{"id":6354,"date":"2010-08-02T09:09:17","date_gmt":"2010-08-02T07:09:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6354"},"modified":"2010-08-02T09:09:17","modified_gmt":"2010-08-02T07:09:17","slug":"hinweise-des-tages-1193","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6354","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Aufschwung?; Rund neun Millionen Menschen w&uuml;nschen sich (mehr) Arbeit; Generation befristet; unendliches Arbeitsleben in GB; Einzelhandelsumsatz; wie Investmentbanken die Preise manipulieren; Regulierung erfreut Banken; Geheimkonten von Haider; CSU wegen Bankenaff&auml;re unter Druck; Lobbyismus und Betrug in der Medizin; Gauck wirbt jetzt f&uuml;r die FAZ; Lobby, Hektik und Symbolpolitik; warum die Deutschen gar nicht aussterben; R&uuml;ckkehr zum Diplom; die Obama-Entsch&auml;rfer; Offensive gegen WikiLeaks; Angriffspl&auml;ne gegen den Iran; Streubomben&auml;chtung; Afghanistan-Krieg; Venezuela; TV-Tipp; Br&uuml;derle: Ja, der Aufschwung ist da. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Aufschwung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Rund neun Millionen Menschen w&uuml;nschen sich (mehr) Arbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Generation befristet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Gro&szlig;britannien: Das unendliche Arbeitsleben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Einzelhandelsumsatz im Juni 2010 real um 3,1% gestiegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Wie Investmentbanken die Preise manipulieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Regulierung erfreut Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Haider soll Geheimkonten in Liechtenstein gef&uuml;hrt haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">CSU wegen Bankaff&auml;re weiter unter Druck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Medizin &ndash; &ldquo;Ein modernes Massendelikt&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Lobbyistin im Interview: Die Pharmafirmen werden sich durchsetzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Milliarden f&uuml;r die Ewigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Joachim Gauck wirbt f&uuml;r &ldquo;FAZ&rdquo;: &ldquo;In der Regel schaue ich Werbung nicht an&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Lobby, Hektik und Symbolpolitik: Es gibt zu viele schlechte Gesetze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Warum die Deutschen gar nicht aussterben. Wahrscheinlich.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">R&uuml;ckkehr zum Diplom<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Die Obama-Entsch&auml;rfer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Offensive gegen WikiLeaks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">USA haben einen Angriffsplan gegen Iran<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Streubomben: &Auml;chtung der Heimt&uuml;cke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Afghanistan-Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Venezuela l&auml;sst Truppen aufmarschieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">TV-Tipp: Sch&ouml;n reich &ndash; Steuern zahlen die anderen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Zu guter Letzt: Br&uuml;derle: Ja, der Aufschwung ist da<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=6354&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Aufschwung?<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die gro&szlig;e Illusion<\/strong><br>\nDie Weltwirtschaft hat sich erholt. Doch die l&auml;ngerfristigen Aussichten sind tr&uuml;be<br>\nJetzt geht es aufw&auml;rts. So scheint es. Die Weltwirtschaft hat ihre tiefe Krise hinter sich gelassen. Weltweit melden Unternehmen sprudelnde Gewinne. Ein &ldquo;Double Dip&rdquo;, also eine erneute Rezession, d&uuml;rfte ausbleiben. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Die Industriestaaten k&ouml;nnten vor Jahren schwachen Wachstums und hoher Arbeitslosigkeit stehen. Im zweiten Quartal ist die US-Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet nur um 2,4 Prozent gewachsen. Im Vorquartal waren es noch 3,7 Prozent.<br>\n&ldquo;Im historischen Vergleich und erst recht gemessen am vorherigen Einbruch ist das eine au&szlig;ergew&ouml;hnlich schw&auml;chliche Erholung&rdquo;, so Commerzbank-&Ouml;konom Christoph Balz. Insbesondere die Arbeitslosigkeit in Amerika bleibt hartn&auml;ckig hoch. Das gleiche gilt f&uuml;r Europa. Zwar zeigt sich Deutschland stark &ndash; doch der Rest des Kontinents hinkt hinterher.<br>\nDie Wirtschaftsleistung der W&auml;hrungsunion d&uuml;rfte dieses Jahr nicht einmal halb so stark wachsen wie in den USA. Entt&auml;uschend ist der Aufschwung auch, wenn man bedenkt, dass die Industriel&auml;nder ihn mit beispiellosen Finanzhilfen unterst&uuml;tzen. Milliardenkonjunkturprogramme wurden aufgelegt. Zudem senkten die Notenbanken die Zinsen gen Null. Dennoch verliert der Aufschwung bereits wieder an Kraft. Denn die Unternehmen haben ihre Lager aufgef&uuml;llt und bestellen weniger nach. Die Konsumenten in den USA leiden unter der hohen Arbeitslosigkeit. In Europa werden die Sparprogramme die Konjunktur d&auml;mpfen. Bald d&uuml;rften die Regierungen ihre Konjunkturf&ouml;rderung zur&uuml;cknehmen. Und schlie&szlig;lich verliert die globale Konjunktur an Dampf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2010\/0731\/wirtschaft\/0032\/index.html%20\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Japan &auml;chzt unter Deflation<\/strong><br>\nJapans Krise versch&auml;rft sich. Erstmals seit vier Monaten ist die Industrieproduktion gesunken, die Arbeitslosigkeit steigt weiter. Auch die B&ouml;rse in Tokio geht im Minus aus dem Handel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/politik\/artikel\/0,2828,709286,00.html\">Manager Magazin<\/a><\/li>\n<li><strong>Hundt nennt Lohnforderungen Aufschwungs-Gef&auml;hrdung<\/strong><br>\n&ldquo;Wir d&uuml;rfen den derzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung auf gar keinen Fall belasten oder gef&auml;hrden&rdquo;, sagte Arbeitgeberpr&auml;sident Dieter Hundt am Sonntag im Deutschlandfunk. Die Besch&auml;ftigten profitierten bereits jetzt vom Auslaufen der Kurzarbeit. Zudem habe die moderate Lohnpolitik der Vergangenheit dazu gef&uuml;hrt, dass Firmen die Krise relativ gut &uuml;berstanden h&auml;tten.<br>\nHundt betonte, der Aufschwung werde noch fast allein von den Exporten getragen. Die Binnenwirtschaft sei noch nicht in Schwung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/companiesNews\/idDEBEE67006Z20100801\">Reuters<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wie die Binnenwirtschaft allerdings bei stagnierenden L&ouml;hnen und geringer Kaufkraft &bdquo;in Schwung&ldquo; kommen soll, verr&auml;t der Arbeitgeberlobbyist allerdings nicht. Der Arbeitgeberpr&auml;sident hat diesen Titel eigentlich gar nicht verdient: Er ist der Pr&auml;sident der Exportwirtschaft.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Arbeitslosigkeit steigt im spanischen Urlaubssommer <\/strong><br>\nDa versucht die sozialdemokratische Regierung in Spanien den WM-Sieg der Fu&szlig;baller zu nutzen, um auf sch&ouml;nes Wetter zu machen, doch in der Realit&auml;t gibt es nicht viel zu feiern. F&uuml;r die Propaganda von Ministerpr&auml;sident Jos&eacute; Luis Rodr&iacute;guez Zapatero kommen die miesen Zahlen vom Arbeitsmarkt nun ganz schlecht. Gleichwohl will die Regierung auch darin &ldquo;positive Zeichen&rdquo; sehen. Dabei ist zum Sommer, wenn es in dem Urlaubsland der europ&auml;ischen Massen viele Jobs im Hotel- und Gastst&auml;ttengewerbe gibt, die Arbeitslosigkeit erneut gestiegen. Bis Ende Juni wurden 33.000 mehr Arbeitslose registriert. Mit fast 4,7 Millionen Menschen ohne Job, ergibt sich eine Quote von knapp 20,1% und das sind fast eine halbe Million mehr als noch vor einem Jahr.<br>\nDramatisch ist, dass nun in gut 1,3 Millionen Familien alle Mitglieder ohne Besch&auml;ftigung sind. Der Arbeitsmarkt verh&auml;lt sich im gebeutelten Spanien &auml;hnlich wie in den USA. Das zeigt auch hier an, dass von einem Ende Krise nicht gesprochen werden kann. Eher r&uuml;ckt der Double-Dip in Spanien ganz real auf die Tagesordnung. Das Land hatte seine zweij&auml;hrige Rezession im ersten Quartal mit einem Minimalwachstum von 0,1% nur knapp hinter sich gelassen. Wegen vorgezogener K&auml;ufe vor der Mehrwertsteuererh&ouml;hung am 1. Juli, wird es im zweiten Quartal sogar etwas h&ouml;her ausgefallen sein, doch schon im Herbst\/Winter d&uuml;rfte Spanien in die Rezession zur&uuml;ckfallen, wie es schon in L&auml;ndern wie Rum&auml;nien zu beobachten ist, wo extrem gespart wird. Die massiven spanischen Sparpakete beginnen gerade erst zu wirken und man darf erwarten, dass die Arbeitslosigkeit nach dem Sommer, wenn die Touristen wieder abgereist sind, deutlich weiter steigen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/148105\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Rund neun Millionen Menschen w&uuml;nschen sich (mehr) Arbeit<\/strong><br>\nInsgesamt 8,6 Millionen Menschen in Deutschland w&uuml;rden gerne mehr arbeiten, als sie es derzeit tun. F&uuml;r die Betroffenen bedeutet der unerf&uuml;llte Wunsch nach Arbeit oder Mehrarbeit mitunter starke Einbu&szlig;en in der Lebensqualit&auml;t. F&uuml;r die Volkswirtschaft ist es ungenutzte Arbeitskraft. Die Zahl der Menschen mit unerf&uuml;lltem Arbeitswunsch setzt sich aus unterschiedlichen Personengruppen zusammen. Neben den Erwerbslosen spielen bei der Diskussion um ungenutzte Arbeitskapazit&auml;ten noch unterbesch&auml;ftigte Erwerbst&auml;tige und Personen in der sogenannten Stillen Reserve eine Rolle.<br>\nIm Jahr 2009 lebten in Deutschland insgesamt 63,6 Mill. Personen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren. Darunter waren 38,7 Mill. Erwerbst&auml;tige, 3,2 Mill. Erwerbslose und 21,7 Mill. Nichterwerbspersonen. Die Erwerbslosenquote der 15 bis 74-J&auml;hrigen, gemessen als Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen, lag bei 7,7%.<br>\nDie Erwerbslosenquote allein betrachtet bildet das m&ouml;gliche Arbeitskr&auml;fteangebot jedoch nur unvollst&auml;ndig ab. Zum einen gibt es unter den Erwerbst&auml;tigen die Unterbesch&auml;ftigten, die den Wunsch nach mehr Arbeit haben und f&uuml;r diese auch verf&uuml;gbar sind. Das sind beispielsweise Teilzeitkr&auml;fte, die gerne ihre Stundenzahl erh&ouml;hen w&uuml;rden oder Vollzeitkr&auml;fte, die bereit w&auml;ren mehr zu arbeiten, um zus&auml;tzliches Geld zu verdienen. Insgesamt gab es 2009 rund 4,2 Mill. Unterbesch&auml;ftigte.<br>\nZum anderen gibt es Personen, die sich in Stiller Reserve (1,2 Mill.) befinden. Darunter fallen Menschen, die weder erwerbst&auml;tig noch erwerbslos sind, aber dennoch eine hohe N&auml;he zum Arbeitsmarkt aufweisen. Dies sind beispielsweise Menschen, die keine Arbeit suchen, weil sie keine Chance auf Erfolg sehen. Grunds&auml;tzlich w&uuml;rden sie aber gerne arbeiten und st&uuml;nden f&uuml;r eine Arbeitsaufnahme zur Verf&uuml;gung. Oder Personen, die Arbeit suchen, jedoch im Moment erkrankt sind und deshalb kurzfristig nicht verf&uuml;gbar sind.<br>\nAlle drei Personengruppen (Erwerbslose, Unterbesch&auml;ftigte und Stille Reserve) zusammen ergeben &ndash;bezogen auf die Gesamtheit aus Erwerbspersonen und Stiller Reserve im Alter von 15 bis 74 Jahren&ndash; ein ungenutztes Arbeitskr&auml;ftepotenzial von 20,1%.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/020910_ungenutztes_arbeitskraeftepotenzial.png\" alt=\"Ungenutztes Arbeitskr&auml;ftepotenzial 2010\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Navigation\/Publikationen\/STATmagazin\/2010\/Arbeitsmarkt2010__06,templateId=renderPrint.psml__nnn=true\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Mit der Ver&ouml;ffentlichung der Daten zum &ldquo;ungenutzten Arbeitskr&auml;ftepotenzial&rdquo; tr&auml;gt das Statistische Bundesamt erfreulicherweise zu mehr Transparenz bzgl. der tats&auml;chlichen Lage auf dem Arbeitsmarkt bei. Das Statistische Bundesamt:<br>\n&ldquo;Wenn man mehr arbeiten m&ouml;chte, geht dieser Wunsch mit der Aussicht auf zus&auml;tzliches Einkommen einher. Entsprechend beschr&auml;nkt sich das Interesse an Mehrarbeit bei Weitem nicht auf Teilzeitbesch&auml;ftigte. Sie geben insgesamt h&auml;ufiger (22,2%) an, unterbesch&auml;ftigt zu sein als Vollzeitbesch&auml;ftigte. Bei Vollzeitbesch&auml;ftigten liegt der Anteil immerhin bei 6,8%.&rdquo;<br>\nDass selbst 6,8% der Vollzeitbesch&auml;ftigten den Wunsch nach mehr Besch&auml;ftigung &auml;u&szlig;ern, ist insbesondere vor dem Hintergrund der auch im internationalen Vergleich sehr schlechten Entwicklung der deutschen Arbeitnehmereinkommen nicht verwunderlich. Der Anteil der Vollzeitbesch&auml;ftigten, welche sich intensiv damit auseinandersetzen m&uuml;ssen, wie sie bis zum kommenden Monatsersten finanziell &uuml;ber die Runden kommen, hat sich in den vergangenen Jahren erh&ouml;ht. Dies gilt in besonderem Ma&szlig;e f&uuml;r die Leiharbeitnehmer. Sofern politisch nicht gegengesteuert wird, droht deren Zahl in Zukunft noch deutlich anzuwachsen. So bef&uuml;rchtet der DGB einen Anstieg von 0,8 Mio. (dem bisherigen H&ouml;chststand vor Ausbruch der Wirtschaftskrise) auf 2,2 Mio. Leiharbeitnehmer. Bei den Teilzeitbesch&auml;ftigten deutet der h&ouml;here Prozentanteil der Unterbesch&auml;ftigung auf einen signifikanten Anteil unfreiwilliger Teilzeitbesch&auml;ftigung und damit dem Wunsch nach einem Vollzeitarbeitsplatz hin.<br>\nZum europ&auml;ischen Vergleich der monatlich offiziell vermeldeteten Arbeitslosenquoten mit den Quoten des &ldquo;ungenutzten Arbeitskkr&auml;ftepotenzials&rdquo; stellt das Statistische Bundesamt fest:<br>\n&ldquo;Auch im europ&auml;ischen Vergleich vervollst&auml;ndigen die erg&auml;nzenden Indikatoren Unterbesch&auml;ftigung und Stille Reserve das Bild vom Arbeitsmarkt und k&ouml;nnen mit den Erwerbslosen als ungenutztes Arbeitskr&auml;ftepotenzial zusammengefasst werden. Betrachtet man ausschlie&szlig;lich die Erwerbslosenquoten &ndash; wie h&auml;ufig in internationalen Vergleichen &uuml;blich &ndash; lag Deutschland mit 7,7% auf Platz 12. (&hellip;) Vergleicht man hingegen die Quoten des ungenutzten Arbeitskr&auml;ftepotenzials zwischen den EU-L&auml;ndern, verschlechtert sich die Position Deutschlands (20,1%) auf Platz 20.&rdquo;<br>\nHier der grafische Vergleich der offiziellen Arbeitslosenquoten mit den Quoten des &ldquo;ungenutzten Arbeitskr&auml;ftepotenzials&rdquo; f&uuml;r das Jahr 2009:<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/020910_ungenutztes_arbeitskraeftepotenzial_2009.png\" alt=\"Ungenutztes Arbeitskr&auml;ftepotenzial 2009\"><\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Grafiken\/Publikationen\/STATmagazin\/Arbeitsmarkt\/ErwerbslosenquoteEUVergleich,templateId=renderLarge.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/em> <\/p>\n<p><em>Der Ausweis der Quoten zum &ldquo;ungenutzten Arbeitskr&auml;ftepotenzial&rdquo; hat gegen&uuml;ber den monatlich offziell ver&ouml;ffentlichten Arbeitslosenquoten den unzweifelhaften Vorteil, da&szlig; sich statistische Tricks, Manipulationen und &ldquo;Sondereffekte&rdquo; sowie statistische Aufh&uuml;bschungen der Arbeitslosendaten (z.B. durch die Aufspaltung von Vollzeit-Arbeitspl&auml;tzen in Teilzeitarbeitspl&auml;tze \/ Minijobs) ungleich schwerer unter den Tisch kehren lassen. Angebliche &ldquo;Verbesserungen&rdquo; der offiziellen Arbeitslosenquoten schlagen sich somit nicht automatisch in einem R&uuml;ckgang der Quote des &ldquo;ungenutzten Arbeitskr&auml;ftepotenzials&rdquo; nieder.<br>\nVor dem Hintergrund der deutlichen Diskrepanz zwischen den monatlich offiziell berichteten Arbeitslosenquoten und der Quote des &ldquo;ungenutzten Arbeitskr&auml;ftepotenzials&rdquo; nimmt sich, auch vor dem Hintergrund der EU-Vergleichswerte, das von zahlreichen Mainstream-Medien ausgerufene angebliche &ldquo;deutsche Jobwunder&rdquo; deutlich n&uuml;chterner aus.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Generation befristet<\/strong><br>\nEinen sicheren Arbeitsplatz bis zur Rente &ndash; seit Generationen tr&auml;umen Menschen von einem so geregelten Leben. Doch Vollzeitarbeitspl&auml;tze sind r&uuml;ckl&auml;ufig. Stattdessen nehmen Zeitarbeit und befristete Stellen zu.<br>\nNahezu jeder zweite Vertrag hat ein terminlich genau fixiertes Ende.<br>\nDer Trend zur Befristung steigt mit der Betriebsgr&ouml;&szlig;e. In Kleinbetrieben mit bis zehn Besch&auml;ftigten erfolgen nur 25 Prozent aller Neueinstellungen befristet. In gr&ouml;&szlig;eren Firmen ab 250 Besch&auml;ftigten dagegen hat sich der Anteil mittlerweile auf 67 Prozent erh&ouml;ht.<br>\nInsgesamt verzichten nur noch neun von 100 Gro&szlig;unternehmen v&ouml;llig auf befristete Arbeitsvertr&auml;ge. Eine Entwicklung, die Heinrich Birner von der Gewerkschaft Verdi in Bayern, skeptisch betrachtet:<br>\n&ldquo;Die negative Extremform sind die Unternehmen, die nach zwei Jahren das Personal auswechseln, neu einstellen, wieder in den unteren Einkommensgruppen einstellen, die befristeten Vertr&auml;ge als Lohnsenkungsmittel nutzen. Es gibt Teilbereiche, wo Unternehmen nur projektbezogen arbeiten, da habe ich ein Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, wenn Gelder nur befristet genehmigt werden. Aber beispielsweise die Ludwig-Maximilians-Universit&auml;t in M&uuml;nchen nutzt dieses sehr extrem aus.<br>\nEs gibt nur noch befristete Vertr&auml;ge, das gilt f&uuml;r alle Sekret&auml;rinnen.<br>\nDas ist ein mittlerer Skandal, weil der Arbeitgeber ist der Freistaat Bayern.&rdquo;<br>\nIn der &ouml;ffentlichen Verwaltung sind mittlerweile 68 Prozent der Arbeitsvertr&auml;ge befristet. Der Grund: Staatliche Mittel werden oft nur noch zeitlich begrenzt vergeben. 40 Prozent aller befristet Besch&auml;ftigten sind in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sozialwesen, in &ouml;ffentlichen oder gemeinn&uuml;tzigen Einrichtungen t&auml;tig. Also in Bereichen, die von der Wirtschaftskrise nicht betroffen sind oder einen konjunkturunabh&auml;ngigen Bedarf abdecken. Zeitlich begrenzt besch&auml;ftigt sind in diesen Bereichen &uuml;brigens &uuml;berwiegend Frauen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/hintergrundpolitik\/1236189\/\">DLF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Gro&szlig;britannien: Das unendliche Arbeitsleben<\/strong><br>\nDie Menschen leben l&auml;nger &ndash; also warum m&uuml;ssen mit 65 Jahren in Rente gehen? Gro&szlig;britaniens Regierung will dieser &bdquo;Diskriminierung&ldquo; ab Oktober 2011 abschaffen: Dann soll es keine gesetzliche Altersgrenze im Berufsleben mehr geben.<br>\nViele Arbeitgeber waren bisher froh, &auml;ltere Besch&auml;ftigte mit geringerer Produktivit&auml;t in die Rente abschieben zu k&ouml;nnen. In Zukunft m&uuml;ssen sie dagegen wohl nachweisen, dass die &auml;lteren Arbeitnehmer ihren Aufgaben nicht mehr gewachsen sind.<br>\nSchon heute sind viele finanziell darauf angewiesen, sich einen anderen Job zu suchen, wenn sie ihre bisherige Stelle mit Erreichen der Altersgrenze verlieren. 1,5 Millionen Briten gehen im Rentenalter weiter als Angestellte einer Erwerbst&auml;tigkeit nach &ndash; das sind rund 13 Prozent aller Senioren. Zum Vergleich: In Deutschland wird diese Quote nur auf etwa 1,5 Prozent gesch&auml;tzt.<br>\nDie meisten Briten, die weiter arbeiten, brauchen wohl schlicht das Geld, denn das Altersvorsorgesystem in Gro&szlig;britannien ist d&uuml;rftig. Die gesetzliche Rente sichert nur einen Lebensabend auf Sozialhilfeniveau, und viele B&uuml;rger haben in jungen Jahren zu wenig private Vorsorge betrieben. Nach einer EU-Studie aus dem vergangenen Jahr lebt fast ein Drittel der Senioren in Gro&szlig;britannien in Armut, in Deutschland sind es dagegen nur 17 Prozent und in Frankreich 13 Prozent.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/020810_renteneintrittsalter.png\" alt=\"Renteneintrittsalter\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9\/Doc~EA479D0D57DE449738A3498270AAC84A7~ATpl~Ecommon~Sspezial.html%20\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.D.:<\/strong> Ein Genialer Marketing-Coup der britischen Regierung: Zuerst gew&auml;hrt man den der arbeitenden Bev&ouml;lkerung nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben nur eine gesetzliche Rente auf Sozialversicherungsniveau. Alles was dar&uuml;ber hinaus geht, muss privat abgesichert werden. Reicht das nicht aus, m&uuml;ssen die B&uuml;rger auch im Alter von &uuml;ber 65 Jahren weiter arbeiten. Da die Unternehmen froh sind, ihre Arbeitnehmer mit 65 Jahren in den Ruhestand abzuschieben, sagt die Regierung: &bdquo;Hey, ihr Unternehmen diskriminiert die Arbeitnehmer, da m&uuml;ssen wir mal schnell die Altersgrenze f&uuml;r die Rente anheben. Schlie&szlig;lich wollen die Alten ja weiter arbeiten.&ldquo; Da trifft es sich auch ganz gut, dass die Seniorenverb&auml;nde die Klaqueure spielen und den Vorsto&szlig; der Regierung, das Renteneintrittsalter frei zu geben, im Namen ihrer Klientel begr&uuml;&szlig;en. Am Problem der Altersarmut &auml;ndert das nat&uuml;rlich nichts. Nun ist es aber die Schuld der Alten, die k&ouml;nnen ja schlie&szlig;lich jetzt solange arbeiten, bis in den Sarg kippen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Einzelhandelsumsatz im Juni 2010 real um 3,1% gestiegen <\/strong><br>\nNach vorl&auml;ufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag der Umsatz im Einzelhandel in Deutschland im Juni 2010 nominal um 3,8% und real um 3,1% h&ouml;her als im Juni 2009. Allerdings hatte der Juni 2010 mit 26&nbsp;Verkaufstagen auch einen Verkaufstag mehr als der Juni 2009. <strong>Im Vergleich zum Mai 2010 sank der Umsatz im Juni 2010 unter Ber&uuml;cksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal um 1,1% und real um 0,9%<\/strong>. Das Ergebnis f&uuml;r den Juni 2010 wurde aus Daten von sieben Bundesl&auml;ndern berechnet, in denen circa 76% des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel get&auml;tigt werden.<br>\n&nbsp;Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getr&auml;nken und Tabakwaren setzte im Juni 2010 nominal 1,7% und real 1,0% mehr um als im Juni 2009. Dabei lag der Umsatz bei den Superm&auml;rkten, SB-Warenh&auml;usern und Verbraucherm&auml;rkten nominal um 1,9% und real um 1,2% h&ouml;her als im Vorjahresmonat. Im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln wurde dagegen nominal 0,5% und real 0,7% weniger als im Juni 2009 umgesetzt.<br>\nAuch im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln wurde im Juni 2010 mehr als im Juni 2009 umgesetzt (nominal +&nbsp;5,4%, real +&nbsp;5,1%). In allen sechs Unterbranchen lagen die Ums&auml;tze nominal und real &uuml;ber den Werten des Vorjahresmonats.<br>\n<strong>Im ersten Halbjahr 2010 setzte der deutsche Einzelhandel nominal 0,5% mehr, real aber 0,4% weniger um als im ersten Halbjahr 2009.<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2010\/07\/PD10__270__45212,templateId=renderPrint.psml%20\">destatis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> So ist das eben mit der Statistik, es kommt immer darauf an, was man mit was vergleicht. Man h&auml;tte auch die &Uuml;berschrift w&auml;hlen k&ouml;nnen, dass der Einzelhandelsumsatz im laufenden Jahr r&uuml;ckl&auml;ufig ist. Aber das w&uuml;rde ja so gar nicht zu den Jubelmeldungen der Konsumklimaforscher passen, wonach die Verbraucher angeblich in <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6319#h08%20\">Sommerlaune<\/a> sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wie Investmentbanken die Preise manipulieren<\/strong><br>\nDie Geldh&auml;user haben das Gesch&auml;ft mit Metallen, &Ouml;l und Strom f&uuml;r sich entdeckt. Sie steigen in den physischen Handel ein, sichern sich Tanker, Lagerst&auml;tten und Kraftwerke. Durch diese Marktmacht verknappen sie das Angebot und treiben die Preise hoch&hellip;<br>\nGemeinsam mit Morgan Stanley und JP Morgan spinnt Goldman Sachs ein umfassendes Netz. Die Banker kaufen Lagerh&auml;user, Kraftwerke, &Ouml;lterminals oder Pipelines und chartern Tankschiffe. Europ&auml;ische H&auml;user wie die Deutsche Bank oder Credit Suisse machen es ihnen nach. Der als Krisenprophet bekannt gewordene &Ouml;konom Nouriel Roubini bezeichnet die Gro&szlig;banken angesichts solcher Entwicklungen inzwischen als &ldquo;Finanzsuperm&auml;rkte&rdquo;.<br>\nDie Rechnung f&uuml;r das Rohstoffspiel der Banken zahlen Verbraucher und Wirtschaft: Die spekulativen Investments verknappen das Angebot und treiben damit die Preise. Und steigende Rohstoffpreise verteuern Lebensmittel und G&uuml;ter. Die Einkaufskosten der Firmen klettern und damit die Preise f&uuml;r ihre Produkte. Erst vor zwei Jahren wurde eindrucksvoll klar, welche Auswirkungen etwa ein explodierender &Ouml;lpreis auf die Konjunktur hat: Etliche Autozulieferer &auml;chzten unter den rasant steigenden Rohstoffpreisen. Die Banken hingegen verdienen am Preisboom. Und sie vergr&ouml;&szlig;ern ihre Rohstoffsparten stetig&hellip;<br>\nThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz warnt bereits: Es drohe sich eine &ldquo;gewaltige Blase auf dem Rohstoffmarkt zu bilden&rdquo;, die sogar noch gr&ouml;&szlig;ere Probleme bereiten k&ouml;nnte als das Platzen der Immobilienblase vor zwei Jahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/rohstoffe\/:rohstoff-roulette-wie-investmentbanken-die-preise-manipulieren\/50150564.html\">FTD<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Aber angeblich geht ja nichts &uuml;ber die Effizienz der M&auml;rkte. Man sollte sich dieses Dossier durchlesen, damit niemand sagen kann, man h&auml;tte das das Platzen der Blase nicht vorhersehen k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Regulierung erfreut Banken<\/strong><br>\nEine Studie von J.P.Morgan zeigt, dass die geplanten Regeln auf den Finanzm&auml;rkten f&uuml;r die Geldh&auml;user deutlich billiger sind als von ihnen bef&uuml;rchtet. Die gro&szlig;en Investmentbanken, zu denen auch die Deutsche Bank z&auml;hlt, br&auml;uchten nur noch 208 Milliarden Dollar an frischem Eigenkapital einwerben. Im Februar hatte es f&uuml;r die Banken noch deutlich d&uuml;sterer ausgesehen: W&auml;ren die damaligen Vorschl&auml;ge umgesetzt worden, h&auml;tten die Banken 377 Milliarden Dollar an neuem Eigenkapital aufbringen m&uuml;ssen. Doch die Banken wussten die vergangenen Monate offenbar bestens f&uuml;r ihre Lobbyarbeit zu nutzen, wie sich auch schon Anfang dieser Woche zeigte, als die recht laschen Eckpunkte f&uuml;r Basel III pr&auml;sentiert wurden.<br>\nVon allen 18 untersuchten Instituten schneidet die Deutsche Bank am schlechtesten ab: Obwohl die Eigenkapitalvorschriften so deutlich abgeschw&auml;cht wurden, ben&ouml;tigt die Deutsche Bank in den n&auml;chsten Jahren noch immer 19 Milliarden Dollar an zus&auml;tzlichem Kapital. F&uuml;r Bank-Chef Ackermann d&uuml;rfte es also noch schwerer werden, mittelfristig die angestrebte Eigenkapitalrendite von 25 Prozent zu erreichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F07%2F31%2Fa0108&amp;cHash=3628bf03db\">taz<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Zur Aufweichung tr&auml;gt nicht unwesentlich Deutschland bei, das eine sch&auml;rfere Definition des zu haltenden Kernkapitals bisher verhinderte, welches die Risikoaktiva in der Bilanz der Banken decken sollte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Haider soll Geheimkonten in Liechtenstein gef&uuml;hrt haben<\/strong><br>\nDie Ermittlungen im Fall der Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) werfen nun auch ein neues Licht auf das Finanzgebaren des verstorbenen &ouml;sterreichischen Rechtspopulisten J&ouml;rg Haider. Ermittler aus &Ouml;sterreich, Deutschland und der Schweiz seien im Zuge von Nachforschungen zum Kauf der HGAA durch die Bayerische Landesbank 2007 auf Briefkastenfirmen im F&uuml;rstentum gesto&szlig;en, die Haider zuzurechnen seien, berichtete das &ouml;sterreichische Nachrichtenmagazin &ldquo;Profil&rdquo; am Samstag in seiner Online-Ausgabe.<br>\n&Uuml;ber die Zweckgesellschaften, die von liechtensteinischen Treuh&auml;ndern eingerichtet worden seien, hatte Haider laut &ldquo;Profil&rdquo; zeitweise Zugriff auf 45 Millionen Euro. Aktuell seien wohl nur noch f&uuml;nf Millionen Euro verf&uuml;gbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,709509,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das wirft einen weiteren schweren Verdacht auf den Kauf der HGAA durch die Bayerische Landesbank. Es zeigt aber auch, wie schmutzig die Gesch&auml;fte des rechtextremen politischen Saubermannes, gewesen sein k&ouml;nnten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>CSU wegen Bankaff&auml;re weiter unter Druck <\/strong><br>\nWenn die Einsch&auml;tzung der Opposition stimmt, dann steht mehreren prominenten CSU-Politikern ein unangenehmer Herbst bevor. Der Untersuchungsausschuss zum Kauf und Verkauf der &ouml;sterreichischen Skandal-Bank Hypo Group Alpe Adria durch die BayernLB wird dann etliche Spitzenpolitiker und Manager in den Zeugenstand rufen. Vertreter von SPD, Gr&uuml;nen und Freien W&auml;hlern sehen die damaligen Verantwortlichen schon jetzt schwer belastet, weil sie ihren Aufsichtspflichten verletzt h&auml;tten.<br>\nBei einer gemeinsamen Zwischenbilanz erhoben der stellvertretende Ausschussvorsitzende Harald G&uuml;ller (SPD) und Ausschussmitglied Sepp D&uuml;rr (Gr&uuml;ne) gestern schwere Vorw&uuml;rfe gegen den ehemaligen Verwaltungsrat der BayernLB. In dem Gremium, das den Bankvorstand kontrollieren soll, sa&szlig;en beim Kaufs 2007 unter anderem die damaligen CSU-Minister Kurt Faltlhauser, Erwin Huber und G&uuml;nther Beckstein sowie der heutige Fraktionschef Georg Schmid.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.donaukurier.de\/nachrichten\/bayern\/CSU-wegen-Bankaffaere-weiter-unter-Druck;art155371,2306121\">Donaukurier<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Medizin &ndash; &ldquo;Ein modernes Massendelikt&rdquo;<\/strong><br>\nNach Einsch&auml;tzung von Experten und Ermittlern werden im deutschen Gesundheitswesen jedes Jahr mehrere Milliarden Euro zu Unrecht abgerechnet. Vor allem in den Kliniken bietet sich gro&szlig;es Einsparpotential, doch die Politik h&auml;lt sich zur&uuml;ck.<br>\nJahrzehntelang galt das Gesundheitswesen als ein riesiger Topf, aus dem sich alle Beteiligten gro&szlig;z&uuml;gig und nahezu unbehelligt bedienen konnten. In diesem schwer zu durchschauenden System h&auml;tten sich &Auml;rzte, Apotheker und medizinische Einrichtungen &ldquo;hemmungslos bereichert&rdquo;, urteilt der Darmst&auml;dter Oberstaatsanwalt Andreas Kondziela, der zahlreiche Verfahren dieses &ldquo;modernen Massendelikts&rdquo; bearbeitet hat. Den Schaden sch&auml;tzt der Ermittler auf einen zweistelligen Milliardenbetrag. Pro Jahr.<br>\nMithin ein enormes Einsparpotential in Zeiten schwer beherrschbarer Gesundheitskosten. Doch das Regierungslager &ndash; gleich welcher Couleur &ndash; tut sich schwer, Falschabrechnungen den Garaus zu machen. In der Union wird das heikle Thema ans Ende der Priorit&auml;tenliste verbannt.<br>\nUnd der neue Bundesgesundheitsminister Philipp R&ouml;sler, Deutschlands oberster Kostend&auml;mpfer, Gesundheitsreformer, Erneuerer? Auch der FDP-Mann, selbst Arzt, m&ouml;chte es sich mit seiner Zunft nicht verderben. Sein Ministerium verweist auf die &ldquo;Selbstverwaltung&rdquo; &ndash; die Kassen sollen es richten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,707280,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Lobbyistin im Interview: Die Pharmafirmen werden sich durchsetzen<\/strong><br>\nCornelia Yzer, Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller, spricht mit der FR &uuml;ber die Lobbyarbeit der Branche, die Nutzenbewertung von Medikamenten, daraus folgende Umsatzeinbu&szlig;en sowie eine Politik, die nach Kassenlage entscheidet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/-die-pharmafirmen-werden-sich-durchsetzen-\/-\/1472780\/4520144\/-\/index.html\">FR<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die entscheidende Frage, die die FR auch stellt, wird nicht beantwortet: Warum sollen Investitionen an Deutschland vorbei flie&szlig;en, wenn die&nbsp; forschenden Arzneimittelhersteller selbst in einer Studie festgestellt haben, dass Deutschland ein h&ouml;chst attraktiver Forschungsstandort sei. Eine Preisregulierung mag Einflu&szlig; auf die Profite in Deutschland haben, aber auf die Forschungsinfrastruktur? Warum gerade durch Sparbem&uuml;hungen in den deutschen gesetzlichen Krankenversicherungen Investitionen verst&auml;rkt nach Indien oder China flie&szlig;en sollen, bleibt vollkommen unerfindlich. Die hiesigen Preise sind dort auf keinen Fall durchzusetzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Milliarden f&uuml;r die Ewigkeit<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Kommission m&ouml;chte unrentable Steinkohle-Zechen fr&uuml;her schlie&szlig;en als bislang geplant. Doch ein vorzeitiger Steinkohleausstieg k&ouml;nnte f&uuml;r die Steuerzahler teuer werden.<br>\nSetzt sich die Europ&auml;ische Kommission mit ihrem Vorschlag durch, unrentable Steinkohle-Zechen fr&uuml;her zu schlie&szlig;en als bislang geplant, ger&auml;t die Essener RAG-Stiftung unter Druck, den Mischkonzern Evonik zu versilbern. &bdquo;Der Stiftung wird die Grundlage entzogen&ldquo;, sagt der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, zur Frankfurter Rundschau.<br>\nUm die Folgen eines vorgezogenen Ausstiegs zu bezahlen, m&uuml;sse die Stiftung &bdquo;entweder weitere Teile von Evonik verkaufen, oder der Staat muss einspringen&ldquo;. Dann aber werde das Ende des Steinkohlebergbaus 2014 &bdquo;teurer, als bis 2018 die Subventionen zu tragen&ldquo;. Vassiliadis: &bdquo;Die Entlastung des Steuerzahlers ist eine Legende.&ldquo; Hintergrund sind die Ewigkeitslasten, deren Finanzierung das &bdquo;Kohle-Kompromiss&ldquo; genannte Steinkohlefinanzierungsgesetz von 2007 regelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/milliarden-fuer-die-ewigkeit\/-\/1472780\/4520240\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Bundesrechnungshof hat allerdings schon 2007 davor gewarnt, dass das Verm&ouml;gen der RAG-Stiftung nicht ausreicht, um die sog. <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/wirtschaft\/news\/Rechnungshof-warnt-vor-Risiken-bei-RAG-Plaenen_aid_472325.html\">Ewigkeitslasten zu bezahlen und dass die Risiken beim Steuerzahler h&auml;ngen bleiben<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Joachim Gauck wirbt f&uuml;r &ldquo;FAZ&rdquo;: &ldquo;In der Regel schaue ich Werbung nicht an&rdquo;<\/strong><br>\nDie &ldquo;Frankfurter Allgemeine Zeitung&rdquo; setzt ihre Werbekampagne &ldquo;Dahinter steckt immer ein kluger Kopf&rdquo; fort. Das neue Motiv zeigt den ehemaligen Pr&auml;sidentschaftskandidaten Joachim Gauck, der im Park vor dem Schloss Bellevue Zeitung liest &ndash; umringt von Leuten, die sich auf dem Rasen sonnen, grillen und unterhalten. Ab dem 31. Juli ist die Anzeige der Agentur Scholz &amp; Friends Berlin in der &ldquo;FAZ&rdquo;, &ldquo;FAS&rdquo;, auf FAZ.net sowie in&nbsp;zielgruppenrelevanten Zeitschriften zu sehen.<br>\nDie &ldquo;FAZ&rdquo;-Kampagne&hellip; habe einen besonderen Esprit und lebe von starken Bildern, meinte Gauck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.horizont.net\/aktuell\/medien\/pages\/protected\/showNewsletter.php?id=93819&amp;utm_source=Newsletter&amp;utm_medium=Newsletter%20\">Horizont.Net<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Nebenbei bemerkt: Die Werbeagentur Scholz &amp; Friends ist seit zehn Jahren f&uuml;r die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft t&auml;tig und mischte auch bei Gauck&acute;s Pr&auml;sidentschaftskandidatur mit.<br>\nErg&auml;nzende Anmerkung WL: Ob Kandidatur zum Bundespr&auml;sidenten, ob Werbemaskottchen f&uuml;r die FAZ, Gauck ist sich offenbar f&uuml;r nichts zu schade.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Lobby, Hektik und Symbolpolitik: Es gibt zu viele schlechte Gesetze<\/strong><br>\nDie Qualit&auml;t deutscher Gesetze ist mangelhaft: Viele sind handwerklich misslungen, die Regierung peitscht immer mehr von ihnen durchs Parlament &ndash; ohne ihre Folgen wirklich absehen zu k&ouml;nnen. Eine Hysterisierung der Medien leistet zudem ihren Beitrag: Die Medien machen Druck, die Politik beugt sich.<br>\n&bdquo;Wir machen zu viele und qualitativ zu schlechte Gesetze&ldquo;, konstatiert der Hamburger Rechtsprofessor Ulrich Karpen, der fr&uuml;her Abgeordneter der Hamburgischen B&uuml;rgerschaft war. &bdquo;Gesetzesvorhaben werden zu oft in gro&szlig;er Hektik durch das Parlament gejagt&ldquo;, sagt er. Mit einer Arbeitsgruppe der Universit&auml;t Hamburg hatte er die in den ersten beiden Jahren der Gro&szlig;en Koalition (2005 bis 2007) entstandenen Rechtsnormen systematisch untersucht, insgesamt 198 Gesetze und 500 Verordnungen.<br>\nDie Ergebnisse waren nicht schmeichelhaft f&uuml;r Parlament und Regierung: Danach verursachten &uuml;ber drei Viertel der Gesetze neue B&uuml;rokratiekosten f&uuml;r Unternehmen, weil sie diesen Informations- und Meldepflichten auferlegten. Fast 60 Prozent der Gesetze seien nach kurzer Zeit wieder ge&auml;ndert worden, und ebenfalls knapp 60 Prozent h&auml;tten weitere Regelungen notwendig gemacht. Die H&auml;lfte der Texte sei &uuml;berdies sprachlich unverst&auml;ndlich gewesen.<br>\nBrigitte Zypries berichtet, sie habe sich als Justizministerin einmal erkundigt, wen ihre Mitarbeiter zu einem bestimmten Entwurf angeh&ouml;rt hatten: Zu ihrem Erstaunen waren es ganze 150 Verb&auml;nde. Das sei aber nur konsequent, findet die Sozialdemokratin: &bdquo;Wenn man Gesetze im Konsens machen will, ist es vern&uuml;nftig, so zu verfahren.&ldquo;<br>\nNicht selten ist es der Zweck von Gesetzen, zu demonstrieren: &bdquo;Wir tun was.&ldquo; Und dann tritt ein anderer Spieler auf den Plan, mit dem die Politik eine wechselseitige Abh&auml;ngigkeit verbindet: die Medien. Der Einfluss von Zeitung, Internet und Fernsehen auf die Gesetzgebung ist nicht zu untersch&auml;tzen.<br>\nDie &bdquo;Hysterisierung der Medien&ldquo; habe insbesondere in Fragen der inneren Sicherheit dazu gef&uuml;hrt, dass wir es mit einer &bdquo;st&auml;ndigen Ausnahmegesetzgebung&ldquo; zu tun h&auml;tten. &bdquo;Das Bundesverfassungsgericht kommt mit der Korrektur kaum noch nach&ldquo;, sagt der regelm&auml;&szlig;ig mit rechtspolitischen Fragen befasste Journalist (Heribert Prantl).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/carta.info\/30424\/lobby-hektik-und-symbolpolitik-es-gibt-zu-viele-schlechte-gesetze\/\">Carta<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Warum die Deutschen gar nicht aussterben. Wahrscheinlich.<\/strong><br>\nGerd Bosbach ist seine eigene Kontrollinstanz. Sein eigener Watchblog, sozusagen. Er ist Statistiker und Experte f&uuml;r Statistikmissbrauch.<br>\nEs sei erstaunlich, &bdquo;wenn Demografen uns heute schon die Bev&ouml;lkerungszahl und die Altersquotienten von Deutschland in 50 Jahren verraten&ldquo;. Und noch erstaunlicher sei es, wenn Politiker heute schon w&uuml;ssten, &bdquo;wie sich die prognostizierten Werte &ouml;konomisch und sozial auswirken werden&ldquo;. Bosbach erinnert daran, dass das Statistische Bundesamt (bei dem Bosbach auch schon gearbeitet hat) dazu zw&ouml;lf sehr unterschiedliche Modellvarianten vorgelegt hat, in denen die prognostizierte Zahl der Deutschen im Jahr 2060 zwischen 62 und 77 Millionen schwankt. Schwankender Grund, auf dem Sozial-, Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik gebaut werden. Politik und &Ouml;ffentlichkeit h&auml;tten sich deshalb halt auf die &bdquo;sogenannte untere mittlere&ldquo; geeinigt,&nbsp; &bdquo;die pessimistischere der beiden Hauptvarianten&ldquo;. Schreckensszenarien von einem vergreisten und verarmten Deutschland seien letztlich, sagt Bosbach,&nbsp; &bdquo;nicht haltbar&ldquo;. Auch eine andere Annahme sei falsch: &bdquo;Die unterstellte Zwangsl&auml;ufigkeit, &lsquo;weniger Kinder und Jugendliche f&uuml;hren zu Einschr&auml;nkungen des Lebensstandards und machen Sozialabbau notwendig&rsquo;, ist auch historisch widerlegt. Wie die Zukunft tats&auml;chlich aussehen wird, h&auml;ngt in hohem Ma&szlig;e von der Entwicklung der Produktivit&auml;t ab. Und sie wird nicht so sehr davon bestimmt, wie viele Kinder wir haben, sondern wie wir mit diesen Kindern umgehen.&ldquo;&nbsp;Stellt euch vor, es ist Generationenkrieg und keiner geht hin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/agewatch-blog.com\/\">Age watch blog<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Weiter hei&szlig;t es in dem Interview in Lufthansa Exklusiv: &bdquo;Seit Bismarcks Zeiten, als die durchschnittliche Lebenserwartung bei 48 Jahren lag und das Renteneintrittsalter bei 70, hat die Zahl der Rentner enorm zugenommen, ebenso der allgemeine Wohlstand. Und zur Illusion, wir k&ouml;nnten heute alle privat  f&uuml;r unser Alter ansparen: Die Gesellschaft &ndash; Kinder, Erwerbst&auml;tige, Alte, Kranke &ndash; kann und wird immer nur von dem leben, was aktuell erwirtschaftet wird. Angespartes Geld k&ouml;nnen wir halt nicht essen!<br>\nTrotz diesem und vielen weiteren gewichtigen Argumenten haben die Lobbyisten heute die Oberhand.  Nicht nur hier, sondern auch generell ist es bei Statistiken eine gute Idee zu fragen: Wem n&uuml;tzt das Ergebnis?&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>R&uuml;ckkehr zum Diplom<\/strong><br>\nZehn Jahre nach Einf&uuml;hrung der Bachelor-Studieng&auml;nge wollen die neun f&uuml;hrenden Technischen Hochschulen in Deutschland zum Diplom-Abschluss zur&uuml;ckkehren. Nach FOCUS-Informationen soll dies zun&auml;chst in den Ingenieursf&auml;chern gelten.<br>\n&bdquo;Es besteht Einigkeit dar&uuml;ber, dass jeder, der ein entsprechendes f&uuml;nfj&auml;hriges Studium absolviert hat, den Titel `Diplomingenieur&acute; f&uuml;hren darf&ldquo;, sagte der designierte Rektor der TU-Dresden, Hans M&uuml;ller-Steinhagen, zu FOCUS. Der akademische Grad des &bdquo;Diplom-Ingenieurs&ldquo; genie&szlig;e im Ausland einen hervorragenden Ruf, auf den man nicht verzichten d&uuml;rfe, so M&uuml;ller-Steinhagen. Daf&uuml;r gebe es auch &bdquo;starke Unterst&uuml;tzung&ldquo; von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU).<br>\nDie f&uuml;hrenden Technischen Hochschulen, die &bdquo;TU9&ldquo;, wollen M&uuml;ller-Steinhagen zufolge auch in anderen F&auml;chern die R&uuml;ckkehr zum Diplom pr&uuml;fen. Entscheidend sei, ob der traditionelle Abschluss den Absolventen Vorteile verschaffe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/wissen\/campus\/technische-hochschulen-rueckkehr-zum-diplom_aid_536704.html\">Focus<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Aus der Bologna-Sackgasse in die Diplom-Sackgasse, das nennt man in Deutschland Studienreform.<br>\nOrlando Pascheit meint: Da werden sich aber alle freuen, die &ldquo;nur&rdquo; den Bachelor oder Master haben. Zumindest sollte man den Master dem Diplom gleichsetzen und nachreichen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die Obama-Entsch&auml;rfer<\/strong><br>\nNur scheinbar gehen die Reformen in den USA flott voran &ndash; in Wahrheit werden sie von Lobbyisten ausgeh&ouml;hlt.<br>\nAus der N&auml;he betrachtet, wirkt Obama also immer weniger wie ein durchsetzungsf&auml;higer Pr&auml;sident, der historische Erfolge erringt. Immer mehr erscheint er wie ein Vertreter, der Gesch&auml;ftsabschl&uuml;sse preist, bei denen im Kleingedruckten brisante L&uuml;cken verborgen sind.<br>\nSchuld sind Lobbyisten und Wirtschaftsvertreter, deren Einfluss auf die Entscheidungen in Washington ausgerechnet unter dem Reformer und Aufr&auml;umer Obama so sp&uuml;r- und sichtbar wie selten zuvor ist. Nirgendwo zeigt sich das deutlicher als bei der Finanzreform. F&uuml;r die Wall Street standen goldene Gesch&auml;ftsmodelle auf dem Spiel, mit denen sie selbst in der schwersten Rezession noch Milliarden einfahren konnte. Goldman Sachs und Co. lieferten Washington eine Materialschlacht. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres gaben Finanzinstitute und ihre Verb&auml;nde t&auml;glich 1,4 Millionen Dollar aus, um die Gesetzgeber in Washington in ihrem Sinne zu beeinflussen. Sie schickten mehr als 3000 Lobbyisten los, um die Reform zu durchl&ouml;chern. Auf einen Volksvertreter kamen im Schnitt f&uuml;nf Interessenvertreter.<br>\n2009 sollen Lobbyisten knapp 3,5 Milliarden Dollar eingenommen haben &ndash; fast doppelt so viel wie im ersten Amtsjahr von George W. Bush. Insbesondere der steigende Geldbedarf f&uuml;r Wahlk&auml;mpfe treibe US-Parlamentarier in die Arme der Lobbyisten, die gegen Bezahlung Zugang zu Regierenden erhielten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/28\/USA-Reformen-Lobbyisten\">Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Offensive gegen WikiLeaks<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>US-Beh&ouml;rden setzen WikiLeaks-Aktivisten unter Druck<\/strong><br>\nDie Regierung Obama macht Ernst mit ihrer Offensive gegen WikiLeaks. Ein US-Programmierer wurde mehrere Stunden am Flughafen Newark festgesetzt und befragt &ndash; k&uuml;rzlich hatte er bei einer Konferenz Plattformgr&uuml;nder Assange vertreten.<br>\nErst am Donnerstag hatte US-Verteidigungsminister Robert Gates eine &ldquo;aggressive&rdquo; Fahndung nach der Quelle der Afghanistan-Dokumente angek&uuml;ndigt und die Bundespolizei FBI eingeschaltet. Mitarbeiter des Justizministeriums pr&uuml;fen, ob sie unter dem &ldquo;Espionage Act&rdquo; von 1917 juristische Schritte gegen WikiLeaks und dessen Mitarbeiter einleiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,709446,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Verhaftete Recherchehelfer und selbstgemachte Verliese der Journalisten <\/strong><br>\nDer Whistleblower f&uuml;r Wikileaks wurde in den USA verhaftet. In Berlin diskutierten Journalisten &uuml;ber den Fall und die Fallen, in der Journalisten sitzen, wenn es um Recherche geht.<br>\nDie Internetplattform Wikileaks machte international Furore, als sie ein bisher geheimes Video &uuml;ber einen Hubschraubereinsatz von US-Soldaten, bei dem im Herbst 2007 im Irak auch Zivilisten starben, ins Netz stellte. Auf dem Video ist zu sehen, wie zwei Fotojournalisten von den Soldaten get&ouml;tet werden (siehe &ldquo;Schie&szlig; weiter, schie&szlig; weiter, schie&szlig; weiter, keep shoot&rsquo;n&rdquo;). Einer, als er schon verwundet abtransportiert werden sollte, und sich die Soldaten hinterher begl&uuml;ckw&uuml;nschten.<br>\nJetzt hat das Video f&uuml;r den 22j&auml;hrigen US-Soldaten Bradley Manning juristische Folgen. Er wurde festgenommen, nicht weil er an der Schie&szlig;erei beteiligt war, sondern weil er das Video und weitere als geheim klassifizierte Informationen an Wikileaks weitergeleitet haben soll. Ein ehemaliger Hacker, dem er sich anvertraute, sah die nationale Sicherheit in Gefahr und informierte die Beh&ouml;rden.<br>\nDer Fall machte einmal mehr die Gefahren deutlich, denen Menschen auch in demokratischen L&auml;ndern ausgesetzt sind, wenn sie Missst&auml;nde &ouml;ffentlich machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/6\/147783\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>USA haben einen Angriffsplan gegen Iran<\/strong><br>\nDie US-Streitkr&auml;fte haben nach eigenen Angaben einen Angriffsplan gegen Iran vorbereitet. Generalstabschef Admiral Mike Mullen sagte in einer US-Fernsehtalkshow an diesem Sonntag aber auch, er halte eine Invasion in Iran eher f&uuml;r eine schlechte Idee. Mullen hat bereits mehrfach erkl&auml;rt, dass eine milit&auml;rische Intervention in Iran wegen der Reaktionen im Mittleren Osten nicht kalkuliert werden&nbsp;k&ouml;nne.<br>\nZugleich sei es aber inakzeptabel, dass Teheran m&ouml;glicherweise an der Entwicklung von Atomwaffen arbeite. Im Fernsehsender NBC sagte er nun, ein Milit&auml;rschlag gegen Iran sei eine Option. Sollte es dazu kommen, h&auml;tten die Streitkr&auml;fte einen Plan zur Hand. Details nannte er&nbsp;nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/politik-kompakt-flut-in-pakistan-deutschland-hilft-mit-einer-million-euro-1.982436\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Streubomben: &Auml;chtung der Heimt&uuml;cke<\/strong><br>\nHeute tritt das Verbot von Streubomben in Kraft &ndash; doch die gr&ouml;&szlig;ten Erzeuger dieser Waffe machen nicht mit: USA, Russland, China und Israel. Etwa 20 Prozent dieser billig produzierten Kleinbomben explodieren bei ihrem Abwurf nicht. Die Blindg&auml;nger liegen dann bis in alle Ewigkeit am Boden herum. Sie gehen schon bei leichter Ber&uuml;hrung hoch, etwa wenn ein Mensch oder ein Tier darauf tritt. Streubomben wurden in zahlreichen L&auml;ndern zur Standardmunition der Luftwaffe. Hergestellt wurden sie von 34 Staaten. Eingesetzt haben sie mindestens 23 L&auml;nder. Das Verbot von Streumunition weist aber L&uuml;cken auf. Nicht erfasst werden &bdquo;kluge&ldquo; Sprengk&ouml;rper, die mit Zielerkennungsger&auml;t und Selbstzerst&ouml;rungsmechanismus ausger&uuml;stet sind. Diese Ausnahme hatten Deutschland und Frankreich angestrebt. Demnach gilt auch die neue Smart-Munition der Bundeswehr nicht als Streubombe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/aechtung-der-heimtuecke\/-\/1472596\/4520112\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Afghanistan-Krieg<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>The war must go on<\/strong><br>\nDie amerikanische &Ouml;ffentlichkeit interessiert sich nicht f&uuml;r die von Wikileaks publizierten Milit&auml;rberichte &ndash; ebenso wenig wie f&uuml;r den Krieg. Entscheidungen &uuml;ber Krieg und Frieden werden in den USA an der Staatsspitze getroffen, dann getreulich durch die weitgehend konformistischen Medien legitimiert und anschlie&szlig;end von der halb entpolitisierten B&uuml;rgerschaft entweder begeistert oder resigniert akzeptiert. In jedem Wahlbezirk findet sich entweder eine Milit&auml;rbasis, eine Waffenfabrik oder ein wissenschaftliches oder technisches Labor, das aus dem Verteidigungstopf bezahlt wird. Kongressabgeordnete und Senatoren votieren in der Regel nicht gegen die Existenzgrundlage ihrer W&auml;hler.<br>\nHinzu kommt ein gro&szlig;er, in den Universit&auml;ten und Forschungszentren angesiedelter intellektueller Apparat, der eine gegen jede Ver&auml;nderung resistente Weltsicht produziert. Laut dieser ist die Nation pausenlos bedroht und eine aggressive Au&szlig;enpolitik daher die einzige L&ouml;sung. Im Heer der ganz normalen Soldaten finden sich &uuml;berproportional viele Afroamerikaner, Latinos, Migranten und mittellose Wei&szlig;e. Das Offizierskorps gibt ihnen die Chance auf sozialen Aufstieg. Rund sechs Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts verschlingt j&auml;hrlich das Milit&auml;r, wobei die Kriege im Irak und in Afghanistan bislang etwa ein Prozent verbraucht haben. Die meisten B&uuml;rger tangieren die unmittelbaren Konsequenzen des Krieges nicht, die Langzeitfolgen erscheinen ihnen allzu abstrakt.<br>\nVielleicht k&ouml;nnten unsere europ&auml;ischen Freunde helfen, eine kriegskritische Haltung auch in der US-amerikanischen &Ouml;ffentlichkeit zu verankern. Doch f&uuml;r eine solche Herkulesaufgabe w&auml;ren Freunde von Format n&ouml;tig. Die aber haben wir nicht. Denn Cameron, Merkel und Sarkozy haben sich l&auml;ngst in den Marsch der Lemminge eingereiht, der uns an den Rand des Abgrunds f&uuml;hren wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F07%2F31%2Fa0123&amp;cHash=52ff328ad0\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Und man sollte sich angesichts der hiesigen Debatte um die zuk&uuml;nftige Rolle der Bundeswehr vor Augen halten, dass eine amerikanische Armee von Wehrpflichtigen durch die betroffenen V&auml;ter und M&uuml;tter, Geschwister und Freunde dieser Soldaten, in der amerikanischen &Ouml;ffentlichkeit quer durch alle Schichten eine ganz andere Aufmerksamkeit erhalten w&uuml;rden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Petraeus ruft zur t&ouml;dlichen Hatz auf Taliban<\/strong><br>\n&ldquo;Rammt eure Z&auml;hne in ihr Fleisch und lasst nicht mehr los&rdquo;: Mit martialischen Worten sch&auml;rft General Petraeus den Soldaten in Afghanistan Kampfeswillen ein. Der Krieg unter dem neuen Chef der Nato-Schutztruppe soll h&auml;rter werden &ndash; inklusive harscher Methoden wie dem gezielten T&ouml;ten von Taliban.<br>\nF&uuml;r Deutschland und andere Isaf-Nationen k&ouml;nnten die Kill-Missionen noch Probleme bringen. So jagt seit Herbst 2009 eine US-Spezialeinheit auch im deutschen Nordsektor Taliban. Die Task Force 373, die mittlerweile unter dem Namen 3-10 agiert, hat schon Dutzende Verd&auml;chtige get&ouml;tet &ndash; doch noch immer ringt die Bundesregierung darum, wie sie mit ihren Eins&auml;tzen umgehen soll. Sowohl Kanzlerin Angela Merkel als auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg schweigen zur TF 373. Guttenberg wei&szlig; zwar, dass die Bundeswehr ohne den Beistand der Eliteeinheiten gegen die Taliban kaum noch bestehen kann. Doch &ouml;ffentlich loben will er die gezielten T&ouml;tungen nicht, daf&uuml;r ist das Thema in der &Ouml;ffentlichkeit zu hei&szlig;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,709567,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Niederl&auml;nder verlassen Afghanistan<\/strong><br>\nAm Hindukusch bem&uuml;hen sich Soldaten aus mehr als 40 Nationen um Stabilit&auml;t und Frieden. Nach vier Jahren ziehen sich die holl&auml;ndischen Einheiten zur&uuml;ck. Die Regierung in Den Haag war am Streit um den Einsatz &ndash; der 24 Soldaten das Leben kostete &ndash; zerbrochen.<br>\nGegen das Vorhaben, auf Bitten von Nato-Generalsekret&auml;r Rasmussen den Afghanistan-Einsatz um ein Jahr zu verl&auml;ngern, sperrten sich im Februar die in Den Haag mitregierenden Sozialdemokraten. Die Regierung zerbrach, und es blieb beim Abzugstermin f&uuml;r die 1950 niederl&auml;ndischen Soldaten. Sie werden nun durch Soldaten aus den USA, Australien, Singapur und der Slowakei ersetzt.<br>\nDie US-Streitkr&auml;fte haben im Juli den verlustreichsten Monat seit Beginn des Afghanistan-Krieges vor fast neun Jahren erlitten: Mindestens 66 Soldaten wurden nach einer Z&auml;hlung der Nachrichtenagentur AP get&ouml;tet&hellip;<br>\nIm Juni waren 104 Angeh&ouml;rige der internationalen Streitkr&auml;fte (International Security Assistance Force \/Isaf) in Afghanistan ums Leben gekommen, darunter 60 US-Soldaten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/nachrichten.rp-online.de\/politik\/niederlaender-verlassen-afghanistan-1.94469\">Rheinische Post<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Venezuela l&auml;sst Truppen aufmarschieren<\/strong><br>\nIm Konflikt zwischen Venezuela und Kolumbien hat der venezolanische Staatschef Hugo Ch&aacute;vez die Spannungen versch&auml;rft und Truppen an die Grenze verlegt. Als Grund nannte er in einem Telefoninterview mit dem staatlichen Fernsehsender VTV am Freitag (Ortszeit) eine von Kolumbien ausgehende &bdquo;Kriegsbedrohung&ldquo;. Auch die kolumbianische Luftwaffe verst&auml;rkt nach eigenen Angaben ihre Pr&auml;senz im Grenzgebiet.<br>\nCh&aacute;vez zufolge wurden Einheiten der Infanterie sowie der Luftwaffe an die kolumbianisch-venezolanische Grenze verlegt. Der venezolanische Pr&auml;sident machte keine Angaben zu Anzahl und Ausr&uuml;stung der Truppen. Als Grund f&uuml;r diesen Schritt nannte der linksgerichtete Staatschef eine &bdquo;Kriegsbedrohung&ldquo; durch Kolumbien. Der konservative kolumbianische Staatschef Alvaro Uribe sei in den letzten Tagen seiner Amtszeit &bdquo;zu allem f&auml;hig&ldquo;. Uribe scheidet am 7. August nach acht Jahren aus dem Amt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/venezuela-laesst-truppen-aufmarschieren\/-\/1472596\/4521170\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist auffallend, wie einseitig in unseren Medien in diesem Konflikt Partei f&uuml;r den reaktion&auml;ren noch amtierenden Pr&auml;sidenten Kolumbiens ergriffen wird, der auf eine massive Militarisierung seines Landes betrieben hat.<br>\nEs wird v&ouml;llig ausgeblendet, dass es in Kolumbien seit Jahrzehnten st&auml;ndige schwere Menschenrechtsverletzungen gibt. &Uuml;ber zweihunderttausend Menschen sind durch paramilit&auml;rische Verb&auml;nde verschwunden oder ermordet worden.<br>\n&bdquo;Seit dem Amtsantritt des konservativen Staatspr&auml;sidenten &Aacute;lvaro Uribe im August 2002 &bdquo;verschwanden&ldquo; 14.000 Kolumbianer oder kamen gewaltsam ums Leben. Laut Untersuchungen der Kolumbianischen Juristenkommission CCJ war der Staat in 75 Prozent aller F&auml;lle direkt oder indirekt involviert. 17,5 Prozent der Opfer wurden dabei direkt von den regul&auml;ren Sicherheitskr&auml;ften get&ouml;tet. Der &uuml;berwiegende Rest wird den ultrarechten Paramilit&auml;rs angelastet. Zus&auml;tzlich kamen von 2002 bis 2008 12.000 Menschen bei Kampfhandlungen ums Leben, so dass sich eine Opferbilanz von 26.000 Menschen ergibt&hellip; Seit 1986 wurden in Kolumbien 2674 Gewerkschafter ermordet, im Durchschnitt Einer <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kolumbien#Menschenrechte\">an jedem dritten Tag<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu:<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Uribe greift Familien von Mordopfern an<\/strong><br>\nDrei Tage nach einer &ouml;ffentlichen Anh&ouml;rung &uuml;ber die humanit&auml;re Krise im s&uuml;dkolumbianischen La Macarena, wo rund 2000 anonyme Leichen neben einer Milit&auml;rbasis begraben liegen, besuchte der scheidende Pr&auml;sident Uribe den Ort. Er sei gekommen, um den stationierten Truppen &ldquo;zu gratulieren und sich f&uuml;r ihre Dienste zu bedanken&rdquo;, sagte er, um die Angeh&ouml;rigen der Mordopfer scharf zu attackieren. Ihre Anklage des Massenmordes sei &ldquo;eine Strategie des Terrorismus&rdquo;, um das Milit&auml;r zu diskreditieren.<br>\nDas Gebiet um La Macarena ist wegen der &ldquo;Operation Omega&rdquo;, einer dauerhaften Aktion der Armee gegen Rebellengruppen FARC und ELN, massiv militarisiert. Die &ldquo;mobilen Brigaden&rdquo; der Armee &uuml;ben st&auml;ndigen Druck auf die sozialen Netzwerke der Region aus, kritisiert die Juristenorganisation Jos&eacute; Alvear Restrepo nach dem gewaltsamen Tod Hurtados.<br>\nDie Zone hat eine strategische Bedeutung aufgrund ihres Erd&ouml;lreichtums. Die Aktionen der Armee im S&uuml;den Kolumbiens werden von Washington mit rund 20 Millionen US-Dollar j&auml;hrlich unterst&uuml;tzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/amerika21.de\/nachrichten\/2010\/07\/6931\/uribe-macarena-massengrab\">Portal amerika21.de<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>TV-Tipp: Sch&ouml;n reich &ndash; Steuern zahlen die anderen<\/strong><br>\nDer Film &lsquo;Sch&ouml;n reich &ndash; Steuern zahlen die anderen&rsquo; stellt den Million&auml;r Klaus Barski sowie die Arbeitnehmerfamilie Drawitsch vor und fragt, wer was von der Steuer absetzen kann und warum. &nbsp;<br>\n3sat, Montag, 02.08., Magazin\/Gesellschaft\/Politik 20:15 &ndash; 21:00&nbsp;Uhr<\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Br&uuml;derle: Ja, der Aufschwung ist da.<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/020810_zu_guter_letzt_der_aufschwung.png\" alt=\"Focus Titelblatt\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/p4.focus.de\/img\/gen\/b\/a\/HBbaReKM_Pxgen_r_Ax480.jpg?http:\/\/p4.focus.de\/img\/gen\/b\/a\/HBbaReKM_Pxgen_r_Ax480.jpg%20\">Focus<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nein, das ist keine Karikatur!<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Aufschwung?; Rund neun Millionen Menschen w&uuml;nschen sich (mehr) Arbeit; Generation befristet; unendliches Arbeitsleben in GB; Einzelhandelsumsatz; wie Investmentbanken die Preise manipulieren; Regulierung erfreut Banken; Geheimkonten von Haider; CSU wegen Bankenaff&auml;re unter Druck; Lobbyismus und Betrug in der Medizin; Gauck wirbt jetzt f&uuml;r die FAZ; Lobby, Hektik und Symbolpolitik; warum<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6354\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6354","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6354","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6354"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6354\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6363,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6354\/revisions\/6363"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6354"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6354"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6354"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}