{"id":63299,"date":"2020-07-27T10:05:21","date_gmt":"2020-07-27T08:05:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63299"},"modified":"2020-07-28T07:16:57","modified_gmt":"2020-07-28T05:16:57","slug":"feierwuetig-zum-verhaeltnis-von-partymachen-und-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63299","title":{"rendered":"Feierw\u00fctig \u2013 Zum Verh\u00e4ltnis von Partymachen und Gewalt"},"content":{"rendered":"<p>Nun haben die Ereignisse von Stuttgart, wo in der Nacht zum 21. Juni hunderte junger M&auml;nner Polizisten angriffen und L&auml;den in der Innenstadt pl&uuml;nderten und zerst&ouml;rten, in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli in Frankfurt\/Main eine Resonanz gefunden. Seit Wochen schon versammelten sich dort an den Wochenenden Tausende vor der Alten Oper, um zu feiern. &Uuml;ber deren Portal steht die Widmung: &bdquo;Dem Wahren, Schoenen, Guten&ldquo;. Weil die daf&uuml;r vorgesehenen und etablierten Lokalit&auml;ten wegen der Pandemie geschlossen sind, sucht die Szene der Feier- und Tanzw&uuml;tigen Alternativen unter freiem Himmel. Eine After-Work-Party auf dem Opernplatz: Die Hipster trinken ihren Wein, kiffen, h&ouml;ren ihre Musik und tanzen &ndash; unter weitgehender Missachtung der Corona-Regeln. Die Ordnungskr&auml;fte dulden das und greifen nur in Ausnahmef&auml;llen ein. Auch Minister Spahn schmolz vor lauter Verst&auml;ndnis f&uuml;r das Feierbed&uuml;rfnis dahin und hob lediglich mahnend den Zeigefinger. Die Regierenden wissen, dass die Partyszene politisch vollkommen harmlos ist und ein sozialpsychologisches Ventil darstellt, durch das Frust und Aggressionen entweichen k&ouml;nnen. Zur&uuml;ck blieben an den Tagen nach den n&auml;chtlichen Partys riesige M&uuml;llberge. Das war in Frankfurt neben den schlaflosen N&auml;chten der Anwohner bislang das Haupt&auml;rgernis. Von <strong>G&ouml;tz Eisenberg<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7185\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-63299-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200727_Feierwuetig_Zum_Verhaeltnis_von_Partymachen_und_Gewalt_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200727_Feierwuetig_Zum_Verhaeltnis_von_Partymachen_und_Gewalt_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200727_Feierwuetig_Zum_Verhaeltnis_von_Partymachen_und_Gewalt_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200727_Feierwuetig_Zum_Verhaeltnis_von_Partymachen_und_Gewalt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=63299-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200727_Feierwuetig_Zum_Verhaeltnis_von_Partymachen_und_Gewalt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200727_Feierwuetig_Zum_Verhaeltnis_von_Partymachen_und_Gewalt_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Doch in der Nacht vom 18. Juli zum 19. Juli eskalierte auch in Frankfurt die Situation. Auf dem Opernplatz hatten nach Polizeiangaben zun&auml;chst rund 3.000 Menschen friedlich gefeiert. Doch dann kippte die Stimmung. Hunderte Menschen randalierten und lieferten sich eine stundenlange Auseinandersetzung mit der Polizei. Ausl&ouml;ser war offenbar eine Massenschl&auml;gerei. Auf einer Pressekonferenz schilderte der Polizeipr&auml;sident Bereswill die Situation so: Gegen 3 Uhr seien rund 30 Personen an einem Brunnen auf dem Opernplatz aufeinander losgegangen. Weil eine Person stark blutete, seien die Beamten eingeschritten und h&auml;tten versucht, den Streit zu schlichten und dem Verletzten zu Hilfe zu kommen. &bdquo;Die Stimmung hat sich gegen uns gerichtet&ldquo;, berichtete Bereswill. Polizisten seien &bdquo;massiv&ldquo; mit Flaschen beworfen worden, woraufhin die Umstehenden zu klatschen und zu johlen begonnen h&auml;tten. Rund 500 bis 800 Feiernde seien zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Opernplatz gewesen. 40 Leute seien festgenommen, etliche Polizisten seien verletzt worden. Das Gros der Festgenommenen sei aus dem Umland angereist, die meisten von ihnen h&auml;tten einen Migrationshintergrund und seien bereits wegen anderer Straftaten in Erscheinung getreten. Die Stadt Frankfurt reagierte mit einem &bdquo;Betretungsverbot&ldquo; auf die Ereignisse: An Wochenenden werde der Opernplatz bis auf Weiteres nach Mitternacht gesperrt. Auch &uuml;ber ein Alkoholverbot werde man nachdenken. Diese Ma&szlig;nahmen erinnern an das Verhalten jenes antiken Seehelden, der, als er bei seiner Heimkehr die Gattin beim Beischlaf mit einem Liebhaber antrifft, die Bettstatt aus dem Haus entfernen l&auml;sst, auf dem die illegitime Paarung stattgefunden hat. <\/p><p><em>Palliative<\/em> lindern laut W&ouml;rterbuch die Symptome einer Krankheit, ohne ihre Ursachen anzugreifen: Es sind Notbehelfe mit vor&uuml;bergehender Wirkung, Ausdruck einer gewissen Rat- und Hilflosigkeit. Palliative im Bereich der Innenpolitik einsetzen, hei&szlig;t: Statt auf Abhilfe zu sinnen und grundlegende Ver&auml;nderungen der Lage der Menschen anzustreben und durchzusetzen, wird die Polizeipr&auml;senz verst&auml;rkt und die innere Sicherheit militarisiert. Staat und Gesellschaft lassen es sich wieder einmal etwas kosten, die Ursachen der Gewalt bestehen zu lassen und ihre Folgen repressiv zu bek&auml;mpfen. Kriminell wird man nicht, weil man einen Migrationshintergrund aufweist, sondern viele vor allem junge Migranten in eine soziale Lage geraten, die die Entstehung von Kriminalit&auml;t beg&uuml;nstigt. Sentimentalit&auml;t ist im Umgang mit Straft&auml;tern und Kriminalit&auml;t sch&auml;dlich und versperrt den Zugang zu m&ouml;glichen L&ouml;sungsstrategien. Sie nutzt weder den Straft&auml;tern noch der Gesellschaft, die auf sie reagieren muss. Wir m&uuml;ssen uns also fragen: Wie ist die Lage der Migranten? Welche kriminogenen (das hei&szlig;t die Entstehung von Kriminalit&auml;t beg&uuml;nstigenden) Faktoren bringt sie mit sich? Speziell: Wie ist die Lage zugewanderter junger M&auml;nner? Was an ihrer Lage beg&uuml;nstigt die Begehung von Straftaten? Ich nenne nur ein paar Stichworte: Viele junge Migranten leben im Zustand einer permanenten Frustration: Sie werden tagein-tagaus mit Bildern des Luxus vollgestopft und gleichzeitig verf&uuml;gen sie nicht &uuml;ber die Mittel, um die Gegenst&auml;nde auf legalem Weg erwerben zu k&ouml;nnen. Sie sehen all die Dinge, die sie gern bes&auml;&szlig;en, aber sie sind durch Schaufensterglas von ihnen getrennt und finanziell weit au&szlig;erhalb ihrer M&ouml;glichkeiten. Deutschland erscheint als ein Land, in dem es alles gibt, aber nicht f&uuml;r sie und Ihresgleichen. Und schlie&szlig;lich sollten wir fragen: Was kann die aufnehmende Gesellschaft tun, um diese Risiken zu verringern? Wie k&ouml;nnte ein vern&uuml;nftiger Weg zwischen der Scylla der Bagatellisierung und der Charybdis der Panikmache aussehen? Vor allem d&uuml;rfen wir die mit der Migration verbundenen Kriminalit&auml;tsrisiken nicht ignorieren, weil dieses Ausblenden von der politischen Rechten gnadenlos ausgeschlachtet wird.<\/p><p>Ich halte die Unterscheidung zwischen friedlich feiernden &bdquo;guten&ldquo; und randalierenden &bdquo;b&ouml;sen&ldquo; (und migrantischen) Partyteilnehmern f&uuml;r problematisch und falsch. Es ist an der Zeit, &uuml;ber das &bdquo;Party-Machen&ldquo; und &bdquo;Feiern&ldquo; selbst zu reden. Die Partyszene besitzt kein Immunsystem, das sie vor dem Eindringen &bdquo;b&ouml;ser&ldquo; Randalierer und Gewaltt&auml;ter sch&uuml;tzt. Es sind nicht gemeinsame Ideen und Ziele, die diese Szene eint, sondern das Partymachen ist Selbstzweck. Die Partyszene ist Teil der Konsumkultur, die ihrem Wesen nach nihilistisch ist, das hei&szlig;t, die hat keine Werte und Ideale. Es ist kein Zufall, dass die Randalierer und Krawallanten ihre N&auml;he suchen. Sie wissen, dass die Partyszene &uuml;ber keine Absto&szlig;ungskr&auml;fte verf&uuml;gt. Das Feiern hat keinen Sinn, und aus dieser Entleerung und Sinnlosigkeit steigt die Gewalt auf. Oskar Negt hat in seinem 1997 erschienenen Buch <em>Kindheit und Schule in einer Welt der Umbr&uuml;che<\/em> bereits darauf hingewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen Utopieverlust und diffuser Gewalt gibt: &bdquo;Kinder und Jugendliche, die gesellschaftlich-geschichtlicher Ideale beraubt sind, werden nicht nur in ihrem Wachstum behindert, sondern auch in ihren Lebenseinstellungen entmutigt und auf Ersatzgef&uuml;hle gedr&auml;ngt. Utopien m&ouml;gen f&uuml;r realit&auml;tst&uuml;chtig gewordene Erwachsene wenig Bedeutung haben, f&uuml;r Kinder und Jugendliche und deren Reifungsprozess sind sie lebenswichtig. Diffuse Gewalt, das rebellische Umsichschlagen gegen Raumumz&auml;unungen, welche die gute Gesellschaft und die s&auml;uberliche Ordnung bestimmen, kann Ausdruck einer Lebenskraft sein, der die gesellschaftlichen Ideale fehlen.&ldquo; In den vom Neoliberalismus beherrschten Gesellschaften hat sich ein steinerner Realismus breitgemacht, der jugendliche Suchbewegungen nach Sinn und  Orientierung ins Leere gehen l&auml;sst. Tr&auml;ume und W&uuml;nsche finden keinen politischen Ausdruck, sondern ziehen sich ins Private zur&uuml;ck, wo sie sich verbarrikadieren und die merkw&uuml;rdigsten Sumpfbl&uuml;ten hervorbringen. Es fehlt eine regulative Idee, die den frei-flottierenden Sehns&uuml;chten eine emanzipatorische Richtung weisen k&ouml;nnte. Mit welchen Argumenten und im Namen welcher Werte sollte ein feierw&uuml;tiger Hipster einem auf Krawall geb&uuml;rsteten jungen Mann entgegentreten? Au&szlig;er &bdquo;Spa&szlig;haben&ldquo; kennt der Feierw&uuml;tige nichts. Was also soll er einem erwidern, der behauptet, ihm mache das Bewerfen von Polizisten mit Glasflaschen Spa&szlig;? Da ist nichts au&szlig;er einer gro&szlig;en inneren Leere, die wiederum die Verinnerlichung der Leere der Konsumgesellschaft ist. Der Beifall, der den Flaschenwerfern vom verbliebenen Partyvolk gespendet wurde, zeugt davon, dass die Randalierer nicht als Fremdk&ouml;rper erlebt wurden, sondern eher als militante Avantgarde.<\/p><p>Ich bin inzwischen in einem Alter, in dem S&auml;tze immer &ouml;fter mit einem &bdquo;Fr&uuml;her&ldquo; beginnen. Auch dieser Satz beginnt so: Fr&uuml;her waren Feste eine Unterbrechung des m&uuml;hevollen und arbeitsreichen Lebens und hatten einen besonderen Anlass und eine Form. Heute ist Feiern und Partymachen im Begriff, zur dominanten Lebensform zu werden. W&uuml;rde man heutige Feiernde fragen: &bdquo;Was feiert ihr denn hier?&ldquo;, w&uuml;rde man wahrscheinlich verst&auml;ndnislos angeschaut. Oder man erhielte eine zeitgen&ouml;ssische Fassung der cartesianischen Seinsgewissheit zur Antwort: &bdquo;Celebramus, ergo sumus&ldquo;, zu der das Partyvolk die konsumistische Fassung &bdquo;consumo, ergo sum&ldquo; weiterentwickelt hat. Darin dr&uuml;ckt sich eine objektive Tendenz aus. Der Kapitalismus ben&ouml;tigt die Menschen nicht mehr in erster Linie als Arbeitskr&auml;fte, sondern als Konsumenten. Die f&uuml;r die Produktion &uuml;berfl&uuml;ssig gewordenen Menschen sollen einkaufen und Daten produzieren, das ist alles. Askese und Puritanismus sind pass&eacute;, Behinderungen eines entfesselten und hemmungslosen Konsums. Max Weber w&uuml;rde jedenfalls heute nicht mehr auf die Idee kommen k&ouml;nnen, im Herz des Kapitalismus den Puritanismus auszumachen. W&uuml;rde ein hinreichend gro&szlig;er Teil der Bev&ouml;lkerung sich an den asketischen Maximen des Puritanismus orientieren, w&auml;re ein auf den Massenabsatz von Waren angewiesenes System schnell am Ende.<\/p><p>Vor ein paar Tagen sagte in der Sendung <em>Kontraste<\/em> eine Barfrau, die im Winter in Ischgl, im Sommer am Goldstrand in Bulgarien, zwei Hotspots der Partyszene, arbeitet, es gebe ihrer Meinung nach ein &bdquo;Recht auf Party&ldquo;. Es hat nur noch gefehlt, dass sie von einem Menschenrecht auf Party spricht. Feiern ist keine transitorische Entregelung der Sinne, sondern Rausch und Extase als Dauerzustand und Normalfall. Es sind sinnentleerte und wahrheitsvergessene Exzesse der Konsumgesellschaft, in denen sie sich und ihre eigene Leere feiert. Die permanente Reklame der Selbstverwirklichung f&ouml;rdert ein Dasein in der Unmittelbarkeit, die in einer repressiven Gesellschaft im Hegelschen Sinn nur schlechte Unmittelbarkeit sein kann. Herbert Marcuse hat diese Tendenzen fr&uuml;h heraufziehen sehen und uns Linken ins Stammbuch geschrieben, dass die mit dieser Art von Selbstverwirklichung  einhergehende Entsublimierung insofern selbst repressiv ist, als sie die Notwendigkeit und Macht des Intellekts schw&auml;cht und jenes ungl&uuml;ckliche Bewusstsein untergr&auml;bt, das zum Katalysator der Revolte werden kann. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Nichts gegen das Feiern, wenn es wirklich etwas zu feiern gibt und das Feiern Teil einer befreienden Praxis ist. Ich sah dieser Tage Bilder davon, wie das chilenische Volk den Wahlsieg Salvador Allendes und der Unidad Popular im Jahr 1970 feierte. Der Traum der Freiheit machte die Menschen freundlich, die Gesichter offen und die Augen strahlend. &Ouml;ffentliches Gl&uuml;ck, nicht das heutige Am&uuml;sement, das  von Unterwerfung zeugt und mit dem real existierenden massenhaften Ungl&uuml;ck problemlos koexistiert. <\/p><p>Nochmal zur&uuml;ck zur Inschrift &uuml;ber dem Eingang der Alten Oper. Das <em>Wahre, Gute und Sch&ouml;ne<\/em> m&uuml;ssen sich, wenn sie sich nicht in einem bildungsb&uuml;rgerlichen Gestus &ndash; &bdquo;tatenarm und gedankenvoll&ldquo;, wie H&ouml;lderlin spottete &ndash; ersch&ouml;pfen sollen, an einem tiefen Punkt ber&uuml;hren, sonst bleiben alle Teile als besch&auml;digte und mit Defiziten behaftete zur&uuml;ck. Will sagen: Spa&szlig; ohne Ber&uuml;hrung mit Wahrheit und  Sch&ouml;nheit ist leer und verlogen. Und vor allem: Aus purem Hedonismus &ndash; ohne Bezug auf Wahrheit &ndash; l&auml;sst sich kein Argument gegen Gewalt und Mord herleiten. Auch einer Faschisierung h&auml;tte diese Szene inhaltlich nichts entgegenzusetzen. Man findet die Rechtsradikalen bestenfalls uncool, unsexy und prolo, sonst stehen diesen Leuten keine Kategorien zur Verf&uuml;gung. Insofern geh&ouml;ren das Feiern und Partymachen zu den &bdquo;Ethiziden&ldquo;, von denen John Berger gesprochen hat, die mit daf&uuml;r verantwortlich sind, dass es um die Werte, die angeblich unser Zusammenleben bestimmen, so schlecht bestellt ist. (Siehe Teil 4 von G&ouml;tz Eisenbergs Durchhalteprosa)<\/p><p>H&ouml;ren wir zum Schluss noch einmal Herbert Marcuse: &bdquo; &hellip; es gibt Situationen, in denen der Spa&szlig; danebengeht, in jedem Sinn albern wird, weil er von politischer Ohnmacht zeugt. &hellip; Nat&uuml;rlich soll man tun, wozu man Lust hat; aber im Augenblick geht es darum, zu begreifen, dass nicht irgendetwas gen&uuml;gt; dass es vielmehr auf Dinge ankommt, die von der Intelligenz und Sinnlichkeit von M&auml;nnern und Frauen zeugen, die zu <em>mehr<\/em> f&auml;hig sind als dazu, zu tun, wozu sie Lust haben; die unter ihresgleichen f&uuml;r eine Gesellschaft ohne Ausbeutung leben und arbeiten.&ldquo;<\/p><p>Der hier ver&ouml;ffentliche Text stammt aus Teil 5 von <em>G&ouml;tz Eisenbergs Durchhalteprosa<\/em>, <a href=\"https:\/\/www.gew-ansbach.de\/tag\/durchhalteprosa\/\">die im Online-Magazin der GEW Ansbach erscheint<\/a>.<\/p><p>Titelbild: Pradeep Thomas Thundiyil\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun haben die Ereignisse von Stuttgart, wo in der Nacht zum 21. 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