{"id":63216,"date":"2020-07-24T10:51:45","date_gmt":"2020-07-24T08:51:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63216"},"modified":"2020-07-24T14:11:26","modified_gmt":"2020-07-24T12:11:26","slug":"leserbriefe-zu-die-sparsamen-vier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63216","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eDie Sparsamen Vier\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Unser Artikel zum <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63106\">EU-Gipfel und dessen Kommentierung durch die gro&szlig;en Medien<\/a> besch&auml;ftigte auch viele unserer Leser. Einige Leser werfen dabei die Frage auf, wer denn die Kosten f&uuml;r die Konjunkturma&szlig;nahmen tragen soll und ob sie &uuml;berhaupt sinnvoll sind. Diese Frage ist zurzeit jedoch noch nicht zu beantworten, da bislang ja nur ein Rahmen festgelegt wurde. Dass Konjunkturma&szlig;nahmen in einer Wirtschaftskrise grunds&auml;tzlich eine sinnvolle Sache sein k&ouml;nnen, sollte jedoch unstrittig sein. Entscheidend ist, ob sie auch sinnvoll eingesetzt werden. Wir bleiben an diesem Thema dran und werden diese Fragen nat&uuml;rlich noch thematisieren, wenn gen&uuml;gend Informationen zur Verf&uuml;gung stehen. Zusammengestellt von <strong>Jens Berger<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Werter Jens Berger,<\/p><p>volle Zustimmung zu ihrem Artikel. Merkels &ldquo;Spiel &uuml;ber Bande&ldquo; hat komplett funktioniert, sie hat ihr Ergebnis, ob die Bild-Zeitung damit zufrieden sein wird (dort hei&szlig;t es &bdquo;unser Geld&ldquo;, wo es doch um den Euro geht!), wird sich weisen, vermutlich eher nicht. <\/p><p>Doch in einem Land, in dem die &uuml;bergro&szlig;e Mehrheit der Bev&ouml;lkerung bar jeder volkswirtschaftlichen Kenntnisse ist, kommt eine Regierung wie die unsere mit ihrem Kurs durch und wird auch getreulich wiedergew&auml;hlt. Der Blick des Wahlvolks reicht bis zum n&auml;chsten Kantstein &ndash; wie man die EU und den Euro erh&auml;lt, ist einfach nur eine &Uuml;berforderung. So wird Europa eben vor die Wand gefahren, geopolitisch spielt es ja sowieso kaum noch eine Rolle. Allen M&ouml;chtegerns zum Trotz, AKK z.B.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nDietrich Brauer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>danke mal wieder f&uuml;r den aufkl&auml;renden Beitrag. Gestatten Sie mir noch die folgenden Anmerkungen. <\/p><p>Merkel und Scholz haben mit gezinkten Karten gespielt und Europa weiter gesch&auml;digt. Man stellt sich die besorgte Frage, wann dieses Gebilde, von dem Deutschland in allergr&ouml;&szlig;tem Ma&szlig;e profitiert, endg&uuml;ltig auseinanderfallen wird. Somit haben Merkel und Scholz lediglich einen Pyrrhussieg davongetragen. <\/p><p>Unerw&auml;hnt geblieben ist die Tatsache, dass die internationalen Konzerne ebenfalls die gro&szlig;en Gewinner dieser Verhandlungsrunde sind, und die Korken knallen lassen werden. Man h&auml;tte erwartet, dass in dieser Krisensituation nun endlich die internationalen Konzerne ihr Scherflein zur Finanzierung des EU-Haushalts beitragen werden. Dem ist anscheinend weiterhin nicht so. Hat Olaf Scholz endlich dem Konzernsteuertransparenzgesetz zugestimm? Wohl nicht, womit dem deutschen Fiskus j&auml;hrlich wie seit &uuml;ber zwei Jahren 17 Mrd. &euro; entgehen und vor allem auch den kriselnden S&uuml;dl&auml;ndern. Es wurde die Gelegenheit vers&auml;umt, vermutlich bewusst auch seitens der Bundesrepublik, dem Umsatzsteuerbetrug einen Riegel vorzuschieben. Der EU entgehen durch die Karusselle ca. 50 Mrd. &euro; j&auml;hrlich. Seit Ende 2019 ist bekannt, dass sich nun auch betr&uuml;gerische Unternehmen eines &auml;hnlichen Tricks bedienen, indem sie Leistungen als Exporte falschdeklarierten. J&auml;hrlicher Schaden insgesamt ca. 64 Mrd. &euro;. Wie es mit den Umsatzsteuerausf&auml;llen im Zusammenhang mit dem online-Handel mit Fernost steht kann allenfalls nur gesch&auml;tzt werden. Eine echte Finanztransaktionssteuer w&uuml;rde weitere ca. 50 Mrd. &euro; in die EU-Kassen sp&uuml;len. Keine Rede davon! Und schlie&szlig;lich noch die Google-Steuer, die Frankreich, &Ouml;sterreich und Spanien einf&uuml;hren wollen. <\/p><p>W&uuml;rde man diese Steuerquellen vern&uuml;nftig aussch&ouml;pfen, die  EU-Staaten w&uuml;rden j&auml;hrlich &uuml;ber Mehreinnahmen in H&ouml;he von einer gesch&auml;tzten Viertel Mrd. &euro; verf&uuml;gen. Keine Darlehen, keine dennoch letztlich zu begleichende Zusch&uuml;sse, sondern wirkliches Geld, einsetzbar zum Wohle der B&uuml;rger. Diese Option, so muss man bef&uuml;rchten, wurde bewusst schon von Anfang an ausgeschlossen. Das ist neoliberale Politik, besser noch, rein kapitalistische Politik. Warren Buffet hatte Recht: &bdquo;Wir die Klasse der Reichen haben diesen Krieg begonnen und wir werden ihn gewinnen&ldquo;!<\/p><p>Mit freundliche Gr&uuml;&szlig;en<br>\nVolker R&uuml;dinger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>lieber jens Berger,<\/p><p>Dass bei EU Gipfeln auch viel &uuml;ber die Bande gespielt wird, ist nichts Neues und geh&ouml;rt zum Standardrepertoire der Verhandler.<\/p><p>Dass die Verwendung von Zusch&uuml;ssen einem Mechanismus in punkto zielf&uuml;hrende Verwendung unterworfen wird, sollte selbstverst&auml;ndlich sein und hat als solche wenig mit neoliberalen Exzessen zu tun&hellip;.<\/p><p>Ja, die Rabatte sind ein &Auml;rgernis im Gesamtsystem! <\/p><p>Und das tiefere Problem ist, dass die Addition nationaler Interessen (wie sie sich im Gipfelergebnis widerspiegelt) keineswegs das gesamteurop&auml;ische Interesse abbildet. Das ist ein Konstruktionsfehler im Lissabon-Vertrag, der langfristig die EU zersetzen wird&hellip;&hellip;..<\/p><p>Gruss<br>\nEckard Seebohm<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihren informativen Artikel.<\/p><p>Dennoch frage ich mich, ob Sie nicht einen wichtigen &ndash; aus demokratietheoretischer Perspektive betrachtet: den wichtigsten &ndash; Aspekt (in diesem Text jedenfalls) au&szlig;er Acht gelassen haben.<\/p><p>Weshalb sollte man der EU-Kommission grunds&auml;tzlich das faktische Recht einr&auml;umen, k&uuml;nftig Kredite aufzunehmen und diese nach welchen Gesichtspunkten auch immer an die vorgeblich souver&auml;nen Nationalstaaten auszureichen?<\/p><p>Die Kommission ist keine demokratisch auch nur irgendwie legitimierte Institution, sondern ein b&uuml;rokratisches Organ, dessen Zusammensetzung von den Exekutiven der Mitgliedssstaaten in Hinterzimmern ausgekungelt wird (das Beispiel der Inthronisierung von Uschi von der Leyen ist daf&uuml;r symptomatisch); durch die fatale Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion ist der geld-, finanz- und wirtschaftspolitische Handlungsspielraum der tats&auml;chlich aus demokratischen Wahlen hervorgegangenen nationalen Regierungen ohnehin bereits fahrl&auml;ssig eingeschr&auml;nkt; die EZB betreibt mit ihrer Geldpolitik automatisch auch Finanz- und Wirtschaftspolitik &ndash; es handelt sich alerdings nur um Staatsfinanzierung nach neoliberalem Gutd&uuml;nken (Griechenland etwa wurde 2015 von der EZB widerrechtlich die Geldversorgung abgedreht, um die Regierung in die Knie zu zwingen &ndash; etwas, was eine Zentralbank nie tun sollte, war doch einst der Gr&uuml;ndungszweck von Zentralbanken, &ldquo;lender of last resort&rdquo; zu sein). Und was das Europ&auml;ischen Parlament betrifft: Dort mag zwar Parlament auf dem Klingelschild stehen, doch handelt es sich mangels Budgetrecht und fehlendem Gesetzesinitiativrecht mitnichten um ein Parlament.<\/p><p>Bei der Vorstellung einer demokratischen und sozialen Europ&auml;ischen Union handelt es sich um eine auch und gerade innerhalb der Linken gern gehegte Chim&auml;re, eine Art politisches Shangri-La; solange die neoliberale Verfassung (&ldquo;Lissaboner Vertrag&rdquo;) sowie Fiskalpakt und Schuldenbremse Geltung haben, wird daraus weniger als nichts werden.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nFrank Graf<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>danke f&uuml;r den Artikel. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob der deutsche Steuerzahler\/Arbeitnehmer = einfachen Leute = jeder der nicht 150.000 &euro; und mehr pro Jahr verdient nicht am Ende der gr&ouml;&szlig;te Verlierer der ganzen Geschichte ist. Zum einen machte er durch Lohnverzicht den Export&uuml;berschuss  erst m&ouml;glich. Die satten Gewinne der letzten 10 Jahre wanderten in Eigent&uuml;merverh&auml;ltnisse. Dadurch entstand eine L&uuml;cke im Euro-Raum, welcher die n&auml;chste Krise ausl&ouml;ste. Nun haben wir die Corona-Krise. Auch hier sind die Verlierer mehrheitlich die oben genannten &bdquo;einfachen Leute&ldquo;. Jetzt wird beim EU-Gipfel ein Paket beschlossen, welches wieder nach neusten Erkenntnissen &uuml;ber die &bdquo;einfachen Leute&ldquo; finanziert werden soll. Ich habe gelesen, dass die Finanzierung &uuml;ber Steuern erfolgen soll.<\/p><p>Das sog. Kapital kommt permanent auf eine Art und Weise davon, bei der man sich verwundert die Augen reibt. Rutte\/Holland &uuml;bernimmt die von Ihnen beschriebene Rolle. Keiner attackiert auf EU Ebene Holland f&uuml;r die Steuersparmodelle.<\/p><p>Und das wirklich Absurde dabei ist, dass aktuell die meisten dieser &bdquo;einfachen Leute&ldquo; bei den Corona Massnahmen noch jubeln, dass Ernas Eckladen zu macht, w&auml;hrend Amazon im Geld schwimmt und nun Gift und Galle spucken, dass man den &bdquo;faulen S&auml;cken&ldquo; im S&uuml;den unser&ldquo; gutes Geld hinter schmei&szlig;t&rdquo;.<\/p><p>Das wird eine ungem&uuml;tliche Zukunft. Die Linke ist in Deutschland\/Mittel-\/Osteuropa eine Versagertruppe. Die Rechten werden massiv dazugewinnen.<\/p><p>Und auf der andern Seite stehen Italien, Frankreich und Spanien, die sich gef&uuml;hlt bei jedem Meeting der EU komplett &uuml;ber den Tisch ziehen lassen. Spanien ist f&uuml;r sich aktuell sehr konfus. Aber Conte? Was ist los mit Italien. Und bei Macron hat man immer das Gef&uuml;hl, dass er um &bdquo;dabei zu sein&ldquo; immer den Niceguy bei Angela Merkel spielen wird.<\/p><p>Vielleicht k&ouml;nnen die Nachdenkseiten die Zusammenh&auml;nge in einem Artikel n&auml;her beleuchten.<\/p><p>Gr&uuml;&szlig;e aus M&uuml;nchen<br>\nSchlott<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Artikel zum <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63106\">EU-Gipfel und dessen Kommentierung durch die gro&szlig;en Medien<\/a> besch&auml;ftigte auch viele unserer Leser. 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Diese Frage ist zurzeit jedoch noch nicht zu beantworten, da bislang ja nur ein Rahmen festgelegt<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63216\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[22,135,103,30],"tags":[],"class_list":["post-63216","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-europaische-union","category-finanzpolitik","category-leserbriefe","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63216","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=63216"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63216\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":63238,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63216\/revisions\/63238"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=63216"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=63216"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=63216"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}