{"id":63186,"date":"2020-07-23T14:52:24","date_gmt":"2020-07-23T12:52:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63186"},"modified":"2020-07-23T15:16:31","modified_gmt":"2020-07-23T13:16:31","slug":"suedkorea-tiefe-risse-durchziehen-die-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63186","title":{"rendered":"S\u00fcdkorea: Tiefe Risse durchziehen die Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p>Der Tod zweier Pers&ouml;nlichkeiten, die unterschiedlich nicht h&auml;tten sein k&ouml;nnen, und die aktuellen Beziehungen zum Norden antagonisieren die Gesellschaft wie schon lange nicht mehr. Von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n&bdquo;Himmelhoch jauchzend, zu Tode betr&uuml;bt&ldquo; &ndash; trefflicher lie&szlig;e sich die Stimmung auf der Koreanischen Halbinsel in den verflossenen beiden Jahren nicht beschreiben. Erinnern wir uns: Im Sommer 2018 stimmten drei Staatschefs dies- wie jenseits des 38. Breitengrads, der Korea nach wie vor uns&auml;uberlich in zwei Staaten &ndash; die Republik Korea (ROK) im S&uuml;den und die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) im Norden &ndash; teilt, unisono das Hohelied auf Entspannung und Frieden an. Und das in der weltweit konflikttr&auml;chtigsten Region, in der nach dem dreij&auml;hrigen Koreakrieg (1950-53), dem ersten &bdquo;hei&szlig;en Konflikt&ldquo; im Kalten Krieg, noch immer kein Friedensvertrag existiert.<\/p><p>Es herrscht dort bis dato lediglich ein Waffenstillstandsabkommen. Doch dieses wurde in dem unwirtlichen Grenzort Panmunjom lediglich von Emiss&auml;ren der DRVK, der VR China sowie einem US-amerikanischen General namens der Vereinten Nationen unterzeichnet. Der damalige Pr&auml;sident S&uuml;dkoreas, Rhee Syngman, verweigerte seine Unterschrift unter das Dokument. Erst als sich die USA zur selbsterkl&auml;rten &bdquo;Schutzmacht&ldquo; seines Landes aufschwangen und der Regierung in Seoul umfangreiche Wirtschafts- und Finanzhilfen in Aussicht stellten, akzeptierte Rhee den Deal.<\/p><p>Und eben in diesem unwirtlichen Panmunjom fanden in jenen Sommertagen des Jahres 2018 mehrere Treffen statt, die kurzzeitig die drei Hauptprotagonisten &ndash; S&uuml;dkoreas Pr&auml;sident Moon Jae-In, Nordkoreas Vorsitzenden Kim Jong-Un sowie US-Machthaber Donald Trump &ndash; zusammenf&uuml;hrten. Man war all smiles und au&szlig;enstehende Beobachter mussten den Eindruck gewinnen, da vollziehe sich in glei&szlig;endem Scheinwerferlicht der internationalen Medien ein geschichtstr&auml;chtiger Akt in Richtung eben eines Friedensvertrages 65 Jahre nach Ende des Koreakriegs.<\/p><p>Mehr noch: Mr. Trump lernte den Genossen Kim pers&ouml;nlich kennen und sch&auml;tzen. Von M&auml;nnerfreundschaft war auf einmal die Rede, wobei noch ein Jahr zuvor Mr. Trump gepoltert hatte, die DVRK am liebsten in Schutt und Asche zu bomben. Genosse Kim punktete politisch und diplomatisch, w&auml;hrend der eigentliche Motor und Mediator bei alledem, S&uuml;dkoreas Pr&auml;sident Moon, mit gutem Recht f&uuml;r seine Gastgeberrolle und Statur gew&uuml;rdigt wurde.<\/p><p><strong>Debakel in Hanoi<\/strong><\/p><p>Zwei Jahre sp&auml;ter, im Sommer 2020, scheint auf einmal das Gewonnene zerronnen zu sein. Ein zweites Gipfeltreffen zwischen dem Vorsitzenden Kim und dem US-amerikanischen Machthaber Trump in Vietnams Hauptstadt Hanoi Ende Februar 2019 scheiterte im letzten Moment. Architekt dieses Debakels war Trumps damaliger Nationaler Sicherheitsberater John R. Bolton, der zuvor &ouml;ffentlich schwadroniert hatte, f&uuml;r Nordkorea k&auml;me bestenfalls eine &bdquo;libysche L&ouml;sung&ldquo; in Betracht. Das bringt heute Trump auf die Palme und in Rage gegen seinen l&auml;ngst gefeuerten &bdquo;Berater&ldquo;. Und in seinem neuesten Buch zieht Bolton alle Register, um &ndash; vornehm formuliert &ndash; seinen fr&uuml;heren Chef in die Pfanne zu hauen und ihn der Naivit&auml;t zu zeihen.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Ein Streit, der infantile Z&uuml;ge tr&auml;gt. Da ward zwei n&ouml;rgelnden Kids ihr Lieblingsspielzeug entwendet worden und schon ging eine w&uuml;ste Rauferei los.<\/p><p>Weil seit Hanoi ein erneutes &bdquo;Warten auf Godot&ldquo; angesagt war und Pj&ouml;ngjang sich unter anderem dar&uuml;ber erbost zeigte, dass Seoul seine 2018 gemachte Zusage, k&uuml;nftig die Entsendung von Hei&szlig;luftballons mit anti-nordkoreanischem Propagandamaterial von seinem Territorium aus zu unterbinden, nicht eingehalten hat, lie&szlig; die nordkoreanische F&uuml;hrung das gemeinsam im S&uuml;den der DVRK unterhaltene Liaisonb&uuml;ro in Kaesong Mitte Juni sprengen.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Geschlagen wurde damit der s&uuml;dkoreanische Sack, wenngleich aus Pj&ouml;ngjanger Sicht der Hieb dem US-amerikanischen Esel galt. Jedenfalls nahm Moons Image einen schweren Schaden.<\/p><p>Die erzkonservativen und stockreaktion&auml;ren Kr&auml;fte in ROK witterten auf einmal Morgenluft und machten ihren Pr&auml;sidenten f&uuml;r die desolate Lage verantwortlich. Er sei, so ihr Vorwurf, naiv gewesen und h&auml;tte zu sehr der nordkoreanischen Seite vertraut. Moon nahm nolens volens ein Revirement in seinem Kabinett vor und besetzte die Posten des Nationalen Sicherheitsberaters und Vereinigungsministers neu. Au&szlig;erdem setzte die Regierung ein Verbot der Ballonaktionen am 38. Breitengrad durch und sanktionierte Gruppierungen, die sich in der Vergangenheit daf&uuml;r stark gemacht und solche Aktionen initiiert hatten. Das wiederum lie&szlig; Regierungskritiker und -gegner argw&ouml;hnen, der Pr&auml;sident schn&uuml;re demokratische Rechte wie das auf freie Meinungs&auml;u&szlig;erung ein.<\/p><p><strong>Mr. Park &amp; General Paik<\/strong><\/p><p>Und dann das: Am 9. Juli beging Seouls 64-j&auml;hriger B&uuml;rgermeister Park Won-Soon Selbstmord, nachdem seine ehemalige Sekret&auml;rin ihn wegen sexueller Bel&auml;stigung angezeigt hatte. Der seit 2011 bis zu seinem Tod amtierende B&uuml;rgermeister erfreute sich gro&szlig;er Beliebtheit und war eigentlich als renommierter Menschenrechtsanwalt als aussichtsreicher Kandidat der regierenden Demokratischen Partei bei der n&auml;chsten Pr&auml;sidentschaftswahl im Jahre 2022 vorgesehen worden.<\/p><p>Park war wegen seiner Teilnahme an der Studentenbewegung im Jahr 1975 gegen das diktatorische Milit&auml;rregime Park Chung-Hee von der Seoul National University zwangsexmatrikuliert und vier Monate ins Gef&auml;ngnis gesperrt worden. Erst sp&auml;ter konnte er sein Studium wieder aufnehmen und machte sich ab 1982 als Rechtsanwalt sowie Aktivist f&uuml;r soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte einen Namen. Vieles in seiner Biographie &auml;hnelt dem Werdegang Moons, weshalb beide Politiker eine enge Freundschaft verband.<\/p><p>Am 10. Juli starb S&uuml;dkoreas erster Vier-Sterne-General Paik Sun-Yup im Alter von stolzen 99 Jahren. Tags darauf teilten das Ministerium f&uuml;r Patrioten- und Veteranenangelegenheiten sowie die s&uuml;dkoreanische Armee mit, Paiks Leichnam auf Wunsch der Hinterbliebenen auf einem Friedhof f&uuml;r ehemalige Gener&auml;le auf dem Daejeon-Nationalfriedhof beisetzen zu lassen. So umstritten die Person Paik w&auml;hrend seiner aktiven milit&auml;rischen Laufbahn und Zeit seines Lebens war, so kontrovers ward auch &uuml;ber seine letzte Ruhest&auml;tte gestritten.<\/p><p>Paiks Tod entfachte eine scharfe ideologische Kontroverse in der politischen wie in der zivilen Arena. F&uuml;r Kriegsveteranen, gro&szlig;e Teile der alten Generation und Oppositionsparteien in der Seouler Nationalversammlung war der General stets eine Galionsfigur, die sein Land heldenhaft verteidigte &ndash; in Kriegs- wie in Friedenszeiten. Seine milit&auml;rischen Sporen verdiente sich Paik w&auml;hrend der japanischen Kolonialherrschaft in Korea, als er 1941 Offizier der Kaiserlichen Armee Mandschukuos wurde. Mandschukuo war ein von Japan in der Mandschurei errichteter Marionettenstaat. Nach Angaben des Zentrums f&uuml;r historische Wahrheit und Gerechtigkeit in Seoul k&auml;mpfte die Armee auch gegen koreanische Guerilleros und Partisanen. Im Jahr 2009 wurde Paik deshalb von einem pr&auml;sidialen Wahrheitsfindungskomitee auf eine Liste pro-japanischer Kollaborateure gesetzt.<\/p><p>F&uuml;r die j&uuml;ngere Generation und vor allem f&uuml;r all jene, die jahrelang gegen die herrschenden Milit&auml;rregimes unter Park Chung-Hee (1961-79) und Chun Doo-Hwan (1980-88) gek&auml;mpft und aktiv f&uuml;r Freiheit und Demokratie gestritten hatten, ist Paik der ideelle Gesamtkollaborateur und &bdquo;Kommunistenj&auml;ger&ldquo; par excellence, der erst den verhassten japanischen Besatzern und sp&auml;ter eben jenen Milit&auml;rregimes in ROK als Korsettstange gedient hatte. Paik war bei Kriegsende First Lieutenant und wurde umgehend rekrutiert, als die USA S&uuml;dkorea nach der Teilung der Koreanischen Halbinsel beim Aufbau eines Milit&auml;rs halfen. Zu Beginn des dreij&auml;hrigen Koreakrieges diente Paik als Kommandeur der 1. Infanteriedivision.<\/p><p>W&auml;hrend des Krieges machte sich der General einen Namen als &bdquo;Kommunistenj&auml;ger&ldquo;. Er befehligte die <em>Operation Rattent&ouml;ter<\/em>, die von den Streitkr&auml;ften der Republik Korea und US-Beratern von Dezember 1951 bis Februar 1952 durchgef&uuml;hrt wurde. Sie zielte darauf ab, die kommunistischen Guerillakr&auml;fte &bdquo;auszurotten&ldquo;, die hinter den Frontlinien in der s&uuml;dlichen Jiri-Bergregion operierten. An dieser Operation waren zwei Divisionen der s&uuml;dkoreanischen Armee, mehrere Regimenter der s&uuml;dkoreanischen Nationalpolizei, ein ROKAF-Geschwader von Mustang-Kampfbombern sowie etwa sechzig US-Counterinsurgency-Experten beteiligt. Nach der Operation waren die kommunistischen Guerillakr&auml;fte stark geschw&auml;cht, wenngleich Tausende von Polizeikr&auml;ften der ROK im fraglichen Gebiet bleiben mussten, unterst&uuml;tzt von bis zu 11.000 lokalen Milizen &ndash; bekannt als sogenannte <em>Junge Freiwillige<\/em> &ndash; um ein neuerliches Erstarken der verbliebenen Guerillakr&auml;fte zu verhindern.<\/p><p>Nach Angaben der Republik Korea wurden w&auml;hrend der <em>Operation Rattent&ouml;ter<\/em> 5.800 Guerillak&auml;mpfer get&ouml;tet und 5.700 gefangen genommen. US-Aufzeichnungen behaupten, dass 9.000 Guerillak&auml;mpfer get&ouml;tet wurden, w&auml;hrend andere Quellen von bis zu 10.000 Opfern sprechen.<\/p><p>Die in Seoul regierende Demokratische Partei Koreas (DPK) gab weder anl&auml;sslich des Todes von General Paik Sun-Yup noch zur Kontroverse um seine milit&auml;rische Laufbahn und Beerdigung eine Stellungnahme ab. Jedenfalls offenbarten allein die Ereignisse im Juni und Juli 2020, wie volatil das innerkoreanische Verh&auml;ltnis ist und welch nach wie vor tiefe Kluft sich in S&uuml;dkoreas Gesellschaft auftut, wenn es um historische, politische und ideologische Bewertungen und Einsch&auml;tzungen geht, die aus jeweils g&auml;nzlich unterschiedlichen Erlebnis- und Erfahrungshorizonten resultieren.<\/p><p><strong>Quo vadis?<\/strong><\/p><p>In ihrem am 19. Juli in der <em>WELT<\/em> ver&ouml;ffentlichten Gastkommentar mit dem Titel &bdquo;<em>Ist Frieden mit Nordkorea wirklich unm&ouml;glich?<\/em>&ldquo;[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] kommen die vier Autoren zu dem Schluss, dass dies sehr wohl m&ouml;glich ist. Am Schluss ihres Beitrags appellieren sie an die EU und vor allem an die Regierung der Bundesrepublik, die bis Ende dieses Jahres die EU-Ratspr&auml;sidentschaft innehat, verst&auml;rkt auf der Koreanischen Halbinsel Flagge zu zeigen und den dortigen Friedensprozess tatkr&auml;ftig zu unterst&uuml;tzen. So weit, so gut. Allerdings verga&szlig;en die Autoren, darauf hinzuweisen, dass eine Friedensregelung mit der DVRK nie derma&szlig;en gro&szlig;e Erfolgschancen hatte wie bereits zur Jahreswende 2000\/2001!<\/p><p>In der Endphase der US-Pr&auml;sidentschaft von Bill Clinton besuchte seine Au&szlig;enministerin Madeleine Albright Pj&ouml;ngjang und er selbst hatte sogar als seine letzte Amtshandlung eine Reise in die DVRK erwogen. Gleichzeitig war die EU (vor allem unter der schwedischen Ratspr&auml;sidentschaft in der ersten Jahresh&auml;lfte 2001) diplomatisch und politisch in einer Weise aktiv, wie das weder vorher noch nachher der Fall war. Auch und gerade im Vorfeld und nach dem dritten Asien-Europa-Gipfel (ASEM-Prozess), der vom 20. bis zum 22. Oktober 2000 in Seoul stattfand, herrschte seitens der EU-Politiker eine rege Shuttle-Diplomatie zwischen Seoul, Peking und Pj&ouml;ngjang. All das ward befl&uuml;gelt durch S&uuml;dkoreas seinerzeit verfolgte &bdquo;Sonnenscheinpolitik&ldquo; vis-&agrave;-vis dem Norden, f&uuml;r die S&uuml;dkoreas Pr&auml;sident Kim Dae-Jung just im Dezember 2000 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.<\/p><p>G&auml;nzlich aus den Fugen geriet dieser konzertierte Friedensprozess (gleichzeitig die dritte innerkoreanische Ann&auml;herung nach 1972 und 1991\/92) wenige Wochen nach dem Amtsantritt von US-Pr&auml;sident George W. Bush. Dieser hatte Nordkorea seit M&auml;rz 2001 pl&ouml;tzlich als &bdquo;Bedrohungsfaktor in Ostasien&ldquo; ausgemacht und das Land Anfang 2002 gar als Teil seiner omin&ouml;sen &bdquo;Achse des B&ouml;sen&ldquo; (nebst Iran und Irak) gebrandmarkt. Seitdem ist seitens der EU keine nennenswerte, geschweige denn eine eigenst&auml;ndige EU-Politik mit Blick auf die F&ouml;rderung des innerkoreanischen Dialogs unternommen worden. Stattdessen entsprach die Politik der EU dem devoten Verhalten von Messdienern, die gem&auml;&szlig; der Partitur des transatlantischen &bdquo;Big Brother&ldquo; brav ihre Gl&ouml;ckchen klingelten und immer dann in den martialischen Chorgesang strammer anti-nordkoreanischer Stimmungsmache einfielen, wenn Uncle Sam dies reflexartig einforderte. Kein Wunder, dass einer der vier Verfasser des genannten WELT-Gastkommentars gegen&uuml;ber diesem Autor im Jahre 2004 trocken erkl&auml;rte, der Bundesrepublik und der EU seien schlicht die H&auml;nde gebunden, was eine eigene Nordkorea-Politik betrifft.<\/p><p>Zur&uuml;ck zur Ausgangsfrage: &bdquo;<em>Ist Frieden mit Nordkorea wirklich unm&ouml;glich?<\/em>&ldquo; Die Antwort lautet: Frieden und Entspannung auf der Koreanischen Halbinsel sind sehr wohl m&ouml;glich, sofern dem innerkoreanischen Dialog- und Ann&auml;herungsprozess nicht stets in entscheidenden Augenblicken von au&szlig;en in die Parade gefahren wird. Das ist leider solange der Fall, wie zwei Anachronismen weiterhin bestehen. In S&uuml;dkorea sind noch immer 28.500 Soldaten der <em>United States Forces Korea<\/em> stationiert. Ihr dort ebenfalls domizilierter Kommandeur, aktuell der Vier-Sterne-General Robert B. Abrams, ist in Personalunion gleichzeitig Befehlshaber des United Nations Command und gem&auml;&szlig; dem seit Anfang November 1978 existierenden <em>ROK\/U.S. Combined Forces Command (CFC)<\/em> im Kriegsfall auch Chef der s&uuml;dkoreanischen Streitkr&auml;fte!<\/p><p>&bdquo;Wer auf der Matte schl&auml;ft&ldquo;, lautet ein koreanisches Sprichwort, &bdquo;der f&auml;llt nicht tief.&ldquo; Doch solange eine Partei sich anma&szlig;t, Politik von einem imperialen Hochsitz aus zu diktieren, k&ouml;nnen keine Gespr&auml;che auf Augenh&ouml;he und im Geiste gegenseitigen Respekts zustande kommen. Letzterer aber ist die Grundvoraussetzung einer Politik, die Konfliktl&ouml;sungen avisiert, anstatt neue Konflikte zu sch&uuml;ren. Mr. Trump sorgte im eigenen politischen Lager f&uuml;r Furore, als er in den vergangenen Tagen erneut eine Truppenreduzierung der US-Streitkr&auml;fte in S&uuml;dkorea ins Gespr&auml;ch brachte, da sich Seoul nicht angemessen an den Stationierungskosten der GIs beteilige. Dabei machte er eine f&uuml;r ihn typische Bemerkung, die seine &bdquo;engen s&uuml;dkoreanischen Freunde&ldquo; frontal br&uuml;skierte.<\/p><p>Die <em>Korea Times<\/em> (Seoul) zitiert den nordamerikanischen Machthaber in ihrer Ausgabe vom 17. Juli[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] mit den Worten: &bdquo;Laut Larry Hogan, dem Gouverneur von Maryland, fand US-Pr&auml;sident Donald Trump im Februar anl&auml;sslich eines privaten Abendessens, das von der republikanischen Gouverneursvereinigung gesponsert wurde, harte Worte f&uuml;r S&uuml;dkorea, den Geburtsort der Frau des Gouverneurs, Yumi: &lsquo;Ich erinnere mich nicht, dass er den Virus erw&auml;hnte&rsquo;, sagte Hogan, &lsquo;aber er sprach dar&uuml;ber, wie sehr er Pr&auml;sident Xi Jinping von China respektierte; wie gerne er mit seinem Kumpel &lsquo;Shinzo&rsquo;, Premierminister Abe von Japan, Golf spielte; wie gut er mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-Un auskam. &lsquo;Dann der unruhige Teil&rsquo;, fuhr er fort. &lsquo;Trump sagte, dass er es wirklich nicht mochte, mit Pr&auml;sident Moon aus S&uuml;dkorea zu tun zu haben. Die S&uuml;dkoreaner seien &lsquo;schreckliche Menschen&rsquo;, sagte er, und er wisse nicht, warum die Vereinigten Staaten sie all die Jahre besch&uuml;tzt h&auml;tten. Sie bezahlen uns nicht&rsquo;, klagte Trump.&ldquo;<\/p><p>Wer denn solche Freunde hat, bedarf wahrlich keiner Feinde mehr.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/d009fee72cf74676a86525faeb476d72\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p><p>Titelbild: Mehaniq\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.koreatimes.co.kr\/www\/culture\/2020\/07\/142_293199.html%20\">koreatimes.co.kr\/www\/culture\/2020\/07\/142_293199.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62265\">nachdenkseiten.de\/?p=62265<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article211868345\/Gastkommentar-Ist-Frieden-mit-Nordkorea-wirklich-unmoeglich.html\">welt.de\/debatte\/kommentare\/article211868345\/Gastkommentar-Ist-Frieden-mit-Nordkorea-wirklich-unmoeglich.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.koreatimes.co.kr\/www\/nation\/2020\/07\/120_292958.html\">koreatimes.co.kr\/www\/nation\/2020\/07\/120_292958.html<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tod zweier Pers&ouml;nlichkeiten, die unterschiedlich nicht h&auml;tten sein k&ouml;nnen, und die aktuellen Beziehungen zum Norden antagonisieren die Gesellschaft wie schon lange nicht mehr. 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