{"id":6323,"date":"2010-07-28T10:55:12","date_gmt":"2010-07-28T08:55:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6323"},"modified":"2014-03-05T10:25:15","modified_gmt":"2014-03-05T09:25:15","slug":"kommt-die-linke-in-den-nds-zu-unrecht-gut-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6323","title":{"rendered":"Kommt die Linke in den NDS zu Unrecht gut weg?"},"content":{"rendered":"<p>Gelegentlich erhalten wir E-Mails von Nutzern der NachDenkSeiten, die uns ermahnen, mit der Linkspartei im Vergleich zu den anderen Parteien weniger freundlich umzugehen. &ndash; Wir versuchen, bei aller grunds&auml;tzlichen Neigung f&uuml;r soziale und fortschrittliche L&ouml;sungen der Probleme unseres Landes fair und gerecht mit den einzelnen Parteien umzugehen. Es liegt nicht in unserer Verantwortung, dass sich CDU, CSU, FDP und leider auch SPD und Gr&uuml;ne sowohl innen- als au&szlig;enpolitisch der allgemein herrschenden rechtskonservativen Linie angepasst haben. Wir haben den so genannten Reformkurs Schr&ouml;ders nicht erfunden und auch nicht die These, Deutschlands Sicherheit werde am Hindukusch verteidigt. &ndash; Die Richtigkeit von Positionen der Linkspartei wird aktuell dadurch best&auml;tigt, dass die anderen und auch einige Medien ihren Kurs in Richtung der Positionen der Linkspartei korrigieren. Drei Beispiele daf&uuml;r: Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\nErstens: Auch die Linke in der SPD fordert jetzt deutlich die Korrektur der Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre und das &Uuml;berdenken von anderen Elementen der Agenda 2010. M&uuml;ntefering mauert bei jeglicher Korrektur der Agenda 2010, und Steinmeier sowieso. Die SPD wird das sachliche Problem durch politische Entsorgung dieser Personen l&ouml;sen m&uuml;ssen.<\/p><p>Zweitens: Wenn auch halbherzig haben sich immerhin auch Angela Merkel und ihr Finanzminister Sch&auml;uble und die etablierten politischen Kr&auml;ften insgesamt in den letzten zwei Jahren auf konjunkturf&ouml;rdernde Ma&szlig;nahmen zubewegt. Das ist zumindest ein erster Schritt zur R&uuml;ckkehr der gesamt&ouml;konomischen Vernunft. Leider nur ein erster Schritt, und immer wieder verbunden mit zerst&ouml;rerischen R&uuml;ckf&auml;llen..<\/p><p>Drittens: Der Linken wurde bisher einhellig von den etablierten Parteien und von vielen Medien die Regierungsf&auml;higkeit abgesprochen, weil sie au&szlig;enpolitisch nicht verl&auml;sslich sei und insbesondere die Verpflichtungen in Afghanistan nicht einhalten wolle, sondern f&uuml;r einen R&uuml;ckzug sei. An diesem Beispiel wird besonders gut sichtbar, wie absurd die Aggressionen gegen die Linke waren. Jetzt hat sich sogar bis in die Stuben der Milit&auml;rs, der US-Regierung und der NATO herumgesprochen, dass der Afghanistan Einsatz nicht zu &bdquo;gewinnen&ldquo; ist. Typisch f&uuml;r eine deutsche Reaktion ist ein Essay in Spiegel-Online mit dem Titel &ldquo;Warum die NATO aus Afghanistan abziehen muss?&ldquo; (siehe Anlage).<\/p><p>Der Vorsitzende der Gr&uuml;nen &Ouml;zdemir macht trotz einer ersten Einsicht in die Chancenlosigkeit des Milit&auml;reinsatzes in Afghanistan die Position der Linkspartei in dieser Frage verantwortlich f&uuml;r den Mangel &bdquo;inhaltlicher Schnittmengen&ldquo; mit den Gr&uuml;nen. In einem Interview mit dem <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1277338995532\/derStandardat-Interview-Von-Rot-Rot-Gruen-noch-meilenweit-entfernt\">&ouml;sterreichischen Standard<\/a> meint er lt. Standard:<\/p><blockquote><p>Auch in den Bereichen Budget- und Au&szlig;enpolitik habe die Linkspartei kaum inhaltliche Schnittmengen mit den Gr&uuml;nen. In der Frage des deutschen Afghanistaneinsatzes fordern die Gr&uuml;nen einen verantwortungsvollen Abzug, sobald die Bev&ouml;lkerung Afghanistans in der Lage ist, das Land selbst zu verwalten.<\/p><\/blockquote><p>Von &Ouml;zdemir wird die Differenz jetzt auf die Qualit&auml;t des Abzugs, &bdquo;verantwortungsvoll&ldquo; soll es sein, reduziert. <\/p><p>Das sind absurde R&uuml;ckzugsgefechte, die jedenfalls kein Argument daf&uuml;r sind, eine Alternative zur herrschenden politischen Gruppierung auszuschlie&szlig;en. Die Art und Schnelligkeit des Abzugs aus Afghanistan kann doch ernsthaft nicht die entscheidende Scheidelinie sein?! <\/p><p>Solange das d&uuml;mmliche Verhalten von SPD und Gr&uuml;nen die Alternative zu Schwarz-Gelb unm&ouml;glich macht, kann man nicht umhin, jede Partei besser zu finden und &uuml;brigens auch verfassungsgem&auml;&szlig;er, die f&uuml;r eine politische Alternative eintritt. Das ist n&auml;mlich eine Grundbedingung f&uuml;r das Funktionieren einer Demokratie. Wer diese Grundbedingung nicht schafft oder sie verweigert, steht nicht auf dem Boden der &bdquo;freiheitlich demokratischen Grundordnung&ldquo; (FdGO), wie es so sch&ouml;n hei&szlig;t. <\/p><p>&Uuml;brigens, als Nachtrag zur Bundespr&auml;sidentenwahl: Indem Joachim Gauck ma&szlig;geblich mitgeholfen hat, diese demokratische Alternative links von Schwarz und Gelb nachhaltig zu diskreditieren, hat er sich als Undemokrat erwiesen. <\/p><p><strong>Anlage:<\/strong><\/p><p><strong>27. Juli 2010<br>\nEinsatz am Hindukusch<br>\nWarum die Nato aus Afghanistan abziehen muss<\/strong><\/p><p>Ein Kommentar von Christoph Schwennicke<\/p><p>Der Einsatz der westlichen Allianz am Hindukusch ist ein Fiasko, das belegen die Afghanistan-Protokolle ein weiteres Mal. Die ausl&auml;ndischen Truppen sind nicht die L&ouml;sung, sondern Teil des Problems. Die Chance auf milit&auml;rischen Erfolg ist verstrichen &ndash; es ist h&ouml;chste Zeit zu gehen.<br>\nDas schwerste politische Man&ouml;ver ist die Kehrtwende, das Eingest&auml;ndnis, dass von heute an nicht mehr richtig ist, was bis gestern unersch&uuml;tterlich richtig war. Und wiederum am schwersten f&auml;llt dieses Man&ouml;ver, wenn es sich dabei um Fragen von Krieg und Frieden handelt.<br>\n(&hellip;)<br>\nSeit beinahe zehn Jahren versucht die Allianz vergeblich, das Land in den Griff zu bekommen. In diesen zehn Jahren wurden die Ziele immer wieder ver&auml;ndert, aber keines erreicht.<br>\n(&hellip;)<br>\nUnd nichts von dem, was an westlichem Kulturverst&auml;ndnis implantiert wurde, hat so tiefe Wurzeln geschlagen, dass es einen Abzug zu einem realistischen Datum &uuml;berdauern w&uuml;rde. Au&szlig;erdem: M&auml;dchenschulen, Brunnen und Stra&szlig;en sind erfreuliche Begleiterscheinungen eines Einsatzes. Sie begr&uuml;nden ihn aber nicht.<br>\nAfghanistan ist ein Alptraum<br>\n&ldquo;Nichts ist gut in Afghanistan&rdquo;, hat Margot K&auml;&szlig;mann vor einigen Monaten formuliert, und die Entr&uuml;stung war so au&szlig;erordentlich, dass sie nurmehr erwies, welchen Nerv die damalige Bisch&ouml;fin getroffen hatte. Ihre Einlassung wurde zu Recht als in den Details ahnungslos abgetan. Aber manchmal sieht man die Dinge auch klarer, wenn man einen Schritt weiter davon entfernt ist und sie mit Abstand betrachtet.<\/p><p><strong>Afghanistan ist ein Alptraum.<\/strong><\/p><p>(&hellip;)<br>\nDie westliche Staatengemeinschaft ist an einem Punkt angekommen, an dem sie zunehmend trotzig, verzweifelt und mit immer hohler klingenden Phrasen zum Durchhalten aufruft. Auch Kanzlerin Angela Merkel ist j&uuml;ngst in ihrer Regierungserkl&auml;rung nichts Besseres eingefallen als Peter Strucks Wort von der Verteidigung am Hindukusch.<br>\nBevor es nur noch darum geht, das Gesicht zu wahren, sollte man dringend aufh&ouml;ren.<br>\n(&hellip;)<\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,708710,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gelegentlich erhalten wir E-Mails von Nutzern der NachDenkSeiten, die uns ermahnen, mit der Linkspartei im Vergleich zu den anderen Parteien weniger freundlich umzugehen. &ndash; Wir versuchen, bei aller grunds&auml;tzlichen Neigung f&uuml;r soziale und fortschrittliche L&ouml;sungen der Probleme unseres Landes fair und gerecht mit den einzelnen Parteien umzugehen. 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