig falsch. Es muss hei&szlig;en: Besch&auml;ftigungssicherung durch eine den Verteilungsspielraum aussch&ouml;pfende Lohnentwicklung!<br>\nWeil es, wie das IMK nat&uuml;rlich wei&szlig;, keinen neoklassischen Arbeitsmarkt gibt, f&uuml;hrt die Vorstellung, es sei normal und offenbar angemessen, dass bei hoher und steigender Arbeitslosigkeit die Lohnabschl&uuml;sse &bdquo;sehr moderat&ldquo; ausfallen, in die Irre. Auf der Seite der Gewerkschaften sollte man zur Kenntnis nehmen, dass es, vollkommen anders als in der neoklassischen Welt, keine &bdquo;zu hohen&ldquo; L&ouml;hne sind, die die jetzt stark ansteigende Arbeitslosigkeit verursacht haben. Die Arbeitslosigkeit, die wir derzeit beobachten, ist vom Staat verordnet! Weniger steigende, stagnierende oder gar sinkende L&ouml;hne bedeuten unmittelbar den Verzicht auf Nachfrage, die genau dadurch geschaffen worden w&auml;re, dass die Unternehmen die L&ouml;hne h&auml;tten erh&ouml;hen m&uuml;ssen&hellip;<br>\nVerzicht auf Nachfrage?<br>\n&hellip;Verzicht auf Lohnsteigerungen bedeutet kurzfristig geringere Nachfragezuw&auml;chse und damit Arbeitsplatzverluste und l&auml;ngerfristig eine Versch&auml;rfung der deflation&auml;ren Tendenzen&hellip;Die j&uuml;ngste Vereinbarung zur Steigerung des Mindestlohns ab Januar 2021 auf 9,50 Euro, die klar unterhalb der Anhebung auf 9,82 Euro gem&auml;&szlig; dem bisher &uuml;blichen Verfahren geblieben ist, gibt einen Vorgeschmack auf das, was von den Lohnverhandlungen in n&auml;chster Zeit zu erwarten ist, zumal diese Vereinbarung explizit mit den Folgen der Corona-Krise begr&uuml;ndet wurde&hellip;<br>\n(&hellip;) Die in Deutschland verbreitete Erz&auml;hlung, Rot-Gr&uuml;n habe damals eine gro&szlig;e Leistung vollbracht, indem man Lohnzur&uuml;ckhaltung durchsetzte, h&auml;ngt den deutschen Gewerkschaften wie ein M&uuml;hlstein am Hals. Wie k&ouml;nnten sie heute f&uuml;r eine vern&uuml;nftige Lohnpolitik eintreten, so lange ihr wichtigster politischer Ansprechpartner, die SPD, diese Erz&auml;hlung mit Z&auml;hnen und Klauen verteidigt, und sie selbst nicht bereit sind, auch gegen die SPD ihre eigenen Fehler in dieser Geschichte klar zu benennen?&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2020\/07\/fuerchten-die-deutschen-gewerkschaften-steigende-loehne\/\">Makroskop<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Vom Umgang mit Pflegepersonal in Belgien und Deutschland<\/strong><br>\nVon Beginn an des Corona bedingten Lockdowns gab es in Belgien viel &ouml;ffentliche Anerkennung f&uuml;r die Berufsgruppen, die als systemrelevant gelten: dem Personal in den Krankenh&auml;usern, den Lebensmittelh&auml;ndlern und den Mitarbeitenden bei der M&uuml;llabfuhr. W&auml;hrend des gesamten Lockdown wurde allabendlich um 20 Uhr an offenen Fenstern und von Balkonen geklatscht (vgl. dazu u.a. diesen Bericht vom 20. M&auml;rz 2020 auf dem deutschsprachigen belgischen Nachrichtenportal Flanderninfo). Dar&uuml;ber hinaus gab es Einzelaktionen, um die Menschen in diesen Berufsgruppen zu ermutigen.<br>\nAuch in der Bundesrepublik gab es Klatschaktionen. Doch w&auml;hrend in Belgien diese &ouml;ffentlichen Anerkennungsbekundungen durchgehen positiv aufgenommen wurden, sehen sich die Mitarbeitenden im Gesundheitssektor in der Bundesrepublik er &bdquo;verklatscht&ldquo; als beklatscht. Und das ist durchaus nachvollziehbar. Weshalb das so ist, erl&auml;uterte die Soziologin Friedericke Hardering in einem Interview mit der S&uuml;ddeutschen Zeitung vom 7. Juli 2020 (&ldquo;Wir wissen das schon seit Jahrzehnten&rdquo;). In dem Interview geht es um die Frage, weshalb &bdquo;ausgerechnet die am schlechtesten bezahlt (werden), die am meisten f&uuml;r die Gesellschaft leisten&ldquo;. Haderings kurze und pr&auml;gnante Antwort lautet: &bdquo;Eine der wichtigsten Maximen der deutschen Politik lautet: Deutschland soll ein starker Wirtschaftsstandort sein. Diesem Interesse wird vieles untergeordnet. Deshalb wird der Gesundheitssektor auch eher vernachl&auml;ssigt als beispielsweise die Automobilindustrie.&ldquo; Das, so Hadering weiter, sei aber seit Jahrzehnten bekannt. Deshalb glaubt die Soziologin auch nicht, dass sich daran in n&auml;chster Zeit etwas &auml;ndern wird.<br>\nNun, so hei&szlig;t es in einem Artikel in Die Zeit vom 8. Juli 2020, soll nicht einmal die w&auml;hrend des Lockdowns zugesagte Pr&auml;mie an alle Pflegekr&auml;fte ausgezahlt werden.<br>\nGanz anders die Situation in Belgien. Dort blieb es nicht bei &bdquo;billigen&ldquo; symbolischen Unterst&uuml;tzungen, wie einem Artikel auf Flanderninfo vom 8. Juli 2020 zu entnehmen ist. Unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Sozialabkommen: 6 % mehr Lohn f&uuml;r das Pflegepersonal in Belgien&ldquo; berichtet das belgisch Nachrichtenportal von kr&auml;ftigen Lohnerh&ouml;hungen im belgischen Krankenhaussektor, die im Durchschnitt 6 % betragen und die noch vor der Sommerpause in Kraft treten sollen. Es gibt allerdings nicht nur Lohnerh&ouml;hungen. Zudem sollen bis zu 4.000 neue Stellen geschaffen werden, um die Arbeitsbedingungen in Krankenh&auml;usern familienfreundlicher zu gestalten.<br>\nF&uuml;r diese Verbesserungen der Arbeitsbedingungen plant der belgische Staat zum einen, 600 Millionen Euro zun&auml;chst f&uuml;r zwei Jahre zur Verf&uuml;gung zu stellen. Zudem wurde bereits ein Pflegepersonalfond in H&ouml;he von 400 Millionen Euro j&auml;hrlich bereitgestellt.<br>\nDiese Verbesserungen gelten zun&auml;chst nur f&uuml;r die Krankenh&auml;user, da sie in die Zust&auml;ndigkeit des belgischen F&ouml;deralstaates fallen. Pflege- und Altenheime fallen hingegen in die Zust&auml;ndigkeit der Regionalparlamente und Parlamente der Sprachgemeinschaften. Die werden sich aber nicht den Vorgaben der f&ouml;deralen Ebene entziehen k&ouml;nnen und m&uuml;ssen in den n&auml;chsten Monaten wohl nachziehen mit Lohnerh&ouml;hungen und Verbesserungen der Personalausstattung.<br>\nHier stellt sich nun die Frage, weshalb in der Bundesrepublik seit Jahrzehnten keine Verbesserungen der Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Sozialbereich stattfinden und in Belgien innerhalb weniger Wochen Lohnerh&ouml;hungen, von denen in der Bundesrepublik nur getr&auml;umt werden kann, durchsetzbar sind und auch eine beachtliche Stellenausweitung.<br>\nDie Antwort ist simpel. In Belgien gibt es auch im Gesundheits- und Sozialbereich handlungsf&auml;hige Gewerkschaften. In der Bundesrepublik fordert die zust&auml;ndige Gewerkschaft Verdi &ndash; mit Unterst&uuml;tzung der Linken &ndash; zwar schon lange Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in diesem Sektor. Nur der Organisationsgrad in diesem Sektor ist viel zu gering, um den n&ouml;tigen politischen Druck erzeugen zu k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/europa.blog\/vom-umgang-mit-pflegepersonal-in-belgien-und-deutschland\/\">J&uuml;rgen Klute in Europa.blog<\/a>\n<p><strong>dazu: Braucht jeder<\/strong><br>\nEben noch galten die Corona-Retter als unterbezahlt. Und jetzt sollen sie nicht mal mehr eine Pr&auml;mie bekommen? (&hellip;)<br>\nDie Bundesregierung wiederum hat sich entschlossen, einen sogenannten Pflegebonus von bis zu 1500 Euro zu zahlen. Dieser allerdings gilt nur f&uuml;r die Altenpflege. Pflegekr&auml;fte im Krankenhaus erhalten von der Bundesregierung keine Pr&auml;mie daf&uuml;r, dass sie seit Beginn der Krise dort sind, wo das Risiko am gr&ouml;&szlig;ten ist. Laut Robert Koch-Institut haben sich bis heute rund 14.000 Menschen, die in Krankenh&auml;usern und Arztpraxen arbeiten, mit dem Coronavirus infiziert. In der Fleischindustrie sind es, zum Vergleich, rund 4500.<br>\nDas Bundesgesundheitsministerium begr&uuml;ndet seine Pr&auml;mienpolitik mit der Tatsache, dass die &ldquo;Entlohnung in der Altenpflege aktuell noch nicht so hoch ist wie zum Beispiel die Entlohnung von Pflegekr&auml;ften in Krankenh&auml;usern&rdquo;. Es ist eine Logik, die &uuml;berraschend viel &uuml;ber die Ideologie verr&auml;t: Weil die einen noch schlechter bezahlt werden, sollen die anderen nicht mehr bekommen. Mit gleichem Recht lie&szlig;e sich nat&uuml;rlich argumentieren, dass Krankenpflegekr&auml;fte erst recht mit Sonderzahlungen bedacht werden m&uuml;ssten, weil ihr Gehalt so deutlich unter dem, sagen wir, eines Oberarztes liegt. Aber hier beg&auml;nne nach landl&auml;ufiger Auffassung ja bereits die &ldquo;Neiddebatte&rdquo;. Und wer wollte die schon f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2020\/29\/pflege-pflegebonus-altenpflege-krankenpflege-coronavirus?fbclid=IwAR3oBprdIj2zQSJ5u9Nr7eyWr8DEVSa1ZGZS1DCiuXqzgvMQaLcKxT5fDJA\">Zeit Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>UN-Weltern&auml;hrungsbericht: Corona-Krise versch&auml;rft den Hunger<\/strong><br>\nWeltweit haben im vergangenen Jahr fast 690 Millionen Menschen gehungert &ndash; zehn Millionen mehr als 2018. Das geht aus dem UN-Weltern&auml;hrungsbericht hervor. Die Corona-Krise d&uuml;rfte die globale Ern&auml;hrungslage weiter verschlechtern.<br>\nEigentlich wollten die UN den Hunger in der Welt bis zum Jahr 2030 besiegt haben. Doch nun steigt die Zahl der Unterern&auml;hrten nach einem UN-Bericht seit Jahren 2019 &ndash; auf jetzt weltweit 690 Millionen Menschen. Das sind etwa neun Prozent der Weltbev&ouml;lkerung.<br>\n&ldquo;Seit 2014 ist die Zahl hungriger Menschen weltweit langsam angestiegen&rdquo;, hei&szlig;t es in dem UN-Bericht. Die Zunahme seither betrage knapp 60 Millionen Menschen &ndash; das ist etwa die Einwohnerzahl Italiens. In den Jahren 2017 und 2018 h&auml;tten Konflikte und extreme Klimalagen die Ern&auml;hrungssicherheit negativ beeinflusst. Beim Anstieg des Vorjahres um rund zehn Millionen unterern&auml;hrte Menschen seien Wirtschaftskrisen ausschlaggebend gewesen.<br>\nF&uuml;r 2020 verd&uuml;stern die Corona-Pandemie, die in vielen Staaten zu Erwerbslosigkeit und Wirtschaftskrisen gef&uuml;hrt hat, sowie Heuschreckenplagen in Indien und Pakistan sowie in Ostafrika die Aussichten zus&auml;tzlich&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/welternaehrungsbericht-105.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.R.:<\/strong> Ich kann mich nicht entsinnen, dass aufgrund dieser Meldung Menschen auf die Stra&szlig;e gehen, um gegen den Hunger in der Welt zu demonstrieren, oder daf&uuml;r vielleicht sogar Denkm&auml;ler st&uuml;rzen. Auch all die Klimabewegten scheinen sich um die Hungernden wenig zu scheren. Fridays for Today statt Fridays for Future oder zumindest beides, so sollte es sein. Doch die Menschen, die kaum etwas zu essen haben, besitzen eben keine Lobby. Dabei k&ouml;nnte ihr Schicksal tats&auml;chlich verbessert werden. Es k&auml;me nur vor allem darauf an, den Reichtum dieser Welt besser zu verteilen. Dazu hier https:\/\/taz.de\/Jean-Ziegler-ueber-Hunger-in-Afrika\/!5398440\/.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Corona: Experten schlie&szlig;en neue Bankenkrise nicht aus<\/strong><br>\nDie Covid-19-Pandemie k&ouml;nnte Deutschlands Banken in eine neue Krise st&uuml;rzen, warnen die Experten der Boston Consulting Group (BCG). Sie f&uuml;hren daf&uuml;r zwei Gr&uuml;nde an: Erstens d&uuml;rfte die wachsende Zahl der faulen Krediten die Geldh&auml;user belasten. Zweitens droht eine Ertragsmisere. Die Ertr&auml;ge der Geldh&auml;user in Deutschland k&ouml;nnten im laufenden Jahr wegen der Coronakrise um bis zu vier Prozent einbrechen. Das geht aus einer BCG-Analyse hervor, &uuml;ber die die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.<br>\nVor allem im Privatkundengesch&auml;ft erwarten die Experten Probleme, die bis mindestens 2024 anhalten d&uuml;rften. Dort macht sich nun bemerkbar, dass die Ertr&auml;ge bereits seit Jahren zur&uuml;ckgehen, unter anderem, weil die Volumina von Konsumentenkrediten sinken. Das Firmenkundengesch&auml;ft d&uuml;rfte dagegen im laufenden Jahr zun&auml;chst noch stabil bleiben. Das liegt laut BCG nicht zuletzt daran, dass viele Unternehmen jetzt Kredite aufnehmen, um ihre Liquidit&auml;t zu sichern. Mittelfristig d&uuml;rfte aber auch dieses Segment unter Druck geraten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fondsprofessionell.de\/news\/unternehmen\/headline\/corona-experten-schliessen-neue-bankenkrise-nicht-aus-199068\/\">Fonds professionell<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.N.:<\/strong> Surprise, surprise &ndash; obwohl unsere Bankenlandschaft alle zehn Jahre in eine existenzielle Krise ger&auml;t, denkt offenbar immer noch niemand dar&uuml;ber nach, dass man vielleicht doch h&ouml;here Eigenkapitalquoten, ein Trennbankensystem oder alle Gesch&auml;fte verbietet und eine klare Positivliste der erlaubten Gesch&auml;fte aufstellt. &ldquo;Der Markt&rdquo; findet offensichtlich nicht immer zu einem Gleichgewicht.<\/em><\/p>\n<p><em>Und wenn es wieder eine Bankenkrise gibt, dann sollte der Staat die Rettungshilfen diesmal mit einer happigen Verm&ouml;gensabgabe und einer massiv erh&ouml;hten Erbschaftsteuer finanzieren. Mit Freibetr&auml;gen von 1 Mio. &euro; f&uuml;r Privatverm&ouml;gen und 5 Mio. f&uuml;r Betriebe ist auch der vielbeschworene Mittelstand raus.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu noch ein Spitzensteuersatz von 70% auf Einkommen oberhalb des 4-fachen Durchschnittseinkommens (ca. 160.000 &euro; j&auml;hrlich).<\/em><\/p>\n<p><em>Ich wette, wir werden die n&auml;chsten 200 Jahre keine Bankenkrise mehr sehen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ein &rsaquo;&rsaquo;Wiederaufbau&lsaquo;&lsaquo; mit Risiken und Nebenwirkungen<\/strong><br>\nDer &rsaquo;&rsaquo;Recovery Fund&lsaquo;&lsaquo; wird zu einem Meilenstein und Wendepunkt der EU-Geschichte verkl&auml;rt. Doch es gibt Zweifel, ob der Plan funktioniert. Die &rsaquo;&rsaquo;Next Generation EU&lsaquo;&lsaquo; k&ouml;nnte sich noch als Hypothek erweisen.<br>\nEs soll etwas Gro&szlig;es werden, etwas Einmaliges &ndash; eine Art Wunderwaffe gegen die Corona-Krise und den drohenden Kollaps des Binnenmarkts in Europa. Deswegen d&uuml;rfe man den geplanten, bis zu 750 Milliarden Euro schweren &rsaquo;&rsaquo;Recovery Fund&lsaquo;&lsaquo; der EU auch nicht &rsaquo;&rsaquo;verzwergen&lsaquo;&lsaquo;, sagte Kanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch des italienischen Ministerpr&auml;sidenten Giuseppe Conte in Berlin.<br>\nAber darf man ihn noch kritisieren? Ist die Frage erlaubt, ob das schuldenfinanzierte Hilfsprogramm ausreicht, um die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg zu lindern? Ist das Ziel der Hilfen mit &rsaquo;&rsaquo;Wiederaufbau&lsaquo;&lsaquo; richtig beschrieben, m&uuml;sste es nicht vielmehr um einen Umbau oder Neustart gehen? Und was ist mit den Konditionen bei der Mittelvergabe?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2020\/07\/recovery-fund-wiederaufbau-mit-risiken-und-nebenwirkungen\/\">Eric Bonse auf Makroskop<\/a>\n<p><strong>dazu: Varoufakis: &bdquo;Europa wird traurig und geteilt sein&ldquo;<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here griechische Finanzminister Yanis Varoufakis glaubt, dass die neuen Corona-Milliarden der EU nicht den Arbeitern, sondern den Oligarchen zugute kommen werden.<br>\nSie stehen dem von der EU geplanten Corona-Fonds sehr kritisch gegen&uuml;ber. Warum?<br>\nDer Fonds wurde als Ersatz f&uuml;r Eurobonds entwickelt. Er ist er aber kein Ersatz. Seine Struktur spaltet und f&uuml;hrt zu gr&ouml;&szlig;erer Uneinigkeit unter den Europ&auml;ern. Und schlie&szlig;lich: Er ist zu klein und kommt zu sp&auml;t.<br>\nZwar handelt es sich bei dem Fonds zu einem Teil um gemeinsame Schulden. Doch es handelt sich ausdr&uuml;cklich und rechtlich um einmalige Schulden mit spezifischen Einzelheiten dar&uuml;ber, wie und wann sie zur&uuml;ckgezahlt werden m&uuml;ssen. Wir haben eine historische Gelegenheit verpasst, das &Auml;quivalent zu US-Schatzwechseln zu etablieren. Diese haben den Dollar stark gemacht und die Vereinigten Staaten in die Lage versetzt, Schocks weitaus besser zu absorbieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/varoufakis-europa-wird-traurig-und-geteilt-sein-li.93051\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Hunger in Afrika: Allianz f&uuml;r eine Gr&uuml;ne Revolution in Afrika (AGRA) scheitert an selbstgesteckten Zielen<\/strong><br>\nDie heute ver&ouml;ffentlichte Studie eines breiten zivilgesellschaftlichen B&uuml;ndnisses belegt: Der AGRA-Ansatz ist an den eigenen Zielen gescheitert. Vierzehn Jahre nachdem die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung die Agrarallianz gegr&uuml;ndet hat, hungern 30 Prozent mehr Menschen in den 13 AGRA-Schwerpunktl&auml;ndern und das Verschuldungsrisiko f&uuml;r Kleinbauern und -b&auml;uerinnen hat sich erh&ouml;ht. Zudem werden traditionelle klimaresistente und n&auml;hrstoffreiche Nahrungsmittel verdr&auml;ngt. Die Herausgeber der Studie fordern die Bundesregierung auf, die politische und finanzielle Unterst&uuml;tzung von AGRA einzustellen und stattdessen Agrar&ouml;kologie st&auml;rker zu f&ouml;rdern. (&hellip;)<br>\n&bdquo;Die Ergebnisse der Studie sind f&uuml;r AGRA und die Propheten der Gr&uuml;nen Revolution vernichtend&ldquo;, sagt Jan Urhahn, Agrarexperte bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung. &bdquo;Die Ertragssteigerungen f&uuml;r wichtige Grundnahrungsmittel in den Jahren vor AGRA liegen auf einem fast identischen Niveau wie w&auml;hrend der Implementierung der AGRA-Programme. Statt den Hunger zu halbieren, hat sich seit dem Start von AGRA die Lage in den 13 Schwerpunktl&auml;ndern sogar verschlechtert, die Zahl der Hungernden ist in den AGRA-Jahren um fast ein Drittel gestiegen. Das ist ein Armutszeugnis f&uuml;r eine Initiative, die mit ihrem Narrativ der Gr&uuml;nen Revolution erheblichen Einfluss auf die Agrarpolitiken in vielen L&auml;ndern hat. H&ouml;chste Zeit AGRA nicht weiter auf den Leim zu gehen&ldquo;, so Urhahn.<br>\n&bdquo;AGRA wollte, durch den Einsatz von chemisch-synthetischen D&uuml;ngemitteln und industriell gez&uuml;chteten Saatgut Ertr&auml;ge und Einkommen f&uuml;r Kleinbauern und -b&auml;uerinnen verdoppeln und ist damit gescheitert &ldquo;, kritisiert Lena Bassermann, Agrarexpertin von der Entwicklungsorganisation INKOTA. &bdquo;Angesichts der Ergebnisse der Studie muss die Bundesregierung konsequent umsteuern und jede politische und finanzielle Unterst&uuml;tzung f&uuml;r AGRA unterlassen. Stattdessen sollte sie Agrar&ouml;kologie und das Menschenrecht auf Nahrung als Kompass f&uuml;r ihre Politik nehmen.&ldquo;<br>\nDie Studie, deren Analyse zu einem Gro&szlig;teil auf der Arbeit des Wissenschaftlers Timothy A. Wise aus den USA beruht, zeigt auch: Kleinb&auml;uerliche Erzeuger*innen sind einem hohen Verschuldungsrisiko ausgesetzt. In Sambia und Tansania konnten sie schon nach der ersten Ernte die Kredite f&uuml;r D&uuml;nger und Saatgut nicht zur&uuml;ckzahlen. &bdquo;AGRA ist ein Teufelskreis, der kleinb&auml;uerliche Erzeuger*innen immer weiter in die Armut treibt und dabei ihre nat&uuml;rlichen Lebensgrundlagen zerst&ouml;rt&ldquo;, sagt die Landwirtschaftsspezialistin Mutinta Nketani von der Organisation PELUM Sambia und Mitautorin der Studie.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fian.de\/artikelansicht\/2020-07-10-pressemitteilung-hunger-in-afrika-allianz-fuer-eine-gruene-revolution-in-afrika-agra-scheitert-an-selbstgesteckten-zielen\/\">Fian Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.K.:<\/strong> Hier zeigen sich mal wieder die verheerenden Folgen, wenn Entwicklungshilfe an private Stiftungen &ldquo;ausgelagert&rdquo; wird.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Falsche Versprechen<\/strong><br>\nDie Allianz f&uuml;r eine Gr&uuml;ne Revolution in Afrika (AGRA)<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.rosalux.de\/publikation\/id\/42635\/falsche-versprechen?cHash=6c7f16e40a6a4bd769c64b93265dd274\">Rosa Luxemburg Stiftung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Der Katechismus der Antirassisten<\/strong><br>\nManche Spielarten des Antirassismus dieser Tage gleichen mehr einer religi&ouml;sen Bewegung als einer kritischen Reflexion des Rassismus. (&hellip;)<br>\nAm deutlichsten wurde und wird der quasireligi&ouml;se Charakter der Bewegung indes in &not;ihrer moralischen Selbstsicherheit und Selbsterh&ouml;hung, die einen penetranten Missionierungswunsch -zeitigt. Der kolportierte Slogan &raquo;Silence is violence&laquo; (Schweigen ist Gewalt) bezeugt nicht nur, dass die Bewegung wohl noch zwischen einem Lynchmord, einem rassistischen Witz und Schweigen vielleicht noch zu unterscheiden vermag, es jedoch meistenteils nicht mehr will, sondern illustriert auch exemplarisch das der Mission zugrundeliegende Denken: Wer jetzt nicht mitmacht, der ist moralisch wirklich verkommen.<br>\nDass es vollkommen wohlfeil ist, eine schwarze Kachel auf Instagram zu posten, wenn dies alle tun und es lediglich der eigenen Selbstvergewisserung dient, ist die eine Sache. Dass der Gedanke &raquo;Wenn du nicht f&uuml;r uns bist, bist du gegen uns&laquo; au&szlig;erdem schon ein Schritt Richtung Autoritarismus ist und das Z&ouml;gern, Nachdenken und Zweifeln zu suspendieren sucht, ist der viel bedenklichere Punkt. Doch wo das Privileg, das letztlich in der falsch eingerichteten Gesellschaft einigen eben erst die M&ouml;glichkeit zu Distanz und Reflexion gibt, per se unter Generalverdacht ger&auml;t, ger&auml;t auch der Privilegierte unter Generalverdacht, wenn er sich nicht dem Katechismus der Uniformit&auml;t unterordnen will.<br>\nZur moralischen Selbst&uuml;berh&ouml;hung gesellt sich die Selbstkasteiung. Auch diese ist eng mit dem Privilegienbegriff verbunden. Privilegien, die zu bekennen sind, werden zu einer Art S&uuml;ndensurrogat. Dass Kritik einer Reflexion auf die eigene gesellschaftliche Position bedarf, steht au&szlig;er Frage. Doch der &raquo;antiprivilegatorischen Aktion&laquo; geht es nicht um Reflexion, sondern um Schuldbewusstsein. Jeder und jede Wei&szlig;e m&uuml;sse sich permanent seiner Schuldhaftigkeit inne sein und diese bekennen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jungle.world\/artikel\/2020\/27\/der-katechismus-der-antirassisten?fbclid=IwAR11hLIj3a87qdn0cxQ60B7ai1BAMvYOqBi7IK5Fpui_tjdeDz3x65jclNM\">jungle.world<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Ein erstaunlicher Beitrag und das in der &ldquo;antideutschen&rdquo; Jungle World. Der aber den blinden Fleck der Identit&auml;tspolitik, deren totalit&auml;re Tendenzen und die Heuchelei der &ldquo;antirassistischen&rdquo; Proteste treffend charakterisiert. Insbesondere den Zynismus, wenn das linksliberale, akademisch gebildete B&uuml;rgertum dauernd von &ldquo;wei&szlig;en Privilegien&rdquo; spricht und damit die soziale Polarisierung und die &ouml;konomischen Macht- und Besitzverh&auml;ltnisse gekonnt ausblendet. Oder will jemand allen Ernstes behaupten die osteurop&auml;ischen Schlachthofarbeiter, die bei T&ouml;nnies und nicht nur dort, unter ausbeuterischen und menschenunw&uuml;rdigen Arbeitsbedingungen schuften m&uuml;ssen seien &ldquo;privilegiert&rdquo;?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Syrien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die &bdquo;Syrien-Hilfe&ldquo; und Maas, der Schein-Heilige<\/strong><br>\nvon Friedhelm Klinkhammer und Volker Br&auml;utigam<br>\nDie Tagesschau verschweigt die Verbrechen der westlichen &bdquo;Koalition&ldquo; im Nahen Osten<br>\n&bdquo;Caesar Act?&ldquo; Schon mal geh&ouml;rt? Wenn ja, dann sicher nicht in einer Tagesschau-Sendung. Der Name dieses j&uuml;ngsten US-amerikanischen Verbrechens an den Syrern taucht im Nachrichtenangebot der ARD-aktuell &uuml;berhaupt nur ein einziges Mal auf: am Schluss eines bodenlos demagogischen, aus der Ferne geschriebenen Internet-Trakt&auml;tchens auf tagesschau.de. Der Caesar Act ist ein weiteres Sanktionsgesetz, mit dem Washington die syrische Bev&ouml;lkerung jetzt zur Hungerrevolte gegen die Assad- Regierung zwingen will. Urheber und Anwender dieses Machwerks geh&ouml;ren als Angeklagte eines Verbrechens gegen die Menschheit vor den Internationalen Strafgerichtshof. Doch das verschweigt die Tagesschau sorgf&auml;ltig. So, wie sie oft wochenlang nicht aus Syrien berichtet, weil sich das dortige m&ouml;rderische Treiben der westlichen Alliierten ums Verrecken nicht in positivem Licht darstellen l&auml;sst.<br>\nDie milit&auml;rische und wirtschaftliche Interventionspolitik der westlichen Koalition unter F&uuml;hrung der USA und unter Mitwirkung Deutschlands firmiert in den Massenmedien als Kampf f&uuml;r demokratischen Wandel in Syrien. Sie basiert jedoch auf grunds&auml;tzlicher Missachtung der UN-Charta und f&uuml;hrt seit neun Jahren zu ungez&auml;hlten Kriegsverbrechen.<br>\nDie Tagesschau verzichtet seit jeher auf Versuche, das sauber zu analysieren und zu publizieren. Dass die Europ&auml;ische Union Ende Mai ihre eigenen, ebenfalls v&ouml;lkerrechtswidrigen Sanktionen gegen Syrien um ein weiteres Mal verl&auml;ngerte, vermerkte die ARD-aktuell-Redaktion nicht mal am Rande. So offenbaren sich das ganze Elend der deutschen Au&szlig;enpolitik und der nachrichtenjournalistische Niedergang des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks.<br>\nMit der Verabschiedung ihres &bdquo;C&auml;sar Gesetzes&ldquo; versuchen die USA jetzt, das wirtschaftliche Leben in Syrien vollends abzuw&uuml;rgen, ohne R&uuml;cksicht auf den lebensnotwendigen Bedarf der syrischen Bev&ouml;lkerung. Mit einem B&uuml;ndel von Strafma&szlig;nahmen verfolgt werden &bdquo;Einzelpersonen, Gruppen, Unternehmen und L&auml;nder, die mit der Regierung in Damaskus Gesch&auml;ftsbeziehungen eingehen&ldquo;. Sie werden daran gehindert, zum Wiederaufbau, zu Investitionen und zur Bereitstellung von Ersatzteilen f&uuml;r den Energie- und den Luftfahrtsektor in Syrien beizutragen. Die finanziellen Zug&auml;nge zu den M&auml;rkten f&uuml;r Nahrungsmittel und f&uuml;r medizinische G&uuml;ter sind f&uuml;r Syrien blockiert.<br>\n(&hellip;) Wir Schandt&auml;ter<br>\nWir Deutsche tragen mit eigenen politischen Man&ouml;vern zu diesen Abscheulichkeiten bei. Unsere Bundesluftwaffe lieferte die Zieldaten f&uuml;r alliierte Bombenangriffe auf syrischem Gebiet und unterst&uuml;tzte damit unstreitige Kriegsverbrechen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/linkezeitung.de\/2020\/07\/12\/die-syrien-hilfe-und-maas-der-schein-heilige\/\">Linke Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Einigung bei Syrien-Hilfe<\/strong><br>\nUN-Sicherheitsrat verl&auml;ngert grenz&uuml;berschreitende Lieferungen. Russland und China setzen sich durch<br>\nVon Karin Leukefeld<br>\nDer UN-Sicherheitsrat hat am Samstag in New York die grenz&uuml;berschreitenden UN-&thinsp;Hilfslieferungen f&uuml;r Teile der syrischen Provinz Idlib um ein weiteres Jahr verl&auml;ngert. Die entsprechende Resolution 2533 wurde mit zw&ouml;lf Stimmen angenommen, Russland, China sowie die Dominikanische Republik enthielten sich.<br>\nDie Resolution sieht vor, dass UN-Hilfskonvois &uuml;ber den t&uuml;rkisch-syrischen Grenz&uuml;bergang Bab Al-Hawa f&uuml;r zw&ouml;lf Monate fortgesetzt werden k&ouml;nnen. Der Grenz&uuml;bergang Bab Al-Salam, n&ouml;rdlich der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo, wird f&uuml;r UN-Hilfskonvois geschlossen&hellip;<br>\nGrenz&uuml;berschreitende Hilfe erfolgt auf Basis einer zeitlich befristeten Ausnahmeregelung, weil sie die Regierung des betroffenen Landes von der Entscheidung ausschlie&szlig;t. Es handelt sich um einen schwerwiegenden Eingriff in die staatliche Souver&auml;nit&auml;t und territoriale Integrit&auml;t und muss daher vom UN-Sicherheitsrat bewilligt werden.<br>\nWiederholt hatten die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats in der vergangenen Woche &uuml;ber verschiedene Resolutionsentw&uuml;rfe abgestimmt. Belgien und Deutschland hatten zun&auml;chst drei, dann zwei, dann einen Grenz&uuml;bergang vorgeschlagen. Russland und China hatten von Anfang an lediglich der &Ouml;ffnung des Grenz&uuml;bergangs Bab Al-Hawa f&uuml;r die Versorgung von Teilen der Provinz Idlib zugestimmt. Sie forderten eine Untersuchung des UN-Generaldirektors zu den Auswirkungen der einseitigen wirtschaftlichen Zwangsma&szlig;nahmen der Europ&auml;ischen Union und der USA auf die wirtschaftliche, humanit&auml;re und medizinische Situation Syriens. Die UNO und die UN-Mitgliedstaaten sollten ihre Zusammenarbeit mit der syrischen Regierung st&auml;rken, um dieser die Versorgung der Bev&ouml;lkerung im ganzen Land &ndash; nicht nur in Idlib &ndash; zu erm&ouml;glichen. Daf&uuml;r m&uuml;sse die UN-Resolution 46\/182 gest&auml;rkt werden, mit der seit 1991 die Koordination von humanit&auml;rer Hilfe in einem souver&auml;nen Staat mit der jeweiligen Regierung v&ouml;lkerrechtlich geregelt ist. Da davon in der Resolution 2533 nicht die Rede ist, enthielten sich Russland und China bei der Abstimmung&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/382036.syrien-einigung-bei-syrien-hilfe.html?sstr=SyrienHilfe\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>UN-Hilfslieferungen: Die Macht der T&uuml;rkei<\/strong><br>\nKommentar: Russland und China werden als Blockierer f&uuml;r Hilfslieferungen nach Syrien angeklagt, aber die Kontrolle &uuml;ber wichtige Versorgungswege im Norden liegt bei der T&uuml;rkei und im S&uuml;den haben die USA gro&szlig;en Einfluss<br>\nDer Hunger und das Elend in Syrien und die Schuldigen: &ldquo;Weil Russland und China es so wollen, wird die Hilfe f&uuml;r die syrische Zivilbev&ouml;lkerung eingeschr&auml;nkt&rdquo;, kommentiert die FAZ die UN-Resolution 2533, die nach l&auml;ngeren Verhandlungen vor drei Tagen den Sicherheitsrat passierte.<br>\nDer kurze Kommentar in der b&uuml;rgerlichen Zeitung ist exemplarisch f&uuml;r eine politisch deutlich verk&uuml;rzte Sicht auf Syrien mit agitatorischen Ankl&auml;ngen, da er von &ldquo;Verbrechern&rdquo; spricht und politische F&uuml;hrungen meint. Er betreibt genau das, was Russland und China vorgeworfen wird &ndash; das &ldquo;Politisieren humanit&auml;rer Hilfe&rdquo;. Denn er k&uuml;mmert sich nur um einen Ausschnitt. Beendet wird der Kommentar mit der Aufforderung an den deutschen Au&szlig;enminister, sich nicht durch die Erleichterung &uuml;ber einen Kompromiss zu erniedrigen, &ldquo;sondern den Verbrechern sagen, was sie sind&rdquo;.<br>\n(&hellip;) Wenn es um Lieferungen nach Syrien geht, so spielt die T&uuml;rkei eine Schl&uuml;sselrolle, schon seit Beginn des mittlerweile neun-j&auml;hrigen Krieges. Der Grenz&uuml;bergang Bab al-Hawa liegt im Nordwesten Syriens, in n&auml;chster N&auml;he sind Aleppo und Idlib. Kontrolliert wird der profitable &Uuml;bergang auf der einen Seite von t&uuml;rkischen Grenzbeamten und auf der anderen von der Miliz Hayat Tahrir asch-Scham (HTS), deren Kern aus der terroristischen Organisation al-Qaida stammt&hellip;<br>\nF&uuml;r diejenigen, die den Grenz&uuml;bergang kontrollieren, bedeutet das bares Geld&hellip;Offensichtlich ist: Die Versorgung des Nordwestens Syriens h&auml;ngt von der T&uuml;rkei ab. Sie wird von ihr kontrolliert &ndash; in den von ihr besetzten Gebieten wie Afrin und\/oder &uuml;ber Verb&uuml;ndete, die wie die islamistischen Milizen im Raum Aleppo Gebiete kontrollieren oder wie die HTS einen gro&szlig;en Teil des Gouvernements Idlib.<br>\n(&hellip;) UN-Hilfen und die Souver&auml;nit&auml;t der syrischen Regierung<br>\nSchaut man sich die Lage im Nordwesten Syriens an, wo die T&uuml;rkei die bestimmende Macht ist, verdeckt mit dschihadistischen Milizen und offen mit islamistischen Gegnern der Regierung Assad kooperiert, so wird der russische und chinesische Ansatz klar. Beide L&auml;nder unterst&uuml;tzen eine Forderung nach internationalem Recht: Dass die legitime Regierung ihre Souver&auml;nit&auml;tsrechte aus&uuml;bt und die UN-Hilfslieferungen &agrave; la longue &uuml;ber Damaskus laufen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/UN-Hilfslieferungen-Die-Macht-der-Tuerkei-4843938.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die 9 Sargn&auml;gel der Demokratie<\/strong><br>\n&bdquo;Demokratie ist eine Errungenschaft im besten Sinn des Wortes, und sie muss in jeder Epoche neu errungen, ausgebaut und gegen Angriffe verteidigt werden. Selbst wenn es heute um nichts anderes ginge, als sich ihrem Verfall entgegenzustemmen, ihn f&uuml;r einige Zeit aufzuhalten oder nur zu verlangsamen, dann w&auml;re dieser Versuch jede Anstrengung wert.&ldquo; Wie das Prinzip &bdquo;Alle Gewalt geht vom Volk aus&ldquo; schrittweise ausgehebelt wird. Und was uns trotzdem hoffen l&auml;sst.<br>\nAm Horizont der Geschichte d&auml;mmert seit einiger Zeit ein kollektiver Alptraum auf: die be&auml;ngstigende Vision eines weltweiten, regional in Nuancen differierenden, in seinen Denkgrundlagen jedoch weitgehend einheitlichen Unterdr&uuml;ckungssystems, das auch als &bdquo;Demokratur&ldquo; bezeichnet worden ist. Gemeint ist eine durch polizei- und obrigkeitsstaatliche Strukturen gesch&uuml;tzte kapitalistische Oligarchie mit demokratischen Reststrukturen, die jedoch nur Feigenblattfunktion haben. (&hellip;)<br>\nDie repr&auml;sentative Demokratie in der urspr&uuml;nglich intendierten Form ist gescheitert, wenn die Repr&auml;sentanten das &bdquo;demos&ldquo; (Volk) nicht mehr repr&auml;sentieren, sondern es zur Unterwerfung unter die Interessen einer dritten Kraft aus dem Wirtschafts- und Finanzsektor zwingen. Nat&uuml;rlich sagt niemand offen: &bdquo;Wir schaffen jetzt die Demokratie ab.&ldquo; Die Menschen d&uuml;rfen noch immer w&auml;hlen, was sie wollen, solange sie nur das denken k&ouml;nnen, was sie sollen. Die Hauptaufgabe &bdquo;demokratisch gew&auml;hlter&ldquo; Politikern besteht in einem solchen System paradoxerweise im Demokratieabbau, also in der Begrenzung demokratischer Volksmacht auf das f&uuml;r die Finanzoligarchie Unsch&auml;dliche.<br>\nDies geschieht mit Hilfe einiger Tricks, die ich auch die 9 Sargn&auml;gel der Demokratie genannt habe. Ich will sie hier anhand der deutschen Verh&auml;ltnisse etwas pr&auml;zisieren.<br>\nScheinalternativen: Mehrere Parteien, die im Grunde dasselbe sagen, treten zu Scheingefechten gegeneinander an. Was wirklich im Interesse des Volkes w&auml;re, wird gar nicht erst Teil der Angebotspalette im Politikbetrieb. Wie in einem kleinen bayerischen Landgasthof darf man zwischen Schweinebraten und Schweinshaxe w&auml;hlen, f&uuml;r Vegetarier gibt es &uuml;berhaupt kein Gericht auf der Karte &ndash; er kann gegen sein Gewissen w&auml;hlen oder muss hungrig nach Hause gehen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/die-9-sargnaegel-der-demokratie-2\">Hinter den Schlagzeilen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Damit ist jedes Ihrer Argumente wertlos.<\/strong><br>\nDas Prinzip Kontaktschuld ist beliebt, vor allem bei Diskussionen im Netz: Man diskreditiert eine Person allein dadurch, dass sie auf der &lsquo;falschen&rsquo; Demo war, mit der &lsquo;falschen&rsquo; Person gesprochen oder gar Geburtstag gefeiert hat. Analysiert wurde das Prinzip bislang kaum, was daher an dieser Stelle versucht werden soll: Ein Gespr&auml;ch mit XY &uuml;ber Meinungspluralismus, Menschenbild, Radikalenerlass, den Umgang mit Rassisten und warum Twitter f&uuml;r Kontaktschuldvorw&uuml;rfe die ideale Plattform ist.[&hellip;]<br>\nDas Kontaktschuld-Prinzip ist so alt wie der politische Kampf selbst. Wir kennen es aus den USA, wo es in der McCarthy-Zeit gegen Menschen angewendet wurde, die angeblich dem Kommunismus nahestanden. &Auml;hnlich war es dann mit dem Radikalenerlass in Deutschland, der vor allem auf das linke Spektrum zielte, auf Menschen, die mutma&szlig;lich mit Osteuropa oder mit dem Kommunismus sympathisierten. In der Weimarer Republik ging es um Frankreich oder um die Alliierten, die im Krieg gegen Deutschland gek&auml;mpft hatten. Wenn Sie einen politischen Gegner ausschalten wollten, haben Sie ihm damals am besten Beziehungen zu den Gegnern von einst unterstellt. Ein klassischer Kontaktschuldvorwurf. [&hellip;]<br>\nNach meiner Vorstellung gibt es in unserer Gesellschaft sehr viele unterschiedliche Meinungen und Interessen, zum Teil auch gegens&auml;tzliche, nicht miteinander vereinbare, die aber prinzipiell gleichberechtigt sind. Das sind Interessen von Einzelpersonen oder solche, die in Parteien, Vereinen oder Verb&auml;nden organisiert sind. Diese Interessen k&ouml;nnen und m&uuml;ssen sich im Feld der &Ouml;ffentlichkeit verst&auml;ndigen. Das funktioniert aber nur, wenn die verschiedenen Interessen auch in den Leitmedien abgebildet und als gleichberechtigt wahrgenommen werden k&ouml;nnen &ndash; ohne dass von den Medien sofort die Abwertung mitgeliefert wird.<br>\nDieses Pluralismus-Modell entspricht meinem Ideal von Gesellschaft und Demokratie. Ich bin in der DDR aufgewachsen. Ein Punkt, der viele Menschen in der B&uuml;rgerbewegung im Herbst 1989 angetrieben hat, war die Verwirklichung von Pluralismus. Die DDR hat diesen ja nicht zugelassen, sondern sehr rigide in die &Ouml;ffentlichkeit hineinregiert. Die Regierenden haben dort nichts toleriert, was ihrer eigenen Position widersprochen hat. Es gab in der DDR keinen Ausgleich der gegens&auml;tzlichen Meinungen und Interessen. Insofern messe ich das, was ich heute vorfinde, immer an diesem Pluralismus-Ideal.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.planet-interview.de\/interviews\/x-y\/51694\/\">Planet Interview<\/a>\n<p><strong>dazu: betr. Interview zu Kontaktschuld<\/strong><br>\nIrgendwann in der Corona-Krise fiel mir auf Twitter der Hashtag #Kontaktschuld auf. Dabei geht es um das Prinzip, eine Person &ouml;ffentlich zu diskreditieren, in dem man ihr N&auml;he zu Personen oder Positionen vorwirft, die von Teilen der Gesellschaft als &sbquo;Gegner&lsquo; identifiziert wurden. [&hellip;]<br>\n&bdquo;Das Kontaktschuld-System ist ein Schneeballsystem&ldquo;, schreibt Schreyer. &bdquo;Es lebt davon, dass andere die Empfehlung zum Ausgrenzen unkritisch befolgen und damit weiter verbreiten. Das System selbst wird selten &ouml;ffentlich reflektiert und hinterfragt.&ldquo;<br>\nDieser Befund Schreyers war f&uuml;r mich letztlich ein Ansporn, das System der Kontaktschuld-Vorw&uuml;rfe in Form eines Interviews zu er&ouml;rtern. Nach einer kurzen Recherche fand ich dazu eine Person XY mit entsprechender Expertise und Erfahrung &sbquo;am eigenen Leib&lsquo;: XY war in den vergangen Jahren mehrfach Kontaktschuldvorw&uuml;rfen ausgesetzt. Eigentlich ideale Voraussetzungen, um Sinn- und Unsinn des Prinzips Kontaktschuld zu besprechen.<br>\nWas zum Zeitpunkt meiner Interview-Anfrage allerdings nicht absehbar war: Dass sich, etwa zeitgleich zu unserem Interview-Termin, neue Kontaktschuldvorw&uuml;rfe gegen XY medial so weit hochschaukeln w&uuml;rden, dass die Rei&szlig;leine gezogen wurde: Um weitere Medienberichte zu verhindern, einigte sich XY mit den Kolleginnen und Kollegen in seinem beruflichen Umfeld, sich bis auf Weiteres nicht zu jenem Thema\/jener Person zu &auml;u&szlig;ern, welche XY die Kontaktschuldvorw&uuml;rfe eingebracht hatten.<br>\nDamit w&auml;re eine Ver&ouml;ffentlichung des Interviews, in dem ich mit XY &uuml;ber all das gesprochen habe, eigentlich vom Tisch. Doch in diesem Fall gibt es eine andere L&ouml;sung: Wir haben das Interview anonymisiert. Zwar mussten daf&uuml;r einige Passagen komplett gestrichen werden, die eine eindeutige Identifizierung erm&ouml;glicht h&auml;tten, was ich sehr bedauere. Doch der &uuml;berwiegende Teil des Gespr&auml;chs ist erhalten geblieben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.planet-interview.de\/blog\/betr-interview-zu-kontaktschuld\/51703\/\">Planet Interview<\/a>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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