{"id":63496,"date":"2020-08-01T13:00:12","date_gmt":"2020-08-01T11:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63496"},"modified":"2020-08-01T14:43:26","modified_gmt":"2020-08-01T12:43:26","slug":"weshalb-grossbritanniens-leiden-an-covid-ein-menschheitsverbrechen-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63496","title":{"rendered":"Weshalb Gro\u00dfbritanniens Leiden an Covid ein Menschheitsverbrechen ist"},"content":{"rendered":"<p>Eines der L&auml;nder, das die Pandemie weltweit am heftigsten getroffen hat, ist das Vereinigte K&ouml;nigreich. Es r&auml;cht sich, dass das staatliche Gesundheitssystem, der National Health Service, schon seit Jahren entkernt wird. Bereits Ende der 1970er Jahre stand die Privatisierung dieses nationalen Heiligtums auf Margaret Thatchers Agenda. Sie wurde bewusst schleichend, kaum merklich betrieben. Schlie&szlig;lich h&auml;tte den Regierenden sonst massiver &ouml;ffentlicher Protest gebl&uuml;ht. Wie weit der Privatisierungsprozess schon gediehen ist, l&auml;sst sich jetzt schlaglichtartig an den Verheerungen durch das Coronavirus ablesen. Die Briten hatten nicht einfach nur Pech. Vielmehr hat sie ihre politische F&uuml;hrung ins Messer laufen lassen, schreiben die beiden britischen &Auml;rzte <strong>Sarah Gangoli<\/strong> und <strong>Bob Gill<\/strong> im folgenden <a href=\"http:\/\/johnpilger.com\/articles\/why-britain-s-covid-suffering-is-a-crime-against-humanity\">Artikel<\/a>. Aus dem Englischen von <strong>Susanne Hofmann<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAls rationaler Mensch kommt man nicht umhin zu fragen, weshalb Gro&szlig;britannien in der Covid-19-Pandemie so schlecht abschneidet. Es ist doch ein reiches Land mit der sechstgr&ouml;&szlig;ten Wirtschaft der Welt, einer stolzen Geschichte &ouml;ffentlicher Gesundheitsversorgung und einem Gesundheitssystem (National Health Service, NHS), das aus der Asche des Zweiten Weltkrieges erstanden ist. Es bildet die tragende S&auml;ule des Sozialstaates, bietet allen B&uuml;rgern unabh&auml;ngig von ihrem Portemonnaie eine umfassende Versorgung. Diesen Vorz&uuml;gen zum Trotz gibt es eine &Uuml;bersterblichkeit von mehr als 50.000 Menschen, die lediglich von den USA &uuml;bertroffen wird, die die h&ouml;chste &Uuml;bersterblichkeit in der Welt haben. <\/p><p>Um diese Katastrophe zu verstehen, ist es unerl&auml;sslich, die neoliberalen Reformen zu bewerten, die diese Institution in den vergangenen Jahrzehnten stetig ver&auml;ndert haben. Da wir diesen t&uuml;ckischen Prozess als Allgemeinmediziner und NHS-&Auml;rztin seit fast 27 Jahren hautnah erleben und beobachten, sind wir betroffen, jedoch nicht &uuml;berrascht. <\/p><p>Zwei Jahre nach der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008 begann die Koalition der Konservativen und Liberaldemokraten ihr Austerit&auml;ts-Programm zu verfolgen. Dabei handelte es sich um einen &ouml;konomisch ignoranten Plan, der den falschen Vergleich zwischen Makro&ouml;konomie und den Finanzen eines Privathaushalts zog, ein Ansatz, den die fr&uuml;here Premierministerin Margaret Thatcher popul&auml;r machte. <\/p><p>Eine get&auml;uschte &Ouml;ffentlichkeit akzeptierte deren Narrativ und damit den Stillstand bei der Gehaltsentwicklung und Einschnitte bei der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge: Eine gewaltige L&uuml;ge &uuml;bertrug die Schuldenlast von Bankenrettungsschirmen auf die Schultern der Schw&auml;chsten. F&uuml;r den NHS bedeutete dies ein Jahrzehnt, in dem ihm die Finanzierung entzogen und die historisch durchschnittlichen j&auml;hrlichen Steigerungen der Gesundheitsausgaben von vier auf ein Prozent reduziert wurden. Gleichzeitig wurde der NHS weiter restrukturiert, ein Prozess, der in den 1970ern begann, sich aber im Austerit&auml;ts-Nebel beschleunigte.<\/p><p>Mark Britnell, ein fr&uuml;herer NHS-Generaldirektor f&uuml;r die Auftragsvergabe erkl&auml;rte dies 2010 so: &bdquo;K&uuml;nftig wird der NHS ein staatlicher Versicherungsanbieter sein und keine Leistungen mehr direkt liefern. In Zukunft wird &lsquo;jeder willige Anbieter&lsquo; aus dem privaten Sektor G&uuml;ter und Dienstleistungen an das System verkaufen k&ouml;nnen. Dem NHS wird keine Gnade erwiesen, und die beste Zeit, davon zu profitieren, wird in den n&auml;chsten Jahren sein.&ldquo; <\/p><p>Der Health and Social Care Act von 2012 stellte sicher, dass die Vorteile genutzt wurden und schuf einen vollst&auml;ndig marktorientierten NHS. Die &bdquo;Verpflichtung&ldquo; des Ministers, ein Gesundheitswesen bereitzustellen, entfiel und wurde ersetzt durch die &bdquo;Verpflichtung, Gesundheitsdienstleistungen zu f&ouml;rdern&ldquo;. So wurde die Grundvoraussetzung des NHS abgeschafft. Es wurden neue Finanzierungsstrukturen errichtet, die die privaten Krankenversicherungsgemeinschaften in den USA kopierten (die als Clinical Commissioning Groups bekannt sind), um die Auslagerung medizinischer Dienstleistungen zu forcieren.<\/p><p>Es wurden QUANGOS (quasi nicht-staatliche Organisationen) geschaffen &ndash; NHS England und Public Health England &ndash;, die von Regierungsbeamten geleitet wurden. Die fest etablierte dezentralisierte Infrastruktur der &ouml;ffentlichen Gesundheitsversorgung wurde abgebaut und die Erfahrung und Expertise der Institution zusammen mit 10.000 Stellenstreichungen und einer Mittelk&uuml;rzung um 700 Millionen Pfund in einem Zeitraum von f&uuml;nf Jahren fortgeworfen. <\/p><p>Das Brexit-Referendum von 2016 erzeugte eine breite &ouml;ffentliche Anti-Establishment-Stimmung. Der Schmerz der Austerit&auml;t wurde durch das Balsam des Nationalismus und der Ablehnung der europ&auml;ischen B&uuml;rokratie gelindert. Es kam eine Mehrheit f&uuml;r das Verlassen der EU heraus, was Gro&szlig;britannien in eine politische Zwickm&uuml;hle brachte und eine erbitterte Spaltung des Landes bewirkte. <\/p><p>Ein Land mitten in einer Produktivit&auml;tskrise, die darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, dass eine Regierung nach der anderen die Industrie abgebaut, Arbeitspl&auml;tze prekarisiert und die Wirtschaft dem Finanzmarkt unterworfen hat, beseitigte auch grundlegende Sicherungssysteme. Wachsende Ungleichheit, die Popularit&auml;t von Null-Stunden-Vertr&auml;gen sowie steigende Lebenskosten f&uuml;hrten zu Unsicherheit und dazu, dass zehn Millionen Haushalte ohne R&uuml;cklagen dastanden. <\/p><p>Bis zum Jahr 2019 war der NHS in die Knie gegangen: Ein Jahrzehnt der K&uuml;rzungen m&uuml;ndete in die Streichung von 17.000 Betten, es fehlten 40.000 Pflegekr&auml;fte. Gro&szlig;britannien hatte nun die wenigsten &Auml;rzte und Krankenhausbetten pro Kopf in Westeuropa. <\/p><p>Ein derma&szlig;en geschw&auml;chtes Gesundheitssystem und eine derma&szlig;en geschw&auml;chte Bev&ouml;lkerung mussten nun diese Pandemie abwehren, mit einer menschenverachtenden Regierung am Ruder, die der Maxime &bdquo;Brexit &uuml;ber allem&ldquo; folgte.  <\/p><p>Da nun die Vorarbeiten erledigt waren, konnten die &Uuml;berreste des NHS nun den Unternehmen &uuml;bergeben werden. Die Armen waren nicht mehr abgesichert; ihre Misere hatte der Satiriker Rick Mayall 1980 schon vorhergesagt: &bdquo;Wissen Sie, in der guten alten Zeit war man arm, man wurde krank und man starb. Und doch scheinen die Leute heutzutage zu denken, dass sie ein gottgegebenes Recht darauf haben, behandelt zu werden!&ldquo;<\/p><p>Die Parlamentswahl 2019 ergab eine erdr&uuml;ckende Niederlage f&uuml;r Labour. Die einfache Botschaft der Tories &ldquo;Get Brexit Done&rdquo;, unabl&auml;ssige Antisemitismus-Vorw&uuml;rfe an die Adresse von Labour, die Attacke vonseiten rechter Medien und parteiinterne Zerw&uuml;rfnisse f&uuml;hrten einen ermutigten Boris Johnson in einem Erdrutschsieg zur&uuml;ck an die Macht.<\/p><p>Er hatte alle H&auml;nde voll zu tun, war vertieft in Churchill-Fantasien und darauf bedacht, sein Verm&auml;chtnis zu sichern und er freute sich &uuml;ber die Aussicht, in einem Handelsabkommen mit den USA Arbeiterrechte, Umwelt- und Gesundheitsschutz zu schreddern. Da kam aus Wuhan die Nachricht von einem t&ouml;dlichen neuen Coronavirus, Covid-19, durch das einige Infizierte schwere Atemprobleme bekamen, die eine lebenserhaltende Beatmung erforderlich machten. Wenig sp&auml;ter wurde die Mensch-zu-Mensch-&Uuml;bertragung best&auml;tigt. Weitere L&auml;nder, darunter S&uuml;dkorea, meldeten F&auml;lle und am 30. Januar erkl&auml;rte die Weltgesundheitsorganisation WHO einen &bdquo;internationalen Gesundheitsnotstand&ldquo;. <\/p><p>Am 18. April schlug ein Artikel der Sunday Times mit dem Titel &bdquo;Coronavirus: 38 Tage, in denen Gro&szlig;britannien in die Katastrophe schlafwandelte&ldquo; wie eine Bombe ein. Er enth&uuml;llte, dass Boris Johnson f&uuml;nf Kabinetts-Sitzungen, in denen es um das Virus ging, geschw&auml;nzt hatte, dass Aufrufe, Schutzkleidung zu bestellen, ignoriert wurden und dass die Warnung von Wissenschaftlern auf taube Ohren stie&szlig;. Vers&auml;umnisse im Februar k&ouml;nnten tausende Menschenleben gekostet haben.&ldquo;<\/p><p>Johnson war von pers&ouml;nlichen Angelegenheiten vereinnahmt und damit besch&auml;ftigt, seinen historischen Brexit &uuml;ber die B&uuml;hne zu kriegen. Die Notsitzungen der Regierung wurden von anderen geleitet, obwohl international die Sorge wegen des Virus wuchs. Seine Minister und wissenschaftlichen Berater versicherten vielfach, wie gut der NHS ger&uuml;stet sei und spielten die Bedeutung der pandemischen Bedrohung herunter. <\/p><p>Die Politik der Herdenimmunit&auml;t, wie sie der wissenschaftliche Chefberater der Regierung, Sir Patrick Vallance, erl&auml;uterte, sollte dazu dienen, die &Uuml;bertragung zu verlangsamen, um die &Uuml;berforderung des NHS zu verhindern. W&auml;hrenddessen sollte die Bev&ouml;lkerung eine nat&uuml;rliche Immunit&auml;t aufbauen, indem sie sich infizierte. Gro&szlig;britannien sollte die grundlegenden Ma&szlig;nahmen zur Eind&auml;mmung in Form von Testungen, Kontaktverfolgung und Quarant&auml;nema&szlig;nahmen, die in vielen L&auml;ndern so erfolgreich ergriffen wurden, in den Wind schlagen.<\/p><p>Wiederholte Ermahnungen der WHO, zu &bdquo;testen, testen, testen&ldquo;, stie&szlig;en auf taube Ohren und Johnson fasste die abqualifizierte Herdenimmunit&auml;t wie folgt zusammen: &bdquo;Eine der Theorien besagt, dass man sozusagen den Kopf hinhalten, in einem Rutsch damit fertig werden k&ouml;nnte und dass man der Krankheit erlauben k&ouml;nnte, die Bev&ouml;lkerung quasi zu durchdringen.&ldquo; <\/p><p>Bis Anfang M&auml;rz hatten mehrere europ&auml;ische L&auml;nder, darunter Gro&szlig;britannien, Todesf&auml;lle durch das Coronavirus gemeldet. Italien und Griechenland hatten Schulen geschlossen und &ouml;ffentliche Versammlungen verboten. Trotz des Fehlens klarer Regierungsanweisungen beschlossen einige britische Organisationen und Sportvereine, Veranstaltungen abzusagen. Johnson jedoch lie&szlig; es sich nicht nehmen, zusammen mit 82.000 anderen Zuschauern ein Six Nations Rugbyspiel zu besuchen. <\/p><p>Dramatische Videoaufnahmen aus Norditalien zeigten, wie das italienische Gesundheitssystem in die Knie ging, obwohl es &uuml;ber doppelt so viele Intensivbetten wie Gro&szlig;britannien verf&uuml;gte. Freunde, die als An&auml;sthesisten auf Intensivstationen arbeiteten, zeigten sich angesichts der Bedrohung beunruhigt &uuml;ber die leichtsinnige Unt&auml;tigkeit und die mangelnde Vorbereitung. <\/p><p>Eine Erhebung des britischen &Auml;rztebundes ergab, dass &uuml;berw&auml;ltigende 99 Prozent der Befragten sagten, sie h&auml;tten das Gef&uuml;hl, der NHS sei f&uuml;r die Pandemie nicht ger&uuml;stet. Auch wiesen sie auf Personalmangel und fehlende Schutzausr&uuml;stung hin. Von den 18 Millionen Menschen, die zwischen Januar und M&auml;rz nach Gro&szlig;britannien einreisten, wurden weniger als 300 unter Quarant&auml;ne gestellt. Am 12. M&auml;rz stellte die Regierung Massentestungen und die Kontaktverfolgung ein.  <\/p><p>Johnson hatte seine Priorit&auml;ten bereits am 3. Februar in einer Rede dargelegt, die auf Twitter rasend schnell verbreitet wurde: &bdquo;&hellip; und wenn das Risiko besteht, dass neue Krankheiten wie das Coronavirus eine Panik und einen Wunsch nach Marktsegregation ausl&ouml;sen, die &uuml;ber das medizinisch Rationale hinausgehen und handfesten und unn&ouml;tigen wirtschaftlichen Schaden anrichten, dann braucht die Menschheit in diesem Augenblick eine Regierung, die zumindest bereit ist, sich kraftvoll f&uuml;r die Freiheit des Austauschs einzusetzen. Ein Land, das dazu bereit ist, die Clark-Kent-Brille abzunehmen, in die Telefonzelle zu hechten und mit wehendem Umhang herauszust&uuml;rmen als der mit Superkr&auml;ften ausstaffierte Verfechter des Rechts der V&ouml;lker der Erde, untereinander frei zu handeln.<\/p><p>Und hier in Greenwich, in der ersten Februarwoche 2020, kann ich Ihnen in aller Bescheidenheit sagen, dass das Vereinigte K&ouml;nigreich dazu bereit ist.&ldquo;<\/p><p>Johnsons Bekenntnis zum freien Austausch und seine Ansichten zur drohenden &Uuml;berbev&ouml;lkerung passten zu seinem Laissez-Faire-Ansatz hinsichtlich der Pandemie. Einige rechte Kommentatoren warnten vor einem Schaden f&uuml;r die Wirtschaft. Sie wollten lieber, dass die &Auml;lteren und Kranken f&uuml;r das &uuml;bergeordnete Wohl zugrunde gingen. <\/p><p>Laut einem Bericht der Sunday Times vom 22. M&auml;rz umriss der Berater des Premierministers Dominic Cummings bei einem privaten Termin Ende Februar die Strategie der Regierung wie folgt. &bdquo;Die Anwesenden sagen, sie bestand aus &sbquo;Herdenimmunit&auml;t und dem Schutz der Wirtschaft, und sollte das bedeuten, dass einige Rentner sterben, tja schade&lsquo;.&ldquo; <\/p><p>Die britische Regierung lie&szlig; zu, dass sich das Coronavirus ausbreitete und eine Bev&ouml;lkerung heimsuchte, die bereits durch Austerit&auml;t geschw&auml;cht war. Wissenschaftliche Analysen gehen von einer &Uuml;bersterblichkeit von 120.000 Menschen aufgrund der Austerit&auml;tsma&szlig;nahmen sowie einer sinkenden Lebenserwartung und einer Zunahme der S&auml;uglingssterblichkeit aus.  Eine Politik, die das teure, dysfunktionale, wenngleich h&ouml;chst profitable US-Gesundheitssystem kopieren m&ouml;chte, geht zwangsl&auml;ufig einher mit vielen weiteren vermeidbaren Todesf&auml;llen. Die Unt&auml;tigkeit der Regierung war vollkommen konsequent und vors&auml;tzlich. Der Profitgedanke stand dahinter, nicht das Ziel, Leben zu sch&uuml;tzen.<\/p><p>Vietnam, das eine Landesgrenze mit China teilt und 96 Millionen Einwohner hat, meldete keine Coronavirus-Todesf&auml;lle. Der indische Staat Kerala mit 34 Millionen Einwohnern hatte zum 24. Mai nur sechs Tote zu beklagen. Beide Beispiele zeugen davon, wie effektiv einfache, intensive Ma&szlig;nahmen sind, die die Verbreitung der Krankheit drastisch eind&auml;mmen und Leben retten konnten.  <\/p><p>Gro&szlig;britanniens Ansatz, der darin bestand, wertvolle Vorbereitungszeit zu verschwenden, widerspr&uuml;chliche Botschaften auszusenden und das Risiko herunterzuspielen, wirkte sich v&ouml;llig anders aus. Intensivstationen f&uuml;llten sich mit Coronavirus-Patienten, in Spitzenzeiten starben knapp 1000 Menschen am Tag. &Auml;rzte und Pflegepersonal harrten aus, ohne angemessen mit geeigneter Schutzausr&uuml;stung ausstaffiert zu sein. Es kursierten Berichte, dass einige zu ihrem Schutz auf Plastik-M&uuml;llbeutel und selbstgemachte Masken zur&uuml;ckgriffen. <\/p><p>Eine BBC Panorama-Dokumentation legte offen, wie die Entscheidung der Regierung, das Coronavirus nicht mehr als Infektionskrankheit mit &bdquo;hoher Konsequenz&ldquo;, sondern lediglich als Infektionskrankheit mit &bdquo;geringer Konsequenz&ldquo; einzuordnen, zur neuen Empfehlung an medizinische Fachkr&auml;fte f&uuml;hrte, lediglich Plastiksch&uuml;rzen und Papiermasken zu verwenden. Dies war nicht auf wissenschaftliche Erkenntnisse zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, sondern auf die vollkommen unzureichenden Lagerbest&auml;nde an Schutzmaterialien. <\/p><p>Eine Pandemie-Vorsorge-&Uuml;bung im Jahr 2016 hatte gezeigt, dass es zu wenige Beatmungsger&auml;te gab. Den Empfehlungen des Berichts wurde nicht Folge geleistet. Wer sich nicht vorbereitet, bereitet sich auf das Scheitern vor. Diesen Preis mussten mehr als 220 &Auml;rzte und Pflegekr&auml;fte bezahlen, die bislang (Stand 25. Mai) am Coronavirus gestorben sind.  <\/p><p>Es ereigneten sich mehrere Trag&ouml;dien. Patienten k&auml;mpften auf Intensivstationen um ihr Leben, das Virus verbreitete sich ungehindert, doch am ersch&uuml;tterndsten war das Schicksal besonders gef&auml;hrdeter &auml;lterer Bewohner von Pflegeheimen. Statt einen &bdquo;Schutzring&ldquo; um sie zu legen, wie der Gesundheitsminister Matt Hancock behauptete, wurden Patienten in Pflegeheimen abgeladen, ob man nun bei ihnen das Coronavirus festgestellt hatte oder ob sie getestet waren. Diese sogenannte Politik des &bdquo;harten Besens&ldquo; diente dazu, Kapazit&auml;ten in den Krankenh&auml;usern freizugeben.<\/p><p>Ein Kardiologe beschrieb es folgenderma&szlig;en: &bdquo;Unsere Politik bestand darin, das Virus loslegen zu lassen und dann &bdquo;die &Auml;lteren abzuschirmen&ldquo;. Man wei&szlig; nicht, ob man lachen oder weinen soll, wenn man diese Aussage damit vergleicht, was wir tats&auml;chlich taten.<\/p><p>&ldquo;Wir haben bekannte F&auml;lle, Verdachtsf&auml;lle und unerkannte F&auml;lle in die Pflegeheime abgeschoben, die nicht vorbereitet waren. Es gab keine formelle Warnung, dass die Patienten infiziert waren, es gab keine Testm&ouml;glichkeit und keine Schutzausstattung, um &Uuml;bertragungen zu verhindern. Wir haben das Virus aktiv in die Bev&ouml;lkerungsgruppe hineingepflanzt, die am meisten gef&auml;hrdet war. Wir haben diese Menschen ohne Schmerzlinderung sterben lassen. Die offizielle Politik bestand darin, keinen Besuch in Pflegeheimen zuzulassen. <\/p><p>Nachdem wir also die &auml;lteren Menschen mit einer Krankheit infiziert hatten, die zu einem unerfreulichen Ende f&uuml;hrt, verweigerten wir ihnen den Zugang zu einem Arzt &ndash; wir verweigerten ihnen den Besuch beim Hausarzt und die Aufnahme in ein Krankenhaus. Selbst einfache Dinge wie Fl&uuml;ssigkeit wurden ihnen verwehrt. Effektive palliative Ma&szlig;nahmen wie ein Perfusor wurden ihnen vorenthalten.&ldquo; <\/p><p>W&auml;hrend des 75. Jahrestages des Sieges in Europa gedacht wurde, wurde die Generation, die die Zerst&ouml;rung des Zweiten Weltkrieges durchlebt hatte, direkt und indirekt dezimiert, eine Sch&auml;tzung geht von 22.000 Todesopfern aus. <\/p><p>Epidemiologische Modelle des Imperial College, die der Regierung und den beratenden Sachverst&auml;ndigen am 12. M&auml;rz pr&auml;sentiert wurden, sagten nun voraus, dass mehr als 250.000 Menschen sterben k&ouml;nnten, wenn man am Plan der Herdenimmunit&auml;t festhalte. Sie empfahlen, umgehend zu handeln.<\/p><p>Andere europ&auml;ische L&auml;nder hatten Schulen und Universit&auml;ten geschlossen. Trotz wachsenden &ouml;ffentlichen und medialen Drucks dauerte es weitere elf Tage, ehe die Schulen geschlossen und &ouml;ffentliche Versammlungen verboten wurden. Scheibchenweise kam es zu einem teilweisen Lockdown, doch das war zu wenig und kam zu sp&auml;t.<\/p><p>Bauarbeiter wurden als systemrelevant eingestuft und arbeiteten weiter. Der &ouml;ffentliche Nahverkehr in London wurde eingeschr&auml;nkt. In der Folge kam es zu &uuml;berf&uuml;llten Z&uuml;gen und Bussen. Ein Lockdown ist ohne die notwendigen Ma&szlig;nahmen wie Testungen, Kontaktverfolgung und effektive Isolation ein stumpfes Schwert. Man hielt an dem Ziel der Herdenimmunit&auml;t fest, auch wenn man es nicht so nannte. <\/p><p>Da man jegliche Routine-Gesundheitsversorgung ausgesetzt hatte, wurde die Arbeitsbelastung f&uuml;r Allgemeinmediziner und NHS-Krankenhauslabore drastisch reduziert. &Ouml;ffentliche Mittel h&auml;tten zur Verf&uuml;gung gestanden, um landesweit dezentrale, integrierte Teststellen und Labore mit erfahrenem Personal und vorhandenen IT-Systemen einzurichten.<\/p><p>Stattdessen blieb das unber&uuml;cksichtigt und man richtete stattdessen drei neue &ouml;ffentlich-private Lighthouse Labs ein, die laut ihrer Website &bdquo;aktiv von den pharmazeutischen Unternehmen Glaxo Smith Kline und Astra Zeneca unterst&uuml;tzt wurden, welche Zugang zu Daten und Mitteln bereitstellten, um unsere Kapazit&auml;ten weiter zu erh&ouml;hen, die wir in Rekordtempo aufbauen. Neben dem Wellcome Trust wurde eine umfangreiche Lieferkette von Ressourcen eingerichtet, einschlie&szlig;lich der Unterst&uuml;tzung von Amazon, Boots und Royal Mail, um weitere Ressourcen in unsere Einrichtungen zu bringen.&ldquo;<\/p><p>Arztpraxen wurden zugunsten eines Netzwerks von 50 regionalen Testzentren &uuml;bergangen, die vom Facility-Management-Riesen Serco und den Unternehmensberatern Deloitte betrieben werden sollten. Menschen mit Verdacht auf Corona wurden auf die Telefonhotline und Website der ausgelagerten Notrufzentrale verwiesen. Erfahrene NHS-&Auml;rzte wurden vom Krisenmanagement ausgeschlossen und durch unqualifizierte Mitarbeiter ersetzt, die sich an einem rechnergest&uuml;tzten Flussdiagramm orientierten. <\/p><p>Technikgiganten wurden Vertr&auml;ge zugeschustert, darunter Microsoft, Google, Amazon Web Services, Palantir Technology UK und Faculty. Eine umstrittene Kontaktverfolgungs-App, die Faculty produziert hatte, wurde auf der Isle of Wight pilotiert, obwohl es Bedenken hinsichtlich des Schutzes der Privatsph&auml;re und der Cybersicherheit gibt und trotz des Potentials zur schleichenden Ausweitung in Richtung Massen&uuml;berwachung. <\/p><p>F&uuml;r jedes Problem musste eine L&ouml;sung aus dem Privatsektor her statt aus dem erprobten und bew&auml;hrten &ouml;ffentlichen Sektor, der nun brach liegt. Man ignorierte die Option, eine Infrastruktur im Bereich der &ouml;ffentlichen Gesundheitsversorgung wiederaufzubauen, w&auml;hrend Johnsons Regierung die Privatisierungen verdoppelte. T&auml;gliche Unterrichtungen aus Downing Street offenbarten die Medienstrategie, die zur Anwendung kam. Der dreiteilige Slogan &bdquo;Bleib zuhause, sch&uuml;tze die NHS, rette Leben&ldquo; war klar und effektiv, und die Mehrheit der Menschen beschr&auml;nkte sich auf notwendige Fahrten und Eink&auml;ufe und arbeitete, wo m&ouml;glich, von zuhause aus.<\/p><p>Ein Urlaubsprogramm garantierte Millionen von Menschen 80 Prozent des Gehalts. Besorgniserregend war, dass in den Notaufnahmen deutlich weniger los war und 80 Prozent weniger Menschen wegen des Verdachts auf Krebs von ihren Haus&auml;rzten &uuml;berwiesen wurden. Die &bdquo;Bleib zuhause&ldquo;-Botschaft sowie die Angst, sich mit dem Virus anzustecken, forderte einen indirekten Pandemie-Tribut, w&auml;hrend die Journalisten mit wenigen Ausnahmen die Regierungsentscheidungen nicht &uuml;berpr&uuml;ften und hinterfragten.<\/p><p>&bdquo;Unter F&uuml;hrung der Wissenschaft&ldquo; wurde zum gefl&uuml;gelten Wort, was einige von uns darauf aufmerksam machte, dass diese Wissenschaftler wom&ouml;glich k&uuml;nftige S&uuml;ndenb&ouml;cke sein w&uuml;rden. Als der Epidemiologe Neil Ferguson &ouml;ffentlich blo&szlig;gestellt wurde, weil er den Rat, die Abstandsregeln einzuhalten, in den Wind geschlagen hatte, indem er seinen verheirateten Liebhaber traf, war das keine gro&szlig;e &Uuml;berraschung. Es bot die Gelegenheit, seine Prognosen infrage zu stellen, die zum Lockdown gef&uuml;hrt hatten.   <\/p><p>Am Tag der Befreiung, am 8. Mai, waren die rechten Medien in Feierlaune und vermischten den Sieg &uuml;ber den Faschismus 75 Jahre zuvor mit dem Sieg &uuml;ber das Virus und erwarteten Lockerungen des Lockdowns. Zwei Tage sp&auml;ter kam Johnson dem Wunsch in seiner Rede an die Nation mit dem neuen Slogan &bdquo;Bleib wachsam. Kontrolliere das Virus. Rette Leben&ldquo; nach. Man hielt es nicht mehr f&uuml;r notwendig, zuhause zu bleiben. <\/p><p>Trotz t&auml;glicher neuer hoher Fallzahlen von rund 20.000, unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig wenigen Tests und minimaler Kontaktverfolgung ermunterte die Regierung die Menschen, zur Arbeit zur&uuml;ckzukehren und plante die Wieder&ouml;ffnung der Schulen. Am Tag darauf mussten sich diejenigen, die keine Alternative hatten oder am dringendsten auf das Einkommen angewiesen waren, wieder im &ouml;ffentlichen Nahverkehr dr&auml;ngen.<\/p><p>Unabh&auml;ngige Experten, die offen Kritik ge&uuml;bt hatten, warnten vor einer zweiten Infektionswelle. Lehrer und ihre Gewerkschaften verlangten Klarheit dar&uuml;ber, wie man das Risiko mindern und den Abstand einhalten sollte &ndash; schwierig mit kleinen Kindern, die potentiell eine Infektion nach Hause zu ihren Familien einschleppen k&ouml;nnten. Einige Journalisten reagierten darauf, indem sie Lehrer als pflichtvergessen darstellten.   <\/p><p>Nach einem Jahrzehnt der Austerit&auml;t wurden kranke und &auml;ltere Menschen rasch ausgesondert. Selbst ein Narr hat eine 50-prozentige Chance, bei einer Wahl zwischen zwei Dingen richtig zu liegen. Soll man einen Pandemie-Bereitschaftsbericht implementieren: ja oder nein? Soll man eine Politik des Testens, Nachverfolgens und Isolierens betreiben: ja oder nein? Soll man angemessene Schutzkleidung f&uuml;r alle bereitstellen, die sie brauchen: ja oder nein? Die Ausbreitung von Infektionen auf die am meisten gef&auml;hrdeten Personen in der Gesellschaft verhindern: ja oder nein? Vorhandene &ouml;ffentliche Kapazit&auml;tsreserven zur Bek&auml;mpfung der Epidemie nutzen: ja oder nein? Auftr&auml;ge an private Unternehmen zur Erbringung von Dienstleistungen erteilen, f&uuml;r die sie kein Fachwissen oder keine Erfahrung haben: ja oder nein? Eine unerprobte Tracking-App f&uuml;rs Handy zulassen, wegen der es erhebliche Bedenken gibt: ja oder nein?<\/p><p>Die ideologisch motivierte britische Regierung hat die sozialen Determinanten f&uuml;r Gesundheit verschlechtert und wiederholt Ma&szlig;nahmen gew&auml;hlt, die die Zahl der Todesopfer erh&ouml;hen mussten.<\/p><p>Die Strategie der Herdenimmunit&auml;t dient der Regierung immer noch als Grundlage ihres Handelns. Eine mitschuldige Presse besch&ouml;nigte die vors&auml;tzliche Schaffung einer Situation, in der es zu tausenden vermeidbaren Todesf&auml;llen kam. Die Verantwortlichen genie&szlig;en Straffreiheit, sie sind sicher vor Strafverfolgung f&uuml;r die Entscheidungen, die sie in &ouml;ffentlicher Funktion gef&auml;llt haben.<\/p><p>Diese perverse Ungerechtigkeit muss sich &auml;ndern. Wir haben es hier mit der Pandemie zu tun, vor der uns Gesundheitsexperten immer gewarnt haben. Unser einziger Schutz besteht darin, vorbereitet zu sein und rechtzeitig und entschlossen zu reagieren. Daran ist die Regierung grandios gescheitert. <\/p><p>Die BBC und weite Teile der Mainstream-Medien haben das Regierungshandeln nicht kritisch begleitet und sie nicht zur Verantwortung gezogen. Wir m&uuml;ssen daher alternative Stimmen in den Medien st&auml;rken und unterst&uuml;tzen. Wir alle k&ouml;nnen den Wandel mit herbeif&uuml;hren, indem wir mit anderen von den Hintergr&uuml;nden unserer aktuellen schlimmen Lage sprechen und uns mehr engagieren. Wir m&uuml;ssen den Einfluss der Technologiekonzerne brechen, die versuchen, reale Dienstleistungen durch virtuelle, unerprobte Technologien zu ersetzen, die offensichtlich das Potential f&uuml;r Massen&uuml;berwachung und Kontrolle haben.<\/p><p>Wir brauchen eine Graswurzelbewegung, um den Neoliberalismus zur&uuml;ckzudr&auml;ngen, der zunehmend auf Autoritarismus angewiesen ist, um den Status quo zu erhalten. Handfeste Aktionen zur Unterst&uuml;tzung von Schl&uuml;sselarbeitern und Lehrern, die fordern, dass klare und sichere Ma&szlig;nahmen ergriffen werden, ehe sie zur Arbeit zur&uuml;ckkehren. Besonders dringlich ist es, den Forderungen nach Massentests, Nachverfolgung von Infektionen und Isolation Betroffener Nachdruck zu verleihen und mit dem Coronavirus infizierte Menschen dabei zu unterst&uuml;tzen, sich zu isolieren, um die &Uuml;bertragung dieses Virus zu unterbrechen. <\/p><p><em>Dieser Artikel erschien zuerst in Green Left Weekly, Australien. Dr. Bob Gill hat den preisgekr&ouml;nten australischen Journalisten John Pilger f&uuml;r seinen aktuellen Dokumentarfilm &bdquo;The Dirty War on the NHS&ldquo; beraten. Er ist Allgemeinmediziner in London, NHS-Aktivist und Produzent des Films &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=k56blmzkVko\">The Great NHS Heist<\/a>&ldquo;. Sarah Gangoli ist eine NHS-&Auml;rztin. Sie twittern unter @SarahGangoli und @drbobgill.<\/em><\/p><p>Titelbild: BradleyStearn\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines der L&auml;nder, das die Pandemie weltweit am heftigsten getroffen hat, ist das Vereinigte K&ouml;nigreich. Es r&auml;cht sich, dass das staatliche Gesundheitssystem, der National Health Service, schon seit Jahren entkernt wird. Bereits Ende der 1970er Jahre stand die Privatisierung dieses nationalen Heiligtums auf Margaret Thatchers Agenda. Sie wurde bewusst schleichend, kaum merklich betrieben. Schlie&szlig;lich h&auml;tte<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63496\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":63497,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[149,20,160,205,143],"tags":[423,469,2297,2857,2853,2453,1222,2848,2774,312,2834],"class_list":["post-63496","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheitspolitik","category-landerberichte","category-markt-und-staat","category-neoliberalismus-und-monetarismus","category-privatisierung-oeffentlicher-leistungen","tag-austeritaetspolitik","tag-grossbritannien","tag-johnson-boris","tag-lockdown","tag-medizinische-ausruestung","tag-mortalitaet","tag-pandemie","tag-personalausstattung","tag-politikerhaftung","tag-reformpolitik","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/shutterstock_1786152299.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63496","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=63496"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63496\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":63512,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63496\/revisions\/63512"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/63497"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=63496"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=63496"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=63496"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}