{"id":63476,"date":"2020-08-02T11:45:43","date_gmt":"2020-08-02T09:45:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63476"},"modified":"2020-08-04T07:53:10","modified_gmt":"2020-08-04T05:53:10","slug":"todesstoss-fuer-moskauer-insel-des-sozialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63476","title":{"rendered":"Todessto\u00df f\u00fcr Moskauer \u201eInsel des Sozialismus\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Am S&uuml;drand von Moskau liegt ein landwirtschaftlicher Betrieb mit dem Namen Lenin-Sowchose. Bei dem Namen k&ouml;nnte man denken, es handelt sich um einen Betrieb, bei dem nichts mehr richtig funktioniert. Doch die Lenin-Sowchose mit ihren 300 Mitarbeitern &uuml;berzeugt durch Effizienz und gute Sozialleistungen. Nun wird der Leiter der Sowchose massiv unter Druck gesetzt &ndash; mutma&szlig;lich, weil er bei der letzten Pr&auml;sidentschaftswahl als Kandidat der Kommunistischen Partei angetreten war und ein gutes Ergebnis erreicht hatte. Aus Moskau berichtet <strong>Ulrich Heyden<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nGanz Russland kennt Pawel Grudinin. Der 59 Jahre alte Agrarunternehmer mit dem charakteristischen Schnauzer hat 2018 bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen als Vertreter der Kommunistischen Partei der Russischen F&ouml;deration (KPRF) gegen Wladimir Putin kandidiert. Der Agrarunternehmer, dessen Lenin-Sowchose (ein landwirtschaftlicher Betrieb) f&uuml;r hohe L&ouml;hne und gute soziale Leistungen bekannt ist, bekam 11,7 Prozent der Stimmen, 8,6 Millionen Russen stimmten f&uuml;r ihn. Jetzt droht der Sowchose am Stadtrand von Moskau das Ende. Die Gerichtsvollzieher sind im Anmarsch. Am 6. Juli hat das Schiedsgericht des Moskauer Gebiets gegen den Sowchos-Chef wegen &bdquo;schlechter Wirtschaftsf&uuml;hrung&ldquo; eine Strafe von umgerechnet 12 Millionen Euro verh&auml;ngt. Die Geldstrafe sei eine Rache f&uuml;r das gute Wahlergebnis von 2018, meint der Sowchos-Chef. Hinter der Attacke stecke ein Abgeordneter der regierungsnahen Partei &bdquo;Einiges Russland&ldquo;, der zugleich Inhaber einer Immobilien-Firma ist, die es auf den Boden der Sowchose abgesehen hat.<\/p><p>Unter den Fenstern der mehrgeschossigen Wohnhochh&auml;user der Lenin-Sowchose am S&uuml;drand von Moskau flattern rote Stoffst&uuml;cke im Wind. &bdquo;Damit protestieren die Leute gegen das Vorgehen des Gerichts und der Grundst&uuml;cksfirma Rota-Agro&ldquo;, sagt Pawel Grudinin, als ich ihn am vergangenen Sonnabend auf der Sowchose besuche. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/200802-Sowchos-Chef-Pawel-Grudinin-im-Gespraech-mit-Ulrich-Heyden-Foto-Ulrich-Heyden-2020.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/200802-Sowchos-Chef-Pawel-Grudinin-im-Gespraech-mit-Ulrich-Heyden-Foto-Ulrich-Heyden-2020.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Foto: Ulrich Heyden<\/small><\/p><p><strong>Erdbeeren, &Auml;pfel, Saft und Milch &ndash; ohne Chemie<\/strong><\/p><p>Die Lenin-Sowchose liegt am S&uuml;drand von Moskau, sehr verkehrsg&uuml;nstig, nicht weit vom Moskauer Autobahnring. Der landwirtschaftliche Betrieb mit seinen 2.000 Hektar ist seit den 1990er Jahren als Aktiengesellschaft organisiert. Pawel Grudinin, der in dem Betrieb als gelernter Ingenieur die Werkstatt leitete, wurde 1995 zum Sowchos-Vorsitzenden gew&auml;hlt. Die Sowchose gilt vielen Russen wegen ihrer sozialen Leistungen als &bdquo;Insel des Sozialismus&ldquo;.<\/p><p>Schon zu Sowjetzeiten war die Lenin-Sowchose f&uuml;r ihre gro&szlig;en Erdbeerfelder bekannt. In diesem Jahr habe man 1.100 Tonnen Erdbeeren geerntet, erz&auml;hlt der Sowchos-Chef. Au&szlig;erdem baue man Kartoffeln und anderes Gem&uuml;se an. Es gibt &Auml;pfel- und Birnenplantagen sowie eine Saft-Produktion. In einem Milchbetrieb sind automatische Melkanlagen im Einsatz. &bdquo;Die Melker wurden bei gleichem Lohn in andere Abteilungen versetzt&ldquo;, sagt der Sowchos-Chef. Wegen der Automatisierung und Rationalisierung wurde die Belegschaft von 800 auf 300 gesenkt. W&auml;hrend der Erntesaison erh&ouml;ht sich die Zahl der Arbeitskr&auml;fte um 500. &bdquo;Rationalisierung, das ist nun mal internationaler Trend in der Landwirtschaft&ldquo;, sagt der Sowchos-Chef. Da komme man nicht drumherum.<\/p><p>Es gibt auch eine K&auml;serei und man beliefert einen deutschen Joghurthersteller, der in Russland ein Tochterunternehmen hat, mit Milch. Die Milch hat ein Zertifikat, welches den Export des Joghurts nach China erlaubt. <\/p><p>Igor Schamonin, ein Agronom, der f&uuml;r die Erdbeerfelder der Sowchose zust&auml;ndig ist, zeigt mir eines der Felder, das gerade von einer Gruppe von Arbeitern und Arbeiterinnen aus Usbekistan abgeerntet wird. Igor sagt, dass man bei der D&uuml;ngung keine Chemie, sondern nur nat&uuml;rlichen D&uuml;nger benutzt. <\/p><p>Ich komme mit Schasor, einem 26 Jahre alten usbekischen Pfl&uuml;cker, ins Gespr&auml;ch. Er erz&auml;hlt, dass f&uuml;r die Saisonarbeiter Wohnen und Essen auf der Sowchose kostenlos ist. Man wohnt zu viert in einem Zimmer. Im Monat verdiene er 480 Euro. Er sei zufrieden und komme schon seit sechs Jahren zur Saisonarbeit auf die Lenin-Sowchose. <\/p><p><strong>Sowjetischer Mikrokosmos auf hohem Niveau<\/strong><\/p><p>Auf den sanften H&uuml;geln am S&uuml;drand von Moskau ist ein sowjetischer Mikrokosmos auf hohem Niveau entstanden. An mehreren Stellen des Sowchos-Dorfes gibt es Kreisverkehr. Und in der Mitte dieser Kreise hat man renovierte sowjetische Traktoren und Personenwagen der Marke Pobeda aufgestellt. Man merkt sofort, hier regiert jemand, der einen Faible f&uuml;r die Sowjetunion hat und heimatverbunden ist. Grudinin hat sein ganzes Leben auf der Lenin-Sowchose verbracht. Schon seine Eltern arbeiteten hier. In jungen Jahren schleppte er Obst-Kisten. <\/p><p>Wenn man am Rand des Sowchos-Dorfes &uuml;ber die Felder guckt, sieht man am Horizont die hochgeschossigen H&auml;user der Zw&ouml;lf-Millionen-Metropole Moskau. Der Sowchos-Chef erz&auml;hlt, vor 30 Jahren habe es noch hunderte von landwirtschaftlichen Betrieben rund um Moskau gegeben, welche die Stadt ern&auml;hrten. Bis auf die Lenin-Sowchose seien alle diese Betriebe geschlossen worden. &bdquo;Raider&ldquo; h&auml;tten daf&uuml;r gesorgt, dass die landwirtschaftlichen Betriebe pleite gingen. <\/p><p>Was sind Raider? Das sind Firmen, die Unternehmen mit Gewalt und Betrug in ihren Besitz bringen und dabei auch mit bestochenen Richtern und Polizisten zusammenarbeiten. Die Lenin-Sowchose ist wegen ihrer Lage &ndash; am S&uuml;drand von Moskau und nicht weit vom Autobahn-Ring &ndash; f&uuml;r Raider interessant. Sie wollen auf dem Boden der Sowchose H&auml;user bauen. <\/p><p>&bdquo;Wir haben in den letzten 20 Jahren schon sechs Raider-Attacken gehabt. Die sechste l&auml;uft seit zweieinhalb Jahren. Und diese Attacke ist die schlimmste&ldquo;, sagt der Sowchos-Direktor mit ruhiger Stimme. &bdquo;Auf der Seite der Raider stehen die Polizei und die Gerichte. Alle Aktivit&auml;ten der Raider zielen darauf, die Sowchose zu zerst&ouml;ren, die Arbeiter zu entlassen und sich den Boden anzueignen.&ldquo; <\/p><p>Erstaunlich ist, dass der Sowchos-Chef trotz der jahrelangen Attacken unaufgeregt wirkt. Offenbar sp&uuml;rt er die Unterst&uuml;tzung seiner Sowchose. Die Atmosph&auml;re im Sowchos-Dorf ist famili&auml;r. Gelegentlich bleibt Grudinin beim Gang durch den Ort stehen, sch&uuml;ttelt H&auml;nde und erkundigt sich, was es Neues gibt. <\/p><p><strong>Ein M&auml;rchen-Park f&uuml;r die Kinder<\/strong><\/p><p>Der Ort am S&uuml;drand von Moskau ist schon ziemlich einzigartig. Es gibt keine aggressive Reklame, Auto-Staus und Abgas-Wolken wie in Moskau. Die Stra&szlig;en sind von B&auml;umen ges&auml;umt und schmal. Stra&szlig;en-Schwellen zwingen die Autofahrer zum Langsamfahren. &Uuml;berall sieht man Blumenbeete. Alles wirkt gepflegt und sauber.<\/p><p>Sowchos-Direktor Grudinin f&uuml;hrt mich durch einen Park f&uuml;r Kinder. Stolz zeigt er, wie man per Knopfdruck elektrisch betriebene russische M&auml;rchen-Figuren in Bewegung setzt. Um den Park stehen gro&szlig;e Ritter-Figuren mit Helmen und Schildern, die das Areal symbolisch bewachen. <\/p><p>Die Lenin-Sowchose setzt zweifellos Ma&szlig;st&auml;be. Neue Parks, Kinderspielpl&auml;tze mit ausgefallenem Spielger&auml;t, ein neues Schwimmbad, eine neue Schule und zwei Kinderg&auml;rten, die mit ihren spitzen, bunten T&uuml;rmen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=l8d1OXnyCIc\">aussehen wie M&auml;rchenschl&ouml;sser aus dem Mittelalter<\/a>, &bdquo;all das hat die Sowchose selbst finanziert&ldquo;, sagt der Sowchos-Chef.<\/p><p>Ich komme mit einer Rentnerin ins Gespr&auml;ch, die aus Moskau in die Sowchose &uuml;bergesiedelt ist. Sie erz&auml;hlt mit vor Freude strahlendem Gesicht, sie bekomme von der Sowchose einen Zuschlag auf die Rente, obwohl sie nicht in der Sowchose gearbeitet hat. <\/p><p><strong>Kapitalismus geht auch anders<\/strong><\/p><p>Grudinin macht in der Lenin-Sowchose vor, dass Kapitalismus auch anders geht. Mit sarkastischem Unterton sagt der Sowchos-Chef, &bdquo;es gibt ein zu gutes Beispiel. Das muss man vernichten.&ldquo;<\/p><p>Auf dem Gel&auml;nde der Sowchose wurden in den letzten 15 Jahren moderne hochgeschossige Mehrfamilienh&auml;user gebaut, die sich von ihrem Design in wei&szlig;-orange und ihren nach au&szlig;en gew&ouml;lbten Fassaden angenehm von den Moskauer Einheits-Wohnt&uuml;rmen unterscheiden. <\/p><p>Die Mahlzeiten und die Spielgruppen in der Schule sind f&uuml;r Kinder aus der Sowchose kostenlos. Auch die medizinische Versorgung in der Sowchose ist kostenlos. All das ist in Russland heutzutage nicht mehr selbstverst&auml;ndlich. Bei Operationen verlangen die &Auml;rzte, die selbst sehr bescheiden verdienen, Geld unter der Hand, obwohl alle Russen pflichtversichert sind und offiziell gar nichts zu bezahlen brauchen. In den gew&ouml;hnlichen Schulen sind Spiel- und Lern-Kurse f&uuml;r die Sch&uuml;ler seit acht Jahren kostenpflichtig. <\/p><p>Grudinin sagt im Gespr&auml;ch, die Sowchose arbeite nach &bdquo;sozialistischen Prinzipien&ldquo;. &bdquo;Alle m&uuml;ssen arbeiten&ldquo;.  Wer nicht arbeiten kann, bekommt von der Sowchose einen Zuschlag auf die Rente. <\/p><p>Der Durchschnittslohn in der Lenin-Sowchose liegt mit 930 Euro dreimal h&ouml;her als der Lohn in anderen landwirtschaftlichen Betrieben. Nach 15 Jahren Betriebszugeh&ouml;rigkeit k&ouml;nnen Mitarbeiter mit einer Eigenbeteiligung von 50 Prozent Eigent&uuml;mer einer Wohnung werden. <\/p><p>&bdquo;Alle Gewinne haben wir in die Sowchose investiert&ldquo;, sagt der Agrar-Unternehmer. Doch seit der Kandidatur von Grudinin zu den Pr&auml;sidentschaftswahlen 2018 l&auml;uft von Seiten russischer Medien eine Schmutzkampagne gegen den Sowchos-Chef. Regierungsnahe Zeitungen behaupten, der Agrar-Unternehmer habe Konten und H&auml;user im Ausland. Dass seine S&ouml;hne Anton und Artjom H&auml;user in Spanien und Lettland haben, sei Sache der S&ouml;hne, die &bdquo;ihr eigenes Einkommen haben&ldquo;, und nicht Sache der Sowchose, sagt der Sowchos-Chef. Er sei doch 2018 nach Pr&uuml;fung der Einkommensverh&auml;ltnisse durch die Zentrale Wahlkommission zu den Pr&auml;sidentschaftswahlen zugelassen worden. Wozu die immer wiederkehrenden Verd&auml;chtigungen?, fragt der Sowchos-Chef.<\/p><p>Grudinin sagt, er habe die Gewinne nicht wie russische Oligarchen in Jachten und ausl&auml;ndische Immobilien investiert, sondern in die &bdquo;Insel des Sozialismus&ldquo;, die Lenin-Sowchose. Er selbst lebe nicht in einer Villa, sondern im gleichen Wohnhochhaus wie die Arbeiter der Sowchose. Sp&auml;ter zeigt mir der Agronom Igor dieses Haus. Es ist ein gew&ouml;hnliches, mehrgeschossiges Wohnhaus.<\/p><p><strong>Gericht verh&auml;ngte eine Strafe von 12 Millionen Euro<\/strong><\/p><p>Nach den angeblichen H&auml;usern und Konten im Ausland haben die Gegner von Grudinin noch einen weiteren Strick gefunden, mit dem sie hoffen, den landesweit popul&auml;ren Agrar-Unternehmer zu Fall zu bringen. Sechs der insgesamt 30 Aktion&auml;re klagten 2018 gegen den Sowchos-Chef. Sie warfen ihm vor, ein vor elf Jahren get&auml;tigter Verkauf von neun Hektar Sowchos-Boden an ein bekanntes schwedisches M&ouml;belhaus habe nicht den maximalen Gewinn eingebracht. Man h&auml;tte das Gel&auml;nde vor dem Verkauf als Gewerbefl&auml;che neu klassifizieren m&uuml;ssen. <\/p><p>Am 6. Juli 2020 gab das Schiedsgericht des Moskauer Gebiets den Kl&auml;gern recht. Gegen Pawel Grudinin wurde &bdquo;wegen schlechter Wirtschaftsf&uuml;hrung&ldquo; eine Strafe von umgerechnet zw&ouml;lf Millionen Euro verh&auml;ngt. Weil er dieses Geld nicht habe, hat Grudinin nun alle seine Unterst&uuml;tzer und W&auml;hler <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=hBbN-YTS-Uw\">in einer Videobotschaft<\/a> gebeten, Geld zu spenden. Eine halbe Million Euro sei schon zusammen, erkl&auml;rte er letzte Woche.<\/p><p><strong>Die Ehefrau &uuml;bergab ihre Sowchos-Aktien umstrittener Immobilien-Firma<\/strong><\/p><p>&Uuml;ber seine ehemalige Frau, Irina Grudinina, die im Kampf um die Sowchose auf die andere Seite &uuml;bergelaufen ist, spricht der Sowchos-Chef ruhig. <\/p><p>2018 hatte Irina Grudinina gerichtlich eine Eigentumstrennung mit ihrem Ex-Mann Pawel Grudinin durchgesetzt. Dann ging alles in atemberaubendem Tempo. Am 1. Februar 2019 reichte Frau Grudinina bei der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde einen Antrag auf Anerkennung als Schwerbehinderte ein. Dem Antrag wurde erstaunlicherweise noch am gleichen Tag stattgegeben. Normalerweise werden solche Antr&auml;ge wochenlang bearbeitet. <\/p><p>Weil Irina Grudinina nun als Schwerbehinderte registriert ist, sprach ihr ein Moskauer Gericht im April 2019 nicht die H&auml;lfte, sondern 66 Prozent des gemeinsamen ehelichen Eigentums zu. Pawel Grudinin verwaltete bis zu dieser Gerichtsentscheidung den Gro&szlig;teil der Sowchos-Aktien. <\/p><p>F&uuml;r den Sowchos-Chef wurde es mit der Gerichtsentscheidung vom April 2019 richtig unangenehm. Denn Irina Grudinina &uuml;bergab 42 Prozent der Sowchos-Aktien der Immobilien-Firma Rota-Agro. Im Gegenzug bekam Irina Grudinina 19,3 Prozent der Aktien von einer der Rota-Firmen. <\/p><p>Durch diesen Eigentumstausch wurde der politische Hintergrund der Kampagne gegen den Agrar-Unternehmer Grudinin &uuml;berdeutlich. Die Immobilien-Firma Rota geh&ouml;rt dem bekannten Duma-Abgeordneten Dmitri Sablin. Dieser sitzt f&uuml;r die regierungsnahe Partei &bdquo;Einiges Russland&ldquo; im russischen Unterhaus. <\/p><p><strong>Die n&auml;chsten Wochen sind entscheidend<\/strong><\/p><p>Ob die Lenin-Sowchose als &bdquo;Insel des Sozialismus&ldquo; weiter bestehen wird, werden die n&auml;chsten Wochen zeigen. Sowchos-Chef Grudinin hat wegen des Vorgehens des Moskauer Schiedsgerichts zwei Klagen beim Europ&auml;ischen Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte in Stra&szlig;burg eingereicht. <\/p><p>Es gibt &ouml;ffentliche Solidarit&auml;tsaktionen. Zahlreiche russische Politologen, Aktivisten und Journalisten beteiligten sich letzte Woche an einer mehrere Stunden langen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=aKg7HoPyd_k&amp;t=1764s\">Solidarit&auml;ts-Talk-Show<\/a> des linkspatriotischen russischen Youtube-Kanals &bdquo;Spez&ldquo;. <\/p><p>Und am Dienstag weihte Grudinin zusammen mit KPRF-Chef Gennadi Sjuganow <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Uqe1bAEhWIo&amp;t=89s\">das neue Schwimmbad der Sowchose ein<\/a>. Die gro&szlig;en russischen Medien haben die Er&ouml;ffnung &ndash; wen wundert es &ndash; verschwiegen.<\/p><p>Titelbild: Ulrich Heyden<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/cf30905bc66e47e292e7a1f63902dc87\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am S&uuml;drand von Moskau liegt ein landwirtschaftlicher Betrieb mit dem Namen Lenin-Sowchose. 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