{"id":6381,"date":"2010-08-04T08:58:53","date_gmt":"2010-08-04T06:58:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6381"},"modified":"2010-08-04T08:58:53","modified_gmt":"2010-08-04T06:58:53","slug":"hinweise-des-tages-1195","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6381","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:  Atlas der Sozialk&uuml;rzungen; Die Schattenseiten des Jobwunders; Keiner ist &ldquo;talentfrei&rdquo;; Arbeit macht das Leben s&uuml;&szlig;; Leiharbeiter ohne Rechte; Depression als europ&auml;isches Gemeinschaftsprojekt; Exportwachstum gebremst; Bertelsmanns Banalit&auml;ten; Strom ist zu teuer; Wahlrecht beim Kinderzuschlag; Pharmaindustrie verschaukelt Minister; reiche Frauen leben l&auml;nger; Geschichte der Reichensteuer; Gutschein-Almosen;  Sauerland und die Pension; Afghanistan-Krieg; Ungewissheit in Italien; China und der ICE; Wendung in Sachen Wikileaks; Armutsfalle Mikrokredite. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Atlas der Sozialk&uuml;rzungen der Bundesregierung 2011-2014<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Wie viele Arbeitslose haben wir wirklich? &ndash; Die Schattenseiten des Jobwunders<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Keiner ist &ldquo;talentfrei&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Arbeit macht das Leben s&uuml;&szlig;? &ndash; &Uuml;ber den Druck auf Angestellte und Freischaffende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Leiharbeiter: &bdquo;Alle Pflichten, keine Rechte&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Depression als europ&auml;isches Gemeinschaftsprojekt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Inlands-Automarkt schwach &ndash; Exportwachstum gebremst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">&raquo;Bertelsmann plustert Banalit&auml;ten medial auf&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Strom ist zu teuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Wahlrecht beim Kinderzuschlag und &raquo;Dunkelziffer der Armut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Gesundheit: Minister verschaukelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Reiche Frauen leben l&auml;nger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Der Obolus der Rockefellers<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Kritik an Gutschein-Almosen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Steuerzahlerbund, Sauerland und die&nbsp;Pension<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Afghanistan-Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Politische Ungewissheit in Italien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">China macht dem ICE Konkurrenz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Erstaunliche Wendung in Sachen Wikileaks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Armutsfalle Mikrokredite &ndash; Selbstmord wegen 25 Rupien<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=6381&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Atlas der Sozialk&uuml;rzungen der Bundesregierung 2011-2014<\/strong><br>\n&bdquo;Unter unseren Verh&auml;ltnissen &hellip;&ldquo; so lautete der Titel des ersten Armutsatlasses f&uuml;r Regionen in Deutschland. Vor &uuml;ber einem Jahr hat ihn der PARIT&Auml;TISCHE ver&ouml;ffentlicht. Unter unseren Verh&auml;ltnissen hei&szlig;t: Die Mehrzahl der deutschen Bev&ouml;lkerung lebt unter dem Lebensstandard, den das Wirtschaftswachstum in der Vergangenheit erm&ouml;glicht h&auml;tte. Die Bundesregierungen haben es einfach hingenommen: stagnierende Realeinkommen der Besch&auml;ftigten wie auch bei Rentnern und Beziehern von Transfereinkommen.<br>\nIn dieser Situation und nach einer Krise, die hoffentlich bald ganz ausgestanden ist, soll der Sozialbereich den gr&ouml;&szlig;ten Anteil des &bdquo;Sparpakets&ldquo; schultern. Armutsgef&auml;hrdete, Hartz IV-Bezieher und Niedrigverdiener, die Verlierer der vergangenen Wirtschaftsentwicklung und der aktuellen Krise, werden durch das &bdquo;Sparpaket&ldquo; noch &auml;rmer gemacht. Dies ist doppelt fatal. Zum einem f&uuml;r die Familien, die von Transferzahlungen in Teilen oder auch g&auml;nzlich leben m&uuml;ssen. Zum anderen verliert auch die regionale Wirtschaft. Familien am unteren Ende der Einkommensskala sparen nicht, sie ben&ouml;tigen ihre gesamten Einnahmen f&uuml;r ihren Lebensunterhalt. Mit anderen Worten, das, was sie einnehmen, geben sie auch aus. Deshalb der Titel &bdquo;Unter unseren Verh&auml;ltnissen II &hellip; &ndash; Atlas der Sozialk&uuml;rzungen der Bundesregierung 2011-2014&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.forschung.paritaet.org\/index.php?eID=tx_nawsecuredl&amp;u=0&amp;file=fileadmin\/dokumente\/downloads\/atlas_sozialkuerzungen.pdf&amp;t=1280965541&amp;hash=f42345791b8861e760fb662cb2279fad\">Parit&auml;tischer Wohlfahrtsverband<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wie viele Arbeitslose haben wir wirklich? &ndash; Die Schattenseiten des Jobwunders<\/strong><br>\nDer Arbeitsmarkt in Deutschland erholt sich nach der Krise erstaunlich schnell. Schon ist von dem deutschen Jobwunder die Rede. Doch die Arbeitslosenstatistik mit etwa 3,1 Millionen Arbeitslosen zeigt nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit sind die positiven Zahlen teuer erkauft. Ein Gespr&auml;ch mit Gerhard Bosch vom IAQ.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/imperia\/md\/audio\/podcast\/import\/2010_07\/2010_07_28_14_46_59_podcastdossierpolitik287arbeit_a.mp3\">br &bdquo;Dossier Politik&ldquo; (Audio-Podcast, mp3, ca. 52 MB, ca. 55 Minuten)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Von Niedriglohnsektor, Leih- und Zeitarbeit als Einstieg in die regul&auml;re Arbeit und anderen arbeitsmarktpolitischen Lebensl&uuml;gen wird aufger&auml;umt. &Uuml;ber kleine Sch&ouml;nheitsfehler k&ouml;nnen wir fast hinwegh&ouml;ren. Die &uuml;berwiegend <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/podcast\/mp3-download\/bayern2\/mp3-download-podcast-dossier-politik.shtml\">kritische Sendereihe<\/a> ist immer &ouml;fter ein Ohr wert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Keiner ist &ldquo;talentfrei&rdquo;<\/strong><br>\nIm September letzten Jahres starteten die Deutsche Telekom und die BA  ein Pilotprojekt zur Integration arbeitsloser Jugendlicher. Unter dem  Motto &ldquo;Meine Chance &mdash; Ich starte durch&rdquo;, erhielten 61 junge Menschen  die M&ouml;glichkeit &uuml;ber ein Langzeitpraktikum in eine Ausbildung bei der  Deutschen Telekom einzusteigen. Zielgruppe waren Jugendliche aus der  Grundsicherung (&ldquo;Hartz IV&rdquo;), denen bislang der &Uuml;bergang in die  Berufswelt nicht gelungen ist. Ein Jahr danach zeigt sich, dass es sich  lohnt, vermeintlich schwachen Jugendlichen eine zweite Chance zu geben.<br>\n50 junge Frauen und M&auml;nner werden von der Deutschen Telekom in ein  festes Ausbildungsverh&auml;ltnis &uuml;bernommen, davon gehen 42 direkt in das  zweite Ausbildungsjahr.<br>\nHeinrich Alt, Vorstand Grundsicherung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA),  unterstreicht: &ldquo;Unsere Frage muss lauten: Wie bringen wir  &ldquo;Problemsch&uuml;ler&rdquo; auf die Pole-Position? Jeder zehnte Jugendliche in Deutschland schafft keinen Schulabschluss. 14 Prozent der jungen  Menschen zwischen 15 und 25 Jahre sind ohne Ausbildung. Das hat  gravierende Folgen. Nur selten k&ouml;nnen sich Betroffene ins Berufsleben  und in die Gesellschaft integrieren. Wir haben rund 300.000 arbeitslose  Jugendliche, davon hat jeder Zweite keine Berufsausbildung. &Uuml;ber die H&auml;lfte ist in Hartz IV. Damit entstehen gesellschaftliche Hypotheken f&uuml;r Jahrzehnte. Eine Berufsausbildung ist und bleibt der Schl&uuml;ssel zur Integration. Wir m&uuml;ssen weg von Pauschalverurteilungen oder Schlagzeilen  wie &ldquo;Generation kann nix&rdquo;, &mdash; damit vermitteln wir den Jugendlichen auch das falsche Signal. Wir sehen, dass die Wirtschaft schon jetzt auf die  Leistungsschw&auml;cheren zugeht.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arbeitsagentur.de\/nn_27030\/zentraler-Content\/Pressemeldungen\/2010\/Presse-10-043.html\">Bundesagentur f&uuml;r Arbeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Schade, dass Projekte wie die Einstiegsqualifizierung (EQ)  von Jugendlichen mit Vermittlungshemmnissen kaum von der Presse  gew&uuml;rdigt werden. Im Gegenteil, Negativmeldungen &uuml;ber Jugendliche  stellen oft tagelang die Schlagzeilen und verbreiten oft eine Stimmung der Ohnmacht und Hilflosigkeit. Vollkommen unter den Tisch f&auml;llt dabei, dass h&auml;ufig genug ein Versagen der Politik vorliegt. Gerade Beispiele  wie die betrieblichen Einstiegsqualifizierungen zeigen, dass  Gegenstrategien m&ouml;glich sind. Wer erinnert sich nicht an die Schreckensmeldungen &uuml;ber die R&uuml;tli-Schule (Berlin, Neuk&ouml;lln) vor vier  Jahren. Daraufhin wurde ein Sofortprogramm in Gang gesetzt, eine  Arbeitsgruppe gebildet, die im Laufe eines Jahres das <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2009\/0117\/berlin\/0014\/index.html\">Vorzeigeprojekt Campus R&uuml;tli<\/a> entwarf. Heute ist die Schule mit 90 Prozent Sch&uuml;lerInnen  nichtdeutscher Herkunft ein Beispiel f&uuml;r erfolgreiche, politische  Antworten auf die die Problemlagen unserer Gesellschaft. Nat&uuml;rlich  kosten solche Ma&szlig;nahmen Geld. Angesichts der Unsummen die in Afghanistan verpulvert werde sind das Peanuts. Zudem w&uuml;rde eine gescheite Kosten-  Nutzenrechnung sofort aufzeigen, dass der langfristige Nutzen bei weitem &uuml;berwiegt, aber wir m&uuml;ssen ja sparen in der kurzen Frist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Arbeit macht das Leben s&uuml;&szlig;? &ndash; &Uuml;ber den Druck auf Angestellte und Freischaffende<\/strong><br>\nDer Druck auf diejenigen, die noch eine Festanstellung haben, w&auml;chst. Werden die Leistungen nicht mehr erbracht, findet man Wege, langj&auml;hrige Mitarbeiter vor die T&uuml;r zu setzen. In Einzelhandels-Unternehmen spricht man dann gar von &ldquo;Aufarbeiten&rdquo;: Unliebsamen Mitarbeitern, die den Anforderungen nicht mehr gewachsen, aber nur schwer k&uuml;ndbar sind, werden Aufgaben zugewiesen, von denen klar ist, dass sie deren Pensum nicht schaffen k&ouml;nnen. Gerade im Bereich der Arbeiten, f&uuml;r die nur eine geringe Qualifikation n&ouml;tig ist, k&ouml;nnen sich Unternehmen das leisten &ndash; die &ldquo;Reservearmee&rdquo; auf dem Arbeitsmarkt ist gro&szlig; genug. Aber auch in anderen Bereichen ist der Druck auf diejenigen, die durch Arbeit ihr Geld verdienen, deutlich gewachsen. Von wegen Ausbeutung &ndash; das muss man jetzt schon selber machen: Selbstausbeutung hei&szlig;t der Trend. Und wer sich ohne Festanstellung durchs Leben k&auml;mpft, kann schnell merken, dass es nicht nur sch&ouml;n ist, sein eigener Herr zu sein, denn notgedrungen ist man ein strenger Herr zu sich selbst.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/zeitfragen\/1235953\/\">Deutschlandradio Kultur (Einleitungstext)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2010\/08\/02\/drk_20100802_1930_d405682a.mp3\">Deutschlandradio Kultur (Audio-Podcast, mp3, ca. 28 Minuten, ca. 13 MB)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&bdquo;Alle Pflichten, keine Rechte&ldquo;<\/strong><br>\nLozinka Keitel hat vier Jahre lang im Europ&auml;ischen Patentamt gearbeitet &ndash; als Leiharbeiterin. Als es um eine feste Stelle ging, wurde sie abgelehnt. Jetzt k&auml;mpft die IT-Expertin vor Gericht um ihren Job. Eigentlich konnte bei dem Vorstellungsgespr&auml;ch nichts schief gehen: Lozinka Keitel kannte Aufgaben und Anforderungen, die Kollegen und den Chef. Und mit allem kam sie gut zurecht. Das hatte sie bereits bewiesen. Viereinhalb Jahre lang. Denn die Stelle, auf die sich die IT-Expertin beim Europ&auml;ischen Patentamt (EPA) in M&uuml;nchen bewarb, war im Grunde genommen ihre eigene. Sie bekam den Job aber nicht.<br>\nAnmerkung: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/klage-gegen-leiharbeitsfirma-alle-pflichten-keine-rechte-1.979964\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Depression als europ&auml;isches Gemeinschaftsprojekt<\/strong><br>\n(&hellip;) Also m&uuml;ssen jetzt alle EU-Staaten sparen und gemeinsam die Krise vertiefen: Die Unternehmer sind ja noch keinesfalls bereit, ihre Investitionen stark auszuweiten, die Haushalte sparen eher mehr als weniger (auch aus Angst vor Sozialabbau), und die Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse gehen zur&uuml;ck. Konkret: Die den &bdquo;CubMed-L&auml;ndern&ldquo; verordneten &bdquo;Super-Sparpakete&ldquo; werden besonders die deutschen Exporte in diese Region einbrechen lassen (der gestrenge &bdquo;Weltmeister&ldquo; hat am meisten zu verlieren). Gleichzeitig schw&auml;chen sich auch die Importe der USA und von China ab (dort bricht gerade der Immobilien- und Aktienboom zusammen). Im Klartext: Alle Sektoren versuchen nun zu sparen. Wenn dann der Stabilit&auml;tspakt noch versch&auml;rft wird, werden wir uns gegenseitig in eine Depression gei&szlig;eln (&bdquo;sparst du an mir, spar ich an dir&ldquo; &ndash; in der Makro&ouml;konomie kann man immer nur krank schrumpfen, nie gesund).<br>\nDie Alternative: Das Problem der Staatsverschuldung wird durch eine expansive Strategie bek&auml;mpft, gemeinsam mit den anderen systemisch bedingten Problemen wie Arbeitslosigkeit, Armut, Umweltverschlechterung, also durch einen &bdquo;New Deal&ldquo; f&uuml;r Europa:\n<ul>\n<li>Zus&auml;tzliche Auftr&auml;ge an die Unternehmen mit hohen Multiplikatoreffekten, insbesondere zur Bek&auml;mpfung des Klimawandels (thermische Geb&auml;udesanierung, Verkehrsinfrastruktur, Energie- und Umwelttechnik, alternative Antriebstechnik f&uuml;r Individualverkehr): Dies st&auml;rkt die Investitions-, Kredit- und Besch&auml;ftigungsbereitschaft der Unternehmen.<\/li>\n<li>Massive Investitionen ins Bildungswesen, insbesondere auch im Hinblick auf Integration und Qualifikation der (jungen) Menschen mit Migrationshintergrund.<\/li>\n<li>Bessere Absicherung der Hauptopfer der Krise wie Arbeitslose und (sonstige) Menschen an\/unter der Armutsgrenze: Dies st&auml;rkt den Konsum, aber auch den sozialen Zusammenhalt.<\/li>\n<li>(Anschub-)Finanzierung durch Beitr&auml;ge der sozial best Gestellten, insbesondere der Besitzer gro&szlig;er Finanzverm&ouml;gen (Finanztransaktionssteuer, Abgabe auf Wertpapierdepots, Erh&ouml;hung der Kapitalertrags\/Abgeltungssteuer auf 35%, tempor&auml;re Erh&ouml;hung des Spitzensteuersatzes): Dies verteilt Sparen zum Staat um, der Konsum wird kaum ged&auml;mpft.<\/li>\n<li>In Deutschland lie&szlig;en sich so ohne soziale H&auml;rten die Staatseinnahmen um 100 bis 150 Mrd. &euro; erh&ouml;hen (jawohl). Auch m&ouml;ge man bedenken: Die Mageren k&ouml;nnen den G&uuml;rtel kaum enger schnallen, den &bdquo;Leistungstr&auml;gern&ldquo; t&auml;te eine Verschlankung gar nicht schlecht, sie brauchten dann weniger zu schleppen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn die &bdquo;Reichen an Geld&ldquo; hingegen darauf bestehen, dass der Staat seine Schulden an sie durch Verringerung seiner Ausgaben abzahlt, dann verlangen sie eine logische Unm&ouml;glichkeit: Die Deckung der Staatsschuld besteht ja im k&uuml;nftigen Wirtschaftswachstum &ndash; eine kollektive Sparpolitik f&uuml;hrt aber in die Krise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weissgarnix.de\/2010\/08\/01\/depression-als-europaisches-gemeinschaftsprojekt\/\">weissgarnix<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Die wirtschaftspolitischen Vorschl&auml;ge Stephan Schulmeisters (Forscher am &Ouml;sterreichischen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung) werden hierzulande bei den tonangebenden Medien und den politisch Verantwortlichen auf taube Ohren sto&szlig;en. Siehe hierzu auch <a href=\"?p=5825#h01\">&ldquo;Hinweise des Tages vom 8. Juni 2010&rdquo;, Ziffer 1a<\/a>. Noch sonnen sich diese Kreise in den hohen Exportzuw&auml;chsen und m&ouml;chten der &Ouml;ffentlichkeit weismachen, das deutsche &ldquo;Exportmodell&rdquo; sei beispielgebend zumindest f&uuml;r Europa (wenn nicht sogar f&uuml;r den &ldquo;Rest der Welt&rdquo;, was jedoch schlichtweg unm&ouml;glich ist, da jedem  Au&szlig;enhandels&uuml;berschuss zwingend Au&szlig;enhandelsdefizite in anderen Staaten gegen&uuml;berstehen). Vor den von Stephan Schulmeister beschriebenen  &ouml;konomischen Gefahrenherden (auch vor dem aus der deutschen Exportmanie resultierenden Anwachsen der Auslandsverschuldung zahlreicher anderer Staaten, insbesondere innerhalb der Eurozone) verschlie&szlig;t man hierzulande die Augen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung AM:<\/strong> Der Kommentierung unseres Lesers G.K. und auch den meisten Vorschl&auml;gen von Stephan Schulmeister kann ich folgen. Mit manchen von Schulmeisters Analysen habe ich jedoch gro&szlig;e Probleme. Zum Beispiel: Ich verstehe manches einfach nicht. Seine Darstellung der Abl&auml;ufe in Etappen, begonnen in seinem Beitrag in der <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/1996\/45\/Zehn_Etappen_zum_Abgrund\">Zeit 45\/1996<\/a>, ist eine ziemliche Zwangsveranstaltung &ndash; wie immer, wenn versucht wird, die Weltgeschichte in historische Epochen einzuteilen. Manche Beschreibungen der historischen Abl&auml;ufe sind schr&auml;g. Die Verkn&uuml;pfung von Einkommensverteilung mit Nachfrageschw&auml;che ist zwar gef&auml;llig, weil sie die Kritik an der Einkommensverteilung f&ouml;rdert, sie ist aber makro&ouml;konomisch nicht schl&uuml;ssig. Schulmeisters Argumentationen gelten oft nur f&uuml;r eine geschlossene Volkswirtschaft. Am Ende halte ich Schulmeister f&uuml;r zu optimistisch, wenn er die Etappe 10 beschreibt, vor der wir jetzt stehen.<\/em><\/p>\n<p><em>Im jetzigen Text in Weissgarnix hei&szlig;t es:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Im Fr&uuml;hjahr 2010 stehen wir unmittelbar vor der Etappe 10. Mit dem Ausbruch der gro&szlig;en Krise sind wir zwar am Ende der finanzkapitalistischen Sackgasse angekommen und damit am Anfang einer neuen Talsohle im &bdquo;langen Zyklus&ldquo; (etwa analog zu 1930\/31). F&uuml;r das finale Scheitern des Neoliberalismus braucht es aber noch ein &bdquo;Gro&szlig;experiment&ldquo;: Das gemeinsame Sparen aller EU-L&auml;nder.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Im Text von 1996 mit dem Titel &bdquo;Zehn Etappen zum Abgrund&ldquo; hei&szlig;t es noch klarer:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;In der zehnten Etappe werden die neoliberalen Experimente so gr&uuml;ndlich gescheitert sein, da&szlig; ihre Theoretiker in eine Sinnkrise und ihre Praktiker in eine politische Krise st&uuml;rzen. Erst dann wird eine neue Wirtschaftstheorie und eine darauf basierende Gesamtstrategie entwickelt werden k&ouml;nnen. Gemeinsam mit einer wieder engeren Kooperation zwischen Unternehmern und Gewerkschaften werden sie das Fundament f&uuml;r den Beginn eines neuen Wachstumszyklus bilden.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>An diesen Automatismus glaube ich nicht. Wir erleben jetzt schon, dass die Theoretiker und Praktiker des Neoliberalismus gescheitert sind. Aber sie befinden sich aus ihrer Sicht nicht in einer Sinnkrise. Die Sinns, die H&uuml;thers, die Zimmermanns, die Straubhaars, die Br&uuml;derles und Merkels, die SpiegelOnliner, die BILD-Macher und die Talkshow-Redaktionen schwimmen doch propagandistisch oben auf. Sie sind dank Lobby, politischer Korruption und Meinungsmache f&auml;hig, ihr Scheitern zu verdecken. Wenn man diese ihre Rettungsmethoden nicht offen legt, dann wird man ihr Scheitern auch nicht sichtbar machen k&ouml;nnen. Um dieses Defizit zu schlie&szlig;en gibt es die NachDenkSeiten und <a href=\"?page_id=4078\">&bdquo;Meinungsmache&ldquo;<\/a> &ndash; das sei einmal unbescheiden hier angemerkt.<br>\nErnsthaft: die herrschende Ideologie wird nicht automatisch und auch nicht wegen einer gro&szlig;en Krise versinken. Zum Todessto&szlig; braucht es etwas mehr als das Leiden der Massen. Es braucht eine offensive weltanschauliche Auseinandersetzung, es bedarf des andauernden und mit Fakten ges&auml;ttigten Hinweises auf das Scheitern und vor allem den Blick hinter die Kulissen der gel&auml;ufigen Manipulation. Weil andernfalls die gro&szlig;e Mehrheit der Menschen gar nicht erkennt, dass die neoliberale Ideologie und die massive Interessenverfilzung und Bereicherung gescheitert ist.<\/em> <\/p>\n<p><em>Damit die Bedeutung der radikalen Aufkl&auml;rung sichtbar wird, zwei praktische Hinweise:<br>\nObwohl zum ersten klar ist, dass der L&ouml;wenanteil der Staatsverschuldung nicht auf die Konjunkturprogramme zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist und die Konjunkturprogramme eher helfen, die Staatseinnahmen zu f&ouml;rdern und so die Verschuldung zu reduzieren, ist es der neoliberalen Propaganda gelungen, die Konjunkturprogramme sehr viel mehr zum S&uuml;ndenbock zu stempeln als zum Beispiel die Milliarden f&uuml;r die Bankenrettung.<br>\nUnd zum zweiten: Stehen Frau Merkel, Herr Sch&auml;uble und Herr Br&uuml;derle wegen ihres Sparkurses schlecht da? Das Bekenntnis zum Sparkurs beten doch alle Multiplikatoren nach und viele Menschen glauben, dies sei der richtige Weg. Deshalb wird es gelingen, das Scheitern anderen anzuh&auml;ngen &ndash; den Griechen, den Spaniern, den Konjunkturprogrammen usw. &ndash; Es sei denn, wir zeigen einer breiteren &Ouml;ffentlichkeit die Mechanismen auf, mit der das Scheitern verdeckt wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Inlands-Automarkt schwach &ndash; Exportwachstum gebremst<\/strong><br>\nDie Flaute am deutschen Automarkt hat sich im Juli fortgesetzt. Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 30 Prozent auf 237 500 Fahrzeuge, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Importeursverband VDIK am Dienstag mitteilten. Gegen den Trend steigerten Porsche und Mercedes ihre Verkaufszahlen im Inland. Die Exporte der deutschen Autobauer legten weiter zu, jedoch nicht mehr so rasant wie in den vergangenen Monaten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/wirtschaft_nt\/article8794449\/Inlands-Automarkt-schwach-Exportwachstum-gebremst.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.A.:<\/strong> Daran sind nat&uuml;rlich eindeutig die viel zu hohen L&ouml;hne der Durchschnittsarbeitnehmer in Deutschland und die fehlenden Fachkr&auml;fte schuld &hellip;<br>\nMan fasst sich an den Kopf und fragt sich, warum am selben Tag in derselben Zeitung tats&auml;chlich unwidersprochen die Behauptung pr&auml;sentiert wird, Deutschland br&auml;uchte dringend mehr Fachkr&auml;fte und die L&ouml;hne<br>\nd&uuml;rften auf keinen Fall steigen. Liest niemand die Zeitung auf Logikfehler gegen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&raquo;Bertelsmann plustert Banalit&auml;ten medial auf&laquo;<\/strong><br>\nBertelsmann verk&uuml;ndet in einer neuen Studie: Die Arbeitslosigkeit geht bis 2020 zur&uuml;ck. Die Stiftung berechnet, bis dahin w&uuml;rde die Zahl der Vollerwerbarbeitspl&auml;tze um 1,7 Millionen im Vergleich zu 2003 zunehmen. Was ist der Zweck solcher Sch&ouml;nwetter-Prognosen?<br>\nZum einen befinden wir uns im Sommerloch, zum anderen ist die derzeit herrschende Politik nicht gut angesehen. Die Studie besagt: &raquo;La&szlig;t uns mal weiter machen, auch wenn es im Moment nicht gut aussieht; wird schon alles gut werden.&laquo;<br>\nBertelsmann plustert hier Banalit&auml;ten medial auf. Der Konzern hat als einer der Akteure, die gezielte Lobbypolitik machen, den Zugang zur CDU\/FDP Bundesregierung. Diese profitiert davon, aber vorrangig macht der Konzern Propagandaarbeit im klassisch neoliberalen Sinn, und hat insofern den Nachwuchs und die Zukunft im Blick.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/08-04\/039.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Strom ist zu teuer<\/strong><br>\nDie privaten Stromkunden werden in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro mehr an die Energiekonzerne &uuml;berweisen, als gerechtfertigt w&auml;re. Das ist das Ergebnis einer Studie von Gunnar Harms im Auftrag der gr&uuml;nen<br>\nBundestagsfraktion. Harms ist selbst Eink&auml;ufer f&uuml;r Strom und Gas f&uuml;r einen Industriepark in Nordrhein-Westfalen. Am Beispiel der seit dem 1. August g&uuml;ltigen Strompreiserh&ouml;hung des Energiekonzerns RWE weist Harms nach, dass die Preise f&uuml;r Haushaltskunden in diesem Jahr eigentlich um 0,8 Cent pro Kilowattstunde h&auml;tten sinken m&uuml;ssen. Denn selbst wenn RWE den Strom f&uuml;r die Haushaltskunden langfristig beschaffe, m&uuml;ssten die stark gesunkenen Strompreise an der B&ouml;rse EEX in Leipzig sp&auml;testens in diesem Jahr auch bei den Haushaltskunden ankommen, argumentiert Harms.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/strom-ist-zu-teuer\/1896638.html;jsessionid=4EC776DEE237E2478855E8A6C404064C\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wahlrecht beim Kinderzuschlag und &raquo;Dunkelziffer der Armut&laquo;<\/strong><br>\nIn der (fach-) politischen Debatte um die Reduzierung von Kinder- bzw. Familienarmut spielt ein Vorschlag seit geraumer Zeit eine zunehmende Rolle:<br>\nDie Forderung nach Einf&uuml;hrung eines Wahlrechts zwischen Kinderzuschlag und Wohngeld auf der einen sowie Leistungen der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende (&raquo;Hartz IV&laquo;) auf der anderen Seite.<br>\nSo pl&auml;dierten beispielsweise in der Sachverst&auml;ndigenanh&ouml;rung zum Entwurf eines Gesetzes zur &Auml;nderung des Bundeskindergeldgesetzes die geladenen Verb&auml;nde und Experten mehrheitlich f&uuml;r die Einf&uuml;hrung eines solchen Wahlrechts. Die SPD k&uuml;ndigte in ihrem Wahlprogramm eine entsprechende Regelung f&uuml;r die 17. Legislaturperiode an.<br>\nAm 20. November 2009 verwies die seinerzeitige Familienministerin von der Leyen (CDU) auf einen anstehenden Gesetzentwurf ihres Hauses, der ein solches Wahlrecht vorsehen werde. Zuvor hatte bereits der Familien Report 2009 f&uuml;r &raquo;eine Wahloption zwischen dem Bezug des Kinderzuschlags und von ALG-II-Leistungen f&uuml;r alle Haushalte&laquo; pl&auml;diert. Und j&uuml;ngst bekr&auml;ftigte auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) noch einmal seine Position zur Einf&uuml;hrung der Wahloption beim Kinderzuschlag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ak-sozialpolitik.de\/dukumente\/2010\/2010-08-03%20Wahloption%20Kinderzuschlag.pdf\">Arbeitnehmerkammer Bremen [PDF &ndash; 311 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.S.:<\/strong> Was als Instrument im Kampf gegen Kinder- bzw. Familienarmut &ldquo;angepriesen&rdquo; wird, erweist sich bei n&auml;herem Hinsehen leider als Beitrag zur Verbreiterung der Dunkelziffer der Armut, also als genaues Gegenteil der ins Feld gef&uuml;hrten Absichten der Bef&uuml;rworter eines generellen Wahlrechts zugunsten des Kinderzuschlags.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Gesundheit: Minister verschaukelt<\/strong><br>\nDie Pharmabranche hat eine L&uuml;cke im Spargesetz von Gesundheitsminister R&ouml;sler gefunden: Jetzt umgeht sie die Zwangsrabatte &ndash; frech, aber legal. Die neue Passage im Sozialgesetzbuch, die die Industrie freudig stimmt, besagt: Wenn ein Pharmaunternehmen seine Preise zum 1. August senkt, dann wird ihm dieser Betrag auf seinen 16-prozentigen Zwangsrabatt angerechnet, maximal um zehn Prozent. Betroffen sind diejenigen Medikamente, f&uuml;r die die Kassen noch keine Erstattungspreise festgesetzt haben. Die Regelung ist grunds&auml;tzlich sinnvoll, weil die Firmen so einen Anreiz haben, ihre Pr&auml;parate billiger zu machen. Doch das f&uuml;hrt nun dazu, dass die Unternehmen noch schnell mal ihre Preise anheben, nur um sie zwei Wochen sp&auml;ter wieder aufs alte Niveau fallen zu lassen. So l&auml;uft es bei Omnitrope von Sandoz wie beim Krebsmittel Erbitux von Merck Serono und Hunderten anderen. Die Preise stiegen im Juli meist um rund zehn Prozent an &ndash; und wurden zum 1. August um nahezu denselben Betrag wieder abgesenkt. Das ist bereits in den Preisdatenbanken vermerkt.<br>\nR&ouml;slers Staatssekret&auml;r Daniel Bahr (FDP) k&uuml;ndigte an diesem Montag an, das Gesetz zu pr&auml;zisieren. Au&szlig;erdem werde gepr&uuml;ft, wie durch h&ouml;here Abschl&auml;ge ein m&ouml;glicherweise entstandener Schaden f&uuml;r die gesetzliche<br>\nKrankenversicherung ausgeglichen werden k&ouml;nne. Den kurzfristigen Gewinn k&ouml;nnten die Firmen mittels h&ouml;herer Rabatte ab Januar 2011 zur&uuml;ckgeben m&uuml;ssen.Doch bis ein neues Gesetz in Kraft tritt, bleibt der Industrie genug Zeit, im Dickicht der Paragrafen und &Auml;nderungsgesetze nach neuen L&uuml;cken und Unstimmigkeiten zu suchen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,709745,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das ist wieder einmal typisch Spiegel. Da wird der ungeliebte Minister verschaukelt und das Ministerium steht wegen handwerklicher Fehler dumm da, aber die Trickserei der Industrie wird fast bewundernd herausgestellt. Kein Wort dar&uuml;ber, dass sich die Industrie zum Schaden aller vom Leitbild des ehrbaren Kaufmanns verabschiedet hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Reiche Frauen leben l&auml;nger<\/strong><br>\n Die BMW-Erbinnen Susanne Klatten und Johanna Quandt haben sie, Verlagslenkerin Friede Springer, ebenso Auto-Unternehmerin Maria-Elisabeth Schaeffler oder Tchibo-Mitbesitzerin Ingeburg Herz: die Aussicht auf ein sehr langes Leben. Dass Frauen in Deutschland &auml;lter werden, wenn sie &uuml;berdurchschnittlich gut verdienen, ist nun erstmals wissenschaftlich erwiesen. &ldquo;Frauen, die zu den oberen zehn Prozent der Verdiener geh&ouml;ren, leben etwa drei Jahre l&auml;nger als Frauen aus den niedrigsten zehn Prozent&rdquo;, sagt Friedrich Breyer. Er ist Wirtschaftsprofessor an der Universit&auml;t Konstanz. Zusammen mit Jan Marcus vom Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hat er den Zusammenhang zwischenLebenserwartung und Einkommen von Frauen erforscht. Ihre Studie haben sie am Dienstag in Berlin ver&ouml;ffentlicht.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/reiche-frauen-leben-laenger\/1896782.html;jsessionid=4EC776DEE237E2478855E8A6C404064C\">Tagesspiegel<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.358907.de\/themen_nachrichten\/reiche_frauen_leben_laenger.html\">DIW<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Welch eine &Uuml;berraschung! Das h&auml;tten wir nun wirklich nicht erwartet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Der Obolus der Rockefellers<\/strong><br>\nJe weniger die Reichen abgeben, desto gr&ouml;&szlig;er wird der Abstand zu den Armen. Eine kleine Geschichte des Spitzensteuersatzes.<br>\nVon den drei&szlig;iger Jahren an begann sich in den Industriestaaten die Schere zwischen Reich und Arm zun&auml;chst zu schlie&szlig;en. Seit Mitte der achtziger Jahre geht sie wieder auseinander. Der Schluss liegt nahe, je h&ouml;her die Spitzensteuer, desto gleicher die Gesellschaften. Das oberste Prozent der absoluten Topverdiener streicht heute in den USA wie in den zwanziger Jahren fast 25 Prozent der Gesamteinkommen ein &ndash; in den siebziger Jahren waren es weniger als zehn Prozent.<br>\nAus der Gleichzeitigkeit von Entwicklungen, das sagen die Gesetze der Statistik, l&auml;sst sich noch nicht auf eine kausale Verbindung schlie&szlig;en. Auch Globalisierung und technologischer Wandel gelten unter Experten als Ursache f&uuml;r die Zunahme der Ungleichheit, ebenso die Erosion der Gewerkschaftsmacht und die Deregulierung der Finanzm&auml;rkte. Die Steuerpolitik aber hat den Trend in jedem Fall bef&ouml;rdert. So waren die gro&szlig;en Verm&ouml;gen, die es zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab, in der weitgehend abgabenfreien Zeit des 19. Jahrhunderts angeh&auml;uft worden. In der Weltwirtschaftskrise und den beiden Weltkriegen wurden sie heftig dezimiert, und der Fiskus verhinderte durch seine rigiden Steuergesetze einen Ausgleich der entstandenen Verluste. Seit zwei Jahrzehnten kann nun auf Erden wieder relativ ungest&ouml;rt Geld verdient werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/31\/Spitzensteuersatz?page=all&amp;print=true\">Zeit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Kritik an Gutschein-Almosen<\/strong><br>\nDie vom Bundesverfassungsgericht angeordnete Neuregelung der Hartz-IV-S&auml;tze sorgt weiter f&uuml;r Kontroversen. Die gro&szlig;en Kirchen und der Parit&auml;tische Wohlfahrtsverband forderten am Dienstag erneut mehr Geld f&uuml;r bed&uuml;rftige Eltern und Kinder. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Vorsitzende des Diakonischen Rats, Landesbischof Frank Otfried July, dr&auml;ngten die Regierung dazu, die S&auml;tze zu erh&ouml;hen. Zugleich kritisierten sie die von Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) geplanten Gutscheine f&uuml;r die Kinder von Langzeitarbeitslosen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/08-04\/050.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Steuerzahlerbund, Sauerland und die&nbsp;Pension<\/strong><br>\nTagelang ging &ndash; offenbar ungepr&uuml;ft &ndash; die Meldung durch die Medien, da&szlig; der Duisburger Oberb&uuml;rgermeister Adolf Sauerland (CDU) im Falle seines R&uuml;cktritts nicht nur seine Pension als Oberb&uuml;rgermeister sondern auch seinen Pensionsansspruch aus seiner Zeit als Oberstudienrat verwirken w&uuml;rde, und nur der Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung nachgezahlt w&uuml;rde. Dabei beriefen sich die Medien auf eine entsprechende Ver&ouml;ffentlichung des Bundes der Steuerzahler.<br>\nNun hat gestern das Innenministerium von Nordrhein-Westrfalen klargestellt, da&szlig; dem nicht so ist. Sauerland w&uuml;rde nicht ins Bodenlose fallen, sondern selbstverst&auml;ndlichen blieben seine Pensionsanspr&uuml;che sowohl aus seiner Zeit als Oberstudienrat wie auch aus seiner Amtszeit als Oberb&uuml;rgermeister von Duisburg erhalten. Mit welcher Motivation die Medien die Behauptung des Steuerazahlerbundes einfach so nachplapperten l&auml;&szlig;t sich schwer sagen, vielleicht wurde einfach auch nur nach einem Grund gesucht, aus dem Sauerland sich weigerte, die politische Verantwortung zu &uuml;bernehmen, vielleicht war es einfach auch nur Unwillen oder Unlust, die Behauptung des Steuerzahlerbundes nachzupr&uuml;fen.<br>\nDer Vorfall wirft ein Schlaglicht darauf, wie eine gestreute Legende durch die Medien getragen wird. In zahlreichen Beitr&auml;gen auf den Nachdenkseiten und auch seinen B&uuml;chern hat Albrecht M&uuml;ller bereits auf diesen Mi&szlig;stand in den Medien hingewiesen, da&szlig; ideologische Formeln und auch schlicht falsche Informationen, die allerdings zur Meinungsmache dienen, in den Medien einfach und kritiklos voneinander abgeschrieben werden. Auch in diesem Fall w&auml;re es die Pflicht der Medien gewesen, erst mal selbst zu recherchieren, statt einfach nur die Behauptungen des Bundes der (Spitzen)Steuerzahler nachzuplappern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bercanay.wordpress.com\/\">Bercanay`s Blog<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Afghanistan-Krieg<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Der Krieg ist verloren<\/strong><br>\nPakistans Pr&auml;sident Asif Ali Zardari gibt den Krieg der USAund der NATO gegen die Aufst&auml;ndischen in Afghanistan verloren. Es werde den ausl&auml;ndischen Truppen nicht gelingen, die Islamisten am Hindukusch zu besiegen, sagte Zardari w&auml;hrend eines zweit&auml;gigen Frankreich-Besuchs in einem Interview, das die Pariser Tageszeitung Le Monde in ihrer heutigen Ausgabe ver&ouml;ffentlicht. &raquo;Die internationale Gemeinschaft, zu der Pakistan geh&ouml;rt, verliert gerade den Krieg gegen die Taliban&laquo;, &auml;u&szlig;erte der Staatschef. &raquo;Das liegt vor allem daran, dass wir den Kampf um die Herzen und um die K&ouml;pfe verloren haben.&laquo; Die Zeit spiele f&uuml;r die Taliban, denn diese h&auml;tten gelernt abzuwarten. Die USA und die NATO h&auml;tten die Lage in Afghanistan &raquo;untersch&auml;tzt&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/08-04\/049.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Zielen und treffen: Der Mann f&uuml;rs Harte<\/strong><br>\nWeil innenpolitisch der Druck best&auml;ndig zunimmt und das angek&uuml;ndigte Datum des Abzugsbeginns im Juli 2011 gef&auml;hrdet erscheinen k&ouml;nnte, ger&auml;t jetzt ein Instrument in den Fokus der &Ouml;ffentlichkeit, &uuml;ber das Politiker und Milit&auml;r lieber schweigen: &ldquo;Counterterrorism&rdquo;, also die gezielte T&ouml;tung von Taliban, Al-QaidaK&auml;mpfern und Extremisten. Ausf&uuml;hrender Arm dieses neuen, als solches aber unausgesprochenen Konzepts ist der US-Kommandeur der Afghanistantruppen, David Petraeus. Der VierSterne-General ist Vordenker und Autor der bisherigen US-Strategie am Hindukusch. In seiner Weisung vom Sonntag allerdings, gerichtet an alle rund 120 000 M&auml;nner und Frauen der Internationalen Nato-Schutztruppe (Isaf), hat er allein durch seine martialische Wortwahl deutlich gemacht, dass es Verschiebungen geben wird.<br>\nSein Vorg&auml;nger, der wegen Indiskretionen entlassene General Stanley McChrystal, hatte dekretiert, dass der Erfolg der Mission nicht an der Zahl der get&ouml;teten Feinde gemessen werde, sondern daran, wie viele<br>\nZivilisten vor Gewalt gesch&uuml;tzt werden k&ouml;nnten. Der Schutz der Bev&ouml;lkerung bleibt offensichtlich auch f&uuml;r Petraeus das oberste Ziel.<br>\nAllein die Mittel, es zu erreichen, werden k&uuml;nftig m&ouml;glicherweise andere sein: &ldquo;Jagt sie ohne Unterlass&rdquo;, hei&szlig;t es in seiner Richtlinie, &ldquo;rammt eure Z&auml;hne in das Fleisch der Aufst&auml;ndischen und lasst nicht mehr los (&hellip;) Findet und eliminiert diejenigen, die die Bev&ouml;lkerung bedrohen (&hellip;) Nehmt das ganze Netzwerk ins Visier, nicht nur Einzelne.&rdquo;<br>\nGezielte T&ouml;tungen sind ethisch h&ouml;chst problematisch, und das nicht nur, weil ein Risiko bleibt, &ldquo;die Falschen&rdquo; zu treffen, Umstehende auch, Unbeteiligte, Angeh&ouml;rige. Ihre Zweckm&auml;&szlig;igkeit ist fraglich, weil sie<br>\nRachegel&uuml;ste provozieren und kompromissbereite Gegner schw&auml;chen k&ouml;nnen &ndash; jedenfalls ist das f&uuml;r viele das entscheidende Ergebnis des israelischen Vorgehens im Gazastreifen. Und sie sind rechtlich umstritten, weil sie ohne Anh&ouml;rung und Beweise erfolgen. Grunds&auml;tzlich gilt gleichwohl: &ldquo;Gezielte T&ouml;tungen sind nicht per se v&ouml;lkerrechtswidrig&rdquo;, wie Christian Schaller von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik meint. Das Kriegsrecht erlaube unter Wahrung der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit in einem zwischenstaatlichen Konflikt die T&ouml;tung von Kombattanten, also Angeh&ouml;rigen der Streitkr&auml;fte &ndash; und es erlaube in nichtinternationalen bewaffneten Konflikten wie dem in Afghanistan durchaus die T&ouml;tung von &ldquo;streitkr&auml;fte&auml;hnlichen, organisierten bewaffneten Gruppen&rdquo;: Sie d&uuml;rften, sagt Schaller, &ldquo;als milit&auml;rische Ziele jederzeit unter Beachtung der sonstigen Regeln des humanit&auml;ren V&ouml;lkerrechts angegriffen werden, auch wenn sie vor&uuml;bergehend keine Waffen f&uuml;hren und sich beispielsweise in ihre Quartiere zur&uuml;ckgezogen haben&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/zielen-und-treffen-der-mann-fuers-harte\/1896086.html;jsessionid=0E4C4B2CC91E77C57C93BD2A112E9DA0\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Bundeswehr lieferte Namen f&uuml;r Taliban-Jagdliste<\/strong><br>\nDie Bundeswehr ist st&auml;rker in die Eins&auml;tze zur gezielten T&ouml;tung von Aufst&auml;ndischen in Afghanistan verwickelt als bisher bekannt. Nach SPIEGEL-Informationen hat Deutschland mehrere Namen auf die Jagdliste setzen lassen. Mindestens ein Taliban-Kommandeur wurde danach von US-Spezialkr&auml;ften get&ouml;tet. Der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels kritisierte vor dem Hintergrund der neuen Erkenntnisse &uuml;ber gezielte T&ouml;tungen die Informationspolitik der Bundesregierung. &ldquo;Es gen&uuml;gt nicht, nur die Obleute des Verteidigungsausschusses zu informieren, wenn die ihr geheimes Wissen dann nur begrenzt weitergeben d&uuml;rfen&rdquo;, sagte er dem SPIEGEL. &ldquo;Stattdessen sollte nach Abschluss von Operationen das gesamte Parlament in Kenntnis gesetzt werden.&rdquo; Bartels h&auml;lt &ldquo;Capture or Kill&rdquo;-Operationen f&uuml;r &ldquo;prinzipiell problematisch, nicht zielf&uuml;hrend und kontraproduktiv&rdquo;. &ldquo;Wenn wir von Taliban-Kommandeuren reden, geht es doch oft um Anf&uuml;hrer im Rang eines Feldwebels, die vielleicht 10 bis 15 Mann unter sich haben. Das sind keine zentralen Feldherren, die da erwischt werden&rdquo;, sagte der SPD-Politiker. Stattdessen habe der &ldquo;Hass&rdquo; auf Seiten der Afghanen noch zugenommen, &ldquo;weil auch Leute get&ouml;tet wurden, die man nicht h&auml;tte t&ouml;ten d&uuml;rfen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,709488,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Priorit&auml;t Mord<\/strong><br>\nAuf der Grundlage eines Artikels der New York Times (NYT) unter dem Titel &raquo;Gezieltes T&ouml;ten ist neuer US-Fokus in Afghanistan&laquo; berichteten verschiedene Medien der USA und Gro&szlig;britanniens in gro&szlig;er Aufmachung am Sonntag &uuml;ber die zentrale Bedeutung, die Mord und Mordkommandos in der &raquo;neuen&laquo; Kriegf&uuml;hrung von US-Pr&auml;sident Barack Obama spielen. Der Wechsel zu dieser Strategie k&ouml;nne, so die NYT, &raquo;den Charakter des Krieges &auml;ndern und potentiell &ndash; aus der Sicht einiger Offizieller &ndash; ein politisches Abkommen mit den Taliban beschleunigen.&laquo; In den letzten f&uuml;nf Monaten wurden nach dem Bericht der Zeitung 130 wichtige Aufst&auml;ndische ausgeschaltet. Geheimdienstberichte besagten, da&szlig; sich unter den Talibank&auml;mpfern die Furcht ausbreite, in h&ouml;here Kommandopositionen zu gelangen wegen der Gefahr, zum Ziel der US-Spezialkr&auml;fte zu werden. Nun werde von Seiten der USA &uuml;berlegt, ob der Druck bereits ausreiche, um mit den Taliban zu verhandeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/08-02\/060.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Leider versagen die Medien darin, die Politik zu zwingen, Farbe zu bekennen. Aber unsere Journalisten, die sonst relativ schnell mit Urteilen zur Hand sind, haben bei den Todeslisten anscheinend selbst keine eigene Meinung. Die &ldquo;junge Welt&rdquo; positioniert sich zwar eindeutig mit dem Wort &ldquo;Mord&rdquo;, scheint es aber nicht f&uuml;r n&ouml;tig zu halten, dieses Urteil ihren Lesern gegen&uuml;ber zu erl&auml;utern. Von den anderen Zeitungen wird dann mal ein Politiker oder ein V&ouml;lkerrechtler zitiert. Nur was hilft es, wenn wir jetzt vielleicht wissen, dass unter bestimmten Bedingungen &ldquo;streitkr&auml;fte&auml;hnlichen, organisierten bewaffneten Gruppen&rdquo; angegriffen werden k&ouml;nnen, &ldquo;auch wenn sie vor&uuml;bergehend keine Waffen f&uuml;hren und sich beispielsweise in ihre Quartiere zur&uuml;ckgezogen haben&rdquo;. Wir wollen wissen, ob unsere Politiker f&uuml;r Todeslisten pl&auml;dieren oder diese ablehnen &ndash; und warum. Ist das Zuviel verlangt von einer &bdquo;im Feld&ldquo; stehenden deutschen Regierung? Auch stellt sich die Frage, inwieweit die Bundesregierung hinter den Afghanistan-Leitlinien von General David Petraeus steht. Aufforderungen wie, &ldquo;rammt eure Z&auml;hne in das Fleisch der Aufst&auml;ndischen und lasst nicht mehr los&rdquo;, k&uuml;nden nicht nur von einer neuen Tonlage, sondern bereiten eine Hetzjagd neuer Qualit&auml;t vor.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Afghanistan-Mission: Regierung informiert Bundestag nur l&uuml;ckenhaft&ldquo;<\/strong><br>\nAls W&auml;chter &uuml;ber die Armee m&uuml;ssten die Bundestagsabgeordneten besonders gut &uuml;ber die Afghanistan-Mission informiert sein. Die WikiLeaks-Enth&uuml;llungen belegen erstmals, wie unzureichend die deutsche Regierung die Parlamentarier &uuml;ber die Operation am Hindukusch unterrichtet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,709919-2,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Politische Ungewissheit in Italien<\/strong><br>\nIn Italien sind baldige Neuwahlen nicht auszuschliessen. Berlusconi k&ouml;nnte darauf hinwirken, um seinen Widersacher Fini am Aufbau einer Allianz zu hindern.  Hiesigen Auguren  vermuten, dass er insgeheim auf<br>\nNeuwahlen schon im Herbst oder sonst sp&auml;testens im n&auml;chsten Fr&uuml;hling setzt, um Fini und andere Widersacher am Aufbau einer schlagkr&auml;ftigen Allianz zu hindern. Wie auch der Soziologe Luca Ricolfi am Montag in<br>\neinem Zeitungskommentar ausf&uuml;hrte, l&auml;uft die Zeit klar gegen Berlusconi. F&uuml;r Berlusconi ist es aber auch nicht risikolos, mit einem vorzeitigen Sturz seiner Regierung die Flucht nach vorn zu ergreifen. Das w&uuml;rde<br>\nnicht unbedingt sofortige Neuwahlen bedeuten, sondern br&auml;chte zuerst den Staatspr&auml;sidenten ins Spiel, der allein das Parlament f&uuml;r Neuwahlen aufl&ouml;sen darf und zuerst abzuw&auml;gen hat, ob nicht die Voraussetzungen<br>\nzumindest f&uuml;r eine &Uuml;bergangsregierung bestehen. Von einer &Uuml;bergangsregierung erhofft sich die noch stark gespaltene Gegnerschaft Berlusconis aber nicht nur mehr Zeit, um die eigenen Reihen zu schliessen. Es besteht auch die Hoffnung, zus&auml;tzlichen Streit in Berlusconis Lager stiften zu k&ouml;nnen. F&uuml;hrende Vertreter des PD haben bereits erkl&auml;rt, dass sie selbst eine &Uuml;bergangsregierung unter Giulio Tremonti hinnehmen k&ouml;nnten &ndash; wohl wissend, dass sich auch der Wirtschaftsminister mit Berlusconi nicht mehr gut versteht und diesen gerne selber abl&ouml;sen w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/politische_ungewissheit_in_italien_1.7062700.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Das einzig Traurige an dieser Entwicklung ist, dass weder Europa zu dieser beitrug noch die Linke in Italien, sondern der moderne Rechtskonservative, Gianfranco Fini.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>&bdquo;Es ist, als habe eine Seuche das Land ergriffen&ldquo;<\/strong><br>\nErfolgsautor Andrea Camilleri: Die Sch&auml;den, die der Berlusconismus in Italien angerichtet hat, sind mit denen des Faschismus zu vergleichen. &ldquo;Italien ist 150 Jahre alt, und es geht ihm schlechter als mir mit 85.<br>\nErste Jubil&auml;umsfeiern gab es schon. Die Politiker der Lega Nord, dem Koalitionspartner von Berlusconis PDL in der Regierung, sind  ferngeblieben. Ich finde, Minister haben die Pflicht, an Veranstaltungen  zur nationalen Einheit teilzunehmen. Einige Minister aber vertreten  offen Ansichten, die das Gegenteil der Einheitsidee bedeuten. Ich bin kein Nationalist, das war ich nie, ich bin Kommunist. Aber man kann nicht im Zentrum de Staates Leute haben, die nicht an die Verfassung  glauben. In Deutschland war damals einer der Vorw&uuml;rfe gegen die<br>\nRAF-Terroristen, dass sie Verfassungsfeinde waren. Das schien mir ein  &auml;u&szlig;erst ernster Vorwurf zu sein. Auch bei uns gibt es Verfassungsfeinde, aber sie sind an der Macht. Und niemand klagt sie an. &hellip;<br>\nAls ich sehr jung war, 1945, unmittelbar nach der Befreiung Italiens, las ich einen Artikel des gro&szlig;en amerikanischen Journalisten Herbert Matthews. Die &Uuml;berschrift hie&szlig;: &lsquo;Ihr habt ihn nicht get&ouml;tet.&rsquo; Er meinte, indem ihr Mussolini umgebracht habt, habt ihr nicht den Faschismus  get&ouml;tet. Er beschrieb, welche Sch&auml;den der Faschismus sogar in der DNS der Italiener hinterlassen habe. Und dass es Jahrzehnte brauchen w&uuml;rde,  sie zu heilen. Damals hat mich das schrecklich w&uuml;tend gemacht. Im Lauf  der Jahre habe ich Matthews mehr und mehr recht gegeben. Der Faschismus ist wie ein mutierendes Virus. Und so befinden wir uns in neuen Formen<br>\ndes Faschismus. Es sind mutierte Formen. Deshalb glaube ich, die Sch&auml;den  des Berlusconismus werden so sein wie die Sch&auml;den des Faschismus. Es ist  wie eine Verseuchung des Wesens der Italiener.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/rassegnastampa.mef.gov.it\/mefInternazionale\/PDF\/2010\/2010-07-28\/2010072816287394.pdf\">SZ im Pressespiegel des italienischen Wirtschafts- und Finanzministeriums [PDF &ndash; 237 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nicht uninteressant ist, dass dieses berlusconikritische  Interview (in der SZ kostenpflichtig) im Pressespiegel des italienischen  Wirtschafts-und Finanzministeriums erschienen ist, in dem eigentlich nur  Wirtschaftsthemen aufgegriffen werden. Positioniert sich hier <a href=\"http:\/\/rassegnastampa.mef.gov.it\/mefInternazionale\/Default.aspx\">Giulio Tremonti<\/a>, der derzeitige Minister f&uuml;r Wirtschaft und Finanzen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>China macht dem ICE Konkurrenz<\/strong><br>\nPeking hat eigene Hochgeschwindigkeitsz&uuml;ge entwickelt und will sie exportieren. Sie sind schneller als der ICE. Chefingenieur He Huawu wies Vorw&uuml;rfe zur&uuml;ck, dass Chinas Z&uuml;ge Kopien von ICE, TGV oder Shinkansen<br>\nseien. Die aus dem Ausland urspr&uuml;nglich erworbenen Bahnsysteme h&auml;tten China als Plattformen gedient. Von ihnen aus seien neue Technologien &ldquo;innovativ&rdquo; zu eigenst&auml;ndigen Systeml&ouml;sungen weiterentwickelt worden. Die &ldquo;Weltbank&rdquo; spricht in einem Bericht vom &ldquo;gr&ouml;&szlig;ten Bahninvestitionsprogramm, das von einem einzelnen Land unternommen wurde.&rdquo; Sie warnt angesichts der Kosten, dass sich nur wenige Hochgeschwindigkeitsstrecken rechnen. Zwei Jahre, nachdem China 2008 seine erste Hochgeschwindigkeitsbahn zwischen Peking und Tianjin in Betrieb nahm, verf&uuml;gt es heute &uuml;ber elf Hochgeschwindigkeitsstrecken mit 6920 Kilometern L&auml;nge. Sechs Millionen Menschen wurden dabei besch&auml;ftigt. Bis 2012 will Peking weitere 800 Milliarden Yuan ausgeben, um das Bahnnetz von 90.000 Kilometer auf &uuml;ber 110.000 Kilometer auszudehnen und sein Hochgeschwindigkeitsnetz auf &uuml;ber 13.000 Kilometer zu erweitern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article8791419\/China-macht-dem-ICE-Konkurrenz.html\">WELT Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Weltbank und &auml;hnliche Institutionen haben nicht begriffen, dass sich solche Infrastrukturprojekte vollkommen privatwirtschaftlichem Kalk&uuml;l entziehen. Nat&uuml;rlich werden Fahrkartenverkauf und Transportgeb&uuml;hren nicht die unmittelbaren Kosten solcher Projekte decken, aber der indirekte Gewinn f&uuml;r die Volkswirtschaft und Gesellschaft ist nicht hoch genug einzusch&auml;tzen. F&uuml;r die neoliberal gepr&auml;gte Entwicklungspolitik der Weltbank, die den Entwicklungsl&auml;ndern die Privatisierung ihrer Infrastruktur (Wasser, Energie, Verkehr, Bildung Gesundheit) als Heil nahelegt bzw. aufdr&auml;ngt, ist der Erfolg Chinas eine Blamage sondergleichen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Erstaunliche Wendung in Sachen Wikileaks<\/strong><br>\nDas Magazin &ldquo;Forbes&rdquo; berichtet, dass es sich bei dem angeblichen Hacker Adrian Lamo, dem sich der amerikanische Soldat Bradley Manning wegen des Irak-Videos &ldquo;Collateral Murder&rdquo; angeblich anvertraute, tats&auml;chlich um einen Sicherheitsspezialisten im Regierungsdienst handelt. Nun wird die Darstellung Lamos durch neue Informationen ad absurdum gef&uuml;hrt, die ein Reporter des amerikanische Magazins &ldquo;Forbes&rdquo; ver&ouml;ffentlichte. Danach ist Lamo ein Sicherheitsspezialist, der f&uuml;r das geheime &ldquo;Project Vigilant&rdquo; arbeitete. Im Juni ver&ouml;ffentlichte der &ldquo;San Francisco Examiner&rdquo; erstmals eine Reportage &uuml;ber dieses Selbstschutzprojekt. In ihr berichtete ein Projektleiter namens Chet Uber davon, dass die von der Privatwirtschaft finanzierte Truppe den Milit&auml;rbeh&ouml;rden, dem FBI und der NSA zuarbeitet. T&auml;glich soll Vigilant die Aktivit&auml;ten von mehr als 250 Millionen<br>\nIP-Adressen speichern und imstande sein, &ldquo;&uuml;ber jeden Namen, jedes Pseudonym oder jede IP-Adresse einen Bericht zu erstellen&rdquo;.<br>\nAls Beispiel der Leistungsf&auml;higkeit des Projekts nannte Vigilant-Direktor Uber den Fall Bradley Manning. Nach seiner Darstellung wurde sein Mitarbeiter Adrian Lamo auf Mannings Internet-Nutzungsverhalten aufmerksam und konnte durch Analyse des Netzwerkverkehrs nachweisen, dass Manning &ldquo;Collateral Murder&rdquo;, das Video aus dem Irakkrieg, an Wikileaks weitergeleitet hatte. Nach den erfolgten Kontakten zwischen Lamo und Manning will es wiederum Chet Uber gewesen sein, der f&uuml;r seinen Freiwilligen den Kontakt zu den Strafverfolgern herstellte: &ldquo;Ich war es, der die Regierung benachrichtigte.&rdquo;<br>\nMit diesem Bekenntnis erf&auml;hrt die Geschichte um Wikileaks eine neue Wendung. Stimmen die Angaben von Chet Uber, ist Bradley Manning nicht mehr der allzu naive Soldat, der sich einem &uuml;berraschten Dritten anvertraute. Stimmen die Angaben, werden amerikanische B&uuml;rger in gr&ouml;&szlig;erem Stil &uuml;berwacht als bisher angenommen, mit steigender Tendenz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7\/Doc~EB7743084C84B417480B1175808764D35~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Sollte also der geneigte Leser der NDS also eine Karriere als Whistleblower starten wollen, sollte er sich den <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/technology\/2010\/aug\/01\/wikileaks-john-gilmore-guardian-internet\">Rat von John Naughton (Guardian)<\/a> zu Herzen nehmen und sich an Wikileaks als einzig richtige, vertrauensw&uuml;rdige Adresse f&uuml;r Whistleblower wenden und nicht etwa die Ver&ouml;ffentlichung auf einer selbstgestrickten Website oder in einem sozialen Netzwerk anstreben. Misstraue allem und jedem, auch gegen&uuml;ber Deinem Internet Provider bzw. benutze Tor.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Armutsfalle Mikrokredite &ndash; Selbstmord wegen 25 Rupien<\/strong><br>\nDas Gesch&auml;ft mit Mikrokrediten boomt. Sie sollen aus der Armut helfen. Doch f&uuml;r viele Frauen in Indien sind sie zur Armutsfalle geworden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/asien\/artikel\/1\/selbstmord-wegen-25-rupien\/\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Atlas der Sozialk&uuml;rzungen; Die Schattenseiten des Jobwunders; Keiner ist &ldquo;talentfrei&rdquo;; Arbeit macht das Leben s&uuml;&szlig;; Leiharbeiter ohne Rechte; Depression als europ&auml;isches Gemeinschaftsprojekt; Exportwachstum gebremst; Bertelsmanns Banalit&auml;ten; Strom ist zu teuer; Wahlrecht beim Kinderzuschlag; Pharmaindustrie verschaukelt Minister; reiche Frauen leben l&auml;nger; Geschichte der Reichensteuer; Gutschein-Almosen; Sauerland und die Pension; Afghanistan-Krieg;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6381\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6381","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6381"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6381\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6387,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6381\/revisions\/6387"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}