{"id":63654,"date":"2020-08-07T08:57:10","date_gmt":"2020-08-07T06:57:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63654"},"modified":"2020-08-07T15:22:38","modified_gmt":"2020-08-07T13:22:38","slug":"leserbriefe-zu-wie-toedlich-ist-corona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63654","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eWie t\u00f6dlich ist Corona?\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jens Berger<\/strong> hat sich <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63560\">in seinem Beitrag<\/a> mit der Frage der t&ouml;dlichen Gefahr von Covid-19 auseinandergesetzt. Er weist u.a. auf unterschiedliche Z&auml;hlweisen und Gesundheitssysteme in verschiedenen Staaten hin. Jens Berger meint, es &bdquo;besteht kein rationaler Grund f&uuml;r Angst und Panik&ldquo; und fordert von Gesellschaft und Politik eine &bdquo;mittel- bis langfristige Antwort&ldquo; f&uuml;r den Umgang mit Covid-19. Zahlreiche Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten haben schnell auf diesen Artikel reagiert. Es folgt eine Auswahl der eingereichten Leserbriefe, f&uuml;r die wir uns sehr bedanken. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Zu: Alle Menschen sind gleich? Nicht in Corona-Zeiten<\/strong><\/p><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>Ihre Beitr&auml;ge sch&auml;tze ich sehr und Ihre Analysen benutze ich gerne bei meinen Vortr&auml;gen und Publikationen.<\/p><p>Dennoch, Kritik an Ihrem heutigen Beitrag &bdquo;Wie t&ouml;dlich ist Corona?&ldquo; muss sein. <\/p><p>Die Mahnungen gegen die Hysterie und den manipulativen Missbrauch durch die Politik treffen zu.<\/p><p>Aber der Vergleich mit dem Mann, der von der Leiter f&auml;llt, ist peinlich irrational, f&uuml;hrt in die Irre. <\/p><p>Ob ein fallender Mann von der Leiter oder eine Autokarambolage mit Toten, sie sind mit dem Risiko des Todes durch das Corona-Virus nicht vergleichbar. Beim Corona-Virus wird der Betroffene ohne eigens Zutun Opfer einer Infektion. Der vom Baum fallende Mann tr&auml;gt die Schuld an seinem Schicksal. Sollte er mich noch vorher infiziert haben, dann ist das Todesrisiko nicht durch mein Fehlverhalten erzeugt. Genau wegen dieser Vergesellschaftung der Infektion ist dieser Corona-Virus so gef&auml;hrlich und verlangt eine kollektive Politik (im Sinne eines meritorischen Gutes).<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nRudolf Hickel<\/p><p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Lieber Herr Hickel,<\/em><\/p><p><em>Ich kann Ihren Einwand nat&uuml;rlich nachvollziehen, m&ouml;chte den &bdquo;Vergleich&ldquo; aber kurz begr&uuml;nden. Denselben Vergleich hatte ich vor vielen Jahren einmal in einem Artikel verwendet, als es darum ging, die damals (ebenfalls medial gesch&uuml;rte) Angst vor Terroranschl&auml;gen in Deutschland ein wenig zu versachlichen. Es geht dabei nat&uuml;rlich nicht um eine Gleichsetzung, da man in der Tat durch sein eigenes Verhalten Einfluss auf das pers&ouml;nliche Risiko hat. Mir geht es hierbei aber nicht um einen ersthaften Vergleich pers&ouml;nlicher(!) Risiken, sondern um einen Vergleich gesellschaftlicher Risiken &ndash; eine Appell, wenigstens ein bisschen mehr Ratio walten zu lassen. Nicht nur die Pandemie, sondern auch die kollektive Angst ist eine gro&szlig;e Gefahr f&uuml;r die Gesellschaft und auch f&uuml;r Leib und Leben von Individuen. Dass man die Gefahren &ndash; vor allem in puncto Risikogruppe &ndash; nicht verharmlosen soll, habe ich im Artikel gleich mehrfach geschrieben. Irrationale &Auml;ngste f&uuml;hren oft zu irrationalen Verhalten. Als Beispiel will ich hier den Maskenzwang im Schulunterricht nennen, den mein Kollege Tobias Riegel heute bei uns thematisiert hat, oder die Isolierung von &bdquo;Kindern mit Coronaverdacht&ldquo; nennen, vor der der Deutsche Kinderschutzbund j&uuml;ngst gewarnt hat:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.dksb.de\/de\/artikel\/detail\/pm-angeordnete-isolierung-von-kindern-mit-corona-verdacht-verletzt-kinderrechte\/\">dksb.de\/de\/artikel\/detail\/pm-angeordnete-isolierung-von-kindern-mit-corona-verdacht-verletzt-kinderrechte\/<\/a><\/em><\/p><p><em>Bitte fassen Sie daher meinen Artikel nicht als ernst gemeinte Risikoanalyse, sondern als Versuch der Versachlichung der Gefahrenlage auf. Dass ich da zu einem &bdquo;Holzhammer-Vergleich&ldquo; greifen &bdquo;musste&ldquo;, um auch Leser zu erreichen, die mit nackten statistischen Zahlen nicht so f&uuml;rchterlich viel anfangen k&ouml;nnen, kann man nat&uuml;rlich kritisieren. Das ist ok.<\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihren Artikel:<br>\ninformativ und ging mir ansonsten wie &Ouml;l runter.<br>\n&nbsp;<br>\nAllein Ihr Vergleich:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;wie sich beim Putzen den Hals zu brechen.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Davon ab, dass es f&uuml;r Sie spricht, dass Sie das leidige Gesch&auml;ft des Putzens nicht an Ihre Frau abtreten, wie man zwischen den Zeilen entnehmen kann, erlebe ich es so, dass das Gemeine an Corona ist, dass viele es so erleben, unbemerkt durch andere infiziert werden zu k&ouml;nnen. Und die meisten &auml;ltern Menschen &uuml;ber 50, so scheint mir, legen keinerlei Wert darauf infiziert zu werden. Bei vielen anderen Bedrohungen: Alkohol, Rauchen, Putzen, usw. meint man, es selbst in der Hand zu haben.<\/p><p>Ein passender Vergleich zu der Bedrohung durch Corona, den man akzeptiert, an den man sich gew&ouml;hnt hat, den man in Kauf nimmt, f&auml;llt mir leider adhoc nicht ein.<br>\n&nbsp;<br>\nAber Sie haben Recht, es baut sich seit Tagen bei mir schon wieder ein Putzstau auf, dem ich jetzt f&uuml;r ne halbe Stunde zu Leibe r&uuml;cken werde.<\/p><p>Das ewige wie leidige Sisyphos-Thema&hellip;.<br>\n&nbsp;<br>\nViele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nStefan Eichardt<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<\/p><p>eigentlich kann man aktuell die Mehrheit der Medienschaffenden beim Thema Corona nur noch ungl&auml;ubig&nbsp; staunend als &ldquo;Schaf-Herde&rdquo; der Regierungs-Schafhirten erleben. Umso mehr bedanke ich mich sehr herzlich f&uuml;r diesen Artikel als Lehrst&uuml;ck f&uuml;r kritisch-hinterfragenden Journalismus. Er sollte unbedingt in die Lehrb&uuml;cher der Journalismus-Studierenden aufgenommen werden. Danke!!!<br>\n&nbsp;<br>\nBeste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nG&uuml;nter Grzega<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger, sehr geehrtes Team der Nachdenkseiten,<\/p><p>ein paar m.E. relevante Punkte zu Ihrem Beitrag &ldquo;Wie t&ouml;dlich ist Corona&rdquo;:<\/p><ol>\n<li>Heinsberg-Studie. Hier wurde ein lokaler Ausbruch untersucht. Nicht alle Bev&ouml;lkerungsgruppen waren betroffen. Die Autoren selbst weisen auf die Selektivit&auml;t dieser Studie hin und schr&auml;nken ihre Verallgemeinerbarkeit ein. Eine unaufgeregte Zusammenfassung mit Quellenverweisen findet sich bspw. auf der Website von &ldquo;Quarks&rdquo;: <a href=\"https:\/\/www.quarks.de\/gesellschaft\/wissenschaft\/heinsberg-studie-das-lernen-wir-daraus-und-das-nicht\/\">quarks.de\/gesellschaft\/wissenschaft\/heinsberg-studie-das-lernen-wir-daraus-und-das-nicht\/<\/a><\/li>\n<li>Die Allegorie zu Haushaltsunf&auml;llen ist reine Rhetorik. Haushaltsunf&auml;lle sind offensichtlich weder ansteckend noch haben sie das Potenzial, sich rasch und exponentiell auszubreiten. Der Vergleich mit der Gefahr eines Tsunami w&auml;re ebenso hoffnungslos vereinfachend und rhetorisch, passt da allerdings prinzipiell schon besser: Wenn sich etwas exponentiell ausbreiten kann, sind Fr&uuml;hwarnsysteme und die Ber&uuml;cksichtigung auch kleiner Schwankungen entscheidend.<\/li>\n<li>Die aktuelle Lage der Pandemie ist hierzulande im Vergleich zum April entspannter. Entsprechend wurde viel gelockert. Die aktuellen Ma&szlig;nahmen bez&uuml;glich Abstand, Hygiene und Alltagsmasken, sind f&uuml;r fast alle vergleichsweise harmlos.<\/li>\n<li>Es geht nicht um Angst oder Panik, sondern um die Verantwortung, in erster Linie andere, vor allem alte und geschw&auml;chte Menschen zu sch&uuml;tzen und noch nicht erforschte Risiken &ndash; etwa im Hinblick auf Begleiterscheinungen und Sp&auml;tfolgen &ndash; zu minimieren. Im Gegensatz zu anderen Viren, mit denen Covid-19 f&auml;lschlicherweise verglichen wird, hat man es hier mit einem neuartigen Virus zu tun, dessen Erforschung gerade erst angefangen hat.<\/li>\n<li>Unbehagen bereitet mir vielmehr die Beobachtung, wie schnell und billig gerade diese Verantwortung und R&uuml;cksicht aufgegeben wird. Insbesondere diejenigen, die vom aktuellen Wirtschaftssystem am meisten ausgebeutet werden &ndash; etwa bei T&ouml;nnis -, waren zuletzt am ehesten von einem Ausbruch betroffen. W&auml;re es nicht vielmehr angebracht, diese Menschen vor &ldquo;wirtschaftlichen Interessen&rdquo; zu sch&uuml;tzen? Es ist bezeichnend, dass nach Umfragen vor allem FDP- und AFD-W&auml;hler gegen jegliche Ma&szlig;nahmen stimmen. <\/li>\n<\/ol><p>Nicht jeder Beitrag kann perfekt sein. Ich bin nur &uuml;berrascht, vermutlich weil die Nachdenkseiten &uuml;ber all die letzten Jahre &ndash; seit 2010 bin ich regelm&auml;&szlig;iger Leser &ndash; trotz der hohen Ver&ouml;ffentlichungsrate so viele gut recherchierte und reflektierte Beitr&auml;ge herausgebracht haben. Von den Nachdenkseiten h&auml;tte ich da doch ein wenig mehr Fingerspitzengef&uuml;hl erwartet. Aber ich bin zuversichtlich, dass das wieder kommt.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nPatrick Graw<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<br>\nliebe NDS-Redaktion,<\/p><p>wie man Ihren Ausf&uuml;hrungen entnehmen kann, steigt mit zunehmendem Alter das Risiko schwerer bis t&ouml;dlicher Krankheitsverl&auml;ufe. Das beginnt praktisch schon mit Beginn des Erwachsenenalters, da ist das Risiko noch sehr gering, steigt aber dann kontinuierlich an. Mittlerweile ist bekannt, dass das Virus nicht nur die Atemwege bef&auml;llt, sondern auch Herz, Nieren, Nerven usw. befallen kann. Wenn man als Sechzigj&auml;hriger wie ich dann die Wahl hat, zwischen &ldquo;Russisch Roulette&rdquo; mit ggf. langer Rekonvaleszens, wenn man Gl&uuml;ck hat &ndash; oder einen (klinischen) Mund-Nasen-Schutz zu tragen, nicht schwer. Diesen trage ich w&auml;hrend der Arbeitszeit st&auml;ndig &ndash; das ist nicht sonderlich angenehm, stellt aber auch keine gro&szlig;e Belastung dar (solange man nicht k&ouml;rperlich schwer arbeiten muss).&nbsp; Das sollte auch f&uuml;r Schulkinder &ndash; zumindest wenn sie zw&ouml;lf oder &auml;lter sind &ndash; keine gro&szlig;e Zumutung sein. So ein &ldquo;Gesichtsschutz&rdquo; wird in vielen Teilen der Welt getragen, um sich vor K&auml;lte und Erfrierungen zu sch&uuml;tzen. Man sollte m&ouml;glichst viele Dinge tun, um sich vor Infektionen zu sch&uuml;tzen. Und Kinder k&ouml;nnen allegemein ganz gut Regeln einhalten, zum Teil besser als mancher Erwachsene. Kinder wollen zumeist Teil einer Gruppe sein &ndash; dazugeh&ouml;ren wollen. Studien wie die Heinsberg-Studie sind auch nur Momentaufnahmen und sollten von Zeit zu Zeit wiederholt werden. Im Essener Regionalteil der WAZ gibt es t&auml;gliche &ldquo;Wasserstandsmeldunge&rdquo; zu Corona. Aktuell (04.08.2020) sind in Essen 1258 Menschen infiziert, verstorben sind 45, beprobt wurden 24006 &ndash; da komme ich auf einen anderen Infizierten-Verstorbenen-Anteil als die Heinsberg-Studie.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMichael Wrazidlo<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihren Artikel, der in unserer heutigen Medienlandschaft leider kaum mehr zu finden ist.<\/p><p>Eine kurze Zusatzinformation zu den hohen Opferzahlen in Norditalien, im speziellen in der Lombardei. Dort wurden zu Beginn des Jahres mehr als 30.000, mehrheitlich &auml;ltere Menschen gegen Meningitis geimpft.&nbsp;<\/p><p>Hier links zu den lokalen Berichterstattungen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.giornaledibrescia.it\/sebino-e-franciacorta\/meningite-nel-basso-sebino-vaccinate-30mila-persone-1.3448147\">giornaledibrescia.it\/sebino-e-franciacorta\/meningite-nel-basso-sebino-vaccinate-30mila-persone-1.3448147<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.altoadige.it\/salute-e-benessere\/meningite-vaccini-gratis-per-under60-tra-bergamo-e-brescia-1.2224972\">altoadige.it\/salute-e-benessere\/meningite-vaccini-gratis-per-under60-tra-bergamo-e-brescia-1.2224972<\/a><\/li>\n<\/ul><p>Ob diese Impfungen mit seinen Nebenwirkungen ggfs. zu der erh&ouml;hten Sterblichkeit bei den Covid-19 Toten beigetragen haben, kann ich nicht beurteilen. Es gibt jedoch Mediziner und Professoren, die einen Zusammenhang erkennen. Es ist also nicht auszuschlie&szlig;en, dass hier ein Zusammenhang besteht.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nKlaus Friedrich<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>ich lese Ihre Artikel immer recht gern, auch wenn ich nicht unbedingt mit allem immer &uuml;bereinstimme: man sp&uuml;rt sehr deutlich, dass Sie sich immer gr&uuml;ndlich mit der Materie auseinandersetzen.<\/p><p>Zum Ihrem heutigen Artikel eine &ndash; aus meiner Sicht &ndash; wichtige Anmerkung: hinsichtlich des H&ouml;hepunkts der angenommenen Sterblichkeit bei COVID19 haben Sie leider auf die Meldedaten zur&uuml;ckgegriffen. &nbsp;Seit einiger Zeit ver&ouml;ffentlicht das RKI auch eine Graphik mit den tats&auml;chlichen Sterbedaten im t&auml;glichen Situationsbericht (z.B. Abbildung 5: Anzahl der an das RKI &uuml;bermittelten COVID-19-Todesf&auml;lle nach Sterbedatum im Bericht f&uuml;r den 3.8.20). &nbsp;Leider nur als Graphik: eine Tabelle konnte ich nirgendwo finden. &nbsp;Wichtig ist hier, dass der H&ouml;hepunkt der Mortalit&auml;t bereits am 8.4.20 lag und nicht eine gute Woche sp&auml;ter wie nach Meldedatum anzunehmen ist. &nbsp;Auch die H&ouml;chstzahl der an einem Tag Verstorbenen ist etwas niedriger: wohl 259 am 8.4.20 (eigene Nachmessung in der Graphik, da keine Tabelle auffindbar ist).<\/p><p>Aber das wichtige Moment ist das deutlich fr&uuml;here Maximum der Todeszahlen: da bei 50% 22 and mehr Tage von Infektion bis Tod vergehen (Median 22 Tage; obere Quartile, 75%, 26 Tage), ist das am 8.4. beobachtete Maximum recht relevant. &nbsp;Diese Beobachtung stellt die Wirksamkeit der Mitte\/Ende M&auml;rz getroffenen Ma&szlig;nahmen schon infrage. &nbsp;Letztlich waren es wohl die eigenst&auml;ndig vorgenommenen Verhaltens&auml;nderungen der Bev&ouml;lkerung und ggf. auch das Verbot von Massenveranstaltungen, die die Dynamik der Durchseuchung im Fr&uuml;hling gebrochen haben, auch ohne die damals ja kaum verf&uuml;gbaren Masken.<\/p><p>Ich f&uuml;ge Ihnen mal <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/20200612-German-NPIs-vs-All-Cause-Mortality.pdf\">eine PDF-Datei bei<\/a>, die ich am 12. Juni mit allen Daten bis Mitte Mai (Ende der &ldquo;Saison der akuten Atemwegserkrankungen&rdquo; lt. RKI-Definition; ARE-Saison) zusammengestellt habe.<\/p><p>Dazu noch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/20200612-Germany-All-Cause-Mortality.pdf\">eine weitere Datei<\/a>, die die &Uuml;bersterblichkeit der gesamten 2019\/20er ARE-Saison (Oktober bis Mitte Mai) jeweils mit dem Durchschnitt der letzten 3 Saisons, einer &ldquo;milden&rdquo; Grippesaison (2018\/19) sowie einer schweren Grippesaison (2017\/18) vergleicht. &nbsp;Auff&auml;llig ist die von Oktober 2019 an schon existierende &Uuml;bersterblichkeit f&uuml;r den Herbst\/Winter 2019 gegen&uuml;ber allen 3 Szenarien: auch dort an einzelnen Tagen um die 250 herum. &nbsp;Berichte aus China, Frankreich, und Brasilien deuten ja darauf hin, dass das Virus ggf. schon fr&uuml;her zirkulierte (ab August in China?). &nbsp;Interessant ist aber &ndash; auch beim Vergleich mit einer milden Grippewelle (!) &ndash; das zumindest von Januar bis Mitte Mai (statistisch gesehen) niemand fr&uuml;her sterben musste. Die f&uuml;r solche Infektionsgeschehen anf&auml;lligen Patienten wurden in diesem Jahr von der Grippe verschont und fielen dann 2-3 Monate sp&auml;ter COVID19 zum Opfer. Das finde ich sehr wichtig, da mich die recht herzlose Argumentation, dass da nur ein paar 80j&auml;hrige ein paar Monate fr&uuml;her sterben w&uuml;rden (z.B. Palmer), sehr gest&ouml;rt hat; dar&uuml;ber hinaus hat diese Argumentation auch nur die Fronten verh&auml;rtet und nicht zu einer rationalen Diskussion beigetragen.<\/p><p>Noch ein Kommentar zu Ihrer Aussage, dass der &ldquo;wohl wichtigste Faktor f&uuml;r die geringen Todesziffern ist das abnehmende Durchschnittsalter der Infizierten&rdquo;. &nbsp;Ja, das kann sein. &nbsp;Eine gro&szlig;e Rolle spielen aber sicher auch die falsch-positiven PCR-Resultate. &nbsp;Ich gehe davon aus, dass bei einer Vortestwahrscheinlichkeit von unter 1% f&uuml;r das Vorhandensein des Virus (RKI 0,8% aller Tests in Woche 30 positiv), 2 (aber eher 3-5) falsch-positive Ergebnisse auf ein richtig positives Ergebnis kommen. &nbsp;Correctiv&nbsp;hatte dazu schon mal einen gut verst&auml;ndlichen Beitrag.&nbsp;<\/p><p>Final m&ouml;chte ich noch eine Lanze f&uuml;r die &ldquo;Exzessmortalit&auml;t&rdquo; brechen: es gibt &ndash; trotz Ihrer berechtigten Kritik &ndash; leider keinen besseren Parameter. &nbsp;Totenscheine sind immer notorisch unzuverl&auml;ssig, auch au&szlig;erhalb von Pandemien, und alle Patienten k&ouml;nnen kapazit&auml;tsm&auml;&szlig;ig nicht obduziert werden. &nbsp;Dennoch gebe ich Ihnen recht, &ldquo;dass eine unbekannte &ndash; aber sicher sehr gro&szlig;e &ndash; Zahl von &lsquo;normalen&rsquo; Schwersterkrankungen zum Tode f&uuml;hrten und &uuml;ber die Berechnung der &Uuml;bersterblichkeit&rdquo; wahrscheinlich SARS-CoV2 angelastet werden. &nbsp;Woolf SH et al (JAMA, 1. Juli 2020)&nbsp;statierten: &ldquo;New York City experienced the largest&nbsp;increases in nonrespiratory deaths, notably those due to&nbsp;heart disease (398%) and diabetes (356%).&rdquo; &nbsp;Sie schr&auml;nken aber vorsichtig ein: &ldquo;Further investigation is required to determine the extent to which these trends represent nonrespiratory manifestations of COVID-19 or secondary pandemic mortality caused by disruptions in society that&nbsp;diminished or delayed access to health care and the social determinants of health (eg, jobs, income, food security).&rdquo;&nbsp;<\/p><p>F&uuml;r England, New York und Italien (wahrscheinlich auch f&uuml;r Belgien) kommt noch das unverst&auml;ndliche Verlegen von ungetesteten geriatrischen Patienten aus den Krankenh&auml;usern in Pflegeheime hinzu.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en und bestem Dank f&uuml;r Ihre Arbeit,<br>\nChristian Wolf<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger<br>\n&nbsp;<br>\nVielen Dank auch f&uuml;r diesen Beitrag!<br>\n&nbsp;<br>\nUnd genau das ist eins der Probleme, warum die Schere zwischen denen, die sich in Panik ergehen und denen, die die Zahlen nicht mehr akzeptieren wollen, immer mehr auseinander geht.<br>\n&nbsp;<br>\nVorab mein pers&ouml;nliches Profil:<br>\nIch bin Arzt und Intensivmediziner, lebe und arbeite in der Schweiz und kennen pers&ouml;nlich keinen einzigen Infizierten, geschweige dass ich einen corona-assoziierten Todesfall in meiner Umgebung gehabt h&auml;tte.<br>\n&nbsp;<br>\nDas Spiel mit den Zahlen:<br>\nStatistiken sind oft Auslegungs- bzw. Glaubenssache.<br>\nAber, was derzeit mit Zahlen veranstaltet wird, ist einfach grauenhaft!<br>\nDas f&auml;ngt mit den diversen Corona-Test-Verfahren an, die eine nicht ver&ouml;ffentlichte, aber gruselige Quote an falsch-negativen bzw. falsch-positiven Ergebnissen hat. Von Kollegen weiss ich, dass eine schwere Lungenentz&uuml;ndung trotz mehrfacher negativer Tests trotzdem als Covid-Pneumonie klassifiziert wird &hellip; Eben, weil das Testergebnis so ungenau ist.<br>\n&nbsp;<br>\nUnd dann die ver&ouml;ffentlichten Zahlen:<br>\nWen interessiert die Gesamtsumme aller Infektionen seit Januar?<br>\nWen interessiert die Zahl der t&auml;glichen Neu-Infektionen?<br>\n&nbsp;<br>\nIch m&ouml;chte wissen, wie viele der gestern weltweit Neu-Infizierten symptomlos sind oder eine station&auml;re oder gar intensivmedizinische Behandlung ben&ouml;tigen. Wie viele versterben. Und das bezogen auf die Einwohnerzahl &hellip; und bezogen auf Alter und Vorerkrankungen &hellip; und bezogen auf das Gesundheitssystem vor Ort .. und bezogen auf die allgemeine Lebensqualit&auml;t.<br>\n&nbsp;<br>\nDa werden medial gerne Einzelf&auml;lle irgendwo auf der Welt herausgehoben, dass es auch junge und unbelastete Patienten treffen kann. Aber das ist halt die Gaussche Verteilungskurve.<br>\n&nbsp;<br>\nIn der Schweiz gibt es aktuell die Diskussion, ob Clubs und Bars &ouml;ffnen d&uuml;rfen. Z&uuml;rich ist relativ freiz&uuml;gig, in anderen Kantonen ist das verboten.<br>\nVorgestern ver&ouml;ffentlichte das Bundesamt f&uuml;r Gesundheit (BAG) Zahlen, nach dem die meisten Ansteckungen in Clubs stattf&auml;nden (als Begr&uuml;ndung f&uuml;r deren weitere Schliessung).<br>\nAm n&auml;chsten Tag musste korrigiert werden, von allen Neu-Infizierten hatten sich nur 1.9% in eben diesen Clubs angesteckt.<br>\n&nbsp;<br>\nAngesichts dieses ganzen Zahlen-Wirrwars ist die oben genannte Schere verst&auml;ndlich.<br>\n&nbsp;<br>\nUnd bei diesen vielen Ungenauigkeiten scheint doch alles mehr eine &bdquo;Glaubensfrage&ldquo; zu sein.<br>\n&nbsp;<br>\nDas &bdquo;Correctiv&ldquo; &ndash;ein angeblich unabh&auml;ngiges Recherchezentrum &ndash; listet diverse angebliche &bdquo;Fakes&ldquo; auf.<br>\nKlar lassen sich abstruse Alu-Hut-Theorien leicht als Fakes nachweisen. Aber die relevanten Fragen werden nicht gestellt. Und alle Fragen, die als &bdquo;unbelegt&ldquo; qualifiziert werden, lassen sich genauso als &bdquo;unbelegt&ldquo; den offiziellen Verk&uuml;ndigungen gleich stellen.<br>\n&nbsp;<br>\nAufarbeitung:<br>\nGenauso wenig, wie plausible Zahlen ver&ouml;ffentlicht werden, genauso wenig wird auch offen dar&uuml;ber nachgedacht, ob die getroffenen Massnahmen &uuml;berhaupt verh&auml;ltnism&auml;ssig sind.<br>\n&nbsp;<br>\nPrognose:<br>\nUnd &ndash; am beunruhigsten &ndash; es gibt auch keinen Plan.<br>\nWas wollen wir eigentlich mit all diesen Massnahmen erreichen?<br>\nAm Anfang hiess es: Das Gesundheitssystem entlasten &hellip; okay, geh ich mit.<br>\nAber die Gesundheitssysteme sind seit Monaten eher &bdquo;unter&ldquo;lastet.<br>\nWas will ich dann? Den Virus auf &bdquo;0&ldquo; schrauben? Wird nicht funktionieren.<br>\nWarten auf eine Impfung? Die wird niemals verl&auml;sslich kommen.<br>\nAlso, wozu das Ganze? Wo will man hin?<br>\n&nbsp;<br>\nMittlerweile tendiere ich doch langsam dazu, dass diese ganze Aktion mit ihrer gesch&uuml;rten Hysterie doch andere Beweggr&uuml;nde hat: Diskussion um Versammlungs- und Demonstrationsrecht, polizeiliche &Uuml;berwachung von Restaurant-Besuchern etc &hellip;<br>\n&nbsp;<br>\nFreundliche Gr&uuml;sse, H. Schneider<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Hr. Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nIch konsumiere regelm&auml;&szlig;ig verschiedene Medien und mir ist hier kein &bdquo;stetig einprasselnder Alarmismus&ldquo; aufgefallen. Der Apell beschr&auml;nkt sich &uuml;blicherweise auf &bdquo;Abstand halten \/ Hygiene (H&auml;ndewaschen) \/ Maske tragen&ldquo;. Das halte ich auch f&uuml;r vern&uuml;nftig. Richtigen &bdquo;Alarmismus&ldquo; (in meiner Wahrnehmung eher Diskussionen) gibt es in den letzten Wochen eigentlich nur bei den Themen &bdquo;Schulen im normalen Regelbetrieb&ldquo; und &bdquo;Urlaubsr&uuml;ckkehrer&ldquo; die ich auch als bedenklich ansehe. Beim Thema Schulen wird man in 4 Wochen mehr wissen &ndash; aktuell finde ich den Ansatz in MV dies regional nach Situation aufgrund der dortigen Zahlen zu entscheiden noch f&uuml;r sinnvoll, in NRW aber schon fast unverantwortlich. Hier w&auml;re die Zeit seit Ostern besser damit genutzt worden um Alternativen zum normalen Regelbetrieb zu erarbeiten als sich auf diesen zu verlassen.<br>\n&nbsp;<br>\nEs gibt aber doch ein paar Probleme die Sie meiner Meinung nach mit der Einleitung &bdquo;Wir befinden uns mitten in der zweiten Welle &hellip; der zweiten Welle des stetig aus den Medien auf uns einprasselnden Alarmismus.&ldquo; verharmlosen:<\/p><ol>\n<li>Im Gegensatz zur Grippe hat Corona in Deutschland mangels Immunit&auml;t der Bev&ouml;lkerung ein Potential von 83Mio Infektionen &ndash; bei einer Mortalit&auml;t von 0.2% w&auml;ren das 166.000 Tote. Bis zur Herdenimmunit&auml;t von 66% der Bev&ouml;lkerung ohne &Uuml;berlastung des Gesundheitssystems dauert die Coronazeit noch mindestens 3.5, eher 5-6 Jahre und fordert 110.000 Tote.<\/li>\n<li>Die Sterblichkeit bei Covid-19 wurde schon vor Monaten auf 0.2 bis 0.8% (Heinsberg lag &uuml;brigens bei 0.36%) eingesch&auml;tzt. Die hohe &Uuml;bersterblichkeit ergibt sich wie sie am Beispiel Lombardei ausf&uuml;hren nicht aufgrund der Sterblichkeit von Corona, sondern aufgrund der &Uuml;berlastung des Gesundheitssystems wegen Corona. Mir pers&ouml;nlich ist es egal ob ich an oder wegen Corona sterbe &ndash; das Ergebnis ist das gleiche.<\/li>\n<li>Was selten Thema ist sind die Langzeit- und Sp&auml;tfolgen einer Infektion. Da sich Corona nicht wie anfangs gedacht nur als &bdquo;Lungenentz&uuml;ndung&ldquo; zeigt, sondern auch andere Organe angreift wie Herz-Kreislauf oder das Nervensystem\/Gehirn (Verlust Geruchs- und Geschmacks-Sinn) vermutet man durchaus ernste Langzeit- und Sp&auml;tfolgen auch bei geringen Symptomen w&auml;hrend der Infektion.<\/li>\n<li>Mittlerweile spricht auch der &Auml;rzteverband davon, dass die 2. Welle bereits da ist. Kein Wunder, die Infektionszahlen der letzten 7 Tage gab es zuletzt Mitte Mai, sie steigen und haben sich in den letzten 4 Wochen verdoppelt.<\/li>\n<\/ol><p>Daher w&uuml;rde ich das Thema Corona tats&auml;chlich sehr ernst nehmen. Ihrem Schluss-Abschnitt stimme ich weitgehend zu, finde aber er h&auml;tte eher an den Anfang geh&ouml;rt.<br>\n&nbsp;<br>\nMfG<br>\nMichael Messerschmidt<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger!<\/p><p>Der Artikel ist insgesamt hilfreich und wichtig!<\/p><p>Aber der Schluss suggeriert eine Verharmlosung.<\/p><p>Denn denn ein Vergleich von &lsquo;Corona&rsquo; mit &lsquo;von der Leiter fallen&rsquo; setzt voraus, dass &lsquo;von der Leiter fallen&rsquo; ansteckend ist. Aber das ist es nicht, sondern Angst vor Corona hei&szlig;t nicht nur, dass ich selbst sterbe, sondern auch dass ich andere anstecke und der Krankheit oder dem Tod ausliefere.<br>\nDa wird der Vergleich mit &rdquo;von der Leiter fallen&rsquo; sehr makaber (= zum Tode geh&ouml;rig), denn das hie&szlig;e jemanden von der Leiter schubsen!&nbsp;<\/p><p>Also bitte niemanden schubsen und niemanden anstecken!<\/p><p>Ihr Reinhard M&uuml;ller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r den sachlichen Artikel zu Corona vom heutigen Tage. Auch auf den NDS ist das leider nicht immer selbstverst&auml;ndlich.<\/p><p>Zur Frage, ob jemand an oder mit Corona verstorben ist, gibt es aus Hamburg recht aufschlussreiche Zahlen.<\/p><p>Mit Stand 4.8. sind in Hamburg 261 Personen mit Corona verstorben (Z&auml;hlweise RKI) nach&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/InfAZ\/N\/Neuartiges_Coronavirus\/Fallzahlen.html\">rki.de\/DE\/Content\/InfAZ\/N\/Neuartiges_Coronavirus\/Fallzahlen.html<\/a><br>\nBis zum 4.8. waren es durch Corona 231 Personen (Z&auml;hlweise des Senats) nach&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.hamburg.de\/corona-zahlen\/\">hamburg.de\/corona-zahlen\/<\/a><\/p><p>Hintergrund: in Hamburg wurden Corona-Tote von Anbeginn an immer obduziert, auch gegen die Empfehlung des RKI. Da alle Obduktionen von Gerichtsmedizinischen Institut des Universit&auml;tsklinikums Eppendorf durchgef&uuml;hrt wurden, ist auch eine ziemlich einheitliche Zuordnung zu erwarten. Voll &uuml;bertragbar auf die gesamte Bundesrepublik ist das nat&uuml;rlich nicht: evtl. spielen Unterschiede in der Altersstruktur eine Rolle und in HH ist der Zugang zum n&auml;chsten Krankenhaus einfacher als in l&auml;ndlichen Gebieten.&nbsp;<\/p><p>&Uuml;brigens ist in Deutschland die Grippe (nicht der h&auml;ufig damit verwechselte grippale Infekt) durchaus meldepflichtig, sofern ein Virus nachgewiesen wird.&nbsp;<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nNicolai Meyer&nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Christian Reimann,<\/p><p>danke f&uuml;r den Artikel von Jens Berger, der Klarheit in die Corona&mdash;Covid 19 Geschichte bringt, auch &ndash; indem er die verschiedenen Gesundheitssysteme miteinander vergleicht! Sehr gut!<br>\n&nbsp;<br>\nEs ist schon erstaunlich: Im April gab es 83 Tote durch Covid 19 pro Tag bei einer Einwohnerzahl von 83,02 Millionen Menschen in Deutschland!<br>\nIm Juli waren es, 2,7 Tote \/ Tag bei 83,02 Millionen Einwohner! Soll ich jetzt ganz laut lachen oder mit dem Kopf vor die Wand rennen oder w&uuml;nschen, dass Merkel, die Regierung und das Parlament das mal machen damit das Stroh da heraus kommt?<br>\n&nbsp;<br>\nDieses gemein gef&auml;hrliche Hochschaukeln dieser Grippewelle &ndash; &nbsp;Corona-Pandemie &ndash; ist einfach nur str&auml;flich, denn die echte Influenza A und B sind &auml;hnlich streng und gef&auml;hrlich mit allen Nebenwirkungen gewesen, wie die jetzt beschriebene, die n&auml;chstes Jahr auch schon wieder anders aussehen wird, weil Viren nun mal Verkleidungsk&uuml;nstler sind.<br>\n&nbsp;<br>\nImpfungen halfen bei vielen, insbesondere alten Menschen so gut wie gar nicht oder l&ouml;sten erst einen Grippeschub aus. Das ist dann die Stunde der Wahrheit, wo gute, fachlich qualifizierte Pflege Wunder bewirken kann, was hei&szlig;t: Subcutane Infusionen, damit der Fl&uuml;ssigkeitshaushalt hergestellt wird, weil die Patienten manchmal nicht essen und nicht trinken k&ouml;nnen oder wollen. Regelm&auml;&szlig;iges, m&ouml;glichst 3-st&uuml;ndliches Wechseln der Liegelage, also vom R&uuml;cken auf die Seiten rechts und links, damit die Lunge gut bel&uuml;ftet wird und es zu keiner Lungenentz&uuml;ndung kommt, gute Mundpflege, damit eine trockene Zunge gut befeuchtet ist und sich keine Schrunden bilden, die wieder das Schlucken erschweren oder unm&ouml;glich machen, was bei subcutanen Infusion nicht passiert oder weniger schlimm wird. Das Pflegepersonal ist also immer dicht am Patienten, kann ihm gut zusprechen und ihm das geben, was er besonders braucht Im Krankheitsfall: Zuwendung satt!<br>\n&nbsp;<br>\nDas passiert aber bei einer ausged&uuml;nnten Personaldecke nicht! Die kann nicht mehr w&auml;rmen. Bei drei Pflegekr&auml;ften z.B. im Sp&auml;tdienst, eine examinierte, die die Schreibarbeiten macht, eine Sch&uuml;lerin und eine Helferin bei 30 Bewohnern auf einer Station in einem Alten-Pflegeheim geht das nicht! Weil das Essen auch noch vorbereitet werden muss, in Form von Brote schmieren, Essen verteilen oder auch &bdquo;f&uuml;ttern.&ldquo; Das ist ein Unwort in der modernen Pflege. Heute hei&szlig;t es: Essen anreichen! Warum? Weil Tiere auch gef&uuml;ttert werden und Menschen keine Tiere sind. Diese bl&ouml;dsinnige Philosophie &uuml;ber das F&uuml;ttern gibt es meines Wissens nur in Deutschland, zumindest in NL sagt man es so, wie es ist: F&uuml;ttern &ndash; und wer Tierm&uuml;ttern mal zugeschaut hat &ndash; wei&szlig;, was ich meine.<br>\n&nbsp;<br>\nAber Deutschland konnte immer schon gut angeben &ndash; und nichts dahinter. So steril wie &bdquo;Essen anreichen&ldquo; klingt, ist es auch. F&uuml;rs F&uuml;ttern braucht man Zeit, f&uuml;rs Anreichen in 5 Minuten hineingeschaufelt. Wenn das nicht funktioniert ist der Bewohner satt &ndash; also er muss in der Regel schneller schlucken als kauen. Ich wei&szlig; das, weil ich gut 50 Jahre als examinierte Krankenschwester (mit diversen Weiterbildungen) in fast allen Bereichen gearbeitet und viele Grippewellen erlebt habe. Nun will ich nicht alle &uuml;ber einen Kamm scheren. Es gibt sicher Krankenh&auml;user und Alten-Pflegeheime oder Stationen, in denen es noch menschlich und professionell zugeht; die habe ich auch erlebt.<br>\n&nbsp;<br>\nEs gibt einen Spruch, den ich mal von alten Menschen h&ouml;rte: Wen das Fr&uuml;hjahr nicht holt, den holt der Herbst.&ldquo; &nbsp;Sie wussten es und die &Auml;rzte wussten es und das Pflegepersonal wusste auch, dass diese Jahreszeiten besondere Zeiten sind und stellten sich darauf ein: Grippewellenzeit!<br>\n&nbsp;<br>\nEs ist also v&ouml;llig richtig, was Jens Berger in Form der Klassengesellschaft beschreibt und man &bdquo;pflegerische-psycho-soziale Betreuung nennen kann, (Im Grunde schlie&szlig;t gute Pflege das alles mit ein) denn diese tut gut, sch&uuml;ttet Gl&uuml;ckshormone bei Kranken und dem Pflegepersonal aus. Doch an dieser Zuwendung hapert es an allen Ecken und Kanten und wie wir sehen, nicht nur in Deutschland.<br>\n&nbsp;<br>\nDie neoliberale Gier frisst weiter ihre Kinder; Viren, die wir noch nicht kennen, schwappen von Tieren aus der Massentierhaltung &nbsp;auf die Menschen &uuml;ber; die Verarmung und das Ungl&uuml;cklichsein der Weltbev&ouml;lkerung nimmt weiter zu und dann soll das Masken tragen helfen, dem ein Ende zu setzen?<br>\n&nbsp;<br>\nDas Virus ist nicht t&ouml;dlicher als die Influenca A und B und als die Kriege die derzeit immer noch gef&uuml;hrt werden. Inzwischen ist ja auch dieser Corona-Zustand zu einem Krieg der Ideologien mutiert! &nbsp;Fast mit &Uuml;berschallgeschwindigkeit werden wir &uuml;ber alle Medien rund um die Uhr &uuml;ber die Gef&auml;hrlichkeit der 2. Welle bombardiert, die &uuml;ber uns her rollen wird! Propaganda der &uuml;belsten Art, die sicher stellen soll, dass die Grundrechte weiter au&szlig;er Kraft gesetzt werden. Willk&uuml;rlich!<br>\n&nbsp;<br>\nWer gewinnt? Die Anti-Demokraten die gerne weiter unter dem Infektionsschutzgesetz&nbsp; leben wollen wie die Regierung es will oder die Demokraten, die sehen, was wirklich ist: 2,7 Tote pro Tag im Juli 2020 bei 83.02 Millionen Einwohnern in Deutschland rechtfertigen das Aushebeln unserer demokratischen Grundrechte?<br>\n&nbsp;<br>\nBeste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nK.S.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>13. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\neine wie immer sachliche, unaufgeregte und auf Fakten basierende Analyse. Es w&uuml;rde den &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; und auch der Politik gut zu Gesicht stehen, die Menschen in &auml;hnlicher Weise zu informieren.&nbsp; Aber offensichtlich heiligt der Zweck (Schock-Strategie) auch in diesem Fall die Mittel (Desinformation, &bdquo;halbe&ldquo; Wahrheiten usw.).<br>\n&nbsp;<br>\nSorge bereiten mir viel mehr die gesellschaftlichen Verwerfungen, die bereits entstanden sind. Als Beispiele m&ouml;chte ich nur die Vereinsamung von kranken und armen Menschen oder den unzureichenden Ausgleich der Bildungseinbr&uuml;che bei unseren Kindern nennen. Wobei hier insbesondere Kinder aus &auml;rmeren Schichten abgeschnitten sind und werden.<br>\n&nbsp;<br>\nDer ungleiche &nbsp;Kampf &bdquo;Arm gegen Reich&ldquo; befindet sich bereits auf der Zielgeraden. Und Warren Buffet wird Recht behalten.<br>\n&nbsp;<br>\nIn dem Zusammenhang habe ich eine Theorie entwickelt, die abwegiger kaum sein k&ouml;nnte:&nbsp; Die exorbitanten Hilfspakete diesseits und jenseits des gro&szlig;en Teiches k&ouml;nnten doch am Ende des Tages dazu f&uuml;hren, dass die Staatshaushalte ob der gro&szlig;en Geldmengen ohne Gegenwert nicht mehr beherrschbar sind. Wenn dann nichts mehr geht, stehen Blackrock und Konsorten in den Startl&ouml;chern und investieren in Staaten. Die unvorstellbaren Kapitalmengen dieser Verm&ouml;gensverwalter lie&szlig;en dies doch zu. Die Renditen sind nicht verhandelbar, da die Position der Staaten viel zu schwach ist.<br>\n&nbsp;<br>\nIst das schon eine Verschw&ouml;rungstheorie oder vorstellbar?<br>\n&nbsp;<br>\nKl&auml;ren Sie bitte weiter so unerschrocken auf. Wir, die Nachdenkenden, brauchen Sie !!!<br>\n&nbsp;<br>\nHerzliche Gr&uuml;&szlig;e !<br>\nWilfried Hagen<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>14. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Jens Berger,<\/p><p>es reicht mir langsam mit der st&auml;ndigen Verharmlosung der Corona-Epidemie durch die Nachdenkseiten. Obwohl Sie nebenbei betonen, das Virus sollte nicht untersch&auml;tzt werden, tun Sie aber genau das. Sie relativieren die Coronatoten mit der Mortalit&auml;t von Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs. Der Vergleich mit Leiterst&uuml;rzen im Sommer ist wohl an Unsinnigkeit nicht mehr zu &uuml;berbieten. Ja, im April seien die Infektionszahlen wohl dramatisch gewesen, schreiben Sie jetzt, aber auch zu dem Zeitpunkt haben die NDS die Pandemie in unverantwortlicher Weise herunter gespielt. Dazu lie&szlig;en Sie unseri&ouml;se Typen wie Dr. Wodarg und Ken Jepsen ausf&uuml;hrlich zu Wort kommen. Die Spekulation ob jemand mit, an oder durch Corona gestorben ist, halte ich ebenfalls f&uuml;r nicht sehr erkenntnisreich. Fest steht, dass die Viruskrankheit das Sterben verursachen oder zumindest beschleunigen kann.<\/p><p>Die traurigen Rekordzahlen in England, USA und Brasilien sind nat&uuml;rlich nicht nur dem schlechteren, unsozialen Gesundheitssystem geschuldet, sondern auch der bodenlosen Verharmlosung und Ignoranz durch die jeweiligen politischen F&uuml;hrer. Bei uns oder auch in China hat man das Problem wesentlich besser in den Griff bekommen, doch gerade wegen der drastischen Einschr&auml;nkungen, die Ihnen nicht passen.<\/p><p>Sie beklagen einen &uuml;bertriebenen Alarmismus und nennen ungerechtfertigte Ma&szlig;nahmen. Alarmismus und solche Ma&szlig;nahmen gibt es allerdings weltweit. Was k&ouml;nnte dahinter stecken? Eine weltweite Verschw&ouml;rung der Eliten gegen ihre V&ouml;lker? Bill Gates? Dazu schweigen Sie.<\/p><p>Ich bin von Demokratie und Rechtsstaat hierzulande nicht wirklich &uuml;berzeugt, ich halte sie f&uuml;r eine Scheindemokratie und die nur auf Abruf. Die M&ouml;glichkeit von diktatorischen Freiheitseinschr&auml;nkungen sehe ich durchaus. Alles ist vorbereitet durch die Notstandsgesetze von 1968 und die einschl&auml;gigen Polizeiaufgabengesetze. Peter Glotz der damalige SPD-Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer sagte einmal in einem Streitgespr&auml;ch mit Thomas Ebermann: &bdquo;Die Linke soll lieber die Finger weg von der Eigentumsfrage lassen, sonst wird die Bourgeoisie das Land mit Blut &uuml;berziehen.&ldquo;<\/p><p>Wenn die Herrschaft des Kapitals und die ihrer politischen VertreterInnen wirklich ernsthaft in Frage gestellt w&uuml;rde, also Zust&auml;nde &auml;hnlich wie in der DDR 1989 eintr&auml;ten, f&uuml;r diesen Fall bef&uuml;rchte ich tats&auml;chlich Diktatur, Verfassungsbruch und massive Einschr&auml;nkungen der Freiheit. Aber doch nicht wegen einer Virus-Epidemie! Von einer Revolution sind wir aber meilenweit entfernt und darum glaube ich nicht, dass wir boshafterweise schikaniert, ungerechtfertigt drangsaliert und vors&auml;tzlich belogen werden. Warum sollte ein Staat seine Wirtschaft leichtsinnig ruinieren, eine Exportnation ihre Exportindustrie sch&auml;digen, Alte, Kranke und Behinderte pl&ouml;tzlich qu&auml;len wollen und uns alle unter Hausarrest stellen? Das Kapital und sein gesch&auml;ftsf&uuml;hrender Ausschuss regieren doch viel lieber mit b&uuml;rgerlicher Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat, solange alles in ihrem Sinne l&auml;uft wie geschmiert. Das sieht nicht nur besser aus, das ist auch viel einfacher zu handhaben als ein Zwangsregime. Nach der Finanzkrise lief doch alles wieder optimal, f&uuml;r die Reichen und M&auml;chtigen. Warum also, ich wiederhole mich, sollten sie sich selber durch &uuml;berzogene und unsinnige Ma&szlig;nahmen sch&auml;digen? Die Virus-Epidemie ist der falsche Gegenstand um einen Freiheitskampf zu f&uuml;hren.<\/p><p>Warum ist den NDS eine solche linke Analyse so fremd? Lieber machen Sie sich gemein mit Verschw&ouml;rungstheoretikerInnen, ImpfgegnerInnen, Reichsb&uuml;rgerInnen und AFD-Deppen. Auf einer Liste zu &bdquo;Informationen f&uuml;r Meinungsvielfalt im Internet&ldquo;, die ich k&uuml;rzlich von Corona-Leugnern an meinem bayerischen Heimatort bekam, standen die Nachdenkseiten neben Attila Hildmann, Xavier Naidoo und PI News. Wie f&uuml;hlen Sie sich in dieser Gesellschaft? Erz&auml;hlen Sie mir nicht, dass mit denen gar keine Gemeinsamkeiten haben.<\/p><p>Den b&ouml;sen Querfront-Vorwurf k&ouml;nnen Sie nur noch sehr schwer widerlegen.<\/p><p>Leider ist es soweit gekommen, bei den von mir fr&uuml;her sehr gesch&auml;tzten NDS.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nE. Marx<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>15. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Danke, Herr Berger, f&uuml;r diesen ruhigen und beruhigenden Artikel.<\/p><p>Wenn man jetzt noch ber&uuml;cksichtigt, dass der Test nur das Vorhandensein von Virus-Bruchst&uuml;cken nachweist, die in keiner zwingenden Notwendigkeit zu einer Erkrankung stehen, k&ouml;nnen wir f&uuml;r unser pers&ouml;nliches Risiko noch ruhiger werden.<\/p><p>Eine Reihe &uuml;blicher Grippe-Erkrankungen sind &uuml;brigens nicht harmloser, nur gewohnter. Auch vor ihnen sollten wir warnen.<\/p><p>Unser momentanes Risiko sehe ich eher darin, dass sich unser Immunsystem nicht erholen kann. Kommt in diesem Herbst ein normal mutiertes Grippe-Virus, k&ouml;nnte es uns unangenehm &uuml;berraschen.<\/p><p>Bleiben Sie gesund!<br>\nAndreas Hellmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>16. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger, wertes Team der Nachdenkseiten.<\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r Ihren &ndash; wie immer &ndash; schl&uuml;ssigen und guten Artikel.<\/p><p>Eine Anmerkung h&auml;tte ich jedoch. Sie schreiben am Schluss (Zitat):<br>\n&ldquo;Voraussetzung daf&uuml;r ist jedoch vor allem ein funktionierendes Gesundheitssystem.<br>\nGesellschaft und Politik m&uuml;ssen sich daher jetzt die Frage stellen, wie die mittel- bis langfristige Antwort auf Covid-19 aussehen soll.<br>\nEin profitorientiertes Drei-Klassen-Gesundheitssystem wie in den USA?&rdquo;<\/p><p>Was mir in der Debatte immer zu kurz kommt, ist die Diskussion dar&uuml;ber, dass doch zun&auml;chst die Lebensweise der Menschen entscheidend dazu beitr&auml;gt, ob das Immunsystem mit jeglicher Art von &ldquo;Belastung&rdquo; fertig wird. Gesunde Ern&auml;hrung, &ldquo;ab in die Natur&rdquo;, Bewegung, Sport etc. sind doch entscheidende Faktoren. Die innere Zufriedenheit, Stressvermeidung und viele andere Dinge, die ich hier noch auff&uuml;hren k&ouml;nnte, machen mehr aus, als jede Pille. Insofern braucht es mehr, als nur ein funktionierendes und gerechtes Gesundheitssystem. Man muss vom Anfang her denken.<\/p><p>Nur, und das ist mir nat&uuml;rlich bewusst, ist das alles selbstredend nicht im Interesse der Pharmaindustrie und privater Krankenhausbetreiber.<br>\nTrotzdem w&auml;re es die Pflicht der (&ouml;ffentlich rechtlichen) Medien, die Bev&ouml;lkerung insbesondere w&auml;hrend einer Grippesaison in dieser Richtung besser zu informieren, statt in der Vorabend-Werbung nur &ldquo;altersgerechte&rdquo; Pillen, Salben und dergleichen zu bewerben. Wozu bezahlen wir eigenlich GEZ Geb&uuml;hren (das Wort Beitrag erspare ich mir&hellip;.)?<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e und alles Gute weiterhin!<br>\nIhr F&ouml;rderer<br>\nP.H.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>17. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>Sie schreiben:<br>\n&nbsp;<br>\nOb die &bdquo;Jungen&ldquo; nun &bdquo;unvorsichtiger&ldquo; sind oder die Angeh&ouml;rigen der Risikogruppen sich wirkungsvoller gegen eine Infektion sch&uuml;tzen &ndash; fest steht, dass das Durchschnittsalter der Infizierten seit M&auml;rz sinkt und dadurch nat&uuml;rlich auch die Anzahl der schweren und t&ouml;dlichen Verlaufsf&auml;lle ebenfalls sinkt. Der&nbsp;Altersmedian&nbsp;der Infizierten betr&auml;gt zur Zeit 49 Jahre, w&auml;hrend der Altersmedian der Verstorbenen bei 83 Jahren liegt.<br>\n&nbsp;<br>\nKann es nicht vor allem daran liegen, dass die jetzt positiv Getesteten nichts anderes als Falsch-Positive sind, die es ja zwangsl&auml;ufig auf Grund der Fehlerquote von ca. 1,5% (?) des Tests geben muss?<br>\nWenn diese Menschen, die immer wieder &ndash; auch von Ihnen &ndash; f&auml;lschlich als &bdquo;Infizierte&ldquo; bezeichnet werden, &uuml;berhaupt nicht krank sind, dann ist sowohl das Alter als ein &bdquo;Krankheitsverlauf&ldquo; unrelevant.<br>\n&nbsp;<br>\nDie derzeitige Positivenrate liegt lt. RKI bei 0,8%. Das sind halb so viele, wie es nach der Fehlertoleranz ohnehin geben m&uuml;sste.<br>\nK&ouml;nnen Sie das bitte mal recherchieren?<br>\n&nbsp;<br>\nHerzlichen Dank an Sie uns Ihr ganzes Team f&uuml;r Ihr unsch&auml;tzbar wichtige Arbeit!<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nFrank Lehmpuhl<\/p><p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Sehr geehrter Herr Lehmpuhl,<\/em><\/p><p><em>Sch&ouml;nen Dank f&uuml;r Ihre Zuschrift. Aber nein, das ist nicht sehr wahrscheinlich. Leider wird zum Thema FPR auch viel Unsinn geschrieben. Es ist richtig, dass eine Valdierungsreihe bezogen auf eine(!) Gensequenz eine FPR von ca. 1.8% ergab; diese Zahlen lassen sich aber nicht auf die Allgemeinheit der Tests &uuml;bertragen, da lt. RKI-Empfehlung bei positiven Befunden immer auf einer zweiten Gensequenz getestet werden muss. Zudem haben sich bei der Testreihe &bdquo;nur&ldquo; einzelne Tests als fehleranf&auml;llig erwiesen. Ob und in welchem Umfang diese Tests heute in Deutschland eingesetzt werden, ist mir unbekannt. Das eigentliche Problem ist eher, dass diese Empfehlung nicht immer eingehalten wird. FPR sind ein Problem, aber keinesfalls in diesem Umfang.<\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>18. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>wieder einmal vielen Dank f&uuml;r diesen Artikel.<\/p><p>Zweifellos alles richtig und wichtig.<br>\nAber &ndash; die Sterblichkeitsrate ist eben &ldquo;nur&rdquo; ein Teil des Problems. Die sorglosen Party- und Demonstrationswilligen vergessen leider gerne, welche Probleme bereits eine Quarat&auml;ne f&uuml;r viele Einzelpersonen oder Familien bedeutet. Wegen eines Infizierten, der an einem Abend 3 Bars besuchte, wurden 200 Personen in 14 t&auml;gige Quarant&auml;ne versetzt! Die ganze Pandemie kostet viele Menschen ihre Existenz. L&auml;den m&uuml;ssen geschlossen werden, Hotels und Gastst&auml;tten sind in die Insolvenz gegangen, K&uuml;nstler, die teilweise schon viele Jahre am Existenzminimum leben, wissen nun gar nicht weiter. Alle Zulieferer, Bookingagenturen, Caterer und und und, sind massiv bedroht.<\/p><p>Ich bin der Ansicht, dass dieser Umstand zu wenig bedacht wird.<\/p><p>Ich f&uuml;rchte, dass Artikel wie Ihrer ein St&uuml;ck weit die &ldquo;Corona Leugner&rdquo; befeuert: alles halb so schlimm, lasst uns feiern! Unser Gesundheitssystem ist ja bei allen M&auml;ngeln noch ganz gut!<\/p><p>Mag ja sein, aber wenn viele Menschen ihre Existenz verlieren und von Hartz4 leben sollen, wird dieser Umstand das Gesundheitssystem nicht verbessern.<\/p><p>Mit besten W&uuml;nschen<br>\nIrene Reynolds<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>19. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br>\n&nbsp;<br>\ngerne lese ich Ihre Nachdenkseiten. Auf vielen Gebieten brauche ich sie sogar, weil mein Wissen &uuml;ber viele Dinge und Zusammenh&auml;nge kleiner ist.<br>\nSo kann ich verschiedene angenehm kritische Blickwinkel &uuml;ber inter\/nationale Geschehnisse besser bei mir einbauen.<br>\n&nbsp;<br>\nEine kleine Anmerkung habe ich zu dem Artikel: Wie t&ouml;dlich ist Corona? Dort schrieben Sie bzw. Herr Berger:<br>\nNach Definition des RKI gilt jeder als Covid-19-Toter, bei dem Covid-19 nachgewiesen wurde und der an einer dazu passenden Krankheit gestorben ist.<br>\n&nbsp;<br>\nDas stimmt so nicht ganz. Dieses &ldquo;und&rdquo;, von mir unterstrichen, sollte ein &ldquo;oder&rdquo; sein. Denn es muss kein Virus nachgewiesen worden sein,<br>\num diesen Verstorbenen als Corona-Toten bezeichnen zu d&uuml;rfen. Laut WHO, nach denen sich das RKI ausrichtet, ist Ende 2019 die Codierung<br>\nbzw. die Notfall-Codierung des Virus definiert worden.<br>\n&nbsp;&nbsp;<br>\nNotfallverwendung von ICD-Codes f&uuml;r den Ausbruch der COVID-19-Krankheit<\/p><p>Der Ausbruch der COVID-19-Krankheit wurde zu einem &ouml;ffentlichen Gesundheitsnotstand von internationaler Bedeutung erkl&auml;rt.<\/p><ul>\n<li>Einer durch Laboruntersuchungen best&auml;tigten Krankheitsdiagnose von COVID-19 wird ein ICD-10-Notfallcode von &ldquo;U07.1 COVID-19, Virus identifiziert&rdquo; zugewiesen.<\/li>\n<li>Ein ICD-10-Notfallcode von &ldquo;U07.2 COVID-19, Virus nicht identifiziert&rdquo; wird einer klinischen oder epidemiologischen Diagnose von COVID-19 zugeordnet, wenn die Laborbest&auml;tigung nicht schl&uuml;ssig oder nicht verf&uuml;gbar ist.<\/li>\n<li>Sowohl U07.1 als auch U07.2 k&ouml;nnen f&uuml;r die Mortalit&auml;tskodierung als Todesursache verwendet werden.<\/li>\n<li>In ICD-11 ist der Code f&uuml;r die best&auml;tigte Diagnose von COVID-19 RA01.0 und der Code f&uuml;r die klinische Diagnose (vermutet oder wahrscheinlich) von COVID-19 RA01.1.<\/li>\n<\/ul><p>&nbsp;<br>\nInternationale Richtlinien f&uuml;r die Zertifizierung und Klassifizierung (Kodierung) von COVID-19 als Todesursache<\/p><p>Und hier Pkt. 2<\/p><p>DEFINITION TODESF&Auml;LLE AUFGRUND VON COVID-19<\/p><p>Ein Tod aufgrund von COVID-19 wird f&uuml;r &Uuml;berwachungszwecke definiert als ein Tod infolge einer klinisch vertr&auml;glichen Krankheit in einem wahrscheinlichen oder best&auml;tigten COVID-19-Fall, es sei denn, es gibt eine eindeutige alternative Todesursache, die nicht mit der COVID-Erkrankung in Zusammenhang gebracht werden kann (z.B. Trauma).<\/p><p>Ein Tod aufgrund von COVID-19 darf nicht auf eine andere Krankheit (z.B. Krebs) zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden und sollte unabh&auml;ngig von bereits bestehenden Erkrankungen gez&auml;hlt werden, bei denen der Verdacht besteht, dass sie einen schweren Verlauf von COVID-19 ausl&ouml;sen.<\/p><p>Und Pkt. 4 A<\/p><p>ICD-10 Kodierung der Todesursache von COVID-19<\/p><p>Zertifizierer verwenden eine Reihe von Begriffen, um COVID-19 als Todesursache zu beschreiben; ein Muster ist im Anhang dieses Dokuments zu finden. <\/p><p>Obwohl beide Kategorien, U07.1 (COVID-19, Virus identifiziert) und U07.2 (COVID-19, Virus nicht identifiziert) f&uuml;r die Kodierung der Todesursache geeignet sind, wird anerkannt, dass in vielen L&auml;ndern Einzelheiten zur Laborbest&auml;tigung von COVID-19 NICHT auf dem Totenschein angegeben werden.&nbsp; <\/p><p>In Ermangelung dieser Einzelheiten wird empfohlen, COVID-19 nur zu Mortalit&auml;tszwecken vorl&auml;ufig auf U07.1 zu kodieren, sofern es nicht als &ldquo;wahrscheinlich&rdquo; oder &ldquo;verd&auml;chtig&rdquo; angegeben wird.<\/p><p>Aus diesem komplizierten Text habe ich geschlossen, dass es erlaubt ist, die Diagnose &ldquo;Corona-infiziert&rdquo; oder &ldquo;Corona-Tod&rdquo; zu benutzen, da dazu ein Virus nicht zwingend erforderlich ist (siehe Code ICD-10 U07.2).<\/p><p>Vielleicht nur ein kleine Anmerkung aber mit viel Text.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nRainer S&auml;nger<\/p><p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Lieber Herr S&auml;nger,<\/em><\/p><p><em>das ist so nicht korrekt. Offiziell hei&szlig;t es von Seiten des RKI &hellip;<\/em><\/p><blockquote><p>\n&ldquo;In der Statistik des RKI werden die COVID-19-Todesf&auml;lle gez&auml;hlt, bei denen ein laborbest&auml;tigter Nachweis von SARS-CoV-2 (direkter Erregernachweis) vorliegt und die in Bezug auf diese Infektion verstorben sind.&nbsp;&bdquo;<br>\n<a href=\"https:\/\/www.rki.de\/SharedDocs\/FAQ\/NCOV2019\/gesamt.html\">rki.de\/SharedDocs\/FAQ\/NCOV2019\/gesamt.html<\/a>\n<\/p><\/blockquote><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>20. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nich habe soeben Ihren Artikel gelesen. Mit der Konsequenz &ldquo;Don&rsquo;t panic&rdquo; bin ich sehr einverstanden. Sie h&auml;tten aber auf die Problematik des Tests hinweisen sollen. Er ist wohl keineswegs so treffsicher wie behauptet.<br>\n&nbsp;<br>\nHier aber ein anderer Hinweis: Es ist nicht nur das Gesundheitssystem, das dar&uuml;ber entscheidet, wie Corona verl&auml;uft. Es ist vor allem das Immunsystem. Hier wird von &auml;rztlicher Seite leider fast nichts getan, um die Bev&ouml;lkerung aufzukl&auml;ren. Wenn bei j&uuml;ngeren Menschen Covid 19 harmlos verl&auml;uft, dann liegt es genau an ihrem besseren Immunsystem. Daf&uuml;r k&ouml;nnte man durchaus bei Risikopatienten etwas tun, n&auml;mlich Mikron&auml;hrstoffe erg&auml;nzen. Vor allem Vitamin C, was den besten Schutz vor einer Infektion gibt, aber auch Vitamin D3, die B-Vitamine, Vitamin E und A sowie Spurenelemente wie Mangan, Selen und auch Omega 3. Das alles ist in der medizinioschen Literatur bekannt, wird aber von der Medizin der Bev&ouml;lkerung nicht mitgeteilt. Wenn man den alten Menschen im Pflegeheim einen entsprechenden Coctail geben w&uuml;rde, w&auml;ren die Todeszahlen mit Sicherheit geringer.<br>\n&nbsp;<br>\nHierzu folgender Link zu einem Arzt in Braunschweig, der so verf&auml;hrt: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PUtREO6oSGo\">youtube.com\/watch?v=PUtREO6oSGo<\/a><br>\n&nbsp;<br>\nGeben Sie bitte diesem Arzt auf den Nachdenkseiten Gelegenheit, seine pr&auml;ventiven Ma&szlig;nahmen vorzustellen.<br>\n&nbsp;<br>\nViele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nRolf Freitag<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>21. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\n&ldquo;Covid-19 ist eine gef&auml;hrliche Krankheit&rdquo; schreiben Sie in Ihrem Schlussabsatz. Dies ist&nbsp;so formuliert&nbsp;potentiell irref&uuml;hrend&nbsp;und steht im Kontrast zur &Uuml;berschrift Ihres Absatzes &ldquo;Don&acute;t panic&rdquo;. Denn wenn&nbsp;wir alle es wirklich mit einer gef&auml;hrlichen Krankheit zu tun haben, dann ist es schwierig, keine Angst zu haben, Ma&szlig;nahmen zu lockern, zur Normalit&auml;t zur&uuml;ckzukehren. Dann macht der Staat doch im Gro&szlig;en und Ganzen alles richtig, dann ist es gut, dass Herr Spahn und die Regierung uns mit den Verordnungen besch&uuml;tzen vor dieser &ldquo;gef&auml;hrlichen Krankheit&rdquo;. Meinen Sie das mit Ihrer Vermutung, dass wir uns &ldquo;an Covid-19 gew&ouml;hnen m&uuml;ssen&rdquo;, dass es sich &ldquo;weitestgehend beherrschen lie&szlig;e&rdquo;? Meinen Sie, wir sollen uns schon mal an die Einschr&auml;nkungen unserer grundgesetzlichen Rechte und Freiheiten gew&ouml;hnen, an das Tragen von Masken, st&auml;ndiges Testen und Quarant&auml;ne&nbsp;zur dauerhaften Beherrschung dieser &ldquo;gef&auml;hrlichen Krankheit&rdquo;.<br>\n&nbsp;<br>\nSie fordern und loben eine differenzierte Vermittlung von Informationen, aber in Ihrer Conclusio schreiben Sie einen Satz, der undifferenzierter nicht sein kann und perfekt in das Narrativ von Politik und Massenmedien passt. Wie im &uuml;brigen auch Ihre sehr reisserische &Uuml;berschrift, die der BILD in nichts nachsteht: &ldquo;Wie t&ouml;dlich ist Corona?&rdquo;. Was soll das bedeuten? Was ist &ldquo;Corona&rdquo;? Es gibt zahlreiche humanpathogene Coronaviren, die jeden Winter durch unsere K&ouml;rper vagabundieren. Warum machen Sie diese Boulevardisierung der Sprache mit? Das Virus, um das es Ihnen geht, hat einen Namen, der aufgekl&auml;rten, m&uuml;ndigen Lesern durchaus zuzumuten ist: SARS CoV-2. Oder beziehen Sie sich auf die T&ouml;dlichkeit der durch das Virus verursachten Krankheit, Covid-19, was dann mit Ihrer Aussage im letzten Absatz konsistent w&auml;re?<br>\nWas meinen Sie mit &ldquo;gef&auml;hrliche Krankheit&rdquo;? Ist die Influenza f&uuml;r Sie eine &ldquo;gef&auml;hrliche Krankheit&rdquo;? Bedeutet, sich an Covid-19 zu &ldquo;gew&ouml;hnen&rdquo;, so damit umzugehen wie mit der Influenza?<br>\nOder&nbsp;meinen Sie mit Covid-19 die schwere Verlaufsform einer Infektion mit dem Virus SARS CoV-2, die nach bisherigen Erkenntnissen&nbsp;fast ausschlie&szlig;lich&nbsp;Menschen mit geschw&auml;chtem Immunsystem betrifft, also Menschen mit zumeist mehreren Vorerkrankungen, die h&auml;ufig ein Alter jenseits der durchschnittlichen Lebenserwartung erreicht haben und ein deutlich erh&ouml;htes Sterberisiko nicht nur durch Infektionen, sondern auch durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall oder&nbsp;Krebs haben? Wenn ja, warum erkl&auml;ren Sie das nicht so? Dann w&uuml;rde Ihr Satz lauten: &ldquo;Covid-19 ist eine gef&auml;hrliche Krankheit, die aber fast ausschlie&szlig;lich Menschen mit geschw&auml;chtem Immunsystem betrifft&rdquo;. Daraus folgt, dass die &uuml;berwiegende Mehrzahl der Bev&ouml;lkerung, 80-90%, diese Krankheit nicht bekommen werden, wenn Sie sich mit dem Virus infizieren. Dass das Virus f&uuml;r die meisten&nbsp;Menschen harmlos ist. Dass die &uuml;berwiegende Mehrzahl nach Kontakt mit dem Virus nichts merken, also einen asymptomatischen Verlauf (sprich keine Infektion) haben werden oder eine Infektion mit milden Symptomen, die einem &ldquo;normalen&rdquo; grippalen Infekt entsprechen. Dies w&uuml;rde Ihr &ldquo;Don&acute;t panic&rdquo; wesentlich konsistenter st&uuml;tzen.<br>\n&nbsp;<br>\nBei der Betrachtung von positiv getesteten Personen und Todesf&auml;llen empfehle ich bez&uuml;glich der von der Johns Hopkins Universit&auml;t (JHU) ver&ouml;ffentlichten Zahlen einen Blick nach Singapur, das eine au&szlig;ergew&ouml;hnlich niedrige Fallsterblichkeit (CFR) von 0,05% ausweist.&nbsp;Von &uuml;ber 53.000 positiv getesteten sind 27 Menschen gestorben. Seit Mitte Juni ist bei 13.300 positiv getesteten nur 1 Todesfall gemeldet worden. Dies deutet stark darauf hin, dass das Virus selber keine &uuml;berm&auml;&szlig;ige Letalit&auml;t besitzt, sondern andere Umst&auml;nde f&uuml;r die h&ouml;heren Zahlen an Todesf&auml;llen verantwortlich sind, wie Sie ja auch schreiben.&nbsp;Interessant w&auml;re sicherlich zu pr&uuml;fen, ob das Kollektiv der positiv getesteten Menschen in Singapur (oder Katar mit einer CFR von 0,2%) einen besonders niedrigen Anteil &auml;lterer und\/oder vorerkrankter Menschen beinhaltet.<br>\nGenerell sind die Fallsterblichkeiten&nbsp;seit Mai global (&ldquo;Welt&rdquo;) und in zahlreichen L&auml;ndern (z.B. USA, Schweden, Brasilien, Algerien, Philippinen, Japan, Polen, Rum&auml;nien, Indien, Israel, Marokko) deutlich gesunken, was stark darauf hindeutet, dass andere Ursachen als die Gef&auml;hrlichkeit des Virus (z.B. falsche Behandlung, &Uuml;berforderung der Gesundheitssysteme, starke Exposition von Menschen mit erh&ouml;htem Risiko f&uuml;r schwere Verl&auml;ufe) f&uuml;r die anf&auml;nglich hohen Fallsterblichkeiten verantwortlich waren. Details k&ouml;nnen Sie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/200806_Tabelle.pdf\">anh&auml;ngender Tabelle entnehmen<\/a>, die ich basierend auf meiner Mitte M&auml;rz begonnenen Analyse der JHU-Zahlen erstellt habe.<br>\n&nbsp;<br>\nDie tats&auml;chliche Letalit&auml;t (Infection Fatality Rate, IFR) liegt bei SARS CoV-2 sehr wahrscheinlich deutlich unter der CFR, da von einer hohen &ldquo;Dunkelziffer&rdquo; nicht getesteter Infizierter auszugehen ist. Dies deshalb, weil es, wie oben bereits erw&auml;hnt,&nbsp;sehr viele asymptomatische Infektionen gibt (Studien kommen auf 17 bis 85% asymptomatisch verlaufende Infektionen), bei denen &uuml;berwiegend davon auszugehen ist, dass sich die betroffenen Personen nicht testen lassen.<br>\nIch halte im Gegensatz zu Ihnen, die IFR f&uuml;r durchaus relevant, um Ihre in der &Uuml;berschrift formulierte Frage nach der T&ouml;dlichkeit des Virus zu adressieren. Und es gibt zahlreiche Studien, die sich mit der Absch&auml;tzung der IFR besch&auml;ftigen. Diese und weitere Studien zur Letalit&auml;t von SARS CoV-2 sind unter folgendem Link zusammengestellt: <a href=\"https:\/\/swprs.org\/studies-on-covid-19-lethality\/\">swprs.org\/studies-on-covid-19-lethality\/<\/a><br>\n&nbsp;<br>\nSchlussendlich geht es bei der Betrachtung der T&ouml;dlichkeit des Virus darum, inwieweit die von den Regierungen dieser Welt verh&auml;ngten Ma&szlig;nahmen zur Eind&auml;mmung der Verbreitung des Virus notwendig und die dadurch verursachten massiven sozi&ouml;konomischen Kollateralsch&auml;den verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig sind.<br>\nWenn Covid-19 zwar eine gef&auml;hrliche Krankheit, aber nicht gef&auml;hrlicher als die Influenza ist, dann sind die Ma&szlig;nahmen nicht verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, da bez&uuml;glich der Eind&auml;mmung der Verbreitung von Influenzaviren bisher nichts derartiges unternommen wurde. Insbesondere ist es nicht angemessen und potentiell verwerflich, die Aufnahme von SARS CoV-2 Viren als generell gef&auml;hrlich f&uuml;r alle Menschen darzustellen und damit allen Menschen Angst zu machen, denn dieses Virus ist nur f&uuml;r eine kleine Minderheit der Bev&ouml;lkerung gef&auml;hrlich i.S.v. notwendiger Krankenhausbehandlung oder gar t&ouml;dlichem Ausgang. Die Verlautbarungen bez&uuml;glich m&ouml;glicher Langzeitsch&auml;den halte ich zum jetzigen Zeitpunkt f&uuml;r hochspekulativ, der Angstmache dienend und allenfalls f&uuml;r dieselbe Minderheit der Bev&ouml;lkerung, die schwere hospitalisierungsbed&uuml;rftige Verl&auml;ufe der Infektion erlebt, relevant.<br>\n&nbsp;<br>\nIch stimme Ihnen zu, dass wir uns an dieses Virus als neuen Bestandteil des allj&auml;hrlichen Atemwegsinfektionserregerspektrums gew&ouml;hnen m&uuml;ssen, und bin der Meinung, dass dies ohne Notverordnungen m&ouml;glich ist. Allerdings sehen dies die Herrschenden (und m&ouml;glicherweise gr&ouml;&szlig;ere Teile der Bev&ouml;lkerung) anders, so dass ein per beschleunigtem Verfahren zugelassener Impfstoff und seine&nbsp;durch die Kopplung an bestimmte Rechte indirekt erzwungene Verabreichung, leider das f&uuml;r mich wahrscheinlichere Ende der Geschichte ist.<br>\n&nbsp;<br>\nVielen Dank f&uuml;r Ihr Informationsangebot.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAlexandar Allinger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>22. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes NDS Team, lieber Herr Berger,<\/p><p>gerade das im Titel angezeigte Thema ist zwar gut und in der unbedingt n&ouml;tigen, sachlichen und auf Deeskalation ausgerichteten Weise besprochen. Ich bin daf&uuml;r sehr dankbar, auch wenn das Sterberisiko schon im April vor dem Hintergrund wesentlich dramatischerer Zahlen sehr gering war und weder S&ouml;ders Katastrophenfall noch irgendwelche andere gesetzgeberische Reaktion erforderte. Es gibt dar&uuml;ber hinaus noch Wesentliches anzumerken.<\/p><p>Die Pandemie ging nicht im April durch Deutschland, sondern von Februar bis Mitte M&auml;rz, wenn man das Ansteckungsereignis meint. Die Sterbewelle kam im europ&auml;ischen Ausland ca. vier Wochen sp&auml;ter, in Deutschland war sie kaum zu bemerken. Richtig lautet die Frage also: &ldquo;Wie t&ouml;dlich war Corona?&rdquo; Das ist auch deswegen wichtig, weil sich Coronaviren bekanntlich mutierend weiter entwickeln. Das Wesen eines Virus f&uuml;hrt dazu, dass Mutationen stets dann erfolgreich sind, wenn sie ihren Wirt nicht umbringen. Genau diesen Weg geht vermutlich auch das Coronavirus SARS-CoV-2: es wird &ldquo;schw&auml;cher&rdquo;, weil seine hoch pathogenen Varianten aussterben. Die Frage, wieso die Sterbewelle in Europa binnen so weniger Wochen stattfand und wie sie genau zu erkl&auml;ren ist, steht noch weitgehend ungekl&auml;rt im Raum. Ich frage mich, wann Lehrbuchwissen in sie einflie&szlig;t und nat&uuml;rlich auch, ob das, was ich daf&uuml;r halte, nicht von neueren Erkenntnissen &uuml;berholt wurde.<\/p><p>Der Zeitraum ist zudem deswegen essentiell, weil das initiale Ansteckungsereignis gerade auch in Deutschland ungebremst stattfand. Die nachgelagerte Sterbewelle betraf vor allem alte und kranke Menschen, die sich das Virus mangels Mobilit&auml;t nicht etwa im Skiurlaub oder Fasching holten und deren medizinische Versorgung, wie sie richtig bemerken, h&ouml;chst unterschiedlich war. Daraus folgen wichtige &Uuml;berlegungen f&uuml;r die so genannten Ma&szlig;nahmen, die nach der epidemischen Ausbreitung der &uuml;blen Virus-Variante kamen. Es ist beispielsweise vollkommen zweckfrei, in Schulen die Maskenpflicht einzuf&uuml;hren, weil in Schulen nun einmal keine multimorbiden 80j&auml;hrigen vorkommen! Auch andere gesetzgeberische Entscheidungen erscheinen vor dem Hintergrund solcher &Uuml;berlegungen h&ouml;chst fragw&uuml;rdig. Die Diskussion, was sinnvoll war und ist und was nicht, ist ja in vollem Gange, wird aber von offiziellen Stellen in erster Linie von fachlich vollkommen ahnungslosen Gestalten wie Spahn oder S&ouml;der gepr&auml;gt, die von Anfang an aus r&uuml;ckhaltloser Rechthaberei und einem auf Angst aufsetzenden politischem Kalk&uuml;l agieren.<\/p><p>Zur RKI-Definition eines Covid-19 Toten, zu der Sie bitte eine Quelle nennen, irrten sich, falls &uuml;berhaupt, nicht etwa &ldquo;die Kritiker&rdquo;, sondern ein gewisser Prof. Wieler, der Direktor des Instituts, s. hier <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LKixqXpSoXo&amp;t=17m40s\">youtube.com\/watch?v=LKixqXpSoXo&amp;t=17m40s<\/a>. Es erscheint mir wesentlich, uns nicht immer wieder als schlecht informierte Meckerer darzustellen. Der Weg zum Aluhut oder Covidiot, Kampfbegriffen, die gerade zum Bumerang werden, ist da n&auml;mlich nicht weit. Es ist auch deswegen wichtig, weil Menschen zu uns sprechen, die selbst gerade den Weg aus diversen, teils erheblichen Irrt&uuml;mern zu finden haben. Ihre Kollegen aus dem medialen Mainstream k&auml;mpfen speziell im Umgang mit dem Zahlenmaterial mit Grundschulproblemen, die weit vor irgendwelcher mathematischen Statistik stehen.<\/p><p>Beispielsweise scheint einigen von ihnen der Unterschied zwischen zwanzigtausend und einigen hunderttausend Menschen auf einer Gro&szlig;demonstration nicht klar zu sein. Die Aufkl&auml;rung beginnt also sehr weit vorne.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e aus der Lombardei<br>\nAndreas Schell<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>23. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>wie so oft habe ich Ihre Zeilen gern und aufmerksam gelesen. Was mich umtreibt, ist folgendes:<\/p><p>Wenn es sich hier nicht um ein Killervirus handelt, warum legen wir dann nicht die gleichen Ma&szlig;st&auml;be an wie anderswo? Mit Blick auf COVID-19 werden diverse Verordnungen und Verbote erlassen, weil man es offenbar aufgegeben hat, an die Vernunft der Menschen bei ihren Verhaltensweisen zu appellieren. Maskentragen ist Pflicht, nicht Empfehlung. Veranstaltungen waren komplett verboten und sind es ab einer gewissen Gr&ouml;&szlig;e immer noch. Es wird &uuml;ber Impfpflicht debattiert und (eine wirksame Impfung vorausgesetzt) m&ouml;glicherweise eine solche beschlossen. Zwangstests f&uuml;r Reisende und Quarant&auml;neanordnungen unter Androhung empfindlicher Strafen bei Missachtung sind Konsens. Das alles auf Basis von Annahmen zu Ansteckung, Krankheitsverlauf und Folgen, die immer noch weit entfernt von gesicherten Erkenntnissen auf Basis empirischer Studien oder medizinischer Forschung sind. Der Verweis auf die allgemeinen Gesundheitsgefahren der Menschen reicht aus, was grunds&auml;tzlich nicht zu kritisieren ist.<\/p><p>Unstrittig indes ist, dass andere Dinge negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben und hierzu gesicherte Erkenntnisse seit langer Zeit vorliegen. Aber mit Blick auf Tabakrauch oder Alkoholkonsum setzen wir auf die Einsicht und Vernunft der Menschen. Niemand diskutiert ernsthaft, den Verkauf oder Konsum vom Tabakerzeugnissen oder alkoholischen Getr&auml;nken zu verbieten oder stark einzuschr&auml;nken. Warum messen wir hier mit einem anderen Ma&szlig;stab? Kann man nicht hochrechnen, wie viele Menschen l&auml;nger und ges&uuml;nder leben w&uuml;rden ohne diese Suchtmittel?<\/p><p>Auch die j&auml;hrlich tausenden Toten, Schwerverletzten und dauerhaft Gesch&auml;digten des Stra&szlig;enverkehrs opfern wir bereitwillig auf dem Altar der individuellen Spa&szlig;-Mobilit&auml;t und k&ouml;nnen uns nicht mal zu einem allgemeinen Tempolimit durchringen. Die heutige Technologie von GPS bis Sensorik w&uuml;rde es problemlos erm&ouml;glichen, dass man weder unangepasst zu schnell fahren noch Ampeln oder Verkehrszeichen missachten k&ouml;nnte. Aber der Spa&szlig;faktor des Automobils oder Motorrades w&auml;re dahin, wenn das Ding den Fahrer zum Einhalten der Regeln technologisch zw&auml;nge. Eine solche Technologie w&uuml;rde mindestens so wirksam sein wie einst der Sicherheitsgurt oder der Airbag. Regelverst&ouml;&szlig;e beim Fahren st&auml;rker zu bestrafen krepiert statt dessen im Rohr des Dilettantismus und so bleibt der Individualverkehr weiterhin einer der letzten Bereiche, wo man meist ohne ernste Konsequenzen sinnvolle Regeln ignorieren und brechen und dabei unbeteiligte Menschen nach Herzenslust bei Leib und Leben gef&auml;hrden und verletzen kann.<\/p><p>Ich schaue kopfsch&uuml;ttelnd auf das, was hier passiert. Immer wieder f&auml;llt der Satz &ldquo;wir m&uuml;ssen lernen, mit dem Virus zu leben&rdquo;. Wann fangen wir damit an?<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e,<br>\n\/\/Thomas Thrun<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>24. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger, <\/p><p>wie kann man einen langen Artikel &uuml;ber die Gef&auml;hrlichkeit von Corona schreiben, ohne mit einem Wort Schweden zu erw&auml;hnen? <\/p><p>Da ich die gesamte Coronazeit bisher in Schweden verbracht habe, kommt mir der Artikel wie eine deutsche Nabelschau vor, ist doch der Umgang mit der Seuche in Schweden dem deutschen Modell diametral entgegengesetzt. Die oberste Gesundheitsbeh&ouml;rde in Schweden ist anders als RKI und PEI unabh&auml;ngig von der Regierung und einer politischen Agenda. <\/p><p>Anders Tegnell hat seine Linie trotz ungeheurem Druck aus Medien und Politik (v.a. auch aus der EU), durchgehalten und den Schweden damit viel Leid erspart, wo anderswo durch Maskenzwang, Schulverbot, Lockdown und Pandemieangst gro&szlig;e gesellschaftliche und wirtschaftliche Verwerfungen verursacht wurden und weiterhin werden, die mit realen Erkrankungen durch Cov-19 absolut nichts zu tun haben, wie Schweden l&auml;ngst schon ganz praktisch bewiesen hat. <\/p><p>Hier durften die Kinder alle in Kitas und Vorschule gehen, alle Sch&uuml;ler bis auf die gymnasiale Oberstufe konnten regul&auml;r in die Schule gehen und wie &uuml;blich in der Schulmensa ohne Restriktonen ihr Mittagessen essen. Auch Restaurants und Gastwirtschaften hatten nur leicht eingeschr&auml;nkten Betrieb, da der Abstand von 1,5 m zwischen den Tischen eingehalten werden musste &ndash; das war&rsquo;s. <\/p><p>Die omin&ouml;se 2. Welle die in Deutschland und anderen EU-L&auml;ndern nun beschworen wird, ist in der schwedischen Bev&ouml;lkerung kein Thema, da es schon keine 1. Welle gab, die die Bev&ouml;lkerung erfasst h&auml;tte. Das merkt nat&uuml;rlich hier fast jeder, dass das nie und nirgends eine gef&auml;hrliche Pandemie gab. <\/p><p>Man wird nicht darum herumkommen, die gesamte Handhabung der Coronapandemie in Schweden zu studieren und mit anderen L&auml;ndern wie Deutschland, England, Frankreich, Italien, Spanien (um nur die gr&ouml;&szlig;ten zu nennen) zu vergleichen. <\/p><p>Gr&uuml;&szlig;e aus dem sch&ouml;nen Schweden,<br>\nMartin Finkbeiner<\/p><p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Lieber Herr Finkbeiner,<\/em><\/p><p><em>dazu nur eine Frage: Sind dann die Todeszahlen, die eben jener Anders Tegnell vermeldet, etwa gef&auml;lscht?<\/em><\/p><p><em>Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Schweden hat vieles besser gemacht als Deutschland, aber so zu tun, als h&auml;tte Schweden dadurch weniger Todesopfer zu vermelden, ist dann doch ein wenig zu unkritisch.<\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><p><em><strong>Antwort des Lesers M.F.:<\/strong> Lieber Jens Berger, <\/em><\/p><p><em>sorry, das hat jetzt doch etwas l&auml;nger gedauert. Am Ende Hinweise auf Interviews mit Prof. Johan Giesecke, ehemaliger Chef von Anders Tegnell. &Uuml;ber den schwedischen Weg. <\/em><\/p><p><em>Wie in den Hotspots in Italien, Spanien oder New York, wo man in den Kliniken Coronabetten freischaufelte und die Alten, die nicht sehr akut krank waren, in Alters- und Pflegeheim zwischenlagerte, wo die Seuche dann voll ausbrach, so hatten auch die Hotspots in Schweden ihre Zentren in den sehr gro&szlig;en Alten- und Pflegeheimen und in der weit verbreiteten, h&auml;uslichen Pflege, die durch v&ouml;llig unvorbereitete Pflegekr&auml;fte die Ansteckung und Todesrate in sehr kurzer Zeit (eigentlich der &uuml;blichen Grippesaison), hochschnellen lie&szlig;en. Der Gro&szlig;raum Stockholm war am &auml;rgsten betroffen, ausgerechnet das Gebiet, indem die B&uuml;rgerlichen (Moderaterna) seit 20 Jahren das Gesundheits- und Pflegesytem radikal privatisierten. <\/em><\/p><p><em>Im Gro&szlig;raum Malm&ouml;, der mit Hafen und &Ouml;resundbr&uuml;cke ein direkter Anlaufpunkt und Verkehrsknoten zur Hauptstadt D&auml;nemarks und zum restlichen Europa ist, gab es nur moderate Todeszahlen, wo sich &ndash; wie es auch auf der Fl&auml;che selbst sich gezeigt hat &ndash; dass Coronavirus die breite Bev&ouml;lkerung praktisch unber&uuml;hrt gelassen hat, d.h. wenig wirkliche schwere Erkrankungen und Todesf&auml;lle, auch dort die H&auml;ufung nur in den Risikogruppen mit hohem Alter und diversen Vorerkrankungen, bei einer im Durchschnitt sehr alten, schwedischen Bev&ouml;lkerung. <\/em><\/p><p><em>Ich selbst wohne auch in einer Hafenstadt, wo man von Corona praktisch nichts wirklich gemerkt hat. <\/em><\/p><p><em>Einen weiteren, wichtigen Punkt macht Tegnell nun seit Wochen in Pressekonferenzen, wo er vor allem ausl&auml;ndischen Journalisten erkl&auml;rt, dass Schweden keinen Sonderweg beschreite, sondern das tut, was sie immer bei schweren Grippewellen getan haben: den Leuten sagen, Abstand zu halten; wenn sie sich krank f&uuml;hlen, zuhause zu bleiben; sich mehr als sonst die H&auml;nde zu waschen. Wir bauen auf die Freiwilligkeit und das Verst&auml;ndnis der B&uuml;rger, ist ein weiterer Satz, den Tegnell immer wieder sagt. <\/em><\/p><p><em>Man hat anfangs, also im M&auml;rz, bei den ersten Schockzahlen aus Italien, Gro&szlig;veranstaltungen abgesagt, es fanden auch wochenlang keine Fu&szlig;ballspiele mehr statt, aber das normale Leben, ging weitgehend ohne Einschr&auml;nkungen weiter. Die Leute konnten Hochzeiten und Familienfeste feiern. in Restaurants gehen und ganz normal einkaufen. <\/em><\/p><p><em>Tegnell h&auml;lt Masken f&uuml;r untauglich und deshalb nicht erforderlich. Wer eine Maske tragen will, kann das selbstverst&auml;ndlich tun. Es sind aber selten Menschen mit Maske zu sehen. <\/em><\/p><p><em>In den Superm&auml;rkten und anderen normalen L&auml;den wird mit Schildern und Plakaten auf das Abstandhalten (1,5 m) hingewiesen, die Kassen bekamen einen Plexiglasschirm zum Schutz des Kassenpersonals, und am Eingang kann man seine H&auml;nde desinfizieren. In Bussen werden nur die Busfahrer abgeschirmt, man steigt deshalb am mittleren Eingang ein und aus. Das war&rsquo;s schon. Schweden verzichtete von Anfang an vollkommen auf erhobene Zeigefinger und st&auml;ndige Appelle ans Pflichtgef&uuml;hl, um omin&ouml;se Regeln einzuhalten, verzichtete auf alle Sanktionen und Strafen. <\/em><\/p><p><em>Sieht man sich aktuell die Sterbestatistik in Schweden an, gibt es in diesem Jahr keine &Uuml;bersterblichkeit. Trotz massiver Testausweitung sind keine gro&szlig;artigen neuen Krankheits- und Todesf&auml;lle in Beziehung auf Corona registriert, nur die sogenannten Infektionszahlen steigen relativ zu den ausgeweiteten Tests weiter an. Auch hier, wie in vielen anderen L&auml;ndern, z&auml;hlen aber die allermeisten als symptomlos Infizierte. Fr&uuml;her sagte man dazu, sie seien immun. <\/em><\/p><p><em>Unterm Strich kann man heute schon sagen, dass der Verlauf der Seuche in Schweden nicht anders ist als in den Lockdown- und strengen Corona-Ma&szlig;nahmel&auml;ndern, wie Giesecke schon im April konstatierte (s.u.). Allerdings ohne die riesigen sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Sch&auml;den und Verwerfungen wie in Deutschland, das die Schrauben immer noch weiter anziehen will, weil sonst eine 2. Welle drohe. <\/em><\/p><p><em>Ich lasse hier mal einen Experten zu Worte kommen, Johan Giesecke. <\/em><\/p><p><em>Giesecke is professor emeritus of Infectious Disease Epidemiology at the Karolinska Institute Medical University in Stockholm. He was state epidemiologist for Sweden from 1995 to 2005 and the first chief scientist of the European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) from 2005 to 2014. <\/em><\/p><p><em>Giesecke war langj&auml;hriger Chef und &ldquo;Lehrer&rdquo; von Anders Tegnell. Er ber&auml;t die schwedische Regierung und geh&ouml;rt zu einem Expertenteam der WHO.<\/em><\/p><p><em>Hier ist ein Gespr&auml;ch von Unherd (UK) mit Giesecke v. 17.04.2020, wo er am Anfang sich selbst vorstellt. Besonders interessant zur Frage der Risikogruppen und den sehr hohen Todeszahlen im M&auml;rz und April in schwedischen Alteneinrichtungen erkl&auml;rt Giesecke zwischen Minute 12:10 und 18:12. Es lohnt sich das ganze anzuschauen. <\/em><\/p><p><em>Why lockdowns are the wrong policy &ndash; Swedish expert Prof. Johan Giesecke <\/em><br>\n<em>(<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bfN2JWifLCY\">youtube.com\/watch?v=bfN2JWifLCY<\/a>) <\/em><\/p><p><em>Hier eine Art Kurzfassung, ein Transskript eines Interviews von addendum.org mit Giesecke v. 24.04.2020: <\/em><\/p><p><em>Lockdown verschiebt Tote in die Zukunft <\/em><br>\n<em>(<a href=\"http:\/\/www.addendum.org\/coronavirus\/interview-johan-giesecke\/\">addendum.org\/coronavirus\/interview-johan-giesecke\/<\/a>)<\/em><\/p><p><em>In meinen Augen haben sich inzwischen die meisten Annahmen, die Giesecke schon im April &auml;u&szlig;erte, best&auml;tigt. Es weht in Schweden ein ganz anderer Geist im Umgang mit Corona, was inzwischen dazu f&uuml;hrt, das der oberste Seuchenhirte Anders Tegnell mit seiner ruhigen, unaufgeregten, aber bestimmten Art zu so etwas wie einem Volkheld geworden ist. <\/em><\/p><p><em>Gru&szlig; <\/em><br>\n<em>Martin<\/em><\/p><p><em>PS: bin ein l&auml;ngj&auml;hriger Nachdenkseiten-Leser und -weiterempfehler, der seinen Lebenmittelpunkt in Schweden hat, und immer noch in Berlin ein Zimmer. Leider konnte ich seit Monaten nicht nach D. fahren, zuerst wegen der Einsch&auml;tzung Schwedens als Risikoland (mit drohender Quarant&auml;ne in Berlin), dann wegen des durchg&auml;ngingen Maskenzwangs in den &ouml;ffentlichen Verkehrsmitteln.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>25. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>ich kann Ihre Ausf&uuml;hrungen im Artikel gerne nachvollziehen, empfinde aber auch den momentanen &ldquo;Alarmismus&rdquo; bis zu einem gewissen Ma&szlig; nachvollziehbar. Die erste &Uuml;berraschungswelle hatte uns voll erwischt und vor neue, schwierige Aufgaben gestellt. Sei es das Krisenmanagement seitens der Politik oder auch unser aller Vorgehen und nachvollziehbares Schutzverhalten. Das ist kein &ldquo;Alarmismus&rdquo;, eher eine Vorsichtsma&szlig;nahme, die man durchaus akzeptieren kann und sollte.<\/p><p>Allerdings stimme ich Ihnen zu, in welchem Ma&szlig;e etwa die Vorsicht ins teils Absurde f&uuml;hrt. Die &Uuml;bervorsicht nimmt mitunter groteske Z&uuml;ge an. Eher labile Menschen haben Masken schon &uuml;bergezogen, wenn es keinen Grund daf&uuml;r gibt. Jede Verfehlung wird sofort medial und pauschal angeprangert. Hier geben sich Twitter-Nutzer und die Medien die Klinke in die Hand, wenn etwa die sichtbare Nase fotografiert und ins Netz gestellt wird. Auch die Tagesschau hat sich in diesen Modus eingereiht und nennt vor allem bei den Corona-Demos Ross, Hof und Reiter &ndash; z&uuml;ndelt also wissentlich mit.<\/p><p>Die Kritik an der mutwilligen Nichteinhaltung von Schutzregeln ist grunds&auml;tzlich richtig &ndash; jedoch nicht, wenn Journalisten sich als Moralisten gebaren. Ich dachte, der Ton w&auml;re moderater geworden, und die Ans&auml;tze h&auml;tte ich wohlwollend akzeptiert. Doch so nicht. Es ist nur ein weiterer Schlag auf den Keil, der beabsichtigt, die Menschen zu spalten.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nS.W.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Jens Berger<\/strong> hat sich <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63560\">in seinem Beitrag<\/a> mit der Frage der t&ouml;dlichen Gefahr von Covid-19 auseinandergesetzt. Er weist u.a. auf unterschiedliche Z&auml;hlweisen und Gesundheitssysteme in verschiedenen Staaten hin. Jens Berger meint, es &bdquo;besteht kein rationaler Grund f&uuml;r Angst und Panik&ldquo; und fordert von Gesellschaft und Politik eine &bdquo;mittel- bis langfristige Antwort&ldquo; f&uuml;r den Umgang<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63654\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[149,165,103],"tags":[],"class_list":["post-63654","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesundheitspolitik","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63654","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=63654"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63654\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":63675,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63654\/revisions\/63675"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=63654"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=63654"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=63654"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}