{"id":63583,"date":"2020-08-05T09:05:57","date_gmt":"2020-08-05T07:05:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63583"},"modified":"2020-08-05T09:34:47","modified_gmt":"2020-08-05T07:34:47","slug":"der-zionismus-ist-die-basis-israels-doch-der-juedische-widerstand-gegen-diese-ideologie-ist-alt-und-reicht-bis-in-die-gegenwart-eine-buchbesprechung-von-heiko-flottau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63583","title":{"rendered":"Der Zionismus ist die Basis Israels. Doch der j\u00fcdische Widerstand gegen diese Ideologie ist alt und reicht bis in die Gegenwart. Eine Buchbesprechung von Heiko Flottau."},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Wir werden das Land denjenigen zur&uuml;ckgeben, die seit Jahrhunderten dort gelebt haben, n&auml;mlich dem pal&auml;stinensischen Volk. Unter seiner Souver&auml;nit&auml;t werden wir gemeinsam an einer gerechten L&ouml;sung f&uuml;r alle Probleme in den j&uuml;disch-pal&auml;stinensischen Beziehungen arbeiten &hellip;&ldquo;. &ndash; Mit diesen Worten aus der Neturei Karta (aram&auml;isch &bdquo;W&auml;chter der Stadt&ldquo;), einem 1938 in Jerusalem gegr&uuml;ndeten, j&uuml;dischen, antizionistischen B&uuml;ndnis, endet ein Buch, das vom franz&ouml;sischen Originaltext bereits in vierzehn Sprachen &ndash; darunter ins Arabische und Hebr&auml;ische &ndash; &uuml;bersetzt war, bis es schlie&szlig;lich ein Jahrzehnt nach seinem Erscheinen jetzt auch auf Deutsch erscheinen durfte. Sein Titel lautet &bdquo;Im Namen der Thora &ndash; Die j&uuml;dische Opposition gegen den Zionismus&ldquo;.[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63583#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Sein Autor hei&szlig;t Yakov M. Rabkin. Rabkin ist Professor f&uuml;r Geschichte an der Universit&auml;t von Montreal; zudem war Rabkin f&uuml;r Organisationen wie die UNESCO und die OECD t&auml;tig. Von <strong>Heiko Flottau<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDas mit vielen umfangreichen Originalzitaten ausgestattete Werk behandelt ein Thema, welches speziell in Deutschland fast so etwas wie ein Tabu ist &ndash; n&auml;mlich die Tatsache, dass es gegen den Zionismus, wie dieser etwa von Theodor Herzl propagiert wurde, eine breite innerj&uuml;dische Opposition gegeben hat und bis in die Gegenwart gibt. Dieser Widerstand beruft sich meistens auf die Thora, also auf die f&uuml;nf B&uuml;cher Moses; getragen wird diese Auflehnung gegen die Bewegung, die letztlich zur Gr&uuml;ndung des Staates Israel f&uuml;hrte, &uuml;berwiegend von den orthodoxen oder auch ultraorthodoxen Juden, den Charedim (die sich selber als &bdquo;streng orthodox&ldquo; bezeichnen).<\/p><p>Dieser orthodoxe, sich auf die Thora berufende Widerstand gegen Herzls s&auml;kular gepr&auml;gten Zionismus begann bereits 1897. Den ersten zionistischen Weltkongress wollte Herzl nach M&uuml;nchen einberufen, doch mehrere j&uuml;dische Gemeinden in Deutschland h&auml;tten sich, schreibt der Autor, auch gerichtlich gegen den Tagungsort M&uuml;nchen gewehrt. Deshalb, schreibt Rabkin, sei man in die Schweiz nach Basel gegangen. Heute, fast 125 Jahre sp&auml;ter, s&auml;hen rechtsextreme Bewegungen in Europa und anderswo in Israel ein &bdquo;Bollwerk gegen Araber und Muslime&ldquo;. Man h&ouml;re aber auch die Frage, schreibt der Autor, wie diejenigen, welche unter den Nationalsozialisten derma&szlig;en gelitten h&auml;tten, die Pal&auml;stinenser so behandeln (d.h. unterdr&uuml;cken, Anm. d. Autors) k&ouml;nnten. Sein Buch, schreibt Professor Rabkin, suche auch eine Antwort auf diese Frage.<\/p><p>Eine Antwort gibt der Autor gleich zu Beginn seines Werkes. Er schreibt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;F&uuml;r viele religi&ouml;se Juden gibt es zwischen dem Staat Israel und der Erl&ouml;sung des j&uuml;dischen Volkes keinerlei Zusammenhang. F&uuml;r sie besitzt das Land (unabh&auml;ngig von der Thora) keinen eigenst&auml;ndigen Wert. Von ihrem Standpunkt aus muss jede j&uuml;dische Gemeinde, sei es in Israel oder sonstwo in der Welt, nach den traditionellen Kriterien bemessen werden: Bringt es die Juden der Thora und der Erf&uuml;llung der Gebote n&auml;her oder nicht?&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Eine der charidischen Gruppen, welche den Staat Israel im Grunde ablehnt, sich aber mit ihm, sozusagen, arrangiert hat, ist die Schas-Bewegung. Schas steht f&uuml;r &bdquo;Sephardische Thoraw&auml;chter&ldquo;. Diese seien, schreibt Yakov Rabkin, vornehmlich aus muslimischen L&auml;ndern eingewandert, h&auml;tten dort die lokalen Sprachen wie Aram&auml;isch, Arabisch, Paschtunisch und Persisch beherrscht und seien erheblich weniger Verfolgung und Gewalt ausgesetzt gewesen als Juden im christlichen Europa. F&uuml;r die sephardischen Juden der Schas sei der Zionismus Herzls ein s&auml;kulares, der Thora fremdes Projekt, ein &bdquo;europ&auml;isches Projekt&ldquo;, vornehmlich auch ein Projekt russischer Juden, die im Zarenreich erheblicher Verfolgung ausgesetzt waren. In Israel m&uuml;ssten diese sephardischen Juden, schreibt Rabkin, noch immer um Anerkennung k&auml;mpfen, ihre Hoffnung, &bdquo;sie k&ouml;nnten mit Hilfe des Zionismus und des staatlich-religi&ouml;sen Bildungssystems in die Modernit&auml;t eintreten&ldquo;, habe sich nicht erf&uuml;llt.<\/p><p>Indessen, schreibt der Autor, h&auml;tten grunds&auml;tzlich alle Str&ouml;mungen des orthodoxen Judentums die Ablehnung des Zionismus gemeinsam. F&uuml;r sie sei der Zionismus Ketzerei, Leugnung fundamentaler Prinzipien j&uuml;dischen Glaubens und der Bruch des Schwures, den das j&uuml;dische Volk Gott einst gegeben habe: das Heilige Land nicht mit Gewalt zu erobern.<\/p><p>Nun, diese Tatsache gibt der Autor selbstverst&auml;ndlich zu, es ist ganz anders gekommen. Schon das Alte Testament beschreibt die gewaltsame Eroberung Pal&auml;stinas durch die Juden. Und die Geschichte des 20. Jahrhunderts gibt noch einmal Zeugnis f&uuml;r eine gewaltsame Eroberung &ndash; diesmal freilich durch den s&auml;kularen Zionismus, den die Orthodoxen ablehnen. Eine Gruppe der Orthodoxen, die Satmar-Charedim [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] s&auml;hen, schreibt der Autor, im Holocaust sogar die Strafe Gottes f&uuml;r die Ketzerei des Zionismus.<\/p><p>Doch die Ablehnung des Zionismus beschr&auml;nkt sich &ndash; folgt man dem Autor &ndash; keineswegs auf das orthodoxe Judentum. Auch die j&uuml;dische Reformbewegung, die 1885 in Pittsburgh gegr&uuml;ndet wurde, habe &bdquo;dem j&uuml;dischen Nationalismus in jeder nur denkbaren Form&ldquo; eine Absage erteilt, &bdquo;noch bevor der moderne Zionismus in Europa auf die B&uuml;hne&ldquo; getreten sei, schreibt Yakov Rabkin.<\/p><p>Nach Ansicht mancher Historiker hat der Zionismus entscheidend dazu beigetragen, die eigentlich guten Beziehungen zwischen Muslimen und Juden zu zerst&ouml;ren. Rabkin schreibt, &bdquo;dass es in allen L&auml;ndern des Mittelmeerraumes immer gute nachbarschaftliche Beziehungen zwischen Juden und Arabern gegeben&ldquo; habe, &bdquo;auch im Heiligen Land&ldquo;. Erst die Zionisten h&auml;tten &bdquo;durch verdeckte Aktionen in verschiedenen arabischen L&auml;ndern&ldquo; antij&uuml;dische Unruhen provoziert, u.a. auch &bdquo;durch ihre offene Aggression in Pal&auml;stina&ldquo;. Hass auf Juden sei, schreibt Yakov Rabkin weiter, eine &bdquo;sp&auml;tere und damit umkehrbare Erscheinung&ldquo;. Die Krux sei die &bdquo;weitverbreitete Verwechslung zwischen Jude und Zionist&ldquo;.<\/p><p>Kleiner Exkurs: Die angesehene Berliner Islamwissenschaftlerin Gudrun Kr&auml;mer schreibt in ihrem Buch &bdquo;The Jews in Modern Egypt 1914-1952&ldquo; [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>], dass die Juden in der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg in &Auml;gypten einen &bdquo;sicheren und respektierten Platz in der Gesellschaft&ldquo; eingenommen h&auml;tten. &bdquo;Ihre wirtschaftlichen T&auml;tigkeiten, ihr religi&ouml;ses, kulturelles, soziales, politisches Leben &ndash; Zionismus eingeschlossen &ndash; unterlag keinerlei Einschr&auml;nkungen.&ldquo; Erst mit dem arabisch-israelischen Krieg von 1948\/49 und nachdem Gamal Abdel Nasser 1956 den Suezkanal verstaatlicht hatte und daraufhin Israel, Gro&szlig;britannien und Frankreich die Suezkanalzone besetzt hatten, habe sich die Situation der Juden in &Auml;gypten drastisch verschlechtert.<\/p><p>Einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des politischen, s&auml;kularen Zionismus (den die orthodoxen Juden als H&auml;resie bezeichnen) nahmen und nehmen nach den Worten von Yakov Rabkin die russischen Juden ein. Sie litten extrem unter der Diskriminierung im Zarenreich und unter den Pogromen &ndash; etwa denen in Kishinev (heute Chisinau, Hauptstadt von Moldawien). Im Verlauf dieser Gewaltakte kamen 1903 etwa 120 Juden ums Leben, 500 wurden verletzt; im Pogrom von 1905 wurden 15 Juden ermordet, etwa 56 erlitten Verletzungen.<\/p><p>Dieses schwere Schicksal hat nach den Worten von Yakov Rabkin einen nachhaltigen Einfluss auf die Gr&uuml;ndung Israels gehabt. Die russischen Juden h&auml;tten nicht nur die Mehrheit unter den Gr&uuml;ndern Israels gestellt, &bdquo;sie waren auch die einflussreichste Gruppe in der milit&auml;rischen Elite&ldquo; (Rabkin). So sei Avraham Stern, Gr&uuml;nder der Terrorgruppe Lechi, russischer Jude gewesen. Moshe Dayan, Ezer Weizmann, Jitzhak Rabin, Rechavam Zeevi, Rafael Eitan und Ariel Sharon seien Nachfahren russischer Juden.<\/p><p>Yakov Rabkin schreibt: &bdquo;Das Ma&szlig; ihrer Bereitschaft zum Einsatz von Gewalt verh&auml;lt sich proportional zum Ma&szlig; ihrer Entfremdung von der Tradition.&ldquo; Nur nach der v&ouml;lligen Abwendung vom Judentum h&auml;tten die russischen Juden &bdquo;eigene Kraft gewinnen und ihre F&auml;higkeit, Israel zu erobern und zu verteidigen&ldquo;, entwickeln k&ouml;nnen. Zu den ebenfalls in Russland bzw. in der Sowjetunion geborenen israelischen Politikern geh&ouml;ren Menachem Begin (geboren in Brest Litowsk), Yitzhak Shamir (geboren in Ruzhany, einem Dorf im Zarenreich) sowie der Sp&auml;teinwanderer Avigdor Lieberman (geboren in Chisinau, Republik Moldawien). Auch Wladimir Jabotinsky, der in seinem Aufsatz von 1923 unter dem Titel &bdquo;Die Eiserne Mauer&ldquo; die Zionisten dazu aufgefordert hatte, so stark wie eine &bdquo;eiserne Mauer&ldquo; zu sein, an der jedweder arabische Widerstand zerschellen m&uuml;sse, stammt aus dem Zarenreich, er wurde in Odessa geboren.<\/p><p>&bdquo;Im Namen der Thora&ldquo; &ndash; wie Yakov Rabkin sein Buch nennt &ndash; hat es nat&uuml;rlich stets Widerstand gegen diesen militanten Zionismus gegeben. 1948, nach der Proklamation des Staates Israel, schrieb eine Gruppe von in Jerusalem geborenen Juden, man werde es nicht zulassen, dass im Namen eines G&ouml;tzen, mit Namen Zionismus, &bdquo;unsere Frauen und Kinder in den Tod gef&uuml;hrt werden&ldquo;. Und den Sechstagekrieg von 1967 habe der Rebbe von Satmar, so zitiert es Yakov Rabkin, mit den Worten verurteilt, dass die Thora es in keiner Weise erlaube, &bdquo;das Leben auch nur eines einzigen Juden f&uuml;r den ganzen zionistischen Staat zu opfern&ldquo;.<\/p><p>Doch wie die Geschichte zeigt, gab es Gewalt, und sie gibt es bis heute. Der Autor nennt zwei Beispiele. Da war der holl&auml;ndische Jude Jakob Israel de Haan (1881-1924). Als &uuml;berzeugter Zionist reiste er nach Pal&auml;stina. &bdquo;Aber&ldquo;, schreibt Yakov Rabkin, &bdquo;seine Bekanntschaft mit Jabotinsky und anderen Vertretern des zuk&uuml;nftigen rechten israelischen Lagers, die fasziniert waren vom Erstarken der faschistischen Bewegungen in Europa &hellip; lie&szlig;en de Haan bald begreifen, wie gef&auml;hrlich das Gewaltmoment des Zionismus war&ldquo;. De Haan wechselte die Seiten, er wurde Anh&auml;nger des religi&ouml;sen Antizionismus. Die Zionisten, so schildert es der Autor, h&auml;tten den zunehmenden Einfluss de Haans auch in Europa gef&uuml;rchtet und daher beschlossen, ihn zu t&ouml;ten bzw., wie es aus den zionistischen F&uuml;hrungskreisen hie&szlig;, &bdquo;den Verr&auml;ter zu liquidieren&ldquo;. So geschah es. Am 30. Juni 1924 wurde de Haan in Jerusalem ermordet &ndash; vermutlich auf direkten Befehl von Wladimir Jabotinsky. Der j&uuml;dische Schriftsteller Arnold Zweig, der sp&auml;ter nach Pal&auml;stina reiste, h&ouml;rte von dem Fall de Haan und verarbeitete ihn in seinem 1932 erschienenen Roman &bdquo;De Vriendt kehrt heim&ldquo;.<\/p><p>Aus der Ermordung de Haans und &ndash; im Jahr 1985 &ndash; aus der Ermordung Jitzhak Rabins (der als Premierminister Frieden mit den Pal&auml;stinensern unter Jassir Arafat schlie&szlig;en wollte) zieht Yakov Rabkin einen deprimierenden Schluss. Der Mord an de Haan habe in den 1920er Jahren die ersten, erfolgversprechenden Kontakte mit der antizionistischen bzw. nichtzionistischen Mehrheit in Pal&auml;stina unterbrochen. Der Mord an Jitzhak Rabin habe den Friedensprozess von Oslo de facto beendet. Israel sei, so das dramatische Res&uuml;mee des Autors, der einzige Staat im Nahen Osten, in dem man mit einem Mord politische Ziele erreichen k&ouml;nne. Denn, so schreibt der Autor, die Ermordung des &auml;gyptischen Pr&auml;sidenten Anwar el Sadat (1981) habe die Politik des Landes nicht ver&auml;ndert. Tats&auml;chlich h&auml;lt &Auml;gypten bis heute an seinem Friedensvertrag mit Israel fest.<\/p><p>Gibt es einen Ausweg? Da ist etwa Avraham Burg, ehemals Sprecher der Knesset und ehemals Vorsitzender des Zionistischen Weltkongresses. In seinem Buch &bdquo;Hitler besiegen&ldquo; spricht er sich daf&uuml;r aus, nicht nur den Holocaust zur Basis Israels zu machen. Vielmehr m&uuml;sse der Judaismus in einer Weise auftreten, welche die humanistische und universelle Seite des Judentums hervorhebe. Es sei das Charakteristikum des Judentums, nicht zu stagnieren, sondern stets nach neuen Ufern zu suchen. Ob Burg damit die Seele der Orthodoxen anspricht, ist eher zweifelhaft.<\/p><p>Aber auch Yakov Rabkin denkt am Schluss seines Werkes in diese Richtung. Er schreibt, dass zwar nach dem Zweiten Weltkrieg viele j&uuml;dische Intellektuelle wie etwa Hannah Arendt, Albert Einstein und Martin Buber die Besiedlung Pal&auml;stinas bef&uuml;rwortet h&auml;tten. &bdquo;Allerdings glaubten sie&ldquo;, schreibt der Autor, &bdquo;dass nur ein liberaler, pluralistischer Staat den Juden normale Lebensbedingungen im Heiligen Land garantieren k&ouml;nne, nicht eine Ethnokratie.&ldquo; Nachdr&uuml;cklich, schreibt Yakov Rabkin weiter, h&auml;tten Ahrendt, Einstein und Buber &bdquo;die ethnische S&auml;uberung des Gebietes durch zionistische Truppen&ldquo; verurteilt; auch h&auml;tten sie darauf hingewiesen, dass &bdquo;solche Aggressivit&auml;t typisch f&uuml;r einen ethnischen Nationalismus&ldquo; sei.<\/p><p>Es gibt viele, auch j&uuml;dische Stimmen, welche f&uuml;r ein Miteinander von Juden und Arabern in Pal&auml;stina pl&auml;dieren. Etwa Joshua Holland, ein amerikanischer Autor, den Yakov Rabkin zum Schluss aus vielen Stimmen heraushebt. Holland schreibt, weil Juden und Pal&auml;stinenser durch gemeinsame biblische Wurzeln miteinander verbunden seien, &bdquo;stellt sich die Frage, warum das gesamte Gebiet, das unter die britische Mandatsherrschaft fiel, als Zufluchtsort nur f&uuml;r eine Gruppe dienen soll, warum es nicht zu einem Land werden sollte, in dem Juden und Arabern gleicher Schutz gew&auml;hrt wird&ldquo;.<\/p><p>Eine &auml;hnliche L&ouml;sung des Konfliktes hat bereits Omri Boehm in seinem Buch &bdquo;Israel &ndash; eine Utopie&ldquo; (Originaltitel: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63082\">A Future for Israel &ndash; Beyond the Two-State Solution<\/a>&ldquo;, NachDenkSeiten vom 20. Juli 2020) vorgestellt. Seine &bdquo;Republik Haifa&ldquo;, wie er sie nennt, sieht ein friedliches Zusammenleben in einem israelisch-pal&auml;stinensischen Bundesstaat vor.<\/p><p>So stehen sich noch immer zwei &ndash; miteinander kollidierende &ndash; Visionen zur Beendigung des Konfliktes gegen&uuml;ber: Benjamin Netanjahus Annexionspl&auml;ne als Fortsetzung des militanten Zionismus, wie Yakov Rabkin ihn sieht, und sich mehrende Stimmen nach einem gemeinsamen Staat, in dem Israelis und Pal&auml;stinenser die gleichen Rechte haben.<\/p><p>Titelbild: Ryan Rodrick Beiler\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Yakov Rabkin: <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/e-Book\/Alle-Buecher\/Im-Namen-der-Thora.html\">Im Namen der Thora. Die j&uuml;dische Opposition gegen den Zionismus<\/a>. 460 S. Verlag fifty-fifty, Frankfurt\/Main 2020. In Kooperation mit dem Westendverlag Frankfurt\/Main<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Satmar &ndash; gleich &bdquo;Hof&ldquo; &ndash; ist eine orthodoxe Gruppierung, die von Rabbi Moshe Teitelbaum &ndash; 1914 geboren im rum&auml;nischen Teil &Ouml;sterreich-Ungarns &ndash; gegr&uuml;ndet wurde<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Gudrun Kr&auml;mer: The Jews in Modern Egypt 1914-1952. 319 S. Verlag J.B.Tauris, London 1989<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Wir werden das Land denjenigen zur&uuml;ckgeben, die seit Jahrhunderten dort gelebt haben, n&auml;mlich dem pal&auml;stinensischen Volk. Unter seiner Souver&auml;nit&auml;t werden wir gemeinsam an einer gerechten L&ouml;sung f&uuml;r alle Probleme in den j&uuml;disch-pal&auml;stinensischen Beziehungen arbeiten &hellip;&ldquo;. &ndash; Mit diesen Worten aus der Neturei Karta (aram&auml;isch &bdquo;W&auml;chter der Stadt&ldquo;), einem 1938 in Jerusalem gegr&uuml;ndeten, j&uuml;dischen, antizionistischen B&uuml;ndnis,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63583\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":63584,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[201,199,208],"tags":[2564,1557,1878,303,1281],"class_list":["post-63583","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ideologiekritik","category-kirchen-religionen","category-rezensionen","tag-gewalt","tag-israel","tag-naher-osten","tag-palaestina","tag-zionismus"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/shutterstock_61217548-Kopie.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=63583"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63583\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":63587,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63583\/revisions\/63587"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/63584"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=63583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=63583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=63583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}