{"id":63014,"date":"2020-07-19T11:45:54","date_gmt":"2020-07-19T09:45:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63014"},"modified":"2020-09-28T10:37:52","modified_gmt":"2020-09-28T08:37:52","slug":"rote-fahnen-ueber-malaya-oder-wie-aus-revolutionaeren-und-freiheitskaempfern-ploetzlich-kommunistische-terroristen-wurden-teil-iv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63014","title":{"rendered":"Rote Fahnen \u00fcber Malaya oder Wie aus Revolution\u00e4ren und Freiheitsk\u00e4mpfern pl\u00f6tzlich \u201ekommunistische Terroristen\u201c wurden (Teil IV)"},"content":{"rendered":"<p>Im vierten Teil der siebenteiligen Serie zur Vorgeschichte, zum Verlauf und zu den Verm&auml;chtnissen des Zweiten Weltkriegs in Ost- und S&uuml;dostasien besch&auml;ftigt sich unser Autor Rainer Werning mit der Herrschaft Japans &uuml;ber Malaya und Singapur, die im Fr&uuml;hjahr 1942 von der Kaiserlichen Japanischen Armee besetzt wurden. Wer dagegen bewaffnet Widerstand leistete, galt aus Sicht der britischen Kolonialmacht als Freiheitsk&auml;mpfer und Revolution&auml;r. Bei Kriegsende wurde aus ihnen kurzerhand &bdquo;ein Pack von CTs&ldquo; (&bdquo;communist terrorists&ldquo;), weil das zur&uuml;ckgekehrte britische Milit&auml;r diesen Zipfel Kontinentals&uuml;dostasiens weiterhin als integralen Bestandteil des British Empire betrachtete &ndash; gem&auml;&szlig; der Devise der Milit&auml;rstrategen im fernen London: &bdquo;Nach dem Krieg ist vor dem Krieg.&ldquo; Von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><p><strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p><p><em>75 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs in Ost- und S&uuml;dostasien &ndash; Vorgeschichte, Verlauf, Verm&auml;chtnisse lautet der Titel dieser siebenteiligen Artikelserie von Rainer Werning, die die NachDenkSeiten innerhalb dieses Jahres in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden ver&ouml;ffentlicht.<\/em><br>\n<em>Lesen Sie bitte auch die ersten drei Teile dieser Serie (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58483\">Teil 1<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59918\">Teil 2<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61422\">Teil 3<\/a>).<\/em><\/p><p><strong>Schrittweiser Vormarsch gen Malaya<\/strong><\/p><p>Bereits Anfang der 1930er Jahre hatte sich Japan Korea, die Mandschurei, Formosa (das heutige Taiwan) und Mikronesien einverleibt, in diesen L&auml;ndern Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte und Verteidigungsanlagen errichtet und die &ouml;rtliche Wirtschaft f&uuml;r seine R&uuml;stungsproduktion und Kriegsvorbereitungen umger&uuml;stet. Die europ&auml;ischen Kolonialm&auml;chte in der Region und die USA lie&szlig;en dies ohne nennenswerte Proteste geschehen. Sie reagierten auch nicht, als japanische Truppen 1937 in den Norden Chinas einfielen. Selbst als im Dezember 1937 japanische Bomber ein US-amerikanisches Kanonenboot auf dem chinesischen Fluss Jangtsekiang angriffen, belie&szlig; es US-Pr&auml;sident Franklin D. Roosevelt bei einem unverbindlichen Appell an die US-R&uuml;stungsindustrie, keine Waffen mehr an Japan zu verkaufen. Zwar lie&szlig; er im Oktober 1939 die US-Pazifikflotte von ihrem Heimathafen San Diego in den Pazifik verlegen &ndash; nach Pearl Harbor auf Hawaii. Doch der Krieg Nazideutschlands in Europa war f&uuml;r die Regierungen Gro&szlig;britanniens und Frankreichs n&auml;her und bedrohlicher als die japanischen Feldz&uuml;ge in Asien. Aus beiden hielten sich die Vereinigten Staaten heraus.<\/p><p>So vermochten japanische Truppen im Jahre 1939 auch ungehindert die s&uuml;dchinesische Insel Hainan einzunehmen und in den Golf von Tongking vorzur&uuml;cken &ndash; bis an die K&uuml;ste Indochinas. Zwar warnte der US-amerikanische Botschafter in Tokio, Josef C. Grew, am 1. August 1940 seine Regierung, die Herrscher Japans s&auml;hen &bdquo;in der gegenw&auml;rtigen Weltlage eine &sbquo;goldene Gelegenheit&rsquo;, ihre expansionistischen Ziele ohne Behinderung durch die angeblich gel&auml;hmten Demokratien durchzusetzen. Die Erfolge der deutschen Milit&auml;rmaschinerie und des deutschen Systems sind den Japanern zu Kopf gestiegen wie starker Wein.&ldquo;<\/p><p>Doch Japan konnte im September 1940 auch in den Norden Vietnams einmarschieren, mit der Verwaltung der Kollaborationsregierung von Vichy in Indochina (dem heutigen Vietnam, Laos und Kambodscha) und dem Milit&auml;rregime in Thailand den freien Durchzug seiner Truppen vereinbaren, von der holl&auml;ndischen Kolonialverwaltung in Niederl&auml;ndisch-Indien (dem heutigen Indonesien) zus&auml;tzliche &Ouml;llieferungen verlangen und am 27. September 1940 einen Dreim&auml;chtepakt mit den faschistischen Achsenm&auml;chten Deutschland und Italien schlie&szlig;en, ohne dass dies eine der westlichen M&auml;chte dazu bewogen h&auml;tte, dem japanischen Kaiserreich den Krieg zu erkl&auml;ren. Frankreich war nicht handlungsf&auml;hig; der Norden des Landes war von der deutschen Wehrmacht besetzt, den S&uuml;den verwaltete die Vichy-Regierung. Gro&szlig;britannien konzentrierte seine Kr&auml;fte auf die Verteidigung der britischen Inseln gegen deutsche Luftangriffe und eine drohende Invasion. Und die US-Regierung versuchte noch immer, ihr Land und ihre Streitkr&auml;fte aus dem Zweiten Weltkrieg herauszuhalten.<\/p><p>Bevor die japanischen Truppen in Indochina und Thailand den Befehl erhielten, in Malaya und Burma einzufallen, f&uuml;hrten die japanischen Streitkr&auml;fte am 7. Dezember 1941 nicht nur ihren Angriff auf Pearl Harbor durch, sondern bombardierten fast zeitgleich die US-amerikanischen Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte in den Philippinen und die britischen Stellungen in Singapur, Hongkong und Rangun. Dann marschierten ihre Truppen in die britische Kronkolonie an der s&uuml;dchinesischen K&uuml;ste ein, &uuml;berschritten von Thailand aus die Grenzen in die britischen Kolonien Malaya und Burma und Schiffskonvois, die schon mit der Flotte, die Pearl Harbor bombardiert hatte, ausgelaufen waren, landeten in Kota Bharu an der Ostk&uuml;ste der britischen Kolonie Malaya und bald darauf auch in Borneo.<\/p><p><strong>&bdquo;Blitzkrieg&ldquo; gegen Singapur<\/strong><\/p><p>&bdquo;Die Briten waren von dem japanischen Angriff v&ouml;llig &uuml;berrascht&ldquo;, erz&auml;hlte Cheah Boon Kheng, einst renommierter Historiker an der Universiti Sains Malaysia in Penang, der 2015 im Alter von 76 Jahren verstarb, im Gespr&auml;ch mit dem Autor, &bdquo;schlie&szlig;lich hatte Japan Gro&szlig;britannien nicht den Krieg erkl&auml;rt.&ldquo; Als die japanische Luftwaffe in der Nacht zum 8. Dezember ihre ersten Bombenangriffe auf Singapur flog, war das dicht besiedelte Gesch&auml;ftszentrum der Stadt hell erleuchtet. Niemand hatte mit einem Angriff gerechnet, niemand sich darauf vorbereitet. Eine Einwohnerin, die der Polizei meldete, ein Kaufhaus in ihrer Stra&szlig;e sei nach einem Luftangriff in Schutt und Asche versunken, erhielt die Antwort, es handele sich &bdquo;nur um eine &Uuml;bung&ldquo;. Die Sirenen ert&ouml;nten erst, als der Angriff vorbei war, und weil der Beamte, der den Schl&uuml;ssel zum Hauptschalter hatte, nicht auffindbar war, brannten die Laternen weiter. Dabei waren schon bei diesem ersten Bombardement 200 Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen chinesische Kaufleute und indische Nachtw&auml;chter.<\/p><p>Als die britische Flotte versuchte, die Landung weiterer japanischer Truppen im Norden Malayas zu verhindern, versenkten japanische Torpedobomber die Schlachtkreuzer Repulse und Prince of Wales, zwei der gr&ouml;&szlig;ten Schiffe der britischen Kriegsmarine. &bdquo;Danach waren die britischen Truppen in Singapur v&ouml;llig demoralisiert&ldquo;, so der Historiker Cheah Boon Kheng, &bdquo;denn auf Unterst&uuml;tzung ihrer Luftwaffe konnten sie auch nicht bauen.&ldquo; Schon vor diesem Angriff waren von Thailand aus Agenten des japanischen Geheimdienstes in den Norden Malayas eingedrungen, um die Invasion vorzubereiten, und hatten daf&uuml;r auch Kollaborateure anwerben k&ouml;nnen, die ihnen als Kundschafter, F&uuml;hrer und Spione dienten.<\/p><p>Die Stadt Singapur liegt an der S&uuml;dspitze der malaiischen Halbinsel und galt bis zum Zweiten Weltkrieg als &bdquo;Gibraltar des Ostens&ldquo; und &bdquo;uneinnehmbare Milit&auml;rfestung&ldquo; der britischen Kolonialmacht. Doch vermochten die Japaner auch Singapur schon im Februar 1942, nur zwei Monate nach dem Fall von Hongkong, im Handstreich einzunehmen. Die Briten hatten Singapur vor allem gegen Angriffe vom Meer befestigt. Doch als die Franzosen Indochina kampflos an Japan abtraten und das angrenzende Thailand, um seine Unabh&auml;ngigkeit zu wahren, den japanischen Truppen freien Durchzug gew&auml;hrte, stand den Japanern der Landweg offen: von China und Hongkong im Norden Asiens bis nach Malaya und Singapur Tausende Kilometer weiter s&uuml;dlich. Und wie in ihrer Kronkolonie Hongkong misstrauten die Briten auch ihren chinesischen Untertanen in Singapur. H&auml;tten die Briten zumindest einen Teil der chinesischen Bev&ouml;lkerung in Malaya mit Waffen ausgestattet, w&auml;re diese bereit gewesen, gegen die Japaner zu k&auml;mpfen.<\/p><p>Cheah Boon Kheng sagte dazu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Dass die m&auml;chtigen Briten die malaiische Halbinsel nicht halten konnten, hat das Bild, das die Leute von ihnen hatten, grundlegend ver&auml;ndert. Die Menschen waren sehr, sehr schockiert, insbesondere die chinesische Community. Denn auch zu ihr war durchgedrungen, wie die Japaner im Norden Chinas gew&uuml;tet und welches Massaker sie in Nanking (um die Jahreswende 1937\/38 &ndash; RW) ver&uuml;bt hatten. Die Chinesen hatten deshalb gro&szlig;e Angst. Und weil sie nicht in die britische Armee aufgenommen wurden, organisierten sie mit Beginn der japanischen Invasion in Malaya ihre eigenen Widerstandsgruppen.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Was die britischen Kolonialherren bis zu Beginn der japanischen Offensive &bdquo;Malaya&ldquo; nannten, bestand im Kern aus drei politischen Verwaltungs- und geografischen Einheiten: der sogenannten <em>Straits Settlement Colony<\/em> mit Singapur, Malakka und Penang sowie den <em>f&ouml;derierten<\/em> und <em>nicht-f&ouml;derierten malaiischen Staaten<\/em>. Neben der milit&auml;rstrategischen Bedeutung Singapurs in der Region S&uuml;dost- und Ostasien waren es vor allem Rohstoffe wie Kautschuk, Zinn, Bauxit und Eisenerze, die die Kolonialmacht in gro&szlig;em Stil durch Hunderttausende angeheuerter chinesischer und indischer Arbeitskr&auml;fte abbauen lie&szlig;. Bereits die Volksz&auml;hlung von 1921 hatte gezeigt, dass die Malaien in Malaya zu einer Minderheit geworden waren. Nach diesem Zensus lebten damals 1,62 Millionen Malaien (48,8 Prozent der Gesamtbev&ouml;lkerung), 1,17 Millionen Chinesen (35,2 Prozent) und 471.514 Inder (14,2 Prozent) in Malaya. Die urspr&uuml;ngliche Erwartung der britischen Kolonialmacht, diese chinesischen und indischen Arbeitskr&auml;fte w&uuml;rden nur f&uuml;r kurze Zeit in Malaya bleiben, traf nicht zu. Sp&auml;testens Anfang der 1940er Jahre war klar, dass der L&ouml;wenanteil beider Volksgemeinschaften im Lande bleiben w&uuml;rde.<\/p><p><strong>Kriegs&ouml;konomie &ndash; Kriegspropaganda<\/strong><\/p><p>Die japanische <em>Malay Military Administration (MMA)<\/em>, die nach dem Sieg &uuml;ber die Briten mehr als dreieinhalb Jahre in Malaya regierte, erwies sich als weitaus brutaler als die britische Herrschaft. Die gesamte Gesellschaft hatte sich wirtschaftlich, politisch und sozial den Zw&auml;ngen der japanischen Kriegsmaschinerie unterzuordnen. Die vorhandenen Rohstoffe und Reis sollten jetzt noch schneller und in noch gr&ouml;&szlig;eren Mengen abgebaut beziehungsweise geerntet werden, da Malaya im Kalk&uuml;l des japanischen Milit&auml;rs lediglich als Rohstofflieferant f&uuml;r das &bdquo;Mutterland&ldquo; galt. Wie Hongkong sollte Malaya auf unbestimmte Zeit fest in das japanische Imperium eingebunden sein. Eine sp&auml;tere Unabh&auml;ngigkeit war nicht vorgesehen, weil &bdquo;die Einheimischen politisch unreif&ldquo; waren. (Akashi 1980)<\/p><p>S&auml;mtliche Schichten der malaiischen Gesellschaft wurden politisiert, teils in paramilit&auml;rische B&uuml;rgerwehren gepresst oder gezwungen, dem japanischen Kaiser als <em>Romusha<\/em> (Zwangsarbeiter) inner- wie au&szlig;erhalb des Landes zu dienen. Erkl&auml;rtes Ziel der MMA war es, die Bev&ouml;lkerung streng im Sinne des <em>Nippon Seishin<\/em> (japanischen Geistes) durch hartes k&ouml;rperliches und geistiges Training sowie durch <em>Nippongo<\/em> (die japanische Sprache) zu erziehen. Nippon Seishin &ndash; das hie&szlig; konkret: eiserne Disziplin, absoluter Gehorsam, bedingungslose Loyalit&auml;t gegen&uuml;ber dem Kaiser. Diese &bdquo;Arbeits- und Lebenstugenden&ldquo; sollten der (vor allem jugendlichen) Bev&ouml;lkerung in Malaya eingetrichtert und sie mittels ideologischer Kampagnen zu verl&auml;sslichen Gef&auml;hrten der <em>Hakko Ichiu<\/em> (universalen Br&uuml;derlichkeit unter einem Dach), mithin zu gef&uuml;gigen japanischen Untertanen gedrillt werden.<\/p><p>Unter diesen harschen Bedingungen hatten die Chinesen am meisten zu leiden. Der Historiker Cheah Boon Kheng erkl&auml;rte gegen&uuml;ber dem Autor:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die chinesischen Bewohner Malayas mussten f&uuml;nf Millionen Yen an sogenanntem &sbquo;Blutzoll&rsquo; an die Japaner zahlen. Die sprachen von &sbquo;Blutzoll&rsquo;, weil sie dieses Geld von den Chinesen aus Rache f&uuml;r deren Widerstand in China und andernorts in S&uuml;dostasien eintrieben. Sp&auml;ter gab es auch in Singapur Massenhinrichtungen. Zur Demonstration ihrer Macht stellten die Japaner abgeschlagene K&ouml;pfe an den Stra&szlig;enr&auml;ndern zur Schau. Nach dem Krieg gab der japanische General Yamashita Tomoyuki zu, dass seine Truppen hier 6.000 Chinesen massakriert h&auml;tten. Die chinesische Community sprach hingegen von 45.000 Toten. Die Massaker begannen in Singapur, setzten sich im S&uuml;den Malayas fort und auch im benachbarten Sumatra, als die japanischen Truppen unter General Yamashita dort einmarschierten.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>&bdquo;Teile-und-herrsche&ldquo;-Politik mit Kalk&uuml;l<\/strong><\/p><p>Unter der britischen Kolonialherrschaft hatten sich die Beziehungen unter den drei gr&ouml;&szlig;ten Bev&ouml;lkerungsgruppen in Malaya ohne gravierende Friktionen gestaltet. Die Briten hatten vorzugsweise Malaien in ihre Kolonialverwaltung einbezogen und malaiischen Sultanen in den Provinzen begrenzte Entscheidungsbefugnisse belassen, um sie zumindest zur Kooperation zu bewegen. Die nachfolgenden Generationen der chinesischen Migranten hatten sich &uuml;berwiegend als H&auml;ndler in den St&auml;dten niedergelassen, w&auml;hrend die Inder (zumeist Tamilen) als Tagel&ouml;hner und Bergarbeiter eher auf dem Land lebten und auf der untersten sozialen Stufe der gesellschaftlichen Hierarchie standen. Zwischen den Gruppen gab es vergleichsweise wenige Ber&uuml;hrungspunkte und keine offenen Konflikte. Die Japaner hingegen spielten sie gezielt gegeneinander aus.<\/p><p>Die Besatzer versuchten mit einigem Erfolg, die Malaien zur Kollaboration zu bewegen, lie&szlig;en die Chinesen brutal verfolgen und rekrutierten mit dem Spruch &bdquo;Asien den Asiaten&ldquo; unter den Indern Freiwillige f&uuml;r ihren Krieg gegen die Briten in Burma und Indien. In diesem Sinne fiel dem indischen Nationalisten <em>Subhas Chandra Bose<\/em> (1897-1945) eine Schl&uuml;sselrolle zu. Boses (vermeintlicher) Patriotismus lie&szlig; ihn in Indien zum Helden aufsteigen, w&auml;hrend er w&auml;hrend des Zweiten Weltkriegs ungeniert mit Nazideutschland unter Hitler sowie mit dem japanischen Kaiserreich kollaborierte gem&auml;&szlig; der Devise: &bdquo;Der Feind meines Feindes ist mein Freund.&ldquo; Bose versprach sich von den Nazis und seitens der von ihnen aufgestellten Indischen Legion einen siegreichen Feldzug gegen die Briten. Unter deutschen Diplomaten im damaligen Berlin sowie unter indischen Diplomaten und Offizieren galt er als &bdquo;<em>Netaji<\/em>&rdquo; (&bdquo;Respektierter F&uuml;hrer&ldquo;). Die ethnische Spaltung der Gesellschaft durch die japanischen Besatzer f&uuml;hrte zu Konflikten, die noch Jahrzehnte nach Kriegsende gewaltsam ausgetragen wurden.<\/p><p>Japanische Unternehmen, allen voran die Konzerne Mitsubishi und Mitsui, konfiszierten in Malaya und Singapur den Besitz ausl&auml;ndischer (vor allem britischer, US-amerikanischer und niederl&auml;ndischer) Firmen und die Unternehmen der Chinesen. Lediglich kleine chinesische H&auml;ndler und Zulieferer durften unter strenger japanischer Kontrolle weiterarbeiten. Um die Produktion anzukurbeln, f&uuml;hrten die Japaner einen Arbeitsdienst ein. Unter je 250 Einwohnern mussten 20 im Alter von 15 bis 45 Jahren einem <em>Labor Service Corps<\/em> beitreten. (1944 hatten die Japaner 140.000 Arbeiter f&uuml;r Industrie, Handel und Landwirtschaft registriert.) Dar&uuml;ber hinaus holten sie Zehntausende <em>Romusha<\/em> (Zwangsarbeiter) von den benachbarten indonesischen Inseln hinzu.<\/p><p>Nicht wenige Malaien, die unter diesem und milit&auml;rischem Drill unter den japanischen Besatzern zu leiden hatten, sollten ausgerechnet in der Nachkriegsgesellschaft F&uuml;hrungspositionen in der Politik, Gesellschaft und Wirtschafts- und Gesch&auml;ftswelt des Landes einnehmen. Noch bei einer Umfrage in den 1970er Jahren bekundeten 80 Prozent solcher &bdquo;ehemaligen Sch&uuml;ler&ldquo; ihre Bewunderung f&uuml;r die einstigen japanischen &bdquo;Zuchtmeister&ldquo; mit den Worten: &bdquo;Ohne die japanische Schulung h&auml;tte ich niemals so schnell Karriere gemacht.&ldquo; &ndash; &bdquo;Ich habe gelernt, hart zu arbeiten, um etwas zu erreichen.&ldquo; &ndash; &bdquo;Die Ausbildung hat mein Selbstbewusstsein und meinen Tatendrang gef&ouml;rdert. Ich hatte danach keine Angst mehr, Verantwortung zu &uuml;bernehmen und empfand Wei&szlig;e nicht mehr als &uuml;berlegen. Ich war stolz, Asiate zu sein.&ldquo; (Akashi, S. 69f.) Mit ausschlaggebend war dabei die Erfahrung, dass der Nimbus (vermeintlicher) &bdquo;wei&szlig;er und westlicher &Uuml;berlegenheit und Unbesiegbarkeit&ldquo; unter dem britischen Kolonialjoch angesichts des raschen japanischen Vormarsches und Sieges in Malaya und Singapur zerbarst.<\/p><p>Die Malaien stellten auch die deutliche Mehrheit der paramilit&auml;rischen B&uuml;rgerwehren (<em>Jikeidan<\/em>) und Blockwarte, mit denen die Japaner das gesamte Land &uuml;berzogen. Allein in Singapur verf&uuml;gten die von den Japanern eingef&uuml;hrten und kontrollierten Nachbarschafts-Organisationen (<em>Tonarigumi<\/em>) im September 1943 &uuml;ber 55 Sektionen mit 80.000 Mitgliedern. Daneben unterhielten die Besatzer eine Geheimpolizei (<em>Tokkoka<\/em>), f&uuml;r die einheimische Spitzel Parks und Pl&auml;tze, Hotels und Gesch&auml;fte &uuml;berwachten.<\/p><p>Cheah Boon Kheng war damals &bdquo;ein Junge von f&uuml;nf oder sechs Jahren&ldquo; und seine Eltern sorgten<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;w&auml;hrend der gesamten Besatzungszeit daf&uuml;r, dass wir Kinder auch zum Spielen nicht nach drau&szlig;en gingen. Wir mussten zu Hause bleiben und verbrachten die Abende meist im Finstern. Denn der Strom fiel st&auml;ndig aus. Meine Eltern hatten Angst vor den japanischen Polizisten und den Agenten in Zivil, die sich in einem Caf&eacute; in der Nachbarschaft trafen. Uns Kindern war es streng verboten, mit ihnen zu reden. Auch wenn wir einmal vor die T&uuml;r mussten, etwa um bei Bombenalarm in den n&auml;chsten Luftschutzkeller zu laufen, waren wir extrem vorsichtig.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Schon bei ihrem Einmarsch setzten die japanischen Streitkr&auml;fte malaiische Hilfstruppen ein, die der japanische Geheimdienst zuvor angeworben hatte, und denen zwei Bataillone eines <em>Malay Regiments<\/em> gegen&uuml;berstanden, das von den Briten aus einheimischen Soldaten rekrutiert worden war. Setzten indische und malaiische Organisationen und Verb&auml;nde relativ verhalten und sp&auml;t ein Fanal des politischen Widerstands gegen die Besatzer, so bildeten die Chinesen direkt beim Einmarsch der Besatzer die mit Abstand gr&ouml;&szlig;te und bedeutendste milit&auml;rische Kraft im antijapanischen Widerstand.<\/p><p><strong>Drakonischer Kurs gegen Malayas chinesische Bev&ouml;lkerung<\/strong><\/p><p>Als die japanischen Truppen von Thailand aus in den Norden Malayas eindrangen, k&auml;mpften unter britischem Kommando auch Tausende chinesische Soldaten aus der Kolonie. Die Chinesen stellten in Malaya keine kleine Minderheit, sondern fast vierzig Prozent der Bev&ouml;lkerung. Als die japanischen Besatzer die vier Nordprovinzen Malayas 1943 an Thailand als Dank f&uuml;r dessen gew&auml;hrte &bdquo;Transit&ldquo;rechte abtraten, konstituierten sie mit 48 Prozent sogar die gr&ouml;&szlig;te Bev&ouml;lkerungsgruppe &ndash; vor den Malaien mit 34 und den Indern mit 18 Prozent.<\/p><p>Obwohl mindestens ein Drittel der Chinesen in Malaya geboren war, orientierte sich die gro&szlig;e Mehrheit kulturell und politisch an China. In den 1930er Jahren gab es in Malaya Ableger der nationalchinesischen Partei Tschiang Kaisheks und der chinesischen Kommunisten Mao Tsetungs. Wenngleich beide Organisationen zu der Zeit ein Zweckb&uuml;ndnis geschmiedet und seit 1937 gemeinsam gegen die Japaner gek&auml;mpft hatten, waren sie von den Briten in Malaya verboten und konnten nur im Untergrund agieren. Die Briten hatten insbesondere die <em>Kommunistische Partei Malayas (CPM)<\/em>, die zum Guerillakampf gegen die Kolonialherrschaft aufrief, hart verfolgt.<\/p><p>Im Dezember 1941 versuchten die Briten pl&ouml;tzlich, die mehrheitlich aus Chinesen bestehende CPM als B&uuml;ndnispartner zu gewinnen. Nur zehn Tage nach dem japanischen Einmarsch schlossen sie eine Vereinbarung mit der Parteif&uuml;hrung, wonach die Briten mithalfen, die kommunistischen Guerilla-Trupps milit&auml;risch auszubilden und auszur&uuml;sten, die nach der Besetzung der malaiischen Halbinsel hinter den japanischen Linien Widerstand leisten sollten. Auch Tschiang Kaishek rief am 23. Dezember 1941 seine Anh&auml;nger in Malaya dazu auf, geschlossen an der Seite der Briten gegen die Japaner zu k&auml;mpfen. Im Gegenzug hob der britische Gouverneur in Singapur, Shenton Thomas, das Verbot der beiden Parteien und anderer chinesischer Organisationen auf.<\/p><p>Nach der Kapitulation der Briten am 15. Februar 1942 in Singapur h&auml;tte die 25. Japanische Armee eigentlich sofort auf die benachbarte indonesische Insel Sumatra weitermarschieren sollen. Doch ihr Oberst Masanobu Tsuji bestand darauf, zuvor eine Operation durchzuf&uuml;hren, die er <em>Sook Ching<\/em> nannte, was sich mit &bdquo;S&auml;uberung durch Eliminierung&ldquo; &uuml;bersetzen l&auml;sst. In einem Handbuch f&uuml;r japanische Soldaten aus der Feder eben dieses Oberst Masanobu Tsuji hie&szlig; es (zit. nach: Zich 1980, S. 123):<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Lies dies &ndash; und wir gewinnen den Krieg! Sobald ihr in die Gebiete des Feindes kommt, wird euch bewusst werden, was die Unterdr&uuml;ckung durch den wei&szlig;en Mann bedeutet. Imposante, pr&auml;chtige Geb&auml;ude blicken von Bergesh&ouml;hen oder H&uuml;geln auf die winzigen H&uuml;tten der Eingeborenen hinab. Finanziert wird der luxuri&ouml;se Lebensstil der Wei&szlig;en mit dem Geld, das diese kleinen Minderheiten durch blutige Unterdr&uuml;ckung aus den Asiaten herauspressen. Infolge der Jahrhunderte langen Unterdr&uuml;ckung durch europ&auml;ische Kolonialm&auml;chte sind die Eingeborenen unterw&uuml;rfige Sklaven geworden. Unser Wunsch, aus ihnen baldm&ouml;glichst wieder M&auml;nner zu machen, d&uuml;rfte zun&auml;chst auf erhebliche Schwierigkeiten sto&szlig;en. (&hellip;) Wenn du nach erfolgter Landung auf den Feind triffst, so sieh in dir einen R&auml;cher, dem es endlich gelungen ist, den M&ouml;rder seines Vaters zu stellen. Hier st&ouml;&szlig;t du auf den, dessen Tod dein Herz von dem in ihm brennenden Zorn zu entlasten vermag. Erst wenn du ihn v&ouml;llig vernichtet hast, wirst du wieder zur Ruhe kommen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Am 17. Februar 1942 erlie&szlig; derselbe Oberst die Order, dass sich alle chinesischen M&auml;nner zwischen 18 und 50 Jahren innerhalb von vier Tagen an f&uuml;nf festgelegten Punkten der Stadt einzufinden h&auml;tten. Zuwiderhandlungen w&uuml;rden hart bestraft. Bis zum 21. Februar hatte die japanische Armee an den Sammelstellen f&uuml;nf gro&szlig;e &bdquo;Konzentrationslager&ldquo; eingerichtet. Dort mussten Zehntausende Gefangene bis zu sechs Tage ohne Wasser und Brot ausharren und vor Einheiten der japanischen Milit&auml;rpolizei <em>Kempeitai<\/em> antreten, denen einheimische Spitzel und Informanten mit Kapuzen und Sehschlitzen zur Seite standen. Jeden, auf den sie zeigten, verschleppten die Japaner zum Verh&ouml;r in Folterzellen und Gef&auml;ngnisse oder mit Lastwagen an den Stadtrand, um sie zu ermorden. Der Rest durfte, versehen mit einem Kontrollstempel auf den Arm oder auf dem Hemd, wieder gehen. Bis zum 3. M&auml;rz 1942 hatten die Japaner jedoch allein in Singapur 70.699 Menschen inhaftiert und Radio Tokio meldete, die Kampagne &bdquo;gegen anti-japanische Chinesen und andere Gegner der Achsenm&auml;chte&ldquo; im &bdquo;strahlenden S&uuml;den&ldquo; (Singapur) mache gute Fortschritte.<\/p><p><strong>Erzwungene Kollaboration und erwartete Kooperation<\/strong><\/p><p>Im M&auml;rz 1942 verschleppten japanische Soldaten einige prominente Chinesen aus Singapur ins Hauptquartier ihrer Milit&auml;rpolizei, um sie unter Folterungen und Todesdrohungen dazu zu zwingen, einer &bdquo;<em>Assoziation von &Uuml;bersee-Chinesen<\/em>&ldquo; beizutreten, die mit den Besatzern kollaborieren sollte. Einige Chinesen erkl&auml;rten sich auch freiwillig zur Kooperation bereit, um ihre gesellschaftliche Position zu wahren. Die erste Aufgabe dieser Assoziation bestand darin, 50 Millionen Malay-Dollar von der chinesischen Bev&ouml;lkerung einzutreiben. Die Japaner stellten ihnen daf&uuml;r die Melde- und Steuerunterlagen zur Verf&uuml;gung, die sie in den B&uuml;ros der britischen Kolonialverwaltung vorgefunden hatten. Weil die Assoziation bis zum 20. Juni 1942 nur 28 Millionen Dollar zusammenbekam, musste sie die restlichen 22 Millionen als Kredit bei der japanischen <em>Yokohama Bank<\/em> aufnehmen, um die Gesamtsumme am 25. Juni dem f&uuml;r Malaya zust&auml;ndigen japanischen Generalleutnant Tomoyuki Yamashita &ouml;ffentlich &uuml;berreichen zu k&ouml;nnen. Er betrachtete das Geld als &bdquo;S&uuml;hne f&uuml;r anti-japanische Aktivit&auml;ten&ldquo; in Singapur. Weil sich die Mitglieder der Assoziation zur Zusammenarbeit mit den Japanern bereitgefunden hatten, prangerten j&uuml;ngere chinesische Partisanen sie &ouml;ffentlich als &bdquo;Kollaborateure des Feindes&ldquo; an und ver&uuml;bten Anschl&auml;ge auf sie.<\/p><p><strong>Erbitterter Partisanenkrieg<\/strong><\/p><p>Keine andere ethnolinguistische Gruppe im damaligen Malaya verf&uuml;gte &uuml;ber eine derma&szlig;en starke Untergrundarmee wie die unter F&uuml;hrung der CPM bereits im Januar 1942 gegr&uuml;ndete <em>Malaiische Antijapanische Volksarmee (MPAJA)<\/em>. Auf ihrem H&ouml;hepunkt z&auml;hlte sie zwischen 7.000 und 8.000 aktive K&auml;mpfer und genoss gro&szlig;en R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung. Von Dschungelcamps aus operierten diese auf dem Land und in Guerilla-Kommandos in den St&auml;dten. Die Partisanen ver&uuml;bten Anschl&auml;ge auf japanische Stellungen, aber auch auf Malaien, die sich zur Zusammenarbeit mit den Besatzern bereitgefunden hatten. Auf dem Land schnitzten sie Helfershelfern der Japaner, die sie &uuml;berf&uuml;hrt, verurteilt und hingerichtet hatten, das Wort &bdquo;Kollaborateur&ldquo; in die Haut und in vielen D&ouml;rfern trieben sie eine &bdquo;Kriegssteuer&ldquo; ein. Dadurch entstanden Spannungen zwischen Chinesen und Malaien, die noch vor Kriegsende, im Februar 1945, in der Provinz Johore zu gewaltsam ausgetragenen Auseinandersetzungen f&uuml;hrten, denen die japanische Besatzungsmacht tatenlos und mit Genugtuung zusah.<\/p><p>In Absprache mit britischen Offizieren befreite die MPAJA bei Kriegsende weite Teile Malayas. Die Partisanen &uuml;bernahmen Polizeistationen, entwaffneten malaiische Kollaborateure und verurteilten einige von ihnen zum Tode. Die Briten w&uuml;rdigten den Beitrag der Kommunisten zur Befreiung des Landes &ouml;ffentlich und Chin Peng, der zu einem ihrer Milit&auml;rkommandanten und zum &bdquo;Held des nationalen Befreiungskampfes&ldquo; aufgestiegen war, sollte mit der Verleihung des &bdquo;<em>Ordens des Britischen Empires<\/em>&ldquo; bedacht werden.<\/p><p>Der 2013 im Alter von 88 Jahren verstorbene Chin Peng war gerade mal 15 Jahre alt, als er in den politischen Untergrund ging und sich der Kommunistischen Partei in Perak, Teil der CPM, anschloss. Bevor er sp&auml;ter zum charismatischen Generalsekret&auml;r der Partei avancierte, diente Chin Peng w&auml;hrend der japanischen Besatzung im Military High Command der MPAJA. Wegen der herausragenden Stellung und des organisatorischen Geschicks der MPAJA und CPM im antijapanischen Widerstand griff das britische Kommando des auf Ceylon (dem heutigen Sri Lanka) stationierten <em>South-East Asia Command (SEAC)<\/em> unter Admiral Lord Louis Mountbatten auch auf deren Mitglieder als Informanten und Liaison-Offiziere zur&uuml;ck. Mit den Briten entstand w&auml;hrend dieser Zeit eine kurzweilige Zweckgemeinschaft auf Gegenseitigkeit in Gestalt der Force 136. Diese Spezialeinheit hatte daf&uuml;r zu sorgen, dass die Kontakte zwischen Ceylon und Malaya gekn&uuml;pft und die dort hinter den japanischen Stellungen mit Fallschirmen abgesetzten Informanten gesch&uuml;tzt blieben sowie angemessener Nachschub und logistisches Ger&auml;t mit U-Booten herangeschafft wurden. Auch Chin Peng war ein wichtiges Scharnier zwischen dem SEAC und der CPM.<\/p><p>Erst in der Endphase des Krieges hatte Japan auch f&uuml;r Malaya erwogen, dem Land eine &bdquo;Unabh&auml;ngigkeit&ldquo; von Tokios Gnaden in Aussicht zu stellen. Milit&auml;rische R&uuml;ckschl&auml;ge im Pazifik, andauernde und gezielte Sabotageakte seitens der MPAJA und CPM sowie bereits erkennbare Pl&auml;ne einer alliierten Gro&szlig;offensive hatten den japanischen Generalstab &uuml;ber diesen Schritt nachdenken lassen. Keineswegs aus Menschenliebe oder F&uuml;rsorge f&uuml;r Malaya, wie der Historiker Cheah Boon Kheng betonte:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Als der Widerstand der hiesigen Bev&ouml;lkerung gegen die von den Japanern verordnete Zwangsarbeit zu gro&szlig; wurde, schafften sie Arbeiter aus Java heran. Sie kamen zu Tausenden. Ich sch&auml;tze, dass allein nach Singapur 20.000 Javaner kamen. Als das Kriegsende nahte, gaben die Japaner ihnen einfach nichts mehr zu essen. Und so verhungerten Indonesier hier zu Hunderten auf der Stra&szlig;e.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Hinausgeschobenes Kriegsende &ndash; 12-j&auml;hriger &bdquo;Notstand&ldquo;<\/strong><\/p><p>Nach dem Krieg war die CPM nicht gewillt, die japanische Kolonialmacht erneut gegen das alte britische Kolonialjoch einzutauschen. Unterdessen hielten die Briten unbeirrt an ihrem Plan der R&uuml;ckeroberung Malayas fest und wollten auch weiterhin nicht auf den f&uuml;r sie geo- und milit&auml;rstrategisch bedeutsamen Marinest&uuml;tzpunkt Singapur verzichten. Milit&auml;rische Konflikte waren programmiert. Es begann ein langwieriger Auszehrungskrieg, den die Briten besch&ouml;nigend &bdquo;<em>state of emergency<\/em>&rdquo;, <em>Phase des Notstands<\/em>, nannten. Allein aus versicherungstechnischen Gr&uuml;nden ward der Begriff &bdquo;Krieg&ldquo; tunlichst vermieden. Zw&ouml;lf lange Jahre w&auml;hrte diese Emergency &ndash; von 1948 bis 1960. Chin Peng, der bei Kriegsende noch ausersehen war, den &bdquo;<em>Orden des Britischen Empires<\/em>&ldquo; f&uuml;r seine Verdienste im Kampf gegen die Japaner entgegenzunehmen, war binnen weniger Monate zum meistgesuchten &bdquo;Topterroristen&ldquo; geworden, f&uuml;r dessen Ergreifung die Briten nunmehr ein Kopfgeld von umgerechnet 250.000 Dollar ausgesetzt hatten!<\/p><p>Erst am 2. Dezember 1989 endete in der s&uuml;dthail&auml;ndischen Stadt Haadyai ein Kampf, der f&uuml;r Chin Peng und seine Mitstreiter*innen w&auml;hrend des Krieges begonnen hatte. Dort n&auml;mlich kam es zum Friedensschluss, der den ehemaligen Guerillak&auml;mpfern freies Geleit zusicherte. F&uuml;r Furore sorgte der seitdem im thail&auml;ndisch-malaysischen Grenzgebiet lebende Chin Peng erneut, als er im Herbst 2003 seine Memoiren mit dem Titel <em>My Side of History<\/em> vorlegte. Jahrzehnte nach dem Krieg und der politisch turbulenten Zeit der &bdquo;emergency&rdquo; beschlagnahmten malaysische Beh&ouml;rden 900 der insgesamt 2.000 Exemplare der Erstauflage dieses in Singapur erschienenen Buches. Selbst eine Buchhandlung in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur wurde von Mitarbeitern des Innenministeriums durchsucht, die dortigen Exemplare konfisziert und der Titel zeitweilig auf den Index gesetzt. Obgleich die Beh&ouml;rden diese Zensur nicht begr&uuml;ndeten und das Buch auch nicht offiziell verboten, war ihnen offensichtlich ein Dorn im Auge, dass Chin Peng in seinen Memoiren eine Vielzahl deklassifizierter britischer Geheimdienstberichte ausbreitete und minuti&ouml;s an die perfiden Taktiken im Rahmen ihrer Counterinsurgency (Aufstands- beziehungsweise Aufruhrbek&auml;mpfung) erinnerte.<\/p><p>Neben der landesweiten Zwangsumsiedlung von damals mindestens 600.000 &bdquo;illegalen Siedlern&rdquo; in sogenannte &bdquo;<em>new villages<\/em>&ldquo; (&bdquo;<em>Neue D&ouml;rfer<\/em>&ldquo;), um auf diese Weise die Nachschublinien und logistische Infrastruktur der Guerilla zu kappen, wurden deren K&auml;mpfer nicht nur als &bdquo;Banditen&rdquo; gebrandmarkt, sondern als <em>CT<\/em>s, &bdquo;kommunistische Terroristen&rdquo;, buchst&auml;blich zu Freiwild erkl&auml;rt. Um Angst und Furcht unter der Zivilbev&ouml;lkerung zu s&auml;en, stellten britische Soldaten die abgeschlagenen K&ouml;pfe und H&auml;nde von Mitgliedern der CPM &ouml;ffentlich zur Schau, um angeblich die Feinde &bdquo;genau zu identifizieren&ldquo;. Wie zuvor die japanische Besatzungsmacht, so schreckte nach Kriegsende auch die British Military Administration for Malaya and Singapore nicht davor zur&uuml;ck, die Leichen von Guerillak&auml;mpfern zur &bdquo;Mahnung&ldquo; an belebten und verkehrsreichen Pl&auml;tzen &bdquo;auszustellen&ldquo; und die Leichname von einst hochrangigen CPM-Kadern in Prozessionen durch die D&ouml;rfer zu f&uuml;hren. Generalleutnant Gerald Templer, der damalige britische Hochkommissar in Malaya, hatte all das in einem offiziellen Kommuniqu&eacute; ausdr&uuml;cklich sanktioniert.<\/p><p><strong>&bdquo;Kein Kompromiss mit Japan, kein Arrangement mit den Briten&ldquo;<\/strong><\/p><p>Chin Peng schrieb in seinen Memoiren &uuml;ber sich und das lebenslange Engagement seiner Kampfgef&auml;hrt*innen (Chin Peng 2003: S. 510 f. &ndash; &Uuml;bersetzung: RW):<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ein jeder von uns hat Optionen &ndash; wir k&ouml;nnen standhaft sein oder Kompromisse eingehen, wir k&ouml;nnen sparen oder Dinge aus dem Fenster hinauswerfen, wir k&ouml;nnen jemanden konfrontieren oder einfach wegschauen, wir k&ouml;nnen vergessen oder uns erinnern. Ich f&uuml;r meinen Teil entschied mich, ein Freiheitsk&auml;mpfer zu werden. Wer wie ich in einer l&auml;ndlichen malaiischen Gemeinschaft wie in Sitiawan aufwuchs und dort t&auml;glich hautnah miterleben musste, wie ver&auml;chtlich die britischen Kolonialisten auf uns herabblickten und uns behandelten, der h&auml;tte schnell die Anziehungskraft einer Kommunistischen Partei Malayas versp&uuml;rt. Mein Engagement erwuchs nicht allein aus einer Serie erlittener Einsch&uuml;chterungen und Dem&uuml;tigungen; es war vielmehr das Resultat genauester Beobachtung und Jahre intellektueller Einsicht. Wer sp&auml;ter dann die Zeit der korrupten British Military Administration unmittelbar nach der Kapitulation Japans sowie die bittere Armut noch Jahre nach den japanischen Grausamkeiten miterlebte, wenn man dann auch noch die Inkompetenz und Ineffizienz dieser Verwaltung in den malaiischen D&ouml;rfern und St&auml;dten auf Schritt und Tritt erleiden musste, der sollte nicht anma&szlig;end sein und behaupten, man h&auml;tte lieber einen k&uuml;hlen Kopf bewahren und einen anderen Weg einschlagen sollen. Ich konnte keinerlei Kompromiss mit den Japanern schlie&szlig;en. Ebenso wenig h&auml;tte ich mich jemals in einem System arrangieren und f&uuml;r dieses arbeiten k&ouml;nnen, das einzig auf die Kontinuit&auml;t des britischen Kolonialismus setzte.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das Res&uuml;mee des Kriegsveteranen Chin Peng:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Dieses Buch soll weder die Dinge aufbauschen noch entschuldigen. Es soll vielmehr dazu einladen, zu verstehen, was uns damals zu k&auml;mpfen bewog, was unsere Vorstellungen formte und was letztlich Konflikte sch&uuml;rte und ausufern lie&szlig;. Gleichzeitig soll es aber auch aufzeigen, wie Frieden erreicht werden kann.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Gemessen an der damaligen Bev&ouml;lkerungszahl entrichteten die chinesischst&auml;mmigen Widerstandsk&auml;mpfer in Malaya nach China und den Philippinen den h&ouml;chsten Blutzoll im Kampf gegen die japanische Besatzung. In der Retrospektive erwies sich die Emergency aus Sicht der neu-alten Kolonialmacht Britannien als erfolgreiches Modell kolonialer Konterrevolution, als eine erfolgreiche Counterinsurgency also, die der US-Soldateska knapp eineinhalb Jahrzehnte sp&auml;ter in Vietnam, Laos und Kambodscha auf traumatische Weise versagt blieb.<\/p><p><strong>Exkurs: &bdquo;Ich liebe den Geruch von Kiefern&ldquo; &ndash; F&uuml;nf Jahrzehnte verbrachte die Malaysierin Feng Su Qiong alias Xiu Ning im politischen Untergrund<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Mein Bruder glaubte nicht im Geringsten daran, dass wir all die Strapazen durchhalten k&ouml;nnten. Er war sich sicher, dass wir als &sbquo;Bergratten&rsquo;, wie er es nannte, niemals &uuml;berleben w&uuml;rden. Als ich das h&ouml;rte, war ich fest entschlossen, mein Elternhaus zu verlassen und nie mehr dorthin zur&uuml;ckzukehren. Seitdem sind &uuml;ber 50 Jahre vergangen. Meine Mutter habe ich in all den Jahren nicht mehr gesehen&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>gab Feng Su Qiong alias Xiu Ning zu Protokoll. Geboren wurde sie 1927 auf der malaysischen Insel Penang:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;So ist das Leben, du musst fr&ouml;hlich und optimistisch sein, andernfalls wird nichts gut genug f&uuml;r dich sein und Zeit deines Lebens bleibst du zutiefst ungl&uuml;cklich. Nie wird mir der Geruch von Kiefern aus dem Sinn gehen; selbst im Winter durchdringt er alles.<\/p>\n<p>Jugendjahre<br>\nIch liebte es, in jungen Jahren Sport zu treiben. Nach der Schule ging es sogleich zum Spielen &ndash; Badminton, Basketball, Volleyball und Tischtennis. Nur selten ging ich von der Schule direkt nach Hause. Hausarbeiten waren nie meine St&auml;rke. Meine Schwester war genau das Gegenteil; sie war sehr h&auml;uslich und zog es vor, Stunden mit N&auml;hen zu verbringen.<\/p>\n<p>Ich war 18 oder 19 Jahre alt, als ich mein Studium an der High School in Penang begann. W&auml;hrend des Krieges war es &uuml;blich, viel sp&auml;ter als sonst mit dem Schulbesuch zu beginnen. Bereits in diesem Alter war ich von revolution&auml;ren Ideen erfasst und k&uuml;mmerte mich um erste Kontakte mit dem politischen Untergrund. Ein Freund aus der Nachbarschaft, der ein Klassenkamerad von mir war und einer wohlhabenden Familie entstammte, arrangierte jeden Abend ein Treffen, auf dem er uns in Marxismus unterrichtete.<\/p>\n<p>Als ich das College abschloss, wurde ich Chinesisch-Lehrerin in einer kleinen Schule, die nur zwischen 30 und 40 Sch&uuml;lerInnen hatte. Meine j&uuml;ngere Schwester wurde auch Lehrerin. Gemeinsam mussten wir in den Untergrund gehen, als Lin You Cai, der unser Verbindungsmann zur Partei (der Kommunistischen Partei Malayas, CPM &ndash; RW) war, gefangen genommen wurde. Mit ihm war auch sein Jiao Tong Yuan (Botschafter im Untergrund oder Verbindungsoffizier &ndash; RW) festgenommen worden. Beide wurden sp&auml;ter hingerichtet. Aus Furcht, wir k&ouml;nnten die n&auml;chsten sein, verlie&szlig;en wir unser Elternhaus, und ich schloss mich sp&auml;ter im Dschungel der Guerilla an.<\/p>\n<p>Japanische Besatzungszeit<br>\nIch war im vierten oder f&uuml;nften Grundschuljahr, als die Japaner in Malaya einfielen. Penang war zu gef&auml;hrlich und ein zu kleiner Ort, wo alles schnell dem Erdboden gleichgemacht w&uuml;rde, sobald die Japaner auch die Insel bombardierten. So zogen meine Mutter, mein j&uuml;ngerer Bruder, meine j&uuml;ngere Schwester, ein Neffe von mir und ich nach Bukit Kajang auf dem Festland. Wir verlie&szlig;en Penang mit der F&auml;hre und hatten gerade den Hafen von Butterworth auf dem Festland erreicht, als tats&auml;chlich die ersten Bomben fielen. Als die japanischen Teufel auch in Bukit Kajang einr&uuml;ckten, vergewaltigten sie selbst kleine M&auml;dchen. Wir hatten furchtbare Angst, es war schrecklich! Zusammen mit anderen Familien versteckten wir uns in Felsh&ouml;hlen.<\/p>\n<p>Wir h&ouml;rten, dass die Japaner alle t&ouml;ten wollten, die sie f&uuml;r Widerstandsk&auml;mpfer hielten. &sbquo;Reinigungskampagnen&rsquo; nannten sie das. Scharenweise wurden Leute auf offener Stra&szlig;e festgenommen. Auch meinen j&uuml;ngeren Bruder nahmen sie mit. Er war gerade mal neun oder zehn Jahre alt und musste zwei Tage und zwei N&auml;chte lang im Gef&auml;ngnis verbringen. Gl&uuml;cklicherweise konnten wir ihn gegen Kaution frei bekommen. Als er das Gef&auml;ngnis verlie&szlig;, sah er sehr schlecht aus und war abgemagert.<\/p>\n<p>Meine &auml;ltere Schwester begann in einer Schule Japanisch zu unterrichten, in der fr&uuml;her Chinesisch gelehrt wurde. Sie war sehr begabt, Sprachen schnell zu erlernen. Ihr Mann arbeitete in einer japanischen Firma. Eines Tages, es war fr&uuml;h am Morgen, f&uuml;hrten die Japaner wieder eine ihrer &sbquo;Reinigungskampagnen&rsquo; durch. Jeder, der in unserem Viertel angetroffen wurde, musste auf die Stra&szlig;e kommen und sich in einer Linie aufstellen. Namen wurden laut aufgerufen von Personen, die verd&auml;chtigt wurden, gegen die Japaner eingestellt zu sein. Meist waren es die Namen von M&auml;nnern. Dann erschienen in Schwarz gekleidete Personen mit Kapuzen, die nur einen Sehschlitz hatten, um die &sbquo;Aufr&uuml;hrer und Feinde&rsquo; zu identifizieren. Diese armen Gesch&ouml;pfe wurden auf der Stelle festgenommen und meistens umgebracht. Solche Festnahmen waren an der Tagesordnung. Da auch ich begonnen hatte, Japanisch zu lernen, hatten wir die M&ouml;glichkeit, den Japanern manchmal als &Uuml;bersetzerinnen zu dienen. Das bewahrte uns davor, selbst festgenommen zu werden.<\/p>\n<p>Ich wurde Krankenschwester, zun&auml;chst im General Hospital und sp&auml;ter im Japanischen Marinehospital, das sich gegen&uuml;ber dem General Hospital befand. Ich erinnere mich noch gut an den Direktor des Marinehospitals, weil er einen langen Schnauzbart trug. Er fragte uns, warum wir das General Hospital verlassen h&auml;tten. Wir sagten ihm, dort h&auml;tten die Schwestern meist nur Englisch gesprochen und uns herablassend behandelt. Er verstand das und akzeptierte uns sogleich. Mittlerweile waren wir imstande, fast flie&szlig;end Japanisch zu sprechen.<\/p>\n<p>Das japanische Krankenhauspersonal verlie&szlig; die Klinik normalerweise zwischen 12 und 14 Uhr. Dann traten wir unseren Dienst an. Man &uuml;bergab uns die Schl&uuml;ssel, weil wir die J&uuml;ngsten waren und man uns am meisten vertraute. Die Patienten im Hospital waren ausnahmslos japanische Soldaten. Sie waren gewaltt&auml;tig und Furcht einfl&ouml;&szlig;end. Ich habe einige Matrosen gesehen, die an schweren Geschlechtskrankheiten litten und deshalb von ihren Vorgesetzten brutal geschlagen wurden. Besonders vor der Milit&auml;rpolizei hatte ich Angst. Deren Leute schauten grimmig drein und sie trugen lange, scharfe Schwerter.<\/p>\n<p>Jeden Tag verlie&szlig; das Personal die Klinik gegen 17 Uhr. Dann wurde es still. Eines Nachts bekam ich mit, wie ein Lastwagen vor das Krankenhaus fuhr und dort parkte. Blut sickerte aus dem Laster. Ich dachte, da w&uuml;rden Verwundete transportiert, um behandelt zu werden. Ich wusste nicht, ob die Menschen in diesen Lastwagen noch lebten oder bereits tot waren. Die T&uuml;ren waren meistens verschlossen, erst sehr sp&auml;t in der Nacht wurden sie ge&ouml;ffnet. Mich wunderte, dass da Wagen einfach parkten und Stunden lang nichts geschah. Wenn die Insassen Japaner gewesen w&auml;ren, h&auml;tte sich doch wenigstens jemand um sie gek&uuml;mmert.<\/p>\n<p>Eines Nachts schlich ich mich in die N&auml;he des Operationsraums. Entsetzt sah ich, dass da an halbtoten Menschen herumoperiert wurde &ndash; f&uuml;r Experimente! Der Operationsraum war hell erleuchtet, und ich konnte das Ger&auml;usch der medizinischen Instrumente h&ouml;ren. Chinesische Zeitungen hatten &uuml;ber so etwas berichtet. Nun verstand ich, warum diese Leute auf den Lastern zur&uuml;ckgelassen wurden, um dort zu sterben. Es waren Chinesen, die wie Arbeiter aussahen. Ich war schockiert und w&uuml;tend dar&uuml;ber, dass die Japaner unsere Leute zu Versuchszwecken missbrauchten! Ich verlor jegliche Freude an meinem Beruf. Wenig sp&auml;ter kapitulierten die Japaner. Zuerst schafften sie ihre Krankenschwestern auf Lastwagen fort. Japanische Milit&auml;rpolizisten liefen aufgeregt umher, schwangen ihre Schwerter und durchsuchten wahllos Leute. Die Gesichter der Polizisten waren voller Wut. Wahllos schlugen sie auf Menschen ein oder enthaupteten sie einfach mit einem Schlag.<\/p>\n<p>Im Untergrund<br>\nAls die Japaner weg waren, kamen die Briten zur&uuml;ck. Die chinesischen Schulen &ouml;ffneten wieder ihre Pforten. Und auch ich kehrte an die Fujian High School zur&uuml;ck, die sp&auml;ter in Peng Hwa Girls&rsquo; High School umbenannt wurde. Wir hatten Zugang zu vielen Schriften und B&uuml;chern mit fortschrittlichem oder revolution&auml;rem Inhalt. Bereits im ersten Jahr der Lehrerausbildung an diesem College streikte unsere Klasse drei Tage lang gegen einige Lehrer, von denen einer zur&uuml;cktreten musste. In der Schule gab es n&auml;mlich mehrere Mitglieder der Guomindang, Gefolgsleute von Tschiang Kai-shek aus China, die die Aktivit&auml;ten der Sch&uuml;lerinnen &uuml;berwachten und Leute verpfiffen, wenn sie meinten, sie seien &sbquo;Rote&rsquo;. Man hatte uns eingebl&auml;ut, sich als Sch&uuml;ler nicht politisch zu bet&auml;tigen. Doch die Lebensumst&auml;nde dr&auml;ngten uns dazu, politisch zu handeln. Nach dem Streik war ich sofort als &sbquo;Rote&rsquo; verschrien. Mit Gleichgesinnten musste ich untertauchen.<\/p>\n<p>Im Untergrund bestand meine erste Aufgabe darin, Partisanen beim Kauf von Nachschub zu helfen. Ich habe auch zahlreiche Eink&auml;ufe f&uuml;r Ah Yen unternommen, den stellvertretenden Generalsekret&auml;r der CPM. Ich war etwas &uuml;ber 20 Jahre alt, als ich mich f&uuml;r die Mitgliedschaft in der Partei entschloss. Es war eine Entscheidung f&uuml;rs Leben. Es gab keine andere Wahl, weil die Feinde uns jagten. Ich wagte nicht, meiner Mutter zu sagen, dass ich das Haus verlassen w&uuml;rde. Bevor ich verschwand, verbrannte ich all meine Fotos, damit man keine Steckbriefe von mir anfertigen konnte. Wir hatten n&auml;mlich erfahren, dass solche Bilder die Fahndung nach gesuchten Personen erleichterten. Dieses Risiko wollten wir auf keinen Fall eingehen. Ich unterschrieb ein Papier, auf dem stand, dass ich nunmehr Parteimitglied sei: &sbquo;Ich schw&ouml;re, dem Volk loyal zu dienen. Mit Herz und Hirn folge ich der Partei&rsquo;. Neben dem Text waren die Portr&auml;ts von Marx und Engels abgebildet.<\/p>\n<p>Ich entschied mich f&uuml;r ein Leben in der Guerilla, weil mein Name auf den Schwarzen Listen stand und ich mich deshalb ohnehin nicht mehr frei bewegen konnte. Mit einem Boot setzte ich von Penang nach Butterworth &uuml;ber und fuhr von dort aus mit dem Taxi zu einem vereinbarten Treffpunkt. Ich musste einen bestimmten Laden im Grenzgebiet zwischen Malaya und Thailand suchen. Dort verbrachte ich eine Zeitlang mit einer &auml;lteren Frau, die ich &sbquo;Mutter&rsquo; nannte, bevor mich jemand abholte und zu unserem Quartier im Dschungel f&uuml;hrte. Zun&auml;chst musste ich Texte Korrektur lesen. Um die Verpflegung k&uuml;mmerte sich &sbquo;Mutter&rsquo;, die f&uuml;r uns kochte. Sie hatte einen kleinen Garten angelegt, in dem sie Gem&uuml;se anpflanzte. In den ersten Tagen habe ich h&auml;ufig heimlich geweint. Ich vermisste meine Mutter und meine Geschwister. An meinen Vater konnte ich mich nicht erinnern; ich war drei Jahre alt, als er starb.<\/p>\n<p>Als Mitglied des 12. Regiments der Guerillaarmee bestand meine n&auml;chste Aufgabe darin, Telegramme zu versenden und zu entschl&uuml;sseln. Unsere Arbeitszeit begann zwischen 10 und 11 Uhr Abends und endete, je nachdem, wie viel zu tun war, in den fr&uuml;hen Morgenstunden. Ich habe das sehr gern getan. Es war ruhig, meist wehte eine k&uuml;hle Brise. In den fr&uuml;hen sechziger Jahren wurde ich mit ein paar anderen Genossinnen nach China zum weiteren Training geschickt. Dort allerdings konnten wir nicht auf eigene Faust herumreisen, was mich sehr ver&auml;rgerte. Es hie&szlig;, wir seien Geheimnistr&auml;ger der Partei und d&uuml;rften nicht riskieren, in die H&auml;nde von Parteifeinden zu fallen und milit&auml;rische Geheimnisse preiszugeben. So verbrachten wir die meiste Zeit in Klassenr&auml;umen, um zu studieren. Als Mitte der sechziger Jahre die Kulturrevolution begann, mussten wir China verlassen und nach Malaya, das mittlerweile Malaysia hie&szlig;, zur&uuml;ckkehren.<\/p>\n<p>1955 hatten erstmalig Friedensgespr&auml;che stattgefunden, an denen neben unserer Parteif&uuml;hrung eine Delegation aus Singapur sowie der sp&auml;tere Premierminister Malaysias, Tunku Abdul Rahman, teilnahmen. Jedoch ergebnislos; die malaysische Seite bestand darauf, dass wir zuallererst die Waffen abgeben sollten, was wir strikt ablehnten. Damals kamen etliche Leute von weither angereist. Sie waren neugierig und wollten unbedingt unseren Parteivorsitzenden Chin Ping sehen, der bereits ber&uuml;hmt war, oder uns Reis und H&uuml;hner zu schenken. Erst in den achtziger Jahren begann auf Initiative der thail&auml;ndischen Regierung die n&auml;chste Runde von Friedensgespr&auml;chen zwischen der CPM und der Regierung Malaysias. Am 2. Dezember 1989 endeten die Verhandlungen in Haadyai (S&uuml;dthailand &ndash; RW), nachdem garantiert worden war, dass uns kein Haar gekr&uuml;mmt w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Wenngleich die meisten &sbquo;rebel returnees&lsquo;, wie die Presse uns Ex-Guerillak&auml;mpfer*innen nannte, die aus dem Dschungel kamen, um sich in das &sbquo;normale&lsquo; Leben einzuf&uuml;gen, Angst hatten, aus Rachsucht get&ouml;tet oder in einen Hinterhalt gelockt zu werden, geschah nichts dergleichen. Das Friedensabkommen von Haadyai wurde tats&auml;chlich eingehalten. Kontakte mit den Geschwistern habe ich nicht mehr. Viele meiner Ex-Genoss*innen leben wie auch ich jetzt im S&uuml;den Thailands. Einige haben bereits einen thail&auml;ndischen Pass, andere warten noch darauf. Nat&uuml;rlich erhalten Leute wie ich weder von den malaysischen, noch von den thail&auml;ndischen Beh&ouml;rden eine Rente oder anderweitige Unterst&uuml;tzung. Ich arbeite in Betong als &sbquo;Nanny&lsquo; &ndash; das hei&szlig;t: ich betreue tags&uuml;ber die Kinder von Freunden, Bekannten und Ex-GenossInnen. Sie alle helfen mir, sich so &uuml;ber Wasser zu halten. Ich mag die Arbeit gern, die Kinder m&ouml;gen mich und zum Leben reicht es allemal.<\/p>\n<p>Ein gro&szlig;er, bitterer Verlust war der Tod meiner Mutter, die ich, nachdem ich das Elternhaus verlie&szlig;, nie mehr wieder sah. Sie war sehr warmherzig, hilfsbereit und hatte viele Freunde. Meinen Vater kannte ich kaum, da er starb, als ich noch klein war. Beide stammten sie aus Kanton, genauer aus dem Ort Shun Dak oder Shun-de (in Mandarin) in der Provinz Guangzhou. Dorthin werde ich reisen und ihnen meinen letzten Respekt erweisen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>(Quelle: Agnes Khoo promovierte in Soziologie an der University of Manchester (UK) und ver&ouml;ffentlichte 2004 das Buch &bdquo;<em>Life as the River Flows: Women in the Malayan Anti-Colonial Struggle. An Oral History of Women from Thailand, Malaysia and Singapore<\/em>&ldquo; (Petaling Jaya, Malaysia: Strategic Information Research Development, SIRD, S. 226 ff.), dem diese Passagen freundlicherweise entnommen sind. Die von der Verfasserin autorisierte redaktionelle Bearbeitung und &Uuml;bersetzung ins Deutsche besorgte Rainer Werning.)<\/p><p><strong>Epilog oder Von Malaya zu Malaysia &ndash; Staatsbildung im Notstand<\/strong><\/p><p>Am 16. Juni 1948 attackierten Einheiten der Kommunistischen Partei Malayas (CPM) Kautschukplantagen im malaiischen Hinterland und t&ouml;teten einige Pflanzer. Strategisches Ziel der CPM-F&uuml;hrung war es, ungesicherte Kautschukplantagen und Zinnminen sowie lokale und regionale Sicherheitskr&auml;fte anzugreifen, um so die Briten zum R&uuml;ckzug in die St&auml;dte zu zwingen. Im Hinterland sollten Guerillabasen in befreiten Zonen entstehen und Nachwuchs rekrutiert werden. Von dort aus sollten auch Angriffe auf gr&ouml;&szlig;ere St&auml;dte geplant und bedeutsame Kommunikationslinien unterbrochen werden. Mit R&uuml;ckendeckung aus der VR China und der Sowjetunion glaubte die CPM, den politischen Druck auf Gro&szlig;britannien derma&szlig;en erh&ouml;hen zu k&ouml;nnen, dass London schlie&szlig;lich einlenkt, seine Truppen abzieht und Malaya unabh&auml;ngig wird.<\/p><p>Am 31. August 1957 entstand die F&ouml;deration von Malaya als Teil des Commonwealth und umfasste neben den malaiischen Staaten auch die Siedlungen von Penang und Malakka. Wenngleich der &bdquo;Notstand&ldquo; (&bdquo;state of emergency&ldquo;) offiziell Ende Juli 1960 endete, entstand im &ouml;stlich gelegenen britischen Protektorat Brunei eine nationalistische Guerilla, die <em>Nord-Kalimantan Nationalarmee (TNKU)<\/em>, die eine Konf&ouml;deration der Staaten auf der Insel Borneo (Sarawak, Nord-Borneo beziehungsweise Sabah und Brunei) mit dem Sultan von Brunei als Staatsoberhaupt anstrebte. &Uuml;ber 10.000 britische und Commonwealth-Soldaten gingen gegen die schlecht ausger&uuml;steten &bdquo;Aufst&auml;ndischen&rdquo; vor und nahmen Mitte April 1963 die F&uuml;hrungsspitze der TNKU gefangen. Unterst&uuml;tzt wurde die TNKU vom damaligen indonesischen Pr&auml;sidenten Sukarno. Dieser verfolgte das ehrgeizige Ziel, ein gro&szlig;malaiisches Reich, <em>Maphilindo<\/em>, unter F&uuml;hrung Indonesiens zu schaffen, das neben dem malaiischen Kernland, Sabah, Sarawak und dem Sultanat Brunei auch die bereits am 4. Juli 1946 unabh&auml;ngig gewordene Republik der Philippinen umfassen sollte. Sukarno betrachtete die Gr&uuml;ndung Malaysias als neokoloniales Konstrukt, das seine Pl&auml;ne vereitelte.<\/p><p>Trotz wiederholter indonesischer &Uuml;bergriffe entstand am 16. September 1963 die F&ouml;deration von Malaysia, die nunmehr neben Malaya auch Singapur, Sarawak und Sabah umfasste. (Singapur scherte am 9. August 1965 aus der F&ouml;deration aus und erkl&auml;rte als Stadtstaat seine eigene Unabh&auml;ngigkeit.) Das Verh&auml;ltnis zum gro&szlig;en Nachbarn Indonesien blieb in den Jahren 1963 und 1964 &auml;u&szlig;erst angespannt und verbesserte sich erst ab August 1966, als der Putschgeneral Suharto, ein ausgesprochener Darling der &bdquo;westlichen Wertegemeinschaft&ldquo;, seinen Vorg&auml;nger Sukarno politisch kaltgestellt hatte.<\/p><p>Titelbild: Histlo<\/p><p><strong>Quellen &amp; Literaturhinweise<\/strong><\/p><ul>\n<li>Akashi, Yoji (1980): The Japanese Occupation of Malaya: Interruption or Transformation?, in: McCoy, Alfred W. (ed.), Southeast Asia Under Japanese Occupation, S. 65-90. New Haven<\/li>\n<li>(Alias) Chin Peng (2003): My Side of History. Singapore<\/li>\n<li>Clutterbuck, Richard (1967): The Long War. The Emergency in Malaya, 1948-1960. London<\/li>\n<li>Cheah Boon Kheng (2013): Red Star Over Malaya: Resistance and Social Impact During and After the Japanese Occupation of Malaya, 1941-46. Singapore (4. Auflage)<\/li>\n<li>Ders. (1980): The Social Impact of the Japanese Occupation of Malaya (1942-1945), in: McCoy, Alfred W. (ed.), Southeast Asia Under Japanese Occupation, S. 91-124. New Haven<\/li>\n<li>Chin, Aloysius (1995): The Communist Party of Malaya: The Inside Story. Kuala Lumpur<\/li>\n<li>Elsbree, Willard H. (1953): Japan&rsquo;s Role in Southeast Asian Nationalist Movements, 1940 to 1945. Cambridge<\/li>\n<li>Hanrahan, Gene Z. (1971): The Communist Struggle in Malaya. Kuala Lumpur<\/li>\n<li>Lebra, Joyce C. (1977): Japanese-Trained Armies in Southeast Asia. Hong Kong<\/li>\n<li>McCoy, Alfred W. (ed.) (1980): Southeast Asia Under Japanese Occupation. New Haven<\/li>\n<li>Miller, Harry (1972): Jungle War in Malaya. The Campaign against Communism 1948-60. London<\/li>\n<li>Percival, Lt. Gen. Arthur E. (1949): The War in Malaya. London<\/li>\n<li>Purcell, Victor (1951): The Chinese in Southeast Asia. London<\/li>\n<li>Ders. (1954): Malaya: Communist or Free? London\/Stanford<\/li>\n<li>Short, Anthony (1975): The Communist Insurrection in Malaya, 1948-1960. London<\/li>\n<li>Stubbs, Richard (1989): Hearts and Minds in Guerrilla Warfare: The Malayan Emergency, 1948-1960. Singapore<\/li>\n<li>van der Vat, Dan (2013): Chin Peng obituary. Communist guerrilla leader who fought the British and the forces of the newly independent Malaya, in: The Guardian, September 22<\/li>\n<li>Walter, Dierk (2005): Kolonialkrieg, Globalstrategie und Kalter Krieg: Die Emergencies in Malaya und Kenya 1948&ndash;1960. Potsdam &ndash; <a href=\"https:\/\/zeithistorische-forschungen.de\/1-2005\/4744\">zeithistorische-forschungen.de\/1-2005\/4744<\/a><\/li>\n<li>Zich, Arthur (1980): Die aufgehende Sonne. Der Zweite Weltkrieg 1980. Amsterdam<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im vierten Teil der siebenteiligen Serie zur Vorgeschichte, zum Verlauf und zu den Verm&auml;chtnissen des Zweiten Weltkriegs in Ost- und S&uuml;dostasien besch&auml;ftigt sich unser Autor Rainer Werning mit der Herrschaft Japans &uuml;ber Malaya und Singapur, die im Fr&uuml;hjahr 1942 von der Kaiserlichen Japanischen Armee besetzt wurden. Wer dagegen bewaffnet Widerstand leistete, galt aus Sicht der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63014\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":63015,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,171],"tags":[2311,379,2960,469,1497,1792,2104,2927,2859,2250,2928,1556,966,2360,2704],"class_list":["post-63014","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-befreiungsbewegungen","tag-china","tag-der-zweite-weltkrieg-in-ost-und-suedostasien","tag-grossbritannien","tag-japan","tag-kolonialismus","tag-kriegsopfer","tag-malaysia","tag-menschenversuche","tag-nachkriegszeit","tag-singapur","tag-usa","tag-weltkrieg","tag-zivile-opfer","tag-zwangsarbeit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/WWII0000083As.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63014","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=63014"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63014\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":63018,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63014\/revisions\/63018"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/63015"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=63014"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=63014"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=63014"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}