{"id":63716,"date":"2020-08-10T10:57:41","date_gmt":"2020-08-10T08:57:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63716"},"modified":"2020-08-10T12:29:52","modified_gmt":"2020-08-10T10:29:52","slug":"leserbriefe-zu-der-fall-lisa-eckhart-cancel-culture-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63716","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eDer Fall Lisa Eckhart \u2013 Cancel Culture in Deutschland\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63631\">In diesem Beitrag<\/a> diskutiert <strong>Jens Berger<\/strong> &uuml;ber die Kabarettistin Lisa Eckhart und Medien, die ihr &bdquo;Antisemitismus, Rassismus und weitere unsch&ouml;ne Dinge vorgeworfen&ldquo; haben. In Hamburg ist die K&uuml;nstlerin ausgeladen worden. Jens Berger erhebt den Vorwurf, dass &bdquo;gro&szlig;e Teile des sich selbst als linksliberal verstehenden deutschen Feuilletons offenbar die Satire von Lisa Eckhart nicht einmal im Ansatz verstehen&ldquo; und erinnert an Absagen von Satire- und Kabarettst&uuml;cke im Jahr 1930. Er warnt vor Wiederholungen.<br>\nEinige Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten haben sehr schnell auf diesen Text reagiert und  uns eine Email geschickt. Wir bedanken uns sehr f&uuml;r die eingereichten Leserbriefe. Es folgt nun eine Auswahl der gesendeten Antworten. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r diesen aufkl&auml;renden Artikel, der entlarvt, dass die dogmatisch festgefahrene &ldquo;Gemeinde&rdquo; nicht den Spiegel versteht, den die Kunstfigur Lisa Eckhart ihr vorh&auml;lt. Sie wird somit missbraucht und in eine rechte Ecke gedr&uuml;ckt, in die sie nicht reinpasst. Schade, dass unsere Buchung f&uuml;r ihren Auftritt am 23. Oktober Corona bedingt sicher ausfallen wird.<\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e&nbsp;<br>\nChristof Adler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger. <\/p><p>Wer keine Lust hat, schnell denken zu m&uuml;ssen um Lisa Eckhart&rsquo;s geistigem Trommelfeuer folgen zu k&ouml;nnen, soll&rsquo;s dann eben lassen! Oder er soll sich solange ihre Texte anh&ouml;ren und anschauen bis er ihre Sprache versteht. <\/p><p>So wird er von Lisa&rsquo;s &uuml;berragendem Sprachrhythmus nicht nur zum mitgehen, sondern gar zum mittanzen gelockt. <\/p><p>Zu erkennen, vorgef&uuml;hrt zu bekommen, welche spielerische Kraft die deutsche Sprache tats&auml;chlich besitzt ist eine H&ouml;hrweide. <\/p><p>Ich versichere, er darf dann auch erleben, wie gro&szlig;artig, wie flexibel, wie gut und b&ouml;se, wie sie schmeichelnd, auch in die Irre f&uuml;hrt, sich lustig macht &uuml;ber unsere verdutzten Ohren. Sie ist f&uuml;r mich eine sehr gro&szlig;e Wortpianistin. <\/p><p>Vielen Dank Herr Berger. Lisa ist nicht nur eine Augenweide, sie ist gro&szlig;artig durch ihren Tanz mit der deutschen Sprache! <\/p><p>Klaus Vogt<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nhervorragend Ihr Beitrag zum Auftrittsverbot von Lisa Eckhart.<br>\nJa die Frau ist schon schwere Kost, &ouml;fter.<br>\n&nbsp;<br>\nDass selbsternannte W&auml;chterinnen und W&auml;chter aus dem sich selbst so bezeichnenden linksliberalen Lager zu dumm sind, lisa eckhart zu verstehen, wundert mich schon l&auml;nger nicht mehr.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nReinhard Hennig<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\ndass ich das noch erleben darf(muss). Die Nachdenkseiten Hand in Hand mit Nuhr, Broder, Thichy und anderen Ikonen des konservativen Think tank ,im Kampf gegen b&ouml;se linksliberale Umtriebe, die den letzten armseligen Resten deutschsprachigen Kabaretts den Garaus machen wollen. Und wen meinen Sie mit den Oberlehrern, Hildebrandt, Schramm, Pispers usw.? Das kann doch nicht Ihr Ernst sein, oder Satire?<br>\n&nbsp;<br>\nmfG<br>\nReiner M&uuml;ller<\/p><p><em><strong>Antwort Jens Berger: <\/strong><\/em><\/p><p><em>Hallo Herr M&uuml;ller,<\/em><\/p><p><em>die Verrenkungen von Henryk M. Broder in dieser Sache habe ich mit einem gewissen Am&uuml;sement notiert. Der Arme hat es da ja auch wirklich nicht einfach. Die Geister, die er rief. Dass konservative Stimmen den konkreten Fall auch kritisch kommentieren, ist nat&uuml;rlich wenig verwunderlich. Da sollte man sich eher die Frage stellen, wie glaubhaft das ist. Gerade Henryk M. Broder ist die Rolle des Leuchtfeuers der Meinungsfreiheit ja wohl kaum ernsthaft abzunehmen. Sei es drum. Ich h&auml;tte mich ja gefreut, wenn Sie ihre Vorw&uuml;rfe mir gegen&uuml;ber auch inhaltlich untermauern k&ouml;nnten. So bleibt nur der schale Verdacht, dass sie auf die unselige &bdquo;Querfront-Debatte&ldquo; rekurrieren, die genauso abgestanden ist wie der Humor eines Dieter Nuhrs. <\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Endlich gibt es wieder einen Anlass, gegen den vermeintlichen linksliberalen Mainstream einen Ringkampf im Schattenboxen auszutragen.<\/p><p>Dass Lisa Eckhart auch von der FAZ, der J&uuml;dischen Allgemeinen und dem &ldquo;Antisemitismusbeauftragten&rdquo; der Bundesregierung kritisiert wurde, passt nat&uuml;rlich nicht ins Bild der fiesen und m&auml;chtigen Linksliberalen mit ihrer b&ouml;sen Cancel Culture und wurde deshalb wahrscheinlich auch nicht erw&auml;hnt.<\/p><p>Dass die Drohungen von Autonomen &uuml;berhaupt nicht belegt sind? Geschenkt. Man habe aber &ldquo;aus der Nachbarschaft geh&ouml;rt, dass sich der Protest schon formiert.&rdquo; Dass dieser notwendigerweise gewaltt&auml;tig sein w&uuml;rde, denkt man sich einfach dazu. Vielleicht ist es auch einfach nur eine billige Ausrede der Veranstalter?<\/p><p>Die rechten Journalisten in den Redaktionsstuben (es gibt sie noch!!) und Dieter Nuhr sch&auml;umen nat&uuml;rlich &uuml;ber einen wiederholten Fall von Cancel Culture und die Nachdenkseiten sind mit dabei. Auf den Nachdenkseiten finde ich &uuml;brigens nichts zu der seit jahren andauernden Serie von Brandanschl&auml;gen auf Migranten und Antifaschisten in Neuk&ouml;lln, mit vermuteter Verstrickung der Polizei. J&uuml;ngst hat der Generalstaatsanwaltschaft den Fall wegen Befangenheit(!) der beiden Staatsanw&auml;lte an sich gezogen. Diese Form der &ldquo;Cancel Culture&rdquo; ist Dieter Nuhr und den Nachdenkseiten offensichtlich keine einzige Zeile wert. Und das finde ich zum Kotzen!<\/p><p>Gru&szlig;<br>\nSebastian Buntschuk<\/p><p><em><strong>Antwort Jens Berger:<\/strong><\/em><\/p><p><em>Sehr geehrter Herr Buntschuk,<\/em><\/p><p><em>Sie meinen also, der sich als &bdquo;links&ldquo; verstehende Nochtspeicher h&auml;tte sich die Bedrohung nur ausgedacht? Warum sollte er das tun? Sorry, aber das w&uuml;rde ich mal unter &bdquo;Verschw&ouml;rungstheorie&ldquo; verbuchen. <\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>eine kluge, sch&ouml;ne androgyne Frau, eine Provokation &ndash; geht gar nicht?<\/p><p>Doch, denn es w&uuml;rde dem verstaubten Image des gesellschaftskritischen Kabaretts gut tun!<\/p><p>Die Kunst der Satire wird jedoch &uuml;berwiegend von M&auml;nnern dominiert, und dies begr&uuml;ndet &ndash; unter anderem &ndash; die scharfe und mir unverst&auml;ndliche Ablehnung. Und das selbst ernannte links-intellektuelle Publikum m&uuml;sste innehalten, m&uuml;sste nachdenklich aus dem Theater gehen, m&uuml;sste betroffen sein! Nicht so lustig und entspannend &ndash; so wollten wir das aber nicht!<\/p><p>Wer allerdings auf Mainstream-Kabarett und schenkelklopfendes Publikum setzt, der geh&ouml;rt zu den ewig Gestrigen!<br>\nEs bedeutet Stillstand und Ignoranz; Fortschritt in der Satire-Kunst, nein, sondern kleinkariertes Denken der selbsternannten &bdquo;Nichtspiesser&ldquo; und gelobten Feuilletonisten*innen!<\/p><p>Lisa Eckhard, gerne mehr!<br>\nIhre Boshaftigkeit &ndash; ein gro&szlig;es Vergn&uuml;gen!<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nM.R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>mein &bdquo;Fratzebuch&ldquo;-Kommentar dazu:<\/p><p>Ich fand ja Lisa Eckhart lange Zeit, in ihrer Anfangszeit, sehr gut und sehr viel besser* als seit ihrer Anbiederung an (&ldquo;Humor&rdquo; &agrave; la) Dieter Nuhr&hellip; naja, sie ist jung und braucht das Geld &hellip; vermutlich l&auml;ngst nicht mehr . Aber damit ist sie immer noch um Klassen besser &ndash; weil b&ouml;ser &ndash; als dieser Kasper oder die meisten anderen &ldquo;Kabarettisten&rdquo; deutscher Zunge. Endlich mal einer, der&rsquo;s begriffen hat: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63631\">nachdenkseiten.de\/?p=63631<\/a><br>\nAber wie traurig, dass die doitschen &ldquo;Intellekt&uuml;llen&rdquo; derartige plakative Nachhilfe brauchen. Wie peinlich ist DAS denn?<\/p><p>*Man schaue sich bspw. die fr&uuml;hen Videos an, in denen sie ihre Sprach- und Reimakrobatik exzessiv vorf&uuml;hrt wie im &ldquo;Letzten Abendgemahl&rdquo;, ihrer Fortsetzung des Pygmalion-Mythos, dem Weltrettungsplan, dem &ldquo;Zeugen Jehovas&rdquo; u.v.a.m. Dagegen ist vieles von heute anscheinend aus purer Lust an der schmuddeligen Provokation unterhalb der G&uuml;rtellinie motiviert. Kann man machen &hellip; vermutliche Ursache: &Ouml;sterreicher*Innen und ihr Freud-Komplex  &hellip; lustig oder gar wirklich satirisch ist das aber nicht mehr, finde ich. Aber ich bin ja auch nur ein humorloser (weil norddeutscher) alter weis(s)er Mann<\/p><p>Vielen Dank und liebe Gr&uuml;&szlig;e<br>\nBernd Kulawik<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>liebes Team der Nachdenkseiten,<br>\n&nbsp;<br>\ndanke, Jens Berger, f&uuml;r den erhellenden Beitrag!<\/p><p>Lisa Eckhart ist auch f&uuml;r mich eine &bdquo;&Uuml;berbringerin der schlechten Nachricht&ldquo;.<br>\nIhre drastische Performance fordert das Publikum &ndash; &nbsp;es geht um uns \/ es geht um mich.<\/p><p>Volker Pispers hielt dem gesamten Publikum den Spiegel vor (bis es ihm reichte?): zum Beispiel nannte er erst die BWLer und dann auch die Zahn&auml;rzte, aber letztlich immer das gesamte Publikum, welches sich reflexartig zu den Guten z&auml;hlt (und mit den Eintrittskarten zum Kabarett Ablass erbittet&hellip;).<br>\nEin weisser (alter) Mann, der &bdquo;d&uuml;rfte&ldquo; das.<\/p><p>Mathias Richling, ein weisser (alter) Mann. Der darf das &ndash; immer &ndash; noch.<\/p><p>F&uuml;r mich h&auml;lt uns heute keiner so den Spiegel vor wie Rolf Miller. Proll (der Proll in uns), frauenfeindlich, breitbeinig, minderheitenfeindlich geht er hart zur Sache.<\/p><p>Ein weisser (mittelalter) Mann. Warum darf der das &ndash; immer noch?<\/p><p>Lisa Eckhart kommt nicht als weisser (alter) Mann und genauso wenig als Proll sondern ?<\/p><p>Interessant, dass meistens auf merkw&uuml;rdige Weise zwischen dem einzelnen Kabarettisten und (seiner) B&uuml;hnenfigur getrennt wird (auch wenn der das vielleicht gar nicht will&hellip;), aber dies so gar nicht bei Lisa Eckhart.<\/p><p>Ergo: &bdquo;Die ist so&ldquo; &ndash; weiss, jung und weiblich setzt Lisa Eckhart ihren K&ouml;rper ebenso ein wie der diesbez&uuml;glich minimalistische Rolf Miller.<\/p><p>Ist es das, was dazu f&uuml;hrt, dass das Publikum sie noch schwerer versteht bzw. die Botschaft noch schwerer ertr&auml;gt?<\/p><p>Wenn Lisa Eckhart Auftrittsverbote erh&auml;lt, m&uuml;ssen wir letztlich auch um Mathias Richling und Rolf Miller f&uuml;rchten.<br>\n&nbsp;<br>\nAnita Idel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nDer Fall Lisa Eckhart&hellip;dieser Titel&hellip;schon wieder eine&nbsp; Satire&hellip;<br>\n&nbsp;<br>\nEine der besten Satirikerinnen der Neuzeit wird kriminalisiert. Die Frau ist intelligent, scharfz&uuml;ngig, vulg&auml;r, grenzwertig&hellip;.anders&hellip;<br>\n&nbsp;<br>\nIch liebe sie und die Dummheit dieser Welt hat sie gar nicht verdient.<br>\n&nbsp;<br>\nLisa&hellip;mach weiter so J<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nStephan Schreiber<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Da hilft letzten Endes nur Schutzhaft <\/p><p>Leider gibt es zunehmend Personen wie diese &ldquo;Kabarettistin&rdquo; L.E., die erheblichen &ouml;ffentlichen<br>\nAnsto&szlig; erregen, somit unbeherrschbare Reaktionen hervorrufen und damit den Bestand und die Sicherheit des Volkes und Staates gef&auml;hrden. <\/p><p>Es muss also dringend ein geeignetes Gesetz her &ndash; Vorlagen gibt es schon &ndash; und man sollte auch an die Errichtung von Lagern f&uuml;r diese Individuen denken. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nHarald Artur Irmer <\/p><p>PS. Satire gratis<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>vielen Dank, das sie darauf hinweisen, das Frau Eckhart vom Harbour Front<br>\nLiteratur Festival ausgeschlossen wurde.<\/p><p>Ich habe mir die verlinkten Videos angesehen und bin begeistert. Frau Eckhart versteht es meisterlich Wortwitz und -spiel &uuml;bereinander zu stapeln, so das mir tats&auml;chlich einiges entgeht.<br>\nSie stellt alle Stereotypen in Frage, dort wo sie sie findet und h&auml;lt ihrem Publikum den Spiegel vor. Sie scheut sich nicht Kategorien wie Schwarze, Antisemiten, Transgender und weiter gesellschaftliche Tabus gnadenlos zu persiflieren. Allein daf&uuml;r danke ich ihr.<\/p><p>Ihrer Bewertung, Herr Berger, kann ich mich nur anschlie&szlig;en. Es handelt sich um eine l&auml;cherliche Posse, die mit vorgeschobenen Gr&uuml;nden gerechtfertigt wird.<\/p><p>Die Verantwortlichen sollten freiwillig ihren Posten aufgeben, um sich noch eine Rest an Anstand zu erhalten.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nThomas Heimberg<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>als Erg&auml;nzung zu Ihrem sehr guten Beitrag &uuml;ber Lisa Eckart zitiere ich den Facebook-Post ihres Comedy-Kollegen Wigald Boning, der in seiner gewohnten Manier am 7.8.202 einen Tagebucheintrag ver&ouml;ffentlichte:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Jetzt Lisa Eckhart. Ausgeladen, weil f&uuml;r&lsquo;s Schanzenviertel zu&hellip;zu&hellip;ungeeignet. Mein lieber Herr*in Gesangsverein, was sind wir doch f&uuml;r verweichlichte Memmen im Ertragen abweichender Ansichten geworden.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Besser h&auml;tte ich es auch nicht ausdrucken k&ouml;nnen. Selbst auf Satire-Fanseiten wird ihre Performance sehr zwiesp&auml;ltig aufgenommen, die sehr deutlich offenbart, wie das Humorempfinden in Deutschland ausgepr&auml;gt ist und welcher Duktus in dem weiterf&uuml;hrenden politischen Diskurs die Deutungshoheit f&uuml;r sich beansprucht. Zusammen mit Dieter Nuhr wurde sie zur Hassikone ernannt und nun unisono als &ldquo;unlustig&rdquo; bewertet. Dabei spielt es keine Rolle, ob &ldquo;lustig&rdquo; rein &uuml;ber den Satzbau, die rhetorische Erwartungshaltung des Zuschauers oder &auml;hnlich technische Aspekte definiert wird. Der rein ideologische Kontext wird, ohne die Zunahme von Ironie, zur Einordnung verwendet und offenbart ein deutliches Defizit an der F&auml;higkeit zur Unterscheidung zwischen echten Populisten und denen wie Lisa Eckart, die das Populismusverst&auml;ndnis einfach mal umkehren.<\/p><p>Zu Bonings Aussage &ldquo;&hellip;Ertragen abweichender Meinungen&hellip;&rdquo; haben wir uns auch schon viel ausgetauscht. Wie amerikanische Studenten zuweilen damit umgehen, habe ich 2016 in diesem Artikel erfahren d&uuml;rfen, wo Studenten in &ldquo;safe spaces&rdquo; alles Unertr&auml;gliche einfach aussperren:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/political-correctness-verbiegen-wir-unsere-demokratie-zu-tode-a-1124459.html\">spiegel.de\/spiegel\/political-correctness-verbiegen-wir-unsere-demokratie-zu-tode-a-1124459.html<\/a><\/p><p>Es scheint tats&auml;chlich so, als m&uuml;sste die Gesellschaft als Ganzes Minderheiten einen Sonderstatus einr&auml;umen. Doch ist das meiner Auffassung nach keine Inklusion, sondern Exklusion, die paradoxerweise zu Ausgrenzung f&uuml;hren kann. Nat&uuml;rlich ist es wichtig, gef&auml;hrdete Gruppierungen nicht noch weiter auszugrenzen, sondern dem vorzubeugen, doch wird ihnen durch die Erhebung keine Gleichberechtigung zugesprochen, sondern eine Besserstellung gegen&uuml;ber der Mehrheit. Ich bin &uuml;berzeugt davon, dass dies zu weiteren Verstimmungen im gesellschaftlichen Klima f&uuml;hren wird.<\/p><p>Wie gerne habe ich dabei vernommen, dass Sie Monty Python als Stichwort anbrachten. Auch bei der Kulttruppe muss man schon genauer hinschauen, um die Bedeutung von Sketchen und bestimmten Inhalten deuten zu k&ouml;nnen &ndash; die missverstandene Messiasfigur Brian oder die &ldquo;Argument Clinic&rdquo; halte ich immer noch f&uuml;r gute Beispiele, aus denen man Bez&uuml;ge zu aktuellen Entwicklungen herstellen kann. Und das geht weit dar&uuml;ber hinaus, dass sie im TV der 60er mit dem W&ouml;rtchen &ldquo;naughty&rdquo; Aufsehen erregten&hellip;<\/p><p>Lisa Eckart ist unfreiwillig zu einem Synonym geworden, was in unserer Diskussionskultur schiefl&auml;uft. Ich glaube jedoch, dass auch dem WDR allm&auml;hlich zu d&auml;mmern scheint, warum man nicht vor der Political Correctness einknicken sollte und stellt sich zum Gl&uuml;ck hinter die K&uuml;nstlerin. Das stimmt mich dann doch wieder etwas vers&ouml;hnlich.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nS.W.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63631\">In diesem Beitrag<\/a> diskutiert <strong>Jens Berger<\/strong> &uuml;ber die Kabarettistin Lisa Eckhart und Medien, die ihr &bdquo;Antisemitismus, Rassismus und weitere unsch&ouml;ne Dinge vorgeworfen&ldquo; haben. 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Jens Berger erhebt den Vorwurf, dass &bdquo;gro&szlig;e Teile des sich selbst als linksliberal verstehenden deutschen Feuilletons offenbar die Satire von Lisa Eckhart nicht einmal<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63716\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[123,917,103],"tags":[],"class_list":["post-63716","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kampagnentarnworteneusprech","category-kultur-und-kulturpolitik","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63716","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=63716"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63716\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":63718,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63716\/revisions\/63718"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=63716"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=63716"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=63716"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}