{"id":64059,"date":"2020-08-25T08:06:12","date_gmt":"2020-08-25T06:06:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059"},"modified":"2020-08-25T08:06:12","modified_gmt":"2020-08-25T06:06:12","slug":"hinweise-des-tages-3682","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h01\">Der Kampf um Minsk<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h02\">Corona und die Wahrheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h03\">F&uuml;r die Kinder in unserem Land wird gute Bildung zum Lotteriespiel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h04\">Eine Krise im Zeitraffertempo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h05\">IMK: H&ouml;herer Kinderbonus und mehr Kurzarbeitergeld w&uuml;rden Konjunktur st&auml;rker st&uuml;tzen als Mehrwertsteuersenkung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h06\">Arbeitgeberpflicht beim Arbeitsschutz nicht auf Besch&auml;ftigte abw&auml;lzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h07\">Ma&szlig; und Maske<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h08\">Tod einer Saisonarbeiterin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h09\">Are India&rsquo;s labour law reforms only a gift for factories, or will workers benefit too?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h10\">Sozialismus, aber anders<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h11\">Jede zweite Rente liegt unter 1000 Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h12\">Institut sieht Bedarf f&uuml;r Hunderttausende Sozialwohnungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h13\">Kollektive Zensur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=64059#h14\">Ach, ihr Linken! Gebt doch endlich Gedankenfreiheit<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Der Kampf um Minsk<\/strong><br>\nDie EU soll &ldquo;Druck machen f&uuml;r Neuwahlen&rdquo; in Belarus: Dies fordert ein langj&auml;hriger f&uuml;hrender Politiker von B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen. Wie Ralf F&uuml;cks, Ex-Vorstand der Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung, seit 2017 Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der transatlantischen Denkfabrik &ldquo;Zentrum Liberale Moderne&rdquo;, behauptet, operiere die Union in den Machtk&auml;mpfen in Belarus nicht offensiv genug. Deutsche Au&szlig;enpolitiker raten unterdessen zu systematischer Unterst&uuml;tzung der belarussischen &ldquo;Zivilgesellschaft&rdquo;; auf diese Weise lie&szlig;en sich prowestliche Milieus in dem Land, das sehr enge Beziehungen zu Russland unterh&auml;lt, mit Millionensummen f&ouml;rdern. Berlin ist damit bereits seit Jahrzehnten befasst. Umsturzbestrebungen in Belarus wurden von Deutschland und den anderen M&auml;chten des Westens beg&uuml;nstigt, seit Pr&auml;sident Alexander Lukaschenko das Land 1999 in eine Union mit Russland f&uuml;hrte und die Kooperation mit Moskau intensivierte. Eine allzu intensive Abh&auml;ngigkeit vom &ouml;stlichen Nachbarland f&uuml;rchtend, hatte Lukaschenko zuletzt freilich enger mit dem Westen kooperiert &ndash; gemeinsame Milit&auml;r&uuml;bungen mit NATO-Staaten inklusive.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8359\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><em>Lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?tag=weissrussland\">weitere Artikel auf den NachDenkSeiten<\/a>. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Corona und die Wahrheit<\/strong><br>\n&ldquo;Zeuge der Wahrheit&rdquo; sein &ndash; das erwartet die Gesellschaft von den Medien, von den Journalisten. Erwartet wird hier zu allererst, dass sie f&uuml;r &ldquo;Aletheia&rdquo; sorgen, dass sie das Verborgene aufdecken, dass sie den Teppich wegziehen, unter den Skandal&ouml;ses gekehrt worden ist. Der Journalismus soll dubiose Waffengesch&auml;fte enth&uuml;llen, er soll aufdecken, wo Reiche und M&auml;chtige ihr Geld verstecken, um Steuern zu sparen, er soll politische L&uuml;ge und Korruption aufsp&uuml;ren. Die Wahrheit soll ans Licht. Als, zum Beispiel, die Panama-Papers ver&ouml;ffentlicht wurden, war das so eine Licht- und Sternstunde. Diese Aufdeckungsarbeit aber ist es nicht allein. Aufdeckung geschieht nicht um der Erregung willen, sondern, nehmen wir ruhig dieses Wort, um der Treue zu Demokratie und Rechtsstaat willen.<br>\nDie journalistische Wahrheitssuche muss mit Neugier, Urteilskraft und Integrit&auml;t betrieben werden, sie muss in Zuverl&auml;ssigkeit, Vertrauensw&uuml;rdigkeit und Vertrauen eingebettet sein.<br>\nZwei wissenschaftliche Studien haben nun untersucht, wie es sich damit in der journalistischen Begleitung und Behandlung der Corona-Krise verh&auml;lt. Die eine Studie stammt vom Schweizer Forschungszentrum &Ouml;ffentlichkeit und Gesellschaft (f&ouml;g) und befasst sich mit der &ldquo;Qualit&auml;t der Berichterstattung zur Corona-Pandemie&rdquo;; sie kommt zwar zu einem tendenziell eher positiven Ergebnis, legt aber den Finger in einige tiefe Wunden, wie sie der Journalistikprofessor Klaus Meier von der katholischen Universit&auml;t Eichst&auml;tt-Ingolstadt schon im April beschrieben hat: &ldquo;zu wenig Einordnung, zu wenig Recherche, zu beh&ouml;rdennah&rdquo;.<br>\nDie andere Studie stammt von den Medienforschern Dennis Gr&auml;f und Martin Hennig, die an der Universit&auml;t Passau arbeiten und mehr als 90 Sendungen von &ldquo;ARD Extra&rdquo; und &ldquo;ZDF-Spezial&rdquo; untersucht haben. Die Gr&auml;f\/Hennig-Studie erhebt den Vorwurf, es werde nicht gen&uuml;gend differenziert; die Sender h&auml;tten einen massenmedialen &ldquo;Tunnelblick&rdquo; erzeugt. Schon die H&auml;ufigkeit der Sondersendungen vermittle Zuschauern ein permanentes Krisen- und Bedrohungsszenario. Die immer wieder gezeigten Bilder kennt man &ldquo;aus Endzeiterz&auml;hlungen und Zombiegeschichten&rdquo;, meinte der Literaturwissenschaftler Gr&auml;f. &ldquo;Sondersendungen wurden zum Normalfall und gesellschaftlich relevante Themen jenseits von Covid-19 ausgeblendet&rdquo;, fasste Gr&auml;f gegen&uuml;ber der Nachrichtenagentur epd zusammen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/prantls-blick-corona-presse-1.5007606\">Heribert Prantl in der SZ<\/a>\n<p><strong>dazu: Die seltsame Pandemie<\/strong><br>\nChristian Drosten k&ouml;nnte uns wirklich alles erz&auml;hlen. Wer sollte seine Aussagen richtigstellen? Seine Botschaft ist kein Dialog mit der Fachwelt, sondern ein Monolog an die unwissende Bev&ouml;lkerung. Und von dieser ist gewiss keine Korrektur zu erwarten. Alle Drostens dieser Welt haben in der Pandemie sozusagen eine Carte Blanche. Niemand widerspricht! Experten mit anderer Meinung werden einfach konsequent ignoriert oder gar diffamiert. In der &Ouml;ffentlichkeit werden sie bestenfalls als seltsame Trottel wahrgenommen. Wer ihnen zuh&ouml;rt, ist ein &ldquo;Covidiot&rdquo;. Hillary Clintons &ldquo;basket of deplorables&rdquo; l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en.<br>\nAber muss man vom Fach sein? Wenn mir ein Astronom erkl&auml;rt, der Mond sei aus K&auml;se, dann wage ich zu widersprechen. Wenn mir ein Elektroingenieur sagt, der Strom komme aus der Schokoladenfabrik, dann widerspreche ich. Das sind &uuml;berzogene Beispiele, doch man braucht wirklich kein Experte zu sein, um auch weniger offenkundige L&uuml;gen zu durchschauen. Sogar bei v&ouml;lligem Unverst&auml;ndnis der Materie sind wir durchaus in der Lage, zwischen Wahrheit und Unwahrheit zu unterscheiden. [&hellip;]<br>\nAufgabe der Journalisten w&auml;re es, diese Schwingungen in der Gesellschaft in verst&auml;ndliche Informationen zu &uuml;bersetzen. Was genau geht da vor sich? Was sind die Urspr&uuml;nge, welches die Auswirkungen? Sind Interessen im Spiel? Wenn ja, welche? Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer?<br>\nVor allem aber sind Journalisten dazu verpflichtet (!), sich alle Seiten anzuh&ouml;ren, Gegenstimmen einzuholen, besonders solche von Experten. Denn nicht selten haben sie selbst auch keine Ahnung von der Materie, &uuml;ber die sie berichten. Und genau das ist ihre Aufgabe: m&ouml;glichst neutral &uuml;ber das Geschehen zu &ldquo;berichten&rdquo;.<br>\nUnd wenn genau das nicht geschieht &ndash; wenn die geballte Macht des Mainstreams nur eine Perspektive zeigt, wenn die immer gleichen Experten auf allen Kan&auml;len die immer gleiche Meinung verbreiten, wenn Gegenstimmen nicht zugelassen und diffamiert werden, wenn man alle Zweifler der L&auml;cherlichkeit preisgibt, sie beleidigt und verh&ouml;hnt &ndash;, dann ist klar, dass da etwas nicht stimmt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/meinung\/105804-seltsame-pandemie\/\">RT Deutsch<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Warum Verschw&ouml;rungsideologien die Demokratie gef&auml;hrden<\/strong><br>\nUnd auch Bildung kann einen Unterschied machen: &bdquo;Je niedriger die Schulbildung, um so eher glauben Menschen an Verschw&ouml;rungen. Da muss man aber so ein bisschen vorsichtig sein, dass man nicht hier zu Fehlschl&uuml;ssen kommt. Es ist n&auml;mlich so, dass nicht Intelligenz hier relevant ist oder Wissen vielleicht und den Unterschied erkl&auml;rt, sondern dass Menschen mit einer niedrigeren Schuldbildung eher das Gef&uuml;hl haben, dass sie in der Gesellschaft nicht mitspracheberechtigt sind, und dass das den Unterschied eigentlich erkl&auml;rt.&ldquo; [&hellip;]<br>\nDoch in der Coronakrise sind es nicht nur Rechtsextreme, die Verschw&ouml;rungsideologien befeuern. Die Akteurinnen und Akteure h&auml;tten teils auch ganz andere politische Hintergr&uuml;nde, so Jan Rathje mit Blick auf die Corona-Proteste:<br>\n&bdquo;Die Menschen, die dort hinkommen, k&ouml;nnen sich selbst vielleicht auch individuell eher als links verorten oder eher aus einem esoterisch-hippiesken Milieu entstammen. Und gleichzeitig ist es aber auch so, dass wir Hardcore-Verschw&ouml;rungsideologen dabei haben, die keine Scheu haben, mit Neurechten oder Rechtsextrem oder auch Antisemitinnen und Antisemiten zusammenzuarbeiten.&ldquo;<br>\n&Uuml;berschneidungen zwischen Esoterik und rechten Bewegungen gibt es zwar schon lange. Die aktuellen Studien geben allerdings noch keine Antwort darauf, ob beispielsweise sogenannte Impfgegner &bdquo;nur&ldquo; gegen die Corona-Beschr&auml;nkungen auf die Stra&szlig;e gehen oder auch rechten Denkmustern anh&auml;ngen. Festhalten kann man aber offenbar, dass der gemeinsame Verschw&ouml;rungsglaube oft st&auml;rker ist als trennende politische Ansichten. So entsteht eine politische Querfront der Verschw&ouml;rungsideologen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/anti-corona-proteste-warum-verschwoerungsideologien-die.724.de.html?dram:article_id=482935%20\">Deutschlandfunk<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wieder ein ellenlanger Artikel, in dem es nur darum geht, jede Kritik an den Corona-Ma&szlig;nahmen der Regierung zu denunzieren und zu diffamieren. Allerdings mit einer neuen Steigerung, der rechtsextreme Stephan B., der in Halle im Oktober 2019 zwei Menschen erschoss, wird in einem Atemzug mit eben jenen genannt die nicht bedingungslos dem Regierungsnarrativ folgen wollen. Hier wird dann durchaus eine neue Dimension er&ouml;ffnet, denn gegen potentielle Terroristen muss sicher mehr eingesetzt werden als die, durch Matthias Koch, einem leitenden Redakteur des RedaktionsNetzerk Deutschland (RND), empfohlenen Wasserwerfer. Selbstverst&auml;ndlich darf auch der &uuml;bliche intellektuelle D&uuml;nkel der &bdquo;Qualit&auml;tsjournalisten&ldquo; nicht fehlen. Die &Uuml;berschrift ist allerdings an Zynismus nicht zu &uuml;berbieten, nicht das kritische Hinterfragen der Regierungsma&szlig;nahmen gef&auml;hrdet die Demokratie, sondern das Handeln der Regierung auf der Basis des permanenten Ausnahmezustandes.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin U.P.:<\/strong> Wenn die Sorge um eine Demokratiegef&auml;hrdung durch Verschw&ouml;rungsideologien glaubw&uuml;rdig sein soll, dann reicht es nicht, Individualpsychologie zu betreiben, die feststellt, dass Menschen, die zu Verschw&ouml;rungserz&auml;hlungen tendieren sich meist von der Komplexit&auml;t gesellschaftlicher Verh&auml;ltnisse &uuml;berfordert f&uuml;hlen, sondern es braucht ebenso systemische Analysen &uuml;ber Herrschaftsverh&auml;ltnisse, welche die Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten der politischen &Ouml;konomie eines imperialistischen Kapitalismus aufzeigen, der Menschen in Ohnmacht und destruktive Abh&auml;ngigkeit treibt. Das ist doch die eigentliche Verschw&ouml;rung: Reichtum gegen Armut.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>F&uuml;r die Kinder in unserem Land wird gute Bildung zum Lotteriespiel<\/strong><br>\nKommen in der Pandemie die Rechte von Kindern zu kurz? Ja, sagt Heinz Hilgers, Pr&auml;sident des Deutschen Kinderschutzbundes. Kern seiner Kritik: Die Kultusminister handelten kurzsichtig.<br>\nSPIEGEL: Sie sagen, die Kinderrechte seien in der Pandemie st&auml;rker als andere eingeschr&auml;nkt worden. Was sagt das &uuml;ber das Verh&auml;ltnis unserer Gesellschaft zu Kindern aus?<br>\nHilgers: Unsere Gesellschaft hat die Kinderrechte nach wie vor nicht anerkannt, &uuml;brigens auch deren Beteiligungsrecht. Umfragen unter Kindern und Jugendlichen zeigen: Sie haben den Eindruck, dass sie &uuml;berhaupt nicht gefragt werden. Ihre Rechte werden nicht ernst genommen. Und ich sage das deutlich: Das gilt leider auch f&uuml;r die Rechte vieler M&uuml;tter, die in der Krise benachteiligt wurden und ihren Beruf nur noch teilweise aus&uuml;ben konnten. Da hat ein gesellschaftlicher R&uuml;ckschritt stattgefunden, sowohl was die Rechte der Kinder als auch die Rechte der Frauen angeht.<br>\nSPIEGEL: F&uuml;r den Fall, dass es zu erneuten Schulschlie&szlig;ungen kommt, hatten die Schulen dieses Mal Zeit, sich besser auf Fernunterricht vorzubereiten. Ist das gelungen?<br>\nHilgers: Das wirklich Bedr&uuml;ckende ist: Das ist von Schule zu Schule sehr unterschiedlich. Wir haben Schulen mit sehr engagierten Schulleitungen und Lehrkr&auml;ften, die schon zu Beginn der Coronakrise gut vorbereitet und bestens digital ausgestattet waren oder inzwischen gute Konzepte entwickelt haben. Aber wir haben leider auch Schulen, bei denen das &uuml;berhaupt nicht der Fall ist. F&uuml;r die Kinder in unserem Land wird gute Bildung so zum Lotteriespiel. Die Politik nimmt hier ihre Verantwortung nicht wahr. Sie m&uuml;sste daf&uuml;r sorgen, dass auch die Kinder gleiche Lebensverh&auml;ltnisse und gleiche Chancen haben.<br>\nSPIEGEL: Fehlende Chancengerechtigkeit war schon vor Corona ein Problem.<br>\nHilgers: Das stimmt. In unserem Schulsystem brauchte ein Kind schon immer auch Gl&uuml;ck. Sehr viel Gl&uuml;ck. Das ist in der Pandemie noch deutlicher geworden. Aber die Politiker hatten gute sechs Wochen Zeit, die Situation zu verbessern und vorzubereiten. Offensichtlich ist das nicht geschehen, und das ist sehr bedauerlich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/bildung\/schulen-waehrend-corona-fuer-die-kinder-in-unserem-land-wird-gute-bildung-zum-lotteriespiel-a-73beb1b8-9c23-4eed-af38-ce76095d6298\">DER SPIEGEL<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Eine Krise im Zeitraffertempo<\/strong><br>\nIm April, als Corona in Deutschland durchschlug, schnellte die Zahl der Zeitarbeiter, die arbeitslos wurden, um mehr als 30 Prozent in die H&ouml;he und lag um rund 30 Prozent h&ouml;her als im gleichen Monat des Vorjahrs. Auch im Mai 2020 lag der Wert noch rund 13 Prozent h&ouml;her als im Mai des Vorjahres. Zu sehen ist allerdings auch: &ldquo;Im Juni und Juli haben die Verleihunternehmen offenbar schon weniger Leute rausgeworfen als im Vorjahr&rdquo;, sagt Eric Seils von der Hanns-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\nF&uuml;r ihn zeigt die rasend schnelle Reaktion der Branche, dass die Pufferwirkung f&uuml;r Arbeitnehmer kaum funktioniert. Denn demnach m&uuml;ssten solche massiven Einbr&uuml;che eben nicht zu so schnellen Entlassungen f&uuml;hren. Aber, so Seils: &ldquo;So l&auml;uft das ja nicht.&rdquo; Vielmehr h&auml;nge der Gro&szlig;teil der Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse &ldquo;direkt von bestimmten Eins&auml;tzen beim Entleihunternehmen ab und wird oft in der Probezeit ohne gro&szlig;e Fristen wieder gek&uuml;ndigt&rdquo;.<br>\nDas liegt daran, dass die Branche in einem wichtigen Punkt dereguliert wurde. Bereits im Zuge der Hartz-Gesetze wurde 2004 das sogenannte Synchronisationsverbot aufgehoben, das Zeitarbeitsunternehmen an einem schnellen Hire and Fire hindern sollte. Dass Arbeitnehmer synchron zu einem bestimmten Auftrag angestellt und wieder entlassen werde, sei heute deshalb Regel. Theoretisch gelten zwar dieselben K&uuml;ndigungsfristen wie f&uuml;r alle Arbeitnehmer, &ldquo;aber die meisten Besch&auml;ftigten werden noch in der Probezeit entlassen&rdquo;, bevor diese Fristen greifen. Damit stehen die Leute im Ernstfall binnen weniger Tage auf der Stra&szlig;e. &ldquo;Viele Unternehmen f&uuml;hren sie danach weiter in Listen, um zu wissen, wen sie f&uuml;r den n&auml;chsten Arbeitseinsatz ansprechen k&ouml;nnen.&rdquo; Auch das eine umstrittene Praxis.<br>\nWeil Leiharbeit derart prek&auml;r ist, treffe der Wirtschaftseinbruch durch Corona die Besch&auml;ftigten dieser Branche als Erste, sagt Seils. Eine Umfrage der B&ouml;ckler-Stiftung vom April zeigt das. Erwerbst&auml;tige aller Branchen wurden gefragt, ob sie nach Corona bereits finanzielle Einbu&szlig;en hinnehmen mussten und ob sie sich um ihre Lage Sorgen machen. Beide Werte lagen nirgendwo so hoch wie in der Leiharbeit &ndash; 30 Prozent und 37 Prozent. Selbst Minijobber kamen auf nicht ganz so hohe Werte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/leiharbeit-in-der-corona-krise-das-schlaegt-voll-auf-die-arbeitnehmer-durch-a-5860683b-790d-4590-a9fd-df9c8c8bc7e1\">DER SPIEGEL<\/a>\n<p><strong>dazu: Arbeitgeber warnen: Bald Entlassungen statt Kurzarbeit<\/strong><br>\nBundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat umfangreiche Vorschl&auml;ge zur Verl&auml;ngerung von Kurzarbeit in der Corona-Krise vorgelegt &ndash; doch den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie greift das Paket in einem zentralen Punkt viel zu kurz: W&uuml;rden Betriebe nicht verl&auml;sslich bis Ende 2021 von den Sozialabgaben auf das Kurzarbeitergeld ihrer Arbeitnehmer entlastet, m&uuml;ssten im kommenden Jahr viele krisengeplagte Unternehmen von Arbeitsplatzsicherung auf Entlassungen umschalten, warnte der Arbeitgeberverband Gesamtmetall. In diesem Fall &bdquo;droht ein massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht nur in der Metall- und Elektro-Industrie&ldquo;, sagte Gesamtmetall-Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Oliver Zander.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/konjunktur\/heils-kurzarbeits-plan-reicht-industrie-nicht-aus-16919311.html%20\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Das Kurzarbeitergeld m&uuml;ssen die Unternehmen schon nicht zahlen, sondern das macht die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit und demn&auml;chst der Staat (der sich fast ausschlie&szlig;lich aus Steuern der Arbeitnehmer finanziert). Die Sozialabgaben auf das Kurzarbeitergeld wollen sie nun unter gar keinen Umst&auml;nden zahlen &ndash; und da reden wir von den Metall-Unternehmen, die in den letzten 10 Jahren vom Export profitiert haben. &bdquo;Kurzarbeit ohne Sozialaufwandserstattung &uuml;ber l&auml;ngere Zeitr&auml;ume entzieht den Unternehmen zu viel Liquidit&auml;t&ldquo; &ndash; das mag sein, aber entsprechende Aussagen waren in den letzten Jahren nicht zu h&ouml;ren, wenn die Unternehmen ihre Liquidit&auml;t durch irrsinnige Dividendenzahlungen selbst gef&auml;hrdeten. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>IMK: H&ouml;herer Kinderbonus und mehr Kurzarbeitergeld w&uuml;rden Konjunktur st&auml;rker st&uuml;tzen als Mehrwertsteuersenkung<\/strong><br>\nDie Senkung der Mehrwertsteuer bis Ende 2020 d&uuml;rfte dem privaten Konsum und der Konjunktur in Deutschland nur einen relativ &uuml;berschaubaren Impuls geben. Gr&ouml;&szlig;ere Effekte h&auml;tten die daf&uuml;r im Konjunkturpaket der Bundesregierung eingesetzten Mittel wahrscheinlich erzeugt, wenn sie in einen h&ouml;heren Kinderbonus oder eine st&auml;rkere Aufstockung des Kurzarbeitergeldes geflossen w&auml;ren. Darauf deuten nach einer neuen Analyse des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung aktuelle Ergebnisse einer Umfrage unter gut 6300 Erwerbst&auml;tigen hin. Knapp 75 Prozent der im Auftrag der Stiftung Befragten gaben darin Ende Juni an, trotz Mehrwertsteuersenkung ihr Konsumverhalten im zweiten Halbjahr 2020 nicht ver&auml;ndern zu wollen. Dagegen erkl&auml;rten fast 80 Prozent der Befragten, sie w&uuml;rden bei einer Einmalzahlung wie dem Kinderbonus ihren Konsum erh&ouml;hen. Zudem zeigt sich in der Umfrage, dass Menschen, die ohne Aufstockung des Kurzarbeitergeldes in Kurzarbeit sind, ihre Ausgaben signifikant h&auml;ufiger reduziert haben als andere Befragte &ndash; eine finanzielle Besserstellung h&auml;tte daher nach Einsch&auml;tzung der Studienautoren Prof. Dr. Sebastian Dullien und Jan Behringer ebenfalls sp&uuml;rbare positive Wirkungen. &bdquo;Eine andere Gewichtung der Ma&szlig;nahmen im Konjunkturpaket &ndash; etwa ein h&ouml;herer Kinderbonus oder eine gro&szlig;z&uuml;gigere Aufstockung des Kurzarbeitergeldes &ndash; h&auml;tte nach diesen Ergebnissen zu einem gr&ouml;&szlig;eren konjunkturellen Impuls gef&uuml;hrt&ldquo;, schreiben die Wissenschaftler in ihrem Fazit &ndash; und raten dazu, im Falle weiterer Pakete zur Konjunkturst&uuml;tzung entsprechend anders zu gewichten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/de\/pressemitteilungen-2675-hoherer-kinderbonus-und-mehr-kurzarbeitergeld-konjunktur-starker-stutzen-25923.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Arbeitgeberpflicht beim Arbeitsschutz nicht auf Besch&auml;ftigte abw&auml;lzen<\/strong><br>\n&bdquo;Eine Maskenpflicht f&uuml;r Besch&auml;ftigte kann nur das letzte Mittel sein. Vorher m&uuml;ssen die bestehenden Arbeitsschutzregeln umgesetzt werden. Erst diesen Monat hat die Bundesregierung neue Arbeitsschutzregeln f&uuml;r Pandemie-Zeiten erlassen. Das scheint an Frau Kramp-Karrenbauer v&ouml;llig vorbeigegangen zu sein. Diese gehen eigentlich in die richtige Richtung und sehen unter anderem vor, dass Arbeitspl&auml;tze neu angeordnet oder Trennw&auml;nde eingezogen werden m&uuml;ssen. Erst wenn solche Ma&szlig;nahmen nicht weiterhelfen, m&uuml;ssen Schutzmasken getragen werden&ldquo;, kommentiert Jutta Krellmann, Sprecherin f&uuml;r Arbeit und Mitbestimmung der Fraktion DIE LINKE, den Vorschlag von Annegret Kramp-Karrenbauer f&uuml;r eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz. Krellmann weiter:<br>\n &bdquo;F&uuml;r Gesundheit am Arbeitsplatz zu sorgen, daf&uuml;r sind die Arbeitgeber verantwortlich. Sie m&uuml;ssen f&uuml;r wirksame technische und bauliche Schutzma&szlig;nahmen sorgen. Doch was fehlt, sind regelm&auml;&szlig;ige Kontrollen, ob Arbeitgeber ihrer Pflicht zum Arbeitsschutz nachkommen. Derzeit wird jeder Betrieb nur alle 25 Jahre kontrolliert, weil die Arbeitsschutzbeh&ouml;rden der L&auml;nder kaputtgespart wurden. Wenn es Frau Kramp-Karrenbauer ernst ist mit dem Gesundheitsschutz von Besch&auml;ftigten, soll sie sich an dieser Stelle f&uuml;r schnelle Verbesserungen einsetzen.<br>\nEine Billigl&ouml;sung, mit der die Verantwortung auf die Besch&auml;ftigten abgew&auml;lzt wird, ist die falsche Antwort auf Probleme beim Arbeitsschutz.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/arbeitgeberpflicht-beim-arbeitsschutz-nicht-auf-beschaeftigte-abwaelzen\">DIE LINKE<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dazu muss man noch einmal betonen, Schutz bieten nur Masken, die mindestens den sogenannten FFP2 bzw. den besseren FFP3-Standard erf&uuml;llen. Zu behaupten, selbstgen&auml;hte Stofffetzen b&ouml;ten irgendeinen Schutz oder w&uuml;rden jemand anderen sch&uuml;tzen ist Humbug. Die Ausweitung der Maskenpflicht auf immer weitere Alltagsbereiche gerade ohne jede Ber&uuml;cksichtigung der physiologischen und psychologischen Folgen bei stundenlangem Tragen ist reine Repression. Zudem sollte man sich erinnern, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO &auml;hnlich dem RKI noch im April auf dem H&ouml;hepunkt der Epidemie keinen erwiesenen Nutzen im Tragen von Masken in der &Ouml;ffentlichkeit sehen wollte.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ma&szlig; und Maske<\/strong><br>\nMaskenverweigerer ihrer Strafe zuzuf&uuml;hren, k&ouml;nnte der neue deutsche Volkssport werden. Und die Politik macht mit, weil sie von ihren Vers&auml;umnissen ablenken will.<br>\nVergangene Woche sa&szlig; ich mit der sehr sympathischen Amelie Fried in der &ldquo;Maischberger&rdquo;-Talkshow. Sie berichtete dort, wie ihr Mann und sie sich j&uuml;ngst auf einem Flug nach Belgien mit einer renitenten Maskenverweigerin auseinandersetzen mussten, die am Ende der Polizei in Br&uuml;ssel &uuml;bergeben wurde. Frau Fried erz&auml;hlte die Geschichte mit einer Mischung aus Zorn und Genugtuung. Bei der Genugtuung habe ich gestutzt, aber nichts gesagt. Man h&ouml;rt ja jetzt viele dieser Geschichten.<br>\nTags darauf, in meinem Zug von K&ouml;ln nach Berlin, gingen dann mehrere wohlsituiert wirkende Fahrg&auml;ste auf jemanden los, neben dem der Sitzplatz frei war, der aber seine Maske nicht bis &uuml;ber die Nase gezogen hatte. Es wurde laut, rasch wurde auch gedroht, das Wort &ldquo;Notbremse&rdquo; war zu h&ouml;ren und schlie&szlig;lich der Satz: &ldquo;Sie wissen doch, dass wir Sie jetzt der Bundespolizei &uuml;bergeben m&uuml;ssen.&rdquo;<br>\nIch f&uuml;r meinen Teil habe mich ziemlich unwohl gef&uuml;hlt. Aber nicht wegen der maskenlosen Nase vier Sitzreihen vor mir, sondern wegen der massierten Rechtschaffenheit dieser besorgten B&uuml;rger. So viel gemeinschaftliche Zivilcourage w&uuml;rde ich mir eher w&uuml;nschen, wenn in der U-Bahn eine Frau angemacht wird. Oder ein Schwarzer wegen seiner Hautfarbe. Oder ein Jude wegen seiner Kippa.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/corona-und-die-maskenpflicht-debatte-mass-und-maske-kolumne-a-361f6d56-0275-4847-82e2-63c84b6d399f%20\">Nikolaus Blome im Spiegel<\/a>\n<p><strong>dazu: Bayern versch&auml;rft Bu&szlig;gelder bei Verst&ouml;&szlig;en gegen Corona-Auflagen<\/strong><br>\nBayern wird die Bu&szlig;gelder bei Verst&ouml;&szlig;en gegen die Masken- oder Quarant&auml;nepflicht deutlich erh&ouml;hen. Das k&uuml;ndigte Ministerpr&auml;sident S&ouml;der an. Au&szlig;erdem soll die Polizei die Einhaltung der Regeln mit kontrollieren.<br>\nDer Freistaat Bayern wird die Bu&szlig;gelder bei Verst&ouml;&szlig;en gegen das Masken- und Quarant&auml;nepflicht deutlich erh&ouml;hen. Das hat Ministerpr&auml;sident Markus S&ouml;der (CSU) am Montagvormittag in M&uuml;nchen angek&uuml;ndigt. So kostet es k&uuml;nftig 250 Euro, wenn im &ouml;ffentlichen Nahverkehr oder in L&auml;den keine Maske getragen wird (bisher 150 Euro). Bei mehrfachen Verst&ouml;&szlig;en wird ein Bu&szlig;geld von 500 Euro f&auml;llig. Wer sich trotz Anordnung nicht in Quarant&auml;ne begibt, muss k&uuml;nftig 2.000 Euro zahlen, doppelt so viel wie bisher. Die neuen Regeln gelten ab Dienstag, 25. August 2020.<br>\nDie Polizei solle die &Uuml;berwachung der Masken- und Quarant&auml;nepflicht erg&auml;nzen, sagte S&ouml;der vor Journalisten. Bislang waren hierf&uuml;r nur die Gesundheitsbeh&ouml;rden zust&auml;ndig. Als Gr&uuml;nde f&uuml;r die steigenden Corona-Zahlen nannte S&ouml;der die Urlaubsheimkehrer sowie Heimkehrer, die Familie in Ost- und S&uuml;dosteuropa besucht haben, und Leichtsinn.<br>\nMit Blick auf die Ministerpr&auml;sidentenkonferenz am Donnerstag forderte S&ouml;der einen bundesweit einheitlichen Mechanismus, wie bei steigenden Fallzahlen vorgegangen wird, beispielsweise bei Bu&szlig;geldern und einer fallweisen Ausweitung der Maskenpflicht. Beispielsweise k&ouml;nnten einheitliche Untergrenzen bei Bu&szlig;geldern vereinbart werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/bayern-ministerpraesident-markus-soeder-kuendigt-hoehere-bussgelder-bei-corona-auflagen-an,S8ZFrXu%20\">BR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Eigentlich sollte sich der forsche Herr S&ouml;der nach dem Testdesaster im eigenen Land in Bescheidenheit &uuml;ben. Beachtlich ist aber die Formulierung, man m&uuml;sse jetzt die Z&uuml;gel wieder anziehen, die tiefe Einblicke in das autorit&auml;re Politikverst&auml;ndnis des Herren S&ouml;der gew&auml;hrt. Offensichtlich hat Herr S&ouml;der nicht verstanden, dass auch Bayern immer noch eine parlamentarische Demokratie ist und kein absolutistisches F&uuml;rstentum, in dem der Herrscher dem unm&uuml;ndigen Volk nach Gusto Erleichterungen von den Corona-Zwangsma&szlig;nahmen gew&auml;hrt oder auch nicht.<\/em><\/p>\n<p><strong>und: Jeder, der das leugnet, hat nichts verstanden<\/strong><br>\n&ldquo;Die zweite Welle ist da&rdquo;, sagt Bayerns Ministerpr&auml;sident S&ouml;der im Interview mit ntv. Auch erteilt er Fans f&uuml;r Fu&szlig;ballspiele eine Absage. Der CSU-Politiker spricht sich zudem f&uuml;r eine bundesweite Mindeststrafe f&uuml;r Masken-Verweigerer aus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Jeder-der-das-leugnet-hat-nichts-verstanden-article21991666.html%20\">n-tv<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Da f&auml;llt einem nichts mehr ein. Wenn S&ouml;der bestimmt &bdquo;Die zweite Welle ist da&ldquo;, dann ist das so.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Tod einer Saisonarbeiterin<\/strong><br>\nEin Landwirt beutete in Bayern Arbeiter aus. 2018 starb eine Ukrainerin, nachdem sie &uuml;ber Schmerzen geklagt hatte und nicht behandelt wurde.<br>\nNein, es war kein faires Arbeitsverh&auml;ltnis zwischen Marianna J. und Alois Wagner, dem Chef des bayerischen Gem&uuml;sehofs, auf dem sich Ende Juli 250 ErntehelferInnen mit dem Coronavirus angesteckt haben: Die Arbeiterin aus der Ukraine sprach kein Wort Deutsch und schon gar nicht das breite niederbayerische Idiom Wagners, sie kannte ihre Rechte nicht, nach wenigen Monaten wollte sie wieder zur&uuml;ck in ihre Heimat.<br>\nDas sind beste Bedingungen f&uuml;r Gurkenbauer Wagner, um osteurop&auml;ische Besch&auml;ftige auf seinem Gro&szlig;betrieb in Mamming auszubeuten, ihnen weniger zu zahlen, als er m&uuml;sste, sie einzusch&uuml;chtern, sie anzuschreien. J. kostete Wagners R&uuml;cksichtslosigkeit aber nicht nur Geld und Respekt: Sein fahrl&auml;ssiger Umgang mit der Gesundheit von Besch&auml;ftigten kostete die Ukrainerin im Jahr 2018 m&ouml;glicherweise sogar ihr Leben.<br>\nDer Fall wirft ein Schlaglicht auf die Lage der in normalen Jahren rund 300.000 Saisonarbeitskr&auml;fte etwa aus Rum&auml;nien, Polen oder Bulgarien in der deutschen Landwirtschaft. Gewerkschafter kritisieren schon lange, dass viele ErntehelferInnen ausgebeutet w&uuml;rden. Auch dem Gem&uuml;sebau Wagner mit in der Regel etwa 500 Aushilfen hat die Beratungsstelle des Deutschen Gewerkschaftsbunds f&uuml;r osteurop&auml;ische Arbeitnehmer vorgeworfen, er habe weniger als den gesetzlichen Mindestlohn gezahlt, den Arbeitern ihre Personalausweise vorenthalten und die Menschen ohne Coronasicherheitsabstand untergebracht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Arbeitsbedingungen-fuer-Erntehelfer\/!5704243\/%20\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> An solchen Zust&auml;nden st&ouml;rt sich der forsche Herr S&ouml;der seltsamer weise &uuml;berhaupt nicht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Are India&rsquo;s labour law reforms only a gift for factories, or will workers benefit too?<\/strong><br>\nThe long-awaited labour law reforms by states may make it easier for factories and businesses to run efficiently amid the coronavirus-led economic crisis, but the relaxation in rules may also put at stake the interest of labourers and workers, with businesses getting a free hand. On one hand, the industry sought to assure that the rule changes will let businesses function and thus generate more employment; on the other hand, social experts said the move may further aggravate the crisis for those who are worst affected. Given the unprecedented economic fallout from coronavirus, various industry bodies appreciated the labour law relaxations.<br>\nIn tough times like these, brought about by the coronavirus pandemic, industries are facing challenges and there is a need to create an environment in which businesses can survive in the present and grow in the future. &ldquo;I do not see this as being pro-industry or pro-labour; this is a situation where business units need to survive because economic activity needs to grow; for which some changes in norms and regulations may be necessary over a specified time frame,&rdquo; Niranjan Hiranandani, President, Assocham, told Financial Express Online.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.financialexpress.com\/economy\/are-indias-labour-law-reforms-only-a-gift-for-factories-or-will-workers-benefit-too-migrant-worker-up-coronavirus-lockdown-industry\/1952368\/%20\">Financial Express<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dem Artikel ist zu entnehmen, dass in Indien Arbeitsschutzgesetze weitgehend gelockert wurden, um die infolge des Corona-Schocks eingebrochene Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Gewerkschaften in Deutschland sollten sich also schon einmal warm anziehen. Bisher kommt aber aus dieser Ecke keinerlei Kritik an den Corona-Ma&szlig;nahmen der Regierung. Im Gegenteil, so hatte man beispielsweise die Veranstaltungen zum 1. Mai mit einer Beflissenheit abgesagt, die einen staunen lies.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Sozialismus, aber anders<\/strong><br>\nUnter dem Eindruck, dass die Unterdr&uuml;ckungsverh&auml;ltnisse in den sozialistischen L&auml;ndern auch unter Bedingungen des Kollektiveigentums Bestand hatten, wandte sich ein wichtiger Teil der neuen Linken ab den 1960er Jahren von der Eigentumsfrage ab. Dieses Erbe wirkt bis heute nach: In der Klimabewegung beispielsweise wird der Kapitalismus zwar viel kritisiert, damit gemeint sind jedoch in erster Linie Lebenszuschnitt, Konsummodelle und Wissenssysteme &ndash; und nicht die entsprechenden Eigentumsverh&auml;ltnisse. Dabei f&uuml;hrt uns die Corona-Pandemie ganz aktuell wieder vor Augen, inwiefern die Eigentumsfrage nach wie vor Dreh- und Angelpunkt der sozialen Prozesse unserer Gesellschaften ist. In den USA liegt die Sterblichkeit in den &ndash; migrantisch gepr&auml;gten &ndash; &auml;rmeren Vierteln mehr als doppelt so hoch wie die in den Wohngegenden der Reichen, und auch der Zugang zu einem Impfstoff wird als Eigentumsfrage verhandelt werden. Wer die heraufziehende soziale und &ouml;kologische Gro&szlig;krise verstehen und eine Antwort auf sie formulieren will, kommt um die Eigentumsverh&auml;ltnisse und einen &ndash; allerdings rundum erneuerten &ndash; Sozialismusbegriff nicht herum.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2020\/august\/sozialismus-aber-anders\">Die Bl&auml;tter<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Jede zweite Rente liegt unter 1000 Euro<\/strong><br>\nJeder zweite Rentenbezieher in Deutschland erh&auml;lt weniger als 1000 Euro. Dagegen fallen zwei von drei Beamtenpensionen h&ouml;her als 2000 Euro aus. Die Linke bef&uuml;rchtet &ldquo;millionenfache Altersarmut&rdquo; und fordert, auch Beamte und Selbstst&auml;ndige in eine Rentenkasse f&uuml;r alle einzahlen zu lassen.<br>\nEnde vergangenen Jahres lagen 56 Prozent der von der Deutschen Rentenversicherung ausgezahlten Monatsbetr&auml;ge unter 1000 Euro. Das geht aus einer Antwort des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit und Soziales auf eine Anfrage der Linke-Bundestagsfraktion hervor. Dagegen bek&auml;men zwei von drei pensionierten Beamten mehr als 2000 Euro monatlich &uuml;berwiesen, hei&szlig;t es in der ntv exklusiv vorliegenden Antwort des Ministeriums. F&uuml;r Linken-Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch ein deutliches Anzeichen f&uuml;r ein &ldquo;Auseinanderklaffen&rdquo;. &ldquo;Hier muss etwas getan werden&rdquo;, sagte er ntv.<br>\nWie aus den Daten des Ministeriums hervorgeht, bekommt etwa ein Drittel aller Rentenbezieher weniger als 700 Euro im Monat. Fast jeder Vierte erh&auml;lt weniger als 500 Euro. Wer so wenig Geld im Alter zur Verf&uuml;gung hat, ist meist auf die Grundsicherung von knapp mehr als 800 Euro angewiesen, die mit der Rente verrechnet wird. Es sei denn, der Bezieher erh&auml;lt noch zus&auml;tzlich eine Witwenrente, wohnt mit jemand besserverdienendem zusammen oder hat hohe R&uuml;cklagen. &ldquo;Der jetzige Zustand birgt die Gefahr, dass wir uns millionenfache Altersarmut organisieren&rdquo;, sagte Bartsch.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Jede-zweite-Rente-liegt-unter-1000-Euro-article21988877.html\">n-tv<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Institut sieht Bedarf f&uuml;r Hunderttausende Sozialwohnungen<\/strong><br>\nMenschen mit geringem Einkommen haben nach einem Gutachten immer schlechtere Chancen, eine bezahlbare Mietwohnung zu bekommen. Das Pestel-Institut in Hannover geht davon aus, dass rechnerisch mindestens 6,3 Millionen Haushalte f&uuml;r eine Sozialwohnung in Frage k&auml;men, weil sie unter den entsprechenden Einkommensgrenzen liegen. Das sind 700.000 mehr als vor acht Jahren. Dazu tr&auml;gt bei, dass in dieser Zeit viele Menschen in die St&auml;dte gezogen sind, wo die Mieten stark stiegen. (&hellip;)<br>\n&ldquo;Die soziale Schere schneidet immer tiefer in den Wohnungsmarkt&rdquo;, sagte Robert Feiger, der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), die das Gutachten in Auftrag gegeben hat. Es liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Notwendig seien mehr Sozialwohnungen und dass die L&ouml;hne mit der Preisentwicklung beim Wohnen Schritt halten. Bis 2030 m&uuml;ssten j&auml;hrlich 160.000 dauerhafte Sozialwohnungen geschaffen werden.<br>\nTrotz Milliarden-F&ouml;rderung sinkt jedoch die Zahl der g&uuml;nstigen Sozialwohnungen in Deutschland seit Jahren. Ende 2018 waren es knapp 1,2 Millionen &ndash; in der alten Bundesrepublik waren es noch fast 4 Millionen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/wirtschaft\/bezahlbarer-wohnraum-institut-sieht-bedarf-fur-hunderttausende-sozialwohnungen-4TOTN32PNPXWVLUGB42HFW5LHQ.html%20\">RND<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41035#h05\">Steigende Baulandpreise sind genauso ein Problem wie der Klimawandel<\/a> mit einer Anmerkung von Albrecht M&uuml;ller sowie &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41285\">Der Boden und die Bodenrente &ndash; die Verteilungsfrage des 21.Jahrhunderts?<\/a>&rdquo; und &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54353#h08\">Der neue H&auml;userkampf<\/a>&ldquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Kollektive Zensur<\/strong><br>\nWer die Cancel-Culture nicht ernst nimmt, schaue in die USA: Dort werden nicht nur falsche Meinungen, sondern auch Falschmeinende bek&auml;mpft. Eine Warnung.<br>\nAls ich 2007 in die Vereinigten Staaten zog, verliebte ich mich schnell in die lebendige Debattenkultur des Landes. Wie viele Universit&auml;ten war Harvard, wo ich mein Doktorstudium begann, auch damals schon sehr links. Und doch war unter meinen Kommilitonen und Professoren fast jede politische Sto&szlig;richtung vertreten und wurde viel streitlustiger verteidigt, als ich es aus Deutschland kannte.<br>\nDavon ist nur noch wenig &uuml;brig. Wenn Bekannte mir heute in einem Caf&eacute; ihre &ldquo;unpopul&auml;ren&rdquo; Ansichten beichten, f&auml;llt ihre Stimme um zwanzig Dezibel. Erste Journalisten und Schriftsteller, darunter einige Freunde und Bekannte von mir, m&uuml;ssen aufgrund missliebiger Standpunkte um Job und Auftr&auml;ge f&uuml;rchten. &ldquo;Meine wahre Meinung verrate ich nur meinen engsten Freunden &ndash; und selbst dann nur vorsichtig&rdquo;, sagte mir k&uuml;rzlich sogar eine meiner Studentinnen. &ensp;<br>\nWelche Meinungen sind es, die meine Studenten, Kollegen und Bekannten nicht mehr &ouml;ffentlich &auml;u&szlig;ern m&ouml;gen? Sind sie Sexisten? Rassisten? Heimliche Trump-Fans?<br>\nMitnichten. Es sind Menschen, deren Weltsicht linksliberal ist und deren Lebensweise kosmopolitisch. Es sind Menschen, die Donald Trump verabscheuen. Menschen, die, h&auml;tten sie in Deutschland das Wahlrecht, wohl Angela Merkel bewundern, aber ohne Z&ouml;gern f&uuml;r die Gr&uuml;nen stimmen w&uuml;rden.<br>\nMenschen wie David Shor, der im Zuge der Ausschreitungen nach dem Tod von George Floyd auf Twitter die Studie eines schwarzen Princeton-Professors zusammenfasste: Schon 1968 h&auml;tten demnach gewaltsame Proteste dem republikanischen Pr&auml;sidentschaftskandidaten Richard Nixon zum Wahlsieg verholfen. Friedliche Demonstrationen hingegen f&uuml;hrten zu einem Stimmenzuwachs f&uuml;r Demokraten, so die Studie, die Shor wiedergab.<br>\nEine Woche sp&auml;ter war er seinen Job los. Warum? Aktivisten hatten seinen Tweet als Rat gewertet, die Black-Lives-Matter-Bewegung solle auf Gewalt verzichten. Als Wei&szlig;er habe er aber kein Recht, das zu beurteilen. Unter dem Druck der Twitter-Meute feuerte sein Arbeitgeber &ndash; eine Firma, die Demokraten durch Datenanalysen Wahlsiege verschaffen soll &ndash; Shor kurzerhand.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2020\/34\/cancel-culture-zensur-usa-meinungsfreiheit-debattenkultur\/komplettansicht%20\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Absolut lesenswert!<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ach, ihr Linken! Gebt doch endlich Gedankenfreiheit<\/strong><br>\nMit k&uuml;hnen Thesen riskiert man als Denker seinen Job. Cancel Culture gibt es wirklich. Die Ersten verstecken sich im Intellectual Dark Web. Ein Debattenbeitrag.<br>\nEs geht ein Gespenst um: der Cancelgott. Man sieht ihn nicht, aber er sieht uns. Er wei&szlig;, was wir vor f&uuml;nf Jahren im Radio gesagt oder vor drei Jahren auf Facebook gepostet haben. Und nur so viel: Er ist oft nicht amused. In letzter Zeit gar noch weniger. Niemand hat ihn je gesehen, weshalb manche denken, dass es ihn gar nicht gibt. Aber wer heutzutage &bdquo;mit den falschen Leuten&ldquo; eine Lesung, eine Kabarettvorstellung, ein Seminar abh&auml;lt oder daran teilnimmt, vielleicht nur einen Kaffee trinkt, k&ouml;nnte eine Nachricht vom Cancelgott bekommen, also indirekt nat&uuml;rlich, denn auch dieser Gott spricht nur durch Auserw&auml;hlte &ndash; dass man n&auml;mlich ausgeladen sei, &bdquo;umstritten&ldquo;, arbeitslos. Gecancelt eben.<br>\nEinen solchen Moment erlebten im Jahre 2017 der Biologe Bret Weinstein und seine Frau Heather Heying, beide damals Professoren an einem staatlichen College in Washington. An der Hochschule wurde von einer Studentengruppe ein sogenannter Abwesenheitstag veranstaltet. Alle Wei&szlig;en sollten den Campus an einem Tag nicht betreten. Weinstein weigerte sich, mit rassischer Segregation auf das Thema Rassismus hinzuweisen. Wieso soll es ein Zeichen von Toleranz sein, wenn eine Gruppe der Mehrheit den Zutritt zum Campus verweigert? Es kam zu Querelen am Campus mit Studenten und zu einer Auseinandersetzung mit der Hochschulleitung, in dessen Zug Weinstein und Heying das College schlie&szlig;lich verlie&szlig;en. Gecancelt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/kultur-vergnuegen\/cancel-culture-donald-trump-jordan-peterson-hillary-clinton-intellectual-dark-web-ach-ihr-linken-gebt-doch-endlich-gedankenfreiheit-li.100277\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Lesenswert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/AT)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-64059","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/64059","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=64059"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/64059\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":64061,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/64059\/revisions\/64061"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=64059"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=64059"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=64059"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}