{"id":63388,"date":"2020-07-29T08:55:36","date_gmt":"2020-07-29T06:55:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63388"},"modified":"2020-08-14T09:11:46","modified_gmt":"2020-08-14T07:11:46","slug":"covid-19-impfstoffentwicklung-eine-debatte-ist-dringend-noetig-findet-aber-nicht-statt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63388","title":{"rendered":"Covid-19-Impfstoffentwicklung &#8211; eine Debatte ist dringend n\u00f6tig, findet aber nicht statt"},"content":{"rendered":"<p>Es vergeht kaum ein Tag, an dem keine Meldung zur globalen Impfstoffentwicklung &uuml;ber die &ldquo;Corona-Ticker&rdquo; der gro&szlig;en Medienplattformen geht. Bei diesen Meldungen handelt es sich um Verlautbarungen, basierend auf den Presseinformationen der auf diesem Gebiet forschenden Einrichtungen und Unternehmen. Fragen &ndash; erst recht, wenn sie unbequem sind &ndash; werden nicht gestellt. Das ist mehr als erstaunlich, bietet das Thema doch eine Unzahl von bislang ungekl&auml;rten Fragen, die sehr relevante Aspekte betreffen. Schlie&szlig;lich geht es um einen Impfstoff, der Milliarden Menschen verabreicht werden soll. Es geht jedoch nicht nur um Milliarden Menschen, sondern auch um viele Milliarden Euro und handfeste wirtschaftliche Interessen. Konfliktlinien, die nur so nach einer &ouml;ffentlichen ergebnisoffenen Debatte schreien. Doch diese Debatte findet nicht statt. Medien und Politik wirken wie ein Kaninchen in Angststarre, das die Schlange anstarrt und nicht f&auml;hig ist, sich zu bewegen. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3047\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-63388-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200729_Covid_19_Impfstoffentwicklung_eine_Debatte_ist_dringend_noetig_findet_aber_nicht_statt_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200729_Covid_19_Impfstoffentwicklung_eine_Debatte_ist_dringend_noetig_findet_aber_nicht_statt_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200729_Covid_19_Impfstoffentwicklung_eine_Debatte_ist_dringend_noetig_findet_aber_nicht_statt_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200729_Covid_19_Impfstoffentwicklung_eine_Debatte_ist_dringend_noetig_findet_aber_nicht_statt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=63388-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200729_Covid_19_Impfstoffentwicklung_eine_Debatte_ist_dringend_noetig_findet_aber_nicht_statt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200729_Covid_19_Impfstoffentwicklung_eine_Debatte_ist_dringend_noetig_findet_aber_nicht_statt_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Lesen Sie zu diesem Themenkomplex auch: Anette Sorg &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62887\">M&auml;&szlig;igung im Ton w&auml;re sch&ouml;n. &Uuml;ber eine unn&ouml;tig scharfe Abrechnung mit Impfkritikern<\/a><\/em><br>\n<em>Und: Jens Berger &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62452\">Corona-Geberkonferenz &ndash; eine skurrile Veranstaltung, die mehr Fragen als Antworten liefert<\/a><\/em><\/p><p>Um es vorwegzunehmen &ndash; Ich bin weder Biologe noch Mediziner und vermag es selbst nur, mich als interessierter Laie in einen &uuml;beraus komplexen Themenbereich einzulesen, der meine fachlichen F&auml;higkeiten bei weitem &uuml;bersteigt. Aber da geht es mir wohl genauso wie rund 99% meiner Mitb&uuml;rger. Ich bin auch beileibe kein Impfkritiker und gegen alle Krankheiten, gegen die man als Kind der 1970er geimpft wurde, gegen Tetanus, Gelbfieber, FSME und Enzephalitis geimpft und w&uuml;rde mich auch gegen das Sars-CoV-2-Virus impfen lassen, wenn ich den Eindruck h&auml;tte, dass der entwickelte Impfstoff nach allen denkbaren Kriterien der Sorgfalt gepr&uuml;ft wird. Doch genau das ist offenbar nicht der Fall. Statt auf bew&auml;hrte Techniken und Impfstoffdesigns zu setzen, nutzen Biotech-Startups und gro&szlig;e Pharmakonzerne ausgerechnet die Covid-19-Pandemie dazu, &ldquo;Strategien der n&auml;chsten Generation&rdquo;, wie es in den Pressemitteilungen so sch&ouml;n hei&szlig;t, einzusetzen. Es geht dabei um Vektorimpfstoffe, die &uuml;ber Viren und Nukleins&auml;uren DNA- und RNA-Fragmente in die menschlichen Zellen einschleusen sollen, um sie selbst dazu zu bringen, die Antik&ouml;rper zu produzieren, mit denen das menschliche Immunsystem das Sars-CoV-2-Virus bek&auml;mpfen kann. Das ist zweifelsohne eine tolle Idee und da ich modernen Technologien eigentlich auch offen gegen&uuml;berstehe, begr&uuml;&szlig;e ich auch Innovationen im medizinischen und pharmazeutischen Bereich, wenn &ndash; und das ist ein entscheidendes wenn &ndash; der Nutzen die Risiken und Nebenwirkungen &uuml;bersteigt. Und genau an diesem Punkt sind Zweifel angebracht.<\/p><p>Zu den konkreten Hintergr&uuml;nden empfehle ich an dieser Stelle ein m.E. sehr informatives <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mfh4vHCEty0\">Interview<\/a> des RT-Deutsch-Formats &ldquo;Der fehlende Part&rdquo; mit dem &ouml;sterreichischen Biologen Clemens Arvay. Ich gebe zu, ich war zun&auml;chst selbst kritisch, wird in YouTube-Videos zu diesem Themenkomplex leider h&auml;ufig ziemlicher Unsinn verbreitet. Wenn Sie diese &ldquo;Grundskepsis&rdquo; teilen: Geben Sie dem Video bitte eine Chance und schauen Sie es sich einmal unvoreingenommen an. Sie k&ouml;nnen uns danach auch gerne einen b&ouml;sen Leserbrief schreiben.&nbsp;<\/p><p><strong>Wie steht es eigentlich um die Impfstoffentwicklung?<\/strong><\/p><p>Wer dazu nur die Berichterstattung der deutschen Medien verfolgt, wird sich sicherlich &uuml;ber die &ldquo;offizielle&rdquo; Liste der Impfstoffkandidaten, die die WHO <a href=\"https:\/\/www.who.int\/publications\/m\/item\/draft-landscape-of-covid-19-candidate-vaccines\">f&uuml;hrt<\/a>, wundern. Dort erf&auml;hrt man n&auml;mlich, dass es zur Zeit sechs Kandidaten gibt, die bereits in der dritten klinischen Testphase sind, also bereits im Gro&szlig;einsatz an Menschen getestet werden. Darunter finden sich das britische Gemeinschaftsprojekt der Universit&auml;t Oxford und des Pharmamultis AstraZeneca, das US-Projekt des Biotech-Unternehmens Moderna und das Projekt des Mainzer Biotech-Unternehmens BioNTech- ersterer Impfstoff setzt auf einen Adenovirus von Schimpansen, die beiden letzteren auf die mRNA-, also Boten-RNA-Technik, um einen genetischen &ldquo;Bauplan&rdquo; in die menschlichen Zellen zu transportieren, die dann die Antik&ouml;rper selbst produzieren sollen. Diese Techniken sind &ndash; wie im Video ausgef&uuml;hrt &ndash; nicht nur potentiell problematisch, sondern auch g&auml;nzliches Neuland. Noch nie hat ein derartiger Impfstoff die klinischen Tests bestanden und nun soll diese Technik der &ldquo;n&auml;chsten Generation&rdquo; in einem gigantischen Freilandexperiment an Milliarden Menschen getestet werden? Im Schnellverfahren, ohne die ansonsten bindenden zeitlichen Pr&uuml;fungskriterien, mit denen sich auch Sp&auml;tfolgen dokumentieren lassen? Man muss wahrlich kein Impfkritiker sein, um hier einen Diskussionsbedarf festzustellen. Auch der deutsche Impfstoffkandidat der Firma CureVac ist ein mRNA-Impfstoff, w&auml;hrend das &ouml;ffentliche DZIF bei seinem Impfstoffprojekt auf das Masernvirus als viralen Vektor setzt.<\/p><p>Interessant &ndash; und f&uuml;r viele sicher &uuml;berraschend &ndash; ist an der WHO-Liste jedoch auch, dass sich auch drei traditionelle Virendesigns mit inaktivierten Sars-CoV-2-Viren unter den f&uuml;nf Kandidaten befinden, die bereits in der dritten klinischen Erprobungsphase sind. Hierbei handelt es sich um die drei chinesischen Forschungsprojekte von Sinovac und Sinopharm, letzteres in zwei Varianten in Zusammenarbeit mit den staatlichen biotechnischen Instituten in Peking und Wuhan. Auch diese Projekte haben ihre Ergebnisse in den gro&szlig;en Fachzeitschriften publiziert und werden zur Zeit in gro&szlig;en Feldstudien in Brasilien, den Arabischen Emiraten, Russland und Saudi-Arabien getestet. Selbstverst&auml;ndlich gilt auch hier eine Grundskepsis, da auch f&uuml;r diese Kandidaten eine stark verk&uuml;rzte Testperiode angesetzt wurde &ndash; jedoch erscheint dies im konkreten Zusammenhang weniger problematisch zu sein, da das Impfstoffdesign traditionell und bew&auml;hrt ist. Auch die Standardimpfungen gegen Hepatitis A, Tetanus, Polio oder FSME setzen inaktivierte Lebendviren ein, um die Immunabwehr auf die entsprechenden Viren zu trainieren. Hier ist es vor allem die Frage, ob dieses Impfstoffdesign bei Sars-CoV2-Viren erfolgreich sein kann. Zumindest die ersten beiden klinischen Testphasen scheinen dies jedoch zu bejahen. Seltsamerweise spielen diese drei chinesischen Forschungsprojekte, die sich auf traditionelle Methoden gr&uuml;nden, weder in der Berichterstattung noch in der politischen Debatte eine nennenswerte Rolle. Hier klingt es eher so, als seien die unerprobten Technologien der n&auml;chsten Generation alternativlos und die blo&szlig;e Idee, dass der Impfstoff aus China kommen k&ouml;nnte, wird noch nicht einmal erwogen. Stattdessen zofft man sich &ouml;ffentlich &uuml;ber die Frage, wie die Impfstoffkandidaten der deutschen Projekte, die zum Teil noch in der fr&uuml;hen Erprobungsphase sind und unter normalen Bedingungen mit gro&szlig;er Wahrscheinlichkeit gar nicht bis zur Marktreife kommen, verteilt werden sollen. Wenn es wirklich um die Gesundheit und nicht um finanzielle und geostrategische Fragen gehen sollte, ist diese Debattenverweigerung unverst&auml;ndlich.<\/p><p><strong>Wird es &uuml;berhaupt einen Impfstoff gegen das Sars-CoV2-Virus geben?<\/strong><\/p><p>Immer wenn es um die teils massiven sozialen und &ouml;konomischen Folgen der Corona-Ma&szlig;nahmen und die damit verbundenen Eingriffe in die Grundrechte geht, hei&szlig;t es von Seiten der Politik, dies sei wohl so lange notwendig, bis es einen Impfstoff gibt. Besonders forsche Stimmen, wie der <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59500\">gr&uuml;ne Ministerpr&auml;sident Kretschmann<\/a>, haben sogar schon einen mehr als sportlichen Zeitrahmen f&uuml;r die Verf&uuml;gbarkeit eines Impfstoffes definiert. Laut Kretschmann soll dieser Impfstoff bereits im Herbst dieses Jahres zur Verf&uuml;gung stehen. Dass ein Impfstoff, der in einem derart kurzen Zeitraum entwickelt wird, gar nicht sorgf&auml;ltig getestet werden kann und eine Impfung mit diesem Impfstoff ein gro&szlig;angelegter Feldversuch mit unbekannten Risiken und Nebenwirkungen sein muss, versteht sich von selbst.&nbsp;<\/p><p>Erstaunlich ist dabei jedoch auch, dass es seitens der Politik offenbar gar keinen Zweifel daran gibt, dass es in n&auml;chster Zeit &uuml;berhaupt einen Impfstoff geben wird. Zur Erinnerung: Gegen kein Coronavirus gibt es bislang einen bei Menschen wirksamen Impfstoff. Unklar ist zudem, ob die Antik&ouml;rper, die f&uuml;r die Immunisierung verantwortlich sind, &uuml;berhaupt einen l&auml;ngerfristigen Schutz vor dem Virus bieten. Empirisch ist dies n&auml;mlich nicht der Fall. Erst in dieser Woche tauchte die <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/deutschland\/id_88298798\/corona-deutschlands-patient-1-hat-keine-antikoerper-mehr.html\">Meldung<\/a> auf, dass die ersten deutschen Covid-19-Erkrankten, die Mitarbeiter des bayerischen Webasto-Konzerns, heute &uuml;ber keine immunisierenden Antik&ouml;rper mehr verf&uuml;gen. Dies ist kein Einzelfall. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/coronavirus-immunitaet-101.html\">Studien<\/a> ergaben, dass 83,3 % der Covid-19-Erkrankten nach drei Monaten &uuml;ber keinen immunisierenden Schutz durch Antik&ouml;rper mehr verf&uuml;gen und es gibt keinen vern&uuml;nftigen Grund anzunehmen, dass sich durch eine Impfung gebildete Antik&ouml;rper hier anders verhalten als die Antik&ouml;rper, die der K&ouml;rper als Reaktion auf das echte Virus gebildet hat. Auch dies ist &uuml;brigens nicht sonderlich &uuml;berraschend, bieten die gebildeten Antik&ouml;rper bei &bdquo;normalen&ldquo; Erk&auml;ltungs-Coronaviren doch auch keine langfristige Immunisierung. <\/p><p>Im wahrscheinlichen Fall bietet eine wirksame Impfung demnach auch nur f&uuml;r rund acht Wochen Schutz gegen das Virus. Sollen wir uns also nach den Vorstellungen der Politik k&uuml;nftig alle acht Wochen impfen lassen? Eine verst&ouml;rende Vorstellung. Eine Vorstellung, die zudem ignoriert, dass Viren &ndash; allen voran Coronaviren &ndash; dazu neigen, mit der Zeit zu mutieren. Nun kann es sein, dass ein entwickelter Impfstoff tats&auml;chlich gegen kommende Mutationen ebenfalls wirksam ist; das w&auml;re jedoch ein au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Gl&uuml;cksfall, da Mutationen ja meist auch eine Reaktion gegen Bedrohungen sind und ein Impfstoff stellt aus Sicht des Virus eine solche Bedrohung dar. Es ist somit unklar, ob ein Impfstoff, wenn er denn auf den Markt kommt, &uuml;berhaupt gegen die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Mutation wirksam ist und ob das Virus nicht seinerseits durch Mutation auf den Impfstoff reagiert. <\/p><p>Es ist also eine vollkommen offene Frage, ob es &uuml;berhaupt einen wirksamen Impfstoff geben wird und wie lange dieser Impfstoff im Erfolgsfall Schutz bietet. Die M&ouml;glichkeit, mit dem Virus zu leben, spielt in der politischen sowie gesellschaftlichen Debatte jedoch keine Rolle. Es kann nicht sein, was nicht sein darf &ndash; Viren halten sich jedoch nicht an derlei Denkverbote.<\/p><p><strong>Wie unvoreingenommen k&ouml;nnen die Tests &uuml;berhaupt durchgef&uuml;hrt werden?<\/strong><\/p><p>Dass die &uuml;blichen Kriterien f&uuml;r die vorklinischen Tests, die Tierversuchsreihen und die darauf folgenden drei klinischen Testphasen massiv verk&uuml;rzt und zum Teil sogar ausgesetzt wurden, ist problematisch. Dass dies auch f&uuml;r die unerprobten Technologien der n&auml;chsten Generation gilt, ist sogar hoch problematisch. Zus&auml;tzlich muss an dieser Stelle zudem die Frage gestattet sein, wie sorgf&auml;ltig und wie unvoreingenommen die verbleibenden Restkriterien an die Sicherheit eines Impfstoffs &uuml;berhaupt angewendet werden k&ouml;nnen, wenn massive politische und finanzielle Interessen im Hintergrund Druck machen. L&auml;ngst ist die Impfstoffentwicklung zu Covid-19 auch ein internationaler Wettbewerb. Die USA mit ihrer milliardenschweren BioTech-Szene gegen das &bdquo;alte Europa&ldquo; mit seinen als beh&auml;big verschrienen staatlichen Institutionen gegen die Newcomer aus China, die materiell auch gerne schon mal mit Kanonen auf Spatzen schie&szlig;en, um zu zeigen, dass ihnen das 21. Jahrhundert geh&ouml;rt. Und zwischendrin auch noch die &bdquo;Au&szlig;enseiter&ldquo; aus Indien, S&uuml;dkorea, Russland und Japan, die auf den entsprechenden Fachgebieten auch &uuml;ber eine au&szlig;ergew&ouml;hnliche Expertise verf&uuml;gen und gerne ebenfalls die Ersten im globalen Wettlauf w&auml;ren.&nbsp;<\/p><p>Neben den 25 aussichtsreichsten Kandidaten, die sich bereits in der klinischen Testphase befinden, listet die WHO zur Zeit weitere 139 Impfstoffprojekte aller Herren L&auml;nder, die sich in der vorklinischen Phase befinden und bei einem &bdquo;fairen Wettkampf&ldquo; am Ende ebenfalls die Nase vorn haben k&ouml;nnten. Es geht hier jedoch nicht nur um Prestige und geopolitische Befindlichkeiten, sondern auch um sehr, sehr viel Geld. Geld, das zu einem gro&szlig;en Teil bereits ausgegeben wurde. Noch bevor einige Impfstoffkandidaten &uuml;berhaupt erfolgreich an Tieren getestet wurden, schloss man bereits Produktions- und Distributionsabkommen. So hat der Pharmakonzern AstraZeneca, der sich als Partner in das Impfstoffprojekt der Universit&auml;t Oxford eingekauft hat, bereits konkrete Schritte f&uuml;r die Produktion und den Vertrieb von zwei Milliarden Impfdosen <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/panorama_die_reporter\/Uni-Oxford-AstraZeneca,oxford102.html\">eingeleitet<\/a>. So sicherte AstraZeneca Gro&szlig;britannien 100 Millionen Dosen, der Impfallianz rund um Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden 400 Millionen Dosen und den USA 300 Millionen Dosen zu &ndash; die USA bezahlten daf&uuml;r bereits <a href=\"https:\/\/www.marketwatch.com\/story\/us-gives-astrazeneca-12-billion-to-fund-oxford-university-coronavirus-vaccine-securing-300-million-doses-for-country-from-october-2020-05-21\">1,2 Mrd. US$<\/a>; wohlgemerkt f&uuml;r einen Impfstoff, der zu diesem Zeitpunkt in der fr&uuml;hen klinischen Testphase war und erst vor wenigen Tagen in die dritte Phase ging. Britische Firmen wie Oxford Biomedica, Cobra und Symbiosis, US-Firmen wie Emergent BioSolutions, die niederl&auml;ndische Firma Halix und der deutsche Pharmaproduzent Merck (Darmstadt) haben bereits Lizenzen f&uuml;r die Produktion dieses Impfstoffs erworben und auch der weltgr&ouml;&szlig;te Impfstoffproduzent, das Serum Institute of India, r&uuml;stet bereits die Produktionslinien f&uuml;r die Herstellung dieses Impfstoffs um. Auch andere Entwickler wie das US-Unternehmen Moderna und der chinesische Entwickler Sinopharm haben bereits Produktionsvertr&auml;ge herausgegeben. Weltweit werden bei Auftragsproduzenten die Produktionslinien f&uuml;r Impfstoffe umgestellt, die bislang weder einen Wirkungsnachweis erbrachten noch durch klinische Testreihen auf Risiken und Nebenwirkungen &uuml;berpr&uuml;ft wurden. <\/p><p>Da muss sich die Frage stellen, wie unabh&auml;ngig und wie unvoreingenommen die Pr&uuml;fung f&uuml;r Impfstoffe sein kann, die bereits f&uuml;r mehrere Milliarden Euro oder Dollar lizensiert wurden und die bereits mit gro&szlig;em finanziellen und logistischen Aufwand produziert und &ndash; sp&auml;ter &ndash; auch schon ausgeliefert werden. Es w&auml;re zumindest &uuml;berraschend, wenn ein kleiner Beamter bei einer Zulassungsbeh&ouml;rde sich hier vor diesen gigantischen Zug wirft, der von den Interessen der Pharmakonzerne und der Regierungen angetrieben wird.&nbsp;<\/p><p><strong>Lasst uns endlich anfangen, zu debattieren<\/strong><\/p><p>All dies spielt bei der aktuellen Debatte jedoch keine Rolle. Die Politik schweigt zu Risiken und Nebenwirkungen, setzt voll und ganz auf einen schnellen Impfstoff und l&auml;sst keine Zweifel an dieser waghalsigen Strategie zu. Die Medien bet&auml;tigen sich einmal mehr prim&auml;r als Verlautbarungsorgan von Politik und Pharmaindustrie und meiden die ach so n&ouml;tige offene Debatte. Es liegt ein klebriger Mehltau &uuml;ber diesem Land. W&auml;hrend Risiken und Nebenwirkungen wie ein Elefant im Raum stehen, reden wir uns selbsthypnotisch ein, dass die ganzen Einschr&auml;nkungen und &Auml;ngste schon bald verschwinden. Schlie&szlig;lich wird es ja bald einen Impfstoff geben. Und wer Zweifel an diesen Wunschvorstellungen &auml;u&szlig;ert, l&auml;uft Gefahr, als Impfkritiker, Aluhut oder Verschw&ouml;rungstheoretiker gebrandmarkt zu werden. Die Debatte findet nicht statt, weil sie nicht stattfinden soll, nicht stattfinden darf. Diese Schockstarre muss enden. Lasst uns endlich anfangen, zu debattieren &ndash; unvoreingenommen, kritisch und vor allem ergebnisoffen.<\/p><p>Titelbild: PhotobyTawat\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/29e03180c7b44fe8bfb539bf77094df8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es vergeht kaum ein Tag, an dem keine Meldung zur globalen Impfstoffentwicklung \u00fcber die &#8220;Corona-Ticker&#8221; der gro\u00dfen Medienplattformen geht. Bei diesen Meldungen handelt es sich um Verlautbarungen, basierend auf den Presseinformationen der auf diesem Gebiet forschenden Einrichtungen und Unternehmen. Fragen &#8211; erst recht, wenn sie unbequem sind &#8211; werden nicht gestellt. Das ist mehr als erstaunlich, bietet das Thema doch eine Unzahl von bislang ungekl\u00e4rten Fragen, die sehr relevante Aspekte betreffen. Schlie\u00dflich geht es um einen Impfstoff, der Milliarden Menschen verabreicht werden soll. Es geht jedoch nicht nur um Milliarden Menschen, sondern auch um viele Milliarden Euro und handfeste wirtschaftliche Interessen. Konfliktlinien, die nur so nach einer \u00f6ffentlichen ergebnisoffenen Debatte schreien. Doch diese Debatte findet nicht statt. Medien und Politik wirken wie ein Kaninchen in Angststarre, das die Schlange anstarrt und nicht f\u00e4hig ist, sich zu bewegen. 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